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Full text of "Allgemeines Künstler-Lexicon"

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ALLGEMEINES 
KÜ NSTLER^ LEXIK ON 

LEBEN UND WERKE 

DER BERÜHMTESTEN BILDENDEN 
KÜNSTLER 



Vorbereitet von 

HERMANN ALEXANDER MÜLLER 

Herausgegeben von 

HANS WOLFGANG SINGER 



Fünfte unveränderte Auflage 



ERSTER BAND 

Aachen^Fyt 



19 2 1 



LITERARISCHE ANSTALT RÜTTEN ö LOENING 
FRANKFURT am MAIN 



Public 

<i^RA^ 



A. 

Aachen, Hans von, (oder Jan van Aclien), Maler, geb. 1552 in Köln, t 6- Jan. 
IC) 15 in Prag. Schüler von Jerrigh, lebte seit 1573 iu Florenz und Rom, -vvo er in 
der Weise aer italisirten Niederländer malte. Im Jahre 1588 kehrte er nach Köln 
zurück, malte von 1590 au für den Herzog Wilhelm V. von Bayern, ^^•nrde 1592 
zum Kammermaler des Kaisers Eudolf mit dem Wohnsitz in München, wo er die 
Tochter des berühmten Komponisten Orlando di Lasso heirathete, ernannt und in 
den Adelstand erhoben. 1601 zog- er nach Prag. Er behandelte biblische, mytho- 
logische und allegorische Stoffe und Portraits, aber iu mangelhafter Technik und 
kaltem Farbenton, doch wurde vielfach nach seinen Bildern gestochen. Zahlreiche 
Bilder von ihm iu der Galerie zu Schieissheim, 9 Bilder im Hofmuseum zu Wien und 
einige im Museum zu Köln. 

Aagard, Carl Fredrik, Landschaftsmaler, geb. 1833 zu Odeuse auf Füneu, 
war Schüler der Akademie in Kopenhagen und des Malers S k o v g a a r d. Seiue 
Bilder sind von getreuer Beobachtung der Natur und lebendiger Darstellung. Eines 
seiner besten Werke ist eine Partie auf Seeland in der Galerie zu Kopeuhagen, viele 
andere in Privatbesitz. 

Aalst, s. Aelst. 

Abaco, Antonio, Architekt aus Rom, thätig um 1500—1550, Gehilfe des 
jüngeren Antonio da San gallo, den er bei de i Befestigungen von Parma und 
Piaceuza unterstützte. Er verüftentliehte 1558 alle bedeutende Ueukmäler Roms nach 
seinen eignen Messungen. 

Abadie, Paul, Architekt, geb. 3. Nov. 1812 iu Paris, f 3. Aug. 1884 daselbst, 
Sohn des gleiclmamigen Architekten des Departements der Charente (f 1868), ging 
von der Malerei zur Architektur über, war bis 1842 Schüler von Leclcrc, mit 
Lassus . und VioUet-le-Duc an der Restauration der Kirche Notre-Dame iu Paris 
thätig, erbaute die Ferdinaudskirche in Bordeaux, das Stadthaus iu Angouleme und 
restaurirte als Diöcesan-Architekt (seit 1849) zahlreiche Kirchen. Sein Hauptwerk, 
die Herz- Jesukirche auf dem Montmartre in Paris (begonnen 1874), hiuterliess er 
unvollendet. 

Abbate (oder Abate), Niccolo dell', ital. Maler, geb. 1512 iu Modena, 
t 1571 iu Fontainebleau, bildete sich nach Oorreggio und Giu 1 io Romano , 
malte Fresken in seiner Vaterstadt. Eines seiner wenigen Oelbilder aus dem Jahre 
1547, die Hinrichtung der Apostel Petrus und Paulus (Museum Dresden), eriuuert 
sehr an Correggio. Im Jahre 1552 wurde er von Primaticcio nach Fontainebleau be- 
rufen, wo er mit diesem im Schlosse mythologische, jetzt meist verschwundene 
Fresken malte. — Sein Enkel Ercole dell' A., f 20. Jan. 1613 in Modena, war 
ein bei seinem Müssiggang und Leichtsinn nicht zur Entfaltung seines Talentes ge- 
laugter geschickter Maler. 

Abbatl, Giuseppe, vielseitiger ital. Maler, geb. 1836 iu Neapel, f 20. Febr. 
1868 in Florenz, Schüler seines Vaters Vincenzo A. und der Akademie 
von Venedig (1850—52), wo er Genrebilder, Architekturstücke und Landschaften 
malte. Zu. seinen besten Bildern von grosser Feinheit des Toues gehören zwei Innen- 
ansichten der Kirche St. Miniato bei Florenz, der singende Dominikaner im Chor 
von St. Maria Novella und „der Chilo" (eine Bauernfamilie in der Stunde der Siesta). 

Abbatini, Guido Ubaldo ital. Maler, geb. um 1600 iu Cittä di Castello, f 1656 
in Rom, wurde Schüler des Oavaliero d'Arpino und arbeitete im Dienst des 
Allgememes Künstlei-Lexieon. 5. Atifl. 1. Band. 1 



2 Abbema — Aberli. 

die damalige römische Kunst beherrschenden Bernini. Er malte in mehreren römischen 
Kirchen und war einer der ersten, die an Deckengemälden einzelne Gestalten als 
Kelief herrortreten liessen, z. B. in einer Kapelle der Kirche S. Maria della Vittoria 
in Rom. Auch lieferte er Cartons für Mosaiken und wurde später unter Pietro da 
Cortona Mosaikavbeiter. 

Abbema^ >YilheIm v., Kupferstecher und Eadirer, geb. 15. Jan. 1812 in 
Crefeld, t 8. Nov. 1889 in Düsseldorf, widmete sich anfangs (1830—33) unter J. W. 
Schirmer der Landschaftsmalerei, ging aber dann zur Radü'ung und zum Kupfer- 
stich Über. Zunächst brachte er 1846 eine Radirung des Doms zu Köln (vor der 
Restauration) nach eigner Arbeit, ferner insbesondere Landschaften Düsseldorfer 
Maler, z. B. nach Lessing den Klosterbrand, die Erstürmung eines Kirchhofes u. a., 
nach Scheuren eine Rheinlandschaft, u. a. nach .T. W. Schirmer, A. Achenbach u. 
Karl Ross. 

Abbiati, Filippo, ital. Barockmaler geb. 16.40 in Mailand, f 1715 das., Schüler 
von Nuvoloni. Fresko- und Altarbilder malte er in kecker, breiter Weise, be- 
sonders in Mailand, Pavia, Bergamo und Turin. Eines seiner besten Werke ist die 
Predigt des heil. Johannes in Saronno. 

Abbott, Francis Lemuel, engl. Portraitmaler, geb. 1760 in Leicestershire, 
t im Irrsinn 1803 in London. Schüler von Frank Hayman, zog 1780 nach 
London, wo er von 1788—1800 seine Portraits ausstellte, die sehr gerühmt wurden, 
z. B. im Hospital zu Greenwich das des Lord Nelson und des Admirals Peter Parker. 
Viel weniger werthvoU sind seine sonstigen Figurenbilder, 

Abeele, Jodocus Sebastian van der, Maler, geb. 21. Jan. 1797 in Gent, 
t 23. Febr. 1855 das., bildete sich seit 1819 in Paris unter Gros, malte namentlich 
aus der griechischen Mythe und Geschichte, auch Portraits und Aquarelle. Zwei 
seiner besten BUder sind Sokrat^s vor dem delphischen Orakel und Orpheus nach 
dem Tode der Eurydice. 

Abel, Gregor und Peter, zwei Bildhauer aus Köln, die vom Kaiser Ferdinand I. 
nach der Mitte des 16. Jahrh. nach Innsbruck berufen wurden, um die 24 Alabaster- 
reliefs auszuführen, die das dortige Denkmal des Kaisers Maximilian bekleiden, doch 
führten sie nur 4 derselben aus (S. Colins). 

Abel, Joseph, Maler und Radirer, geb. 1768 in Aschach (Oberösterreich), 
t 4. Oct. 1818 in Wien, Schüler der Wiener Akademie unter Schmutzer und 
Füger, arbeitete beim Füi-sten Czartoriski in Polen und von 1801—1807 in Rom, 
wo er als sein erstes grösseres Bild Hektors Abschied von Andromache malte, dem 
später in Wien als seine Hauptwerke Klopstock im Elysium (1805 Rudolfinum in 
Prag), Cato's Tod in Utica, Iphigenie und Orestes (Neue Pinakothek in München). 
Gefangennahme der Antigone (Wien, Gal. Liechtenstein) u. A. folgten. Er hat auch 
hi.storische Gemälde, Genrebilder und Portraits radirt. 

Abel de Pujol, Alexandre Denis, Historienmaler, geb. 30. Jan. 1785 in 
Valenciennes, f 28. Sept. 1861 in Paris, folgte in der Schule D a v i d 's der klassischen 
Richtung und besuchte 5 Jahre die französische Akadeuiie in Rom. Er malte in 
grossartigem Stil mit kräftigem Pinsel oft mit bühneuhaftem Pathos. Zu seinen 
Hauptwerken gehören: der Tod des Britanniens (1814, Museum in Dijon), die Predigt 
des heiligen Stephanus (1817, in St. Etienue du Mont in Paris), das Begräbniss der 
hl. Jungfrau (1819, Notre-Dame in Paris), Fresken aus dem Leben des heiligen Rochus 
in der Kirche Saint-Sulpice in Paris. Andere Bilder von ihm im Museum zu Lille, 
in der Kathedrale zu Reims und 23 Bilder in der Galerie de Diane im Schloss zu 
Fontainebleau. Für seine besten Arbeiten gelten die grau in grau gemalten Nach- 
ahmungen von Reliefs in der Börse zu Paris und im Louvre. 

Abeloos, Michael, belgischer Bildhauer, geb. 28. Jan. 1828 in Löwen, Schüler 
des Bildhauers Wilh. Geerts, schuf für Kirchen Belgiens und Nordfrankreichs 
religiöse Bildwerke in Marmor und in Holz, lieferte auch ^ahJreicbe plastische Werke 
nach England für die Kathedrale in Ely und andere Kirchen. 

Abels, Jacobus Theodorus, Landschaftsmaler, geb. 1. Sept. 1803 in Amsterdam, 
t 18. Juni 186G in Abcoude, war Schüler des Thiermalers Jan v. Ravenswaay 
und Hess sich im Haag nieder, wo er namentlich Mondlandschaften mit trefflichen 
Lichteifekten malte. 

Aberli, Johann Ludwig, Zeichner, Maler und Radirer, geb. 1723 in Winterthur, 
t 17. Oct. 1786 in Bern. Er machte sich namentlich bekannt durch seine in Umrissen 
radirten und getuschten oder colorirten Schweizer-Prospecte, ein Verfahren, das bald 
vielfach nachgeahmt wurde; unbedeutender Avareu seine Oelbilder. 



Abildgaard — Achenbach. 3 

Abildgaard, Nicolai Abraham, Hauptmeister der dänischen Malerschule, Solin 
des Naclifolg enden, geb. 11. Sept. 1743 in Kopenhagen, f 4. Juni 1809 bei Frederiksdal 
als Direktor der Akademie in Kopenhagen. Er erhielt seine erste Ausbildung in 
Kopenhagen, lebte von 1772—77 in Rom, wo er sich nach Eaffael und Tizian zu 
bilden suchte. Sein Hauptwerk waren die 1791 vollendeten, 1884 durch Brand 
zerstörten Bildt-r der Geschichte Europas, im Schloss zu Christiansborg, ausserdem 
mehrere Darstellungen aus der griechischen Sage und Geschichte und Zeichnungen 
zu römiscnen Dichtern (Terenz' Andria), in denen das Streben nach grossartiger 
Anlage und kräftiger Färbung nicht zu verkennen ist. Er schrieb auch über Theorie 
und Geschichte der Kunst. Einer seiner Hauptschüler war Thorwaldseu. 

Abildgaard, Sören, norwegischer Zeichner, geb. 18. Febr. 1718 in Christiansand, 
t 1791 in Kopenhagen. Er machte grosse Reisen zur Aufnahme nordischer Alter- 
thümer, von denen 900 Zeichnungen ins Museum der nordischen Alterthümer in 
Kopenhagen kamen. 

Abondio, Antonio, italienischer Wachsbildner, Maler und Medailleur, Sohn des 
Wachsbilduers Alexander A., geb. 1,538 in Mailand, f 22. Mai 1591 in Wien, 
arbeitete in Prag und am Hof des Herzogs Max v. Bayern in München. Seine Haupt» 
arbeiten waren Reliefs in gefärbtem Wachs mit mythologischen Darstellungen, auch 
zahlreiche Portraitmedaillen. 

Abraham, Tancr^de, französischer Maler und Kupferstecher, geb. 7. Jan. 1836 
in Vitre (Ille et Yilaine), Schüler von Jules Noel und Nazon, malte und radirte 
Gebäude von treiBicher Wirkung des Lichts, z. B. 30 Eadirtmgen des Schlosses 
Gontier und dessen Umgebungen, der Park von Brissac u. a. 

AbramsoD, Abraham, Medailleur u. kön. preuss. Münzmeister, geb. 1754 in 
Potsdam, f 23. Juli 1811 in Berlin, Solm des Medailleurs Jakob A. Er schnitt 
vorzügliche Medaillen mit Portrait« berühmter Männer seiner Zeit und namentlich 
eine Denkmünze mit dem Bilde Friedrichs d. Gr. 

Abry, Leon, belg Maler, geb. 6. März 1857 in Antwerpen, Schüler der dortigen 
Akademie. Hier malte er vorzugsweise Reiterportraits, von denen mehrere in den 
letzten Jahren auf den Ausstellungen in Wien, Berlin u. München grosse Anerkennung 
fanden. 

Absolon, John, Aquarellmaler, geb. 5. Mai 1815 in London , war anfangs 
Theatermaler, bildete sich in.' Paris weiter aus u. machte sich zuerst 1842 bekannt 
durch sein Bild : Der Vikar von Wakefield ins Gefängniss geführt, dem dann Scenen 
aus dem heutigen Leben des Volkes u. der höhereu Stände und aus englischen 
Dichtern folgten. Weniger gelingt ihm die Behandlung ernstere Stoffe. Grossen 
Beifall fand auch sein Oeibild Boulogne. Seit den COer Jahren malte er auch 
Landschaften. 

Abtshoven, s. Apshoren, Ferdinand u. Thomas. 

Accard, Eugene, Portrait- und Genremaler, geb. 1824 in Bordeaux, f 1888 in 
Paris, Schüler von Abel de Pujol, malte ansprechende Genrebilder aus der 
Geschichte des französischen Hofes, aber auch aus dem Leben der höheren Stände, 
z. B. das Manuscript (1868), der Schlafrock, vor dem Ball u. a. 

Acebedo, Cristobal de, span. Maler, geb. gegen das Ende des 16. .Jahrb. 
in Murcia, t das gegen die Mitte des 17. Jahrb. Schüler von Bart. Carducho, 
malte in Klöstern seiner, Vaterstadt sehr correct gezeichnete, charaktervolle Bilder 
aus dem Leben der Heiligen. 

Achard, Alexis Jean, französischer Landschaftsmaler, geb. 18. Juni 1807 in 
Voreppe (Isere), f im Okt. 1884, malte Landschaften von gesundem Realismus und 
treffliche Stimmungsbilder, aber in etwas manierirtem Vortrag. Eines seiner besten 
ist der Wasserfall aus der Schlucht Cernay-la-Ville (1866, Mus. du Luxembourgl 

Achen, Hans von, s. Aachen. 

Achenbach, Andreas, berühmter Landschafts- und Marinemaler, geb. 29. Sept. 
1815 in Cassel, eins der grössten Talente der Düsseldorfer Schule, machte in früher 
Jugend mit seinem Vater, der Kaufmann war, vielfache Reisen, die seinen Sinn für 
Schönheit und Charakter der Landschaften weckten. Als seine Familie sich 1827 in 
Düsseldorf niederliess, trat er als Schüler in die Akademie und verblieb darin bis 1835. 
Die einfachen Motive seiner ersten Landschaften entnahm er meistens aus den 
Rheingegenden, denen er aber noch eine gewisse romantische Empfindung verlieh. 
Dann erweiterte er seinen Gesichtskreis 1832 und 33 durch Reisen nach Holland 
und zur See nach Hamburg imd Riga. Einige Jahre später ging er auch uach 
Skaadinavien, wo er in den Gebii-ga- und Küstengegenden reiche)) Stoff für seine 



4 Achenbach — Achi. ■"mann. 

realistische Kunstrichtung fand. Weniger angezogen fühlte er sicli von der Schön- 
heit der deutschen Alpen, als von der 1839 wiederum besuchten Natur des Nordens, 
die er schon seit der Mitte der 30er J .Lre in den Bergen und Thälern, sowie in 
den Momenten des bewegten Meeres darstellte. Auch ist er ein Meister in der 
Figurenstaöage, der er stets ein charakteristisches Gepräge zu verleihen weiss. Unter 
seinen fast unzähligen Werken nennen wir nur die in den öffentlichen Sammlungen 
befindlichen: Berliner National-Galerie: Herbstliche Waldlandschaft (1843), 
Ostende (1866), Scheveningen (1869), Holländischer Hafen (1883); NeuePinakothek 
zu München: Seesturm (1836), An der Nordsee (1836), Herbstmorgen in den 
poutiuischen Sümpfen (1846), Marine; Museum in Dresden: Holländisches Strand- 
bild (1854), Strand bei Vlisstugen (1864), An einer Amsterdamer Gracht (1871) 
Fischerdorf im Mondschein (1872), Wassermühle am Waldberg (1872); Museum in 
Darm Stadt: Sturm und Regenwetter an einem hoUänd. Kanal (1840), Holland. 
Landschaft mit einer Windmühle (1840), Bewegte See mit Schiffen (1841), Holland. 
Winterlaudschaft (1841) ; Gemälde-Sammlung in Düsseldorf: der Hardanger 
Fjord (1843), Seesturm (1848). Seesturm bei Blankenberge (1864), Erftlandschaft 
(1866), Aus der St. Lambertikirche (1879); Kunsthalle in Karlsruhe: 
Norwegische Landschaft (1837), Untergang des Dampfschiffes „Der Präsident" (1842); 
Städelsches Institut in Frankfurt: Seestm-m an der norwegischen Küste 
(1837); Museum in Co In: Abfahrt eines Reniorqueurs (187Ö), Fischmarkt in 
Amsterdam (1881); Museumin Leipzig: Westfälische Mühle (1869); Museum 
in Breslau: Hildesheim (1875), Nordseestrand (1878); Gemälde-Galerie in 
Wiesbaden: Porto Teuere bei Spezia (1859); MuseuminKönigsberg: Strand 
bei Seheveuingeu (1861); Museum in Stuttgart: Niederländische Landschaft , 
Kunst halle in Hamburg: Westfälische Wassermühle (1860), Landschaft in 
Holland; Provinzial- Museum in Hannover: Seestrand zur Ebbezeit (1837); 
Kunsthalle in Bremen: Westfälische Wassermühle (1863), Partie aus Norwegen 
(1846); Sammlung Ravene in Berlin: Norwegische Küste im Winter (1838), Hafen 
von Ostende (1858), 

Achenbach, Oswald, Landschaftsmaler, geb. 2. Febr. 1827 in Düsseldorf, 
Bruder des Vorigen, war 1839 — 41 Zögling der dortigen Akademie, wurde in der 
Malerei Schüler seines Bruders, machte dann vielfache Reisen in die Schweiz, ins 
baj'rische Gebirge und nach Italien und zeigte schon in seinen ersten Landschaften, 
dass er nicht die realistische Richtung seines Bruders einschlug, sondern in der 
idealistischen Auffassung der Natur seine poetischen Anschauungen verwirklichte 
und einen besonderen Nachdruck auf die Farben- und Lichtwirkung legte. Bald ist 
es schwüle Gewitterluft, bald ein warmer Abend, ein Sonnenuntergang oder Mond- 
schein, der den Mittel- und Hintergrund der Bilder in zarten Duft einhüllt. Nicht 
das bewegte unruhige Meer, sondern die glatte Meeresfläche schildert er, aber in 
nicht genügender Klarheit und Durchsichtigkeit. Am meisten entlehnt er seine 
Motive aus dem 1850 und 51 und später sehr oft bereisten Italien, sowohl aus der 
Umgegend Roms, wie aus der unzählige Male darge^ellten Umgebung von Neapel, 
wobei es freilich manchmal an detaillirter Zeichnung und Ausführung, aber nicht 
an poetischer Gesammtwirkung fehlt. Unter seinen Bildern, die fast ebenso zahlreich, 
aber an Inhalt weniger mannigfaltig sind, als die seines Bruders, heben wir nur als 
die bedeutendsten hervor: Motiv aus der Villa Chigi bei Ariccia (1851), Villa Torlonia 
bei Frascati, Marktplatz in Amalfi (1876), der Triumphbogen des Constantin in Rom 
(die letzteren drei in der National-Galerie in Berlin), Molo von Neapel (1860), Villa 
Doria in Albano, Grabmal der Cäcilia Metella, Blick auf den Rigi (1866), Monte 
Soracte (1862), Strasse von Torre dell' Annunziata, Rocca di Papa im Albanergebirgo 
(1867, Museum in Dresden), Capri (1878, Gemälde-Galerie in Düsseldorf), Fest in 
der Kirche Santa Maria in Araceli, Abend am Lirio (1875), Palast der Königin 
Johanna (1878, Museum in Breslau), der Vesuv in Abendstimmung, am Tiberufer 
(1883), St. Agnesfeat in Casamicciola (1881), Villa Falconieri bei Frascati (1881), 
die Engelsburg in Rom (1882), das Colosseum in Rom, Mondnacht im Park der Villa 
d'Este bei Tivoli, das Blumenfest in Genzano, Venedig (1893), und zahlreiche Bilder 
vom Strande bei Neapel. 

Achtermann, Theodor Wilhelm, Bildhauer, geb. 15. Aug. 1799 in Münster, 
t 26. Mai 1884 in Rom, musste bis zu seinem 30sten Jahre auf dem Bauerngute 
seines Oheims dem Pfluge nachgehen, übte sich aber im Holzschnitzen und wurde 
auf Rietschel's Bitte in Rauch's Atelier aufgenommen, arbeitete auch auf der Akademie 
als Schüler von Tieck und Schadow. Er bildete fast nur religiöse Gegenstände 



Achtschellincx — Adiun. 5 

in streng Jiaza renischer Auffassung, sehnte sich aber sehr nach Rom, das er im Anfang 
der 40 er Jahre erreichte und zu seinem bleibenden Wohnsitz inachte. Von dort aus 
versah er sein Heimathkmd Westfalen mit zalüreichen Werken Nach einer seiner 
ersten Arbeiten, einem Relief an der katholischen Kirche in Berlin, sind seine Haupt- 
werke von grossem Ernst der Empfindung^ aber mangelhaftem Verständniss der Form 
ein Christus am Kreuz (1842) für den Herzog von Arenberg, im Dom zu Münster 
eine grosse Pieta und eine aus einem einzigen Marmorblock gehauene grosse Kreuz- 
abnahme (1858). Ein Werk seiner späteren Jahre ist der Marmoraltar im Dom zu 
Prag (1873) mit 3 Reliefs aus dem leben Christi. 

Achtschellincx, Lukas, belgischer Landschaftsmaler, getauft 11. Jan. 1626 in 
Brüssel, begraben f 12. Mai 1699 daselbst, Schüler des Pieter van der Borcht, 
malte für Kirchen und Klöster zahlreiche Bilder mit biblischer Staffage, die zum 
grössten Theil verloren gegangen sind einige noch vorhanden im Rathhaus zu 
Brügge; auch im Museum zu Dresden 2 kleine Landschaften von ihm. 

Acier, Michel Tictor, Bildhauer, geb. 20. Jan. 1736 in Versailles, f 1795 in 
Dresden, wurde auf die Empfehlung des Kupferstechers Wille 1764 an die Porzellan- 
Manufactur nach Meissen berufen, wo er zierliche Figuren und Gruppen aus Porzellan 
modellirte. Von da kam er als kön. Modellmeister nach Dresden. 

Acker, Job. Baptista, Miniaturmaler, geb. 1. Nov. 1794 in Brügge, f 15. Ji ~ii 
1863 daselbst, Schüler von D u c q, ging 1834 nach Paris, wo er, wie später in seiner 
Heimath, eine grosse Zahl von Miniaturportraits malte. Dann kam er an den Hof des 
Königs Leopold I. von Belgien und malte Portraits der königl. Familie. 

Ackermann, Johann Adam, Landschaftsmaler, geb. 1780 in Mainz, f 1853 in 
Frankfurt a. M., ging schon früh nach Paris, wo er sich unter David d&r Historien- 
malerei widmete ; aber bald kehrte er in seine Heimath zurück und machte hier und 
seit 1804 in Frankfurt die Landschaftsmalerei zu seinem Hauptfach, worin er nament- 
lich die Gebirge seiner nächsten Umgebung behandelte 

Acqna, Cesare dell', Historien- und Portraitmaler, geb. 22. Juli 1821 in Pirano 
bei Triest. Durch die Verwendung des Bildhauers Zandomenighi kam er 1842 auf die 
Akademie in Venedig und malte als eines seiner ersten Bilder das Zusammentreffen 
Cimabue's mit Giotto. Dann ging er 1848 nach Brüssel, wo er Schüler von Gallait 
wurde, unter dessen Einfluss seine folgenden Werke entstanden. Dahin gehören 
als die bedeutenderen die letzten Augenblicke des Niccolo Macchiavelli, Cromwell 
auf dem Schlachtfelde, Beichte Ludwigs XI. (1858), die letzten Augenblicke 
des Marino Falieri, die Jugend Spinoza's, Simson und Delila und namentlich 
1858 — 66 im Schloss Miramar für den Kaiser Maximilian von Mexiko eine Reihe 
grösserer Bilder aus der Geschichte des Ortes. Ausserdem malte er zahlreiche 
weibliche Halbfiguren in der Tracht des Orients und der Küstenbewohner des 
adriatischen Meeres. 

Acquativa, Vincenzo, ital. Maler, geb. 1832 in Foggia, trat 1848 in die 
Akademie zu Neapel, wufde Schüler von Altamura, und malte Genrebilder (das 
Gebet, Charakter der italienischen Frauen) und seit 1877 zahlreiche Portraits, 

Acqnisti, Luigi, Bildhauer, geb. 1745 in Forli, f 1823 in Bologna, fertigte 
Bildwerke für Kirchen und Paläste Bologna's, mehrere Statuen der Venus, eine 
Gruppe Mars und Venus in der ViUa Carlotta am Corner-See und einige der Statuen 
und Reliefs am Arco della Pace in Mailand, 

Adam, Albrecht, Schlachtenmaler, geb. 16. April 1786 in Nördlingen, f 28. Aug. 
1862 in München, wo er seit 1807 lebte und sich, veranlasst durch den Maler J o h. 
Lorenz Rugendas, immer mehr der Darstellung militärischer Scenen widmete. 
1809 machte er als Maler den Feldzug gegen Oesterreich mit, malte zahlreiche 
Skizzen, wurde Hofmaler des Prinzen Eugen Beauharnais (Herzogs von Leuchtenberg), 
den er nach Italien begleitete, wo 1812 sein erstes grösseres Bild, die Schlach* bei 
Leoben, entstand. Mit demselben Herzog ging er 1812 auch nach Russland, koiirte 
unter grossen Gefahren nach München zurück, lebte aber 1813 bis zum Sommer 1815 
in Italien. 1848 nahm er an dem Feldzuge der österr. Armee unter Radetzky Theil 
und wurde dann Hofmaler in Jlünchen. Unter seinen Oelbildern sind ausser den 
erwähnten die bedeutendsten : die .Schlacht bei Moshaisk für-denHerzog von Leuchtenberg, 
in der Neuen Pinakothek zv Müncheü die Schlachten bei Novara und Custozza, die 
Erstürmung der Düppeler Schanzen und Portrait Radetzky's, in der Nationalgalerie zu 
Berlin die Schlacht bei Abensberg, ferner eine Ansicht von Friedrichshafen (Württem- 
berg), Auf dem Schlachtfelde von Moshaisk, die Schlacht an der Moskwa (Festsaalbau 
in München), Rückzug der franz. Armee aus Russland und als sein letztes Bild die 



6 Adam 

Schlacht bei Zoindorf (Maximilianenm in München). Dazu kommt das auf den 
russischen Feldzu^^ bezügliche Prachtwerk „Voyage pittoresque et militaire" in 120 
lithographirten Blättern (1827—33). Seine Selbstbiographie: „Albrecht A., aus dem 
Lehen eines Schlachtenmalers", herausgegeben v. H. Holland (1886j. 

Adaiu, Benno, Thiermaler, ältester Sohn des Vorigen, geh. 15. .Juli 1812 in 
München, f 9. März 1892 in Kelheim. Er begann seine künstlerische Thätigkeit mit 
dem Lithographiren der Werke seines Vaters und wandte sich dann zur Malerei der 
Haus- und der Jagdthiere, wobei er in der Ausprägung des Charakters derselben ein 
grosses Talent entfaltete. Ausser den 6 in der Neuen Pinakothek befindlichen Bildern 
sind zu nennen: eine Fuchsjagd, ein angeschossener Hirsch, eine heimkehrende Heerdc 
und eine Sauhatz. 

Adam, Emil, Pferde- und Jagdmaler, Sohn des Vorigen, geb. 20. Mai 1843 in 
München, wurde durch das Vorbild des Vaters, Grossvaters und Oheims Franz A. 
für die Malerei gewonnen und bildete sich unter letzterem zu einem Meister in Eeiter- 
portraits und Jagdscenen aus. Später zog er nach Brüssel zu Portaels, bei dem er 
sich in der Malerei menschlicher Figuren vervollkommnete. 1867 ging er mit seinem 
Vater nach Pardubitz in Böhmen, wo er eine dortige Jagdgesellschaft von (30 Personen 
portraitirte, ebenso ein Lippspringer Jagdbild von 40 Personen und eine Jagd- 
gesellschaft zu Agard in Ungarn. Trefflich wie diese Reiterportraits sind auch die in der 
Knnsthalle zu Kiel hefindlichen Ungarischen Gestütspferde bei einer Ueberschwemmung. 

Adam, Eugen, Schlachtenmaler, Sohn und Schüler von Albrecht A., geb. 
22. Jan. 1817 in München, f 4. Juni 1880 das., nahm an den Feldzügen von 1848 
und 1849 in Italien Theil, machte Studieni-eisen nach Ungarn, Dalmatiea und Italien. 
Er -schilderte namentlich Scenen und Episoden aus dem Kriegs- und Lagerleben, 
später auch aus dem Volks- und Jagdleben. Hauptwerke von ilim sind: Einnahme 
des Forts Malghera bei Venedig (1852), Scene aus dem Sclüachtfeld von Solferino 
(1859, Neue Pinakothek^ das zerstörte Schloss St. Cloud und als sein letztes Bild 
ein Schäfer bei seiner Heerde. 

Adam, Franz, Maler des Soldaten- und Schlachteulehens, geh. 4. Mai 1815 in 
Mailand, f 30. Sept. 1886 in München, Solm und Schüler von Albrecht A., machte 
mit seinem Bruder Eugen im Gefolge des Feldmarschalls Eadetzky während des 
Krieges in Italien seine Studien und ging dann nach Ungarn, wo er auch die volks- 
thümlic.hen Sitten studirte und malte. Solche Bilder sind: Eine Schift'sfähre an der 
Theiss, Kroatenquartier in der Villa Mestre, Reiterportrait des Feldmarschalls Fürst 
Wrede (1843)^ des Kaisers Franz Joseph (Wiener Arsenal), des Feldmarschalls 
Radetzky (Wiener Arsenal), die Strasse zwischen Solferino und Valeggio während 
der Schlacht am 24. Juni 1859 (1867), der Rückzug der Franzosen aus Russland 
(1869, Nat.-Galerie in Berlin), der höchst bedeutende Kampf mit franz. Reiterei bei 
Floing in der Schlacht bei Sedan (1879, Nat.-Gal., veränderte Wiederholung des 
früheren Bildes beim Herzog v. Sachsen-Meiningen), das baj^erische Armeecorps hei 
Orleans 11. Okt. 1870 (1877, Neue Pinakothek), Attaque bei Mars la Tour (Neue 
Pinakothek), Mazeppa (1881), der Gefangenentransport nach der Schlacht bei Sedan 
(1880), Pferdemarkt am Ufer der Donau in Ungarn (1881^. 

Adam, (xeorg, Radirer und Landschaftsmaler, geb. 1784, t 1823 in Nürnberg, 
lebte lange in München, bereiste Tirol und das Salzkaramergut, war geistreich in 
der Führung der Radirnadel, aber bei der grossen Zahl seiner Radirungen oft eil- 
fertig und flüchtig. 

Adain, Heinrich, Landschaftsmaler und Radirer, Bruder von Albrecht A., geb. 
1787 in Nördlingen, f l^i- Febr. 1862 in München, malte zahlreiche Ansichten aus 
dem alten München und Landschaften aus den bayrischen Gebirgen und der Schweiz ; 
2 solcher Ansichten aus München in der Neuen Pinakothek. 

Adam, Jacob, Zeichner und Kupferstecher, geb. 9. Okt. 1748 in Wien, 
t 16. Sept. 1811 das., Schüler der dortigen Akademie, machte sich bekannt durch eine 
grosse Zahl kleiner Portrait« fürstlicher Personen. 

Adam, Jacob Sigisbert, franz. Bildhauer, geh. 28. Okt. 1670 in Nancy, 
t 7. Mai 1747. Er schuf eine grosse Zahl von Bildwerken in Erz, Stein und ge- 
branntem Thon, die zu seiner Zeit sehr geschätzt waren, z. B. seine Furien und 
Parzen. Er arbeitete viel für den Herzog Leopold v. Lothringen. 

Adam, Jean Victor, franz. Schlachtenmaler und Lithograph, geh. 28. Jan. 1801 
in Paris, f 1- -^an. 1867 in Viroflay, Sohn des Kupferstechers Jean A., Schüler von 
Meynier und Regnaul t, malte Genrebilder aus dem Kriegs- und Soldatenleheu 
und lieferte für das historische Museum in Versailles viele Bilder aus französischen 



Adam — Adains-Aeton. ^7 

Schlachten uud einfache Genrebilder, denen es oft au Lebendigkeit der Darstellung 
fehlt. Später machte er sich bekannt durch seine Lithographien. 

Adam, Julius, Sohn des gleichnamigen Lithographen und Photographen, Enkel 
von Alhrecht A., Genremaler geb. 18. Mai 1852 in München, Schüler von Wilh. 
Diez, lebte von 1862 — 71 in Brasilien, brachte bis jetzt auf den Ausstellungen 
von München und Berlin ansprechende Bilder aus dem Volksleben und der Kinder- 
welt, auch mehrere Katzenbilder. Eines seiner besten Bilder war 1886 der getreue 
Eckart nach Goethe. 

Adam, Lambert Sigisbert, franz. Bildhauer, Sohn und Schüler des Jacob 
Sigisbert A., geb. 10. Febr. 1700 in Nancy, f 12. Mai 1759, wurde in Paris 
Schüler der Akademie und lebte mehrere Jahre in Rom, wo er, Avie später in Paris, 
in der entarteten Manier der Nachfolger Bernini's in wildem, barbarischem Geschmack 
arbeitete. Seine Hauptwerke sind : Neptun mit einem Tritonen (Louvre), die Fontäne 
des Neptun in Versailles (1740), zwei allegorische Bildwerke im Garten von Sanssouci, 
Kolossalstatue des heil. Hieronymus in einer Kapelle der Kirche St. Roch in 
Paris (1752). 

Adam, Nicolas S6bastien, Bildhauer, Bruder des Vorigen, geb. 22. März 
1705 in Nancy, f 27. März 1778 in Paris, half seinem Bruder bei den meisten seiner 
Arbeiten und theilte dessen Vorzüge und Fehler. Zu seinen Hauptwerken gehört 
ein Prometheus an den Felsen gefesselt (Louvre). 

Adam, Pierre Michel, Kupferstecher, geb. 29. Mai 1799 in Paris, Schüler von 
Pierre GuerLn und von Oortman, war Professor der Kupferstecherkunst am 
Taubstummeninstitut in Paris, führte mit grosser Sicherheit die Radirnadel und den 
Grabstichel, lieferte ausser einigen historischen Blättern nach Hersent, Langlois und 
Steuben meistens Portraits. 

Adam, Robert, engl. Architekt, geb. 1728 in Kirkaldy (Fifeshire), t 3. März 
1792 in London, besuchte um 1754 Italien, wurde 1762 Architekt des Königs und 
führte mit seinem jüngeren Bruder James (f 1794) die von diesen Brüdern „Adelphi" 
genannte Terrasse und viele Paläste und Häuser in London und Edinburg aus, 
wobei er sich besonders geschickt im Arrangement der Innenräume und der Dekoration 
des Innern zeigte. Er malte auch in Wasserfarben Landschaften und gab mit seinem 
Bruder das Prachtwerk „Ruins of Diocletian's Palace at Spalato" (1764) und die 
von ihm errichteten Gebäude (1778) heraus. 

Adam>Salomon, Antony Samuel, franz. Bildhauer, geb. 1818 in La Ferte sous 
Jouarre, war anfangs Modelleur, fertigte eine sehr bekannt gewordene Büste von 
Beranger und machte sich überhaupt durch seine zahlreichen Büsten einen Namen. 
Weniger glücklich war er in allegorischen Statuen, z. B. in den Genien der Musik 
und des Studiums für den Ausbau des Louvre. 

Adamo, Albert, Genre- und Porträtmaler, geb. 1850 in München, f 8. Febr. 
1887, Bruder und Schüler des Nachfolgenden, malte anfangs seit 1873 einige un- 
bedeutende Genrebilder, bildete sich aber später mit mehr Erfolg nach den grossen 
Niederländern des 17. Jahrb., malte auch nebenbei Portraits. 

Adamo, Max, Historienmaler, geb. 3. Nov. 1837 in München, wo er sich als 
Schüler von Philipp Foltz ausbildete, Zeichnungen novellistischen Inhalts machte 
und mehrere Fresken im Nationalmuseum malte. Dann wurde er Schüler von 
P i 1 1 y und schlug dessen kräftig malerische Richtung ein. Dieser Art sind z. B. der 
Herzog v. Alba lässt niederländische Grosse zum Tode verurtheilen, Sturz Robespierre's 
im National -Convent (1870 Nat -Gal. in Berlin), Oranien's letzte Unterredung mit 
Egmont, Karls I. Begegnung mit Cromwell, Auflösung des Langen Parlaments durch 
Cromwell und 11 Zeichungen zu Pecht's „Shakespeare-Galerie". 

Adams, Robert, Architekt und Kupferstecher, geb. 1540 in London, f 1595, 
war Oberintendant aller öffentlichen Bauten in England. Als Kupferstecher machte 
er sich bekannt durch 12 Darstellungen, die sich auf die spanische Armada und 
deren Untergang beziehen. 

Adams-Acton, John, engl. Bildhauer, geb. 11. Dez. 1833 in Acton (Middlesex), 
Schüler von Gibson in Rom. Seine Bildwerke sind Portraitstatuen und Büsten, 
Idealfigui-en und Grabdenkmäler. Unter jene» z. B. die Statue Gladstone's in Liverpool, 
des Fabrikanten Titus Salt in Bradford, des Generals Napier in London, des Lord 
Seaton in Devonport ; unter den Idealfiguren ein Engel der Auferstehung, die Bronze- 
gruppe vom Oelkrug der Wittwe, Amor und Psyche, das Mausoleum von John und 
Charles Wesley in der Westminsterabtei und das Denkmal des Bischofs Waldegrave 
in Carlisle, 



8 Adan — Aelst. 

Adaii) Louis Emile, franz. Genremaler, geb. 26. März 1839 in Paris, Schüler 
von Picot und Cabanel, malte in treJBflichem Colorit charaktervolle Genrebilder, 
z. B. eine Inquisitionsscene, ein kleines Wunder, die Auction (1875) u. A. 

Adelcrantz. Card Fredrik, schwed. Architekt, geb. 3. Jan. 1716 in Stockholm, 
t 1. März 1796 daselbst. Er machte Studienreisen in Frankreich und Italien, wurde 
Oberintendant des schwedischen Bauwesens und machte sich sehr verdient als 
Reformator der schwedischen Kunstakademie. Er vollendete das kön. Schloss in 
Stockholm, und erbaute im damaligen Barockstil die dortige Adolf-Friedrichskirche und 
das neue 1782 voUendete Opernhaus, zahlreiche Privatbauten und dekorative Arbeiten. 

Ademollo, Carlo, Historien- und Schlachtenmaler, geb. 1825 in Florenz, Neffe 
des Nachfolgenden, malte anfangs Landschaften ^ und Thierbilder, später meistens 
Episoden aus dem Soldaten- und Kriegsleben, z. B. Tod des Cairoli im Treffen von 
Varese (1859), ein Gefecht unter Garibaldi (1862), Eeiterportrait des Lord Napier 
von Magdala (1869). 

Ademollo, Lnigi, Maler und Kupferstecher, geb. 30. April 1764 in Mailand, 
t 11. Febr. 1849 in Florenz, malte zahlreiche Fresken in ital. Palästen und Kirchen, 
so namentlich im Palast Pitti in Florenz, im Dom zu Arezzo, im Palazzo pubblico zu 
Lucca und Mehreres in Livorno. Er stach auch viele Blätter nach eigenen Zeichnungen. 

Adler, Christian, Porzellanmaler, geb. 6. Mai 1786 in Trie^dorf (Unterfranken), 
t 1842 in München, wurde 1815 Inspektor und Obermaler der Porzellanmanufaktur 
in Nymphenburg und lieferte zahlreiche, in Zeichnung und Farbe genaue Kopien 
nach Bildern der Alten Pinakothek, jetzt befindlich in der Porzellangemälde-Sammlung 
der Neuen Pinakothek. 

Adler, Friedrich, Architekt, geb. 15. Okt. 1827 in Berlin, bildete sich hier auf 
der Akademie und in den Ateliers der Maler F e r d. Weiss und Grieben, machte 
Studien auf der Bauakademie unter Strack, Reisen in Belgien, Frankreich und 
Italien, wurde 1861 Professor an der Bauakademie und später Mitglied des Direktoriums 
für die Ausgrabungen in Olympia. In seinen Bauwerken zeigt er ein Sti'eben nach 
Verbindung der klassischen Bauformen mit den Bausystemen des Mittelalters, so 
namentlich in der Thomaskirche zu Berlin (1865—69). Andere Bauten von ihm sind 
die kleine gothisehe Christuskirche und ausserhalb Berlin's die Pfarrkirche in Heppens 
an der Jade, die Elisabethkirche in Wilhelmshaven (1869—72), die St. Paulskirche in 
Bromberg (1872—76) und viele Privathäuser in Berlin. Er lieferte auch Entwürfe 
für Glasmalereien, schrieb Aufsätze in Erbkam's „Zeitschrift für Bauwesen", im 
„Wochenblatt des Architektenvereins" , mehrere Monographien, (Biographie von 
Schlüter 1862), u. a. sein Hauptwerk „Mittelalter!. Backstein-Bauwerke des Preuss. 
Staates" (1859—69) und „Ausgefühi-te Bauwerke" (1872—75). 

Adlersparre, Sophie Albertine, schwedischfe Malerin, geb. 6. März 1808 auf 
der Insel Öland, f 23. März 1862, war in Stockholm Schülerin des Bildhauers 
Quarnström und des Malers Eckman, in Paris des Malers Cogniet. Am be- 
kanntesten wurde sie durch ihre in Rom gemalten Kopien nach italienischen Meistern 
und durch ein Portrait des Papstes Pius IX. im Schloss Drottningholm. 

Adloff, Karl, Maler, geb. 12. Jan. 1819 in Düsseldorf, f 16. April 1863 das., 
bildete sich auf der dortigen Akademie, malte anfangs Landschaften, später mit ge- 
wissenhafter Treue niederländische Hafen-, Kanal- und Architekturbilder, z. B. 
Mondscheinlandschaft, Hafenpartie bei Amsterdam, Ansicht von Ehrenbreitstein , 
Abendlandschaft an einer holländischen Küste (Museum in Köln). 

Adolfzoon, Christoflfel, Stempelschneider des 17. Jahrb., bekannt durch Denk- 
münzen, die sich auf den Seehelden de Ruyter, den Prinzen Wilhelm. III. von Oranien 
und den Seekrieg von 1667 beziehen. 

Adriaenssen, Alexander, Stilllebenmaler, geb. 17. Jan. 1587 in Antwerpen, 
t 30. Okt. 1661, Schüler der dortigen Lukasgilde, malte nicht nur Stillleben von 
Blumen, Vögeln und Fischen, sondern auch metallene Gefässe, Vasen, Krüge, u. dgl. 
Unter seinen nicht häufigen Bildern ist eins der charakteristischsten das Stillleben im 
Museum zu Antwerpen. 

Aeken, Hieronymus, s. Bosch. 

Aelst, Evert van, Stilllebenmaler, geb. 1602 in Delft, f 19. Febr. 1657 das., 
malte in kühlem, grauem Ton todtes Wild, Geflügel und allerlei Geräthe, besonders 
oft todte Rebhühner. Von seinen seltenen Bildern eins im Berliner, eins im Dresdener 
Museum. 

Aelst, Willem Tan, Stillleben- und Blumenmaler, geb. 1626 in Delft f 1679 
in Amsterdam, Neffe und Schüler des Vorigen, war im Colorit einer der besten Maler 



Aertseii -— Agneni 9 

dieses Faches. Bilder vou ihm iu den 3Iuseen von Berlin, Dresden und Schwerin, 
in der Pinakothek zu München, in Gotha, Kopenhagen und in der Galerie Pitt! in 
Florenz 

Aertseii, Pieter, wegen seiner Körpergestalt auch der lange Pier genannt, 
Maler, geb. 1508 in Amsterdam, f 2. Juni 1575 das., seit 1535 Meister in der Lukas- 
gilde zu Antwerpen, malte anfangs Stillleben und Küchenstücke, .später viele verloren 
gegangene Altarbilder und einige vorhandene Genrebilder. Ein trefflicher Kalvarien- 
berg von ihm im Mus. zu Antwerpen, eine Kreuztragung (1552) im Mus. zu Berlin, 
Genrebilder im Jlofmuseum in Wien, in den Museen zu Cassel, Amsterdam (der 
Eiertanz), Kopenliagen (Küchenstück) und Pommersfelden. Er hatte einen Sohn 
Pieters A. (1541—1603), der Stilllebenmaler war. 

Aetion, griech. Maler, lebte im 4. Jahrh. v. Chr., malte die 328 vollzogene 
Vermählung Alexander's d. Gr. mit Koxane. 

Afliiger, Bernliard, Bildhauer, geb. 6. Mai 1813 in München, f 25. Dec. 1882 
in Berlin, studirte in seiner Vaterstadt die altdeutschen Bildwerke, wurde 1840 in 
Berlin Schüler . von Rauch gründete 1846 sein eigenes Atelier, worin er den Stil 
der altdeutschen Bildwerke mit den klassischen Formen zu verschmelzen strebte, war 
deshalb ausgezeichnet in religiösen Werken und Grabdenkmälern. Er schuf zahl- 
reiche plastische Portraits, einen herrlichen Auferstehungsengel für das Familiengrab des 
Grafen Pourtales, eine Kolossalstatue Newton's im Nationalmuseum zu Pest, als seine 
Hauptwerke das Denkmal Ernst Moritz Arudt's in Bonn und die Figuren am Denk- 
mal der Universität Greifswald. 

Agar, Jakob d', Portraitmaler, geb. 1642 in Paris, f 16. Nov. 1715 in 
Kopenhagen, wurde 1675 Mitglied der Akademie in Paris, aber 1682 als Protestant 
ausgeschlossen und ging nach Dänemark, wo er Hofmaler wurde und zahlreiche 
Portraits malte, daruntei da des Königs Christian V. und dessen Gemahlin, später 
ging er nach England und setzte hier das Portraitmalen fort. 

Agasias, griech Bildhauer aus Ephesos, der Meister des um's Jahr 100 v. Chr. 
entstandenen sog. Borghesischen Fechters im Louvre. 

Agasse, Jean Laurent, Pferdemaler und Radirer, geb. in Genf, t 1806 in 
London, lebte in der 2. Hälfte des 18. Jahrh. in Genf und in Paris, seit 1801 in 
England, avo er besonders Pferde, Wettrennen und Landschaften malte. 

Ageladas, Erzbildner aus Argos, war als Zeitgenosse des Kanachos und Onatas 
und als Lehrer des Myron, Phidias und Polyklotos um 515—460 v. Chr. thätig. Unter 
seinen verloren gegangenen Werken werden genannt ein Zeus auf Ithome, ein jugend- 
licher Herakles, eine Muse und vielleicht das Original des Apollon Kitharödos in 
der Glyptothek zu München. 

Agesandros, Bildhauer aus Rhodos im 2. Jahrh. v. Chr., mit Polydoros und 
Atlienodoros Schöpfer der wahrscheinlich in der Zeit der Nachfolger Alexander's d. Gr. 
entstandenen Gruppe des Laokoon. 

Agghazy, Julius, Genremaler, geb. 21. März 1850 in Dombovar (Ungarn), 
Schüler von Munkacsy, malte Genrebilder, unter denen genannt werden: Un- 
freiwilliges Concert auf der Pussta, Dorfklatsch (National-Museum in Budapest), 
„Machen's keine Gescnichten" (beim Kaiser von Oesterreich). 

Aglio, Agostlno, Maler, geb. 15. Dec. 1777 in Cremona, f 30. Jan. 1857 in 
London, bildete sich in Mailand, war seit 1797 Landschaftsmaler in Rom, bereiste 
Griechenland und Aegypten «nd kam 1803 nach England, wo er als Dekorations- 
und Theatermaler, später als Lithograph thätig war, auch 2 Portraits der Königin 
Victoria malte. 

• Agneessens, Edouard, Maler, geb. 24. Aug. 1842 in Brüssel, f 27. Aug. 1885 
daselbst, Schüler der dortigen Akademie, brachte auf die dortigen Ausstellungen 
Genrebilder von trefflicher Zeichnung und kräftigem Colorit, z. B. die Japanesin, 
eine Kindergruppe, eine reuige Magdalena u. a.- 

AgneHi, Fra Guglielmo, ital. Bildhauer, geb. um 1238, f 1313, Schüler des 
Niccolo P^-^ano, schuf im Dom zu Pisa auf der Brüstung der beiden Orchester- 
gaierien neben dem Hochaltar 4 Reliefs (Geburt Christi, Anbetung der Könige, 
Flucht nach Aegypten, Darstellung im Tempel), in Bologna Sculpturen an der Area 
di S. Domenica in San Pomenico und zu Pisa die Kanzel im Dom zu Pistoja. 

Agneni, Eugenio, Historien- und Momimentalmaler, geb. 1819 in Sutri bei 
Rom, t 1888, malte als Schüler Coghetti's schon im 18. Jahre religiöse Bilder, 
schmückte lf<47 den Thronsaal des Quirinal in Rom, rausste 1848 Avegen seiner Theilnahme 
an der Revolution flüchten, gin^- nach Genua und nach Paris und kehrte 1859 nach 



10 Agüolo — Ahlborn, 

Florenz zurück, wo er öffentliche und Privatgebäude mit Malereien schmückte. 
Hauptwerke: eine Scene aus der Inquisition, Abraham führt seinen Sohn Isaak zum 
Opfer, der Leichnam der Sappho, die Zeichnungen der Entwicklungsstufen des mensch- 
lichen Lebens und die Schatten der grossen Florentiner (Museo Civico in Turin). 

Agnolo, Baccio d', ital. Architekt und Holzschnitzer, geb. 19. Mai 1462, f 1543 
in Florenz, war hier 1506—29 Oberbaumeister des Domes. Von ihm das Chorgestühl 
in S. Maria Novella in Florenz, die Paläste Bartolini und Orsini, der Glockenthurm 
von San Spirito und zahlreiche Villen. Er führte in der ital. Hochrenaissance die 
Neuerung ein, dass er Thüren und Fenster dui'ch varspi-ingende Säulen nebst Ver- 
dachung umrahmte. 

Agorakritos, griech. Bildhauer von der Insel Faros, blühte um 436—424 v. Chr., 
Schüler des Phidias, schuf in Koronea die ehernen Statuen der Athene itoma und 
des Zeus, soll auch im Wettstreit mit Alkaraenes eine Statue der Venus geschaffen 
haben, die er, da er in diesem Streit unterlag, durch Veränderung der Attribute zu 
einer vielgepriesenen Nemesis umarbeitete. 

A^ostino d' Antonio oder Agostino di Duccio, Bildhauer und Baumeister, 
geb. 1418 in Florenz, Schüler des Luca della Robbia, ein durch den kühnen, 
poetischen Schwung seiner Gestalten an Botticelli erinnernder Künstler, zog 1446 
nach Perugia, Wo er an der Fagade des Oratorio di San Bernardino (1461) einen 
reichen Eeliefschmnck in farbigem Marmor entfaltete, dessen Jnhalt eine Verherrlichung 
des heil. Bernhardinus ist, auch einen grossen Altar in Stein mit bemalten Terra- 
cotten in S. Domenico, ferner an der Fa^ade des Doms zu Modena 4 Reliefs. Auch 
die Porta di San Pietro in Perugia (1475 — 81) ist sein Werk, vielleicht auch am Ein- 
gang des dortigen Domes das Grabmal des Andrea Baglioni. 

Agostino und Angelo aus Siena, zwei Bildhauer und Architekten, Schüler des 
Giovanni Pisano, lebten in der 1. Hälfte des 14. Jahrb. Ihr Hauptwerk ist im 
Dom zu Arezzo. das für die Geschichte der Plastik so wichtige, umfangreiche Grab- 
mal des Bischofs Tarlati (f 1327) mit der Statue desselben und 16 Reliefs aus 
seinem Leben. Als Baumeister bauten sie in Siena di Porta Romana (1327) und 
Anderes. Von Agostino auch ein Marmorrelief im Oratorium von San Bernardino 
daselbst (1335). 

Agoty, s. Grautier, Edouard u. Jacques Fabien. 

Agrate, Marco, Bildhauer, der im 16. Jahrb. an der plastischen Ausschmückung 
der Certosa bei Pavia thätig war ; am bekanntesten durch seine Statue des geschundenen 
heil. Bartholomäus im Dom zu Mailand, mit der stolzen Inschrift „Non me Praxiteles, 
sed Marcus finxit Agrates" ein Beweis für die zu blosser Formgeschicklichkeit ent- 
artete Plastik. 

Agricola, Christian Ludwig, Maler, geb. 5. Nov. 1667 in Regensburg, f 1719 
daselbst, malte poetisch componirte Landschaften von warmer Färbung und guter 
Beleuchtung, aber auch Portrait-Bilder von ihm in vielen Galerien sehr zahlreich 
in Schwerin. 

Agricola, Ednard, Landschaftsmaler, geb. 1800 in Stuttgart, machte längere 
Studienreisen, lebte 18 Jahre in Italien und zog dann nach Karlsruhe. Er malte 
Landschaften und Küstenbilder aus Italien, vorhanden z. B. in den Museen zu Leipzig 
und Königsberg. 

Agricola, Filippo, ital. Maler, geb. 1776 in Urbino, t 1857 in Rom. Er 
bildete sich auf der Akademie von San Luca und war seit 1843 deren Direktor. Seine 
Bilder, meistens in der frostigen akademischen Weise der damaligen Zeit, sind kirch- 
lichen und mythologischen Inhalts. 

Agricola, Karl Joseph Alois, Maler und Kupferstecher, geb. 18. Okt. 1779 in 
Säckingen (Baden), f 15. Mai 1852 in Wien, bildete sich in Karlsruhe und seit 1798 
unter Füg er in Wien, wo er seinen Wohnsitz nahm. Er malte Miniaturportraits 
in Wasserfarben, aber auch Oelbilder und stach viele Blätter nach Raffael, Holbein, 
Nie. Poussin, Domenichino, Elzheimer, Füger u. a., dazu auch mehrere Lithographien. 
- Ahlborn, August Wilhelm Julius, Landschaftsmaler, geb. 11. Okt. 1796 in 
Hannover, f 24. Aug. 1857 in Rom, Schüler von Wach in Berlin, lebte von 1827—32 
in Italien. Er malte vorzüglich stilisirte Bilder der südlichen Natur, die durch ihre 
Naturwahrheit fesseln, copirte Gemälde von Schinkel, lieferte auch Portraits. Zu 
seinen besten Landschaften, meistens in den Schlössern Berlins und der Umgegend, 
gehören ein Blick auf die Tiberinsel, Grotta Ferrata im Albanergebirge, Ansicht von 
Amalfi in der Nat.-Gal. zu Berlin, eine Ansicht von Wernigerode und ein Blick von 
San Miniato auf Florenz. 



Ahlborn — Aizelin. H 

Ahlborn, Lea, geb. Lundgren, Medailleurin, geb. 1^20 in Stockholm, Schülerin 
ihres Vaters, eines Münzgraveurs, fertigte verdienstliche Medaillen auf Birger Jarl, 
Karl XTV., Johann König von Schweden, Berzelius, Jenny Lind u. a. 

Aiflfre, Raymond Ben^, Maler, geb. 26. Juli 1806 in Eodez (AvcjTon), 
t 18. Aug. 1867 in Paris, malte religiöse und allegorische Bilder. Besonderes Glück 
hatte er mit dem Bilde „Keine Kose ohne Dornen". Eins seiner besten Portraits ist 
das des Schriftstellers Gabriel Ferry im Museum zu Grenoble. 

Algen, Karl, Maler, geb. 1684 in Olmütz, f 22. Okt. 1762 in Wien. Von ihm 
2 Landscliaften mit Figurenstaffage im Hofmuseum zu Wien, auch Landschaften in 
der Galerie des Grafen Harrach das. und Genrebilder im Rudolfinum zu Prag. 

Aigner, Joseph Matthäus, Maler, geb. 18. Jan. 1818 in Wien, f 18. Febr. 1886 
daselbst durch Selbstmord, trat in das Atelier Amerling's (bis 1836) und wandte 
sich dann ausschliesslich dem Portrait zu, worin er bedeutenden Ruf erlangte. Wegen 
seiner Betheiligung an den politischen Unruhen von 1848 wurde er zum Tode verurtheilt, 
aber begnadigt und führte ein wechselvolles, unruhiges Leben. Zu seinen besten Portraits 
gehören das des Dichters Lenau, des Kaisers Franz Joseph, der Kaiserin Elisabeth, 
der Dichter Grillparzer und Halm, des Componisten Rubinstein, des Mediziners 
Oppolzer xmd die Portraits für das neue Künstlerhaus in Wien. Er machte auch 
Illustrationen zu Dornröslein und Aschenbrödel und zu Kinkel's „Otto der Schütz**. 

Aikman, TVilliam, schottischer Maler, geb. 24. Okt. 1682 in Cairney (Graf- 
schaft Aberdeen), f 7. Juni 1731 in London, begann die Malerei unter Giov. 
Battista Medina, ging aber 1707 nach Rom, bereiste auch den Orient, kehrte 
1712 nach Schottland zurück, malte in Edinburg zahlreiche Portraits und liess sich 
1723 in London nieder, wo er ebenfalls Portraits in Kneller's Manier malte. 

Ainemolo, Vincenzo, genannt il Bomano, Historienmaler aus Palermo, 
t nach 15.52, kam früh nach Rom, wo er, durch die Werke Raifael's beeiniäusst, 
dessen Nachahmer Avurde, so dass er in einer Kreuztragung in S. Maria la Nuova 
zr Neapel einige Figuren aus Raffael's Spasimo di Sicili<i wiederholte. Mehrere seiner 
Bilder von ausgebildetem Forraensinn und schönem Colorit im Mus. zu Palermo (das 
Martyrium der 40 Märtyrer), daselbst in San Domenico die Madonna del Rosario (1540), 
in S. Maria degli Angeli eine Vermählung der Maria, in San Pietro Martire eine 
Madonna mit dem Kinde und 5 Heiligen. 

Ainmiller, Max Emannel, Glasmaler, geb. 14. Febr. IS 07 in München, 
t 8. Dec. 1870 das., bildete sich auf der dortigen Akademie als Architekt und in der 
Porzellanmanufaktur zu Nymphenburg. Zunächst erhielt er vom König Ludwig den 
Auftrag, die Cllasmalereien im Dom zu Regensburg zu restauriren und in Folge dieser 
Arbeit so zahlreiche Aufträge, dass der König ein eigenes Gebäude für die Glas- 
malanstalt errichten liess, deren Inspektor A. wurde. Er vervollkommnete diesen 
Zweig der Kunst so, dass er Farbenglas in den allerverschiedensten Farbentönen 
herstellen konnte. Seine anderen bedeutendsten Schöpfungen sind Glasmalereien in 
der-Aukirche in München und im Kölner Dom, andere in Speier, Basel, London 
(Paulskirche), Glasgow u. a. Auch durch Bilder vom Innern gothischer und anderer 
Kirchen machte er sich bekannt, 5 dieser Art in der Nat-Gal. zu Berlin, 3 in der 
Neuen Pinakothek zu München, viele andere in Privatbesitz. 

Aiwasowskl, Iwan Constantinowitsch, russischer Marinemaler, geb. 17|29. Juli 
1817 in Feodosia, wo er seit 1847 als Hofmaler lebt, besuchte die Akademie in 
St. Petersburg unter dem Maler Tanneur, machte dann grössere Reisen, auch nach 
Italien und der Türkei und erregte besonders in Neapel Aufsehen durch sein ent- 
schiedenes Talent für Darstellung des bewegten Meeres und eigenthümliche, oft 
seltsame, auch effekthaschende Beleuchtung und seine Seeschlachten. 1844 kehrte 
er nach Russland zurück, begab sich aber noch mehrmals auf Reisen. Seine Haupt- 
bilder befinden sich im AVinterpalais, in der Eremitage ,und in der Kunstakademie 
zu St. Petersburg, im Rumjauzow'schen Museum in Moskau, in der Neuen Pinakothek 
zu München; fast unzählige andere, oft Effektbilder in Privatbesitz. Eins seiner 
misslungenen Bilder war 1874 der Durchgang der Israeliten, durchs rothe Meer. 

Aizelin, Eugene, Bildhauer, geb. 10, Juli 1821 in Paris, Schüler von Ramey 
und Dumont, widmete sich insbesondere der Darstellung anmuthiger weiblicher 
Figuren in naturalistischer Behandlung der Formen mit einer Mischung von Unschuld 
und Sinnlichkeit. Dieser Art sind z. B. Nyssia im Bade, Psyche mit einer Lampe 
(Museum des Luxembourg), eine besiegte Amazone (1875), Mignon, Statue des Tanzes, 
die Figur der Idylle an der Fafade der grossen: Oper; ausserdem auch einzelne 
Heiligengestalten in Pariser Kirchen und ideale Büsten. 



12 Ajdukiewcz — Alberti. 

AjdnkieTvicz, Tadeusz, Genremaler, geb. 1852 in Krakau, besuchte die Akademie 
in München und bildete sich unter Seitz, Wagner und Jos. Brandt, machte 
dann grössere Studienreisen im Orient und im südlichen Russland und liess sich in 
Wien nieder. Von ihm im Ruldolfinum in Prag ein Markt in Kairo (1884). 

Aken, Hieronymus ran, s. Bosch. 

Aken, Jan Tan, holländ. Zeichner und Eadirer, geb. 1G14, bUdete sich nach 
Saftleven, in dessen Geschmack er viele geistreiche Radirungen, grösstentheils 
Landschaften anfertigte. 

Akers, Benjamin Paul, Bildhauer, geb. 10. Juli 1825 im Staat Maine (Nord- 
amerika), t 21. Mai 1861 in Philadelphia, machte grosse Reisen in Europa und 
verweilte längere Zeit in Rom. Er schuf meistens Idealgestalten, unter denen sein 
Perlenfischer am meisten gerühmt wird. 

Akerström, Jonas, Maler, geb. 9. März 1759 in Helsingland (Schweden), 
t 25. Nov. 1795, besuchte die Akademie in Stockholm und kam 1788 nach Rom. 
Seine Bilder, z. B. Paris und Oenone, Venus und Amor u. a. sind manierirte 
Akademi'^iiguren. 

Akjaiow, Iwan Akimowitsch, Maler, geb. 22..Mai 1754 in Petersburg, f 15. Mai 
1S14, malte coloristisch schwache raytholog. und allegorische Gestalten, unter denen 
wohl Herkules, der sich auf dem Scheiterhaufen verbrennt (Akad. in St. Petersburg), 
die beste ist. 

Alaux, Jean, franz. Historienmaler, geb. 15. Jan. 1786 in Bordeaux, f 2. März 
1864 in Paris, Schüler von Vincent und Guerin, erhielt 1815 für das Bild „Briseis 
findet bei Achilleus den Leichnam des Patroklus" den römischen Preis, verweilte viele 
Jahre in Rom, wo er 1846 — 53 Direktor der franz. Akademie war und ebenfalls mytholog., 
aber auch religiöse Bilder malte. Mehrere grössere, die er im Auftrag des Königs 
Louis Philippe malte, in der Nationalgalerie zu Versailles, sowie parlamentarische 
Scenon im Saal der Generalstaaten. 

Alavoine, Jean Antoine, franz. Architekt, geb. 1776 in Paris, f 13. Nov. 1834 das., 
errichtete daselbst 1815 die später wieder abgebrochene Fontäne des Elephanten und 
das Postament der Reiterstatue Ludwigs XIV. auf der Place des Victoires, machte 
den ersten, nachher vom Architekten Duc veränderten Entwurf der Julisäule und 
restaurirte einige Kirchen. 

Alba, Macrino d', s. Macrino. 

Albacini, Carlo, römischer Bildhauer, geb. 1777, f 1858, ein geschickter 
Restaurator von Bildwerken, bekannt durch das im Auftrag der Kaiserin Katharina IL 
von Russland ausgeführte Denkmal des Rafael Mengs in der Peterskirche zu Rom. 

Albani, Francesco, Maler, geb. 17 März 1578 in Bologna, f 4. Oct. 1660 
daselbst, Schüler Calvaert's und besonders des. Lod. Carracci, arbeitete von 
1612 — 16. in Rom und kehi'te dann nach Bologna zurück. Er malte zahlreiche Altar- 
bilder, aber noch mehr in anmuthigen heiteren Landschaften, Gegenstände aus der 
Mythologie und der Schäferpoesie, wobei seine schöne zweite Frau und seine lieblichen 
Kinder die Modelle für die Amoretten und Engel bildeten. Unter seinen zahlreichen, 
in fast allen Galerien befindlichen Bildern sind zu nennen: in der Pinakothek zu 
Turin eine Taufe Christi, Salmacis und der Hermaphrodit und als seine bedeutendste 
allegor. Darstellung das Bild der 4 Elemente, im Palast Pitti eine heil. Familie 
mit 2 Engeln, in den Uffizien eine Flucht nach Aegypten, im Louvre mehr als 20 
Bilder, darunter namentlich Venus von Liebesgöttern geschmückt, in der Eremitage zu 
St. Petersburg eine Verkündigung, im Museum zu Dresden 10 Bilder, darunter der 
Amorettentanz beim Raube der Proserpina und eine Ruhe auf der Flucht nach 
Aegypten (ähnlich einem Bilde im Louvre). 

Albano, Salvatore, Bildhauer, geb. 29. Mai 1841 zvl Reggio in Calabrien, lebt 
in Florenz, wo er wegen seiner Bildwerke in hohem Ansehen stellt. In Neapel wurde 
er Schüler des Tito Angelini. Eine seiner ersten Arbeiten war eine Gruppe aus 
der Geschichte des Grafen Ugolino, dann folgten eine ideale Gruppe Thränen und 
Blumen, Moses, der in seinem Unwillen die Gesetztafeln zerbricht, Christus in 
Gethsemano (1865), Kalypso von Odysseus verlassen, der Volksführer Masaniello 
(1866), Statue des Kain, Gruppe aus Dante's „Inferno'', die vwlassene Ariadne (1870), 
der Publicist Gordon Bennett, ein Christus am Kreuj5 und zahlreiche allegor. Gestalten. 

Albe, Bacler d', s. Bacler d'Albe. 

Alberti, eine Künstlerfamilie aus Borge San Sepolcro, deren bedeutendste Glieder 
waren: 1) Alberto A., geb. 1525, f 1. Nov. 1598, Baumeister für Befestigungs- 
werke, von 1564—86 grösstentheils in Rom für die Mediceer beschäftigt, widmete 



Alberti — Albin. 13 

sich auch in seiner Vaterstadt der Holzschnitzerei. — 2) Alessandro A., Sohn 
von 1), geb. 9. März 1551, t 10. Juli 1596 in Rom, Freskomaler, arbeitete in seiner 
Vaterstadt, in Neai)el für Kirchen und Paläste und malte in Rom in der Sakristei 
von 8. Giovanni in Laterano. — 3) Cherub ino A., zweiter Sohn von 1), Maler und 
Kupferstecher, geb. 24. Febr. 1553, f 18. Okt. 1615 in Rom, Schüler von A g o s t i n o 
Carracci, wui-de in Rom Direktor der Akademie von San Luca, führte Malereien in 
zahlreichen Palästen und in Kirchen aus, war aber bedeutender als Kupferstecher 
nach Werken der beiden Zuccaro, Michelangelo, Raftael, Tibaldi u. a. — 4) Giovanni 
A., ebenfalls Sohn von 1), geh. 19. Okt. 1558, f 10. Aug. 1601, Prospektmaler, thätig 
in seiner Vaterstadt, in Mantua, Perugia und Rom. — 5) Dur ante A., Neffe von 
1), geb. 1538, t 1613 in Rom, wo er für verschiedene Kirchen malte. — 6)Pietro 
Francesco A., Sohn und Schüler von 5), geb. 1584, f 1638 in Rom, war Historien- 
maler und Radirer. 

Alberti, Giuseppe, Maler, geb. 1664 zu Cavalese im südlichen Tirol, f 1730 
daselb.st, bildete sich in Venedig und in Rom und Hess sich in Trient nieder, wo er 
kirchliche Bilder malte, darunter als das bekannteste das Martyrium des Knaben 
Simon v. Trient (Ferdinandeum in Innsbruck). 

Alberti, Leo Battista, italienischer Architekt, Maler, Musiker und Dichter, 
geb. 18. Febr. 1404, Avahrscheinlich in Venedig, f 1472 in Rom, von seinen Zeit- 
genossen ein encyklopädischer Mensch genannt, gründlicher Kenner des klassischen 
Alterthums und ein Begründer des Renaissancestils, der die altrömische Architektur 
auf die moderneu Bedürfnis.se anwandte. Seine Hauptwerke sind in der Architektur, 
die nach seinem Entwurf von Matteo da Pasti errichtete Kathedrale in Rimini(1447), 
in Florenz der Choranbau v. SS. Auuuuziata (1451), der Palast Rucellai (1451—55), 
und die Fagade von S. Maria Novella (um 1470), in Mantua die originelle Kirche 
S. Sebastiane (1460) und die noch 1472 von ihm begonnene Kirche S. Andrea. Von 
grosser Bedeutung ist er durch seine Schriften „De re aedificatoria", das Resultat 
seiner Studien und bauliehen Theorien (zuerst 1485 gedruckt, dann 1550), sein 
Lehrgebäude über Malerei „De pictura" (1540) und seine Abhandlung „Della statua" 
(erschienen 1782). Seine kleineren kuusttheoretischen Schriften, herausgep-eben von 
Jauitschek (1877); seine Biographie von Mancini (1883). 

Albertinelli, Mariotto, Maler, geb. 13. Oct. 1474 in Florenz, f 5. Nov. 1515 
daselbst, Schüler von Cosimo Rosselli, beeiuflussi von seinem Mitschüler Fra 
Bartolommeo, mit dem er eine Himmelfahrt Maria (Museum in Berlin) malte. Seine 
eigenen Hauptwerke sind eine Heimsuchung (1506, in den Uffizien), eine Kreuzigung 
(Fresko in der Certosa bei Pavia) eine Verkündigung (Akademie in Florenz), Madonna 
mit dem Kinde und den heil. Hieronymus und Zenobius (1506, im Louvre), eine 
Verkündigung (Pinakothek zu München) und namentlich ein reizendes kleines Triptyehon 
(1500) im Museum Poldi-Pezzoli in Mailand. 

Alberto di Arnoldo, Baumeister und Bildhauer in Florenz, Schüler des Andrea 
Pisano, war einige Jahre Dombaumeister daselbst und fertigte eine 1364 vollendete 
kolossale Madonna mit 2 Kandelaber tragenden Engeln in der Loggia del Bigallo 
in Florenz. 

Albertolli, Giocondo, Maler und Bildhauer, geb. 24. Juli 1742 in Lugano, 
t 6. Nov. 1825 in Mailand, zeichnete sich besonüers in der Ornamentik aus und war 
hierin von 1776—1812 Professor an der Akademie in Mailand. In dieser Kunst schmückte 
er das Innere des dortigen Palazzo reale, die Villa reale in Monza, baute auch die 
Villa Melzi (1810 — 15) am Corner See. Selten sind seine Gemälde. 

Albertoni, tJiovanni, ital. Bildhauer, geb. 28. Nov. 1806 in Varallo, f 1887, 
machte seine Studien in Mailand, Turin und Rom, arbeitete dort 16 Jahre in 
T h r w a 1 d s e n ' s Atelier, bis er nach Turin zurückberufen Avurde. Hier schuf er 
als eins seiner bedeutendsten Werke das Grabdenkmal der Königin Maria Christina 
in Haute Combe (Savoyen) und in Turin die Statuen des Philosophen Gioberti, des 
Generals Bava, des Mathematikers Lagrange und zahlreiche Grabdenkmäler, alle- 
gorische und Portraitstatuen, die nach Russland, England und Amerika kamen. 

Alberty, Jacob, Bildschnitzer, geb. 14. Oct. 1811 in Berlin, Schüler der dortigen 
Akademie unter Wichmann, schuf die Büste des russischen Kaiserpaares Nikolaus 
und Alexandra Feodorowna (1834), eine Madonna mit dem Kinde aus Lindenholz, das 
Relief einer Kreuzabnahme, die 12 Apostel nach Peter Vischer für die Kirche in 
Sakrow, Statuen von Moses und Christus für Memel u. a. 

Albiu, Eleazar, eigentlich ein Deutscher Namens Weiss, Zeichner und 
Radirer, thätig in England um 1720—40, gab 1720 eine reich illustrirte Geschichte 



14 Albini. — Alesio. 

der englischen Insekten heraus uml eine Naturgeschichte der Vögel mit 306 
Tafeln. 

Albini, Alessaadro, ital. Maler der Schule der Carrarci, geh. um 1568 in 
Bologna, f um 1646 das., malte oft mit seinen Lehrern und Mitschülern in den 
Kirchen und Palästen seiner Vaterstadt, am besten wohl von ihm in der dortigen 
Pinakothek ein Petrus als Märtyrer vor den Heiligen Agnes, Catharina und Cäcilia. 

Alboni, Paolo, ital. Landschaftsmaler, geb. 1671 (oder 1650) in Bologna, 
f 5. Sept. 1734, bildete sich nach niederländischen und deutschen Landschaftsmalern 
zu einem mittelmässigen Künstler; musste mit der linken Hand malen. Bilder von 
ihm meistens in seiner Vaterstadt. 

Albrecht, Balthasar, Augustin, Maler, geb. 1687 in Berg am Starnberger 
See, t 1. Aug. 1765 in München, war hier Hofmaler und Galerieinspektor. Ziemlich 
unbedeutende "Werke von ihm in der Galerie in Schieissheim und in einigen 
bayerischen Kirchen. 

Albrier, Joseph, Maler, geb. 4. Okt. 1791 in Paris, f 1863 das., Schüler von 
R e g n a u 1 1 , malte in dessen kalter, gezierter Weise Nymphen, Grazien und andere 
weibliche Gestalten. Mehrere Bilder von ihm in der Galerie von Versailles. 

Aldegrever, Heinrich, Maler, Goldschmied und vorwiegend Kupferstecher, als 
solcher einer der sog. Kleinmeister, geb. 1502 in Paderborn, f nach 1555 in Soest, 
Schüler und Nachahmer Albr. Dürer 's. Von seinen Stichen gibt es fast 300, die 
Geschichten aus der Bibel, der Mythologie, allegorische und sinnbildliche Darstellungen 
enthalten, z. B. die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus und vom 
barmherzigen Samariter, auch Hochzeitstänze und Festzüge, alle gewandt in der Be- 
handlung, aber trocken wie seine OelbUder. Von letzteren gibt es als sicher nur einen 
dornengekrönten Christus (1529, Rudolfinum in Prag) und einige Portraits. Von 
grossem Werth sind seine Ornamentstiche. ' 

Aldenrath, Heinrich Jakob, Maler und Lithograph, geb. 17. Febr. 1775 in 
Lübeck, t 25. Febr. 1844 in Hamburg, arbeitete viel mit seinem Freunde Fr. Karl 
Gröger, mit dem er auch mehrere Reisen machte. Er malte Portraits für den 
dänischen Hof und Hess sich dann mit Gröger in Hamburg nieder, wo er ebenfalls 
Portraits malte. 

Aldi, Pietro, ital. Maler, geb. 1853 in Mauriono (Provinz Grosseto), f 18. Mai 
1888 das., gehörte mit Vanni, Maccari u. a. der sienischen Schule von Mussini an, 
begründete seinen Ruf durch das grosse Bild einer Episode aus der Belagerung von 
Siena, brachte dann noch ein Bild des Papstes Gregor VII. und Judith, die dem 
Volke das Haupt des Holofornes zeigt, malte auch Fresken im Palazzo pubblico zu Siena. 

Aldovrandini, Tommaso, ital. Architekt und Prospektmaler, geb. 21. Dec 1653 
in Bologna, f 23. Okt. 1736, Schüler vonCignani. Er dekorirte in Parma Turin, 
Genua, Prag, Wien und anderen Städten Paläste und Kirchen mit perspektivischen Fresken. 

Aleman, Jorge Fernandez, Bildhauer, Deutscher von Geburt, vollendete 1526 
mit seinem Bruder Alexo Fernandez den prachtvollen vergoldeten Hochaltar im Chor 
der Kathedrale von Sevilla. 

Alemanno oder Allamagna, Justus de, Deutscher von Geburt Maler, lebte 
in Italien um die Mitte des 15. Jahrb., malte 1451 im Kreuzgang von S. Maria di 
Castello in Genua mit Wasserfarben eine Verkündigung im Stil der altdeutschen Maler 
jener Zeit. 

Alemanno, Pietro, ital. Maler aus Ascoli Piceno in der 2. Hälfte des 15. Jahrh., 
Schüler und mittelmässiger Nachahmer von Carlo Crivelli. Mehrere Bilder aus 
der biblischen Geschichte in den Kirchen und im Seminar seiner Vaterstadt. 

Alenza, Leonardo, Maler und Radirer, geb. 6. Nov. 1807 in Madrid, f 30. Juni 
1845 das., Schüler von Don Juan Ribera und Madrazo, bildete sich namentlich 
j^jLch Goya. Er malte trefflich colorirte Bilder aus dem spanischen Volksleben und 
Portraits (im Museum de la Trinidad zu Madrid), auch Skizzen in Bleistift und Aquarelle. 

Aleotti, Giovanni Battista, von seinem Geburtsort auch Ar genta (bei 
Ferrara) genannt, Baumeister, geb. um 1546, f 9. Dez. 1636 in Ferrara, Schüler 
P a 1 1 a d i 's , ein geschickter Festungsbaumeister, der 22 Jahre im Dienst des Herzogs 
Alfonso II. von Este stand. Er baute nach Art der antiken Amphitheater das einst 
hochgepriesene Teatro Farnese in Parma, war besonders als Ingenieur und Wasser- 
baumeister in vielen Städten Oberitaliens beschäftigt, verfasste auch mehrere 
Schriften über Architektur. 

Alesio, Matteo Perez de, Maler, geb. um 1547 in Rom, f 1600, Schüler von 
Michelangelo, kam 1583 nach Spanien und Hess sich in Sevilla nieder, wo er 



Älessi — Alg-ardi. 15 

iu der Kathedrale einen kolossalen heil. Christoph in Fresko (vollendet 1584) malte, 
den er in einer anderen dortigen Kirche wiederholte. Sein zweites grösseres Werk 
ist für den Hauptaltar der Kirche Santiago el viejo der Kampf des heil. Jakobus 
gegen die Mauren in der Schlacht bei Clavijo, ein Werk von ebenso grossartiger 
Zeichnung. Später soll er nach Amerika gegangen sein und in einem Kloster zu 
Lima ein Freskobild des von Kirchenlehrern umgebenen heil. Augustinus gemalt 
haben. Man hat auch mehrere Radirungen von ihm. 

Alessi, Galeazzo, Architekt, geb. 1512 in Perugia, f 30. Dec. 1572, eiuer 
der Begründer der Barock-Architektur, bildete sich seit 1536 in Rom, wo er Schüler 
des Giovanni Battista Caporali und mit Michelangelo befreundet wurde, 
kehrte 1542 nach Perugia zurück und kam 1549 nach Genua, wo er den Bau der 
Kirche S. Maria di Carignano begann und zahlreiche Paläste baute, z. B. Cambiaso, 
Spinola, Giorgio Doria, Adorno u. a. Ausserhalb Genuas errichtete er auch einen 
Palast in Castigiione am Trasimenischeu See und mehrere Gebäude in Perugia. 

Alexander, William, engl. Aquarellmaler, geb. 10. April 1767 in Maidstone, 
t 23. Juli 1816 daselbst, kam 1784 auf die Akademie in London, ging 1792 mit 
einer Mission des Lord Macartuey nach China, wo er zahlreiche landschaftliche Skizzen 
machte, die theils 1797 in George Staunton's Bericht über diese Gesandtschaft 
erschienen, theils 1798 von ihm selbst herausgegeben wurden. 1794 kehrte er zurück, 
illustrirte Barlow's „Reisen in China" und unter anderen Werken auch- Britton's 
„Architectnval Antiquitie.^'' , gab die schönsten Gegenden Englands und 1795 — 1805 
eine Sammlung seiner Radirungeu über Chinesisches Leben heraus. 

Alexejew, Feodor Jakowlewitsch, russ. Architekt und Architekturmaler, geb. 
1757 in St. Petersburg, f 1824 daselbst. Schüler der dortigen Akademie, ging 1774 nach 
Venedig, war 1779— 1787 in St. Petersburg Theaterdekorationsmaler und malte zahlreiche 
Gegenden aus dem von ihm besuchten Südrussland. Auch für den Kaiser Paul malte 
er Gegenden ans dem südlichen Russland und aus Moskau, Städtebilder nach der Weise 
Canaletto's, dessen Bilder er öfter copirte. Eine reiche Sammlung seiner Moskauer 
Zeichnungen in der Eremitage zu St. Petersburg. 

Alexy, Karl, ungarischer Bildhauer, geb. 1823 in Poprad in der Zips, Schüler 
der Akademie in Wien, bereiste 1843 Deutschland, 1845 Italien und Frankreich, war 
1849—52 in Pest gefangen, ging nach London, kehrte erst 1861 nach Ungarn zurück 
und wurde Professor der Modellirkunst in Budapest. Seine Werke sind meistens Ideal- 
gruppen. 

Alfaui, Doinenico, ital. Maler, geb. 1483 in Perugia, f nach 1553, Mitschüler 
Raffael's unter Per ugino, wurde 1510 in die Meisterzunft zu Perugia aufgenommen. 
Eins seiner frühesten Bilder ist in der dortigen Pinacoteca Vannucci eine heil. 
Jungfrau thronend zwischen dem heil. Gregor und Nikolaus, sodann ein Freskobild 
in S. Francesco zu Bettona bei Perugia ^tind in S. Antonio zu Diruta, Bilder von 
grosser Lieblichkeit der Gestalten. Noch voll von Raffaelischen Reminiscenzen ist 
auch in der genannten Pinakothek eine Anbetung der Könige (1524), dagegen mehr 
in der Weise der späteren Florentiner eine Madonna von Engeln umkränzt mit den 
Heiligen Petrus, Paulus, Nikolaus und Lucia (1524 ebendaselbst), als sein schönstes, 
fleissigstes Werk eine Madonna mit Engeln, gefeiert von den Heiligen Gregor und 
Nikolaus und aus dem Jahre 1532 eine an A. del Sarto erinnernde Madonna. 

Alfaui, Orazio, Sohn des Vorigen, Maler, geb. 1510, f 1583 in Rom. Von 
ilun, der in der Malerei seinem Vater nachsteht, eberualls in der Pinacoteca Vannucci 
zu Perugia eine in der Zeichnung schwache Enthauptung Johannes des Täufers und 
eine Disputation mit den Schriftgelehrten, in S. Pietro Fuori daselbst eine farben- 
reiche Auferstehung (1548) und Petrus, vom Engel befreit, heilt den Lahmen (1556). 

Alfleri, Aurelio, Kupferstecher, geb. 7. Okt. 1800 in Mailand, Schüler von 
L n g h i auf der dortigen Akademie der Brera, wurde dort Lehrer der Kupferstecher- 
kunst und zog 1855 als Lehrer der Kunstschule nach Pavia. Seine Stiche, sorgfältig 
und treu nach den Originalen durchgeführt, sind nach plastischen Werken von Marchesi, 
Fraccaroli, Giovanni Dupre, Vela u. a., sowie nach Gemälden von Lionardo da Vinci, 
Luini, Bronzino, Dom. Ghirlandajo, Pietro da Cortona, Hayez u. a. 

Al§rardi, Alessaudro, Bildhauer, geb. 1602 in Bologna, f 10. Juni 1653, Schüler 
des L d. C a r r a c c i und des unbedeutenden Bildhauers CesareConventi, ging 1622 
nach Mantua, wo er kleine Elfenbeinschnitzereien und Modelle für Silber- und Bronze- 
arbeiten machte und die antiken Münzen und Gemmen studirte. Von da ging er nach 
der Erstürmung Mantua's 1630 nach Rom, wo er als sein erstes, durchschlagendes 
Werk eine Kolossalstatue des heil. Philippus Neri für die Kirche S. Maria della 



2ß Alianiet — Allan. 

Vallicella schuf, die eine Gruppe der Enthauptung des Paulus in S. Paolo zu Bologna 
-und einen Genius des Schlafes aus schwarzem Marmor (Villa Borghesi) zur Folge 
hatte. Dazu kamen in Rom die Erzstatue Innocenz' X. im Palast der Konservatoren, 
das Grabmal Leo's XI. und als sein berühmtestes Werk, mit dem er gegen 
Bernini in die Schranken trat, das grosse Relief der Vertreibung des Attila durch 
den Papst Leo I. (1648, Peterskirche), das zwar alle Erfordernisse der Plastik ver- 
leugnet, aber technisch meisterhaft ist. Ausserdem eine gewaltige Menge von 
Grabdenkmälern, Reliefs, Büsten und Kindergestalten, (ein knieendes Christuskind 
in der Glyptothek zu München) und andere Bildwerke namentlich in Spanien. Unter 
seinen dekorativen und architektonischen Werken sind zu nennen das Casino der Villa 
Porafili, die Facade der Kirche S. Ignazio zu Rom, und das Prachtstück der Kapelle 
Franzoni in S. Carlo zu Genua (um 1650). 

Aliamet, Jean JacqueSj franz. Kupferstecher, geb. 30. Nov. 1726 in Abbeville, 
t 29. Mai 1788 in Paris, Schüler von Le Bas, stach besonders mit der kalten Nadel 
Landschaften, aber auch Historienbilder von gewandter Zeichnung und richtiger 
Perspective, viel nach Berchem, Hackert, Aart v. d. Neer, Joseph Vernet u. a. Auch 
sein Bruder Fran^ois Germain A., geb. 1734 in Abbeville, f um 1787, Schüler 
und Gehilfe von Strange in London, war ebenfalls Stecher nach Ann. Carracci 
und nach französischen Malern. 

Aliberti, Giovanni Carlo, ital. Maler, geb. 1680 in Asti, f um 1740, malte 
viele Fresken in den Kirchen seiner Vaterstadt, in Pavia, Alessandria untl anderen 
Städten Oberitalieus. 

Alibrandi, Oirolamo, Maler, geb. 1470 in Messina, f 1524 daselbst an der Pest, 
schloss sich in Venedig dem G i o r g i o n e an und bildete sich inMailand nach L i o n a r d o 
da Vinci, Avie in Rom nach Raffael, daher der Raffael von Messiua genannt. 
Sein Hauptwerk ist das grosse, sehr gepriesene Altarbild einer Darstellung im Tempel 
(,1510), jetzt in San Niccolö zu Messina, ein Bild von tüchtiger Zeichnung und 
Gruppirung, das die Schule von Raffael, Lionardo und Giorgione in sich vereinigt. 

Aligni, Claude F^lix Theodore, Caruelle d', Landschaftsmaler und Radirer, 
geb. 24. Jan. 1798 in Chaumes (Dep. Nievre), f 25. Febr. 1871 in Lyon, Schüler 
von R e g n a u 1 1 und W a t e 1 e t in Paris, malte historische Landschaften, von grosser, 
strenger Composition, aber grellem, allzu buntem und hattem Colorit. Es sind 
meistens südliche Motive (aus der römischen Campagua) mit Architektur und nach 
der Weise Poussiu's oft mit mytholog. Staffage. Unter seineu zahlreichen Bildern 
sind die bedeutendsten: Der gefesselte Prometheus (im Luxembourg), andere in den 
Museen zu Rennes, N ntes, Bordeaux, Caen, in St. Etienne du Mont in Paris. 1845 
gab er 10 Radirungen aus dem von ihm besuchten Griechenland heraus. 

Alippi-Fabretti, Qalriua, ital. Malerin, geb. 16. Dec. 1849 in Urbino, bildete 
sich in Rom und unter Moretti in Perugia, heirathete 1877 das. den Prof. Ferd. 
Fabretti, copirte in Perugia mehrere Bilder nach Porugino und Pinturicchio, malte 
auch eigne Engelliguren und Innenbilder aus dem Cambio und S. Francesco del Prato 
in Perugia. 

Alix, Pierre Maria, Kupferstecher, geb. 1752 in Honfleur, t 1819 in Paris, 
wo er seit 1780 in Aquatinta-Manier und in Bunilruck arbeitete. Unter seinen 
Stichen verdienen genannt zu werden mehre. Brus/toilder nach Garneray. 

Alkamenes, griech. Budhauer una Erzgiesser, wahrscheinlich aus Lemnos, 
blühte in der 2. Hälfte des 5. Jahrh. v. Chr., der bedeutendste Schüler des Phidias, 
arbeitete in Marmor, Gold und Elfenbein, schuf in der Weise seines Lehrers vorzugs- 
weise Götterbilder, unter denen eine im Wettstreit mit Agorakritos entstandene, 
marmorne bekleidete Aphrodite luit dem Beinamen „In den Gärten" (bei Athen) die 
berühmteste war, ebenso ein Hephaestos in Athen und ein für kanonisch erklärter 
Sieger im P'austkampf. Er ist auch der Schöpfer der 1879 in Bruchstücken auf- 
gefundenen Statuen am westlichen Giebel des Zeu.stempels zu Olympia, darstellend den 
Kampf der Centauren und Lapithen. 

Altais, Jean Alexandre, Kupferstecher in Aquatinta- und Linienmamer, 
geb. 29. März 1792 in Paris, f 9. Nov. 1850, Schüler von Massard und Fossoyeux, 
stach zahlreiclie Blätter nach Gemälden von Cignaui, Horace Vernet, Dubufe, Roberl- 
Fleury, Schopin, de Keyser und viele nach Jacquand, auch die Mona Lisa nach 
Lionardo da Vinci. Sein Sohn und Schüler Prosper Paul Ernest A., geb. 
i;3. April 1827, ist ebenfalls Kupferstecher in Linien- und Aquatintamanier. 

Allan, David, schottischer Maler, geb. 13. Febr. 1744 in Alloa bei Edinburg, 
t 6. Aug. 1796 in Edinburg, besuchte die Akademie in Glasgow, erhielt für sein 



Allan — Allen. 17 

noch ganz im akademischen Stil gehaltenes Bild der Ursprung der Malerei 1773 
(National-Gal. in Edinburg) den ersten Preis der Akademie von San Luca, kehrte 
1777 von Rom zurück und liess sich 1780 in Edinburg nieder. Er malte Portrait.s 
und meist in Wasserfarben Scenen aus dem schottischen Volksleben, die ihm den 
Beinamen ,,Der schottische Hogarth" zuzogen, illustrirte Tassie's Gemmen-Katalog 
und in Aquatintastichen Allan Ramsay's Dichtung „The Gentle Shepherd". Viele 
seiner Bilder in der Galerie zu Edinburg. 

Allan, Sir TVilliam, Historienmaler, geb. 1782 in Edinburg, "f 23. Febr. 1850 
daselbst, besuchte die dortige Akademie und bildete sich namentlich nach p i e, so in 
seinem ersten Bilde : Ein Zigeunerknabe mit einem Esel. Dann ging er nach St. Peters- 
burg, bereiste Russland, die Türkei und die Tatarei, wo er das Leben der Kosacken 
und Cirkassier studirte. Nach seiner Rückkehr malte er in England zunächst der- 
gleichen Stofle, und später Bilder aus der schottischen Geschichte, z. B. die Er- 
mordung des Erzbischofs Sharp, Abdankung der Königin Maria von Schottland (1824), 
denen dann nach neuen Reisen in Italien, Griechenland und Spanien mehrere in 
Edinburg entstandene Bilder folgten. Eins seiner spätesten Werke war die viel 
bewunderte Schlacht bei Waterloo (1843). 

Allar, Andre Joseph, Bildhauer des 19. Jahrb., geb. in Toulon, Schüler von 
Danton, Guillaume und C a v e 1 i e r, schuf Bildhauerwerke, namentlich Reliefs, 
von geistreicher Auffassung und lebensvollem Ausdruck, z. B. Hecuba, die den 
Leichnam ihres Sohnes Polydorus findet, ein Relief der Traum des Dichters, die 
Gruppe der Abschied der Alceste (1879). 

Allasseur, Jean Joles, Bildhauer, geb. 1. Juli 1818 in Paris, Schüler von 
David d' Angers und der Ecole des beaux-arts. Auf sein erstes erfolgreiches 
Werk, der aus dem Wasser gerettete Moses (in Marmor 1859), folgten Portrait- 
statuen und allegor. Bildwerke für öffentliche Denkmäler, z. B. Bronzestatue des 
Dichters Rotrou (1866 in Dreux), der heil. Joseph und der heil. Karl Borromäus (in 
der Kirche St. Etienne du Mont in Paris), die Flussfischerin u. A. 

Alleb^, Augustns, Maler, geb. 19. April 1838 in Amsterdam, widmete sich als 
trefflicher Colorist ausschliesslich der Malerei aus dem holländischen Volksleben, 
worin er für mehi-ere Bilder Preise erhielt, z. B. früh zur Kirche (1861),- Besuch 
am Wochenbett (Thierstück 1866). Er lebt in Brüssel. 

Allegrain, Etienne, Landschaftsmaler und Pa,dii'er, geb. im März 1644 in 
Paris, t 1-. April 1736 das., war Maler des Königs und seit 1677 Mitglied der 
Akademie. Landschaften von ihm im Louvre zu Paris und in den Museen von Dijon, 
Tours und Versailles. — Sein Sohn und Schüler Gabriel A., geb. 25. Febr. 1679, 
t 1748, war ebenfalls Landschaftsmaler, dem Vater nachstehend. — Des Letzteren 
Sohn Gabriel Christophe A., Bildhauer, geb. 11. Oct. 1710 in Paris, f 17. April 
1795, Schwager des bekannten Bildhauers Pigalle, bildete anmuthige Idealfiguren 
und mythologische Gestalten, aber von manierirter Haltung. 

Allegrl, Antonio, s. Corregglo. 

Allegri, Poinponio, Maier, Sohn und Schüler des Antonio A. geb. 1521 in 
Correggio, f 27. Juni 1590, als Maler seinem Vater sehr nachstehend, und in seinen 
Bildern ihm nicht sehr ähnlich. Von seinen Fresken in Parma hat sich nur Weniges 
erhalten, in der dortigen Pinakothek eine manierirte Madonna mit dem heil. Johannes 
und 2 Engeln. 

Allegrini, Francesco, ital. Maler, geb. 1587 in Gubbio, f 1663 in Rom, Schüler 
des C a v a 1 i e r e d' A r p i n o, führte in Rom, in seiner Vaterstadt, in Savona und Genua 
ziemlich oberflächliche Wandmalereien aus, geläufiger sind einige Altarbilder yon 
ihm in den genannten Städten. 

Allemagna, Giovanni d', s. Johannes Alaniannus. 

Allemand, Fritz V und Allemand, Sigmund, s. L'AlIemand. 

Allemand, Louis Uector Francois, Landschaftsmaler, geb. 5. Aug. 1809 in 
Lyon, widmete sich erst mit 30 Jahren der Kunst und zeichnete mit Kohle und mit 
der Feder, malte in Tusch und Aquarell in der Umgegend seiner Vaterstadt und 
machte in Frankreich, England und Holland Studienreisen, die eine Reihe trefflich 
gestimmter Landschaften zur Folge hatten. Als Dilettant beschäftigte er sich auch 
viel mit Radiren. — Sein Sohn Gustave A., geb. zu Lyon, Schüler vonCabanel, 
malte gut colorirte, trefflich beleuchtete Landschaften, auch das Innere einer Kirche 
von schöner Lichtwirkung. 

Allen, Joseph William, engl. Landschaftsmaler, geb. 1803 in Lambeth (London), 
t 26. April 1852, anfangs Dekorationsmaler für Theater, später tüchtiger Landschafts- 

Allgemeiues EttnsUer-Lczicon. 5. Aufl. 1. Band 2 



18 Allers - AUori. 

maler von Darstellunigren aus dein nördlichen Wales, Cheslüre und Yorkshire ia 
schlichtem, idyllischem Charakter. Er machte sich sehr verdient um die Errichtung 
der Gesellschaft der britischen Künstler. 

Allers, Christian Wilhelm, Zeichner und Maler, geh, G. Aug. 1857 in Hamburg, 
besuchte schon seit 1869 die dortige (rewerbeschule, war anfangs als Lithograph 
thätig, und ging dann nach Karlsruhe, wo Ferd. Keller, Gude und Poeckh 
seine Lehi-er wurden. Mit letzterem machte er 1880 eine. Studienreise, der später 
andere Reisen nach Holland, England, Schweden und Italien folgten. Die auf diesen 
Reisen gemachten Studien und Skizzen gab er mit Darstellungen aus dem bürger- 
lichen Leben seiner Vaterstadt in einer Mappe heraus. Sie verrathen scharfe Be- 
obachtung, sind voll Humor und von trefflicher Charakteristik. Solche fast alle 
Jahre erscheinende Mappen, in denen er auch das Treiben hinter den Coulissen von 
Cirkus und Theater schildert, sind: Cii'kus Renz, Hambui-ger Bilder, Bunte Welt, 
Spree-Athener, die Hochzeitsreise durch die Schweiz, der Klub Eintracht, (Nat.-Gal. 
in Berlin), die silberne Hochzeit^ sämmtlich in photographischen Nachbildungen er- 
schienen. Er lebt in Karlsruhe. 

Allgeyer, Julius, Kupferstecher, geb. 1829 zu Haslach in Baden, Schüler von 
Joseph Keller in Düsseldorf, lebte von 1856—60 in Rom imd Hess sich in 
Karlsruhe nieder. Er stach nach Heinemann, 2 Bilder nach A. Eeuerbach, Guido 
Reni und dem Tyroler Flatz. 

Allier, Antoine, franz. Bildhauer, geb. 6. Dec. 1793 in Embrun (Dep. Hautes 
Alpes), t 27. Juli 1870 in Paris, ging 1815 vom Militärstand zur Kunst über und 
folgte als Schüler von Gros der akademischen Richtung. Auf sein erstes Werk (1822) : 
Der sterbende Matrose, folgten Porti*aitbüsten, eine Statue der Ariadne und eine der 
allegor. Statuen im Corps legislatif in Paris. 

Alliugham, Helen, geb. Paterson, engl. Genremalerin, geb. 26. Sept. 1848 
in Burton upon Trent (Staffordshire), besuchte die Zeichenschule in Birmingham 
und seit 1SG7 die Akademie in London. Seit 1874 vermählt mit dem Dichter William 
Allingham, malte sie meistens in Aquarell Genrebilder von grosser Wahrheit und 
Naivetät und sorgfältiger Ausführung z. B. Junge Kunden, der Garten des Chelsea- 
Hospitals, Badeplatz, Gefährlicher Boden, das Milchmädchen u. a. in der Dudley- 
Galerie. Sie ist auch geschickt in Illustrationen für den Holzschnitt in mehreren 
Zeitschriften. 

Allio, Donato Feiice d', Architekt, geb. zu Wien gegen das Ende des 17. Jahrb., 
Schüler von Job. Beruh. Fischer von Er lach, baute 1717—30 daselbst die Kirche 
der Salesianerinuen in Barockstil. Von ilun auch der mächtige Entwurf zum Stiftsbau 
in Klosterneuburg, 1730 begonnen, aber 1750 liegen gelassen. 

Alloui, Thomas, Architekt und Landschaftsmaler, geb. 13. März 1804 in 
London, f 21. Oct. 1872 in Barnes (Grafschaft Surrey), Schüler von Francis 
Goodwin und der Akademie in London, machte für .seine Kunst grössere Reisen, 
stellte oft architektonische Pläne aus, baute mehrere Kirchen und erlangte namentlich 
einen Ruf durch seine Landschaften aus England, Schottland, Belgien, Kleinasiou 
und China, oft mit historischer Staffage. 

Allonge, Auguste, franz. Landschaftsmaler und Zeichner, geb. 19. März 1833 
in Paris, trat 1852 in die Ecole des beaux-arts und bildete sich unter Forestier und 
LeonCogniet. Mit 1855 stellte er seine Bilder aus, insbesondere Kohlezeichnungen 
aus französ. Gegenden von malerischem Charakter, aber auch Stimmungslandschafteu 
und Mariuebilder. 

Allori, Alessandro, nach seinem Oheim auch A. Bronzino genannt, Maler 
der ilorentiuischeu Schule, geb. 3. Mai 1535 in Florenz, f 22. Sept. 1607 das., arbeitete 
in seiner Vaterstadt und schon seit seinem 19. Jahre in Rom, wo er Schüler Michel- 
angelo'« wurde und kirchliche Bilder und Portraits malte.. Dahin gehören Fresken 
in SS. Anuuuziata (Das Jüngste Gericht), in S. Maria Novella u. a. Kirchen, als sein 
bestes Bild dieser Art eine Darstellung der Maria im Tempel (1592, Dom in Lucca), 
auch in Palästen Bilder aus der Mythologie und der Geschichte der Heroen. Dazu 
kommen noch zahlreiche Portraits. 

Allori. Angiolo, s. Itrouziuo. 

Allori, Christofano, Maler, geb. 17. Okt. 1577 in Florenz, f 1621, Sohn und 
Schüler des Vorigen, bildete sich aber mehr nach Cigoli, einer der be.sten Meister 
seiner Zeit, von edler Originalität und schönem Colorit. Das geistvollste Bild von 
ihm ist eine Judith mit dem Haupt des Holoferues (Palast Pitti in Florenz, Wieder- 
hohiiii,'- im Hofmuseum zu Wien); fast ebenso vorzüglicji seine Isabella von Aragonien 



Allston — Alsloöt. 19 

zu den Füssen Karls VIII. (im Louvre), und unter seinen vielen Portraits auch sein 
eignes (in den Uffizien). 

AUstou, Washington, amerikan. Maler und Dichter, geb. 5. Nov. 1779 auf 
einer Pflanzung in Süd-Carolina, f 8. Juli 1843 in Cambridge (Massachusetts), be- 
suchte die Universität in Boston und ging 1801 nach London, wo er auf der Akademie 
Schüler von Benjamin West wurde. Dann besuchte er Paris und Italien, lebte 
mehrere Jahre in Rom, kehrte zwar 1809 nach Amerika zurück, nahm aber schon 
1811 seinen Wohnsitz in London, wo sein erstes grösseres Bild, Elias erweckt einen 
Todten erschien, das ihm den grossen Preis der British Institution einbrachte und 
von der Pennsylvanischen Academie erworben wurde. 1818 kehrte er nach Boston 
Zurück, wo er Mitglied der Royal Akademy wurde. Unter seinen übrigen, meistens 
alttestamentlichen Bildern sind die bedeutendsten: Elias in der Wüste, der Prophet 
Jeremias, die Hexe von Endor, Mirjam's Gesang und dag Fest Belsazar's. Mehrere 
seiner Portraits in der National-Portraitgalerie zu London. Von seinen poetischen 
Arbeiten sind die wichtigsten die „Sylphs of the Season and other poems" (1813) und 
die Erzählui ,' „Monaldi" (1841). Seine sämmtUchen Werke und nachgelassenen 
Schriften herausgegeben von R. H. Dana (2 Bde. 1850). 

Alma-TadSma, Lourens, einer der eigenthümlichsten Maler der Gegenwart, 
dessen fast ausschliessliches Fach die Schilderung des Privatlebens der alten Völker 
ist, das er in vollendeter Weise behandelt. Geb. 8. Jan. 1836 in Dronryp in Friesland, 
studirte er schon auf dem GjTunasiura in Leeuwarden die alten Klassiker mit wunder- 
barem Verständniss, bezog 1852 die Akademie in Antwerpen, wo er Schüler von 
Wappers und Dyckmans wurde, sich aber mehr die archaistische Weise seines 
Lehrers Leys aneignete und nach hoher Vollendung der Technik strebte. Sein 
erstes Bild von durchschlagendem Erfolg war 1861 die Erziehung der Söhne Clothildens, 
der Gemahlin Chlodwig's. Auf einige Reisen nach London, Paris und Italien folgten 
dann 1862 der Fortunatus, der Held aus dem bekannten Volksroman des 16. Jahrb., 
1863 das interessante Bild aus dem altägyptischen Leben: Wie man sich vor 3000 
Jahren unterhielt, 1864 Fredegunde und Prätextatus, 1865 CatuUus bei der Lesbia, 
1866 der Eingang in ein römisches Theater, 1867 die farbenprächtige Mumie. So 
erschienen fast alle Jahre die anziehendsten, belehrendsten Bilder aus dem antiken 
Leben, unter denen wir nur folgende nennen: Phidiaä bei seiner Arbeit am Fries 
des Parthenon, Tarquinius Superbus mit den Gesandten seines Sohnes Sextus, der 
pyrrhichistische Tanz, eine crasse Scene aus der Ermordung des Caligula, das Fest 
der Weinlese im alten Rom (1872), der Tod des erstgeborenen Sohnes des Pharao, 
die Audienz bei Agrippa (1875), Claudius Imperator, die Morgengabe der Galeswintha, 
Sappho (1881), Antonius und Cleopatra (1882), Besuch Hadrian's in einer Töpferei 
(1884), Altrömische Idylle, die Rosen des Heliogabalus (1887) und Fredegunde (1893). 
Fast alle diese Bilder zeigen eine bewunderungswürdige Technik und einen bald 
helleren, bald tieferen Farbenton, stets mit hoher Vollendung. 1871 zog er von 
Brüssel nach London wo 1874 durch eine Explosion in der Nähe des Regent-Parks 
sein Haus pompejanischen Stils nebst seinem Atelier grossentheils zerstört wurde. 
Eine 1882 veranstaltete Ausstellung seiner Werke enthielt 150 Bilder aus einem 
Zeitraum von 20 Jahren. — Auch seine Gattin und frühere Schülerin Laura 
Theresa A. , eine Engländerin, geb. Epps, ist eine treffliche Malerin von Genre- 
bildern und Stillieben. 

Almeloreeii) Jan, hoUänd. Maler und Kupferstecher, geb. um 1614 in Gouda, 
thätig bis 1683, radirte Landschaften und Kanalbilder nach Saftleven und mit ge- 
ringerem Geschick auch nach eignen Zeichnungen. 

Alois!, Baldassare, genannt Galanino, ital. Maler, geb. um 1578 in Bologna, 
t 1638 in Rom, Verwandter und Schüler der Carracci, malte anfangs Bilder für 
Kirchen seiner Vaterstadt und zog dann nach Rom, wo er Portraits der kirchlichen 
Würdenträger und der römischen Aristokratie malte, die grossen Beifall fanden. 

Als, Peter, dänischer Portraitmaler , geb. 16. Mai 1726 in Kopenhagen, 
t 8. Juli 1776 in Charlottenburg, Schüler der Akademie seiner Vaterstadt, bildete 
sich 1756—1762 in Italien und malte später Portraits von fürstlichen Personen und 
Künstlern, z. B. dio Königin Charlotte Mathilde, Christian VII., Preisler und 
Wiedewelt. 

Alsloot, Denis van, Landschaftsmaler, geb. in der 2. Hälfte des 16. Jahrb. in 
Brüssel, f um 1626. Bilder von ihm sind selten, 3 derselben im Museum del Prado 
zu Madrid, eine Prozession der heil. Gudula auf 2 Bildern im Museum zu Brüssel, 
eine grosse Waldlandschaft im Hofmuseum zu Wien, eine hl. Familie in Pommersfelden, 



20 Alt — Altini. 

und als sein ihn am besten charakteiisirendes Bild eine Laiidschaft (1609) im 
Museum zu Nantes. 

Alt, Franz, Landschafts- und Architekturrnaler, geb. 16. Aug. 1821 in Wien, 
Sohn und Schüler des Nachfolgenden, i'ud Schüler der dortigen Akademie, malte 
grossentheils in Aquarell Laudschaften und Städtebilder aus Dresden, Nürnberg, 
Salzburg, Innsbruck und Italien, die den Bildern seines Bruders Rudolf (s. d.) nachstehen. 
Alt, Jakob, Landschaftsmaler und Lithograph, geb. 27. Sept. 1789 in Frankfurt 
a. M., t 30. Sept. 1872 in Wien, wo er Portraits malte, sich der Lithographie widmete und 
eine Menge von Ansichten der Donauufer (-264 Blätter), des Salzkammerguts ^32 Blätter) 
und der Alpengegeiulen (66 Blätter), herausgab. Seit 1830 malte er für den Kaiser 
Ferdinand I. zahlreiche Aquarellbilder von wahrer Autfasssung der Natur. 

Alt, Rudolf, Aquarellmaler, geb. 28. Aug. 1812 in Wien, Sohn des Vorigen, 
trat schon mit 14 Jahren in die dortige Akademie, bereiste mit seinem Vater Tirol 
und Oberitalien, und brachte daher manche landschaftliche Aquarellbilder, die ihn in 
den Stand setzten, 1835 Korn und Neapel zu besuchen, wo er ebenfalls landschaft- 
liche und architektonische Bilder malte. Später machte er noch öftere Studienreisen 
nach Dalmatien (1840), nach Triest und 1863 nach der Krim. Die Frucht aller 
dieser Wanderungen war eine Fülle von Aquarellen, in denen er Landschaften, 
Städteansichten und Bauwerke darstellte, die auch technisch unübertroffen sind. Die 
meisten derselben kamen in Privatbesitz. Künstlerisch unbedeutender sind seine 
wenigen Oelbilder dieses Inhalts, eins der besten die Stephanskirche in Wien (1834). 
Altamura, Francesco Saverio Raffaele, ital. Maler, geb. 1826 in Foggia, 
studirte Physik und Chemie in Neapel, trat aber 1845 in die dortige Akademie, trag 
1847 mit semem Bilde, die Juden in Babylon, den ersten Preis davon, inusste aus politischen 
Gründen fliehen und ging nach Florenz, kehrte aber 1'860 mit Oorribaldi nach Neapel 
zurück, wo er zu hohem Ansehen gelangte und Professor an der Akademie wurde. 
Seit 1847 entstanden seine meisterhaften Bilder: Christus und die Ehebrechenn, 
Gott will es, der Prophet Nathan, die Tochter Jephtha's, der Ursprung der Guelfön 
und Ghibellinen in Florenz (in 3 Bildern), Marius als Besieger der Cimbern (in 
Capodimonte), Excelsior (nach Lougfellow's Gedicht) im Museo civico zu Turin. Später 
bereiste er noch Frankreich, Deutschland und England. 

Altdorfer, Albrecht, Maler, Kupferstecher, Baumeister- und Formschneider, 
geb. um 1480 bei Landshut, f 13. Febr. 1538 in Regensburg, einer der bedeutendsten 
Nachfolger D ü r e r 's, ausgezeichnet durch poetische Phantasie und treffliches Colorit 
seiner Bilder. In Regensburg begann er seine Thätigkeit mit Altarbildern, wurde 
1526 in den inneren Rath gewählt, und städtischer Baumeister. Als Maler liegt 
seine Hauptbedeutung in der Landschaft, der er gewöhnlich charaktervolle Staffage 
verlieh. Eines seiner frühsten Werke (1507) ist eine Geburt Christi (Kunsthalle in 
Bremen), noch bedeutender als eins seiner Hauptwerke der Sieg Alexander's d. Gr. 
über Darius in der Schlacht bei Arbela (1527, Pinakothek in München), in Augsburg 
die Geschichte der Susanna, im Berliner Museum eine Ruhe auf der Flucht nach 
Aegypten, andere im Germanischen Museum zu Nürnberg und in Regensburg. Nicht 
minder künstlerisch wichtig, wenn jiuch weniger als z. B. Aldegrever und die beiden 
Beham, sind seine Kupferstiche (einer der Kleinmeister), die, mehr als 100 an der 
Zahl, sich auf den verschiedensten Gebieten bewegen, ebenso seine Holzschnitte. 
Seine Biogr. von Max Friedländer (1891). 

Altichiero oder Aldighero da Zevio, ital. Maler, geb. wahrscheinlich in Zevio 
bei Verona, thätig unter dem Einfluss Gi Otto 's in der 2. Hälfte des 14. Jahrh. in 
Verona und in Padua. Am bekanntesten ist er durch seine Fresken (1379) in der 
Kapelle San Feiice der Kirche Sant' Antonio in Padua, die nachlier sein Gehilfe 
Jacopo Avanzi vollendete. Es sind die Kreuzigung mit vielen Episoden und die 
Geschichte des heil. .Jacobus. Ebenso verhält es sich mit dem Urheber der 22 Fresken 
in der benachbarten St. Georg«kapelle, woran Avanzi wohl grösseren Antheil hatte ; 
es sind die Legende des St. Georg, der St. Katharina und St. Lucia. Dazu kommen 
noch einige Fresken von Altichiero in S. Anastasia zu Verona. Vgl. Ernst Förster 
„Wandgemälde in der St. Georg.skapelle zu Padua" (1841). 

Altini, Francesco, ital. Bildhauer, geb. 1830 in Fabriano, Schüler yon Soldini 
und T-e n e r a n i, erhielt für die jetzt vor dem Campo Santo in Verano bei Monza auf- 
gestellten Werke, Statue der Meditation und das Gebet 1873 den römischen Preis. 
Auf demselben Friedhofe noch andere Grabdenkmäler, ebenso auf dem in Ferrara 
ein Mausoleum der Familie Golmello. Ein früheres Werk von ihm ist die Statue 
von Dante's Beatrice (1861), ein .späteres eine Statue des David. 



Altissi.no — Alvarez. 21 

Aliissimo, Cristofaiio dell', Maler aus Florenz;, der um 1550 Schüler von 
Pontornio und Bronzino war und sich durch eine gros.se 8ammlung" von angeblich 
•280 iPortraits bekannt machte, die er für den Herzog Cosinio I. von Toscana malte. 
Sie legten später den Grund zu den Portrait« in den Gängen der Uffizien in 
Florenz. 

Altmann, Aiitou, Landschaftsmaler, geh. 4. Juni 1808 in Wien, f 9- Juli 
1871 daselbst, bildete sich auf def dortigen Akademie unter Mössraer, wurde 1829 
Zeichenlelirer beim Grafen Apponyi in Ungarn, kehrte aber schon im folgenden 
Jahre nach Wien zurück und malte nun sorgfällig ansgdülnte Landschaften aus 
den österreichischen Ebenen und Gebirgen, besonders tretÜKh im B.aumschlag. 

Altmann,! Karl, Genrcmaler, geb. 1800 in Feucht wangen, f 1861 in München, 
von 1819 — 22 Schüler der Akademie iL Dresden, zog dann nach München, wo er das 
oberbaj'eriscbe Volksleben mit Humor und poetischem Gefühl darstellte, am besten 
Tiroler Wildschützen, ländliche Fe^te u. dgl. 

Altmutter, Franz, Historien- und Portraitmaler, geb. 1746 in Wien, f 21. Jan. 
1817 in Innsbruck, Schüler der Akademie in Wien, malte in Tirol Kirchenbilder und 
ein im Besitz des Grafen von Meran befindliches Portrait von Andreas Hofer fast 
ohne Wissen desselben. 

Altmutter, Placidus, Maler, Sohn des Vorigen, geb. 25. Juli 1780 in Innsbruck, 
t 1819 infolge eines Sturzes über die Innbrücke bei Schwaz, machte in derbem 
Realismus Tuseh- und Sepiazeichnungeu von Marktscenen und Bilder aus dem 
Kriege von 1809. 

Altobello da Melone, s. Melone. 

Altomonte, Martine, eigentlicli Holienberg, Maler, geb. 8. Mai 1657 in 
Neapel, f 14. Sept. 1745 im Stift Heiligeakreuz in Niederösterreich, kam mit 
16 Jaiu-en nach Rom, wo er Schüler von Giovanni Battista Gaulli und von 
Carlo Maratta war, später wurde er Hofmaler des Königs Johann Sobieski von 
Polen, für den er den Entsatz Wiens von den Türken, den Hauptsturm der Türken 
auf die Löwelbastei und den polnischen Landtag malte. Seit 1703 malte er in Wien, 
seit 1720 in Linz, zuletzt als Laienbruder im Stift Heiligenkreuz. Andere Werke 
von ihm in Warschau, im Hofmuseum zu Wien, (Susanna im Bade, 1709), im 
Stephansdom, in Linz, Prag, Heiligenkreuz und Budapest. — In gleicher Weise 
thätig -war sein Sohn Bartholomäus A.. geb. 24. Febr. 1702 in Warschau, 
t 12. Sept. 1779 in Linz. 

Alton, Joseph Wilhelm Eduard d', Airatom, Archäolog und Kupferstecher, 
geb. 11. Aug. 1772 in Aquileja, f H- Mai 1840 als Professor in Bonn. Er bildete sich in 
Wien und in Italien, und auf Reisen in anderen Ländern Europas, zeichnete und radirte 
für sein naturgeschichtliches Werk „Naturgeschichte des Pferdes" (1810—17, 2 Bde.) 
und „Osteelogie der Thiere" (1821—31) die Kupfertafeln, stach und radii'te auch viele 
Blätter nach Angelika Kauifmann, Tizian, Moretto, Tintoretto, Rubens, van Dyek, 
Rembrandt u. a. Seine Gemäldegalerie kam zum Theil ins Berliner Museum. 
Alunno, Niccolö, s. Liberatore, Niccolö di. 

Alvarez, Don Jos^, spanischer Bildhauer, geb. 23. April 1768 in Priego 
(Provinz Cordova), f 26. Nov. 1827 in Madrid, bezog 1787 die Akademie in Gfanada, 
wo er sich ganz nach der Antike ausbildete. Seit 1794 3Iitglied der Akademie San 
Fernando in Madrid, geAvann er den ersten akadpiuischeu Preis und erhielt 1800 vom 
König die Mittel zu weiteren Studien in Paris uud in Rom. In Paris schuf ei- 1804 
seinen Ganymed (in Madrid), wurde 1818 Hofhildhauer und kehrte 1826 nach Madrid 
zurück. Seine übrigen Hauptwerke von grosser Energie und bisweilen Leidenschaft- 
lichkeit der Bewegung sind : Antilochos und Memnon, eine Kolossal-Gruppe aus der 
Vertheidigung von Saragossa (Museum in Madrid), Venus dem Cupido einen Dorn 
ausziehend, Amor mit dem SchAvan, sowie einige Portraitstatuen und -Büsten. 

Alvarez, Luis, Maler, geb. 1841 in Madrid, wo er seine ersten Studien machliB. 
1857 ging er nach Rom, wo sein erstes durchschlagendes Bild der Traum der 
Calpurnia (Madrid) war. Dann entstanden von 1863—73 noch als seine bedeutendsten 
Bilder: Isabella die Katholische in der Certosa von Burgos (Museum in Madrid) und 
die Einschiffung des Königs Aniadeus in Spezia. Das Studium des römischen Lebens 
der höheren Stände und <les Volkes führte ihn zu Genrebildern, die von Lebendigkeit 
der Charakteristik und gründlichen Costümstudien zeugen. Sine solche Charakteristik 
der Gestallen herrscht auch in dem grossen historischen Bilde: Der Sessel Philipps IL, 
wo dieser König- auf einem natürlichen Felsenthron in einer Gebirgslandschaft sitzt 
(Nat.-Gal. in Berlin). Er lebt in Rom. 



22 Amadeo — Amberg. 

Amadeo, Giovanni Antonio, Bildhauer und Arciiltekt. geb. 1447 in Pavia, 
t 27. Aug. 1522 in Mailand, einer der Vertreter der lombar^ischen Richtung der 
Renaissance, betheüigte sich bei der plastischen Ausschmückung der Fa^ade der 
Certosa von Pavia, wobei auch sein Bruder P r o t a s i o thätig war, und schuf als 
sein Häuptwerk das Marmordenkmal der jung verstorbenen Medea Colleoni (f 1470), 
und das im Dekorative noch reichere ihres Vaters Bartolommeo Colleoni in S. Maria 
Maggiore in Bergamo. Später folgten noch Grabmäler in Cremona und 2 in einer 
Kapelle des Palazzo auf Isola bella (um 1485). Um 1490 wurde er Baumeister des 
Domes zu Mailand, erfuhr aber bei dem Bau der Kuppel mancherlei Kränkungen, 
so dass ein anderer Baumeister ernannt, sein Plan aber doch nicht geändert wurde. 

Amalteo, Pomponio, ital. Maler, geb. 1505 zu S. Vito in Friaul, f 1584 das., 
Lieblingsschüler und Schwiegersohn des Pordenone, dessen grandiose Formen- 
gebung er aber bisweilen übertrieb. Seine Bilder befinden sich in den kleinen 
Städten des Friaul, im Dom und im Stadthaus zu Udine, auch im Dom und im 
Hospital von S. Vito. Bei njanchen Arbeiten unterstützten ihn sein Bruder G i r o 1 am o , 
der hauptsächlich Miniaturen malte und seine Tochter Q u i n t i 1 i a , die sich auch der 
Plastik widmete. 

Aman, Johann, Architekt, geb. 19. Mai 1765 in S. Blasien, f 28. Nov. 1834 
in Wien, wo er sich auf dBr Akademie bildete und infolge seiner Neubauten und 
Restaurationen 1812 erster Hofarchitekt wurde. Er entwarf den Plan für das Theater 
an der Wien (1803), restaurirte den St. Stephansdom, verschönerte das Lustschloss 
in Schönbrunn und baute 1808—12 das neue Theater in Pest. 

Aman, Jost, s. Amman, Jost. 

Amati, Carlo, Architekt, geb. 19. Juni 1776 in Monza, f 23. Mai 1852 in 
Mailand, wo er Professor der Architektur an der Akademie war. Er baute und 
restaurirte mehrere Kirchen der Lombardei und schuf als sein Hauptwerk die Kirche 
San Carlo (1836—47) in Mailand, einen runden Kuppelbau mit Säulenatrium, im Innern 
nach dem Motiv des römischen Pantheon. 

Amati, Giovanni Antonio d. Aeltere, Maler, geb. 1475 in Neapel, f um 1555, 
war schon in früher Jugend Schüler desSilvestro Buono, bildete sich aber mehr 
nach Perugino und malte in Neapel zahlreiche, grossentheils nicht mehr vorhandene 
Madonnenbilder, das bedeutendste noch erhaltene ist eine Glorie von Engeln in der 
Kirche S. Severino e Sosio in Neapel. 

Amati, Giovanni Antonio d. Jüngere, Neffe und Schüler des Vorigen, geb. um 
1535 in' Neapel, t 1598, malte im Geiste und nach der Weise seines Oheims, doch 
ist ausser einer thronenden Madonna mit Engeln im Museum von Neapel wenig 
mehr von ihm vorhanden. 

Amatrice, Cola dell', Maler und Architekt in der 1. Hälfte des 16. Jahrb., 
ein Künstler aus Neapel, als Maler ein schwacher Nachahmer Raifael's und Michel- 
angelo's, unter dessen Malereien zu nennen sind: Die Bilder in San Francesco und 
anderen Kirchen zu Ascoli Piceno, eine Himmelfahrt Maria im Mus. des Lateran in 
Rom (1515), dieselbe in der Pinakothek des Kapitols (1520) und der Tod Maria eben- 
daselbst. Als Architekt errichtete er zahlreiche Gebäude in Ascoli und in Calabrien. 

Amaury-Duval, eigentlich Eugfene Emmanuel Pineau du Val, franz. Portrait- 
und Historienmaler, geb. 8. Febr. 1808 in Montrouge (Seine), f 27. Dec. 1885 in 
Paris, seit 1826 der ausgezeichnetste Schüler von Ingres. Nach einer Reise nach 
Morea (1829) trat er 1833 mit einigen Portraits und einem 1834 folgenden Hirten, 
der ein antikes Relief entdeckt, auf, die seinen Ruf begründeten. Dann stellte er 
1835—1855 fast immer Portraits aus, auch das der Schauspielerin Rachel als Muse 
der Tragödie. Unter seinen grösseren historischen Bildern von Wahrheit der Formen 
und glänzendem Colorit sind zu nennen : Die Fresken in der Kapelle der hl. Philomene 
in der Kirche &t. Merry, in der Marienkapelle der Kirche St. Germain l'Auxerrois 
und die Malereien in der Kirche zu St. Germain en Laye (1848—56). Von grosser 
Anmuth .sind seine Bilder: Das schlafende Jesuskind (1857), Geburt der Venus (1863) 
und Daphnis und Chloe (1865). 

Amb^res, Miguel de, oder Mignel el Flamengo, ein in Flandern geborener 
Maler, der in der 2. Hälfte des 17. Jahrh. in Spanien lebte. Er war in Antwerpen 
Schüler von Rubens und in Genua von Giov. Andrea de' Ferrari und 
Cornelis de Waal, malte in Kirchen und Klöstern Malaga's kirchliche Bilder, 
das beste im Kloster de la Victoria eine Magdalena, die dem Heiland die Füsse wäscht. 

Amberg, August Wilhelm Lebrecht, Genremaler, geb. 25. Febr. 1822 in Berlin, 
Schüler der dortigen Akademie und 1839—42 Atelierschüler von Karl Begas, 



Amberger — AmerÜDg. 23 

bildete sich dann noch weiter in Paris unter Leon Cogniet und in Italien aus. 
Vom mythologischen Fach und vom Portrait ging er zürn Genre über, das er in 
ernsten wie in heiteren Darstellungen besonders der weiblichen Charaktere meister- 
lich beherrscht. Hauptbilder dieser Art sind: Trost in Tönen (1860) von grosser 
Innigkeit der Empfindung, ebenso der Wittwe Trost, die graziöse und humoristische 
Vorlesung aus Goethe's Werther (1870, Nat.-Gal. in Berlin, wiederholt in der 
Sammlung des Grafen Raczynski), ein Defile, die kleinen Gratulanten u. a. m. Im Laufe 
der Jahre verband er immer mehi* die Landschaft mit dem Genre. Mehrere seiner 
Bilder zeichnete er selbst auf Stein. 

Amberger, Christoph, altdeutscher Maler, geb. um 1500 in Nürnberg, f 1561 
oder 62 in Augsburg, wo er wahrscheinlich Schüler von Hans Burgkmair war 
und seit 1530 lebte. Sichere Bilder von ihm, namentlich Portraits in der Weise 
Holbein's, den er an Durchsichtigkeit und Wärme des Colorits bisweilen übertrifft, 
sind die des Kaisers Karl V. (1532, in der Akademie in Siena und im Berliner Mus.), 
des Kosmograpken Sebastian Münster (1552, Berliner Museum), des Hieronynms Sulzer 
(1542, in Gotha), mehrere Brustbilder im Hofmuseum zu Wien, die klugen, und 
thörichten Jungfrauen und die Verklärung Christi (Annenkirche in Augsburg) und 
als sein best«s Altarbild Maria mit dem Kinde und rausizirenaen Engeln im Dom zu 
Augsburg (1554). 

Ambling oder Amling, Karl Gustav, Kupferstecher, geb. 1651 in Nürnberg, 
t in München wahrscheinlich 1703, wurde durch Unterstützung des Kurfürsten 
Maximilian IL Schüler von Fran«jois Poilly in Paris, war in München Hof- 
kupferstecher und entwickelte hier eine grosse Thätigkeit. Sein Hauptwerk ist eine 
Folge von Blättern, die er im Auftrage dieses Kurfürsten nach P. de Witte's Zeich- 
nungen zu Tapeten und Teppichen stach. Es sind 13 Scenen aus der Geschichte 
Otto's von Witteisbach und 12 Blätter der Jahreszeiten und der Monate. 

Ambrogi, Domenico degli, genannt Menichino del Brizio, Zeichner und 
Maler, geb. um 1600 zu Bologna, t,na.ch 1678, Liebliugsschüler des Francesco 
Brizio, malte viel in Villen, Palästen und Kirchen seiner Vaterstadt und wurde 
zu demselben Zweck auch vom König von Polen berufen. 

Ambrogio da Milane oder Ambrogino, geb. in Mailand, Bildhauer der 2. Hälfte 
des 15. Jahrb., arbeitete um 1470 in Urbino an der plastischen Ausschmückung des 
herzoglichen Palastes, worin er eine sinnreiche Composition in der Verbindung von 
Plastik und Malerei zeigte. Ebenso geschickt war er auch in dem plastischen 
Schmuck am Grabmal des Arztes Rovello in S. Giorgio zu Ferrara (1475). 

Ambrosio, Gabriele, Bildhauer, geb. 1814 in Turin, Schüler des Vincenzo 
Vel a. Seine Hauptwerke sind in Saluzzo das Denkmal des Typographen Bodoni (f 1813) 
und Portraitstatuen in Ivrea, Mondovi und anderen Städten, auch des Bildliauers 
Marochetti, das 1888 die Akademie in Turin erwarb. 

Ambrozy, Wenzel Bernhard, Maler, geb. 2. Juli 1723 in Kuttenberg (Böhmen), 
t 30. April 1806, Schüler seines älteren Bruders, des Miniaturmalers Joseph A., 
führte als Hofmaler der Kaiserin Maria Theresia KirchenbUder im Geschmack der 
italienischen Manieristen, auch Fresken und Deckenmalereien aus. 

Americo, Don Pedro de Flguiredo, Maler und Schriftsteller aus Brasilien, 
geb. 1843, Schüler der Akademie in Rio de Janeiro, wo er sich der Malerei und den 
Naturwissenschaften widmete und zahlreiche Prämien erhielt. Dann setzte er seine 
Studien in Paris fort, wurde Professor an der Universität in Rio de Janeiro, 
malte einige grosse Schlachtenbilder und ebenso Bilder in Florenz, unter denen be- 
sonders das kolossale BiM der Unabhängigkeitserklärung von Brasilien; eins seiner 
neuesten Bilder ist die Darstellung der Abschaffung der Sklaverei in Brasilien. 

Amerighi (Amerighi) Michelangelo, s. Caravaggio. 

Amerling, Friedrich von, Maler, geb. 14. April 1803 in Wien, f 14. Jan. 
1887 das., hatte in seiner Jugend mit der Noth des Lebens zu kämpfen, versnobte 
sich im Portraitmalen, bildete sich mit grossem Erfolg unter Lawrence in London 
80 aus, dass er in seiner Vaterstadt für die Historienbilder Dido auf dem Scheiter- 
haufen (1828) vmd Moses in der Wüste (1829) den ersten Preis erhielt; dazu noch 
1833 der Apostel Paulus (Hofmuseum in Wien). Nach einem Aufenthalt in Venedig 
und Rom (1831), machte er in Wien besonders Glück mit seinen naturwahren und 
coloristisch glänzenden Portraits des Erzherzogs Rudolf, des Kaisers (1832, Schloss 
in Laxenburg), des ganzen Kaiserhauses, und des hohen Adels. Von 1841 — 44 ver- 
weilte er abermals in Italien, malte dort und später in seiner Vaterstadt Genrebilder, 
setzte aber als das Hauptgebiet seiner Thätigkeit das Portraitmalen fort, bis jüngere 



24 Arnes — Amorosi. 

Kräfte ilin überflügelten. Zu Beinen besten Bildnissen gehören auch die des 
Baron und der Baronin Speck-Sternburg (1832 und 34), der Fürst Schwarzenberg, 
Graf Nugent, Graf Edm. Zichy, Thorwaldsen, Grillparzer und (Reiterbild) Fürst 
Windischgrätz. Seine Biogr. von L. A. Frankl (1889). 

Aines, Joseph Alexander, nordamerik. 31aler, geb. 1816 in Rosbury (New 
Hampshire), f im Okt. 1872 in New York, Schüler von Washington All. s ton 
in Boston, lebte einige Jahre in Rom und ging dann nach New-York. Manche seiner 
Genrebilder fanden grossen Beifall, mehr aber noch seine Portraits des Historikers 
Prescott, der Tochter des Generals Benjamin Franklin Butler, des Philosophen 
Emerson, des Staatsmanns Daniel Webster, der Schauspielerin Rachel -Felix und 
viele andere. 

Amettler, Blasios, Kupferstecher, geb. 1768 in Barcelona, f 1841 in Madrid, 
Schüler von Salv. Garraona, stach nach Ribera (die Werke des heil. Gregor), 
Murillo, Velazquez und Boucher. 

Amigoni, (oder Amlconi) Jacopo, Maler, geb. 1675 in Venedig, f T752 in 
Madrid, bildete sich in seiner Vaterstadt und in Flandern, schmückte als gewandter 
Dekorationsmaler das Schloss iu Schieissheim bei München, malte 1729 in London 
viele Portraits der vornehmen Gesellschaft und wurde 1747 Hofmaler in Madrid, wo 
er kirchliche Bilder malte. Andere mythologische und allegorische Bilder von ihm 
im Museum del Prado zu Madrid und in Sevilla, auch in Schieissheim, Braunschweig 
und Leipzig. Er radirte und stach auch mehrere Bilder. 

Amling, s. Ambling. 

Amman, Jost (Jodokus), Maler, Radirer und Formschneider, geb. im Juni 
1539 in Zürich, f 17. März 1591 in Nürnberg, wohin er 1560 übergesiedelt war. Seine 
Hauptbedeutung besteht in seinen geistvollen Radirungen und Holzschnitten, die, 
häufig nach dem Leben gezeichnet, von Interesse für die Kenntniss dier damaligen 
Trachten, Sitten und Gebräuche sind, weil sie alle erdenklichen Gegenstände behandeln. 
Seine Gestalten nicht frei von Manier, haben eine gewisse Schlankheit. Zu seinen 
besten Radirungen gehören: das Portrait des Admirals Coligny, des Buchhändlers 
Sigmund Feyerabend, des Goldschmieds Wenzel Jamnltzer, Martin Luther's, Neudörffer's, 
Hans Sachs', die Folge französischer Könige auf 63 Bildern, nie 80 r'ortraits bayrischer 
Fürsten, 12 Figuren berühmter Frauen des A. T., die Apotheose des Kaisers 
Maximilian II. und unzählige andere, ebenso unzählige Holzschnitte vom verschiedensten 
Inhalt, sowohl in einzelnen Blättern wie in illustrirten Büchern, z. B. die Bibel 
vom Jahre 1564, die vom Jahre 1571, das Passional und das Symbolum der Apostel 
durch M. Luther, die zehn Gebote, eine Ausgabe des Julius Caesar, des Flavius 
Joeephus, des Titus Livius, des Reineke Fuchs, mehrere Chroniken, Kriegs-, Turnier- 
Trachten- und Wappenbücher, Jagd- und Waidwerke. Er schrieb auch ein Buch 
„Dichter-, Maler- und Bildhauerkunst." Seine Handzeichnungen am besten im Berliner 
Kabinet. Vgl. Becker, Jobst A. (1854) 

Ammanati, Bartolommeo, ital. Bildhauer und Architekt, geb.* 18. Juni 1511 
in Florenz, f 22. April 1592, Schüler von Bandinelli und Jacopo Sansovino, 
einer der besseren, aber auch manierirten Nachfolger Michelangelo's, schuf als sein 
plastisches Hauptwerk in der Kirche der Eremitani zu Padua das prunkende Grab- 
denkmal des Juristen Mantova Beuavides (bei dessen Lebzeiten) in michelangelesker 
Bravour. 1550 begab er sich nach Rom, wo er sich bei dem Grabmal des Kardinals 
Antonio del Monte in S. Pietro in Montorio betheiligte ; aber schon wenige Jahre nachher 
ging er nach Florenz, wo er im Auftrag des Herzogs Cosimo I. den kolossalen Neptuns- 
brunnen schuf, der in einer grossen Schale auf einer von 4 Meerpferden gezogenen 
Muschel steht. Von ihm auch das Grabmal des Juristen Buoncompagni im Campo Santo 
zu Pisa. Als Architekt schätzenswerther, bawte er 1567—70 die ebenso praktische als 
künstlerische Brücke SS. Trinitä, den Pfeilerh^ des Palastes Pitti, sein umfang- 
reichstes, aber nicht bestes Werk, den zweiten Klosterhof von San Spirito, den 
Umbau der Kirche S. Giovannino, und als sein treffliches Meisterwerk den 1579 
vollendeten Palast Giugni; ebenso mehrere Paläste von ihm in Lucca. 

Ammirato, Domenico, ital. Landschaftsmaler, geb. im März 1833 in Neapel, 
bildete sich auf der dortigen Akademie. Seine Bilder sind meistens den dortigen 
Küsten entlehnt, z. B. Mondschein am Posilipo, Marine bei Sorrent, Blick aaf 
Sorrent von Capodimonte und Ansicht von Bagnoli. 

Amorosi, Antonio, aus Comunanza in der Provinz Ascoli Piceno, Maler, geb. 
wahrscheinlich 1660, t nach 1-736, malte anfangs Altarbilder, später besonders land- 
schaftliche Dorf- und Wirthshausscenen nach Art der holländischen Bambocciaden. 



Amort — Anderson. 25 

Amort, Kaspar, Maler, geb. 1613 bei Benediktbeuren, f 7. März 1675 in 
München, wohin er 1631 kam nnd 1642 Hofmaler wurde. Er malte biblische Bilder 
für die Frauenkirche in München, die Franciskanerkirche in Ingolstadt, bisweilen 
auch Landschaften mit reicher Staffage. 

Amsler, Samuel, Kupferstecher, geb. 17. Dec. 1791 in Schinznach ^Kanton 
Aargau), t 18. Mai 1849 in München, war seit 1810 Schüler von Job. Heinr. Lips 
und vor K. Hess, besuchte seit 1814 die Akademie in München und ging 1816 nach 
Rom, wo er die Stecher der Renaissancezeit studirte und Blätter nach Thorwaldsen'« 
Bildwerke und nach Cornelius das Titelblatt zu den Nibelungen stach. 1820 begann er 
seine Stiche nach Thorwaldsen's Alexanderzug, kehrte dann in die Schweiz zurück und 
wurde 1829 Professor der Kupferstecherkunst in München. Seine bedeutendsten Stiche, 
zum Theil in Cartonmanier, sind nach Raffael die Madonna Conestabile Staifa, die Madonna 
Tempi, die Madonna Canigiani und die Grablegung, Johannes nach Domenrchino, der 
Triumph der Religion in den Künsten nach Overbeck, Schwanthaler's Malerstatuen in 
der Pinakothek und Dannecker's Christus. Er arbeitete in strengem Stil, der nicht 
nach Effecte strebt, sondern sich stets an die Gtssetze der plastischen Erscheinung hält. 

Amstel, Comelis, s. Ploos van Amstel. 

Anastasi, Auguste Paul Charles, franz. Landschaftsmaler, geb. 15. Nov. 1820 
in Paris, f 17 März 1889 das., Schüler von Delaroche, Corot und der Ecoie 
des beaux-arls, maltb in bisweilen manierirtem Colorit und eigenththnlichen Licht- 
wirkungen Landschaften aus Frankreich, Holland, Deutschland und Italien. Bilder 
von ihm im Museum des Luxembourg (Terrasse der Villa Pamfili), in den Museen 
von Marseille, Lille u. a. Er lithographirte auch für das Journal „l'Artiste" und 
für die „Artistes contemporains", erblindete aber 1869. 

Aneelet, Ghibriel Auguste, franz. Architekt, geb. 21. Aug. 1829 in Paris, 
Schüler von Legueux, von Baltard und der Ecöle des beaux-arts, erhielt 1851 
für seinen Entwurf eines Hospizes in den Alpen den ersten Preis und machte in 
Rom den Entwurf für die Restauration der Via Appia. 1858 wurde er Architekt 
des Schlosses Pau und 1865 Architekt des Schlosses in Compiegne. 

Ancher, Michael, dänischer Maler, geb. 9. Juni 1849 auf der Insel Bornholm, 
Sdvüler der Kunstakademie in Stockholm, Hess sich in Skagen (Jütland) nieder und 
brachte auf die deutschen Ausstellungen Scenen aus dem Leben der dortigen Strand- 
bewohner und Schüfer, meistens mit einem Zuge tiefer Melancholie der rauhen, 
klippenreichen Küstengegend. 

Anderloni, Faustino, Kupferstecher, geb. 1774 in St. Eufemia bei Brescia, 
t 9. Jan. 1847, war 1801 — 30 Professor an der Universität in Pavia, machte sich 
bekannt durch' Stiche nach Raffael, Poussin, Guido Reni, Correggio, durch Portraits 
nach Kügelgen und Stiche für die medizinischen Werke von Scarpa. 

Anderloni, Pietro, Kupferstecher, Bruder des Vorigen, geb. 12. Oct. 1784 in 
St. Eufemia, f 13. Oct. 1849 auf seinem Landsitze bei Mailand, Schüler von L o n g h i 
von 1804 — 13, seit 1831 Professor an der Akademie in Mailand. Die bedeutendsten seiner 
in Zeichnung, Ausdruck und Behandlung der Stoffe meisterhaften Stiche sind nach 
Tizian die Ehebrecherin vor Christus, nach Raffael die Vertreibung Heliodors, Attila's 
Zug gegen Rom, das Urtheil Salomo's, die Madonna del passeggio und die Madonna 
im Grünen, und mehrere Portraits. 

Andersen-Lundby, Anders^ dänischer Landschaftsmaler, geb. 16. Dec. 1841 
in Lundby bei Aalborg, bildete sich in Kopenhagen und liess sich in München nieder. 
Seine beifällie' aufgenommenen Bilder sind grösstentheils Winterlandschaften aus 
seiner Heimath oder aus der Umgegend von München. 

Anderson, Alexander, Dr. der Medizin, Formscimeider und Kupferstecher, 
geb. 21. April 1775 in NeM- York, f 18. Jan. 1870 in Jersey City. Von der Medizin 
ging er später zum Holzschnitt über und brachte einen wegen seiner Grösse 
bewunderten Holzschnitt eines menschlichen Skeletts. Im Kupferstich bildete er sich 
noch weiter unter John Roberts und betrieb von jetzt an diese Kunst neben dem 
Formschnitt. Er stach die Ulustrationen zu Webster's ABC buch und zu einer 
Ausgabe des Josephus, schnitt in Holz die Illustrationen zu Bell's Anatomy und zahl- 
reiche kleine Illustrationen zu Shakespeare's Dramen. 

Anderson, Nils, schwedischer Maler, geb. 1817 in Ostgotland, f 19. Juni 1865 in 
Vaiholm bei Stockholm, bezog 1840 die dortige Akademie und erhielt den grossen 
Preis, infolge dessen er Deutschland bereiste und sich in Paris unter C o u t u r e ausbilden 
konnte. Seit 1856 war er Hofmaler in Stockholm. Seine Bilder sind Landschaften 
mit Thieren und Genrestücke. 



26 Anderton — Andreae. 

Anderton, Henry, englischer Historien- und Portraitmaler, geb. 1630, t nach 
1665, Schüler von Streater, warde nach einem Aufenthalt in Italien vielfach vom 
engl. Hofe als Nebenbuhler von Lely beschäftigt. Eines seiner Hauptbilder ist das 
Portrait der Mrs. Stuart, nachmaligen Herzogin von Richmond. 

Andorff, Friedrich August, Kupferstecher in LLnienmanier und in Mezzotinto, 
geb. 29. Juni 1819 in Scherbitz (Reg.-Bez. Merseburg), Schüler von Buchhorn in 
Berlin, stach anfangs nach anatomischen Objecten, lebte von 1846—51 in Weimar, 
kehrte dann nach Berlin zurück und stach einige recht gelungene Blätter: Nach 
Ed. Meyerheim's Zeichnungen das Relief am Postament des Denkmals Friedrich 
Wilhelm's III. (1854), nach Lessing Huss vor dem Scheiterhaufen, nach Kretzschmer 
die Landung des Grossen Kurfürsten auf Rügen und der Grosse Kurfürst nach der 
Schlacht bei Tilsit, nach Vautier Spinnendes Mädchen u. a. 

Andr^, Edmond Martlie Alphonse, Genremaler, geb. in Sevres, f 1877 in 
Algier, Schüler von Pils in Paris, malte Genrebilder von sehr richtiger Zeichnung 
und trefflicher Gewandung der Gestalten, aber etwas schwerem Colorit. 

Andr6, Fran<jois oder Daniel Bardon, Historienmaler, Radirer und Schrift- 
steller, auch Dichter, geb. im Mai 1700 zu Aix in der Provence, f 13. April 1783 in 
Paris, war. anfangs Jurist, ging dann nach Paris wo er Schüler seines Landmanns 
Jean Baptiste van Loo und vou de Troy wurde, lebte 6 Jahre in Italien und 
kehrte später nach Paris zurück. Unter seinen Bildern sind zu nennen: TuUia, die 
über den Leichnam ihres Vaters hinwegfährt (Museum in Montpellier), und ein 
Ciristus am Kreuz (Museum in Marseille). Er schrieb auch Gedichte, eine Abhandlung 
über Malerei (1765), eine Allgemeine Geschichte mit Bezug auf Malerei und Plastik 
(1769, 3 Bde.)- über antike Kostüme (1772, 3 Bde.) und andere, kleinere Schriften. 

Andr6, Jean, Maler, geb. 1662 in Paris, f 1753 das. wnrde Dominikaner und 
widmete sich der religiösen Malerei. Er war Schüler von Maratta in Rom und 
malte nach seiner Rückkehr für Kirchen in Paris (St. Lazare), Lyon und Bordeaux. 
Seine Biogr. v. Marionneau (1879). . 

Andr^, Jules, Landschaftsmaler, geb. 19. April 1807 in Paris, f 17. Aug. 1869 
daselbst, Schüler von Wa tele t und Jolivard, machte Reisen in Südfrankreich und 
Belgien und wurde an der Porzellanmanufaktur in Sevres angestellt, malte aber 
dabei fortwährend Oelbilder, unter denen wir nur nennen: Das Ufer der Bouzanne, 
die Ufer der Oise bei St. Ldger du Bois (1865), Ansicht von St. Die (1866) und 
andere Gegenden aus Frankreich. 

Andr^, Louis Jules, Architekt, geb. 24. Juni 1819 in Paris, trat 1835 in das 
Atelier von Huyot, wurde dann Schüler von Lebas und erhielt 1847 den grossen 
römischen Preis. Während seines Aufenthalts in Griechenland studierte er in Athen 
lie antiken Bauwerke, wurde in Paris Inspector der Arbeiten des Museums, Diöcesan- 
Architekt und führte noch mehrere Bauten aus. 

Andrea del Castagno, s. Casta^no. 

Andrea di Cione, s. Orcagna Andrea. 

Andrea, Zoan, genannt Guadagnino, Kupferstecher der 2. Hälfte des 15. Jahrb., 
t vor 1520, stach mehrere Blätter nach Albr. Dürer, Giov. Antonio da Brescia, nach 
Zeichnungen von Lionardo da Vinci, nach Mantegna und manche nach unbekannten 
Meistern, oder nach eigenen Kompositionen. 

Andreae, August Heinrich, Architekt, auch Aquarellmaler und Radirer, geb. 
4. Dec. 1804 bei Hannover, t 5. Jan. 1846 bei Hannover, besuchte die archäolog. Vorlesungen 
von K. 0. Müller in Göttingen, wurde Schüler von Weinbrenner in Karlsruhe und 
von Moller in Darmstadt, 1829 Stadtbaumeister in Hannover, führte zuerst im nord- 
westlichen Deutschland, insbesondere in Hannover den mittelalterlichen Ziegelbau 
wieder ein und stellte die gothische Marienkirche zu Einbeck wieder her. Er malte 
auch wohlgelungene Architekturbilder. 

Andreae, Hieronymus, Formschneider der 1. Hälfte des 16. Jahrb., f 7. Mai 
1556 in Nürnberg. Er war der Holzschneider der von Dürer entworfenen Ehren- 
pforte Maximilian's, vollständig herausgegeben 1885 und 1886, und von dem gleich- 
falls von Dürer entworfenen Triumphzuge und Siegeswagen Maximilian's. 

Andreae, Karl, Historien- und Portraitmaler, geb. 3. Febr. 1823 in Mülheim 
a. Rh., bezog 1839 die Akademie in Düsseldorf, wo er sich unter Karl Sohn und 
Schadow ausbildete und als sein erstes grösseres Bild die Predigt des Petrus am 
Pfingsttage sowie einige Portraits malte. Nach einem Aufenthalt in Rom von 
1845 — 49, wo sein Bild Christus mit den Jüngern in Emmaus entstand, folgte er 
später dem Cornelius nach Berlin, malte Portraits, mythologische und Altarbilder 



Andreae — Andriot. 27 

und radirte nach eigenen Zeichnungen. 1857 nahm er seinen Wohnsitz in Dresden 
und widmete sich seitdem der Anfertigung von Cartons für Glas- und Wandmalereien. Hier 
gründete er auch 1853 einen Verein für kirchliche Kunst und war viele Jahre der 
Vorsteher desselben. 

Andreae, Tobias, Landschaftsmaler, geb. 6. März 1823 in Frankfurt a. M., 
t durch Selbstmord 22. April 1873 in München, war in seiner Vaterstadt Schüler 
von Jakob Becker, ging dann nach München, besuchte Italien, widmete sich in 
München seit 1860 entschieden der Landschaftsmalerei und schloss sich an Ed. Schleich 
an. Zu seinen besten Bildern gehören: Saul bei der Hexe vonEndor (1852, Museum 
in Hannover) Venedig im Mondschein, Capri bei Nacht, Helgoland bei Mondschein. 

Andreani, Andrea, ital. Formschneider, geb. angeblich 1540 (n. A. 1550) in 
Mantua, f nach 1610, war meisterhaft in Ausführung von Holzschnitten in Helldunkel 
von grosser Klarheit. Er lebte wahrscheinlich mehrere Jahre in Rom, zog 1584 nach 
Florenz und führte namentlich in letzterer Stadt seine besten Blätter aus. Auch 
arbeitete er 10 Jahre in Siena, wo seine Helldunkel nach dem Fussboden des dortigen 
Domes entstanden. Dann wurde er nach Mantua berufen, wo er als sein Meisterstück 
in 9 Blättern dtu Triumphzug Gäsar's nach Mantegna ausführte. Zu seinen Blättern, 
bei denen er sich bisweilen auch durch andere Künstler helfen liess, gehören: Abel 
kniet vor dem Altar, Abrahams Opfer auf Moriah, die Geschichte von Moses, der 
Untergang Pharao'y im rothen Meer, der junge Tobias mit dem Engel Raphael, die 
Anbetung der Könige, die Kreuztragung, die Grablegung, der Raub der Sabinerinnen 
und als sein letztes Blatt (1610) der christliche Glaubensheld. 

Andreoli, Giorgio, Majolikamaler aus Pavia, der in Gubbio thätig von 1498—1552, 
die Glasur erfand und in Gubbio eine Majolikafabrik hatte. Arbeiten von ihm in 
der Porzellamnanufaktur in Sevres und in der keramischen Galerie des South- 
Kensington-Museums in London. 

Andreotti, Federigo, Genremaler, geb. 6. März 1847 in Florenz, Schüler der 
dortigen Akademie, malte in Wasserfarben und in Fresko Dekorationsbilder in 
Florenz, Rom und anderen Städten Italiens. Bedeutender ist er in seinen Genre- 
bildern, z. B. die Schwelger, das Wirthshaus, die Versöhnung, der Dorf- Musiklehrer, 
der unterbrochene Tanz, ländliche Idylle u. a. 

Andresen, Emmerich, Bildhauer der Gegenwart, geb. in Holstein, Schüler von 
Hähnel, Vorsteher der Gestaltungsabtheilung der Porzellanmanufaktur in Meissen. 
Von ihm das Denkmal Hölderlin's in Tübingen (1881), bestehend aus einem Genius, 
der auf das Grab des Dichters den Kranz des Ruhmes legt, ferner eine Reihe 
nordischer Götter (Privatbesitz in Hamburg), die gefesselte Psyche (im Besitz des 
deutschen Kaisers), der gefesselte Prometheus (Museum in Kiel), die befreite Psyche, 
die Gestalten des „Entspektor" Bräsig und der Mamsell Westfalen, endlich 1887 das 
Denkmal Gutzkow's (Bronzebüste) in Dresden. 

Andrews, Joseph, amerikan. Kupferstecher, geb. 17. März 1806 in Hingham 
(Massachusetts), f 7. Mai 1873 in Boston. Empfing hier den ersten Unterricht, liess 
sich später in Lancaster nieder, bildete sich aber noch in London unter dem Stecher 
Goodyear aus, ging mit diesem nach Paris und kehrte nach Amerika zurück, 
machte aber noch eine Reise nach Florenz, wo er ein Portrait nach Tizian stach, dem 
dann 1855 sein Hanptblatt Plymouth Rock nach Peter Rottermel folgte. Seine 
übrigen Stiche sind grossentheils Pörtraitköpfe von trefflicher Ausführung. 

Andriessen, Juriaan, Maler, geb. 12. Juni 1742 in Amsterdam, f 31. Juli 1819 
daselbst, Schüler von Anton Elliger und von Jan Maurits Quinckhard, 
malte Theaterdekorationen und Tapeten, bisweilen auch Historien- und Genrebilder 
und war ein sehr gesuchter Lehrer in der Malerei. — Sein Bruder Anthonie A., 
geb. 23. Jan. 1746 in Amsterdam, t 19. Jan. 1813, unterstützte ihn bei dergl. 
Arbeiten. —Auch der Sohn Juriaan's, Christiaan A., geb. 14. Jan. 1775, malte 
Historien-, Genrebilder und Landschaiten, womit er mehrere Medaillen davontrug. 

Andrien, Bertrand, franz. Stempelschneider, geb. 14. Nov. 1761 in Bordeaux, 
t 10. Dec. 1822 in Paris, wo er sich 1788 niederUess und sich in der klassischen 
Richtung David's ausbildete. Seine Denkmünzen zeigen correcte Zeichnung und in 
Figuren und Beiwerk grosse Geschicklichkeit, aber in den Formen auch den pomp- 
haften Stil David's. Am besten sind seine zahlreichen Profilköpfe Napoleon's und der 
Marie Luise und seine sonstigen Denkmünzen aus dem Leben und den Siegen Napoleon's. 

Andriot, Fran<;ois, Kupferstecher geb. um 1655 in Paris, übte hier und in 
Born seine Kunst mit massigem Geschick. Er stach nach Ann. Carracci, Nie. Poussin, 
te Sueur und Domenichino. 



28 Androuet-Ducerceau — Angelini.. 

Andronikos, Architekt aus Kyrrhos in Syrien, baute im 1. .lahrli. v. Chr. in 
Athen den achtseitigen Thurm der Winde mit doppelsäuliger Vorhalle an der Nord- 
ost- und Nordwestseite, an jeder Seite des Oktogons die Relieffigur eines Windes. 

Androuet-Ducerceau, Jacqaes, Architekt und Kupferstecher, geb. wahr- 
scheinlich 1510 (n. A. um 1.520), f um 1580 in Paris, brachte' seit 1549 den 
grössten Theil seines Lebens in Orleans zu und stand in besonderer Gunst des 
Königs, doch haben sich keine Nachrichten über seine Bauwerke erhalten; aber er 
radirte in vielen hundert Blättern Pläne, Paläste, Stadtthore, Brücken für seine 
Werke, die er selbst verlegte, auch mythologische Darstellungen. Seine architektonischen 
Schriften sind: „Les plus excellents bätiments de la France" (2 Bde. 1576 und 79), 
wichtig für die Kenntniss der Bauwerke der franz. Renaissance, ferner „Les edifices 
antiques romains" (1584), ein „Livre d'architecture" (1559, 61 und 62), sowie Ab- 
bildungen von Triumphbogen (1549) und römischen Tempeln in Frankreich und 
Italien (1551 und sonst) ; auch Grotesken, Arabesken und Ornamente in grosser Zahl. 

Angel, Philips, Stilllebenmaler der holländ. Schule, geb. zu Middelburg, 
t nach 1665 wahrscheinlich in Batavia, wo er seit 1651 thätig war. Das einzig 
nachweisbare Bild von ihm, ein Stillleben aus dem Jahre 1650, ist im Berliner Museum. 

Angeli oder Angolo del Moro, Battista, Maler und Kupferstecher, thätig um 
die Mitte des 16. Jahrb., geb. in Verona, Schwiegersohn des Veroneser Malers 
Francesco Torbido, genannt il Moro, schmückte in Verona und Venedig Paläste und 
Häuser mit dekorativen Fresken, von aenen sich fast nichts erhalten hat. Seine 
Stiche, theils nach Parmegianino, Tizian, Raifael u. a., theils nach eignen Compo- 
sitionen, sind von ungleichem Werth. — Sein Bruder Giulio Augeli del Moro, 
der nach 1618 starb, war Baumeister, Maler und Bildhauer, thätig meistens in 
Venedig. Von seinen nur mittelmässigen Bildern ist im Dogei^palast zu Venedig 
(Saal des grossen Raths) wohl das beste das, auf welchem der Papst Alexander III. 
dem Dogen in der Laterankirche zu Rom Geschenke übergibt, ebendaselbst in der 
Sala del Scrutinip das Bild: Enrico Dandolo verzichtet auf die Krone des Orients. 
Besser sind im Allgemeinen seine plastischen Werke, z. B. das Prachtdenkmal der 
zwei Dogen Priuli und S. Salvatore zu Venedig. — Ein Sohn und Schüler des Battista, 
Marco Angeli del Moro, jung verstorben um 1560 in Rom, war Maler und 
Kupferstecher. Von seinen Malereien ist nichts erhalten ; viel grösser die Zahl seiner 
Stiche und Radirungen. 

Angeli, Heinrich von, Portraitmaler, geb. 8. Juli 1840 zu Ödenburg (Ungarn), 
Schüler der Wiener Akademie, der Akademie in Düsseldorf unter Leutze, später 
auch in München und Paris. Nach seinen ersten Bildern Marja Stuart auf ihrem 
Todesgang, Ludwig XI. der Franz v. Paula um Verlängerung seines Lebens bittet, 
Kleopatra und Antonius, Jane Gray vor ihrer Hinrichtung, die von grossem, 
malerischem Effekt waren, liess er sich 1862 in Wien nieder und wurde hier in 
kurzer Zeit der Portraitmaler der hohen Aristokratie, weil er mit sicherem Effekt- 
geftihl, grossem Geschick in der Körperstellung und raffinirter Technik malt, wobei 
er sich nicht scheut, wo es ihm uöthig scheint, auch einige Willkür einzumischen. 
Grossen Erfolg hatten gleich anfangs die Portraits von Grillparzer, Alex. Dumas, 
die sogenannte Dame in Schwarz (1872), der Bildhauer Costenoble und seit 1873 die 
Portraits königlicher oder kaiserlicher Familien, z. B. des Kaisers von Oesterreich, 
des Erzherzogs Ludwig Victor, des Kaisers Wilhelm I., der russischen Majestäten, 
der Königin Victoria und der übrigen Glieder des englischen Königshauses., des 
Feldmarschalls Freiherrn v. Manteuffel (Nat.-Gal. in Berlin), des nachmaligen Kaisers 
Friedrich und seiner Gemahlin, der Erzherzogin Maria Theresia, des Kaisers von 
Oesterreich für das neue Rathhaus in Wien (1884), des Grafen Moltke, der jetzigen 
Kaiserin von Deutschland (1890) u. a. Zwischen alle diese Portraits fallen auch die 
bedeutenderen Genrebilder: der Rächer seiner Ehre (1869), Jugendliebe Heinrich'« IV. 
(1871) und die verweigerte Absolution (1873). Er lebt als Professor an der Akademie 
in Wien. 

Angelico, Fra Giovanni, s. Fiesole. 

Angelini, Cavaliere Annibale, Landschaftsmaler, geb. 12. Mai 1812 in Perugia, 
besuchte die dortige Akademie und die von Florenz, war Dekoration«- und fVesko- 
mi>lor in römischen Palästen und ging dann zur historischen Landschaft über, die er 
nach einem neuen gemischten System von Freskomalerei und Mosaik ausübt. In 
dieser Technik malte er für den Vatikan grosse Landschaften mit Architektur, für 
den Quirinal und für Paläste in Genua. Er ist Professor an der Akademie von 
San Luca in Rom. 



Angelini — Anker. 29 

Angelint, Tito, Bildliauer, geb. 10. März 1806 in Neapel, f im Febr. 1878 
daselbst, Sohn und Schüler de.s Malers Lorenzo A. (1760—1853), ging schon 1824 
zu seiner weiteren Ausbildung nach Rom und 1847 nach Paris und wurde Professor 
an der Akademie seiner Vaterstadt. Unter seinen sehr zahlreichen Werken der 
klassischen Richtung in der modernen Bildhauerei sind viele Portraitbüsten, die 
seinen Ruhm weithin verbreiteten, z. B. die des Königs Ferdinand II. von Neapel, 
mehrere Grabdenkmäler auf dem dortigen Campo Santo und mehrere mytho- 
logische Figuren und Scenen; dazu auch einige kirchliche und allegorische Bild- 
werke und ein mit Statuen geschmückter Brunnen in Catania. Eins seiner spätereu 
Werke war die 1877 ausgestellte Enthüllung Phryne's durch ihren Vertheidiger 
Hyperides. 

Angermayer, Christoph, Bildhauer, aus Weilheim bei München, thätig in der 
1. Hälfte des 17. Jahrb., f 1G33, fertigte um 1618 mehrere im National-Museura zu 
München befindliche Elfenbeinschränke und im Auftrag des Kurfürsten Maximilian I, 
einen solchen viel kunstreicheren im dortigen Münzkabinet. 

Angernieyer, Johann Albert, Stilllebenraaler, geb. 1674 in Bilih (Böhmen), 
f um 1740 in Prag, Schüler von Job. Rud. Byss. Von ihm im Museum zu 
Schwerin 4 Bilder fhierleben auf freiem Felde. 

Anguier, FraiKjois, Bildhauer, geb. 1604 in Eu (Seine Interieure), f 8. ■Aug'. 
1669 in Paris, war dort Schüler von Simon Guillain, wurde unter Ludwig Xlfl. 
Kustos der Antikensanimlung des Louvre, fertigte in edlem Stil zahlreiche Grab- 
denkmäler, mehrere im Saal des Anguier des Louvre, darunter als das beste das aus 
einer Marmorpyramide bestehende Grabmonument der Herzöge von Longueville, 
ebenso das Denkmal des Heinrich Chabot, Herzogs von Rohan, im Museum von 
Versailles, auch das theatralische Grabdenkmal des Johanniterritters Jacques de 
Souvi'e (t 1670), andere in Pariser Kirchen. 

Anguier, Michel, Bildhauer, Bruder des Vorigen, geb. 28. Sept: 1614 in Eu, 
t 11. Juli 1686 in Paris, ebenso Schüler von Guillain, lebte von 1641 — 51 in Rom, 
wo er für Paläste der Kardinäle arbeitete. Nach seiner Rückkehr entfaltete er in 
Paris eine ausserordentliche Thätigkeit für mehrere Kirchen, für die Tuilerien und 
für Paläste; Skulpturen in der Kirche Val de Gräce (Geburt Christi, Engel und 
allegorische Gestalten der Tugenden), auch in der Kirche St. Eustache und mit seinem 
Bruder an der Porte St. Denis ; im Louvre die treffliche Büste Colbert's. 1668 trat 
er als Professor in die Akademie. 

Anguisciola, Sofonisba, Portraitraalerin, geb. um 1535 oder 1539 in Cremona, 
f um 1625, wurde, mit grossem Talent begabt, Schülerin von Bernardino Campi 
und von Sojaro, war schon sehr jung so geschickt in ihrer Kunst, dass sie 1559 
an den spanischen Hof berufen wurde, wo sie eine glänzende Thätigkeit entfaltete und 
alle vornehmen Personen malte. Dort heirathete sie den sizilischen Edelmann Fabrizio 
de Moncada und begab sich mit ihm nach Palermo. Nach dessen Tode heirathete 
sie den Orazio Lomellino, mit dem sie nach Genua zog, wo sie, um 1602 blind ge- 
worden, durch ihren Geist und hohe Bildung bis zu ihrem Tode einen Kreis von 
Künstlern um sich versammelte und die mütterliche Freundin van Dyck's war. Ihre 
Bilder sind selten, mit Ausnahme ihres Selbstportraits, das wohl sechsmal vorhanden ist, 
z. B. im Hofmuseum in Wien aus dem Jahre 1554, in den Uffizien zu Florenz und 
in manchem Privatbesitz. 

Angos, William, englischer Kupferstecher, geb. 1752, t 12. Oct. 1821, Schüler 
von William Walker, war ausgezeichnet in der Behandlung des Laubwerkes 
seiner landschaftlichen Stiche nach Paul Sandby, Daynes, Elsheimer und nach eignen 
Zeichnungen. Auch stach er nach Stothard die Blätter für dessen Taschenatlas und 
Portraits für das „Europäische Magazin". 

Anichini, Francesco, Gemmenschneider, geb. in Ferrara, t lö45, lebte in Venedig, 
wo er Gemmen von ungewöhnlicher Zartheit und grosser Schärfe des Schnittes fertigte. 

Anjou, Ren6 von, s. Ren6. 

Anker, Albert, Genreraaler, geb. 1. April 1831 in Ins bei Neuenburg in der 
Schweiz, ging von der evangelischen Theologie zur Malerei über, wurde in Paria 
Schüler von Gleyre und der Ecole des beaux-arts, lebte bald in Paris, bald in Anet. 
Seine Bilder, oft dem historischen Genre angehörend, oft Familienscenen, sind mehr 
durch Zeichnung als durch Colorit bedeutend. Zu den besten gehören: Die todte 
Freundin (1862), Gemeinderathssitzuug im Kanton Bern, das Schulexamen (18C2), 
Sonntagnachmittag, Portrait von Lavater. Winzerfest in Bern, die Koppeler Milch- 
suppe und andere aus der Kinderwelt. 



30 Annedonche — Änselmi. 

Annedoache, Joseph Alfred, Stecher in Mezzotinto, geb. 13. Sept. 1833 in 
Paris, Schüler von A. Martinet und von G 1 e y r e , brachte bis jetzt sehr gef ftlligö 
Stiche meistens in Schwarzkunst : Maria Himmelfahrt nach Poussin, les trisors d'une 
raere nach Adolphe Jourdan, die Flucht nach Aegypten nach Portaels und das an- 
gebliche Selbstportrait Raffaels im Louvre. 

AnniinciaQao, Thomas Jos^ da, Maler, geb. 26. Oct. 1821 in Ajnda bei 
Lissabon, f 3. April 1879 in Lissabon, ausgezeichneter Maler von Pferden, Eindvieh 
und Schafen, aber auch von Genrescenen ; mehrere seiner Bilder im Besitz des Königs 
von Portugal. 

Anradt, Pieter van, hoUänd. Maler, geb. in Deventer, f 1681 das., Schüler 
von Terborch, nur mittelmässig geschickter Portraitmaler. Von ihm ein Regenten- 
stück von 1675 und 2 Portraits im Reichsmuseum zu Amsterdam und ein ziemlich 
schwaches Regentinnenstück von 1674 im Museum zu Haarlem, 

Anreiter, Alois von, Portraitmaler, geb. 16. Juni 1803 in Bozen, f nach 1876 
in Wien, malte Bildnisse in Aquarell, Miniatur und in Oel, z. B. Kaiser Ferdinand 
von Oesterreich (Miniatur), Fürstin Eleonore von Schwarzenberg (Miniatur), Erz- 
herzogin Gisela, 3 Portraits der Familie de Pretis (Oel). 

Ansaldo, Andrea, Maler, geb. 1584 in Voltri bei Genua, f 20. Aug. 1638 in 
Genua, bildete sich nach Paolo Veronese, malte in Genua und der Umgegend 
Altarbilder, z. B. im Oratorium von S. Ambrosip in Voltri, in Genua, Santa Annunziata, 
die Fresken des Presbyteriums und des Chores im Palast Spinola und eine dem van 
Dyck nachgebildete Kreuzabnahme in der Akademie. 

Anschtttz, Hermann, Historienmaler, geb. 12. Oct. 1802 in Coblenz, f 30. Aug. 
1880 in München, Schüler von Hartmann in Dresden und von Cornelius, dem 
er von Düsseldorf nach München folgte, wo er im Sail des Odeon ein Freskobild, 
das Urtheil des Midas, malte. Nachdem er in Neapel die Wandmalereien aus Pompeji 
und Herculanum studirt hatte, kehrte er 1831 zurück und übernahm die technische 
Leitung der Wandbilder des neuen Königsbaues nach Clemens Zimmermanu's 
Zeichnungen, namentlich im Ballsaal und im Speisesaal. Von ihm auch eine sehr ge- 
lungene Himmelfahrt Maria in der Stadtkirche zu Fürth, die Königin Esther ira 
Schloss Bellevue bei Berlin und eine Maria als Himmelskönigin in der katholischen 
Garnisonskirche zu Coblenz. 

Ansdell, Richard, Genre- und Thiennaler, geb. 11. Mai 1815 in Liverpool, 
t 15. April 1885 in, Farnborough (Hampshire), widmete sich erst seit 1836 der Kunat 
und trat mit grossem Erfolg 1842 mit dem Bilde der Tod Sir William Lambton'3 
in der Schlacht bei Marston Moor zur Zeit Cromwell's auf, und liess dann seit 1843 
Bilder der Jagd und der wilden Thiere folgen, z. B. 1844 die von der Jagd zurück- 
kehrende Königin Maria-von Schottland, der Tod (1843), der Kampf um die Fahno 
(1848). Von Liverpool zog er 1847 nach London und begann 1850 auch die Dar- 
stellung der Haus- und Zuchtthiere in idyllischem und melodramatischem Charakter, 
wobei bisweilen Creswick das Landschaftliche und der Genremaler Frith die 
menschlichen Figuren ausführte. Mit dem Genreinaler John Phillip bereiste er 
1855 und 1856 Spanien und fand besonders in Sevilla viele Motive für seine 
Genrebilder. Dahin gehören: Der Wasserträger, trinkende Maulthiere, Durch- 
gang durch eine Furt von Sevilla (1858), der verirrte Schafhirt (1860); dazu 
kamen später noch die Ziegenfütterung in der Alhambra (1871), die westlichen 
Hochlande, der wandernde Troubadour (1876), die Heimath des Hochwilds (1877). 
Viele seiner Bilder von treffender Charakteristik und glänzendem Colorit radirte 
er selbst. 

Anselin, Jean Louis, franz. Kupferstecher, geb. 26. Mai 1754 in Paris, 
1 15. März 1823, Schüler von A. de Saint- Aubin. Unter seinen Stichen sind besonders 
bekannt : Meliere liest seinen Tartuffe bei der Ninon de 1' Enclos vor, nach Monaiau, 
die Belagerung von Calais nach Berthelemy und die Marquise von Pompadoui- als 
Schäferin nach C. Vanloo. 

Anselmi, Michelangelo, auch Michelangelo da Siena genannt, geb. 1491 in 
Lucca, t 1554 in Parma, war iu Siena Schüler von Sodoma, und kam 1517 nach 
Parma, wo er, von Correggio beeinflusst, in der Kirche S. Giovanni Evangelista 
malte. Andere Bilder von ihm : im Louvre Maria mit dem Kinde verehrt von 
Johannes dem Täufer und Stephaaus, eine Madonna mit Heiligen in der Akademie zu 
Parma, eine Krönung Maria in der Madonna della Steccata nach einem Carton von 
Qiulio Romano (1540). Seine Bilder zeigen eine gewisse AnmutK und warmes 
Colorit, sind aber oft überladen in der Composition. 



Ansianx — Antiphanes. 31 

Ansiaux, Jean Joseph Eleonore Antoine, Historienmaler, geb. 1764 in Lüttich, 
f 20. Oct. 1840 in Paris, wo er die grösste Zeit seines Lebens zubrachte. Hier war 
er Schüler von Vincent, begann mit Bildern des klassischen Alterthums und mit 
Portraits, brachte dann das grosse, durchschlagende Bild Angelika und Medor, die 
ihre Namenszüge in eine Baumrinde schneiden, eine Himmelfahrt Maria und eine 
Bekehrung des Paulus, später fast nur religiöse Bilder für die Kirchen in Paria, 
St. Germain en Laye, Arras und im Museum zu LiUe. 

Ansiglione, Bildhauer der 2. Hälfte des 19. Jahrh. lebt in Rom, bildete die 
Statue der Nacht un^ Ismaels, die ihm einen ehrenvollen Ruf verschafften, der durch 
die Statue einer Blumen spendenden Flora noch erhöht wurde. 

Ansuino oder Ansovino, ital. Maler aus Forli, Schüler und Gehilfe des 
Squarcione, malte um die Mitte des 15. Jahrh. mit Mantegna Scenen aus dem 
Leben des heil. Christophorus in der Kapelle San Jacopo e San Cristoforo der Kirche 
der Eremitani zu Padua. 

Antelami, Benedetto, Bildhauer aus Parma, in der 2. Hälfte des 12. Jahrb., 
bildet den Höhepunkt der damaligen oberital. Skulptur. Von ihm im Dom zu Parma 
aus dem Jahre 1161 die Area des Altars aus rothem Marmor mit Reliefs der 
Märtyrer, Christus und den Evangelistenzeichen, ferner im dortigen Baptisterium 
3 prächtige Portale mit merkwürdigen, figurreichen Reliefs. Er soll auch um 1196 
den Bau des Baptisteriums begonnen haben. 

Anteuor, griech. Erzgiesser der 1. Hälfte des 5. Jahrh. v. Chr., fertigte die 
ersten Statuen der Tyrannenmörder HarmOdius und Aristogiton, die später Xerxes 
bei der Einnahme Athens nach Asien entführte. 

Antheniios aus Tralles, Architekt, baute in den Jahren 532 — 37 n. Chr mit 
seinem Schüler I s i d o r o s von Milet die 531 abgebrannte Sophienkirche in Konstantinopel 
wieder auf, mit einer auf 4 Arkaden ruhenden sphärischen Kuppel. 

Anthonissen, Anton,- Marinemaler der 1. Hälfte des 17. Jahrh., wahrscheinlich 
identisch mit H. v. Authonissen, von dem sicn ein Strandbild von Scheveningen 
im Museum zu Schwerin, ein Seestück in den Museen zu Antwerpen und zu Orleans 
und in der Eremitage in St. Petersburg befindet. 

Anthony, Andrew Yarick Stout, amerikan. Formschneider und Illustrator, 
geb. 1835 in New York, Schüler von Gummi ngs und F. W. Streng, liess sich 
in Boston nieder und machte sich hier, in New York und in Californien durch 
Illustrationen für Journale und Bücher beliebt. 

Anthony, Mark, engl. Landschaftsmaler, geb. 1817 in Manchester, f 1. Dec. 
1886 in Hampstead, Schüler seines Vaters George Wilfred.A. (f 1859), bildete 
sich 1834 — 40 in Paris weiter aus. Seine Landschaften .sind von geschickter Composition 
und herrlicher Beleuchtung, z. B. Gebet für die Abwesenden, alter Dorfkirchhof, 
Stonehenge, das friedliche Thal, die Rückkehr von der Arbeit u. a. 

Antfgna, Jean Pierre Alexandre, franz. Genremaler, geb. 7. März 1818 in 
Orleans, f 27. Febr. 1878, wurde in Paris Schüler von Norblin und Delaroche, 
ging 1846 von der Malerei der Historienbilder zum Genre über, worin er zuerst das 
mühevolle, kümmerliche Leben der niederen Volksklassen in Bildern von tief bewegtem 
Ausdruck, aber schweren, düsteren Farben schilderte. Später wandte er sich auch 
der heiteren Seite des Volkslebens in bisweilen etwas sentimentalen Bildern zu. Zu 
den anziehendsten Bildern ernsteren Inhalts gehören : Der Sturm (Museum in Avignon), 
die Feuersbrunst (,1850), die Familie auf der Reise mit dem gestürzten Pferd (1855), 
die Verwundeten in der Dachkammer (1859), Episode aus dem Kriege in der 
Vendee (1864), der letzte Kuss einer Mutter (1865) und das vom Alp gedrückte 
Mädchen (1873). 

Antigonos, einer der griech. Bildhauer der Pergamenischen Schule, die um 
230 v. Chr. die Schlachten des Attalus I. und Eumeues gegen die Gallier darstellten. 
Er soll (nach Plinius) auch über Toreutik geschrieben haben. 

Antiochos, altgriech. Bildhauer aus Athen, von dem sich in der Villa Ludovisl 
in Rom eine stark beschädigte Statue der Minerva befindet, in der Anlage ähnlich 
der Parthenos des Phidias, wahrscheinlich Copie aus früher Kaiserzeit von einem 
Vorbilde der älteren Attischen Schule. 

Antiphanes, Bildhauer aus Argos, der im 4. Jahrh. vor Chr. einer der Bildner 
des um 3G8— 64 von den Tegeateu wegen eines Sieges über die Lacedämouier in 
I)elphi gestifteten Weihgeschenks war, wofür er die Dioskureu schuf, auch der Schöpfer 
eines anderen Weihgeschenks der Argiver wegen eines Sieges über die Lacedämonier, 
das eine Nachbildung des trojanischen Pferdes war. 



32 Antiphilos -^ Antoniaf. 

AutiphiloS) griech. Maler aus Aegypten, Schttler de» Xtesidemos, lebte um 
330 V. Chr. als Zeitgenosse und Nebenbuhler des Apelles, auch am Hofe des 
Ptoleraäos I. Seine Bilder waren von edlem Stil, besonders bedeutend im komischen 
Genre auch als Carikaturen. Sehr gerühmt wurde sein Satyr mit dem Panzerfelle 
und sein Portrait Alexander's d. Gr. . 

Antiquos, Johannes, hoUänd. Maler, geb. 11. Oct. 1702 in Groningen, f 1750, 
war unter G e r h a r d v a n d e n Ve e n anfangs Glasmaler, widmete sich später unter Jan 
Abel Wassenberg der Oelmalerei, machte mit seinem Bruder Lambertus, der 
ebenfalls Maler war, Reisen nach Italien, kehrte nach Groningen zurück und malte Portrait- 
und Historienbilder von guter Zeichnung und tüchtigem Colorit, z. B. im Schloss zu 
Breda, (Mars von den Grazien entwaffnet, Scipio Africanus, Coriolan) und in anderen 
holländischen Städten. 

Aiitoine, Etienne, franz. Bildhauer, geb. 20. Febr. 1737 in Carpentras (Provence), 
t 1809 in Marseille, widmete sich der Bildnerei in Thon und in Marmor, reiste 17GC 
nach Rom, wo er den grossen römischen Preis erhielt, kehrte dann nach Marseille 
zurück, wo er für das Hospital ein Marmordenkmal des Bischofs d'Inguimbert 
(t 1755) schuf, ebenso in Montpellier einen hübschen Brunnen mit der Gruppe der 
drei Grazien. Später arbeitete er noch in Paris. 

Antoine, Jacques Denis, franz. Architekt, geb. 6. Aug. i733 in Paris, f 24. Aug. 
1801 daselbst, baute in edlerem Geschmack als seine Zeitgenossen, zunächst 1768— 1775 
das Münzgebäude und andre Bauten in Paris, souann eine Kirche in Nancy, das 
Hotel Berwick in Madrid und die Münze in Bern 

Antokolski, Markus, russ. Bildhauer, geb. 1842 in Wilna, Schüler der Akademie 
in Petersburg, zeichnete sich anfangs durch Schnitzereien in Holz uiid Elfenbein aus, 
ging dann nach Paris und brachte auch Skulpturwerke von starkem Realismus, z.B. 
der gefesselte Christus vor dem Volk (1874), ein sterbender Sokrates von allzu grosser 
Naturwalirheit (1876), eine lebensgrosse, sitzende Bronzestatue Iwan's des Schrecklichen 
(1871), eine kolossale Statue Peters d. Gr. und ein sehr ergreifendes Grabdenkmal 
einer jungen Russin. 

AntoHnes, Don Jos6, span. Maler der Schule von Madrid, geb. 1639 in Sevilla, 
t 1676 in Madrid, Schüler des Francisco Rizi, malte religiöse Bilder, aber auch 
Landschaften. Von ihm mehrere Bilder in Madrid, im Museum del Prado als sein bestes 
Bild die von Engeln zum Himmel emporgetragene heil. Magdalena, in der Pinakothek 
zu München eine unbefleckte Empfängniss Maria und ein heil. Hieronymus in der Höhle. 

Antoliaes y Saraba, Don Francisco, span. Maler, Neffe des Vorigen, geb. 1644, 
t 1700, ging von der Jurisprudenz zur Malerei über, worin er Schüler von M u r i 1 1 o 
wurde, sich der biblischen Geschichte und dem Leben der Maria widmete und vor- 
zugsweise kleine Bilder mit landschaftlichem Hintergrund im Stil Murillo's malte, 
z. B. eine Geburt Christi in der Kathedrale von Sevilla und 6 kleine Scenen aus dem 
Lebeu der Maria im dortigen Museum. 

Antolini, Giovanni, ital. Architekt, geb. 1760 in Bologna, f 1841 in Mailand, 
baute in ausschweifendem Rococostil, entwurf in Mailand um 1806 für den Kaiser 
Napoleon das nicht zu Stande gekommene Forum Boufw^ r et und errichtete in Venedig 
1814 den neuen Verbindung sba'i zv.ischen den alten und den neuen Prokuratien. 

Antonelio v. Messina, Maler, geb. un. 1444 (n. A. um 1414) zu Messina, 
t 1493 in Venedig, begab sieh nach Flandern, um die damals neue Technik der 
Oelmalerei zu erlernen, die er in Italien zu grosser Vollkommenheit brachte. Nach 
seiner Rückkehr liess er sich um 1470 in Venedig nieder, ^fro er sich nach Bellini 
und Carpaccio weiter bildete und besonders durch seine Portrait» einen grossen Ruf 
erwarb. Sein frühstes Werk ist wohl das Christusbild (1465) in der Nät.-Gal. zu 
London. Seine Hauptwerke sind im Museum zu Antwerpen ein Kalvarienberg (1475) 
und ein Portrait, ein anderes männliches Portrait im Louvre, das Portrait eines 
jungen Mannes aus dem Jahre 1478 im Berliner Museum, ein aus mehreren Tafeln 
bestehendes Altarstück (1473) in der Pinakothek zu Meäsina und ein heil. Sebastian 
im Museum zu Dresden. Angebliche Bilder von ihm in der Akademie zu Venedig. 

Antoniazzo oder Antonazzo, eigentlich Antonio dl Benedetto Aquillo, 
Maler aus Rom, thätig um 1460—97, arbeitete viel zusammen mit Melozzo da Forli 
und Perugino. Einer seiner wenigen eignen Arbeiten ist eine Madonna zwischen 
Hieronymus und Franciscus (1464) in S. Antonio del Aconte zu Rieti. 

Antoula da Monza, Miniaturmaler, lebte um 1500. Von ihm in der Albertina 
zu Wien prachtvolle Miniaturen aus einem kircWichen Buche in Folio, dai-unter eine 
Ausgiessuug des heil. Geistes mit einem schönen ornamentalen Rahmen des Blattes. 



Antonio — Apollodoros. 33 

Antonio da Murano, Maler, in Venedi? thätig um 1440—70, gewöhnlich in 
Gemeinschaft mit Giovanni Ala manne oder Johannes dem Deutschen, auch mit 
seinem eignen Bruder Bartolommeo, der den Namen Vivarini (s. d.) annahm, 
Von den beiden ersteren ist ein Altarbild der Krönung Maria vom Jahre 1440 in 
der Akademie zu Venedig, Aviederholt im Jahre 1444 in S. Pantaleone daselbst. Das 
Hauptwerk dieser beiden ist das Breitbild der thronenden Madonna mit 4 Engeln 
und 4 Kirchenvätern (1446) in der Akademie zu Venedig. Von A. da Murano und 
Bartolommeo eine Altartafel der thronenden Madonna mit 4 Heilig-en (1450) in der 
Pinakothek zu Bologna. Im Museum zu Berlin eine Anbetung der Könige aus 
Antonio's früiier Zeit und eine Verkündigung in S. Giobbe zu Venedig. 

Antonio, Pedro, span. Maler, geb. 1614 in Cordova, f 1675 das., Schüler von 
Antonio del Castillo, malte viel in den Kirchen und Klöstern seiner Vater- 
stadt, wovon nur Weniges noch erhalten ist, manches Andere im dortigen Privatbesitz. 

Antonio Vonezlano, s. Veneziano. 

Autonissen, Henri Joseph, Landschafts- und Thierraaler, geb. 9. Juni 1737 in 
Antwerpen, f 4. April 171)4 das., trat 1752 in das Atelier Balth a s a r Be seh e y " s d. Ae., 
gelaugte durch seine Landschaften aus den Gegenden der Maas mit Thierstaifage zu 
grossem Ruf und wurde Lehrer des van m m e g a n c k. 

Antonisz, Comelis, Prospektenzeichner und Formschneider. Von ihm im Rath- 
haus zu Amsterdam eine Schützenmahlzeit von 1533 und ein Schützenstück von 1557 
im Reichsmuseum daselbst. 

Antum, Aart van, Marinemaler, thätig in der 1. Hälfte des 17. Jahrb. Von 
seineu wenigen Bildern befindet sich ein Seestück (1604) im Museum zu Berlin, eine 
Schlacht bei Dover (1608) im Reichsmuseum zu Amsterdam, und eine stürmische See 
im Rudolfinum zu Prag. 

Aparicio, Don Jos^, .span. Maler, geb. 1773 in Alicante, f 183S in Madrid, 
bildete sich in Valencia, in Madrid und unter David in Paris. Seine deu Verfall 
der span. Malerei charakterisirenden Werke sind 2 Historienbilder im Museum del Prado 
in Madrid. 

Apelles, der gefeiertste Maler des Alterthums, geb. zu Kolopbon in Lydieu, 
blülite er in der 2. Hälfte des 4. Jahrb. v. Chr., war Schüler des Paniphilos in 
Sicyon, vereinigte in sich den sinnlichen Reiz der jonischen Schule mit dem Geist 
und dem Ernst der sicyouischen und zeigte in seinen Werken eine hoch gepriesene 
Grazie und ein blühendes Colorit. Schon zu König Philipp's Zeit zog er nach 
Macedonien, wo Alexander ihn als grössten Maler erkannte und von Niemand als 
von ihm gem'^lt sein wollte. Von dort soll er nach Kleinasieu gereist sein und sich 
nach Alexander's Tode in Aegypten am Hof des Ptoleniäus aufgebalten haben und 
später nach Ephesus zurückgekehrt sein. Eins seiner berühmtesten Werke war die 
Venus Anadyomene im Tempel des Asklepios zu Kos, nicht minder die 3 Grazien, 
Alexander mit dem Blitz in der Hand, Alexander mit Kaätor und Pollux, Alexander 
deu Siegeswagen besteigend, und andere Portraits und heroische Bilder. Auch über 
seine Kunst schrieb er einige Werke, von denen zu Plinius des Aelteren Zeit im 
1. Jahrb. nach Chr. noch 3 Abhandlungen vorhanden waren. Seine Biogr. von 
Wustmann (1870). 

Apengeter, Haus oder Joliann, Glockengiesser, soll in Halberstadt geboren 
sein, lebte in der ersten Hälfte des 14. Jahrh. war von 1332—44 Hausbesitzer in 
Lübeck, wohin er 1327 von Colberg übergesiedelt war. Er goss 1337 das Taufbecken 
in der Marienkirche zu Lübeck, 1344 das Taufbecken der Nikolaikirche in Kiel und 
1327 einen grossen Leuchter mit Apostelfiguren als Reliefs in der Marienkirche zu 
Colberg. 

Apol, Lodewyk Franciscug Hendrik, genannt Louis A., holländ. Landschafts- 
maler, geb. 6. Sept. 1850 im Haag, Schüler von Job. FranciscusHoppenbrouwers 
und Pieter Störte nbecker, bereiste die Küsten von Norwegen, die Nordpolar- 
länder und Nowaja Semlja und malte mit Vorliebe Landschaften in Kälte und Schnee. 
Im Reichsmuseum zu Amsterdam von ihm ein kalter Tag des Januar (1875) und 
ein Winterbild der Ufer eines Flusses in Holland. 

ApoHodoro», griech. Maler aus Athen um 430 v. Chr., Vorläufer des Z e u x i s , 
erhielt, weil er zuerst ciue kräftigere Modellirung der Gestalten durch Beobachtung 
von Licht und Schatten einführte, den Beinamen der Schattenmaler. Seine Haupt- 
werke waren ein üdysseus und ein schittbrüchiger Ajax. 

Apollodoros, auüDamascus, Architekt unter dem Kaiser Trajan. Er baute in Rom 
das prachtvolle Forum des Trajan, das in der Mitte die fünfsciiiftige Basilica Ulpia 
Allgemelacs Künatler-Lexicon. 5. Aufl. 1. Band. 3 



34 Apollonio — Appiani. 

hatte, die noch erhaltene Marmorsäule mit Reliefs geschmückt, und die in Dacien 
über die Donau geschlagene Brücke, sowie im Jahre 115 den einthorigen Triumph- 
bogen Trajan's in Ancona. Unter Hadrian wurde er verbannt und 129 mit dem Tode 
bestraft, weil er durch seinen Tadel des vom Kaiser entworfenen Tempels der Venus 
und Roma den Zorn desselben erregte. Er schrieb auch ein an Hadrian gerichtetes 
Werk „Poliorcetica"' über Kriegsniasohinen. 

Apollonio, firiacomo, ital. Historien- und Landschaftsmaler, geb. 1584 in. 
Bassano, f im Nov. 1654 aaselbst, Schüler und Nachahmer seiner Oheime Girolamo 
und Giambattista Bassano. Bilder von ihm in der Galerie Doria in Rom, in 
Bassano und in den Kirchen kleinerer Städte Oberitaliens. 

Apollonios, aus Athen, Sohn des Nestor, Zeitgenosse des Pompejus und 
Caesar, der Bilduer des berühmten l'orso im Vatikan, einer ideal aufgefassten, 
ruhenden Gestalt des Hercules. 

Apollouios, aus 'J'ralles in Karlen, ein der rhodischen Schule verwandter 
Bildhauer, mit seinem Bruder Tauriskos der Schöpfer der Marmorgruppe des sogen, 
farnesischen Stiers im Museum zu Neapel. 

Apollouios, Steinschneider, lebte wahrscheinlich unter dem Kaiser Augustus in 
Rom. Von ihm die Gemme mit der ausruhenden Artemis im Museum zu Neapel. 

App, Peter Wilhelm, Historienmaler, geb. zu Darrastadt, um 1820, Schüler 
von Cornelius in München. Von ihm das Freskobild Urtheil des Midas im Schloss 
des Barons Blessen bei Düssoldorf, und ein Oelbild von Arminius als Sieger zu,, den 
Seinigen zurückkehrend. 

Appel, Jakob, holländ. Maler, geb. 1680 in Amsterdam, t ". Mai 1751 daselbst, 
Schüler von de Graaf, vauderPlaas und Hey ringh, malte Landschaften, Portraits 
und Historienbilder, war sehr beschäftigt mit, der Bemalung von Sälen und mit 
Kaminbildern, besonders in der täuschenden Nachahmung von Basreliefs, wobei ihm 
sein 1719 geborener Sohn behilflich w.ir. 

Appelman, Bartholomäu.^ oder Barend, Maler i^eb i>UO im Haag, f 1686 
daselbst, besuchte in jungen .Jahren Italien und malte Lun.lv i.uttt-ii. die "oisweilen als 
Hintergrund für die Bilder anderer Maler dienten, z. B. für die Portraits des Jan van 
Bacu, sowie umgekehrt Adrian v. d. Velde den Landschaften Als die Staffage verlieh. 

Appelman, Jan und Peter, Architekten des 14. und 15. Jahrh., aus Boulogne, 
n. A. aus Antwerpen. Ersterer soll schon 135-' den Bau der Kathedrale in Antwerpen 
begonnen und den Plan zu dem 123 m. hohen Thurm entworfen haben, starb aber 
sicher vor Vollendung des Baues (erst 15. Mai 1434), und um diese Zeit setzte Petei* 
A. den Bau fort. Er soll auch in Antwerpen die ehemalige St. Georgskirche im 
gothischen Stil erbaut haben. 

Appert, Eugene, franz. Maler, geb. 28. Dec. 1814 in Angers, t 8. März 
18«7 in Cannes, Schüler von Ingr-^-s, malte Genre- und namentlich religiöse Bilder 
von anmuthiger Darstellung und ansprechender Wirkung. Zu seinen besten gehören : 
der verjagte Papst Alexander III. als Bettler verkleidet, Nero vor dem Leichnam 
der Agrippina, die barmherzigen Sch^yestern in der Krim und andere Bilder im 
Hospital von Angers. 

Appian, Adolphe, franz. Landschaftsmaler und Radirer, geb. 1819 in Lyon, 
Schüler von C Orot und D a u b i g n y, malt in realistischer Richtung und behandelt 
insbesondere die Beleuchtung in effektvoller Weise. Er beschickte die Pariser Aus- 
.stellnngen seit 1835 und später auch die Wiener Ausstellungen. Zu seinen besten 
Bildern gehören -. Ein Abend am Ufer der Rhone zu Aix, der Viehmarkt (1865), das 
Bois des Roches (1870^ die Umgebung von Monaco (1872) u. a. Er hat auch zahl- 
reiche Blätter nach eitrneu Kompo.sitionen radirt. Er lebt in Lyon. 

Appiani, Andrea, ital. Preskomaler, geb. -23. Mai 1754 in Mailand, f 8. Nov. 1817 
daselbst, genannt der Maler der Grazien, studirte ohne eigentlichen Lehrer die alten 
Meister in Bologna, Parma, Florenz und RaffaePs Fresken in Rom. wurde Hofmaler 
Napoleon's und malte fast alle Glieder der Familie desselben, verlor aber durch 
dessen Sturz das damit verbundene Gehalt und gerieth dadurch ins Elend. Seine 
Fresken sind von schöner Zeichnung und Farhe, aber ohne tiefere Charakteristik. 
Seine besten Werke sind in Mailand die Kuppelfresken von 1795 in St. Maria presse 
Celso, die Freske im Palazzo Reale, das Deckenfrc.sko der Parnass (1811) in der 
Villa Reale, zu Monza in Villa Reale das Deckenfresko Amor und Psyche und die 
Fresken in der Peterskirche zu Mainz. Unter seinen weniger bedeutenden Oelbildern : 
Boas und Ruth im Hofmuseiim zu Wien, der Zorn des Achilleus, Christus mit den 
Jüngern in Emmaus, und andre im Museum zu Versailles. 



Applaini — Arbien. 35 

Appiani, Francesco,, ital. Freskomaler, geb. 1704 in Ancona, f 1792, Schüler 
vou Domenico Magatta, bildete sich auch unter M a n c i n i, ging nach Perugia und 
Rom, wo seine besten Werke entstanden. So namentlich der Tod des heil. Dominikus 
in S. Sisto- zu Rom, andere in S. Francesco del Prato, in S. Pietro Fuori und andern 
Kirchen zu Perugia. 

Appiani, Nicola, wenig bekannter und beachtung.^werther Zeitgenosse und 
Nachahmer des Marco d'Oggionno. Von ihm in der Brera zu Mailand eine Anbetung 
der Könige und eine Taufe Christi, iu der Sakristei vou S. Maria delle Grazie ein 
Altarbild und in der Pinakothek zu Turin eine Vermählung der heil. Katharina. 

ApshoTen, Ferdinand yon, Genremaler und Kunsthändler, geb. 1. März 1630 
iu Antwerpen, .f im April 1694 daselbst, Bruder des folgenden, Schüler seines gleich 
namigen Vaters und wahrscheirdich auch des David Teniers d. J., den er nach- 
ahmte. Er malte, meistens in Amsterdam, Bauerngesellschaften, Bierhäuser, auch 
Stillleben. Im Museum zu Dresden von ihm das Atelier eines Malers. 

Apshoren, Tliomas von, Genremaler, Bruder des Vorigen, geb. 30. Nov. Ib22 
in Antwerpen, f 1665 daselbst, Schüler seines Vaters Ferd. v. A., bildete sich 
gleichfalls nach dem jüngeren Teniers und war in Antwerpen thätig. Von ihm 
im Jluseum zu Dresden ein Stillleben und ein Frühstück, in der Galerie zu Darmstadt 
ein Biiuernhaus. 

Aquila, Francesco Faraonio, ital. Kupferstecher und Radirer, geb. um 1676 
in Palermo, arbeitete in Rom von 1690 bis zu seinem Tode 1740, brachte es in den 
mit dem Grabstichel gearbeiteten Blättern nur zu mittelmässigen Leistungen, besser 
in seinen Radirungen. Zu den besten seiner sehr zahlreichen Blätter zählt man eine 
heil. Familie nach Correggio (Nat.-Gal. in London), Petrus auf dem Meere wandelnd 
nach Lanfrauco, andere nach Brvrettini, Maratta und Pietro da Cortona. 

Aquila, Pietro, ital. Kupferstecher und Radirer, geb. 1650 zu Marsala auf 
Sizilien, f um 1700, Oheim des Vorigen, bildete sich ohne eigentlichen Lehrer, war 
aber mit dem Grabstichel wie mit der Nadel, ein glücklicher Nacheiferer des Pietro 
Sauti Bartoli Eine seiner besten Arbeiten sind die 98 Blätter nach Lanfranco's 
Deckenbild in der Villa Borghese zu Rom, darstellend eine Götterversammlung auf 
dem Olymp, nach Ann. Carracci die Bilder aus der Götter- und Heldenmytho im 
Palast Farnese, viele andere nach Maratta, darunter auch das Altarbild in der 
Kapelle Altieri der Kirche S. Maria sopra Minerva und mehrere nach Berrelnini. 

Arago, Alfred, Historienmaler, geb. 1816, Sohn des Physikers und Astronomen 
Dominique Frangois A., Schüler von Delaroche, beschickt seit 1841 die Pariser 
Ausstellungen, wurde 1852 Geueraliuspektor der Schönen Künste. Am bekanntesten 
sind seine Gemälde : Karl V. im Kloster von Sanct Yuste und Genesung Ludwig's XI. 

Aragonese, Sebastlauo, aus Brescia, Maler des 16. Jahrh., Schüler von 
Romanino. Von ihm ein Altarbild in der Kirche zu Torri am Garda-See. 

Araldi, Allessandro, ital. Maler, geb. 1465 in Parma, f nach 1530 das., bildete 
sich nach Giovanni Bellini und malte idr die Kathedrale in Parma eine Madonna 
mit Heiligen (l.''i06). Auch in der dortigen Gemäldesammlung eine Verkündigung (1514) 
von geringem "'.Verth, Wandmalereien im Kloster Sau Paolo und eine Copie des be- 
kannten Abendmahls von Liouardo da Vinci in der dortigen Akademie. 

Aranda, Don Jos<^ Jimenez, spau. Historienmaler, geb. 1837 in Sevilla, jetzt 
in Paris lebend, beschickte die Ausstellung in München 1883 mit einer Predigt im 
Hof der Kathedrale von Sevilla im Jahre 1802 mit sehr realistischer Auffassung des 
Volkes aller Klassen, ebenso die Ausstellung in Berlin 1880 mit einem wenig er- 
baulichen Unfall teim Stiergefecht und einer Vision des Bruders Martin (Zeichnung) 
nach einem Gtditht des Nunez de Arce. Eins seiner bedeutendsten Bilder ist der 
Audienz-Tag. 

Arbasia, Cesare, Maler, geb. um 1550 in Saluzzo (Oberitalien), f in den ersten 
Jahren des 17 Jahrb., "war mehrere Jahre in Spanien beschäftigt und malte um 1579 
in der Kathedrale zu Malaga und im Palast des Grossadmirals Don Alvaro de Bazan 
Landschaften und Stadtansichten. Um 1595 kehrte er in seine Heimath zurück und 
malte in Saluzzu und Savigliano. 

Arbien, Magnus Gustav, Medailleur, geb. 25. Sept. 1716 in Christiania, 
t 27. Jan. 1760 in Kopenhagen, wo er sich erst spät der Kunst widmete. Weiter 
bildete er sich in Stockholm unter Hedlinger, sowie in Deutschland und noch 1753 
in Paris. Kurz vor seinem Tode nach St. Petersburg berufen, schnitt er eine Medaille 
zu Ehren der Kaiserin Elisabeth. Man hat von ihm zahlreiche sehr geschickt ge- 
schnittene Medaillen. 



36 Arbo — Ardemans. 

Arbo, Peter Niels, norweg. Historienmaler, geb. 183.1 in Drammon, f 14. Oct. 
1892 in Christiania, lernte seine Kunst in Kopenhagen un^ seit 1852 in Düsseldorf 
unter Karl Sohn, ging von der Historienmalerei allmählich zur nordischen Sage, 
zum historischen Genre und zum Portrait über, und eignete sich von 1861 — 70 in 
Paris grössere Eleganz und glänzendes Colorit an. Zu jenen Darstellungen der 
Sage gehören in der National-Galerie zu Christiania die Walküre und die wilde Jagd, 
ebenso auf der Wiener Ausstellung 1873 die Schlacht bei Stratford-Bridge. lu diesen, 
wie in den historischen Genrebildern, besonders meisterhaft in der Darstellung 
der Pferde. 

Arborelius, Olof Per, schwed. Landschaftsmaler, geb. 4. Nov. 1842 zu Orsa in 
Dalekarlien, bildete sich seit 1860 auf der Akademie in Stockholm, ging 1869 nach 
Düsseldorf und später nach Rom. Er schildert in gewöhnlich reich staffirten Land- 
schaften das Volksleben aus seiner Heimath und aus Italien, z. B. Schärengegend im 
Sturm (1874, Nat.-Mus. in Stockholm), Eichenwald, Kirche der Gemeinde von Mora 
in Dalekarlien u. a. 

Area, Niccolö dell', ital. Bildhauer des 15. Jahrb., aus Bari in Ayulien, 
t 1494 in Bologna, Schüler des Jacopo della Quercia, bekannt durch seine 
Skulpturen (um 1469) an der Area di San Domenico und den dazu gehörenden 
leuchterhaltendeu Engel in der Kirche zu Bologna und ein aus Thon gebildetes, 
ehemals vergoldetes Relief einer Madonna an der Fa?ade des dortigen Palazzo pubblico. 

Arcagnolo, s. Orcagna, Andrea. 

Archelaos, griech. Bildhauer aus Priene in Jonien, lebte im 1. Jahrb. n. Chr., 
Bildner des Reliefs mit der Apotheose des Homer im britischen Museum zu London. 
Es zeigt neben einer frostigen Allegorie eine Entartung des Reliefstils. 

Archer, James, schottischer Genre- und Portraitmaler, geb. 1824 in Edinburg, 
Schüler der dortigen Akademie, betrieb anfangs die Kreidezeichnung, trat erst 1849 
mit seinem ersten Oelbild, einem Abendmahl, auf, dem dann Portrait- und Genre- 
bilder von geschickter Composition, besonders gelungen in den Kostümen, folgten. 
1862 Hess er sich in London nieder und stellte dann als seine besten Bilder aus: 
Der puritanische Bewerber (1865), die Zeit Karl's I., Henry Irving als Karl I. (1873), 
die helle und die dunkle Schönheit (1874), die 3 Schwestern (1876), Peter v. Amiens 
predigt den Kjreuzzug. 

Archer, John Wykeham, Aquarellmaler und Kupferstecher, geb. 2. Aug. 1808 
in Newcastle on Tyne, t 25. Mai 1868 in London, wo er Schüler des Kupferstechers 
John Scott wurde. In seiner Vaterstadt und in London betrieb er zunächst die 
Radirkunst, wandte sich aber diun zum Aquarell, lieferte für den Herzog von Nort- 
humberland eine Menge topograpliischer Zeichnungen imd stellte in Radirungen das 
alte London mit entsprechender Staffage dar (1851), schrieb auch für Douglas 
„Jerrold's Magazine" und für das „Gentleman's Magazine". 

Arcimboldl, Giuseppe, Maler, geb. 1533 in Mailand, f 1593, war lange Zeit 
am Hofe Maximilian's IL in Prag thätig und stand in hoher Gunst bei dessen Nach-" 
folger Rudolph IL Von ihm die beiden allegorisch dargestellten Jahreszeiten Sommer 
und Winter im Hofmuseum zu Wien (1563) und dazu als die dortigen Pendants: 
Feuer und Wasser. Besonders geschätzt war er als Portraitmaler. 

Arco, Alonso del, geb. 1625 in Madrid, f 1670 das., genannt el Sordillo 
de Pereda, weil er taubstumm und Schüler von Antonio de Pereda war. 
Er malte Kirchenbilder mit grosser Leichtigkeit und oft ohne alle Sorgfalt; die 
meisten derselben in den Kirchen von Madrid. Mehr gerühmt werden seine Portraits. 

Ardeil, James Moe, Mezzotintostecher, geb. 1705 (oder 1710) in Wand, f 2. Juni 
1765 in London. Er war ein sehr fleissiger, aber auch flüchtiger, keineswegs ge- 
schickter Stecher, namentlich von Portraits nach Reynolds, Ramsay, van Dyck, Peter 
Lely, Hogarth u. a., aber auch nach Rubens, Rembrandt und Murillo. 

Ardemans, Teodoro, spanischer Maler und Architekt, geb. 1664 in Madrid, 
t 15. Febr. 1726 das., Sohn eines Deutschen. Er diente in der königl. Leibgarde, 
ergriff aber schon l'rüli die Malerei und wurde Schüler von Claudio Coello. 
1688 ging er nach Granada, wo er Baumeister am Dom wurde, sich aber nebenbei 
auch mit der Malerei und der Hydraulik beschäftigte, da er Hochbauten und Wasser- 
bauten zu leiten und auszuführen hatte. 1694 wurde er Obermeister der Kathedrale 
von Granada, 1700 Architekt der Stadt Madrid und 1704 Kammermaler des Königs 
Philipp V. Von seinen wenigen Gemälden hat sich keins erhalten, mehrere dagegen 
von seinen architektouisrhen Werken, die aber künstlerisch unbefriedigend sind; das 
beste darunter ist die Kollegiatkirche in S. Ildefonso. 



Ardente — Aristeas. 37 

Ardente, Alessandro, ital. Maler, geb. in der 1. Hälfte des 16 Jahrh. zu 
Faenza, f 1595 als Hofmaler des Herzogs Karl Einanuel von Savoyen. Vor ihm in 
den Kirchen S. Paolino in Lucca einige Altarbilder, in S. Giovanni daselbst eine 
Taufe Christi, ein Bild in S. Frediano und auf dem Monte della Pietä eine Bekehrung 
des Paulus. 

Ardeti, Carlo, Historienmaler, geb. in Mailand, f l«73 in Bologna, lebte seine 
besten Jahre in Turin, wurde Professor an der Akademie in Mailand, bildete als 
Präsident der Accademia Albertina in Turin zahlreiche Schüler und wirkte wenige 
Jahre vor seinem Tode als Direktor der Akademie in Bologna. 

Ardinghi, Ang.elo, Formschneider,- geb. 1850 in Pietrasanta (Provinz Lucca), 
bildete sich in Siena, namentlich unter dem Holzbildhauer Pietro Giusti, später 
auch in Bologna und in Mailand, wo er mit eignen Arbeiten auftrat. Wir nennen 
darunter ein Portrait Michelangelo's für die ^lUustrazione Itäliana". die Denkmäler 
der Baukunst in Lucca und zahlreiche Holzschnitte für Gubernati's ^Wörterbuch der 
lebenden italienischen Schriftsteller" (1880). 

Aregio, Pablo de, span. Maler, bekannt ilurch die im Jahre 1506 in Gemeinschaft 
mit Francesco N a p o li ausgeführten grospartigen Malereien des Hochaltars in der 
Kathedrale von Valencia mit Scenen aus dem Leben der Maria und Christi, die an 
die besten Schöpfungen der Schule Lionardo da Vinci's erinnern. 

Aretiiio, Spinello, s. Spinello Aretino. 

Aretusi, Cesare, Maler aus Bologna, thätig in der 2. Hälfte des 16. Jahrb., 
Sohn des Malers Pellegrino de A. , arbeitete viel in Gemeinschaft mit Giov. 
Battista Fiorini, namentlich für die Kirche seiner Vaterstadt, copirte auch in 
Parma die Malereien Correggio's und malte viele Portrait« von Fürsten, Fürstinnen 
und anderen vornehmen Personen. 

Arfe, Enrique de, Goldschmied aus Deutschland, kam um 1500 nach Leon in 
Spanien und fertigte dort für Kirchen zahlreiche Monstranzen spätgethischen Stils, 
von denen die in den Kathedralen von Cordova und Toled noch vorhanden sind. 
Sein Sohn Antonio, der ebenfalls diese Kunst betrieb, arbeitete schon im so- 
genannten plateresken Stil (span. Renaissance des 16 Jahrh.). — Des letzteren Sohn 
und Schüler Juane deA. , berühmter als sein Vater und sein Grossvater, geb. 1535 
in Leon, f bald nach 1600, fertigte noch prachtvollere Monstranzen und Hess sich 
in Valladolid nieder, wo er für eine dortige Kirche, für die Kirchen in Avila, Sevilla, 
Segovia und Madrid Monstranzen im Stil der Spätrenaissance der Schule des 
Michelangelo arbeitete. Er schrieb auch ein Werk über die Verhältnisse des mensch- 
lichen Körpers. 

Argenti, Giosu^, Bildhauer, geb. 7. Febr. 1819 in Viggiu hei Como, Schüler 
der Akademie in Mailand unter Abbondio Cacciatori und demMaler Sabatelli, 
bildete sich in Rom weiter. Seine Hauptwerke sind: Der Schlaf der Unschuld, die 
Wittwe Vigoni mit ihren Kindern (Villa Vigoni am Corner See), die Wohlthätigkeit, 
die kolossale Statue der Religion, die Statue des Bischofs Novasconi, die Märtyrerin, 
die Badende, Eva nach dem Sündenfall, Perseus und Andromeda (1884). Mehrere 
dieser Statuen von grosser Wahrheit und Anmuth wurden in Paris, Wien und 
Philadelphia prämiirt. 

Arias, Fernaudez Antonio, Maler, geb. um 1620 zu Madrid, f 1684 da«., 
Schüler des Pedro de las Cuevas, malte schon im Alter von 1 1 .lahren eiu Altar- 
bild für Toledo und wurde mit 25 Jahren zu den besten Meistern der Schule von 
Madrid gezählt. Er malte eine Reihe von Königen und Königinnen für das alte 
Schloss in Madrid und andre Bilder für dortige Kirchen und Klöster. Einige 
Bilder von ihm im Museum del Prado zu Madrid; von ihm eiu Bild vom 
Zinsgroschen. 

Arienti, Carlo, Maler und Radirer, geb. 1800 in Mailand, t 3. April 1873 in 
Bologna, wurde als Professor an der Akademie in Mailand nach Turin "berufen, wo 
er im Palast des Königs eine gegen die Oesterreicher siegreiche Schlacht malte, 
infolge deren er nicht nach Mailand zurückkehren durfte. Dann wurde er Präsident 
der Akademie in Turin und 1862 Direktor der Akademie von Bologna. Eins seiner 
bedeutendsten Bilder waren (1862) die von Dante erwähnten Personen, die von 
Charon über den Styx geführt weiden. 

Aristeas und Papius, zwei griech. Bildhauer aus Aphrodisias in Kaiien, lebten 
zur Zeit Hadrian's, die Schöpfer zweier Statuen von Centauren, eines jugendlichen 
und eines älteren, aus schwarzem Marmor, auf deren Rücken ehemals ein geflügelter 
Eros sass beide befindlich im Capitoliuischen Museum zu Rom. 



38 Aristiiles — Annenice. 

Aristides, j^rieck. Maler au« Theben, Zeitgenosse des Zeuxis und Parrhasios, 
Schüler des En^enidas, Lehrer des Euphränor, bildete die Technik der Enkaustik 
weiter aus, war Meister in der Daratellang der seelischen Zustände, der Leidenschaften 
und der psycholog^8cb«r Charakteristik. Er malte einen Schutzflehenden, einen Jäger, 
einen Kranken und das erschütternde Bild einer sterbenden Mutter mit der Ver- 
wüstung einer Stadt im Hintergründe. 

Aristodemos, griech, Erzgiesser, um 300 v. Chr., bildete Götter und andere 
ideale Gestalten, auch Heroen und Portraits, darunter auch den Dichter Asop, in 
einer wahrscheinlichen Copie vorhanden "n der Villa Albani zu Rom, eine krüppel- 
hafte Gestalt von klugem Ausdruck des Gesichts. 

Aristogiton, s. Hypatodoros. 

Ariatokles, athenischer Bildhauer aus der Zeit vor Phidias. Von ihm die 
alterthümliche Grabstellt- des Aristion, die 1838 aufgefunden, jetzt im Centralmuseum 
zu Athen befindlich, in flachem^ bemaltem Relief einen Krieger in voller Rüstung 
darstellt, der sich mit der Linken auf seinen Speer stützt. 

Arlstonidas, rhodischer Erzgiesser zur Zeit der Nachfolger Alexander's d. Gr., 
schuf eine Statue des reui^n Athamas, der in einem Anfall von Raserei seinen 
Sohn getödtet hatte, dargestellt voll Reue und Scham, und um diese Schamröthe 
auszudrücken, angeblich mit einem Zusatz von Eisen zu dem Erz der Statue. 

ArkesilaoS) griech. Thonbildner und Bildhauer, arbeitete im J. 46 v. Chr. für 
den Tempe! der Venus Genetrix in Rom eine in Nachbildungen noch vorhandene 
Statue der völlig bekleideten Göttin, schuf auch eine unvollendet gebliebene Statue 
der Felicitas und das Genrestück einer von Amoretten gebändigten Löwin. 

Arlaud, Jacques Ant<rfne, Miniaturmaler, geb. 18. Mai 1688 in Genf, 
t 25. Mai 1743 das., ging vom Studium der Theologie zur Kunst über und begab 
sich 1708 nach Dijon, wo «r für Juweliere kleine Portraits lieferte. Dann ergriff er 
die Miniaturmalerei und machte in Paris und seit 1721 in London mit Portraits 
vornehmer Personen sein Glück. Später kehrte er in seine Vaterstadt zurück. Auch 
sein Bruder Benedict A., f 1719 in London, war Miniaturmaler. 

Arier, Heinrich und Peter, irrthümliche Lesart für Parier (s. d.) 

Armand, Alfred, franz. Architekt, geb. 3. Oct. 1805 in Paris, f 27. Jan. 1888 
das., wurde 1827 Schtüer der 6cole des beaux-arts unter Leclerc und machte ßich 
seit 1835 um den Bau der ersten französischen Eisenbahnen und Bahnhöfe verdient. 
So erbaute er den Bahnhof in der Rue St. Lazare, die Eisenbahnen des Westens 
und des Nordens, die Bahnhöfe in . Versailles, in St. Cloud (1840), Arras, Lille, Amiens 
(1846 und 47), Calais (1848), St. Quentin und Douai (1851). Er besass eine reiche 
Medaillensammlung und treffliche Zeichnungen von Medaillen und schrieb „Les 
raedailleurs Italiens", 3 Bde. 

Anuand-Dnmaresq, Charles Edouard, Schlachtenmaler, geb. 1. Jan. 1826 in- 
Paris, Schüler des Coloristen Couture, ergriff anfangs die Historienmalerei und 
debütirte 1850 mit einem Christus auf dem Meere, dem dann andre biblische und 
legendarische Bilder folgten. 1854 ging er zur Malerei der Schlachten und des 
Soldatenlebens über und studirte das Kriegs- und Lagerleben bei den franz. Truppen 
in Algerien und in Italien. Seine Bilder Verstössen oft gegen die Regeln der 
Composition, sind aber lebensvoll, naturwahr und von kräftigem Colorit. Haupt- 
werke : Der ehrenvolle Tod im Jahre 1812 (1855), Scene aus der Schlacht bei 
Borodiao (1857), Tod des Generals Bizot, Episode aus der Schlacht bei Solferino 
(1861, Museum in Versailles), Chasseurs d'Afrique (1861), Angriff der Division Desvaui 
bei Solferino (1863), Angriff der Kürassiere bei Eylau (1866), Cambronne bei Waterloo 
(1867), Schlacht bei Bapamne u. a. in Aquarell. Im Museum von Versailles von ihm 
eine Sammlung von Zeichnungen militärischer Uniformen. 

Annann, oder Armaims, Yincenz, niederländischer Maler, f 16^9 in Venedig, 
war viele Jahre thätig in Rom, wo er die Paläste der Grossen mit Fresken und 
Stafteleibildern schmückte, die sich durch gelungene Farbenwirkung auszeichneten. 
Wegen Fleischesgens in der Fastenzeit wurde er mit Einschliessnng ins DomVnjlfaner- 
kloster bestraft, begab sich dann auf den Weg nach den Niederlanden, starb aber 
unterwegs. 

Armenice, Raffaele, ital. Genremaler, geb. 19. März 1852 in Bari (Unteritalien), 
bildete sich in Neapel unter-D omenico Morelli und lie»8 sich in Mailand nieder. 
Zu seinen besten Bildern ß-ehören: Der jüdische Wucherer, der Vatikan, die Gift- 
probe, der Besuch bei gr. Eminenz, die Familie des Blinden, das ländliche Fe^i 
(1887) u. a. 



Armessiu — Arnhold. 39 

Armessin, Nicolas de 1', Kupferstecher, geb. 1684 in Paris, .f 1755 daselbst, 
Schüler seines gleichnamigen Vaters, stach mehrere Blätter nach Rafifael, nach 
Caravag-gio, Vstriloo und viele nach Watteau. 

Armitage, Edward, Historienmaler, geb 20. Mai 1817 in London, künstlerisch 
ausgebildet seit 1836 unter Delaroche in Paris, machte so glänzende Fortschritte, 
dass er diesem Meister bei seinem Hemicycle half. 1842 stellte er im Louvre seinen 
gefesselten Prometheus aus, kehrte nach London zurück, erhielt bei einer Concurrenz 
für die Fresken im Parlamentshause und für ein Oelbild des Sieges von Charles 
Napier über die Emire von Sindh mehrere Preise und malte nun in der oberen 
Wartehalle des Parlamentshauses die Personifizirung der Themse nach Pope (1852) 
und den Tod Marmion's nach Walter Scott (1854). 1855 bot ihm eine Reise nach der 
Krim die Stoffe zu seinen Bildern : Die Garden von Inkjerman und Kavallerieangriff 
bei Balaklawa. 1849—51 hielt er sich in Rom und 1857 in Assisi auf, wo er Studien zu den 
in einer Kapelle der katbol. Kirche zu Islington später ausgeführten Wandbildern 
aus dem Leben des heil. Franzi.scus und Christus mit den Aposteln machte, die wohl 
seine Meisterwerke sind. Dann folgten realistischere, monochrome Wandmalereien in 
der University Hall und im Rathhause zu Leeds. Neben allen diesen monumentalen 
Arbeiten stellte er auch viele Oelbilder aus, die grossen Beifall fanden, z. B. 
Heinrich VIIL und Katharina Parr, Nelson's Tod bei Trafalgw, Vision Ezechiel's, 
Gastmahl der K'^nigin Esther, Ahab und Isabel (1864), Begräbniss eines Märtyrers 
zur Zeit Nero's, die Reue des Judas (1866 National-Galerie in London), der Jahrestag 
des Herodes (1868), Christus in Gethseraane (1870), Julian der Abtrünnige in der Ver- 
sammlung einer christlichen Secte (1875). In allen diesen Bildern zeigt er eine 
gründliche Durchbildurg der Formen und einen gesunden Idealismus. Er schrieb auch 
„Lectures on painting" (1883). 

Armstead, Henry Hngh, engl. Bildhauer, geb. 18. Juni 1S28 in London, besuchte 
die dortige Akademie unter Herbert Baily! Mit der Skulptur verbindet er auch 
die Zeichenkunst für den Holzschnitt, sowie die Gold- und Silberarbeit. Seine Arbeiten 
in Marmor, Bronze, Stein und Holz an 2 Seiten des Podiums vom Albert - Memorial 
iin Hyde-Park stellen eine Reihe von Musikern und Malern verschiedener Schulen 
und Bronzestatuen der Chemie, Astronomie, Medizin und Redekunst dar. Er schuf 
auch einen grossen Theil der Bildwerke an der Aussenseite des Ministeriums der 
Kolonien, allegorische Statuen in Cambridge, die Statue eines Bischofs für die 
Kathedrale in Winchester und zahlreiche Idealfiguren. 

Armstrong, Thomas, engl. Genremaler, geb. 1835 in Manchester, bildete sich 
in Paris unter Ary Scheffer und malte ansprechende Genrebilder, in denen er 
mit der Einfachheit der Präraffaeliten ein zartes liebliches Colorit verbindet, z. B. 
in den Bildern: Der Morgen, die Pfirsichernte, der Unterricht, die von Theseus ver- 
lassene Ariadne u. a. 

Arnald, George, engl. Landschafts- und Marinemaler, geb. 1763 in Berkshire, 
t 21. Nov. 1841 in Pentonville, wurde Schüler von William Pether und stellte von 
1788 seine Bilder in London aus. Es sind Mondschein- und Sturmlandschaften von 
besonderen Lichteffekten, und Architekturen, später auch Marinebilder und Seegefechte. 
Eins seiner bedeutendsten ist die Schlacht auf dem Nil (im Hospital zu Greenwich). 
Eine seiner Töchter war ebenfalls Landschaftsmalerin. — Sein Sohn Sebastian 
Wyndham trat seit 1823 mit Bildwerken auf, unter denen wir nur nennen : Perseus 
und Andromeda und der Bethlehemitische Kindermord. 

Arnao de Flandes, (Arnold von Flandern), Glasmaler aus Flandern, führte 
mit Arnold de Vergara. wahrscheinlich seinem Bruder, um 1538 einen Theil der 
Glasmalereien in der Kathedrale von Sevilla aus, an anderen arbeitete er allein bis 
zu seinem Tode 1557. Es sind Bilder nach Raifael, Michelangelo, Dürer u. a. 

Arndt, Franz Gnstav, Landschaftsmaler, geb. 20. Aug. 1842 in Lobsens 
(Reg. -Bez. Bromberg;, bildete sich auf der Kunstschule in Weimar unter Michelis 
und The od. Hagen, war 1878—81 Secretär dieser Kunstschule und machte 1872 und 
1877 Studienreisen in Italien. Zu seinen Hauptwerken gehören die Malereien eines 
Saales für den Konsul Weber in Hamburg (die 4 Jahreszeiten, in Verbindung mit 
dem Maier H. C. Krohn), die Landschaften eines Saales für Professor Friedrich in 
Leipzig, und seine Bilder ; Die Elegie, . Sommermorgen in der Rhön, norddeutsches 
Kirchlein, Thal von WaUendorf bei Weimar (1886). 1884 zog er nach Berlin und 
1887 nach Blasewitz bei Dresden. 

Arnhold, Joh. Samuel, Aquarell- and PorzeUanmaler, geb. 22. Dec. 1766 in 
Meissen, f 1. Jan. 1827, Schüler der Kunstsclale der Porzellanfabrik in Meissen, 



40 Arnold — Arnz. 

wo er 180G Zeichenlehrer und Hofmaler wurde. Er malte Landschaften und be- 
sonders gute Blumen- und Fruchtstücke, auch Copien nach Tamm und Rachel Ruysch. 

Arnold, Christian Friedrich, Architekt, geh. 12, Febr. 18'23 in Drebach 
(Sachsen), f 13. Jnni 1890 in Dresden. Hier besuchte er die Akademie unter Semper 
und erhielt den ersten Preis mit einem Reisestipendium. 1850 — 52 bildete er sich 
auf Reisen weiter aus und wurde Professor an der Akademie in Dresden. Er baute 
mehrere Dorfkirchen die Villa Souchay aa der Elbe (1858—60), in Dresden die 
Kreuzschule, ein Gymnasium und im edelgothischen Stil als sein Hauptwerk die Sophien- 
kirche, und gab ein Prachtwerk über den herzoglichen Palast in Urbino (185G u. 57) 
heraus. 

Arnold, Heinr. Gotthold, Maler, geb. 4. März 1785 in Lomnitz bei Radeberg, 
(Sachsen), f 3. Mai l)s54 in Dresden, wo er auf der Akademie Schüler von J. D. Schubert 
und später Professor an derselben war. Er malt« kirchliche und historische Bilder, 
Genrestücke und insbesondere Portraits. Sein Selbstportrait im Museum zu Dresden. 

Arnold, Hermann, Historien- und Genremaler, geb. 7. Mai 184G in München, 
besuchte die dortige Akademie unter Hiltensperger, Anschütz, Alex. 
Wagner, Schraudolph und Piloty, seit 1885 Secretär an der Kunstschule in 
Weimar. Für eine Kirche in Luxemburg malte er ein Altarbild, .sodann die grosse 
Ueberschwemmuug an der Ostsee 1872, der Schützenkönig, die Nachbarskinder und 
später noch für die evangelische Kirche in Tök (Oberbayern) ein Altarbild. 

Arnold, Joseph, Historienmaler, geb. 17. März 1788 zu Stans in Tirol, 
t 22. Febr. 1879 in Innsbruck, bildete sich auf der Akademie zu München und von 
1818—25 zu Wien. Von ihm im Ferdinandeum zu Innsbruck die Bilder Phädra, 
den Hipporyt vor Theseus beschuldigend, der Tod der Sapphira, David und Abigail 
und Freskobilder in einer Kirche zu Innsbruck und anderen Kirchen -Tirors. 

Arnold, Karl Johann, Thier- und Portraitmaler, geb. 30. Aug. 1829 in Berlin, 
besuchte die Akademie in Cassel und WTirde nach einem Aufenthalt in Antwerpen 
Schüler von Menzel in Berlin. Seine Bilder yon bisweilen etwas flauem Colorit 
schildern meistens die Freuden und Leiden der Hunde und anderer Hausthiere. Oft 
malte er auch Portraits (mehrere vom Kaiser Wilhelm I.) und einige Scenen aus 
dem Leben unserer Zeit, z. B. Kaiser Wilhelm I. auf der Promenade und das A'bschieds- 
diner zu Ehren des Kongresses im Weissen Saal (Federzeichnung 1878). 

Arnold, Meister, einer der Baumeister des Domes zu Cöln, Nachfolger des 
Meisters Gerhard, schon 1279 als Dombauineister genannt, f nach 1299. Sein. 
Nachfolger war sein Sohn Johannes, der, schon 1296 urkundlich vorkommend, zuerst 
1308 als Dombaumeister genannt wird; er ist der Vollender des 1322 geweihten 
Chores, f um 1330. 

Arnold, Michael, Bildhauer, geb. 29. April 1824 in Aschaffenburg,, f 26. Oct. 
1877 in Bad Bocklet, kam früh nach Bamberg, wo er sich bei der Restauration des 
Domes betheiligte. Später war er in Bingen und In Mannheim beschäftigt und zog 
1864 nach Kissingen, wo ihm der König Max IL die Mittel zu einer Reise nach 
Rom, Paris und London gewährte. Von ihm in Kissingen eine Nymphe der Kur- 
qnelle und Figuren auf den Friedhöfen in Bamberg und Würzburg. 

Arnold von Westfalen, Baumeister der 2. Hälfte des 15. Jahrb., Vorbote 1er 
Renaissance in Deutschland, erbaute 1470 die St. Wolfgangs-Kapelle bei Meissen, die 
Sakristei des Domes zu Meissen und als sein HauptAverk die dortige Albrechtsbnrg. 
Er starb 1481 in Meissen. 

Arnolfo di Canibio, ital. Baumeister und Bildhauer, geb. um 1232 in CoUe 
di Val d'Elsa, f 13. März 1311 in Florenz. In letzterer Kunst war er Schüler des 
Niccolo Pisano und dessen Mitarbeiter an der Kanzel des Doms in Siena 
(1266—68). 'Plastische Hauptwerke von ihm sind das Grabdenkmal des Kardinals 
Guglielmo de Braye in S. Domenico zu Orvieto und das herrliche Tabernakel in 
S. Paolo Fuori le Mura in Rom (1285), die Statue Karl's v. Anjou im Conservatoren- 
palast, angeblich auch das Grabmal des Papstes Honorius III. in S. Maria Maggiore. 
Als Architejd vorzugsweise in Florenz thätig, erbaute er hier als seine beiden Haupt- 
werke italiehischer (iothik die 1294 begonnene Kirche Santa Croce und den 1296 be- 
gonnenen Dom, dazu den Palast Bargello und 1284 die hölzerne Getreidehalle, die 
später AndFoa Oroagna zur Kirche Orsanmichele umwandelte, und den 1298 wenigstens 
von ihm begonnenen Palazzo Veccliio. 

Arnoux, Charles Albert d% s. liertall. 

Arnz, Albert, Landa<hansiiialer, geb. 24. Jan. 1832 in Düsseldorf, Schüler der 
dortigen Akademie unter Oswald Achenbach, machte Studienreisen in Italien 



Arons — Aitaiia. 41 

und der Schweiz, malte sehr naturgetreue Landschaften, nuter denen die aus der 
Schweiz den Vorzug verdienen. Zu den besten gehören: Der Eegenstein im Harz, 
Schweizerlandschaft, Waldlandsohaft mit eine Schafheerde, Tempel der Vesta in 
Rom, der Schlossplatz in Stuttgart während des Fackelzuges für den deutschen 
Kaiser 1876 (1877), auf den Mauern des alten Rom (1869), das Kolosseum, Strand 
bei Neapel (1871) 

Arons, Philipp, Genremaler, geb. 17. Sept. 1821 in Berlin, war dort Schüler 
von D a e g e , bildete sich dann in Paris unter L e p a u 1 1 6 und C o g n i e t , lebte von 
1848—51 in Rom und liess sich in seiner Vaterstadt nieder. Er malt kleine Genre- 
bilder und Portraits, namentlich weibliche von grosser Zartheit und Eleganz der 
Farbe. Seine Genrebilder, meist aus der Zeit des Rococo, sind von trefflicher Be- 
handlung der Stoffe. 

Arpino, Caraliere d', eigentlich Giuseppe Cesari, ital. Maler, geb. um 
1568 in Rom. f 3. Juli 164 das., einer der iximischen Manieristen von höchst ge- 
fälliger Malerer, aber ohne Wärme und Gefühl, Schüler seines Vaters Cesare d'A. 
und des Cristofano Ron c all i, wurde von mehreren Päpsten in Rom beschäftigt 
und verweilte auch eine Zeitlang in Frankreich. Seine Ha'iptwerke sind die Fresken 
aus der römischen Geschichte im grossen Saale des Conservatorenpalastes in Rom, 
auch Malereien in San Prassede; Tafelbilder von ihm in der Pinakothek zu Älünchen 
(Maria mit dem Kinde) und im Museum zu Darmstadt das meisterhafte Bild Jupiter 
und Antiope. 

Arras, Mathias von, franz. Baumeister, der, 1344 nach Prag berufen, den 
Bau des dortigen Doms in französischer Gothik leitete, 1348 den Bau der Burg 
Karlstein in Böhmen begann und 1352 starb. 

Arredondo, Isidoro, span. MaJer, geb. 1653 in Colmenar de Oreja (Prov 
Madrid), f 1702 in Madrid, Schüler von Francisco Rizi, unter dem er sich 
glänzend ausbildete, so dass er 1685 Hofmaler wurde. Er schuf Dekorationsmalereien 
im königlichen Palast zu Madrid, (Geschichte der Psyche), im Hoftheater und anderen 
öffentlichen Bauten und r^^staurirte die Fresken Herrera's in der Frauenkirche von 
Atocha. Bilder von ihm in der Salvadorkirche zu Madrid. 

Arrig^oni, Alessandro, Blumenmaler, geb. 7. Jan. 1764 in Barzano bei Como, 
t 1819 durch Selbstmord, lebte in unglücklichen Verhältnissen. Von ihm in der 
Brera zu Mailand ein Blumenstiick von trefflicher Ausführung. 

Arrivabohe, Ginlio Cesare, ital. Historienmaler, geb. 1806, Schüler der 
Akademie in Mailand, wo er für sein Bild Haman und Esther den Preis erhielt; 
dann lebte er in Roin. Von ihm in Sant Andrea zu Mantua das Bild St. Antonius 
ermahnt Ezzelino (1S44) und mehrere Bilder in Privatbesitz!. Später zog er nach 
Florenz, wo er ebenfalls mehrere biblische und andere historische Bilder malte. 

Arroyo, Diego de, Miniaturmaler und Illuminist, geb. 1498 in Toledo, f 1551 
in Madrid, malte in seiner Vaterstadt seit 1521 meistens in Gemeinschaft mit de 
Villadiego Miniaturbilder für kirchliche Chorbücher, auch zahlreiche Portraits in 
Miniatur, darunter mehrmals das Portrait Karl's V. 

Arsenins, Joh. Oeorg, schwed. Pferdemaler, geb. 4. Febr. 1818 in Westgotland, 
Schüler des Pferde- und Schlachtenmalers Wahlbom, bildete sich in Düsseldorf 
und unter Horace Vernet in Paris. Als schwedischer Major brachte er auf die 
Ausstellungen zahlreiche Pferdeportraits und als grössere Bilder ein Wettrennen 
(1864), die Feuersbrunst in einem Stalle (1866), Pferde von einer Lokomotive erschreckt. 
1865 wurde er Mitglied der Kunstakademie in Stockholm. 

Artan, Louis Victor Antoine, Marine- und Landschaftsmaler, geb. 21. April 
1837 im Haag, t 1890. Zu seinen besten Küstenbildern und Landschaften gehören: 
Die Ufer des Wayal, Sonnenuntergang bei Spaa und treffliche Marinebilder namentlich 
von der KüSLte Hollands. 

Artarla, Claudio, Kupferstecher, geb. 16. Febr. 1810 in Blevio bei Como, 
war Schüler von L o n g h i und Anderloniin Mailand, gab aber später die Kunst auf 
und betheiligte sich bei der Kunsthandlung Ärtaria in Wien, wo er im Febr. 1862 
starb. Er stach ein Bild des Erlösers nach Carlo Dolci, Maria mit dem Kind und 
Johannes nach Luini und ein Portrait nach Pagani. 

Artaria, Matthias, Zeichner und Genremaler, geb. 19, Juni 1814 in Mannheim, 
ging vom Kaufmannsstand zur Malerei über, kam 1836 auf die Akademie in Düssel- 
dorf. Er widmete sich vorzugsweise dem Sittenbild, studirte das Leben der Landleute 
namentlich in Tirol, woher er die meisten Motive seiner Genrebilder nahm. Dahin 
gehören : Vertheidig^g des Iselberge» durch Tiroler Schützen, Hochzeit im ZiEerthal, 



42 Arthois — Asher. 

Kirchgang" in der Christn<<cht (Neue Pinakothek in München). Als Frucht seiner 
Reise nach Spanien (1841) brachte er auch charakteristische Bilder des dortigen 
Volkslebens. Unter seinen übrigen, zum Theil historischen Genrebildern sind zu 
nennen: Die gefangenen Hugenotten, Verhaftung Eavaillac's, das Innere eines 
Rathhauses zur Zeit des 30 jährigen Krieges, und das Mädchen von Saragossa. 1863 
wurde er durch ein Augenleiden gezwungen, die Malerei aufzugeben, 

Arthois, Jacques d', Landschaftsmaler, geb. 1613, in Brüssel, t nach 1683, 
malte für Kirchen und Klöster Landschaften, denen andere Maler die biblische 
Staffage verliehen. Von ihm mehrere Landschaften in der Kathedrale in Brüssel, 
drei im Hofmuseum zu Wien, in der Galerie Liechtenstein daselbst, mehrere im 
Museum zu Brüssel, drei auch in Dresden, Madrid und anderen Galerien. Auch sein 
jüngerer Bruder N i c o 1 a s A. und sein Sohn .7 a n-B a p t i s t e A. waren Landschaftsmaler. 

Artiga, Francisco de, span. Maler, Kupfersteeher und Architekt, geb. um 1650 
in Huesca, f 1711 daselbst. Als Maler nur wenig thätig, entwarf er als Architekt 
die Pläne zum Universitätsgebäude seiner Vaterstadt, radirte dieselben und war auch 
als Schriftsteller über Festungswesen thätig. 

Artlett, Richard Anstin, Kupferstecher,, geb. 9. Nov. 1807, f 1. Sept. 1873, 
Schüler von R. C o o p e r und James Thompson. Er stach viele Portraits und 
war besonders tüchtig in Stichen nach plastischen Kunstwe"ken. 

Artveit, Andries van, Marinemaler, geb. 1590 in Antwerpen, f 1662 daselbst. 
Unter seinen ^venigen Bildern befindet sich ein Seeatück mit vielen Kriegsschiffen 
im Hofmuseum zu Wien und eine Marine in der Galerie Suermondt in Aachen. Sein 
Portrait malte van Dyck (Galerie in Augsburg). 

Artz, David Adolphe Constant, Maler, geh 18. Dec. 1887 iw Haag, f 1890 
daselbst als Präsident des dortigen Künstlerverein.s, Schüler von Joseph Israels, 
malte geistvolle, auch in Deutschland bekannt gewordene Genrebilder, darunter ein 
Sonntag in Scheveningen, der heimkehrende Fischer, ein günstiger Augenblicl:, in 
einer Matrosenhütte, die kleine Schäferin und im Reichsmuseum zu Amsterdam bei 
der Grossmutter. 

Arundale, Francis, engl. Architekt und Zeichner, geb. 9. Aug, 1807 in London, 
t 9. Sept. 1853 in Brigthon, Schüler von Augustus Pugin, für dessen Werk 
über die architektonischen Alterthümer der Normandie er Zeichnungen lieferte. 1831 
und 1833 machte er Studienreisen nach Aegypten und Palästina und brachte dorther 
zahlreiche Zeichnungen, besuchte später auch Griechenland, Frankreich und Italien. 
Als ausübender Architekt war er nicht thätig, nur als Architekturmaler und Zeichner, 
gab auch selber mehrere architektonische Werke heraus, namentlich über die Werke 
Palladio's (1832), über Jerusalem und den Berg Sinai (1837), über die Alterthümer 
des britischen Museums (1842) und über die ältere Geschichte Aegyptens (erschienen 
erst 1857). 

Asam, Cosmas Damian, Maler und sein Bruder Egidius (juirinns A., Bild- 
hauer, ersterer geb. 28. Sept. 1686 zu Benediktbeuren, f 1742, letzterer geb. in 
Tegemsee, f «m 1746. Cosraas malte für Kirchen und Klöster Wandbilder, die 
sein Bruder mit Bildhauerarbeiten und Stukaturen schmückte, beide als Vertreter 
de» kirchlichen Barockstils in hoher Üppigkeit. Sie lebten eine Zeitlang in Italien 
und Hessen sich dann in München nieder, waren thätig in der Jakobskirche zu 
Innsbruck, im Umbau des Doms zu Freising und anderen bayrischen Kirchen und in 
Schieissheim, Cosmas auch in Maria Einsiedeln in der Schweiz in Mannheim und 
beide mit reichem Schmuck an Malereien und Stukaturen in der Johanniskirche in 
München, die .sie 1733—46 auf eigne Kosten in phantastischem Birock erbauten 
Cosmas fertigte auch einige Radirungen. 

Asch, Pieter Jansz van, Landschaftsmaler, geb. 1603 in Delft, f 1678 das. 
Seine seltenen Bilder stellen die einfache holländ. Natur in poetischer Auffassung dar. 
Eine grosse Landschaft von ihm im Rathliause zu Delft, eine waldige Landschaft 
im Eeichsmuseum zu Amsterdam, auch in Rotterdam und in Kopenhagen. 

Asdaao, Giovanni d', ital. Maler der 2. Hälfte des 14. Jahrb., Schüler des 
Barna diSiena, dessen Fresken in der Hauptkirche zu San Qimignano er 
vollendete; auch einige Bilder von ihm im Spedale di S. Maria zu Siena. 

Asher, Jnlins Louis, Historien- und Portraitraaler, geb 28. Juni 1804 in 
Hamburg, f '• März 1878 das. Unter seineu Bildern ist das bekannteste König Lear 
mit Cordelia's Leiche (Kunsthalle in Hamburg), auch 2 Danksagungstafeln (1843) für 
die Könige von Bayern nnd Württemberg nach dem Hamburger Brand, eine Römerin 
am BmnneB und andre Bilder in der genannten Kunsthallo. 



Ashford — Aspetti. 43 

Ashford, William, engl. Landschaftsmaler, geb. um 1746 in Birmingham, 
t 17. April 1824 bei Dublin, wo er sich 1764 niedergelassen hatte. Er malte viel 
in Gemeinschaft mit dem Marinemaler S er res, wurde 1823 einer der Begründer 
der dortigen Akademie und Präsident derselben. Eins seiner besten Werke ist der 
Roland unter der Eiche (in der dortigen Akademie) und sein Selbstportrait, auch 
einige Landschaften im Fitzwilliam-Museum zu Cambridge. 

Ashpital, Arthnr, Architekt, geb. 14. Dec. 1807, f 18. Jan. 1869 in London, 
konnte seine künstlerische Thätigkeit erst 1842 beginnen und baute zunächst die 
St. Barnabaskirche, sodann die Kirche in Battersea und andre Kirchen. 1853 besuchte 
er Rom und Neapel, .stellte seit 1854 seine architektonischen Pläne aus, und verfasste 
architektonische Schriften über das alte und das neue Rom (1858 und 59) und Zahl- 
reiche Artikel für architektonische Werke. 

Ashton, Federico, engl.-ital. Maler, geb. 1836 in Mailand, Schüler der dortigen 
Akademie unter Fasanotti und Riccardi und in der Schweiz unter Calarae, 
lebte von 1872—80 in Rom, zog dann nach Domo d'Ossola und nach Pallanza am 
Lago maggiore, überall als Landschaftsmaler thätig und prämiirt auf vielen ital. 
Ausstellungen. Zu seinen besten Bildern gehören der Buchenwald im Herbst, eine 
Strasse in Zermatt, der Piediluga in Umbrien, Partie aus dem Anzasca-Thal. 

Ashton, Henry, Architekt, geb. 1801 in London, f 18. März 1872 das., Schüler 
von Robert Smirke und von Wyattville, stellte 1828—31 architektonische 
Zeichnungen aus, baute für den König von Holland den Sommerpalast im Haag, 
wurde mit der Viktoriastrasse beauftragt, machte in London die Durchfahrt vou 
Belgravia nach dem Parlamentshause und stellte nachher zahlreiche architektonische 
Zeichnungen und Skizzen aus. 

Askevold, Anders Monssen, norwegischer Maler, geb. 25. Dec. 1834 in Söndfjord, 
bildete sich in Düsseldorf unter Hans Gude, später auch in Paris und München, 
malte namentlich aus der Gegend seiner Heimath ansprechende Landschaften mit 
Viehstaifage, z. B. Abfahrt nach der Senne (1880), junges Vieh im Gebirge, Norwegische 
Gebirgsgegend mit heimkehrenden Kühen u. a. 

Asne, Michel 1% franz. Kupferstecher, geb. 1596 in Caen, f 1667 in Paris, 
Schüler von Abraham Bloemaert, brachte trefflich gezeichnete Stiche, nach 
Albani Maria als Himmelskönigin, nach Ann. Carracci Maria mit dem schlafenden Kinde. 

Aspari, Domenicf;, Maler und Radirer, geb. 4. Aug. 1745 in Mailand, f 8. April 
1831, erlernte die Malerei auf der Akademie in Parma, war aber nachher in der 
Malerei weniger thätig als in der Radirkunst. In der Malerei ist sein Hauptwerk 
eine thronende Madonna mit dem Kinde in der Kirche zu Osnago bei Lecco. Seine 
Radirungen sind nach Correggio, Lionardo da Vinci und nach eigner Erfindung eine 
Reihe von 23 Ansichten aus Mailand. 

Asper, Hans, Maler, geb. 1499 in Zürich, f 21. März 1571 das., bemalte die 
Fa^aden öffentlicher Gebäude seiner Vaterstadt, war aber hauptsächlich Portrait- 
maler, worin er sich Holbein zum Vorbild nahm, auch Historienmaler, z. B. die 
heil. 3 Könige im Dom zu Constanz. Unter seinen Portraits sind die bekanntesten 
das von Zwingli und dessen Tochter (1549) in der Stadtbibliothek zu Zürich, andre 
im dortigen Künstlergütli und ein männliches Portrait im Hofmuseum zu Wien. 

Aspertini, Amico, ital. Maler und Bildhauer, geb. 1475 in Bologna, f 1552, 
Schüler von Francesso Francia, schmückte mit phantastischen Bildern die 
Häuser in Bologna und anderen Städten, war aber sehr ungleich in seinen Malereien, 
manchmal extravagant und barock, manchmal recht schön in seinen Figuren. 
Gewöhnlich haben seine Figuren einen zu grossen Schädel. Bilder von ihm im 
Museum zu Berlin (Anbetung der Hirten), in S. Martine Maggiore zu Bologna, in 
der dortigen Pinakothek und als sein Hauptwerk (um 1610) die sehr ungleichen 
Fresken in San Frediano zu Lucca mit der Legende vom Volto Santo. V^n ihm 
als Bildhauer die Statuen des todten Christus mit Nikodemus an einem Portal von 
San Petronio zu Bologna. Von seinem älteren, früh verstorbenen Bruder Guido A. 
ist nur eine Anbetung der Könige in der Pinakothek von Bologna erhalten. 

Aspetti, Tiziano, Bildhauer, geb. 1565 in Padua, f 1607, Neffe Tizian's, reger 
Manierist der Venezianischen Schule, bildete sich nach Jacopo Sansovino, 
arbeitete in Venedig und Padua. In Venedig Behuf er am Eingang der Zecca die. 
noch sehr mangelhaften Riesenstatuen, an der Facade v. S. Francesco della Vigna 
die manierirten Bronzestatuen des Moses und Paulus, im Dom zu Padua zwei Bronze- 
reliefs, in S. Antonio 2 Weihbecken mit den Statuetten des. Heilandes und des 
Täufers (1595). Später arbeitete er viel in Pisa für den Edelmann Berzighelli. 



44 Aspruck — Atkinson. 

Asprock, Franz, Goldschmied und Kupferstecher aus Brüssel, kam gegen das 
Ende des 16. Jahrh. nach Augshurg, wo er bis 1605 arbeitete und eine Reihe von 
13 Blättern, Christus und die Apostel, stach, die aus dem Hellen ins Dunkle ge- 
arbeitet sind, ebenso ein Blatt Eros und Anteros. 

Asschc, Henri van, Landschaftsmaler, geb. 30. Aug. 1774 in Brüssel, 
t 10. April 1841 das., Schüler von Deroy, bildete sich auf Reisen in den Mosel- 
gegenden, in den Ardennen, den Vogesen, der Schweiz und dem nördlichen Italien. 
Er malte mit Vorliebe und Virtuosität Wasserfälle und Wassermühlen. Bilder von 
ihm in den Museen zu Antwerpen, als das frühste (1805) eine Gemtterlandschaft, 
in der Akademie zu Brügge, im Haag und im Reichsmuseum zu Amsterdam. 

Asselberghs, Alphonse, Landschaftsmaler, geb. 19. Juni 1839 in Brüssel, 
Schüler von Ed. Hubert i, bereiste die landschaftlich interessantesten Gegenden 
Belgiens, und malte sehr naturgetreue Bilder, die auf belgischen Ausstellungen grossen 
Beifall fanden, z. B. der Herbst im Walde von Fontainebleau, Lichtung im Walde 
von Fontainebleau, eine Gegend in der Campine (Museum in Antwerpen). 

Asselyn, Jan, ge^iannt Crabbetje, Landschaftsmaler, geb. 1610 zu Dieppe in 
Frankreich, f Oct. 1652 in Amsterdam, Schüler des Esaias van de Velde und 
in Rom ausgebildet unter dem Einfluss von Jan Miel und P. van Laar, lebte 
später jvieder in Amsterdam. Seine Landschaften, oft an Claude Lorrain erinnernd, 
von grosser Wärme und trefflichem Colorit befinden sich in der Galerie Liechtenstein 
in Wien, im Museum zu Brüssel, im Reichsmuseum zu Amsterdam, auch in Dresden, 
Braunschweig, Berlin und sehr zahlreich im Museum Schwerin. Später widmete 
er sich auch der Decoration von Delfter Töpferwaaren. 

Assenbaum, Fanny, Landschaftsmalerin, geb. 1848 in Lieblitz (Böhmen), in 
München Schülerin von Haushof er und Willroider, ging nach London, wo sie 
grossen Ruf erlangte und Mitglied der Society of Lady-artists wurde. Ihre Bilder 
sind grossentheils Waldpartien aus Deutschland. 

Assereto, Giovacchino, ital. Maler, geb. 1600 in Genua, f 28. Juli 1649 das., 
Schüler von Ansaldo, malte anfangs viel für Kirchen in und um Genua. 1639 ging 
er nach Rom und malte seitdem fast nur Fresken. Von seinen Staffeleibildern kamen 
viele nach Spanien. 

Assmus, Robert, Landschaftsmaler und Illustrator, geb. 25.rDec. 1842 in Stuhm 
(Westpreussen), ergriff erst in späteren Jahren als Schüler von Völcker die Malerei 
und musste sich anfangs mit Illustrationen für die „lUustrirte Zeitung", die „Garten- 
laube" und andere Blätter begnügen, illustrirte auch noch den Krieg von 1870171, 
zog 1872 nach München, bereiste Oberitalien, die Schweiz, die Reichslande, die 
Karpathen und Ungarn und gab das illustrirte Prachtwerk „Elsass und Lothringen" 
heraus. Zu seineu besten Bildern gehören: Die Geramipassage, der Waldsee, 
Karpathendorf, Aussee, Strand an der Weichsel, Windmühlen im Sturm u. a. 

Ast, Balthasar van der, der erste holländische Stilllebenmaler, thätig etwa 
seit 1600, trat 1619 in die Lukasgilde zu Utrecht und zog 1633 nach Delft. wo er 
nach 1656 starb. Blumen- und Fruchtstücke von ihm in den Museen zu Berlin 
und Dresden. 

Astley, John, engl. Portraitmaler, geb. um 1730 zu Wem (Shropshire), f 14. Nov. 
1787 in Duckingfield-Lodge, Avar Schüler von Hudson in London, bildete sich dann 
in Rom weiter und malte in London und Dublin zahlreiche Portraits, lebte aber ver- 
schwenderisch und Hess sich in unglückliche Speculationen ein. Seine Portraits waren 
originell componirt und schön gezeichnet, aber schwach in Charakter und Ausdruck. 

Athenion, Steinschneider zur Zeit des Augustus, der Meister des berühmten 
Onyx-Cameo im Museum zu Neapel mit der trefflichen D<irstellung des Zeus, der die 
Giganten niederblitzt. 

Athenis, Bildhauer, s. Bupalos. 

Athenodoros, Bildhauer aus Kleitor in Arkadien, um :?00 v. Chr., Schüler des 
Polykletos, der Bildner der Statue des Apollon und des Zeus, die zu dem Weik- 
geschenk gehörten, das die Spartaner für den Sieg bei Aigospotamoi in Delphi auf- 
stellten. — Ein anderer Bildhauer dieses Namens war einer der Meister Üer Gruppe 
des Laokoon (s. Agesandros). 

Atkinson, John Angnstns, engl. Maler, gob. 1775 in London, f bald nach 1829, 
liess sich 1784 in St. Petersburg nieder, wo er, begünstigt vom Kaiser Paul, für die 
kaiserlichen Paläste malte und Zeichnungen russischer Kostüme machte. 1801 kehrte 
er nach England zurück, gab 1803 und 1804 ein grösseres Werk mit zahlreichen 
Radirungen über russisches Leben und russische Kostüme heraus, ehenso 1807 in 



Atkinson — Aubert. 45 

einem Werk mit 100 colorirten Tafeln die malerischen Trachten, Soldaten- und 
Marinebilder und Krieg:FScenen. 1819 malte er ein grosses Bild der Schlacht bei 
Waterloo, 1812 in Aquarellen die 7 Lebensalter Shakespeare's. Am meisten gerühmt 
werden seine Schlachtenbilder, namentlich die Aquarelle. 

Atkinson, Thomas Lewis, Kupferstecher iu London, geb. im Anfang des 
19. Jahrb., stach in Linienmanier und Mezzotinto nach Landseer, Herring und Millais. 

Atkinsou, Thomas TVitlam, Architekt, geb. 6. März 1799, f 13- Aug. 18(31 
in Little Walmer (Kent), liess sich in Manchester niedor, wo er seine praktische 
Thäti!*keit begann, auch architektonische Zeichnungen und 1831 ein Werk über 
gothische Ornamente herausgab. 1840 ging er nach London, von da über Hamburg 
und Berlin nach St. Petersburg und dem asiatischen Russland bis China und gab 1858 
über seine Reisen in Ost-Sibirien und 1860 über seine Reise am oberen und unteren 
Amur Werke heraus. Seine „Erinnerungen aus den tatarischen Steppen und deren 
Bewoliner" erschienen erst 1803. 

Attavante, Marco, Miniaturmaler, geb. 1452 in Florenz, noch bis 1511 das. 
thätig, vorzugsweise beschäftigt für den König Mathias Corvinus v. Ungarn, bekannt 
durch das mit prachtvollen jMiniatureu geschmückte Messbuch von 1485 — 87 in der 
Bibliothek der Herzöge von Burgund zu Brüssel; von ihm auch in der National- 
bibliothek zu Paris das Brevier in Psalmos vom heil. Hieronymus (1488), in der 
Marciana zu Venedig das Buch des Marciaaus Capella über die Hochzeit des Mercur 
mit der Pliilologie, und in der Hofbibliothek zu Wien der Commentar des Hieronymus 
zum Ezechiel. 

Atteiustetter, David, Goldschmied in Augsburg iu der 2. Hälfte des 16. und 
zu Anfang des 17. Jahrb., Sohn des geschickten Goldschmieds Andreas A. Von 
ihm im Natioual-Museum zu München ein mit Emails, Lapis Lazuli und Metall- 
ornamenten geschmückter Prachtschrank vom Jahre 1600. Er arbeitete auch an dem 
nach dem Plan des Augsburgers PhUipp Hainhofer um 1617 verfertigten Pommerschen 
Kuustschrank im Kunstgewerbe-Museum zu Berlin. 

Attiret, Claude Franqois, franz. Bildhauer, geb. 14. Dee. 1728 in Dole (Dep. 
Jura), t 15. Juli 1804 das., Schüler von Pigalle, errang in Paris und in Rom 
mehrere Preise, fertigte eine Statue Voltaire's nach Pigalle's Modell, eine Statue 
Ludwig's XVI. und Skulpturen für den Dom seiner Vaterstadt. 

Attiret, Jean Denis, Maler, geb. 31. Juli 1702, in Dole, f 8. Dee. 1768 in 
Peking, Oheim des Vorigen, bildete sich in Rom nach den Meistern des 16. Jahrb., 
trat nach seiner Rückkehr in den Orden der Jesuiten, malte für die Kathedrale in 
Avignon und ging, veranlasst durch die Jesuiten, 1737 nach China, wo er infolge 
seiner zahlreichen Bilder aller Art, auch im kaiserlichen Palast, Hotmaler des Kaisers 
wurde, aber auch Bilder für die dortigen Christen malte. 

Attlmayr, Richard Isidor von, Historienmaler, geb. 2. April 1831 in Innsbruck, 
wurde 1851 in München Schüler von Schlotthauer und Hiltensperger und iu 
Wien von Blaas und Führ ich, malte ein grosses Altai'bild der Himmelskönigin, 
ebenso in München religiöse Bilder und in Tirol Fresken und Portraits. 

Aub6, Jean Paul, franz. Bildhauer, geb. 1837 in Longwy (Meurthe et 
Moselle), wurde in Paris Schüler von Dur et und Dan tan. und stellte seit 
1874 mehrere wohlgelungene Idealfiguren aus, unter denen genannt werden: Eine 
Sii-ene (in Bronze in Montpellier), Pygmalion, Galatea (1878), Dante (Gipsmodell) uu' 
Portraitbüsten. 

Aubel, Uermanu, Landschaftsmaler, geb. 1834 in Cassel, Sohn des Nac/. 
folgenden, Schüler der dortigen Akademie, machte grössere Reisen in Deutschland, 
Tirol und der Schweiz, auch nach Lappland, von wo er mit vielen landschaftlichen 
Skizzen zurückkehrte. Seine Bilder sind von guter Gesammtwirkung, aber oft nicht 
genug ausgeführt und von seltsamen Lichteffecten. 

Aubel, Karl, Portrait- und Historienmaler, geb. 1790 in Cassel, f 23. Febr. 1882 
daselbst, bildete sich auf der dortigen Akademie, sowie in Paris und in Rom, lebte 
längere Zeit in Italien und wurde 1843 Inspektor der Gemäldegalerie in Cassel, u" 
die er sich viele Verdienst»^ erwarl). 1ö77 trat er iu den Ruhestand. 

Aubert, Augustin Raymond, franz. Maler, geb. 23. Jan. 1781 in Marseille, 
f 5. Nov. 1857 das., Schüler von I'eyron in Paris, war von 1810—45 Direktor des 
Museums seiner Vaterstadt. Er bildete zahlreiche Schüler, malte Historien, Portraits 
und Landschaften. Im Museum seiner Vaterstadt das Opfer Noah's (1817), iu dortigen 
Kirchen die heil. Dreieinigkeit, der bethlehemitische Kindermord, die Heimsuchung 
und in anderen Kirchen Südfrankreichs. 



4g Aubert — Audebert". 

Aubert, Jean Ernest,, franz. Kupferstecher, Lithograph und Maler, geb. 11. Mai 
1824 in Paris, Schüler der Ecole des beaux-arts unter Delaroche undMartinet, 
erhielt 1844 im Kupferstich den grossen Preis, bildete sich in Rom weiter und 
widmete sich später mehr der Lithographie. Unter seinen Werken sind zu nennen: 
Die Aquarellcopien nach Raffael's Triumph der Galatea, Vertreibung Heliodor's aus 
dem Tempel, die heil. Jungfrau mit der Nelke und das Selbstportrait (1850—52), 
sodann mehrere Lithographien und von Malereien : Märtyrer unter Diocletian, Portrait 
der Frau G. Delossert (t863), die Jugend (1865) u. a. 

Aubert, Miehel, franz. Kupferstecher und Radirer, geb. 1700 in Paris, f 1757 
daselbst, stach in der Manier Gerard Andran's Portraits- und Historienbilder nach 
Rubens, G. Rcni, Parmigianino, Jeaurat, Boucher, Watteau u. a. 

Aubertin, Fran^ois, Stecher in Aquatinta, geb. 6. Juli 1773 in Metz, f durch 
Selbstmord 27. Aug. 1821 in Gent, ging vom Militärstande zur Kunst über, arbeitete 
viel für Kunsthändler in Dresden und Berlin und ging später nach Brüssel und Gent. 
Er stach Landschaften nach Vanloo, Paul Potter und C. W.'E. Dietrich. 
Aobin, ». Saint-Aubin. 

Aublet, Albert, franz. Maler, geb. 1830 in Paris, Schüler von Jacquand und 
Gerome, ging von der Historienmalerei zum Portrait und zum modernen Genre 
über und wurde auch auf deutschen Ausstellungen bekannt, z. B. eine Metzgerei (1873), 
Nero vergiftet Sklaven (1876), Christus auf sttirmischem Meer (1877), Herzog Heinrich 
von Guise bei Heinrich IIL in Blois, Inhalationssaal in Mont Dore, die heulenden 
Derwische (1882), und durch Portraits. In den letzten Jahren malte er Bilder aus 
der vornehmen Frauenwelt und arbeitete an der malerischen Ausschmückung des 
Hotel de Ville in Paris. 

Aubois, Au^ste, franz. Maler, geb. 1795 in Chäteau-Gontier (Mayenne), f 1831, 
brachte als tüchtiger Schüler von Gros in die Pariser Ausstellungen seit 1822 sehr 
gelungene Bilder, z. B. die keusche Susanna (1822), Bacchus und Ariadne (1824), der 
heil. Sebastian (1828) u. a., malte auch zwei Altarbilder für die Kirche St. Germain 
l'Auxerrois. 

Aubriet, Claude, Miniaturmaler naturgeschichtlicher Gegenstände, geb. wahr- 
scheinlich um 1665 in Chälons sur Marne, f 3. Dec. 1742, Schüler von Joubert, 
begleitete als Zeichner den Botaniker Tournefort auf seiner Reise nach dem Orient 
(^1700—1702) und war für viele naturgeschichtliche Werke thätig. Seine Pflanzen- 
zeichnungen befinden sich in der Natioualbibliothek zu Paris und in der Universitäts- 
bibliothek zu Göttingen. 

Aubry, Alexandre Pierre Victor, Bildhauer, geb. 22. April 1808 in Paris, 
t 9. Juli 1864 das., erhielt 1845 eine Medaille für seine liegende Gestalt der letzten 
Hoffnung und stellte ausserdem 1842, 44 und 49 aus. 

Aubry, Etienne, Portrait- und Genremaler, geb. 10. Jan. 1745 in Versailles, 
t 24. Juli 1781 daselbst, Schüler von J. A. Silvestre und JosephVien, stellte 
anfangs Portraits, später Genrebilder aus, in denen er dem J. B. Grenze nacheiferte. 
Eins seiner besten Bilder (1781) war der Abschied Cosriolan's von seiner Mutter. 

Aubry, Louis Fran<jois, Portraitiualer, geb. 1770 in Paris, f gegen 1850, 
Schüler von Frant^^ois Andre Vincent und I s a b e y, gelangte durch seine 
Miniaturportraits zu bedeutend oivs Rufe, z. B. 1810 die Portraits des Königs und 
der Königin von Westfalen, die Lautenspielende Frau (1814), die Gemahlin des Königs 
Louis Philippe (I8:rij. 

Aubry, Peter, deutscher Kupferstecher, geb. 1596 in Oppenheim, f 1660 (oder 
1666) in Strassburg, fertigte eine Menge von Stichen berühmter Männer seiner Zeit, 
brachte es aber nur zu mittelmässigen Leistungen und betrieb später mit seinem 
Bruder und Schüler Abraham A. (f nach 1682) in Strassburg den Kunsthandel. 

Aubry-Lecomte, Hyacinthe Louis Victor Jean Baptiste, Lithograph, geb. 
31. Oct. 1797 in Nizza, f 2- Mai 1858 in Paris, brachte mit Hilfe seines Lehrers 
Girodet-Trioson zahlreiche Blätter nach dessen Bildern, aber auch sorgfältig 
ausgeführte Blätter nach Raffael (Sixtinische Madonna und Vierge au linge), nach 
Liouardo die Mona Lisa, nach Correggio, Prud'hon u. a. 

Audebert, Jean Baptiste, franz. Maler und Omitholog, geb. 1759 in Rochefort, 
t im Dec. 1800 in Paris, zum Miniaturmaler in Paris ausgebildet, fertigte er für 
den Privatmann Qigot d'Orcy naturhistorische Zeichnungen (1769) und bereiste 
England und Holland. Er machte sich dadurch verdient, dass er zum Coloriren 
Oelfarbeu benutzte und verschiedene Farben auf eine einzige Platte auftrug. Seine 
Werke sind: „Histoire naturelle des ainges" (1800), die Illustrationen zu Vieillot's 



Audenaerde — Aufray. 47 

„Histoire des colibris" (1802) und dessen ^Histoire des griraperaux et des oiseaux de 
paradis" (1803). 

Audenaerde, Robert t., Kupferstecher und Maler, geb. 1663 in Geot, 1743 
daselbst, bildete sich für die Radirung iu Rom unter Carlo Mar atta, nach dessen 
Vorlagen er eine grosse Zahl von Blättern stach oder radirte, andere nach der 
Antike, nach Mantegna, Ann. Carracci, Domenichino und Guido Reni. Nach 37jährigem 
Aufenthalt iu Rom kehrte er 1722 nach Gent zurück und betrieb neben dem Kupfer- 
stich auch die Slalerei. Seine Bilder befinden sich fast nur in den Kirchen seiner 
Vaterstadt. 

Au^douin, Pierre, Kupferstecher, geb. 1768 iu Paris, f am 12. Juli 1822 das. 
Schüler von Beauvarlet, führte seine Stiche mit grosser Feinheit und Leichtigkeit 
auch in der Behandlung der Stoffe aus. Hauptblätter von ihm sind : La belle Jardinieie 
nach Raffael, die Grablegung nach Caravaggio, Jupiter und Antiope nach Correggio, 
die Musen nach Lesueur, die Caritas nach Andrea del Sarto, Portraits nach Bourdon, 
Laurent, Gros, Tizian, Gerard und andere Bilder nach Terborch, Metsu und Netscher. 

Audran, Kupferstecherfamilie, zu welcber gehören: 1) Charles A., geb. 1594 
iu Paris, f 1674 daselbst, bildete sich in Rom nach Corn. Bloemaert. Unter seinen 
fast zahllosen Stichen und Radirungen von grosser Verschiedenheit der Manieren sind 
die bedeutendsten : Eine heil. Familie nach Tizian, eine Verkündigung nach Lod. Carracci, 
Christus im Elend nach A. Dürer, Maria von Engeln gen Himmel getragen nach 
Domenichino, viele andere nach Stella, Vouet u. s. w. — 2) Claude A. d. Ä., Bruder 
und Schüler des Vorigen, geb. 1597 in Paris, f 18. Nov. 1677 in Lyon, wo er 
Portraits und allegorische Einfassungen von Büchertiteln stach. — 3 t Sein Sohn 
Claude A. d. J., geb. 27. März lG3'.t in Lyon, f 4. Jan. 1684 in Paris, war Maler 
und half als solcher dem Hofmaler Lebrun bei seinen Alexanderschlachten "nd 
Deckenmalereien, und malte 1083 die wunderbare Speisung für Notre-Dame in Paris. 

— 4) Gerard A., der berühmteste der Familie, Sohn des älteren Claude A., geb. 
2. Aug. 1640 in Lyon, f 26. Juli 1703 in Paris, Schüler seines Vaters und seit 1667 
in der Malerei des Carlo Maratta in Rom, widmete sich fa.st nur dem Kupferstich, 
worin er durch die Verbindung des Stichels mit der Nadel eine malerische Wirkung 
erreichte. Nach Frankreich zurückgekehrt, wurde er unter Ludwig XIV. Hofkupfer- 
stecher, und arbeitete in grossem historischen Stil auf ungewöhnlich grossen Platten, 
namentlich die Alexandersclilaohten Lebrun's und Blätter nach Raffael's Tod des Ananias, 
Paulus und Barnabas in Lystra, Paulus Predigt in Athen, nach Tizian, Ann. Carracci, 
Domenichino, N. Poussin, Miynard, viele nach Lafagc und zahlreiche Portraits. 

— 5} Jean A., Neffe und Schüler von Gerard A., geb. 28. April 1667 in Lyon, 
t 17. Juni 1756 in Paris, seit 1706 Hofkupferstecher. Unter seineu trefflichen Stichen 
sind zu nennen .- Die Aussetzung und die Findung des Moses nach N. Poussin, der Raub 
der Sabinerinntn nach demselben, der wunderbare Fischzug und die Auferweckung 
des Lazarus nach Jouveuet, die Findung des Moses, Athalia und Joas, Esther und 
\hasverus, Jakob freit um Rnliel, die Auferstehung Christi, Psyche und Amor nach 
Coypel, Triumph der Galatea nach Maratta und viele andere. 

Auer, Anton, Porzellanmaler, geb. 4. März 1778 in München, f 25. Oct. 1814' 
daselbst, erlernte seine Kunst unter Job. Peter Melchior in der Porzellan- 
mauufaktur zu Nymphenburg und seit 1809 in Wien. Nach seiner Rückkehr von da 
wurde er Obermaler in Nymphenburg und copirte im Auftrag des nachmaligen 
Königs Ludwig für ein Tafelservice eine Reihe von Bildern der kön. Gemäldegalerie, 
die nach seinem Tode sein Sohn Max Joseph (s. d.) seit 1829 vollendete. 

Aller, Johann Paul, Maler, geb. 20. Sept. 1636 in Nürnberg, f 16. Oct. 1687, 
lernte seit 1660 unter Pietro Liberi iu Venedig, lebte 4 Jahre in Rom und 
kehrte erst 1670 in seine Vaterstadt zurück. Er malte Historien- und Genrebilder, 
namentlich Portraits. 

Auer, MaximiHan Joseph, Porzellan- und Emailmaler, geb. 14. Juli 1805 in 
Nymphenburg, i li. Mai 1878 iu München, Sohn und Schüler des Anton A., auch 
Schüler von Mitte r er. Au-sser iK'V Fortsetzung seines Tafelservices (s. Anton A.) 
hat man von ihm Porzellangemälde von Portrait- und Historienbilder nach Rubens 
und Holbein. Er betrieh auch die Aquarell und Gla.smalerei. 

Auerbach, Joh. Gottfried, Maler, geb. 28. Oct. 1697 in Mühlhausen, t 3. Aug. 
1753 in Wien als kaiserl. Hofmaler seit 1735. Von ihm im Hofmuseum zu Wien ein 
l'ortrait des wiederholt von ihm gemalten Kaisers Karl VI. in reicher Staatskleidung. 

Aufray, Joseph Athanase, Maler, geb. 4. April 1836 in Paris, Schüler von 
Barrias, malt Genrebilder, Landschaften und Kinderportraits, mit denen er seit 



48 Auguiu — Auvray. 

1865 auf deu Pariser Ausstellungen vertreten war. Hauptwerke: Der Fehltritt, die An- 
kündigung der Komödie, die Rückkehr aus dem Walde, Auf frischer That ertappt u.a. 

Auguin, Louis Augustin, franz. Landschaftsmaler, geb. 1824 in Rochefort, 
Schüler von C o g n i e t und Corot, brachte «eine Landschaften auf viele Ausstellungen 
von Paris, Brüssel und Wien und liess sich in Bordeaux nieder. Seine Bilder sind 
meistens aus den Gegenden seiner Heimath oder aus der Provinz Saintonge entlehnt, 
z. B. ein schöner Junitag. 

Augustin, Jean Bapt. Jacques, Email- und Miniaturmaler, geb. 15. Aug. 1759 
in St. Die (Lothringen), f an der Cholera i;>. April 1832 in Paris, bildete sich als 
Autodidakt, kam 1781 nach Paris und gelangte hier durch seine Miniaturportraits von 
zarter Ausführung und grosser Wärme des Colorits zu bedeutendem Ruf, wurde 
1819 Kabinetsmaler des Königs und bildete als Leiter einer Zeichenschule viele 
Schüler. Im Museum zu Dresden von ihm ein Portrait Napoleons L und des Königs 
Jerome von Westfalen. Auch seine Gattin Pauline A. war Miniaturmalerin. 

Auliczeli, Dominik, Modelleur in Porzellan und Bildhauer, geb. 1734 in Policzka 
(Böhmen) f 14. Oct. 1803 in München, bildete sich in der Plastik in Wien und 
längere Zeit in Rom, wurde Inspektor der Porzellaumanufaktur in Nymphenburg 
und Hofbildhauer. Von ihm die grossen Sandsteinstatuen des Jupiter, der Juno, des 
Plutc und der Pfoserpina im Schlossgarten zu Nymphenburg. 

Aureli, Cesare, Bildhauer, geb. 1844 in Rom, Schüler der dortigen Akademie 
San Luca uud des Bildhauers Eduard Müller. Seine gerühmten Hauptwerke sind 
eine Statue des Luca della Robbia, des Thomas Morus, die Gruppe des Galilei, der dem 
jungen Milton sein astronomisches System erklärt, und eine Statue des kranken Tasso. 

Auria, Giovanni Domenico, d', Holzbildhauer, der in der Mitte des 16. Jahrh. 
in Neapel lebte, wo er um 1585 starb. Er war Schüler des Giovanni Merliano, 
schuf als erste selbständige Arbeit 1540 ein Relief der Bekehrung Pauli in S. Maria 
delle Grazie zu Neapel, sodann in S. Agnello bei Neapel ein Altarrelief der Mutter 
der Gnaden als Schützerin der Seelen im Fegefeuer, (Me Fontaua Medina in Neapel, 
in S. Giovanni Carbonara die Statue des heil. Jakobus, ein Relief der Pietä. in 
S. Severino und Grabmäler in anderen Kirchen Neapels. 

Austen, William, engl. Modelleur, lebte im 15. Jahrh. unter der Regierung 
Heinrich's VI. von England. Sein noch vorhandenes Hauptwerk ist in der Marien- 
kirche zu Warwick das Denkmal des Grafen von Warwick (1464) mit 36 kleinen 
Gestalten in gothischen Nischen. 

Autelli, Jacopo, Musivarbeiter, lebte in der L Hälfte des 17. Jahrh. in Florenz, 
wo er 1633—49 mit Anderen nach den Zeichnungen von Poccetti und Ligozzi ein 
reich ornamentirtes Werk arbeitete, das in runder Form in der Mitte einer acht- 
eckigen Tafel angebracht war. Andere Arbeiten von ihm im Palast Pitti in Florenz. 

Auteri-Pomar, Miehele, Bildhauer, geb. 1838 in Palermo, kam schon 1850 
nach Florenz, wo er sich anfangs gelehrten Studien widmete, kehrte dauu nach 
Palermo zurück, begann 1866 die Plastik und bildete sich unter dem Bildhauer 
Paz2i. Von ihm ein Denkmal des Geschiclitschi-eibers Giuseppe Lafarina (f 1863), 
auf der Piazza Solferino in Turin, der Marchese Anguissola auf dem Friedhof in 
Piaceuza und das Modell für ein Denkmal Viktor Emanuel's. Er schrieb auch 
mehrere belletristische Werke. 

Auteroche, Alfred Eloy, Maler, geb. 1831 in Paris, Schüler von B rase assat 
und Cogniet, malte meistens Thiere und Landschaften, die seit 1859 auf deu 
Pariser Ausstellungen erschienen ; ebenso 1873 in Wien ein Viehhändler mit Thieren 
auf der Weide in der Normandie. 

Autissier, Louis Marie (oder Jean Fran^ois), Miniaturmaler, geb. 8. Febr. 
1772 zu Vannes (Dep. Morbihan), f 4. Sept. 1830 in Brüssel, hatte in seiner Jugend 
verschiedene Lehrer, zog gegen das Ende des Jahrh. uai^h Brüssel und malte hier 
und in Holland Miniatur-Portraits, stellte auch mehrere Bilder in Paria aus. Ausser- 
dem malte er allegorische Miniaturen und namentlich Frauen verschiedener Völker 
in ihrer Nationaltracht. 

Autoriello, Francesco, Maler, geb. 1834 in Neapel, bildete sich in Salerno als 
Autodidakt, später unter Palizzi in Neapel, wo er für einige Kirchen malte. Zu. 
.seineii besten Bildern gehören der Tod Coligny'a und der Besuch des Sokrates bei 
der A.spasia (1884). 

Auvray, Josepli Felix Henri, Maler, geb. 31. März 1800 in Cambrai, f 11. Sept. 
1833, Schüler von Gros in Paris, lebte einige Jahre in Rom, wo er 1827 das 
(iustmalil des Damokles malte, dem dann in deu uächsteu Jahren Paulus in Athen, die 



Auvfay — Avont. 49 

Aufopferung des Gautier de Chatillon (Museum iuCambrai), Spartanischer Flüchtling von 
den Thermopylen (Museum in Valenciennes ) und 1831 der letzte Tag von Pompeji folgten. 

Auvray, Louis, Bildhauer und Schriftsteller, geb. 1810 in Valenciennes, 
seit 1830 Schüler von David d ' A n g e r 8 , schuf zahlreiche Portraitbüsten, zam Theil 
im Museum seiner Vaterstadt, auch Statuen für dortige Kirchen, eine Statue Condillac's 
für die Stadt Grenoble (18G8), Statuen für die Facade des 1871 zerstörten Hotel 
de Ville in Paris, das Denkmal Watteau's in Nogent sur Marne (1865), eine Statue 
Froissarts u. a. Er schrieb „Allocution maconnique" (1840), „Delassements poetiques 
d'un artiste" (1849) und zahlreiche Beiträge für Kunstjournale. 

Avallone, Giovauul, ital. Bildhauer, geb. 10. Aug. 1859 in Neapel, Schüler 
der dortigen Akademie, stellte seine Arbeiten, meist Idealgestalten in Holz, Marmor 
und Bronze, jährlich aus, 1884 in Turin, 1887 in Venedig und Genua. 

Avancini, Giustiniano degli, Maler, geb. 1805 in Levico (Tirol), Schüler 
De min 's in Belluuo, bildete sich 1826 in Rom weiter aus, malte besonders^ 
Scenen aus der Geschichte Tirol's, z. B. im Museum zu Innsbruck die erste Be- 
gegnung Ferdinand's mit Philippine Welser in Augsburg. Er war auch Novellendichter. 

Avauzi, Jacopo, Maler der 2. Hälfte des 14. Jahrh. aus Verona oder Padua, 
Schüler und Gehilfe des Altichiero bei dessen Fresken in der Kapelle San Feiice 
in Padua; vermuthlich von ihm allein die Fresken in der benachbarten Kapelle San 
Giorgio, Legende St. Georgs, St. Katharinas und St. Lucias. Vgl. Ernst Förster, 
die St. Georgskapelle in Padua (1841). 

Avanzi, Jacopo, untergeordneter Maler der 2. Hälfte des 15. Jahrh. aus 
Bologna. Bilder von ihm in der dortigen Akademie: Tod und Krönung Maria, An- 
betung der Könige, Himmelfahrt, der Gekreuzigte, und in Mazzarata bei Bologna. 

Avanzi, Vittorio, Landschaftsmaler, geb. 21. Febr. 18.^0 in Verona, Schüler der 
Akademie in München unter Ramberg und Lindenschmit, malte Landschaften 
grossentheils aus der dortigen Gegend oder aus Italien, z. B. aus der Umgegend 
von Dachau, Gegend an der Isar, die Villa d'Este in Rom, Marine von Capri, 
Landschaft mit Cypressenallee, an der Giudecca in Venedig. 

Aved, Jacques Andr6 Joseph, franz. Maler, geb. 12. Jan. 1702 in Douai, 
t 4. März 1766 in Paris, bildete sich unter Bernard Picart zum Portraitjnaler 
malte auch Baulichkeiten in Antwerpen, Amsterdam und im Haag und galt infolge 
seiner Ausstellungen in Paris seit 1729 für einen der besten Künstler im Portrait. 
Zwei solche im Museum zu Amsterdam, andere im Louvre (Marquis von Mirabeau, 
1743) und im Museum von Valenciennes. Viele seiner Portraits wurden gestochen. 

Avellne, Pierre, Kupferstecher, geb. 1660 in Paris, f 3. Mai 1722, Schüler von 
Adam Perelle, stach Landschaften, Veduten und Prospecte französischer Schlösser 
und Theaterdecorationen, meistens von ziemlich mittelmässigem Werthe. Auch seine 
Söhne Antoine (f 1743) und Pierre Alexandre (1710—1762) waren Kupfer- 
stecher, letzterer stach viel nach Watteau. 

iver, Johann Paul, s. Auer, Joh, Paul. 

Ayercamp, Hendrik van, genannt der Stomme von Kampen, weil er 
stumm-war, holländ. Landschaftsmaler, getauft 27. Jan. 1585 in Amsterdam, f nach 1663 
in Kampen, malte in Amsterdam und zeitweise im Haag, meistens Winterland- 
schaften, die ein treues Bild des holländischen Lebens zur Winterzeit geben. Von 
seinen Bildern befinden sich in öifentlichen Sammlungen verhältnissmässig wenige, 
2 in Dresden, andre in Berlin, Schwerin und Rotterdam. 

Averulino (Averlino), s. Filarete. 

Aviani, Francesco, Maler aus Vicenza, in der ersten Hälfte des 17. Jahrh., 
malte Bauwerke, Seegegenden und Landschaften, denen Carpioni gelegentlich die 
Figurenstaffage verlieh. 

Avller, Augustin Charles, franz. Architekt, geb. 1653 in Paris, f 1700 in 
Montpellier, bildete sich in Paris und in Rom, arbeitete seit 1681 eine Zeitlang ni 
Paris unter dem jüngeren M a n s a r d, wandte sich aber dann nach dem südlichen 
Frankreich, wo er in Montpellier, Carcassonac, Nimes und anderen Städten Bauten aus- 
führte, darunter auch den erzbischöflichen Palast in Toulouse. Er übersetzte das 
6. Buch von Scamozzis „Idea dell' architettui-a universale" und schrieb „Cours 
complet d'architecture" und „Explication des termes d'architecture" 

Avont, Pieter van, Maler und Radirer, geb. im Jan. IGOO in Mecheln, +. 

1. Nov. 1652 in Deurae bei Antwerpen. Er lebte seit 1631 in Antwerpen und malte 

hübsche Genrebilder, reich mit Figuren stafltlrte Landschaften in der Weise seines 

Frtundes Jan Bruegb.el, verlieh auch anderen Malern solche Staffage. Bilder von 

Allgemeines Künstler-Lexicon. S. Aufl. 1. Band. 4 



50 Avril — Azzurri. 

ihm in der Jakobskirche zu Antwerpeu (Madonna mit dem Kinde iu einem Garten», 
im Museum zu Gent, 3 Bilder ähnlichen Gegenstands im Hofmuseum zu Wien, 3 in 
der Galerie Liechtenstein daselbst. Von seinen Radirungen sind nur wenige bekannt. 
Viele seiner mit religiösen Gegenständen staifirten Landschaften wurden von 
Wenzel HoUar gestochen. 

Avril, Jean Jacques, Kupferstecher, geb. 16 Dec. 1744 in Paris, f 26. Nov. 
1831 daselbst, Schüler von J. G. Wille, dem er in seinen ersten Stichen sehr nahe 
kommt; ganz anders seine späteren Stiche, in denen er nach Vien's und David's 
Vorgang antike Stoffe behandelte, in denen eine gezwungene Erhabenheit und Steifheit 
herrscht. Unter seinen fast unzähligen Stichen sind zu nennen Odysseus und Penelope 
auf einem Wagen, der Kampf der Horatier und Curiatier, Ciucinnatus zum Diktator 
ernannt u. a. nach Lebarbier, mehrere nach A. van der Werff, Bourdon, La Vierge 
au linge nach Raffael, nach Carlo Maratta, Jan Steen und Joseph Vernet. — Sein 
gleichnamiger Sohn und Schüler, geb. 19. April 1771, f 8. Nov. 1835 war ein dem 
Vater untergeordneter Stecher. 

Axenfeld, Heinrich, russischer Genremaler des 19. Jahrb. aus Odessa, war in 
Paris Schüler von C o g n i e t, malte dort sehr charaktervolle landschaftliche Genre- 
bilder zum Theil in Aquarell. Bekannt wurde 1872 sein Hexenbild La Strega. 

Axmann, Joseph, Kupfer- und Stahlstecher, geb. 7. März 1793 in Brunn 
t 9. Nov. 1873 in Salzburg, war in der Malerei Schüler von Weidlich, widraetr 
sich seit 1811 in Wien der Kupferstecherkunst. Er stach viel für Taschenbücher, für 
das Kupferwerk von -Haas nach der k. k. Galerie in Wien und für die Staatsdruckerei, 
aber auch Bilder nach van Dyck, Elzheimer, Paolo Veronese und nach neueren öster- 
reichischen Malern Danhauser, Amerling, Th. Ender, Gauermann u. a. 

Axtmann, Leopold, Thiermalei, s-f>b. 1700 zu Fulnek in Mähren, f 1748 in 
Prag, Schüler von Hamilton iu Wien, trat in die Dienste des Grafen Czernin, für 
den er zahlreiche Pferde- und Hundebilder malte, zum Theil jetzt in Privatsaramlungen. 

Ayala, Bernab^de, span. Maler, geb. im Anfang des 17. Jahrh. in Sevilla, 
t um 1672 daselbst, Schüler und Nachahmer Zurbaran's, war einer der Gründer der 
Akademie von Sevilla. Mehrere seiner ziemlich unbedeutenden Bilder im dortigen Museum. 

Aylesford, Heneage Finch, engl. Zeichner, geb. 15. Juli 1751 in London, 
t 20. Oct. 1812, Autodidakt, widmete sich der Aquarellmalerei und der Sepiazeichnung, 
stellte von 1786—90 seine Bilder in London aus, rädirte auch Landschaften im 
Geschmack Ruijsdaers. 

Aze, Louis Valere Adolphe, franz. Maler, geb. 4. März 1823 in Paris, besuchte 
die dortige Kunstschule und bildete sich unter Robert-Fleury, worauf er 1842—44 
den Orient und Italien bereiste. Er malte seit 1845 Scenen aus dem Alltagsleben 
and Historienbilder: ein Arzt, Lesueur im Karthäuserkloster, ein Kaufmann in 
Conatantinopel, das Quartierbillet, Cosimo L von Medicis tödtet seinen Sohn, Philipp IL, 
König von Spanien, Don luan von Oesterreich, ein arabischer Gerichtshof u. s. w. 

Azeglio, Massimo Taparelli Marchese d', Maler, Dichter und Staatsmann, geb. 
2. Oct. 1798 in Turin, f 15. Jan. 1866 daselbst, widmete sich seit 1814 in Rom der 
Malerei und Musik, erwarb sich als Landschaftsmaler einen geachteten Namen, wurde 
in Mailand Schriftsteller und wirkte für Italiens nationale Erhebung durch seine 
Romane „Ettore fieramosca" (1833), und „Niccolö de Lapi" (1841), kämpfte 1848 
gegen die Oesterreicher in Venedig und bei Vicenza und war von 1849—52 sardinischer 
Minister des Auswärtigen. Unter seinen Landschaften mit historischer Staffage sind die 
bedeutendsten : Der Kampf der ital. und franz. Ritter bei Barletta, Odysseus' Aufnahme 
bei Nausikaa, Sclilacht-bei Leguane und mehrere Stimmungslandschaften. Seine Biogr. 
V. Pavesio (1871) und Bianchi (1884). 

Azeglio, Roberto, Marchese d', Bruder des Vorigen, geb. 2. Oct. 1790 in 
Turin, f 24. Dec. I86ti daselbst als Direktor der dortigen Pinakothek, war mehr 
Kunsthistoriker als ausübender Maler, lebte iu Turin den schönen Künsten, gab das 
Prachtwerk „La reale Galleria di Torino" (1836) heraus und schrieb : „Studi storici 
archeologici sulle arti del disegno" (1862) und „Ritratti d' uomini illustri dipinti" (1863). 

Azzurri, Francesco, Architekt, geb. 1831 in Rom, bildete sich dort als 
Ingenieur und Architekt auf der Akademie di San Luca unter seinem Oheim 
Giovanni Azzurri, machte Reisen in Italien und im Ausland nnd baute den 
ehemaligen Palast Negroni in der Via Condotti, das Hotel Bristol, die Villa de.s 
Malers Siemiradzki, das neue Nationaltheater, den Palast der Republik von San 
Marino mittelalterlidicn Stils und mehiere Villen, .stellte den Palazzo di Venezia 
wieder her und entwarf den Plan für den Park des Palastes Barberini. 



Baade — Bach. 51 



B. 

Baade, Knut Andreessen, Marinemaler, geb. 28. März 1808 auf dem PfarrLof 
Skiold im südlichen Norwegen, f 24. Nov. 1879 in München, wui'de 1827 Schüler 
der Akademie in Kopenhagen, setzte erst T83C — 39 seine Studien bei Joh. Christian 
Dahl in Dresden fort und liess sich 1842 in München nieder. Seine Bilder, meistens 
den grossartigen, erhabenen Küsten seiner Heimath, entlehnt, sind gewöhnlich Mond- 
scheinbilder, die meisten in Privatbesitz. Ein Phantasiebild aus der norwegischen 
Saga-Zeit in der Neuen Pinakothek. Er war schwedischer Hofmaler und Mitglied 
der Akademie von Stockholm. 

Baader, I^ouis Marie, franz. Historien- und Genremaler, geb. 20. Juni 1828 
in Lanninn (Cotes du Nord), Schüter von Yvon und der Ecole des beaux-arts, 
malte antike, sehr poetische Scenen und humoristische Genrebilder, z. B. der Nach- 
ruhm (,1874j, Phantasie auf der Savoyardenleier, Gewissensbisse und als sein Haupt- 
bild (1877) Episode aus der Helotenjagd in Sparta. 

Baader, Tobias, Bildschnitzer, lebte in der 2. Hälfte des 17. Jahrb. in München, 
arbeitete viel für Kirchen und Klöster in Bayern. Sein Hauptwerk von 1680 ist in 
der Herzog-Spitalkirche zu München das wunderthätige Marienbild, das 1690 „die 
Augen verdreht hat*. 

Haan, Jacobus und Jan de, s. Baen. 

Babeur. s. Babvren. 

Baboccio (oder Bamboccio), Abate Antonio, Maler und Bildhauer in Stein 
und Metall, geb. 1351 in Peperino, Schüler von Masuccio U., arbeitete 1407 in 
schwulstiger, überladener Gothik in Neapel das Mittelportal des Domes, das Grab- 
mal des Kardinals Car'bone in Sta. Chiara. das Grabmal des Antonio di Penna (1414), 
das Prachtportal der kleinen Kirche San Giovanni Pappacoda, in Messina das Portal 
des Domes, im Dora zu Salerno das Grabmal der Margareta von Durazzo (f 141 2 1 
und als sein spätestes Werk das Gra'^mal des Admirals Ludovico AJdemoresco. 

Baboren (oder Babeur), Dirk van, hoUänd. Maler, geb. 1570 in Utrecht, 
t 1624 das., Schüler von P. Neefs, malte in der Weise des Michelangelo da 
Caravaggio biblische, mythologische und genreartige Bilder in kräftigem, oft derbem 
Realismus. Von ihm eine Grablegung Christi (1617) in S. Pietro in Montorio 
in Rom. 

Baccaiario, Angelo, i' ü. Landschaftsmaler, geb. 19. Nov. 1852 in Acqui, Schüler 
des Malers DeAvendanc in Genua und des Umberto Pasini, malte eine 
Menge sehr gerühmter Landschaften und Seestücke aus den Gegenden von Ober- 
italien. Er lebt in Turin. 

Baccetti, Marcello Andrea, Holzbildner, geb. 9. Jan. 1850 in Florenz, Schüler 
von Angelo Bar betti daselbst und des Luigi Frullini, brachte es nach öfteren 
Reisen in Italien bald zu bedeutendem Ruf und arbeitete nicht nur für den 
italienischen Hof, sondern auch für Canada, Brasilien und Australien. 

Bacchiacca, s. Ubertinl. 

Bacciarelli, Marcello. Historienmaler, geb. 1731 in Rom, f 1818 in Warschau, 
wurde von August HI. nach Dresden berufen, arbeitete eine Zeitlang in Wien und 
wurde Hofmaler des Königs Stanislaus August von Polen und Generaldirektor der 
Königl. Gebäude in Warschau. Ausser einer Reihe von Portraits der polnischen 
Könige und vieler historischen Personen im Schloss zu Warschau malte er dort 
6 grosse Gemälde aus der vaterländischen Geschichte. — Seine Gattin Johanna 
Juliana Friderica, geb. Richter, geb. 21. Mai 1733 in Dresden, f 26. Febr. 1809 
in Warschau, war eine geschickte Miniaturmalerin. 

Baccio della Porta, s. Bartolommeo, Fra. 

Bach, Alois, Genre- und Pferdemaler, geb. 12. Dec. 1809 in Eschelkam im 
bayrischen Wald, wurde 1828 Schüler der Akademie in München unter Cornelius 
und studirte die Bilder Albr. Adam's und Peter Hess'. Zu den besten seiner landschaft- 
lichen Figuren- und Pferdebilder gehören: Der Postwagen im Schnee, die Pferde- 
bilder aus dem Marstall des Fürsten Thurn und Taxis in Regensburg, des Grafen 
Arco, des Fürsten Oettingen-Wallerstein u. a. Er lithographirte auch für militärische 
Kostüni nnd landwirthschaftliche Werke. 



52 ßat^li — Bcicker. 

Bach, Guido, Aquarellmaler, geb. i828 in Aimaberg, Schüler von Julius 
Hübner in Dresden, gin^: 18G2 nach London, wo er in Aquarellen von grossem 
Massstabe sehr geschätzte Genrebilder und Portraits malte. 

Bach, Hermann, Bildhauer, geb. 11. Oct. 1842 in Stuttgart, bildete sich auf 
der dortigen Kunstschule unter Theodor v. Wagner und von 18(38—70 in Rom. 
Seine nicht sehr zahlreichen Werke sind : Eine Spinnerin, ein Piiferaro, eine 
Madonna für eine Kirche in Württemberg, eine Gipsstatue Schiller's und eine 
kolossale Mosesgruppe für den Thurm des Münsters in Ulm. 

Bach, Karl Daniel Friedrich, Maler, geb. 1756 in Potsdam, f 182G in Bres- 
lau, wo er seit 1792 Direktor der Kunstschule war. Seine Werke sind meistens 
nur Umrisse der besten Köpfe und Partien nach Raffael's Gemälden im Vatikan. Er 
schrieb auch eine ,, Anweisung, schöne Formen nach einer einfachen Eegel zu bilden". 

Bach, Max, Maler, geb. 17. Oct. 1841 in Stuttgart, Bruder von Hermann B., 
Schüler des Malers Kaspar Ob ach, des Landschaftsmalers Funk und für das 
technische Zeichnen Schüler des Polytechnikums, wo er auch Architektur studirte. 
Er arbeitet(^ viel für die Zeitschrift „Das Kunsthandwerk" und gab ein „Musterbuch 
für Zeichner, Lithographen und Graveure" heraus. 

Bache, Otto, dänischer Thier- und Genremaler, geb. 21. Aug. 1839 in Roeskilde 
wurde schon 1849 in Kopenhagen Schüler der Akademie unter M a r s t r a n d, erhielt 
1856 und 1857 einige Preise und ging mit einem Reisestipendium nach Paris, wo 
er sich ein glänzendes Colorit aneignete. Meisterhaft ist er in der Malerei der 
Thiere, die er trefilich zu charakterisiren versteht. Dahin gehören : Die Fahrt zur 
Kirmes (1863), Hundefütterung (1871), Daniel in der Löwengrube, nach der Eber- 
jagd (1877), eine Meute Hunde, Austreiben der Kühe. 

Bacheley, Jacques, franz. Kupferstecher, geb. 1712 in Pont l'Eveque (Dep. 
Calvados), f 1781 in Ronen, Schüler von Lebas, stach namentlich Seestücke nach 
Breenberg, van Qoyen, Ruijsdael und Joseph Vernet. 

Bachelier, Jean Jacques, Stillleben- und Historienmaler, geb. 1724 in Paris, 
t 10. April 1806 das., geschickter in Blumen- und Fruchtstücken, als in historischen 
Bildern, z. B. ein Cimon im Gefängniss (Louvre). Er war Vorsteher der Porzellan- 
manufaktur in Sevres u. stiftete 1766 in Paris eine Zeichenschule für Kunsthandwerker. 

Bachelier, Nicolas, Architekt und Bildhauer geb. 17. Juni 1485 in Toulouse, 
t nach 1566 in Spanien, führte in Frankreich den plastischen Stil des Michelangelo 
ein und war namentlich in Tuulouse und den benachbarten Städten beschäftigt. Von 
seinen plastischen Werken sind fast nur die Holzschnitzereien in der Kirche St. Marie 
in Auch erhalten, von seinen Bauwerken die Paläste Saint-Jory und Lasbordes in Toulouse. 

Bachelin, Auguste, Genre-, Historien- und Landschaftsmaler, geb. 27. Sept. 1830 
in Neuenbürg (Schweiz), f im Aug. 1890 in Bern, bildete sich in Paris unter 
G 1 e y r e und C o u t u r e, beschränkte sich anfangs auf Genre und Landschaft und 
widmete sich seit 1859 dem militärischen Genre, als er bei den Freischaaren der 
Alpenjäger unter Garibaldi war. Er malt zwar in Italien auch Bilder aus dem 
dortigen Volksleben, aber am meisten behandelte er Stoffe aus der Geschichte und 
dem Volk seiner Heimath, voll Leben in tragischen wie in heiteren Scenen. Seine 
Hauptbilder sind: Marsch eines schweizerischen Infanteriebataillons zur Besetzung der 
Grenze (1857), Uebergaug der Armee Bourbaki's auf schweizerisches Gebiet (Winterbild), 
Tod des Fähnrichs von Moutmollin (1792). Ausserdem Scenen aus dem Jagdleben und den 
Volksfesten der Schweiz, z. B. das Schwungfest (18G7). Als Schriftsteller gab er 
heraus „L'armee suisse", „Aux Frontieres" (1873), „Album de l'Est en Suisse" (1871). 

Bacher, Rudolf, Geuremaler, geb. 20. Jan. 1862 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie unter Leopold Müller, brachte auf die Wiener Aus.stellung von 1888 
ein ansprecliendes Genrebild „Erlöst", das in die Galerie zu Graz kam. 

Bachmann, Hans, Genremaler, geb. 1852 in Winikon (Kanton Luzern), erhielt 
seine künstlerische Ausbildung in Düsseldorf unter Ed. v Gebhardt und Karl 
Hoff, kehrte Avegeu Krankheit in seine Heimath zurück, aus der er die Motive zu 
seinen Bildern aus dem Natur- und Volksleben entnahm. Solche sind : Ein Begräb- 
nisszug aus den Alpen, Zur letzten Ruhe (Museum in Luzern), Weihnachtssingen im 
Kanton Luzern (Museum in Basel) und der Arzt. 
Baciccio. s. Gaulli. 

Backer, Adriaen, Portrait- und Historienmaler, geb. 1635 oder 1636 in 
Amsterdam, begr. 23. Mai 1684, Sohn des Jacob Adriaensz Backer. Von seineu 
besseren Bildern befindet sich eins im Museum zu Brauuschweig und 3 CoUektiv- 
portraits im Reichsmuseura zu Amsterdam. 



Backer -- Bacou. 5ä 

Back«'!*, Franz de, Portraitnialer und Radirer, geb. iu Antwerpen, lebte in 
der 1. Hälfte des 18. Jahrb., war Hofmaler des Kurfürsten Johann Wilhelm in 
I)Usseldorf, lebte auch in Florenz und Rom. Bilder von ihm iu der Adalbertskirche 
und im Dom zu Breslau. Drei seiner Radirungen nach A. Schoonjans. 

Backer, Jacob Adiüaensz, holländ. Historien- und Portraitmaler, geb. 1608 oder 
lOO;) in Harlingen, f 27. Aug. 1651 iu Amsterdam, Schüler vonLambert Jacobsz 
in Leeuwarden und von Rembrandt in Amsterdam. Er malte in naturalistischer 
Auffassung und breiter Pinselführung Schützenstücke und Einzelportraits. Zwei 
soldier Schützenstücke im Stadthause zu Amsterdam, ein Regentenstück im Roichs- 
museum daselbst, drei Einzelportraits im Museum zu Dresden, auch in der Pinakothek 
zu München, im Museum zu Berlin (aus dem J. 1643) und sehr zahlreich im Museum 
zu Braunschweig 

Backer, Jacques de, Historienmaler, geb. 1562 in Antwerpen, f 1637 das. 
Von ihm ein Jüngstes Gericht im dortigen Museum. 

Backereel, Gillis und WiHem, Brüder, beide Maler. Gillis geb. in Antwerpen, 
t zwischen 1654 und 1662, wurde 1629 als Freimeister in die Gilde zu Antwerpen 
aufgenommen, hinterliess zahlreiche Werke ; von ihm im Museum zu Brü.ssel zwei 
Historienbilder, im Hofmuseum zu Wien ein Bild Hero beweint den Leander, und 
eins in der Salvatorkirche zu Brügge ; er liebt starke Effekte von Hell und Dunkel. 
Willem, 1605 als Freimeister in die Güde zu Antwerpen getreten, starb schon 1615 
in Italien; er malte vorzugsweise Landscnaften 

Backhnyzen, Lndolf, s. Bakhayzen. 

Bacler d' Albe, Louis Albert Ghislain, Baron von, Kartograph, Zeichner 
und Maler, geb. 21. Oct. 1761 in St. Pol, f 12. Sept. 1824 in Sevres, malte anfangs 
Landschaften aus Savoyen, trat 1796 unter Bonaparte als Artillerielieutenant in die 
französische Armee von Italien, wurde Chef des topographischen Bureaus und Direktor 
des Kriegsdepots und gab 1802 die „Carte du theätre de la guerre en Italie" heraus. 
1814 nahm er als Brigadegeneral seinen Abschied. Später wurde er Generaldirektor 
des Kriegsdepots in Paris und nach der Wiedereinsetzung der Bourbons künstlerisch 
thätig, gab er auch Denkschriften über die Kartenstichkunst und lithographirt eAnsichten 
von Paris und der Schweiz heraus. Seine bedeutendsten Oelbilder sind im Museum 
zu Versailles die Schlachten bei Arcole und bei Rivoli. 

Bacon, Frederik, engl, Kupferstecher, geb. 1803 in London, Schüler von 
E, Finden, stach in eleganter Manier für bestechenden Effekt. Seine besten Blätter, 
zum Theil für Finden's Gallery, sind nach Duncan der Einzug der Hochländer in Edin- 
burg nach der Schlacht bei Prestonpans, nach Murillo Johannes d. T. mit dem Lamm, 
nach Wilkie die Schmuggler, nach Ansdell die Hirschjagd, nach Etty die büssende 
Magdalena, nach Tizian Jupiter und Antiope, nach Zurbaran, Eastlake u. a. 

Bacon, Henry, amerikan. Genremaler, geb. 8. October 1839 in Haverhill 
(Massachusetts), bildete sich in der Zeichenschule zu Boston, diente 1861 als Freiwilliger 
in der Unionsarmee, brachte in Hlustrationen militärische Scenen, wurde dann Schüler 
von Cabanel in Paris und Edouard Frere in Ecouen und Hess sich in Paris 
nieder. Seine Bilder sind einfache, gemüthliche Scenen aus dem Volksleben und der 
Kinderwelt, unter denen als die besten genannt werden : Die Bezahlung der Rechnung 
(1870), die erste Verschwendung, und als sein Hauptbild die Petition der Knaben 
von Boston an den General Gage (1875). 

Bacon, John, engl. Bildhauer, geb. 24. Nov. 1740 in Southwark, f 4. Aug. 
1799 in London, war in seiner Jugend Porzellanmaler und zeichnete sich bald als 
Bildhauer so aus, dass er 1770 Mitglied der Akademie in London wurde. Eins 
seiner ersten Werke war 1769 ein Relief mit der Flucht des Aeneas aus Troja, dem 
dann als sein Meisterwerk eine Statue des Mars, ferner die Denkmäler William Pitt's 
in Guildhall und in der Westminster- Abtei, Dr. Johnson's und des Philanthropen Howard 
in St Pauls Kathedrale, die Bronzegruppe Georgs III. mit dem Vater Themse zu 
dessen Füssen in Somerset-House, das Denkmal der Mrs. Draper (Sterne's Eliza) in 
der Kathedrale zu Bristol, des Lord Cornwallis (s. Bacon. d. J.) u. a. folgten. Er 
war auch Fabeldichter und ascetischer Schriftsteller. 

Bacon, John d. J,, Sohn des Vorigen, ebenfalls Bildhauer, geb. im März 
1777 in London, f 1859 daselbst, besuchte die dortige Akademie, stellte schon seit 
seinem 16. Jahre plastische Werke aus, erhielt 1794 eine goldene Medaille für seine 
Cassandra und schuf 1796 für das Trinity-House die Statuen der Wachsamkeit und 
Klugheit, vollendete 1801 das von seinem Vater begonnene Denkmal des Lord 
Cornwallis, schuf 1808 die Statue Jakobs III. und andere Denkmäler in der Paulskirche 



54 Badajoz — Baehr. 

(des Lexikographen Johnson und Generals Moore) und in der Westminster-Abtei . 
Mit dem J. 1824 hörte seine plastische Thätigkeit auf. 

Badajoz, Juan de, span. Architekt des 16. Jahrh., der die Renaissance in 
seinem Vaterlande zur Blüthe brachte, aber auch Meister im gothischen Stil war 
Er vollendete von 1512 an die Kathedrale von Leon, baute die Facade des dortigen 
Klosters San Marcos und die Hauptkapelle der Kirche San Isidoro. 

Badalocchio, Sisto, genannt Rosa, ital. Maler und Kupferstecher, geb. 1581 
in Parma, f 1647 in Bologna, Schüler von Ann. Carracci, in Pa>rma besonders 
beschäftigt für die Familie der Este. Als Kupferstecher gab er mit seinem Freunde 
Lanfranco die Bibel Raffael's auf 23 Blättern heraus, auch die Fresken Correggio's 
in der Kuppel des Doms zu Parma auf 6 Blättern und andere Werke. In der 
Malerei ist eins seiner Hauptwerke der heil. Franciscus, der die Wundmale empfängt, 
in der Akademie zu Parma. 

Badens, Frans, Maler, geb. 1571 in Antwerpen, f 1620in Amsterdam, Schüler 
seines Vaters in Amsterdam, bildete sich 4 Jahre lang in Italien, malte Historien- 
bilder und Portraits, von denen wenig mehr erhalten sind. In Amsterdam wird ihm 
ein Gastmahl der Bürgergarde zugeschrieben. 

Bader, Friedrich Wilhelm, Holzschneider, geb. 3. Juli 1828 in Brackenheim 
(Württemberg), besuchte das Polytechnikum in Stuttgart, widmete sicij anfangs dem 
Graveurfach und trat 1846 in das dortige xylographische Atelier von 0. Deis. Auf 
Reisen für seine Kunst ausgebildet, kam er 1850 nach Dresden in das Atelier G ab e r 's 
und schnitt hier nach Zeichnungen Ludw. Richter's und Illustrationen zu Bechstein's 
Märchenbuch, zur „Spinnstube" u. s. w. 1855 gründete er in Waldheim eine Kunst- 
anstalt, aus der viele Holzschnitte hervorgingen, und 1869 dort ein bedeutendes 
Institut für Holzschneidekunst, das die Trachtenbilder nach Zeichnungen Dürer's in 
der Albertina zu Wien u. a. bedeutende Blätter lieferte. Seine Arbeiten geben mit 
gründlichen Studien der Meister des 16. Jahrh. den jedesmaligen Charakter des 
Künstlers wieder. 

Bader, Wilhelm, Maler, geb. 24. Juli 1855 in Darmstadt, bildete sich in 
München und nahm hier seinen Wohnsitz. Die Münchener und die Wiener Aus- 
stellungen brachten von ihm die Bilder : Sisyphus, Unschuld und Liebe, eine Madonna, 
im Reich der Töne u. a. 

Badiale, Alessandro, ital. Maler und Kupferstecher, geb. 1623 in Bologna, 
1 1 67 1 , Schüler von FlaminioTorre, malte gut gezeichnete Bilder für seine Vaterstadt 
und radirte nach Werken seines Lehrers und nach Cignani. 

Badile, Giovanni Antonio, ital. Maler, geb. 1517 in Verona, f 1560, Lehrer 
und Schwiegervater des Paolo Veronese, strebte zuerst in Verona nach einer 
breiten, malerischen Behandlung der Bilder. Von ihm im Museum zu Turin eine 
treffliche Darstellung der Maria im Tempel, in der Pinakothek zu Verona einige 
Altarbilder, und im Hofmuseum zu Wien ein Portrait der Katharina Cornaro. 

Baditz, Otto von, Genremaler, geb. 19. März 1849 in Töt-Keresztür (Ungarn), 
Schüler von W. Diez in München, beschickte seit 1879 die Ausstellungen in München 
mit ansprechenden Genrebildern verschiednen Inhalts : Verurtheilt, die Versuchung, das 
Kostkind, Madonna mit dem Kinde und Johannes, Ungarische Bauernfamilie, der 
Abschied u. a. 

Baeckelmang, Architekt des 19. Jahrb., baute in Antwerpen den neuen Justiz- 
palast, dessen französischer Charakter an die Schlösser der Zeit Ludwigs XIII. er- 
innert und den gothischen Backsteinbau der Kirche St. Amand. Sein Entwurf zum 
Justizpalast in Brüssel erhielt den ersten Preis, kam aber nicht zur Ausführung. 

Bahr, Georg, Rathszimmermeister, geb. 1666, f 1738 in Dresden, erbaute von 
1726—1734 die dortige protestantische Frauenkirche, eine Centralanlage mit runder 
Kuppel auf 8 Pfeilern, deren eleganter Umriss in der Silhouette der Stadt domi- 
nirend hervortritt, nur die Laterne auf der Kuppel wurde erst nach des Erbauers 
Tode 1745 nach dem Entwurf des Baumeisters Schmidt ausgeführt. 

Baehr, Karl Johann, Historienmaler, geb. 18. Aug. 1801 in Riga, f- 29. Sept. 
1869 in Dresden, Enkel des Vorigen, war hier Schüler von M a 1 1 h ä i , besuchte 
mehrmals Italien und wurde 1840 Professor an der Akademie in Dresden. Er malte 
die Bilder: Dante und Vergil in der Hölle, die Wiedertäufer in Münster, Iwan der 
Schreckliche, dem finnische Zauberer den Tod verkünden (1850, Museum in Dresden), 
der Tod Sickingen's, Christus am Kreuz u. a. Er schrieb Abhandlungen über Dante's 
göttliche Komödie M852 und 53^, über Ausgrabungen in den Ostseeprovinzen, über 
Goethe's Farbenlehre (1863) und „der dynamische Kreis" (1860—68). 



Baeilleur — Baeumer. 55 

Baeilleiir oder Bailla, Cornelia de, flandrischer Maler des 17. Jahi geb. in 
Antwerpen, f im Juli 1671. Von ihm im Museum zu Brüssel eine Anbetung der Könige. 

Baen, Jakobas de, Portraitmaler, geb. im März 1672 im Haag, f 1700 in Wien, 
ging schon mit 16 Jahren nach England, wo er am Hofe Wilhelm's III. sehr be- 
schäftigt wurde. Später lebte er in Florenz, wo er für den Grossherzog von Toscana 
arbeitete und iu Rom, wo er auch Historienbilder malte. Wegen seiner KörperstJLrke 
wurde er „Gladiator" genannt. 

Baen, Jan de, geb. 20. Febr. 1633 in Haarlem, t 6. März 1702 im Haag, 
Vater des Vorigen, Schüler von Piemans in Emden und von Jakob Backer in 
Amsterdam. 16G0 zog er nach dem Haag, wo er durch seine Portraits sich einen 
aolchen Namen machte, dass er am englischen und am französischen Hofe portraitiren 
rausste Bilder von ihm in der Weise van Dyck's, Schützen- und Regentenstttcke 
und Portraits in den Museen von Amsterdam, Rotterdam und Brüssel. Sein Selbst- 
portrait im Museum zu Dresden. 

Baer, Christ. Maximilian, Stillleben- und Historienmaler, geb. 24. Aug. 1853 
in St. Johann bei Nürnberg, wurde auf der dortigen Kunstschule durch Raupp zur 
Malerei geführt, bezog 1874 die Akademie in München, wo Alex. Wagner und 
Lindenschmit seine Lehrer wurden. Grossen Erfolg hattea 1879 seine StiUleben, 
dann malte er einige Copien nach Rubens, zwei grosse Stillleben für einen Speisesaal 
in Wien und als sein Hauptwerk Martin Behaim, der Seefahrer, erklärt 1492 seinen 
ersten Globus. 

Bärenhart, Badolf, Bildhauer, geb. 1814 zu Karlsburg (Siebenbürgen), 
t 1885 in München, anfangs Bildschnitzer in Wien, wo er die Akademie besuehte. 
Von ihn. eine Gruppe aus der Sündfluth (1833, bei Graf Palffy in Hemals), Bacchus 
und Ariadne (1834), Christus am Kreuz (für die Schottenkirche in Wien), Triumph 
der Venus, Modell zu einem Denkmal für Kaiser Franz I. 

Bärens, Magdalene Margarete, geb. Schäffer, Malerin, geb. 30. Sept. 1737 
in Kopenhagen, f 7. Juni 1808 das., widmete sich schon in früher Jugend autodi- 
daktisch der Malerei, die sie nach, ihrer Verheirathung erst 1777 wieder aufnahm. 
Sie malte Blumenstücke in Gouache, wurde 1780 Mitglied der Akademie in Kopenhagen, 
ging mit 37 Bildern 1788 nach England, wo sie zwar Lob, aber wenig Gewinn erntete, 
sich auch in der Kunststickerei auszeichnete und von Katharina II. von Russland 
eine goldene Medaille erhielt. Ihre Bilder waren schön angeordnet, sehr naturtreu in 
der Zeichnupg und gut colorirt. 

Bärentzen, Emilins Ditlav, dänischer Portraitmaler, geb. 30. Oct. 1799 in 
Kopenhagen, f 14. Febr. 1868 das. Er lebte 5 Jahre in Westindien, bezog 1821 die 
Akademie in Kopenhagen unter Eckersberg, besuchte München und Paris und 
Hess sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er fast unzählige Portraits malte und 1837 
eine lithographische Anstalt gründete. 

Baerse (Baerze), Jakob de, Bildschnitzer, geb. zu Dendermonde, war gegen 
das Ende des 14. Jahrh. für den Herzog Philipp den Kühnen von Burgund beschäftigt 
und fertigte um 1400 mit dem Maler Broederlain einen Altarschrein und mit dem 
Bildhauer Claux Sluter das 1404 entstandene Grabmal des genannten Herzogs, 
beide im Museum zu Dijon. 

Bärwald, Robert, Bildhauer, geb. 2. Dec. 1858 in Bromberg, Schüler der 
Akademie in Berlin, machte sich durch kleinere Arbeiten und Betheiligung an Kon- 
kurrenzen und namentlich durch Portraitstatuen des deutschen Kaisers Wilhelm I. einen 
ehrenvollen Namen. Eine der ersten derselben war die des Kriegerdenkmals in Posen, 
eine realistische Portraitfigur in Bronze, die mit zwei allegorischen Marmorfiguren 
am Sockel ein schönes Gleichgewicht des idealen und realistischen Moments erzielt. 
Aehnliche Statuen desselben Kaisers schuf er für Altenburg, Pforzheim, Ravensburg 
und eine Reiterstatue in Bremen (1893) mit 2 allegorischen Figuren am Postament. 

Baese, Johann, Maler aus Braunschweig, einer der besten Copisten Raffael's. 
Er lebte lange in Florenz, copirte die Madonna di Sisto, die Madonna aus dem Hause 
Tempi, die Madonna del Granduca und während eines Aufenthalts in Madrid das 
Spasirao di Sicilia, machte hier aber, da ihm dies Bild selber nicht genügte, im 
August 1837 durch Selbstmord seinem Leben ein Ende. 

Baeumer, Sophonias Wilhelm, Architekt, geb. 18. April 1829 in Ravensburg, 
besuchte das Polytechnikum in Stuttgart, wurde 1854 Schüler der Ecole des beaui- 
arts iu Paris und 1858 Professor an jenem Polytechnikum, wo er den Unterricht auch 
durch architektonische Excursionen leitete, sich um das Kunstgewerbe durch Heraus-« 
gäbe der Zeitschrift „Gewerbehalle" verdient machte und 1869 die Kunstgewerbesohule 



56. Bagelaar — Bailliu. 

grüudete. Von 1870 — 73 baute er infolge einer Konkurrtiiz den Kordwest 
bahnhof in Wien. 

Bagelaar, Ernst Willem Jan, holländ. Radirer, geb. 1775 in Eindhoven, 
f 1837 das. Seine Blätter sind grossentheils Landschaften eigener Entwürfe, oder 
nach Bildern von A. v. de Velde, Jac. Janson, Schelfhout, Kobell und anderen. 

Bagge, Magnus Thulstrup v., norwegischer Landschaftsmaler, geb. 9. Aug. 182.'i 
in Christiansand, machte anfangs als Seemann grosse Eeisen, auf denen er melirmals 
Schiffbruch erlitt. 1842 gab er diesen Beruf auf, wurde in Kopenhagen Schüler von 
Thorwaldsen und später in Düsseldorf Schüler von A. A c h e n b a c h , G u d e und 
Leu. Nach mehreren Studienreisen in Skandinavien, Deutschland und in der Schweiz 
nahm er seinen Wohnsitz in Berlin, wo er meistens norwegische Landschaften von 
irrosser 'Naturtreue und feinem Silberton malte, von denen viele in Privatbesitz kamen. 

Baglioni, Baccio, s. Agnolo, Baccio d'. 

Baglione, Cesare, ital. Maler, geb. um 1525 in Bologna, f 1590 in Rom, Sohn 
des Malers Pictro B., den er in seinen Landschaften, namentlich im Laubwerk 
übertraf; weniger glücklich war er in der Staffage. Seine Werke sind meistens 
dekorativer Art. 

Baglione, triovanni, Maler und Kun.stscliriftstener, geb. 1571 in Rom, f 1044 
daselbst, ein Manierist, der in der Weise des Cavaliere d'Arpino für die Kirchen 
Rom's zahlreiche, kaum noch beachtenswerthe Bilder malte. Grösseres Verdienst ei- 
warb er sich in der damaligen Zeit durch seine freilich unkritischen Küustler- 
biographien, welche die Zeit Gregor XIIL (1575) bis Urban VIII. (1644) behandeln. 

Bagnacavallo, eigentlich Bartolommeo Ramenghi, ital. Maler, geb. 1484 in 
Baguacavallo bei Bologna, f im Aug. 1542 in Bologna, Schüler von Francesco 
Erancia und Nachahmer Raffael's, dessen Gehilfe er gewesen sein soll. Zu seinen 
besten Werken, die den Einfluss Dosso Dossi's verrathen, gehören im Museum 
zu Dresden eine auf Wolken thronende Madonna die 4 Heiligen erscheint, in S. Pietro 
zu Bologna eine Kreuzigung, in der Pinakothek das. eine Madonna mit Heiligen, im 
Louvre eine figurenreiche Darstellung der Beschneidung Christi und im IBerliner 
Museum die Heiligen Petronius, Agnes und Ludwig IX. von Frankreich. 

Bagnasco, Rosario, ital. Bildhauer, geb. 1845 in Palermo, Schüler von Nunzio 
Morello, vonDupre in Florenz und Monte verde in Rom. Seine erste be- 
deutende Arbeit war in Palermo ein Relief aus dem Leben Kaiser Friedrich's IL, 
dann folgten eine Statue der erste Schmerz, der gefallene Engel, die Sizilianische 
Vesper (Scene in Gips) u. a. 

Bagno, Cesare da, ital. Medailleur der 1. Hälfte aes 16. Jahrh. Von ihm 
existiren einige treffliche Medaillen auf die beiden berühmten Feldherren Karl's V., 
Alfonso und Fernando Fransesco d'Avalos. 

Baier (oder Beyer), Friedrich Wilhelm, Bilahaaer und Maler, geb. 1. Jan. 
1729 in Gotha, f 1797 in Hietzing bei Wien, wurde unter Herzog Karl von Württem- 
berg Leiter der Porzellanmanufaktur in Ludwigsburg. Später ging, er nach Wien 
und schuf hier für den Garten von Schönbrunn zahlreiche Marmorstatuen. Als Maler 
war er fast nur Dilettant. 

Baikoff, Theodor, Maler, geb. 1825 in St. Petersburg, Schüler der dortigen 
Akademie, malte sehr ansprechende Landschaften und landschaftliche Genrebilder aus 
dem südlichen Russland und den Gegenden des Kaukasus. 

Bail, Jean Antoine, franz. Genremaler des 19. Jahrh., geb. zu Chasselay 
(Dep Rhone), malte Portraits, Genrebilder und ländliche Scenen von trefflicher 
Gruppirung und guter Charakteristik, aber nicht immer richtiger Zeichnung z. B. 
der herumziehende Krämer, die Brauerei, der Auvergnate u. a. 

Baillie, William, Radirer, geb. 5. Juni 1723 in Killbride (Irland), f im Dec. 
1810, studirte 1741 in London Jurisprudenz, wurde Soldat und diente als solcher 
auch in Deutschland, ging dann zur Kunst über und stellte 1774 seine ersten Mezzo- 
tintoblätter und Radirungen aus. Sehr glücklich bewies er sich in der Nachahmung 
Rembrandt's, besonders in dem sog. Hundertguldenblatt, ebenso in dessen Landschaft 
mit den drei Bäumen, andere Blätter nach Netscher, Terborch, van Dyck, Teniers, 
Rubens; im Ganzen 107 P.lätter, die 1792 Boydell herausgab. 

Bailliu (Oder Bailleul), Pieter de, Kupferstecher, geb. 1. Mai 1613 in 
AntAverpen, 'rodesjahr unbekannt, wurde 1029 in die dortige Lukasgilde aufgenommen, 
nahm einen längeren Aufenthalt in Rom, wo er von 1640 — 1060 als angesehener 
Stecher in Linienmanier viel beschäftigt war. Zu seinen besten Blättern gehören: 
Nach Rubens Jakobs Versöhnung mit Esau, und die Hochzeit der Epidamia, nach 



Bailly Baker. 57 

van Dyck Christus am Kreuz, nach Aun. Carracci der todte Heiland zwischen Maria 
und Magdalena, andere nach Guido Reni, Rombouts, Diepenheck, van Thulden u. s. w. 
im Ganzen mehr als 100 Blätter. 

Bailly, Antoine Nicolas, Architekt, geb. 6. Juni 1810, f im Dec. 1891, Schüler 
vim Debret und seit 1829 Schüler von Duban, vollendete m Paris das Hotel de 
Ville und die Fontaine Moliere, wurde 1844 Architekt der Staatsbauten, restaurirte 
die Kathedrale in Digne, andere Kirchen in Valence und Bourgos, baute in Paris 
das Tribunal du Commerce und grössere Privatbauten. 

Bailly, David, Portraitmaler, geb. 1584 in Leiden, f um 1657 das., Schüler 
seines Vaters Peter B. , des Jakob de Gheyn, des Adrian Yerburch und 
1001 — 1608 des Cornelis van der Voort, bereiste Deutschland und Italien und 
Hess sich 1613 in seiner Vaterstadt nieder. Im Reichsmuseum zu Amsterdam von 
ilua das uuerfreulicho Portrait der Gattin des Hugo Grotius. 

Bailly, Jacques, franz. Miniaturmaler und Radirer, geb. 1629 in Gra?ay 
I Dep. Chen, t 2. Sept. 1679 in Paris. Man hai von ihm 12 radirte Blätter mit 
Blumeubouquets von vorzüglicher Arbeit. Sein Sohn Nicolas B., geb. 1659 in Paris, 
t 1730 dasellist, malte Landschaften und radirte nach eignen Zeichnungen. 

Baily, Edward Hodges, englischer Bildhauer, geb. 10. März 1788 in Bristol, 
t 22. Mai 1807 in HoUoway (London), Sohn eines Schiffsbildschnitzers, sollte anfangs 
Kaufmann werden, begann aber die Bildschnitzerei und trat in F lax m an 's Atelier, 
wo er mehr als 7 Jahre arbeitete und dessen kolossale Britannia ausführte. Er be- 
gründete seinen Ruf durch die Gruppe Hercules, der dem Admetos die Alcestis zu- 
führt, der dann Eva an der Quelle (1818 in Bristol), Reliefs im Thronsaal des 
Buckinghain Palastes, die Statue der Eva, die auf die Stimme der Schlange lauscht, 
(im South Keusington Museum) und andere ideale Bildwerke folgten. Dazu kamen 
aus seinen zahlreichen Portraitstatuen als die bekanntesten: Sir Robert Peel in 
Leeds, Lord Nelson auf Trafalgar Square in London, das hohe Denkmal des Lord 
Holland in der Westminster-Abtei und zahlreiche Büsten. 

Baisch, Hermann, Landschaftsmaler, geb. 12. Juli 1846 in Dresden, f 18. Mai 1894, 
bildete sich zunächst auf der Kunstschule iL Stutt^'-art, dann ging er 1868 nach Paris, wo 
er von den Stinimungslandschaften Rousseau 's beeinflusst wurde, kam 1869 nach 
München in das Atelier von Li er und entlehnte, wie dieser, die Motive seiner Land- 
schaften meistens aus der Münchener Hochebene, wobei er die wechselnden Luft- 
und Lichterscheinungen in stimmungsvollen Bildern Aviederzugeben suchte. Die 
Staffage ist gewöhnlich weidendes oder ruhendes Rindvieh, das gewöhnlich den 
farbigen Mittelpunkt der zarten Gesammtstimmung- seines Colorits bildet. Als solche 
Landschaften nennen wir: Der Weidenbach, Frühljngsmorgen, Anger mit weidendem 
Vieh (1873 in Wien prämiirt), Dünenlandschaft, Morgen auf der Hochebene (1882), 
Landschaft bei Nimwegen, bei Dordrecht zur Ebbezeit (1884, Nat.-Gal. in Berlin), 
Waldinneres im Herbst. Im Museum zu Dresden Holländische Kanallandschaft (1882) 
und Kuhtränke am Bergabhang (1883). Er war seit 1880 Professor an der Kunst- 
schule in Karlsruhe. 

Baiscb, Otto, Landschafts- und Genremaler, auch Kunstschriftsteller, Bruder 
des Vorigen,geb, 4. Mai 1840 in Dresden, 1 16. Oct. 1892 in Stuttgart, besuchte die Kunst- 
schule in Stutt'4-art, leitete hier längere Zeit die von seinem Vater Wilh. Heinrich 
Gottlieb B. (1.^05—64) hinterlassene lithographische Anstalt und ging auf die 
Akademie in München. Von seinen Werken nennen wir das Genrebild Schneeglöckchen 
(1874), Stelldichein bei Mondschein (1876, Staatsgalerie in Stuttgart), Sonntagsmorgeo 
'1878). In Berlin seit 1880 ansässig, war er in den letzten Jahren vorwiegend als 
Kunstschriftsteller thätig und später Redacteur der Zeitschrift „lieber Land und 
^leer- in Stuttgart. Er schrieb ,,J. C. Reinhart und seine Kreise" (1882). 

Bakalowicz, Ladislans, polnischer Portrait- und Genremaler der Gegenwart, 
y:eb. in Krakau, Schüler der Akademie in Warschau, nahm seinen Wohnsitz in Paris, 
wo er seine Bilder in Pastell wie in Oel malt. 

Baker, George A., Maler, geb. 1821 in New- York, t 1880, besuchte die 
dortige Akademie, malte zuerst Miniaturbilder auf Elfenbein und widmete sich 
namentlich dem Portrait von Frauen und Kindern. 1844—46 reiste und studirte er 
in Europa und Hess sich hierauf in seiner Vaterstadt nieder. 

Baker, Jan de, Bildhauer, nur bekannt durch das 1495 1502 von ihm aus- 
geführte Denkmal der Maria von Burgund, Gemahlin des Kaisers Maximilian, in der 
Liebfrauenkirciie zu Brügge, wo auf dem prächtigen Marmorsarkophag die vergoldete 
Erzfigur der mit 25 Jahren Verstorbenen in voller Lebenswahrheit ruht. 



58 Baker — BaltUui. 

Baker, John, Blumeumaler, geb. 1736, f 30. April 1771 in London, einer der 
Gründer der dortigen Akademie, war in seinem Fache namentlich in coloristischer 
Hinsicht ausgezeichnet. 

Bakhuyzen, (Bakhuizen, Backhuyzen), Ludolf, holländ. Marinemaler und 
Radirer, geb. 18. Dec. 1(531 in Emden, f 17. Nov. 1708 in Amsterdam, seit 1650 
Schüler von AllarlvanEv erdin gen und H e n d r i c k D u b e 11 s, erlangte in seinem 
Fach der Seemalerei einen europäischen Ruf. Seine kleineren Bilder der runigen -wie der 
bewegten See zeigen ein feines, geschmackvolles Colorit, seine grösseren Bilder sind 
oft zu glatt und manierirt, in den Figuren sehr mannigfaltig. Bilder von ihm in fast 
allen Museen und Privatgalerien, die besten im Museum zu Berlin, im Hofmuseum 
zu Wien, im Reichsmuseum zu Amsterdam, im Palast Pitti zu Florenz, und viele in 
englischen Privatgalerien. Im Jahre 1701 gab er eine Folge von 10 radirten Blättern 
unter dem Titel „Stroom en zee gezichten" heraus. — Ein anderer Ludolf B., 
wahrscheinlich Enkel dieses berühmten, geb. 1717 f 1778, war ebenfalls Maler 
namentlich von Kriegsscenen. 

Bakhuyzen, van de Sande, s. Sande v. de. 

Bakkei-'Korff, Alexander Hugo, Genremaler, geb. 31. Aug. 1824 im Haag, 
t 28. Jan. 1882 in Leiden, Schüler von Corn. Kruseman und van der Berg, 
malte humoristische, oft satirische Genrebilder, denen es bisweilen an technischer 
Vollendung fehlt. Zu den besten gehören: Die Verleumderin, Zeitungslectüre, die 
Dame bei der Toilette, die Romanze u. a. 

Bakof, Julius, Landschaftsmaler, geb. 3. März 1820 in Hamburg, f 9- Nov. 
1857 daselbst, bildete sich von 1840—48 in München und später unter Calame in 
Genf. Drei Waldlandschaften von ihm in der Kunsthalle zu Hamburg. 

Bai, Cornelis Joseph, Kupferstecher, geb. 1820 in Antwerpen, f 31. Juli 1867 
daselbst, besuchte die Akademie seiner Vaterstadt, wurde Schüler von Martin et 
in Paris und erhielt 1848 den grossen Preis für Rom. Er begründete seinen Ruf 
durch den Stich nach Gallait's Versuchung des heil. Antonius, dem dann als seine 
Hauptblätter La belle Jardinier^ von Raffael, Jeanne la foUe von Gallait und die 
Montenegrinerin und ihr Kind nach Czermak folgten. Seit 1862 war er Professor 
an der Akademie in Antwerpen. 

ßalaca y Canseco, Don Ricardo, Maler des 19. Jahrb., geb. in Lissabon, 
bildete sich auf der dortigen Kunstschule und machte sich in den 50er und 60er 
Jahren durch gelungene Gefechtsscenen bekannt. 

Balan, Louis Eugene, Architekturmaler, geb. 1809 in Ronen, f 1858 daselbst. 
Seine auf Pariser und Berliner Ausstellungen erschienenen Bilder, wie das Innere 
von St. Etienne du Mont in Paris und eine Ansicht der Kathedrale von Ronen, 
zeichneten sich durch feine Zeichnung und trefrliche Beleuchtung aus. 

Balassi, Maria, Maler, geb. 1604 in Florenz, f 3. Oct. 1667, Schüler von 
Jacop I,igozzi, MatteoRosselli und Passignano. Er malte eine Zeitlang 
in Wien, wo sich im Hofmuseum eine Madonna mit dem Kinde und dem kleinen 
Johannes befindet, und kehrte dann nach Italien zurück, wo er zahlreiche Altarbilder 
für Kirchen in Prato, Florenz und Empoli malte. 

Baldancoli, Pietro, Maler, geb. 7. Dec. 1834 in Florenz, besuchte schon seit 
1846 die dortige Akademie unter Maffei, musste seit seinem 14. Jahre mit der 
linken Hand malen führte seit 1857 decorative Malereien in Palästen von Livorno 
aus und .setzte solche Arbeiten im Stil der Cinquecentisten in zahlreichen Palästen 
und anderen Gebäuden von Florenz fort. 

Baldassare, ital. Maler des 14. Jahrb., der um 1354 in Forli thätig war. Von 
ihm im dortigen Gymnasium (Pinakothek) eine Reihe von Fresken, die die Schule 
des Giotto erkennen lassen. 

Baldassare, Estense, ital. Maler, und Medailleur aus Ferrara in der 2. Hälfte 
des 15. Jahrb. Von ihm eine Medaille aus dem Jahre 1472 und ein Portrait des 
Tito Strozzi vom Jahre 1403 im Palast Costabili zu Ferrara. 

Baldi, Lazzaro, ital. Male geb. 1624 in Pistoja, t 30. März 1703 in Rom, 
wo er Schüler von Pietro da Oortona war und sich eine grosse Fertigkeit im 
Malen und Leichtigkeit im Erlinden und Componiren aneignete. Bilder von ihm in 
den Kirchen von Rom, Camerino, Pistoja und Perugia, ein heil. Mavtinus, der einen 
todteu Knaben auferweckt, im Hofmuseum zu Wien. Von ihm eine Radirung: Dic- 
Bekehrung de,** Paulus. 

Baldini, Baccio, ital. Goldschmied und Kupferstecher, geb. um 1436 in Florenz, 
t nach 1480, Schüler und Nachfolger des Finiguerra, soll nach Zeichnungen von 



Baldovinetti — Baien. 59 

Sandro Botticelli gestochen und sich mit diesem zu einem gemeinsamen Geschäft 
verbunden haben, so dass die Arbeiten beider schwer zu unterscheiden sind, z. B. die 
20 Blätter zu Dante's göttlicher Komödie. Zugeschrieben werden dem B. gewöhnlich 
eine Folge von 24 Blättern der Propheten, 12 Blätter mit Sibyllen, der Erzengel 
Gabriel, eine Madonna, ein Blatt mit Leben und Tod der Maria, das Richthaus des 
Pilatus, die Bekehrung des Saulus, der leidende Heiland, der todte Christus auf dem 
Schoss der Maria, der heil. Sebastian und andere Blätter mytholog. und allegorischen 
Inhalts. 

Baldovinetti, Alesso, ital. Maler, geb. 14. Oct. 1427 in Florenz, t 29. Aug. 
1499 daselbst, Schüler des P aolo Ucc eil o, trat 1448 in die dortige Lukasgilde. Von 
ihm in den Uffizien eine Madonna mit dem Kinde und vielen Heiligen, in der dortigen 
Akademie eine Trinität und einige beschädigte Fresken in S. Annunziata. Das sind 
die einzigen ihm mit Recht zuzuschreibenden Bilder. Er soll die damals noch übliche 
Temperamalerei durch Zusatz von öligen und harzigen Substanzen als Bindemittel be- 
deutend verbessert haben. Einer seiner besten Schüler war Dom. Ghirlandajo. 

Baldrey, John, engl. Zeichner und Kupferstecher, geb. um 1750, t nach 1821, 
war von 1780—1810 in London und Cambridge thätig in Kreidezeichnungen und 
Punktirmanier. Zu seinen besten Bättern gehören die Auffindung des Moses nach 
Salvator Rosa, Diana in einer Landschaft nach Carlo Maratta, Lady Rawdon nach 
Reynolds. Sein Hauptwerk ist das gestochene colorirte Blatt nach dem östlichen 
Fenster von Kings College in Cambridge. 

Balducci, Matteo, ital. Maler, geb. zwischen 1480 und 1490 in Fontignano 
bei Perugia, war Schüler von Piuturicchio und wahrscheinlich einer seiner Gehilfen 
bei den Fresken in der Libreria zu Siena. Von ihm vermuthlich das Portrait eines 
jungen Mannes mit landschaftlichem Hintergrunde, im Berliner Museum. 

Balduccio, Giovanni di, Bildhauer der 1. Hälfte des 14. Jahrb., geb. in Pisa. 
Von ihm eine Kanzel in der Kirche zu San Casciano bei Florenz, ein Grabmal aus 
dem Jahre 1322 in S. Francesco zu Sarzana bei La Spezia und als sein Hauptwerk 
in S. Eustorgio zu Mailand die Marmor-Arca für S. Pietro Martire aus dem Jahre 
1339, ein Werk von lebensvoller Komposition, Ernst der Empfindung und geschickter 
Anwendung der christlichen Svmbolik ; vielleicht von ihm auch die Reliefs am Grabmal 
des überto III. Visconti daselbst. Vgl. Alfred Gotthold Meyer, Lombardische Denk- 
mäler des 14. Jahrb. (1893). 

Baldnng, Hans, genannt Grien oder Grün, wegen seiner beständig grünen 
Kleidung, Maler, Kupferstecher und Zeichner für den Holzschnitt, geb. um 1476 in 
Schwäbisch Gmünd, f 1545 in Strassburg, bildete sich nach M. Schongauer, später 
auch nach Dürer und Grünewald. Er besass grosses Talent, ist aber in seinen 
Werken bisweilen phantastisch, im Colorit bisweilen trocken und kalt, bisweilen von 
trefflicher Beleuchtung ; bei seiner Leichtigkeit im Schaffen verfiel er auch ins Hantl- 
werksmässige. Sein Hauptwerk von 1513—16 ist das Altar-werk im Münster zu 
Freiburg mit dem Mittelbild der Krönung Maria und vielen Seitenbildern, ein Werk 
von derbem Naturalismus ohne religiöse Empfindung. Andre Bilder von ihm in Basel, 
im Berliner Museum eine Anbetung der Könige aus dem J. 1507 und andere, eine 
Sündfluth in der Galerie zu Bamberg (1516), ein Christus als Gärtner (1539) im 
Museum zu Darmstadt, 2 Portraits in der Pinakothek zu München, das Votivbild des 
Markgrafen Christoph von Baden und seiner Familie in der Galerie zu Karlsruhe, 
ein Portrait im Hofmuseum zu Wien und der Martertod der heil. Dorothea (1516) 
im Rudolfinum zu Prag. In seinen Zeichnungen (Skizzenbuch im Kupferstichkabinet 
zu Karlsruhe) zeigt er Dürer's Grossartigkeit in der Auifassung. Zahlreicher als 
seine Kupferstiche sind seine Zeichnungen für den Holzschnitt. Vgl. G. von Terey, 
die Handzeichnungen des Hans Baidung genannt Grien. Strassburg 1894. 

Balechou, Jean Joseph, Kupferstecher, geb. 19. Juli 1719 zu Arles, f 18. Aug. 
1764 in A^ignon, Schüler von Lepicie in Paris, war meisterhaft in der Wieder- 
gabe der Kleiderstoffe, wurde aber darin auch manierirt und übertrieben glatt, und 
ohne Naturwahrheit im Nackten seiner Figuren. Sein bei weitem bestes Blatt ist 
der Sturm nach Joseph Vernet, mit herrlicher Durchsichtigkeit und Bewegung des 
Wassers; andere Blätter nach C. Vanloo, Rigaud, Aved, Silvestre u. a. 

Baien, Hendrik van, Historienmaler, geb. 1575 in Antwerpen, f 17. Juli 1632 
das., Schüler des Adam van Noort, trat 1593 in die dortige Lukasgilde, bildete 
sich weiter in Italien und wurde der erste Lehrer van Dyck's. Häufig malte er 
kleinere Figuren aus der heiligen Geschichte und aus der Mythologie, denen dann 
Jod. de Momper oder Jan Brueghel die Landschaft verlieh. Bilder von ihm im 



60 Baien - Balleroy. 

Reichsmuseum zu Amsterdam, in der Jakobskirche zu Antwerpen (Auferstehung 
Christi), sehr zahlreich und mannigfaltig vertreten im Museum .'n Dresden nnd in der 
Pinakothek zu München (die 4 Jahreszeiten und andre), auch im }]ol'museum zu Wien. 

Baien, Jan van, Maler, geb. 21. Juli 1611 in Antwerpen, f 14. März 1654 
das., Sohn und Schüler des Vorigen, bildete sich in Italien. Sein Hauptfach ist lie 
Darstellung von Kindergruppen, Engeln und Amoretten, die er in frischem heiterem 
Colorit malte. Von ihm im Hofmuseum zu Wien eine Copie nach Rubens' Liebes- 
garten (im Museum zu Dresden) und eine Maria mit dem Kinde, ebenfalls nach 
Rubens (in der National-Galerie m London). 

Balestra, Antonio, ital. Maler und Radirer, geb. 1660 in Verona, f 21. April 
1740 das., bildete sich in Venedig unter Antonio Bellucci, auch in Bologna 
und unter Carlo Maratta in Rom und lebte dann wieder eine Zeitlang in Venedig. 
Seine Bilder von ungleichem Werth, die einen talentvollen Künstler verrathen, 
befinden sich grossentheils in den Kirchen von Venudig, Padua, Verona und andern 
Städten Oberitaliens. Man hat auch einige Radirungen von ihm. 

Balestra, Griovanni, ital. Kupferstecher, geb. um 1790 in Bassano, f nach 1830 
in Rom, Schüler seines Landsmanns, des Kupferstechers Giovanni Folo, mit dem 
er nach Rom ging, wo er bis zu seinem Tode thätig war. Unter seinen 26 Stichen 
sind die bedeutendsten: Christus und die Samariterin am Brunnen nach üarofalo, 
die büssende Magdalena nach Murillo, Dido auf dem Scheiterliaufen nach Guerciuo, 
Aurora entführt Cephalus nach Ann. Carracci, und mehrere Stiche nach plastischen 
Werken von Canova und Thorwaldsen. 

Balfourier, Adolphe Paul Emile, franz. Landschaftsmaler, geb. 11. Aug. 1816 
in Montmorency, ging von der Jurisprudenz zur Malerei über, wurde Schüler vor 
Charles Remond und machte Studienreisen nach Italien und v'^panien, woher die 
meisten meiner Landschaften entlehnt sind. Solche sind mehrere Bilder vom Luzerner 
See, die Villa des Mäcenas bei Tivoli, der Nemisee, Umgegend von Oradour. An- 
sichten von Hyeres, von Crevillente in Spanien u. a. 

Balke, Landschaftsmaler der Gegenwart, geb. in Christiania, machte die 
norwegischen Gebirgsgegenden und Küsten zum Gegenstand seiner Bilder, malte 
sehr gerühmte Landschaften vom Nordkap, die Mitternachtssonne, eine Sommer- 
mondnacht und dgl. 

Balko, Franz Xaver Karl, Maler, geb. 1724 in Breslau, f 1767 (1760) in Prag, 
Schüler von Bibiena und der Akademie in Wien, Hofmaler der Kurfürsten von 
Sachsen und Bayern. Von ihm Fresken in der Kuppel der Niklaskirche zu Prag, 
in der Kirche zu Kutteuberg und in der Kapelle zu Königssaal bei Prag. Im Hof- 
museura zu Wien von ihm eine heilige Familie und die Portraits der Kaiser Joseph II. 
und Leopold IL 

Ball, Thomas, nnrdamerikan. Bildhauer, geb. 3. Juni 1819 in Charlestown 
(Massachusetts), war 10 Jahre lang Portraitmaler, ging dann zur Plastik über, 
debütirte mit einigen Büsten und bildete sich von 1854— 56 in Florenz unter Hir am 
Powers noch weiter. Nach Amerika zurückgekehrt, schuf er eine eherne Reiter- 
statue Washington's für Boston (1869 enthüllt), eins der besten Denkmäler Amerikas, 
Von 1865 an lebte er abwechselnd in Florenz und in Rom. Unter seinen übrigen 
Werken sind die besten: Eine kolossale Statue des Schauspielers Forrest (1866), die 
Marmorstatue von Andrews, Gouverneur von Massachusetts (1870, in Boston), eine 
Gruppe mit dem Friedensengel (daselbst), das in München gegossene Emanzipations- 
denkmal in Washington, eine Statue des Evangelisten Johannes, eine Idealstatue der 
Eva, Genrebildwerke und Büsten. 

Ballenberger, Karl, Historienmaler, geb. 24. Juli 1801 in Ansbach, f 21. Sept. 
1860 in Frankfurt a. M., bildete sich auf der Akademie in München und später unter 
Ph. Veit in Frankfurt, und verfolgte schon damals die altdeutsche Richtung. Zu 
seinen namhaften Werken gehören die Bilder Konrad's L, Ludwig's des Bayern, 
Günther's von Schwarzburg und Rnprocht's von der Pfalz im Kaisersaal des Römers 
zu Frankfurt, ausserdem Götz von Berlichingen's Flucht zu den Zigeunern, Tod des 
Grafen von Helfeustein ,im Bauernkriege, die Landgräfiu Elisabeth v. Thüringen 
theilt Almosen aus (1849, Städel'sches Institut in Frankfurt), und andere in dortigem 
Privatbesitz. 

Balleroy, Albert de, franz. Thiermaler, geb. 15. Aug. 1828 in Ige (Dep. 
Orne), Schüler von Schmitz, brachte seit 1853 auf die Pariser Ausstellungen seine 
Thier- und Jagdbilder, unter denen besonders die Meuten von Jagdhunden in Lebens- 
grösse sehr gefielen. 



Ballessen — Baltard. 61 

Ballessen, Philipp, Baumeister, erbaute unter Landgraf Georg 1. von Hessen 
1570 — 80 das Sohloss Lichtenberg im Odenwald, einen prächtigen Bau mit hohen 
Giebeln auf einer weithin sichtbaren Kuppe. 

Ballin, Jot^l, Kupferstecher, geb. 22. März 1822 in Veile (Jütland), f 20. März 
1885 in Kopenhagen, trat schon 1833 in die dortige Akademie, ging 1846 nach 
Leipzig, wo er den Kupfer und Stahlstich erlernte, 1848 nach Paris und 1870 nach 
London. Seine Blätter sind in verschiedener Weise gearbeitet, mit der Nadel und 
mit dem Grabstichel, in Mezzotinto und in gemischter Manier. Er stach mehrere 
Bilder nach Murillo, die Taufe von Knaus, der Schulmeister von Ostade, das Mädchen 
im Fenster von Jan Victors, das Benedicite und das Hochzeitsmahl vo i Brion, 
mehrere Bilder nm Protaits u. a. 

Balling, Ole Peter Hansen, norwegischer Portrait- und Historienmaler, geb. 
23. April 1823 in Christiania, ging 1840 auf die Akademie in Berlin, 1846 nach 
Kopenhagen und 1856 nach New York, wo er an dem Kriege zwischen den Nord- 
und Südgtaaten Theil nahm und sich seit 1802 wieder der Malerei widmete. Seine 
bedeutendsten Bilder sind: Harald Haarfargar beim Tode seiner Gattin, König 
Erik IV. von Dänemark von seinem Bruder Abel Herzog von Schleswig im J. 1250 
ermordet, Reiterschlacht bei Schleswig und zahlreiche Portraits. 

Ballu, Theodore, franz. Architekt, geb. 8. Juui 1817 in Paris, t 22. Mai 1885 
das., war 1835—10 Schüler der Ecole des beaux-arts unter Hippolyte Lebas, 
trug 1850 den grossen Preis davon, bereiste Griechenland, und wurde Inspektor der 
üauarbeiten an der Kirche Ste. Clotilde, der er die herrlichen durchbrochenen 
'i'hurmpyraraiden verlieh. Er restaurirte auch den gothischen Thurm St. Jacques la 
Boucherie (1853) und die Kirche St. Germain l'Auxerrois (1858), baute 1861—67 im 
Renaissancestil die Kirche Ste. Trinite und 1863—69 die romanische Kirche St. 
Ambroise in Kreuzform mit Vorhalle und zwei eleganten Thürmen, schrieb auch 
1874 eine Monographie über diese Kirche. Von 1873—81 schuf er den Neubau des 
zerstörten Hotel de Ville. 

Balmer, George, engl. Aquarellmaler, geb. um 1810, t 10. April 1846 in 
Ravensworth (Durham), war anfangs nur Zimmermaler, brachte 1831 einige Aquarelle 
zur Ausstellung und half dem Marinemaler Carmichael bei dessen Bilde die Helden- 
that des Admirals CoUingwood in der Seeschlacht von Trafalgar (im Trinitj' House 
in Newcastle). Nach längeren Reisen in Holland, in den Rheingegenden, in der 
Schweiz und nach Paris, wo er im Louvre studirte, liess er sich in London nieder, 
malte Landschaften von diesen Reisen und veranlasste die Herausgabe von Finden's 
Werk über die englischen Häfen, zu dem er auch mehrere Blätter lieferte. 

Balmer, Joseph, Historienmaler, geb. 27. Nov. 1828 zu Abtwyl (Aargau), war 
anfangs Schüler von Butler in Luzern, seit 1852 Schüler von Mücke in Düssel- 
dorf. Unter ihm malte er ein Bild aus der Geschichte der Schweiz, unter S c h a d o w 
den Tod des heil. Joseph und später, nachdem er sich in Karlsruhe unter Descoudres 
und Canon noch weiter gebildet, mehrere Bilder für Kirchen in Baden und in der 
Schweiz. 1871 folgte noch ein Cyklus von Aquarellen für Fresken in der Tellskapelle, 
die aber nicht zur Ausführung kamen. 

Balsgaard, Karl Wilhelm, dänischer Stilllebenmaler, geb. 29. Dec. 1812 in 
Kopenhagen, trat 1828 in die dortige Akademie, malte Blumen, Früchte und Thiere, 
auch eine Zeitlang Portraits auf Porzellan, machte 1855 Reisen in Deutschland und 
1872 und 1873 in Italien. Seine dann folgenden Bilder sind sämmtlich Stillleben, 
mehrere derselben in der Galerie zu Kopenhagen, auch in der Kunsthalle zu 
Hamburg (1856). 

Baltard, Louis Pierre, Architekt, Maler und Kupferstecher, geb. 9. Juli 1764 
in Paris, f 22. Jan. 1846 daselbst, war anfangs Maler und Kupferstecher, erlangte 
aber eine grössere Bedeutung als Architekt. Er studirte von 1786—88 die altrömischen 
Denkmäler in Rom, wurde Professor der Architektur am Polytechnikum, betheiligte 
sich bei Denon's Werk tiber die Ägyptische Expedition, begann 1803 die Herausgabe 
seiner „Monuments de Paris", zu denen später die Arbeiten über St. Cloud, Ecouen 
und Fontainebleau erschienen, gab seit 1806 eine Kunstzeitschrift „Athenaeum" und 
Stiche nach der Vendome-Säule heraus. Dann wurde er Architekt des Pantheon, 
der Gefängnisse, der Hallen und Märkte von Paris, errichtete auch mehrere Bauten 
in Lyon und wnrde 1818 Professor der Architektur an der Ecole des beaux-arts. Er 
malte auch einige Landschaften und Historienbilder. 

Baltard, Victor, Architekt, geb. 19. Juni 1805 in Paris, t 14- Jan. 1874 
daselbst, Sohn und Schüler des Vorigen, erlernte auch die Malerei unter Le thiere. 



62 Baltens — Bainbaja, 

machte seit 1834 seine Studien in Rom an den Gräbern der Etrusker, an den Loggien 
Raffael's und an der Villa Medicis und nahm das Theater des Pompejus auf. Nach 
seiner Rückkehr wurde er Inspektor der schönen Künste in Paris und des Departements 
der Seine, leitete den Bau des Pariser Conservatoriums, des Archivs und der Normal- 
schule, restaurirte die Kirchen St. Eustache und St. Severin, und baute von 1860—68 
mit kühnen Eisenconstructionen die neuromanische Kirche St. Augnstin mit ihrer 
gewaltigen Kuppel. Er studirte die Markteinrichtungen in England, Belgien, Holland 
und Deutschland und baute danach in Paris als sein Hauptwerk di'- mustergiltigen Halles 
centrales, die durch ihre Eisenconstruction zahllosen ähnlichen Bauten zum Vorbild dienten. 

Baltens, Pieter, Landschaftsmaler und Kupferstecher des 16. Jahrh. in 
Antwerpen, t um 1598, malte von 1540 bis nach 1571 Landschaften in der Weise 
des älteren P. Brueghel, stach auch mit grosser Leichtigkeit Portraits nach eignen 
Zeichnungen 

Baltens, Dominik, s. Custos. 

Balthasar de Gaches, Casimir Victor Alexandre, franz. Maler, geb. 4. Nov. 
1811 auf dem Schloss Hayange (Dep. Moselle), f im April 1875 in Toul. Er wurde 
1827 in Paris Schüler von Delaroche, debütirte mit einer Herodias, die das Haupt 
Johannes d. T. empfängt; dann folgten die historischen romantisch behandelten 
Bilder : Tobias vom Engel geleitet, Götz von Berlichingen, bedeutender 1838 Jeanne 
d'Arc die ihre Stimn)^ hört, Jeanne d'Arc im Gefängniss, Tanfe Chlodwig's, Philipp 
von Valois nach der Schlacht bei Crecv, die ihm mehrere Medaillen einbrachten ; Christus 
und die Samariterin (1855), und der heil. Martin der seinen Mantel zertheilt (1859). 
In den letzten Jahren seines Lebens schuf er Glasmalereien für die Kathedrale in Toul. 

Balzac, Charles Louis, Architektur- und Landschaftsmaler, geb. 1752 in Paris, 
t 1820 daselbst. Er lieferte viele Zeichnungen für Denon's „Voyage dans la Basse 
et la Haute Egypte" (1802), und wurde nach seiner Rückkehr Generalinspektor der 
Bauten von Paris, beschäftigte sich auch mit dichterischen Arbeiten, schrieb einen 
Operntext und gab 1817 seine poetischen Werke heraus 

Balze, Jean Antoine Raymond, Maler, Bruder des Nachfolgenden, geb. 4. Mai 
1818 in Rom, Schüler von Ingres, betheiligte sich bei den seinem Bruder aufgetragenen 
Copien Raffael's. Unter seinen seit 1849 gemalten Bildern sind zu nennen: Christus 
auf stürmischem Meer, Horaz in Tibur (1849), Apotheose des heil. Ludwig, Scenen 
aus der Jugendzeit Annibale Carracci's, Ursachen und Folgen des Krieges (1867), 
Jeanne d'Arc in Patay (1877). 

Balze, Jean Etienne Paul, franz. Historienmaler, geb. 25. Aug. 1815 in Rom, 
t 26. März 1884 in Paris, Bruder des Vorigen, trat hier 1831 in dio Ecole des 
beaux-arts und wurde ebenfalls Schüler und eifriger Anhänger von I n g r e s, für den 
er sammt seinem Bruder Raymond (s. d.) in Italien mehrere Werke Raffael's copirte, 
ebenso eine Copie der im Louvre befindlichen Apotheose des Homer von Ingres. 
Eigne Werke von ihm sind die Steinigung des Stephanus '^1861) die Krönung der 
Maria in der Kirche St. Symphorien zu Versailles, sowie Malereien in den Kirchen 
St. Augustin und la Trinite. Er führte zuerst Wandmalereien auf giasirten Thon- 
fliessen aus, die aber nur decorativer Art sind. 

Balzer, Johann, Kupferstecher, geb. 1738 zu Kukus in Böhmen, f 14. Dec. 
1799 in Prag, hatte zuerst den Maier Michael Rentz zum Lehrer, besuchte dann 
in Deutschland verschiedene Akademien, liess sich in Lissau nieder und zog später 
nach Prag. Man hat von ihm über 1000 oft nur handwerksmässig ausgeführte 
Blätter; die besseren sind 58 Blätter von Portraits böhmischer Gelehrten. Mit ihm 
gemeinsam arbeiteten seine Brüder Gregor und Matthias. Auch Johann's Söhne Anton 
(1771—1807) und Johann Karl (t 1805) waren Kupferstecher. 

Balzico, Alfonso, ital. Bildhauer der Gegenwart, geb. bei Salerno, ging von 
der Holzschnitzerei zur Marmorarbeit über und bezog die Akademie in Neapel. Sein 
erstes durchschlagendes Werk war eine Thongruppe der in den Armen des Cephalus 
sterbenden Procris; dann folgte das Relief eines Engels, der den Petrus aus dem 
Kerker befreit (Akademie in Neapel). Er setzte hierauf seine Studien in Rom fort, 
wo unter anderen Arbeiten ein kolossaler Johannes der Täufer, eine Madonna 
und ein Noli me längere (Christus als Gärtner) entstanden. Nach mehreren Reisen 
in Italien liess er .sich in Neapel nieder, wo dann als seine Hauptwerke das Denkmal 
des Massimo d'Azeglio und die Reiterstatue des Herzog.s Ferdinand von Genua 
(1S67, beide in Turin) entstanden. Ausserdem von ihm Portraitslüisten und- eine sehr 
gerühmte, unbekleidete Cleopatra. 

Bambaja, s. Busti, Agostino. 



Bamberger — Baudiuclli 63 

Bamberger, Friedrich, Landschaft.'^malor, geb. 17. üct< 1814 in Würzburg, 
t 13. Aug. 1873 in Neueuhain bei Soden im Taumis, wurde in Berlin Schüler des Marine- 
malers Kr ause, lies.-< sich 1831 in Alüuchen nieder, machte seit 1845 Studienreisen nach 
England, Frankreich und Spanien und nahm daher die Motive zu seinen grossartigen, 
trefflich beleuchteten Landschaften, die zuletzt freilich eine gewisse Manierirtheit des 
Colorits zeigten. Zu seinen geluui;ensten gehören seine Panoramen von Gibraltar, 
Malaga und der Alhambra, sowie nach wiederholten Reisen in Spanien und England 
eine Ansicht von Gibraltar (1853) und die Küste von Hastings (18C.1, beide in der 
Kunsthalle zu Bremen), Algesiras in Spanien und in der Galerie Schack zu München 
ebenfalls eine Ansicht von Gibraltar. Sehr werthvoU sind seine geistreichen Hand- 
zeichnungen und Studien. 

Baiiiboccio, s. Laar, Pieter van. 

Ban, Gerbrandt, hoUänd. Maler, geb. 1615 in Haarlem, um 1640—50 in 
Amsterdam thätig. Von ihm im Reichsmuseum zu Amsterdam ein männliches 
Portrait aus dem Jahre 1650. 

Bauchero, Angelo, ital. Maler, geb. 1744 in Sestri Bueute bei Genua, f 1793 
in Koni, wo er Schüler von Pompeo Batoni. war. Er malte in Genua Kjrchen- 
bilder und einen Johannes im Gefängniss für die Kirchen seiner Vaterstadt. 

Banck, John van der, Portraitmaler, Sohn des Nachfolgenden, geb. gegen das 
Ende des 17. Jahrh. in England, f 23. Dec. 1739 in London, wo er namentlich 
f'ortraits in flotter Manier, oft nachlässig und flüchtig malte, und sich durch geist- 
reidie, gezeichnete Karikaturen bekannt machte. Viele seiner Portraits wurden 
gestochen. 

Banck, Pieter van der, Kupferstecher, geb. 1649 in Paris, t 1697 in London, 
Schüler von Francois Poilly, stach meistens nach Kneller Portraits von grosser 
Sauberkeit und Feinheit der Behandlung, auch zwei Historienbilder nach Bourdou. 

Banco, s. Nauni di Banco. 

Bändel, Joseph Ernst von, Bildhauer, geb. 17. Mai 1800 in Ansbach, f 25. Sept. 
1876 in Neudegg bei Donauwörth, kam 1816 auf die Akademie in München, wo er 
sich zuerst unter Karl v. Fischer der Architektur widmete, aber schon bald zur 
Plastik überging und 1820 mit einer Statu e des Mars und einige Jahre später mit 
einer Caritas und einem Faun auftrat. 1825 schloss er sich in Italien an Thorwaldsen 
an und arbeitete für die Walhalla in Regensburg. Von 1827—34 lebte er fast nur 
in München, betheiligte sich bei den Giebelstatueu der Glyptothek und schuf viele 
Portraitbüsten. 1835 nach Hannover berufen, arbeitete er für die dortige Schloss- 
kirche und für Göttingen eine Statue Wilhelm's IV. von Grossbritannien, und dann 
wieder 1838 in Italien die Skizze zu seiner gefesselten Thusnelda im Palais zu 
Detmold. Damals begann er auch das Hauptwerk seines Lebens, das Hermanns- 
Denkmal auf der Grotenburg bei Detmold, das na- \i langen Mühen und grossen 
Opfern 1874 vollendet und am IG. August 1875 O'ugeweiht wurde. Es ist' eine 
wuchtige, in Kupfer getriebene Statue, die sich auf .nnem geschmacklosen Unterbau 
von 29,8 m. Höhe bis zur Spitze des erhobenen S iiwertes noch 26 m. über dem 
Unterbau erhebt. 

Bändel, Heinrich, Bildhauer, Sohn des Vorige , geb. 23. Juni 182t) in München, 
t 10. Oct. 1864 in London, bildete sich ebenfalls i . München für seine Kunst aus. 
ging 1849 nach London und schuf während seinef kurzen Lebens nur ideale und 
mythologische Gestalten : Statue des Achilleus, Bacc lantin auf dem Panther, Madonna 
mit dem Kinde, Reliefgruppen der Tages- und der Nachtzeiten und eine Figur der 
Mignon. 

Bandinelli, Baccio, ital. Bildhauer und Maler, der ränkevolle Nachahmer und 
Nebenbuhler Michelangelo's, geb. 12. Nov. 1493 zu Florenz, f 7. Febr. 1560 das., 
Sohn des Goldschmieds Michel Angelo di Viviano, Schüler des Bildhauers Rustici, 
widmete sich anfangs neben der Plastik der Malerei, um, wo möglich, auch hierin 
Michelangelo zu überflügeln. Da aber diese Versuche missglückten, beschränkte er 
sich auf die Plastik und schuf eine Marmorstatue des Merkur mit der Flöte und das 
Wachsmodell eines heil. Hieronymus, das ihm die Gunst der Mediceer erAvarb, deren 
Schmeichler er wurde. Giuliano de' Medici übertrug ihm 1515 die Ausführung einer 
Statue des heil. Petrus für den Dom in Florenz, die, erst 1547 entstanden, eins 
seiner besseren Werke ist. Unter seinen übrigen Arbeiten nennen wir zunächst den 
Hercules und Cacus (1533) der, bei Michelangelo als Seitenstück zu seinem David 
bestellt, zu einem hohlen, prahlerischen Werk wurde, das jenem David bei weitem 
nachsteht. Ebenso unglücklich wetteiferte er mit der berühmten Pietä von 



64 Baudini — Baquoy. 

Michelangelo, die er in 2 Darstellungen schuf, die eine in der Kirche «. (^iVve, die 
andere in 8. Annunziata, die von seinem Sohne demente begonnen, von ihm 1558 
freilich nur vollendet wurde. Ebenso roh und übertrieben ist die für Franz I. 1525 
geschaffene Nachbildung der antil<en Laokoon-Gruppe. Künstlerisch mittelmässig sind 
auch seine 2 reichen Grabmäler der Mediceer Päpste Clemens VII. (mit einer Statue 
von Nanni dl Baccio Bigio) und Leo X. (mit einer Statue von Raffaele da Montelupo) 
in S. Maria sopra Minerva. In ihrem Naturalismus ziemlich leidlich sind auch die 
Statuen von Adam und Eva im Bargello zu Florenz; dagegen sind sein verhältniss- 
mässig bestes Werk die marmornen Chorschranken des Doms in Florenz aus dem 
Jahre 1555, bestehend aus 88 Figuren von Aposteln, Propheten und Heiligen in 
flachem Relief, einförmig, aber von klarer Disposition. 

Baudini, Giovanni, genannt fTiov. dell' Opera, ital. Bildhauer, geb. 1540, 
Schüler von Baccio BandineUi, betheiligte sich bei mehreren Arbeiten seines 
Lehrers, z. B. bei den Reliefs der Chorschranken des Doms in Florenz, arbeitete aber 
im Allgemeinen schlichter und zierlicher. Von ihm die allegorische Figur der Bau- 
kunst am Grabmal Michelangelo's in S. Croce (um 1570) und im Dogenpalast zu 
Venedig das Denkmal des Herzogs von Urbino, Francesco, Maria delle Rovere. 

Ban^, Hieronymus, Kupferstecher, geb. 1553 in Nürnberg, f 1630, fertigte 
hauptsächlich Musterblätter für Gold- und Silberschmiede, worin er anfangs den 
Virgil Solis nachahmte, später aber in schwulstige Manier verfiel. 

Bank, Heinrich, Maler, geb. 22. Nov 1834 in Dux (Böhmen), war 1855—62 
Schüler der Akademie in Prag unter E n g e r t h und Hess sich in Graz nieder, wo er 
Professor an der Technischen Hochschule wurde und Landschaften und Genrebilder malte. 

Bankel, Johann, Kupferstecher, geb. 1837 in Nürnberg Schüler der Akademie 
in München und seines Schwagers, des Kupferstechers Schultkeiss, arbeitete in 
freier, malerischer Weise für Pecht's Lessing- und Shakespeare-Galerie, brachte auch 
ein grösseres Blatt, die lustige Fahrt nach Watter und zahlreiche Portraits. 

Bauks, Thomas, Bildliauer, geb. 22. Dec. 1735 in Lambeth (London), f 2. Febr. 
1805 das., anfangs Holzschnitzer, trat in die Akademie von St. Martin's Lane, wo 
er mehrere Preise davontrug und 1770 in die königl. Akademie, wo er für sein Relief, 
der Raub der Proserpina, den Preis erhielt. 1772 ging er nach Rom, wo er das 
schöne Relief der Tod des Germanicus und die Statue des Caractacus, der Psyche 
und des (Kupido schuf. 1779 kehrte er zurück und brachte nach kurzem Aufenthalt 
in St. Petersburg zu London das Denkmal des Bischofs Newton, als sein erstes grösseres 
Werk eine kolossale Statue des Achilleus, der den Verlust der Briseis beweint, und 
wurde mit der Statue eines gefallenen Giganten 1785 Mitglied der Akademie. Seine 
dann folgenden Werke sind für die Paulskirche die Denkmäler der Kapitäne Westcott 
und Burgess, für die Westminster Abtei das Denkmal der Eyre Coote und für die 
Aussenseite der British Institution eine Shakespeare-Gruppe. Auch sein Bruder 
Charles B. war Bildhauer, der sich durch einige mythologische Statuen und 
Gruppen bekannt machte. 

Bannister, E. M., amerikan. Landscjiaftsmaler, geb. 1833 in St. Andrews 
(New-Brunswick), bildete sich in Boston und zog 1871 nach Providence (Rhode Island). 
Er malte in trefflicher Technik poetische Landschaften, unter denen das Bild, Unter 
den Eichen, das bedeutendste ist. 

Banti, Cristlano, ital. Maler, geb. 4. Jan. 1824 in Santa Croce am Arno, 
bildete sich in Sieua unter N e n c i, und errang seinen ersten Erfolg mit dem Bilde 
Galilei vor der Inquisition, sagte sich aber von diesem Bilde los, schlug andre Wege 
ein und wandte sich zum landschaftlichen Genre, z. B. ein Mädchen das im Grase 
liegend eine Ente zu erhaschen sucht, ein strickendes Mädchen mit einer Katze, ein 
Mädchen das eine Ente füttert und andere kleinliche, aber meistershaft gemalte 
Gegenstände. 

Bantzer, Karl Noah, Genreraaler< geb. 6. Aug. 1857 in Ziegenhain (Hessen), 
Schüler der Akademie in Berlin und unter L. Pöble der Akademie in Dresden. 
Seit 1880 beschickte er die Ausstellungen von Dresden, Berlin und München mit 
entsprechenden Genrebildern, z. B. Frühlingsblumen, Feierabend, Beim Flachsbrechen, 
Auf dem Heimwege, Wallfalirer u. a. 

Baquoy, Jean Charles, franz. Kupterstecher, geb. G. Juni 1721 in Paris, 
t 24. Febr. 1777 das., arbeitete, wie sein Sohn und Schüler Pierre Charles B., 
geb. 27. Juli 1759 in Paris, f 4. Febr. 1829, hauptsächlich Stiche für Schriftwerke, 
ersterer auch Stiche ua(;h Boucher, Jan Steen, Watteau u. a., letzterer auch nach 
Lesueur, Monslau, Fragouard und Ratt'ael's Vierge au linge. 



Bara — Barbalunga. 65 

Bara, Leopold, Genre- und Historienmaler, geh 184H ia Wien, Schüler tler 
dortigen Akademie uater A. Feuerbach, brachte auf di« Wiener und Müncbener Aus- 
stellungen eine Maria mit dem Kinde und die Genrebilder der Postbote u. der Troubadour. 
Barabas, MikJos t^icoläas), ungarischer Portraitmaler, geb. 22. Febr. 1810 in 
Markosfalva (Siebenbürgen), besuchte die Wiener Akademie unter Marko, bereiste 
Ungarn, die Walachei und Italien^ wurde 1837 Mitglied der Akademie in Peal -und 
machte grö«sere Reisen in Europa. Sein Hauptfach ist daH Portrait besonders von 
ung&riBchen Berühmtbeiten. Von ihm im Kationalmuseom zu Budapest eiu 
Portrait des Srzherzofi;» JoMph Palatin von Ungarn, und einige Genrebilder. 

Barabinö, 9i«colö) bedeutender ital. Historienmaler, geb. 13. Juni 1832 in 
Sampierdarena bei Genua, f 20. Oct. 18^1 in Florenz, bildete dch auf der Akademie 
Lo FtoreuK unter Giuseppe Isola, besuchte dann Rom und liess sich in Florenz 
nieder, wo er als seine ersten Bilder eine Altartafel und eine Madonna als Trösteria 
der Betrübten malte, die ihn in den Stand setzten, sieb auch der Freskomalerei in 
mehreren Küpchen Liguriens zu widmen. 1356 brachte er sein Bild der Tod 
Booifacius Vni., ein "Äiptychon für eine Kirche in Genua, und in Pausten Genua's 
Fresken aus der Geschichte des Coiumbce, des Galilei, des Physikers Yolta, der 
sizUiamscben Vesper und andre historische Bilder, die von seinem künstlerifichen 
Talent wie von seinem Fleiss zeugten. 

Baratta, Kumone, Bildhauer, geb 1823 in Carrara. bildete sich auf der dortigen 
Akademie und ging 1847 nach Korn, wo als seine ersten Werke Christuä an der 
S&ule, mütterlidie Erziehung und eine Jägerin als Gef&hrtin der Diana entstanden, 
denen später andere, zum Theii prämiirte Bildwerke folgten, x. B. Christus im 
Grabe, Christus lehrt im Tempel, Eine Bacchantin u. a. 

Baratta« Francesco, Bildhauer, t 1700 in Berlin, Schüler und Gehilfe 
B e r n i n i <i, in dessen Auftrag er in S. Pietro in Montorio in Rom den heil. Franciscu« 
mit den Wundenmalen schuf und für den Bronnen Berninis auf der Haz>za Navona 
die Statue des Flusses la Plata als Mohr, die zu seinen besten Figuren gehört. Von 
ihm auch einige Engelfiguren an Aigardi's Altar in S. Nicolö Tolentino in Rom. Er 
soll später, nach Deutschland gekommen, einige der Statuen für den grossen Garten 
in Dresden geschaffen haben und in Berlin gestorben sein. 

Baratta, Graf Giovanni, Bildhauer, geb. 13. Mai 1670 in Carrara, t 2t. Mai 
1747 daselbst, Schüler von Foggini und Soldani, arbeitete in dem manierirten 
Geschmack seiner Zeit für Paläste und Kirchen in Genua, Turin, Livorno, Pistoja 
und Lucca; in S. Spinto zu Florenz von ihm eine Marmorgruppe des Erzengels 
Raphaei mit Tobias. 

Barattlerl, Niccolo, Baumeister und Bildhauer der 2. Hälfte des 12. Jahrb., 
thätig in Venedig, wo er 1172—77 auf der Piazzetta die Granits&ulen aufrichtete, 
die Capitäle und originellen Basen derselben verfertigte und zwischen den Säulen 
eine Spielbank (baratta) hielt, daher sein Name B. Er soll auch das Modell zu der 
ersten, hölzernen Rial tobrücke gemacht haben, die 1180 zu Stande kam. 

Barba, Luigl, ital. Maler, geb. 21. Oct. 1828 in Palermo, Schüler seines Oheims 
Giovanni Patricolo, stellte als erstes Bild den Matteo Palizzi dar, der mit 
seiner Familie in eine Höhle flüchtet. 1857 ging er nach Rom, bildete sich unter 
Coghetti und Canevari weiter und kehrte 1860 nach Palermo zurück, wo sein 
nächstes Werk ein Kirchenhild für die Pfarrkirche Santa Margherita war, dem dann 
1861 eine lebensgrosse, in London ausgestellte Odaliske und mehrere Historienbilder 
folgten, die zum Theil ins Nationalmuseum zu Palermo kamen. Zu seinen neuesten 
Bildern gehören ein kolossaler Christus am Kreuz, und im Municipalpalast zu 
Palermo eme Episode aus der Schlacht bei Novara. 

Barbaglla, Ginseppe, ital. Maler, geb. 1841 in Mailand, Schüler von Berti ni, 
stellte als erste wohlgelungene Bilder Christus in Gethsemane und die Civilehe aus ; 
besonders populär wurde sein Bild Eine Wohnung wider Willen (Geschichte aus der 
Zeit Napoleon's I.), dem dann andere Genrebilder folgten, unter denen wir nur eine 
Thenerung in Sizilien erwähnen. Unter seinen zahlreichen Portraits wurde das des 
Operncomponisten Giuseppe Verdi das bekannteste. 
Barbalonga, Mande, s. Termeyen, J. Com. 

BarbalttB^a, Antonio Ricci, ital. Maler, geb. 1600 in Messina, f 1642, Schüler 
und geschickter Nachahmer Domenichino's. Altarbilder von ihm in S. Andrea 
della Valle und S. Silvestro a monte Cavallo in Rom, in Messina in der Kirche dell' 
Oratorio, in S. Anna und im Museum, ein Martyrium der heil. Agathe im Museum 
del Pra4o zu Madrid. 

Allgemein«! Kanstl«r'Le»icon. 5. Aufl. 1. Band. 6 



66 Barbarelli — Barbetti. 

Barbarelli, Giorgio, s. Olorgione. 

Barbari, Jacopo da, auch Jakob Walch (Wälsch) genannt, der Meister 
mit dem Mercurstab, (Caduceus), Historienmaler. Kupfergtechor und Fonnschneider, 
geb. 1445 wahrscheinlich in Venedig, f vor 1516 als Hofmaler der Regentin der 
Niederlande, entwickelte sich in Venedig durch das Studium der Werke Oiov. 
Bellini's und trat in die Wechselbeziehung zur deutschen und niederländischen 
Schule. Er war thätig in Venedig, Nürnberg, seit 1505 am Hof von Burgund und 
seit 1510 als Hofmaler der Fürstin Margaretha von Burgund. In seinen seltenen, 
wenig bekannten Bildern ist er bald massvoll, bald phantastisch, aber immer voll 
Ausdruck und Wahrheit. Ein für die Zeit seiner Entstehung merkwürdiges Bild ist 
das Stillleben von 1504 in der Galerie zu Augsburg, drei Bilder ganz anderen 
Inhalts im Museum zu Dresden, eine Maria mit dem Kinde und Heiligen im Berliner 
Museum. Unter seinen Stichen nach eigner Composition sind zu nennen: Judith mit 
dem Haupt des Holofernes, die Anbetung der Könige, eine sterbende Cleopatra, 
Mars und Venus, das Opfer des Priapus, und allegorische Frauengestalten. Unter 
seinen Holzschnitten ist das Hauptwerk der Triumph Christi auf einem langen Fries 
von 10 Blättern. 

Barbarlnl, Franz, Landschaftsmaler, ^eb. 1804 in Znaim, f 20. Jan. 1878 in 
Wien, ging von der Bildhauerei zur Malerei über, bereiste Tirol und die Schweia 
und brachte von dort meisterhafte landschaftliche Oelbilder, Aquarelle und 
Radirungen. 

Barbatello. Bemardino, genannt Poceettf, ital. Maler, geb. 1549 in Florenz, 
t 9. Nov. 1612 aaselbst, Schüler von Michele di Rldolfo Ghirlandajo, ein 
vorzüglicher Maler von Wanddecorationen und Grotesken in den Formen der in den 
Barockstil übergehenden Renaissance. Unter der grossen Zahl derselben, die er in 
Florenz ausführte, nennen wir nur die im Klosterhof von San Marco, in der Kirche 
der Innocenti und in 8. Annnnziata. 

Barbault, Jean, franz. Zeichner und Maler, geb. um 1705, f 1766 in Rom, 
erhielt vom König eine Pension imd studirte in Rom, wo er sich niederliess. Er 
zeichnete und stach 1781 „Les plus beaux monuments de Rome", auch „Receuil de 
monuments ancienaen Italic" (1770) und „Collection d'anciens bas-reliefs et fragments 
egyptieiLs, grecs, romains, etrusques" (1783). Er stach auch das Martyrium des 
h. Petrus nach Sublejras und zeichnete „Costumes Italiens", radirt v. Gaucherei. 
Sein flauptbild, der Triumphzug einer Maskerade, ist im Museum zu Besancon. 

Barb6, Jean Baptiste. Kupferstecher, geb. 1578 in Antwerpen, f 1649, seit 
1595 Schüler von Philipp Galle, bildete sich nach Wiericx und bereiste Italien. 
Er stach viele Heiligen- und Andacbtsbilder nach eigner Erfindung und nach 
anderen Meistern. 

BarbeHa, Costantino, ital. Bildhauer, der Michetti der Skulptur genannt, ^eb. 
1. Febr. 1852 in Chieti, modellirte anfangs in Thon malerische Volkstypen au8 seiner 
Heimath und wurde bekannt durch eine lebensvolle Gruppe von 3 singenden Mädchen 
(das Liebeslied) von einem künstlerischen Realismus, der allen seinen folgenden Genre- 
gruppen und Figuren eigen ist. Es sind namentlich die Freude der Unschuld nach 
der Arbeit, die Abreise, der Liebesgesang u. a., die auch auf Ausstellungen in Berlin, 
Antwerpen, Paris und London grosse Anerkennung fanden. Er lebt in Castellaraare. 

Barberi, Michelangelo, Mosaicist, geb. 8. Mai 1787 in Rom, f 13. Aug. 1867^ 
fertigte zahlreiche musterhafte Mosaiken, darunter besonders 1843 für den Kaiser 
von Russland 2 grosse Platten mit der Darstellung der Hauptepochen der Stadt Rom, 
ebenso 1854 für den irrsten Demidoff ein Mosaik mit einem Bilde des römischen 
Forums. In seinem 1847 in Rom gegründeten Atelier entstanden auch die Mosaiken 
für die Ausschmückung der Isaaksldrche in St. Petersburg. 

Barbetti, Anglolo, geb. 1803 in Siena, und sein Sohn Raffaelo B., geb. 1828 
daselbst, beide Holzschnitzer, gründeten in Florenz ein grosses Atelier für ihre Kunst, 
das zahlreiche Aufträge und durch seine Arbeiten in London die grosse Medaille 
erhielt. Eine ihrer schönsten Arbeiten war 1851 eine geschnitzte Schale mit einer 
Ceder vom Libanon und religiöne Gegenstände. 

Barbetti, Rinaldo, ebenfalls Holzschnitzer, geb. 29. März 1830 in Siena, 
Bruder des Rajffaello, in Florenz ansässig, besonders geschickt in Schnitzereien ans 
Nussbaumholz, z. B. 1849 in einer Gruppe des vom Adler geraubten Ganymedes, 
ebenso 1860 zwei grosse Reliefs mit dem Tode Pbilipp's. 1851 fertigte er fllr den 
Fürsten Anatolio Demidoff ein Kreuz aus Bnohsbaumholz mit religiösen Darstellungen, 
später auch eine Nachbildung des Campanile und der Loggia dei Lanzi in Florenz, 



Barbier — Bardon. 67 

des David von Michelangelo und Arbeiten anderer Art, ausgezeichnet durch Reinheit 
und Schönheit der Zeichnung und höchste Feinheit des Schnittes. 

Barbier, Nicolas Alexandre, franz. Maler, geb. 12. Oct. 1789 in Paris, 
t 4. Febr. 1864 in Sceaux (Seine), Schüler von Xavier Leprince, malte Genre- 
bilder und aus nordfranzösischen Gegenden Landschaften, die sehr beliebt waren. 

Barbiere, Domenico, genannt Domenico Fiorentino, Maler und Kupferstecher, 
geb. um 1506 in Florenz, begleitete als Schtller Rosso's diesen nach Frankreich 
und betheiligte sich seit 1544 mit ihm und Primaticcio an der Ausschmückung des 
Schlosses in Fontainebleau und in Meudon, namentlich bei den Stukaturarbeiten. 
Später arbeitete er für Kirchen in Troyes. Zu seinen besten, mit sicherer Hand aus- 
geführten Stichen gehören die büsseude Magdalena nach Tizian, die Engel aus dem 
Jüngsten Gericht von Michelangelo, andere nach Rosso und nach eigner Composition 
eine Steinigung des Stephanus. 

Barbiere, Domenique, franz. Radirer, geb. um 1630 in Marseille, arbeitete 
lange in Rom, radirte Seestdcka und Marinen, und eine Folge von 22 Blättern mit 
Ansichten von der Villa Aldobrandini bei Frascati. 
Barbieri, Giovanni Francesco, s. Gnercino. 

Barbteri, Lodovico, Maler und Radirer des 17. Jahrb., thätig in Bologna von 
1660—1704. Einige Bilder von ihm in dortigen Kirchen; die einzige bekannte 
Radirung von ihm ist Pelegrinus Laziosus, Kranke heilend. 

Barbieri, Paolo Antonio, Stillleben- und Thiermaler, geb. 1608, 1 1649, Bruder 
des Guercino, malte viel für den Erzbischof Alfonso Gonzaga von Rodi und 1634 
für den Herzog von Modena. Einige Thierbilder von ihm in der Galerie von Modena. 
Barbiers, Pieter, hoUänd. Historien- und Landschaftsmaler, geb. 1772 in 
Amsterdam, t 10. Sept. 1837, Hess sich in Haarlem nieder, v?o er mehrere Preise 
erhielt. Unter seinen wenigen Bildern ist das bedeutendste der Bürgermeister Van 
der Maesz, die Hungrigen speisend. 

Barbiers, Pieter Pietersz, Oheim des Vorigen, Maler, geb. 26. Oct. 1748 in 
Amsterdam, f 26. Nov. 1842, Schüler seines Vaters Pieter, malte anfangs Ent- 
würfe zu Tapeten und geschickt componirte Landschaften aus Holland, wurde 1822 
Mitglied der Akademie seiner Vaterstadt. Von ihm im dortigen Reichsmuseum eine 
Landschaft aus der Umgebung von Bois-le-Duc. 

Barbot, Pierre, franz. Landschaftsmaler, geb. 1798 in Nantes, Todesjahr un- 
bekannt, Schüler von W a t e 1 e t und J. C o i g n e t , bereiste Italien, England, Deutsch- 
land und die Niederlande und malte zahlreiche Landschaften, unter denen wir nur 
nennen: Ansicht von Agrigent, von Taormina, aus Calabrien, Woodstock, im Wald 
von Fontainebleau. 

Barbudo*Sanchez, Salvatore, spanisch-ital. Maler der Gegenwart, geb. in 
Xeres de la Frontera (Spanien), Schüler von Villegas, ansässig in Rom, machte 
sich zuerst bekannt durch die Bilder einer spanischen Hochzeit im 14. Jahrb. und 
einer in Mailand 1886 prämürten Scene aus Shakespeare's Hamlet, denen später eine 
Sceae aas dem modernen Leben, ein Leierspieler, eine Wöchnerin und andere Genre- 
bilder folgten. 

Barcaglia, Donato, ital. Bildhauer, geb. 1. Dec. 1849 in Pavia, besuchte die 
Akademie von Mailand unter Abbondio Sangiorgio, stellte 1866 als sein erstes 
Werk einen Weinleser aus, nahm Mailand zu seinem Wohnsitz und liess dann eine 
Reihe von Gcnre-Bildwerken folgen, unter denen wir nur nennen : Der erste Besuch, 
der Schmetterling, Seifenblasende Kinder, die Schamhaftige, Grossvaters Freude und 
andere, die auf den Ausstellungen auch in Wien und Philadelphia grosse Aner- 
kennung fanden. 

Bardl, Donato di Betto B., s. Donatello. 

Bardin, Jean, franz. Historienmaler, geb. 31. Oct. 1732 in Montpellier, 
t 6. Oct. 1809 in Orleans, wo er seit 1788 Direktor der Kunstschule war. Er war 
Schüler von Lagreaö d. ä. und Lehrer der Maler David und Jean Bapt. Regnault. 
Er malte in Paris die heil. Katharina im Disput mit den heidnischen Philosophen, 
auch ein Bild für die Kapelle in Fontainebleau und das Martyrium des heil. Andreas 
für eine Kirche in Douai. 

Bardon, Michel Francjois Dandr^, franz. Maler und Radierer geb. 22. Mai 1700 
in Aix (Provence), f 13. April 1783 in Paris, wandte sich von der Jurrsprudenz zur 
Malerei, wurde Schüler des jüngeren de Troy, malte 1735 sein Hauptbild: 
Tullia, die über den Leichnam ihres Vaters hinwegfährt (Museum in Montpellier). 
wurde Professor der Geschichte in Paria und Direktor der Akademie in Marseille. Unter 



68 Bardou — Barisou. 

seinen literarischen Arbeiten sind mehrere Schriften über Zeichenkunst und Malerei 
(1754—1769), über Costüme (1772, 3 Bdc.j und eine Biographie seines Vorbildes 
Carle Vanloo (17C5). 

Bardou, Emmanuel, Bildhauer, thätig in Berlin am Ende des 18. und Anfang 
des 19. Jahrb., seit 1775 Modellirer au der königl. Porzellanfabrik, auch Mitglied 
der Kunstakademie. Er modellirte eine Reiterstatue Friedrichs d. Gr., eine Büste 
desselben und eine Btlste Chodowiecki's. 

Barella, Agostlno, ital. Architekt, geb. 1627 in Bologna, f 1679, war auch in 
Deutschland thätig, erbaute 1661—75 im ital. Barockstil die Theatinerkirche in 
München, und das Lustschloss in Nymphenburg, wurde 1676 Rathsbaumeister seiner 
Vaterstadt, baute hier die Vorhalle der Kirche Madonna del Barracano und leitete 
auf Monte Berico bei Vicenza den Umbau der Kirche Madonna del Moute. 

Baren, Jan Anton rau der, Blumenmaler des 17. Jahrb., thätig in Brüssel, 
begleitete 1656 den Erzherzog Leopold Wilhelm nach Wien, wo er Inspektor der 
erzherzogl. Kunstsammlungen wurde. Er malte im Geschmack von Seghers namentlich 
Blumen, auch Landschaften. Von ihm im Hofmnseum zu Wien 3 BlumenstUckc 
uad ein Frnchtgehänge. 

Barentsz oder Barensen, Dirk, hoUänd. Maler, geb. 1634 in Amsterdam, 
t 1592 das., Schüler seines Vaters Barent Dircksz, bildete sich von 1555—62 
in Venedig bei Tizian, malte in dessen Geschmack und liess sich dann in seiner 
Vaterstadt nieder, wo er musicirte und mythologische und allegorische Bilder malte, 
z. B. den Sturz Lucifers und Judith. Unter seinen wenigen noch erhaltenen Bildern 
sind 2 Schützenstücke und ein Portrait im Reichsmuseum zu Amsterdam. 

Barfos, Paul. Kupferstecher, geb. 17. Aug. 1823 in Grundlach bei Nürnberg, 
Schüler von Reinael daselbst, seit 1861 von Thaeter in München. Seine Haupt- 
blätter von gründlichem Verst&ndniss der Eigenthümlichkeiten des Originals sind 
3 Blätter nach den Fresken von Hess in der Basilika zu München, eine Kreuzigung 
Christi nach Schnorr, 2 Genrebilder nach Grünenwald, Luther und Melanchton nach 
Gustav König, Beethoven nach Schwörer und andre Portraits. 

Baric, Jules Jean Antolne, franz. Zeichner, geb. 1830 in Ste. Catherine de 
Fierbois (Indre et Loire), bedeutender Illustrator, der Witzblätter und Karikaturen 
für Journale lieferte und Werke dieser Art herausgab, z. B. Travestirte Sprichwörter 
(1867), Militärische Schwanke (1857), Wie man reich wird (1858), die Oesterreicher 
in Italien (1869), die Erziehung der Puppe (1861), der Portier und der Miethsmann 
(1861), Parodie der „Miserables" von V. Hugo (1862), die Einnahme von 
Troja (1868). 

Barili, Antonio, Holzschnitzer und Intarsiator, geb. 12. Aug. 1458 in Siena, 
t 1516. brachte die Kunst der Intarsien zur Blüthe und machte Entwürfe zu 
Festungswerken. Seine ersten bedeutenden Arbeiten waren die jetzt fast verschwundenen 
Chorstühle in der Taufkapelle des Doms zu Siena, das ebenfalls zu Grunde gegangene 
Stuhl werk derCertosa von Maggiano von ihm und seinem Neffen Giovanni B. (s.d.) 
und die Schränke in der Sacristei von Monte Oliveto bei Siena vom J. 1487. 

Barili, GioTanni, f 1629 in Siena, arbeitete mit seinem Oheim Antonio B. 
(s, d.), zog um 1514 nach Rom, wo er an der Thür der Saffaerschen Stanzen des 
Vatikans Schnitzarbeiten und Intarsien ausführte und höchst werth volle BUderrahmen, 
euch für Raffaels Transfiguration, sehnitste. 

Barillot, Engine, Bildhauer, geb. 4. Sept. 1841 in Berlin, Schüler der dortigen 
Akademie, schuf besonders Statuetten in Elfenbein und Bronze, z. B. Rattenfänger, 
der Trompeter von Säckingen, Till Eolenspiegel, Landsknechte nnd andre Statuetten 
und weibliche Idealgestalten. 

Barillot, L6on, Thiermaler der Oegenwart, geb. in Montigny les-Metz (Lothringen), 
Schüler von Bonnat und Cathelineanx, malte gerühmte Thierlandschaften : 
Kühe auf der Weide (1874), die zwei Freunde (1876), die Sümpfe von Hautobut, 
der Pachthof von Orival (1878), Ansicht der Dünen von Ault u. a. 

Barisanns, Meister des Erzgusses, geb. in Traui, schuf die ThUrflügel des 
Portals an der Kathedrale seiner Vaterstadt (1175) und als 2 noch bedeutendere 
Werke das prachtvolle Mittelportal des Domes zu Ravello bei AmaJfi (1179) und 
das nördliche Seitonportal des Domes zu Monreale (1179). 

Barison, Giuseppe, Genremaler, geb. 6. Sept. 1863 in Triest, Schüler der 
Akademie in Wien unter Ed. v. Engerth. Seine bedeutendsten Genrebilder sind: 
Venezianische Familie (Museum in Stuttgart), Fischmarkt in Venedig, der Ver- 
lobungsring, Lustige Chronik, Venezianische Strassonscene u. a. 



Barker — Barney. 69 

Barker, Becjamiii, engl. Landschaftsmaler, g:eb. 1776, f 8. MUrz 1 838 iii Totnes 
{ Oavonshire), Hess sich in Bath nieder, brachte auf die Ausatellnngen in London 
namentlich von 1813—20 zahlreiche Landschaften in Aquarell, oft nur als Nach- 
ahmungen älterer Meister, voll Geschmack und Gefühl, aber ohne grossen Erfolg. 

Barker, Henry Aston, Panoramenmaler, geb. 1774 in Glasgow, f 19. Juli 
1836 in Biiton bei Bristol, SchOler und Gehilfe seines Vaters Robert B. (s. d.), 
für den er die Zeichnungen zu dessen Panoramen von Edinburg und London ent- 
warf. Er reiste auch nach Constanttnopel, um ein Panorama von dort zu malen 
(1862 ausgestellt), zu demselben Zweck nach Paris, 1799 nach Palermo, 1801 nach 
Kopenhagen, 1810 nach Malta und 1819 nach Venedig, einige derselben mit den 
dort vorgefallenen Seeschlachten. Sein letztes Bild warder Krönungszug Georg's IV. 
(1822). Seit 1826 malte er nicht mehr. 

Barker, Robert, Panorameonialer, geb. 1739 in Keils (Irland), f 8. April 
1806 in London, Vater des Vorigen, vertncite sich anfangs in Miniatur- und Portrait- 
malerei, Hess sich in Edinburg nieder, stadirte die Perspective und begann die 
Malerei der Panoramen mit ein^m solchen von Edinburg, dem dann die von Glasgow 
und London folgten. Erst sein Panorama von London von AlbioD Mills aus machte 
ihn in grösseren Kreisen bekannt und populär, so dass er 1793 ein Gebäude dafür 
errichtete, worin er dann noch das Panorama der russischen Flotte bei Spithead und 
andere von der Insel Elba, von Athen und Lissabon malte. 

Barker, Thomas, Genre- und Landschaftsmaler, geb. 1769 in Pontypool 
(Monmouthshire), t H- I>ec. 1847 in Bath, Bruder von Benjamin B. (s. d.>, reiste 
1790 nach Rom, wo er bis 1793 seine Studien fortsetzte, Hess «ich, wie sein Bruder, 
in Bath nieder und stellte seine Rüder häufig in der British Institution aus. Die 
bekanntesten derselben sind: Der Förster, des Försters Hütte, Onkel Tom, die 
Zigeunerin, das Verhör der Königin Karoline und ein grosses Freskobild in seinem 
Hause in Bath: Der Angriff der Türken auf Chias itn April 1822: 1813 gab er 40 
Blätter „Ländliche Figuren nach der Natur* heraus. 

Barker, Thomas Jones, engl. Maler, ig:eb. 1816 in Bath, f 27. März 1882 in 
London, Sohn und Schüler des Vorigen, ging 1884 nach Paris, wo er sich unter 
Horace Vernet weiter bildete und dessen Nachahmer wurde. 1845 kehrte er nach 
England zurück und stellte seine Bilder in Paris aus. Eins seiner Hauptwerke, 
der Tod Ludwigs XIV., wurde in der Revolution von 1848 zerstört; unter den 
übrigen sind zu nennen : Die Braut des Todes, und mehrere Schlachtenbilder, nament- 
lich aus dem Kriege von 1870)71 die Schlacht von Mars la Tour, Napoleon nach der 
Schlacht bei Sedan, Wettrennen auf dem Corso in Rom. 

fiarlow, Francis, engl. Thiermaler und Rodirer, geb. 1626 in Lincolnshire, 
t 1702 in London, begaan als Schüler des Malers William Sheppard mit dein 
Portrait, ging aber bald zur Malerei von Pferden, Hunden, Vögeln und andren 
Thieren über, die er sehr natürlich imd voll Charakter darstellte. Nach ihm stach 
Faithorne 1658 „Diversae avium specie.'" und Hollar 1671 „Jagden. Vogelbeize und 
Fischen", andere seiner Bilder radirte er selbst Sein bestes Werk der Art .ist 
„Aesopa Fabeln' a'jf 110 Blättern. Er wichnete auch Entwüi-fe zu Denkmälern in 
der Westmlnster-Abtei. 

Barlow, Thomas Oldham, engl. Kupferstecher, geb. ii. Aug. 1824 zu Oldham bei 
Manchester, f im Dec. 1889 in London, Schüler von Stephenson und Roys ton. 
Hess sich in London nieder, wo er 1872 Lehrer seiner Kunst am South Kenaington 
Museum und 1873 Mitglied der Kunstakademie wurde. Er stach viele Bilder nach 
Millais, John Phillip, Ansdell, Henriette Browne u. a. 

Bama oder Bema, Maler des 14. Jahrh. aus Siena^ um 1370 thätig. 
t wahrscheinlich 1380 in b. Gimignano, m^te Fresken im Dom zu Arezzo, und als 
sein noch erhaltenes Hauptwerk die Fresken in der Hauptkirche zu San (limignano, 
darstellend die Geschichte Christi in 5 Abtheilungen und 3 Reihen mit 22 Episoden, 
die sein Sohn Giovanni d'Asciano nach 1380 vollendete. Die übrigen ihm zugeschriebenen 
Gemälde sind entweder vei"dorben, oder zweifelhaften Urhebers. 

Bamabas da Mutina (d. h. Modena), Maler der 2. Hälfte des 14. Jahrh. 
Das älteste sichere Bild von ihm ist im Städersrhen Institut zn Frankfurt a. M. eine 
noch untei- dem Eihttuss der byzantinischen Knnst gemalte Madonna von 1637, sodann 
eine Madonna, von 1368 im iMnseuui zn Berlin und eine Madonna mit anbetenden 
Engeln in der Akademie zu Pisa; einige andere sind unsicheren Ursprungs. 

Barney, Joseph, engl. Blumenmaler, geb. 1751 in Wolverhanipton. f nach 
1827, kam 1767 nach London, wo er Schüler von Antonio Zucc-hi und dessen 



70 Barocci ~ Baroncelii. 

Oattin Angelika Kauffmann und 1774 Zetcheolehrer an der Militär-Akademie 
wurde. Anfangs malte er Historieobilder und häusliche Scenen, später bis 1827 fast 
nur Blumen und Früchte. 

Barocci, Lnigi, Kupferstecher, geb. um 1785 in Rom, f nswih 1830. Er stach 
nach Ratfael die heil. Familie mit St. Joseph, Elisabeth und dem kleinen Johactnes 
und die Madonna aus dem Hause Colonna, eine Mater dolorosa nach Benveouti txnd 
ein Portrait des Papste» Leo XII. nach Mercuri. 

Barocclo (Baroccf), Fcderlgo. Historienmaler undRadirer, geb. 1528 in Urbino, 
t 30. Sept. 1612 iu Rom, anfangs Schüler vonBattista Franco, ging 1548 nach 
Rom, wo er einige Raftael'sche Bilder copirte und kehrte dann nach Urbino zurtlok, 
ahmte die Werke Correggio's nach und ging 1560 abermals nach Rom, wo er während 
der Ausraaluug einiger Räume des Vatikans plötzlich erkrankte, angeblich an dem ihm 
von eifersüchtigen Genossen beigebrachten Gift. Nach seiner frenesung malte er zu- 
nächst 1569 eine Kreuzabnahme für den Dom in Perugia, ein lebensvolles, oft wieder- 
holtes, aber schon manierirtes Werk im Geist Correggio's, sodann das ebenso meister- 
hafte Bild des Abendmahls in demselben Dom (1571) und als ein« seiner späteren 
Bilder im Dom zu Genua (1596), Christus am Kreuz mit Maria, Johannes und Sebastiaji. 
Von seinen übrigen, sehr zahlreichen Werken, die sich in fast allen Galerien finden, 
sind zu nennen: Das Noli me tangere im Palast Corsini in Rom, dasselbe und die 
Kommunion der heil. Magdalena in der Pinakothek zu München, eine Verkündigung 
in der Sammlung des Vatikans, die er selbst nachher in Kupfer stach, in der National- 
GaJerie zu London die sog. Madonna del Gatto, im Mnsenm del Pfado in Madrid 
eine Geburt Christi, in Dresden Hagar und Ismael und eine Himmelfahrt Maria, im 
Museum zu Brössei die Berufung des Petnxs imd Andreas zum Apostelamt (1588) 
nnd im Louvre eine Madonna mit dem Kinde, angebetet von den Heiligen Antooins 
lind Lucia. In allen seinen Bildern ist er entschiedener Manierist und in seiner Nach- 
ahmung Correggio's neben grosser Grazie und Naivetät auch affectirt und geziert im 
Ausdruck der Figuren ; im Colorit insbesondere Nachahmer Correggio's. Nach eignen 
Compositionen radirte er 4 Blätter. 

Baron, Bemard, Kupferstecher, geb. um 1700 in Paris, f 24. Jan. 1762 in 
London, Schüler nnd Schwiegersohn von Tardieu, kam schon 1712 nach London, 
wo er bis 1729 blieb, arbeitete dann in seiner Vaterstadt und Hess sich später in 
London nieder, wo er nach van Dyck, Watteau, Tizian, Holbein, Teniers, Kneller, 
Allan Ramsay und Hogarth stach. 

Baron, Henri Cbarles Antoine, franz. Genremaler, geb. im Juni 1816 in Besan^on, 
Schüler von Gigoux, debütirte 1840 und uiachte dann eine Studienreise nach Italien. 
Seine Bilder von gewandter Zeichnung und glänzendem Colorit behandeln den heiteren 
Lebensgenuss meistens der höheren Stände Italiens. Solche sind z. B. Andrea del 
Sarto malt seine Gattin als Madonna, die Schlittschuhläufer, Weinlese in der Romagua 
(1855, im Luxenibourg), Harlekinade, Bogenschiessen in Toscana (1864), Fest des 
heil. Lucas in Venedig (1867), die Kugelspieler (1874), eine Strassenecke in Catania 
(1876). Er lieferte auch viele Zeichnungen für die Holzschnitte illustrirter Werke. 

Baron, Jean, franz. Landschaftsmaler und Radirer, geb. um 1802 in Lyon 
bildete sich in Paris und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er als Radirer 
beschäftigt war und nach eigner Composition Landschaften mit Staffage In geistvoller 
Weise radirte. 

Baron, Jean, oder Baronlus, genannt Tolosano, Kupferstecher, geb. um 1616 
(n. A. 1631) inTouloiise, arbeitete fast sein ganzes Leben in Rom, wo Bloemaert 
sein Lehrer war. Er stach nach Domenichino, Nie. Poussin, Sacchi und eine Folge 
von 67 Portraits berühmter Künstler Italiens. 

Baron, Theodore, Landschaftsmaler, geb. 1840, lebt in Brüssel, wo er nach 
der Weise der belgischen Landschaftsmaler vorzugsweise Motive dortiger Gegenden 
behandelt, z. B. die Maas bei Profondeville, Dünen der Campine. Im Museum zu 
Antwerpen von ihm ein Herbstabend im Wald von Fontainebleau. 

Baron, Vincent Alfred, franz. Bildhauer und Schauspieler, geb. 11. Juni 1820 
in Meximieux (Ain), kam 1835 nach Paris, wurde hier Schüler von George Jacquot 
und der tcole des beaux-arts, ging 1841 zur Bühne, trat in verschiedenen Pariser 
Theatern auf und wurde 1854 Direktor des Theaters Porte Saint-Martin, setzte aber 
daneben seine Thätigkeit als Bildhauer fort und schuf hauptsächlich Portraitmedaiilons. 

Baroncelii, Niccdlö dl Oiovannl, Bildhauer und Erzgiesser aus Florenz, 
t 1453, goss 1443 in Ferrara das Pferd zu der Reiterstatue des Marchese Niccold 
d* Este und bildete 1450 die 1796 zerstörte Beiterstatue des Marchese Borso d'Este. 



Baroni — Barriere. 71 

Erhalten siöd von seinen Werken uml denen seines Sohnes Giovanni nur die 5 Erz- 
statnen des Gekrenzigten zwischen Maria und Johannes, St. Georg and St, Maureliua 
im Dom zu Ferrara. 

Baroni, Caspar Anton, genannt Caralcabo, Maier, geb. 1682 in Südtirol, 
t 1759 das., Schüler des Antonio Balestra in Verona., ging mit diesem nach 
Rom, wo er sich unter M aratta weiter bildete. Altarbilder von ihm im Ferdinandeum 
zu Innsbruck und in den Kirchen von Äoveredo und Trient. 

Baroszi, Qiaoomo, Architekt, s. Vignola. 

Barra«, SöhaHtien, Maler und Kupferstecher, geb. 1653 in Aix (Provence), 
+ 1703 das., machte Studienreisen in Italien und malte in seiner Vaterstadt Decken- 
bilder, -widmete sich hauptsächiich dem Meazotintostich nach van Dyck, Rubens, 
Michelangelo, Merighi (Cara\'aggio), Raffael, Cigoii u. a. 

Barre, Jean Jacqaes, Mtlnzgraveur, geb 3. Aug. 1793 in Paris, f 16. Juni 
1855, Schüler des Medailleurs Tiolier, seit 1842 Hauptgraveur des Hotel des 
Monnaies in Paris. Seine Medaillen auf einzelne Personen, wie auf bestimmte 
Bogel>CBheiten, sind von grosser Feinheit der Ausführung. — Sein Sohn und Scldiler 
Jean Auguste B., geb. 25. Sept. 1811, war Bildhauer, der sich namentlich durch 
Portraitbttsten bekannt machte. — Des Letzteren Bruder, Döslre Albert B , 
geb. 6. Mai 1818, Schüler seines Vaters und Delaroche's, malte kirchliche und 
historische Bilder und wurde seines Vaters Nachfolger am Hotel des Monnaies. 

Barret, George, engl. Landschaftsmaler, geb. 1732 (n. A. 1728) in Dublin, 
t 29. Mai 1784 in London, bildete sich ohne eigentlichen Lehrer, war anfangs 
Zeichenlehrer in einer Schule an Dublin, ging 1762 nach Loadon, wo er sich bei der 
Gründung der königl. Akademia betheiligte und eins der ersten Mitglieder derselben 
wurde. Er malte vorzugsweise Landschaften aas England, oft mit ThierstaflFage, 
radirte auch mehrere solche Landschaften. — Sein gleichnamiger Sohn, f 1842 in 
London, war Landschaftsmaler in Aquarellen und machte sich 1801 um die Gründung 
der Gesellschaft der Aquarellmaler verdient. 

Barrett, Jerry, engl. Genremaler der 2. Hälfte unsere? Jahrb., machte sich 
besonders vortheilhaft bekannt durch die Bilder: Miss Nightingale im Spital von 
Skutari, die Königin Victoria im Spital von Chatam und Smpfangszimmer im St. James- 
Palast unter der Königin Victoria (1864). 

Barrias. F6llx Joseph, frane. Historienmaler, geh, 13. Sept. 1822 in Paris, 
trat 1836 in das Atelier C o g n i e t ' s , erhielt 1844 den grossen römischen Preis für 
sein Bild Cincinnatns empfängt die Abgesandten des römischen Senats, und bildete 
sich nun in Rom weiter aus. Unter den hier und später in Paris entstandenen 
Staffeleibilderu und Monumentalmalereien, in denen sich realistische Darstelluns: mit 
stilvoller Fonnenbehandlung verbindet, sind die bedeutendsten Oelbilder eine römische 
Sikinnerei, die Verbannten unter Tiberius (Hauptwerk, 1851, im Museum des Luxembourg), 
Dante Alighieri, Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle, Landung der franz. Truppen 
in der Krim (Museum in Versailles), Tod des Sokrates, die von den Römern insultirten 
GaBier (Museum in Autun), und die Wandgemälde im Museum zu Amiens, in den 
Kirchen St. Eustache und Ste. Trinite und in der Grossen Oper da.s Deckenbild der 
Harmonie, sowie die Wandbilder der dramatischeo, erotischen und ländlichen Musik. 

BarrlsM, Loais Ernest, franz. Bildbauer, geb. 13. April 1841 in Paris, Schüler 
von Oavelier und Jouffroy und in der Malerei von Cogniet. Nach der 
Ausstellung seines ersten Werkes, einer Statue des Frühlings, erhielt er 1865 den 
groswen Preis für Rom und biidete sich hier weiter aus 1870 entstand seine hübsche 
Statue einer Spinnerin von Megara (Moseum des Luxembourg). die 1872 durch die 
Gruppe, der Schwur des Spartacus (im Tuüeriengarteu), noch übertroffen wurde. 
Ebenso trefflich in seiner Weise eiu Grabdenkmal für Lima, bestehend aus 5 Figuren, 
unter denen die der Religion und der christlichen Liebe von tiefer Empfindung 
sind. Ausserdem kleinere Bildwerke heiteren und humoristischen Inhalts, z. B. die 
Bronzegruppe Fortuna und Amor (1872i, das Kind mit der Laute und Portraita- 
büsten. Dazu kamen 1878 als sein bedeutendstes Werk Adam und Eva bestatten 
den Leichnam Abel's, eine Gruppe der Vertheidigung von St. Qaentin (1881) und 
eine Portraitstatue Bernard Palissy's (in Paris). 

Barrltee, Dominique, Maler und Radir^r, geb. um 1620 in Marseille, f 1678 
in Rom, wo er viele Jahre zubrachte. Seine Radirungen, besonders nach Claude 
Lorrain, telgen grosse Leichtigkeit und Sicherheit in der Führung der Radirnadel. 
Er radixte nach N. Poussiu, Courtois und viele Landschaften, See- und Architektur- 
bilder nach eigener Composition, im Ganzen über 200 Blätter. 



72 Barroso — Bartels. 

BarrosO) Miguel, span. Historienmaler, geb. 1538 in Conauegra (Neu Castilien) 
t 29. Sept. 1590 im Esoorial, war in Madrid Schüler von Becerra. nach dessen 
Tode (1570) er in seine Vaterstadt zurückkehrte. Er malte 1585 ein Altarbild für 
eine Kirche in Toledo, mehrere im Escorial : Die Himmelfahrt Christi, die Ausgiessung 
des hl. Geistes, Christus nach der Auferstehung den Jüngere erscbeinenf!, Predigt 
des Petrus u. a. 1589 wurde er Hofmaler des Königs Philipp II. 

Barry, Sir Charles, Architekt, geb. 22. Mai 1795 in London, t 12. Mai 1860 
das., bildete sich in seiner Kunst als Autodidakt, kam 1810 zu einem Ingenieur in 
Lambeth in die Lehre und ging 181G nach Italieu, wo er die antiken Bauwerke 
studirte. Von da setzte er seine Re'\s.e> fort aach Griechenland, Palästina und 
Aegj-pten und kehrte 1820 nach England zurück. Mit Erfolg betheiligte er sich bei 
einer Concurrenz für den Bau der Peterskirche in Brighton, baute die klassische 
P.oyal InstitiUiou in Manchester, eine Kirche in Oidhara (1822) und in London (1821), 
als Nachahmung eines italienisehen Palazzo den Travellers Ciub und 1830—32 das 
Gebäude des Refonn Club. Nach dem Brande der Parlamentshäoser (1834) nahm er 
1837 mit Erfolg an der Concurrenz für einen Nonbau Thcil, nud errichtete dieses 
im Aeusseren erst nach seinem Tode 1868 rollendete Hauptwerk seines Lebens in 
dem ihm aufgegebenen gothiachen Stil. Für diesen Bau, der der gesammten eng- 
lischen Architektur, sowie der Skulptur und der Malerei einen neuen Aufschwung 
gab, erhielt er 1852 die Ritterwtirde. Sein Leben und seine Werke gab sein Sohn 
Alfred B. heraus. 

Barry, Edward Middleton, Architekt, geb. im Juni 1830 in London, f 
27. Jan. 1880 das, Sohn und Schüler des Vorigen, auch Schäler von Donaldson 
und Wyatt, betheiligte sich unter seinem Vater beim Bau der Parlamentshänser, 
den er nach dem Tode desselben fortsetzte. Seine übrigen meist im Renaissancestil 
ausgeführten Bauten sind das Covent-Garden-Theater (1858), das Charing Cross-Hotel, 
die neuen, grossartig angelegten Theile der Natiocalgalerie im ital. Palaststil, die 
Grammar Scbool in Birmingham (gothisch), das Fitzwilliam Museum in Cambridge 
und zahlreiche andere öffentliche Gebäude in England. 

Barry, Francois Bemard, franz. Maler, geb. 13 Mai 1813 in Marseille, 
SchtUer von Gndin in Paris, malte Marinen und Landschaften: Fischerboote 
(1840), Ausfahrt aus dem Hi^en von Marseille, Thunfischfang (1843), Ankunft der 
Königin in Le Treport, Schiffbruch, Ansicht der Häfen von Marseille (1857), die 
Biiede von Cherbonrg, am See Timsah (Suezkanal), Birket-el-Sah (Unterägypten), 
Ruinen von Karnak. 

Barry, Hendrik, g. Bary, Hendrik. 

Barry, James, irischer Historienmaler, geb. 11. Oct. 1741 in Cork, f 21. Febr. 
1806 in London, ging nach mehreren Versuchen im Zeichnen nach Dublin, wo er 
SchtUer von Benjamin West wurde und 1763 als sein erstes durchschlagendes 
Bild die Bekehrung und Taufe eines der Könige von Leinster malte, das ihm die 
Reise nach London und von da nach Rom ermöglichte, von wo er nach 5 Jahren 
zurückkehrte. Seine nächsten Bilder waren Adam und Eva und Venas Anadyomene. 
1773 wurde er Mitglied der Akademie. 1776 brachte er sein wegen der nackten 
Figuren sehr angefeindetes Bild: Tod des Generals Wolfe und ichrieb gegen 
wTnckelm&nn über die Hindeipoisse des Fortschritts der Künste in England. 1777 
erhielt er von der Gesellschaft der Künste den Auftrag, ihren grossen Saal mit einem 
Gemälde zu schmücken, wozu er in 6 Freskobildern die Kindheit und da» Wachs- 
thum der Civilisation wählte (vollendet 1783). Nach diesen Bildern wurde er 1782 
Professor der Malerei an der königl. Akademie, gerieth aber infolge seines ercentrischeu 
Naturells und misstrauischen, empfindlichen Charakters mit der Akademie in Streitig- 
keiten, zu denen seine hochgehenden, den künstlerischen Kräften nicht entsprechenden 
Intentionen viel beitrugen, so dass er 1792 aus der Reihe der Akademiker aus- 
treten musste und die letzten Jahre seines Lebens in Zurttckgezogenheit und Dürftig- 
keit zubrachte. Er radirte auch 11 Blätter. Seine kunstlitterarischen Schriften 
wurden von Fryer in 2 Bänden herausgegeben. 

Bartels, Hans, Maler, geb. 25. Dec. 185<^ in Hamburg, war das. Schüler von 
Hardorff und Karl Oesterley, besuchte die Akademie in Düsseldorf unter 
Adolf Schweitzer und die Akademie in München, wo er seinen Wohnsitz nahm. 
Er ist ein unübertrefßicher Darsteller des Meeres, bis 1885 In OelbUdern, seitdem 
fast ausschliesslich in Aquarellen. Die Motive seiner Bilder entlehnte er anfangs 
aus dem wiederholt von ihm besuchten Italien, später vom nordischen Strande, aus 
den Gegenden von Holstein, der KQste von Rügen, meist mit charakteristischer 



Barth.— Bartholdi. 73 

Staffage Ini Rurtolfinimi zu Prag von ihm eine Kartoffeleinte auf Rügen (1887, 
Aquarell), in der National^alerie zu Budapest das Bild Einsamer Strand (1892). 

Barth, Ferdinand, Maler und Illustrator, geb. 11. Nov. 1842 in Partenkirchen 
(Oberhayern), t 30. Aug. 1892 daselbst, war Schüler von Aug. v. Kreling in 
Nürnberg und der Akademie in München unter Karl v. Plloty und Kaspar 
Braun, wo er sich 1864 niederliess und Professor an der Kunstgewerbeschule wurde. 
Sein Hauptfach waren kunstgewerbliche Entwürfe, Zeichnungen für den Holzschnitt 
(Todtentanz) und IlluHtrationen. 

Barth, Franz Xaver, Historienmaler, geb. 21. Febr. 1821 zu Velden (Nieder- 
bayern), t 9. Febr. 1894 in München, wurde 1847 Schüler von Moritz V. S ch wind, 
Mitarbeiter Schnorrs in den Nibelungensälen zu München und zu Schwind's Malereien 
im Opernhaus zu Wien, und lie.s.s sich in München nieder. Er zeichnete viele 
Cartons für Glasmalereien, malte in der Burg Traosnitz bei Landshut, die Musen 
am Hoftheater in München und als sein bedeutendstes Werk in Keimsche Mineral- 
nialerei die 7 Werke der Barmherzigkeit als lebenegrosse Figuren in Giebelnischen 
der Heiligengeistkirclie in Landshut. 

Barth, Oeorg Gottlieb v., Architekt, geb. 21. Juni 1777 in Stuttgart, t 3. Jan. 
1848 daselbst, bildete sich auf der dortigen Karlsaehuie, auf der Akademie in Berlin 
und durch Studien in Paris und in Rom und wurde 1818 Oberbaurath in seiner 
Vaterstadt, wo er in antikisirender Richtung zahlreiche öffentliche Bauten errichtete, 
z. B. das Ständehaas (1819), das Staatsarchiv, das Museum der bildenden Künste 
(1838—43) und in Tübingen das neue Universitätagebäude (1841—45). 

Barth. Johann Karl, Zeichner und Kupferstecher, geb. im Oct. 1787 in 
Eisfeld (Sachsen Meiningen), f 11. Sept. 1853 in Gnntershausen bei Kassel, bildete 
sich in Stattgart anter J. G. v. Müller, seit 1814 auf der Akademie in München, 
ging 1817 nach Rom, wo er mit Thorwaldsen, Cornelius and Overbeck in künstlerischen 
Verkehr trat und mit seinem Freuade Amaler den Stich des Titelblattes zu Cornelius' 
Nibelungen begann. Nach seiner Rückkehr wurde er Direktor der Herder'schen Kncst- 
anstalt in Freiburg, arbeitete auch viel für das Bibliographische Institut in Hildbnrg- 
hausen. 1853 verfiel er in Geisteskrankheit und machte in Ganter.'? b aasen durch einen 
Sturz aus dem Fenster seinem Leben ein Ende. Er stach nach Holbein, Andrea del 
Sarto, Overbeck (die 7 mageren Jahre) und als sein schönstes Blatt eine Caritas 
nach Vogel v. Vogelstein's Deckenbild im Schloijs Pillnitz bei Dresden, Er schrieb 
auch den praktischen Theil des Baches „Die Kupferstecherei" von Longhi (1837). 

Barthel, Gastav Adolf, Portraitmaler, geb. 1819 in Braunschweig, Schüler »eines 
Vaters F r i e d r i c h B., (t 1846), malte schon mit 15 Jahren ein Portrait des Schauspielers 
Schütz, infolge dessen er sämmtliehe Schauspieler der dortigen Hofbühne malen 
durfte und sich in Düsseldorf und in München, wo er Schüler K a u 1 b a c h 's wurdo, 
weiter bilden konnte Seine bedeutendsten Portraits sind die der braun.schweigischen 
Herzöge Ferdinand, Friedrich Wilhelm, Karl Wilh. Ferdinand und Wilhelm (Lebens- 
grösse). 1854 wurde er Inspektor des dortigen Museums und trat vor einigen Jahren 
in den Ruhestand. 

Barth^lemj, Rajmond, franz. Bildhauer^ geb. 1833 in Toulouse, Schüler von 
Dar et, erhielt 1860 den grossen römischen Preis. Von ihm die Bronzegruppe eines 
Fauns mit einer Ziege spielend, im Jardin du Laxembourg, and ein Gauymed im 
Museom des Lusemboorg. 

Barthelmess, Nikolans, Kupferstecher, geb. 27. Juni 1829 in Erlangen, 
t 29. Aug. 1889 in Düsseldorf, erlernte die Anfangsgründe seiner Kunst unter 
Karl Mayer in Nürnberg und bildete sich für die Cartonmauier in München und 
für die Linienmanier 1852—56 unter Joseph v. Keller in Düsseldorf, wo er seinen 
Wohnsitz nahm. Seine Linienstiche, meist nach Genrebildern, sind gewandt in der 
Führung des Grabstichels und treu in der Wiedergabe des Originals. Seine Hauptblätter 
sind: In der Kirche und der LeirJienschmaus nsich Vautier, der Feiertag nach Siegert, 
die Predigt des Seekadetten nach Henry Ritter, die Spaziergänger vor dem Thor 
nach 0. Schwerdgeburth, der Abend am Rhein nach Böttcher. 

Bartholdi, Friedrich August, Bildhauer, geb. 2. April 1834 in Kol mar, grins' von der 
Malerei, worin er Schüler von Ary Scheffer war, zar Plaatik über, und machte 
sich zuerst einen Namen durch eine Statue Martin Schongaaer's in KoImfiT, der als 
seine Hauptwerke folgten : Der Genius in den Klanen des Elends, der Todesgenins, 
die Reiterstatoe des Vercingetrrix (1870); nach dem Kriege von 1870, wo er im 
Generalstab Garibaldi '8 diente: Der leidenschaftlich tendenziöse Fluch des Elsa«s, die 
4 Stationen des christlichen Lebens (1874), die Statue des Admirals Bruat und des 



74 Bartholomevv — Bartoliui 

Generals Bapp (beide in Kolmar), die Statue Eonget do Lisle's tu Lons-le-Saulnier, 
lue StÄtae des Columbii», der Löwe von Bolfort und als sein gi'össtes Werk die 
43,5 m. hohe in Kupfer ausgeführte Statue der Freiheit am Eingang des Hafens von 
NewYork. 

Bartholomew; Anne Charlotte, engl. Blumemnaleiin, geb. 28. März 1800 in 
Loddon (Norfolk), f 18. Aug. 1862 in Liondon, war anfangs Schriftstellerin und 
schrieb 1825 die Posse „Es ist nur meine Tante", heirathete 1827 den CJornponiaten 
Tuvnbnil und nach dessen Tode (1838) 1840 den treffliehen Blnraenmaler V a 1 e u t i n e B. 
(i,'eb. 1799, t 21. März 1879). Seitdem malte sie Miniaturen und vorzugsweise an- 
ninthige Blnmenstücke. 1840 gab sie Gedichte „Tlie Song of Azreal" heraus. 

Eartholomew, Edward Sheffield, amerikanischer Bildhauer, geb. 1822 in 
Colchester, f 18.58 in Neapel, war anfangs 4 Jabre Zahnarzt, ging dann zur Plastik 
über, studirte auf der Akademie in New- York und bereiste Italien. Seine meistens 
in Hartl'ord befindlichen Werke sind Basreliefs, ideale und allegorische Statuen, eine 
colossale Statue Waahington's umi PortraitbUsten. 

Bartholomew, Valentine, s. Battholomew, Anne Charlotte. 

Bartlett, Trnman H., nordamerikanischer Bildhauer, geb. 1835 in Dorset, 
wurde in New-York Schüler des jüngeren v. d, Launitz, machte Studietureisen nach 
Pjiiis und Italien und arbeitete in New-Haven und Hartford (Connecticut). Seine 
wichtigeren Bronzewerke sind: Der verwundete Troramelschläger, der Engel des 
Lebens (für ein Familiengrab), die Colossalfigur der Weisheit und eine Statuette von 
Lincoln (in New-York). 

Bartlett, William Henry, Landschaftamaler, geb. 26. März 1809 in Kentish 
Town (Middlesex), f 13. Sept. 1854 auf einer Seereise nach Marseille. Er war an- 
fangs beschäftigt für J. Britton's „Autiquities of English Cities", zeichnete viele 
englische Kirchen und bereiste zu wiederholten Malen den Orient und Nordamerika, 
wo er unzählige Zeichnungen machte, die er in folgenden Werken herausgab : „Das 
malerische und romantische Nordamerika'', deutsch von Susemihl (1840), „Walks aJ^out 
.ferusalem'^ (1»45), „Forty Days in the Desert" (1848), „The NUe Boat« (1849), The 
Overland Route" (1850), „Footsteps of Our Lord" (1861), „Piotures from SicUy" 
(1852), „The Pilgrim Fathers" (1853). 

Bartoecini, Bartolommeo, Kupferstecher, geb. 1816 in Perugia, bildete sieh 
in Rom, wo er seinen Wohnsitz nahm, unter den deutschen Stechern Grüner und 
Fried r. Müller. Seine wohlgelungenen Hauptblätter sind die Madonna di Foligno 
na<^h Kaffael, die Passion des Duccio di Buoninsegna, 14 Blätter zuOverbeck's Kreuz- 
weg, und 12 Blätter die Apostel von demselben. 

Bartoli, Pictro Santi, genarmt Perugino, Maler und Konferstecher, geb. um 
1635 in Perugia, f 7. Nov. 1700 in Rom, war Schüler von Le Maire und Nie. 
P o u 8 8 i n , zuletzt Antiquarius der Königin Christine von Schweden. Als Maler 
copirte er nur einige Bilder Poussin's, als Kupferstecher war er bedeutend und sehr 
produktiv, da die Zahl seiner Blätter 1126 beträgt, fast alle für seine Kupferwerke 
„Admiranda Romanorum antiquitatum ac veteris sculpturae estigia" (2. Ansg. mit 
84 Bi. 1693), „Colonna di M. Aurelio" (78 Bl), „Colonna Trajana*" (128 Bl.) u. a. — 
Mit seinem Sohn und Schüler Francesco B. (t nach 1730) stach er „Le pltture 
antiche" etc. (76 Bl.). 

Bartoli, Taddeo, ital. Maler, geb. 1363 in Siena, t 1422, der letzte, ziemlich 
oberflächliche Ausläufer der dortigen Malerscbule, besonders als Freskomaler in Kirchen 
von Pisa, Perugia, Genua und anderen Städten thätig. Seine Bilder sind von kräftigem 
Colorit, jTianchmal kühn bi.s zur Uebertreibung im Ausdruck, aber gegen das Ende 
seines Lebens handwcrksraäsaig. Eins seiner frUhstea Hauptbilder von 1390 ist eine 
Madonna nnt Heiligen im Louvro, sodann ]414 in der Vorhalle des Palazzo pabbiico 
zu Siena die Reprä.sentanten des antiken Rom, in der Kapelle desselben Palastes die 
mit seinen Schülern H06--14 gemalten Fresken, einige Tafelbilder in der dortigen 
Akademie und die Fresken au der Eingaugswand und der Mittehvand der Haupt- 
kirclio zu S. Gimignüno. 

Bartolini, Lorenzo, Bildhauer, geb. 7. Jau. 1777 in Vernio (To.scana), t 20. Jan. 
1850 in Florenz, strebte entgegen dem Manierisrfius seiner .lugoudzeit nach einem 
gesünderen Cla.s8ici.suius, arbeitete zunächst in Florenz und Volterra, ging 1797 nach 
Paris, gründete 1807 die Akademie in Carrara, blieb dort bis 1814 und wurde 1815 
Lehrer der Skulptur an der Akademie iu Florenz. Seine bedeutenderen Werke sind 
eine Reiterstatue Napoleon 's I. in Bastia auf Corsica, des Macchiavelli und des Fürsten 
Demidow in Florenz, eine Caritas im Palast Pitti, Pyrrbus, der den Astyaaai über 



Bertolo — Bartolozai. 75 

die Mauern Troj'a s 8cbteudert, eioe Gruppe des Oupido und einer Bacchantin und das 
Denkmar des Grafen Neipperg in ö. Paolo zu Parma. 

Bartolo di Predi, oder Bartolommeo Manfredlt Maler aus Siena, eeh. 1330, 
t 26 Jan. 1410, flehwacher Nachfolger der Brüder L o r e n z e 1 1 i , malte in der Haupt- 
kirche zu 8. Oimignaco schlecht restaurirte Fresken, in S. Agostino daseJbat die 
jüngst von der Tünche hefreiten Fresken der Geburt und des Todes der Maria, im 
Palazzo Monicipale zn Montalcino eine Kreuzabnahme (1S82) und eine Krönung 
Maria (1388) und eine ziemlich hässliche Anbetung der Könige In der Akademie von 
Slena. — Von den Bildern seines Sohnes Andrea B. (f 1428) ist fast nur eine 
Himmelfahrt Maria beim Grafen Castragani in Fano erhalten, die sehr übereinstimmt 
mit Vooohietta's Bild desselben Gegenstandes im Dom zn Pienza. 

B&rtolo, DomenicOy Maler, geb. in Asciano, in der Verfallzeit der Schule von 
Siena, wo er in der Mitte des 15. Jahrh. tbätig war. Unter seinen unbedeutenden, 
fast rohen Bildern sind zu nennen die ihn charakterisircnde Madonna mit 4 Heiligen 
ans dem Jahre 1438 in der Pinakothek zu Perugia, besser eine Madonna in S. Agostino 
zu Asciano, viel werthloser 5 Bilder im Spital der S. Maria della Scaia in Sieua 
(1440-44). 

Bartolo, diOTamü, genannt Bosgo, Bildhauer, f um 1451, Gehilfe Donateüo's 
mit dem er an din Skulpturen des Campanile in Florenz arbeitete. Eine selbständige 
Arbeit von ihm ist das alte Portal von 1432 am Dom S. NiccoW 20 Tokatino. 
Bartolo, Matteo di Giovanni, 5. Matteo di Giovanni« 
BartoIoDuneo, Fra, eigentlich B. dJ Pagliolo del Fattoiino, genannt Baccio 
della Porta, Maler der flörentinlschen Schule, geb. 1475 in oder bei Florenz, 
t 31. Oct. 1517 in Floren«, war seit 1484 Schüler von Cosirao Eoselli, aber 
stark beeinflnsst von Perugino, wurde als eifriger Anhänger Savonarola's, durch 
dessen Feuertod veranlasst, 1501 Dominikaner, kehrte aber ß Jahre später zur Malerei 
zurück und scWoss sich au Raffael an. In meisterhafter Composition malte er 
Gestalten von tiefer Empfindung, grossartiger Gewandung und reifer Schönheit. Die 
meisten seiner bedeutendsten Bilder befinden sich in Florenz. Hauptwerk seiner 
ersten Periode (vor 1501) sind die Freskenwerke des Jüngsten Gerichts in der Gemälde. 
Sammlung des Hospitals S. Maria Nuova (1498), was in der Entwickelung unsres 
Künstlers von hoher Bedeutung ist; aus seiner zweiten Periode die Vision des heil. 
Bernhard in der Akademie zu Florenz, im Palazzo pubblico zu Lucca aus dem Jahre 
1509 das Bild Gott- Vater in der Himuielsglorie, unten Magdalena und Katharina 
von Siena, und die Madonna della Misericordia (1515), im Sanctuarium des Doms zu 
Lucca die sog. Vergiue del Santuario (1509), im Locvre die wundervolle Vermählung 
der heil. Katharina (1511) und die Verkündigung (1515) im Palast Pitti ebenfaüs eine 
Vermählung der heil. Katharina und au.s den Jahren 1515—17 die Auferstehung 
Christi und eine Klage um den Leichnam Christi, im Palast Corsini zu Rom sine 
heil. Familie mit landschaftlichem Hintergrund (1516), in S. Marco zu Florenz eine 
Madonna mit 4 Heiligen, im Museum zu Neapel eine Himmelfahrt Maria (1517), ein 
Wandbild Christus als Gärtner in Plan di Mugnone bei Florenz, im Hofmuseum zu 
Wien eine Darstellung im Tempel (1516), eine heil. Familie in der Sammlung 
Panshanger in England und an anderen Orten. Seine Handzeichnungen in München, 
in der Galerie der Uffizien und in 2 Foliobänden im Besitz des Grossherzogs von 
Sachsen-Weimar. Seine Biogr. von Frantz (1879) und von Gruyer (1886). 

Bartolommeo Veneziaao, genannt il Cremonese, ein noch ziemlieh ud- 
bekannter, in Venedig zwischen 1505 und 1530 thätiger Maler aus Cremona, von 
dem sich in der Galerie Lochis zu Bergamo ein kleines Madonnenbild aus dem Jahre 
1505 befindet, glänzend im Colorit, aber ungescliickt in der Zeichnung; etwas spätem 
Datums ein Frauenportrait Im Städerseben Institut in Frankfurt a. M., dort der 
flörentinlschen Schule zugewiesen ; auch ein weibliches Portrait heim Herzog Giovanni 
Melzi in Mailand; andere ihm zugeschriebene Werke sind zweifelhaften Urhebers. 
BartOlottl, Antonio, ital. Maler, geb. um 1450 in Correggio, t l'>27, Lehrer 
Correggio'8, malt© viel in aeiner Vaterstadt, wovon «ich daselbst noch 11 Fresko- 
nnd Staffeleibilder eibalten haben. 

Bartolozzi, Francesco, Kupferstecher mit Grabstichel, Nadel und in Punktier 
manier, geb. 21. Sept. 1728 in Florenz, f J. April 1813 in Lissabon, Schüler von 
Joseph Wagner ia Venedig, ging später nach Rom, wo er .«einen Ruf durch die 
Stiche aus dem Leben des heil. Vitus und durch Portraitsticiie für oiue Ausgabe der 
Biographien Vasari'a begründete. Nachdem er für einen englischen Buchhändler 
eine Ii«ihe von Stieben nach Guerciuo's Zeichnungen gemacht hatte, ging er 1764 



76 Bartsch — Barzaghi. 

nach London, wo er Hofkupferstecher und 1768 Mitglied der Akademie wurde und 
sich der damals in England üblichen Pnnktiermanier widmete, die er eu grosser 
Vollkommenheit brachte. Seine ersten Blätter waren eine Klytia nach Ann. Carracc» 
und eine Madonna mit dem Kinde nach C. Dolci, denen dann Venus und der Satyr 
nach Luca Gicrdano, da« Schweigen nach Ann. Carracci, einige Portraits und andre 
Blatte' von grosser Anmuth und Leichtigkeit, aber nicht immer von correcter 
Zeichnung folgten. Sp&ter erhielt er so zahlreiche Auftrüge, daas er zuletat fabrik- 
missig arbeitete. 1802 folgte er einem Ruf nach Lissabon, wo er Direktor einer 
Akademie wurde. Die Zahl seiner gestochenen "Blätter beträgt über 400. Nene Biogr. 
von Tuer (1882). 

Bartsch, Adam Ritter von, Kupferstecher und Kunstschriftsteller, geb. 17. Aug. 
1757 in Wien, f 21. Aug. 1821 in Hieczing bei Wien. Er lernt« seine Kunst unter 
Domaneck und Schmutzer, wurde 1816 erster Kustos der dortigen Kupferstich- 
saramlung und 1812 in den Ritter«t*nd erhoben. Sein Hauptwerk als Kunstschriftateller 
ist der ,Peintre-graveur* (1802—21. 21 Bde., neue Ausgabe 1866~76\ da«, zwar 
lückenhaft und ohne Kritik, doch den Orund der Kupferstichwiasenschaft legte. 
Auch gab er kritische Verzeichnisse („Catalognes raisonnes") der Werke von ünido 
P^ni (1795), Rembrardt (1797), Lukas v. Leiden (1798), Molitor (1813) u. a. heraus, 
besorgte Neudrucke von Holzachnittwerken Dürer's und Burgkmair's, und verfasste 
gegen das Ende seines Lebens noch eine „Anleitung zur Kupferstichkunde" (1820. 
2 Bde.). Seine in verschiedenen Manieren ausgeführten Stiche, theils nach anderen 
Meistern, theils nach eigener Erfindung belaufen sich auf 505. Ein Verzeichniss 
seiner Werke gab sein Sohn Friedrich Adam Joseph von. B. 1818 heraus. 

Bartsfus, Willem, holländ. Maler des 17. Jahrb., trat 1634 in die Lukasgilde 
zu Alkmaar. Von ihm ist nur als einziges Gemälde mit Sicherheit nachzuweisen ein 
grosses Schützenstück von 1634 im Museum zu Alkmaar, ein lebensvoUeSj reich 
colorirtes Bild, das den Einfluss von Franz Hals verräth. 

Baroizi, Claclünatl, ital. BUdhauer, f 1878 in Bologna, Schüler von C an ova. 
arbeitet« in sorgfältiger Ausftlhrung, aber im Geschmack Bemini's ideale und 
mythologische Figuren, insbesondere mehrere Statuen der Venus. 

Barwell, Frederick Bacon, engl. Maler, geb. 1830 in Norwich, Schüler der 
Akademie in London, bildete sich durch Reigen in Italien, Frankreich und Deutschland 
und malte Genrebilder. Portrait» und besonders gelungene Landschaften. 

Bary, Hendrik, Kupferstecher, geb. 1625 in Antwerpen, stach die ausdrncka- 
vollen Genrcbider nach Mieris : Das beim Weintrinken eingeschlafene Weib und die 
Frau, die den Topf zum Fenster hinausgiesst, andere nach Terborch, die Portraits 
von Com. Tromp nach de Baue, Admiral Ruyter nach F. Bol, der Bathspensionfir 
de Witt nach Netscher u. a. 

Bary. Robert Eduard, Historienmaler geb. 2. Dec. 1813 in Dresden, 
t 28. Juni 1875 daselbst. Schüler und seit 1853 Mitglied der dortigen Akademie, 
brachte auf die Ausstellungen von Hannover, Dresden und München historische 
Bilder meist biblischen Inhalts, schuf in Gemeinschaft mit Karl Peschel Wand- 
ß^emälde im Härteischen Hause in Leipzig und Entwürfe für Glasmalereien in der 
Kirche zu Wildenfels in Sachsen. 

1 arye, Antoine Louis, franz. Thierbildner, auch Goldschmied, Graveur, Erz- 
giesser und Maler, geb. 24. Sept. 1795 in Paris, t 25. Juni 1875 daselbst, trat zuerst 
ins Atelier des Graveurs F o u r i e r , diente ein Jahr bei der topographischen Brigade 
des Geniekorps, bildete sich daneben in der Modellirkunst unter BoHio, im Malen 
unter Gros und 1 823 unter dem Goldschmied Fauconnier. Nach einigen Preisen für 
seine Gruppe Milo von Crotoii von einem Löwen verschlungen, einer Scene aus dem 
Leben Alexander'« d Gr. und des Brudermörders Kain trat er in seinem Fache der 
Thierplastik zuerst 1831 mit glänzendem Erfolg auf und brachte einen Tiger, der 
ein Krokodil zerreist. denen dann andere Thiergruppen und Einzelfiguren sowolil in 
ruhiger Haltung wie in starker Bewegung folgten, die seine hohe Befähigung für 
dies Fach bewiesen. Dahin gehören der Löwe am Sockel der Julisäule, ein I^öwe 
der eine Schlange erwürgt, eine todte Gazelle, ein .Jaguar der einen Hasen ver- 
schlingt, Thesen« im Kampf mit dem Minotanr, und aus ganz anderem 
Gebiete der Plastik das Martyrium des heil. Sebastian (1831), ein Centaur und ein 
Laplthe, Angelika und Roger, mehrere Reiterstatuetten und 1864 die stark bewegte 
Reiterstatuc Napoleon's I. für Ajaccio Huf Corsica, 

Banaghi, Francesco, Bildhauer, geh 1839 in Mailand, f 22. Aug. 1892 in 
Precotto, Schüler der Akademie seiner Vaterstadt, zeichnete (»ich schon früh durch 



Barzhaghi-Cattaueo — Basile. 77 

lebensvolle, techni«cli vollendete Genrefigruren aus. Unter seinen seit seinem öffentiichen 
Auftreten 1867 bedeutenden Werken sind zu nennen: Phryne vor ihren Richtern 
nach dem bekannten sinnlichen Bilde von Geröme, das Blindekuhepiei, Hercules 
und Antäus, Sylvia sich im Bach spiegelnd, eine Statue Raffael's in der Galerie 
Vittorio Emmanuele in Mailand, der aus dem Wasser gerettete Moses, der Fischerknabe, 
di« Unschuld, die reizende Gruppe der erste Freund (Mädchen mit einem Hund), die 
Portraitstatue des Dichters Manzoni in Mailand, de« Patrioten Tomraaseo in Venedig, 
mit Pagani die grosse Statue Vittorio Emmanuele's in Bergamo und in Udine, and 
di© Eeiterstatue Napoleon's III. in Mailand. 

Barzaghi-Cattaneo, Antonio, ital. Historien-, Portrait- und Genremaler, geb. 
.1835 in Lugano, Schüler der Akademie in Mailand, bildete sich in Venedig nach den 
dortigen Meistern, begann mit Portraits und kleinen Bildern und erhielt dann grössere 
Aufträge zu Monuraentalmalereien und Fresken filr eine Kirche in Triest und das 
Hotel National in Luzern. Seine bedeutendsten Staffeieibilder sind: Beatrice Cenci. 
Tasso (Museum in Basel), die Lautenspielerin (daselbst), das mei^erhafte Bild der 
Diana von Poitiers die Franz I. um Gnade für ihren Vat«r bittet, Fiesco den seine 
Gemahlin beschwört die Herzogswürde nicht anzunehmen, das Genrebild Alte und 
neue Correapondenzen, und wiederum als seine umfangreichste Arbeit die 1874 
voUendoten Fresken in der Kirche zu Borgen am Züricher See, darstellend die 
Gesetzgebung des Moses und die Bergpredigt Christi. 

BaMy Jacqaes Philippe le, franz. Radirer und Stecher, geb. 1707, f 1783, 
Schüler von Herisset, brawihte zahlreiche Stiche und Radirungen nach Teniers, 
Berchem, Wouwerman, Metsu u. v. d. Neer. Die besten Blätter sind wohl nach 
Claude Lorrain der Ländliche Tanz unter grossen Bänmen, tmd alter Hafen von 
Messina, nach Laueret der Schauspieler Grandval im Park. 

Basaitl, Marco, ital. Maler der 2. Hälfte des 15. und der ersten Decennien des 
16. Jahrb., geb. in Venedig, h. A. in Friaui, Schüler dea Luigi Vivarini. Seine 
Bilder, in den Formen trocken und nüchtern, aber vollendet in den Details, sind im 
Museo Correz zu Venedig das Jugendwerk einer Madonna, im Muaeo Civico zu 
Padua eine das Kind anbetende Maäonna, im Hofmoseum zu Wien die Berufung der 
Söhne des Zebedäus zum Apostelamt (1515), in Bergamo ein Ecce homo (1517), in 
der Nationalgalerie zu London sein Hauptbild einer Madonna mit dem schlafenden 
Kinde, in ^rlin der beil. Sebastian und ein Madonnabild, in der Akademie zu 
Venedig zwei Bilder aus dem J. 1510 und in S. Pietro di Castello daselbst seine 
2 letzten Bilder aus dem J. 1520. 

Basaii) Pierre Francoie, franz. Kupferstecher, geb. 23. Oct. 1723 in Paris, 
t 12. Jan. 1797 das, Schüler von Fessard und Daulle, brachte sehr gelungene 
Stiche und Radirungen nach Poelenburg und Teniers, nach Rembrandt das Portrait 
des Bürgermeisters Sixt, nach Caravaggio ein Ecce homo, nach C. Dolci Christas 
bricht das Brot, nach L. Giordano der heil. Mauritius, nach Jordaens die verlassene 
Ariadne und andere nach Wouwerman, Mieris und Ostade. 

Ba»eTi, George, engl. Architekt, geb. 1794 in London, f 16. Oct. 1845 in 
Ely, war 1810—16 Schüler von John Soane, bildete sich durch Reisen in Italien 
und Griechenland, baute nach seiner Rückkehr 1826 — 33 Belgrave Squwe in London, 
als sein Hauptwerk das Fitz^illiam-Museum in Cambridge italienischen Stils, Kirchen 
in Greenwich und Brompton, die Elisabeth - Halle in Brighton und starb bei der 
Restauration des Glockenthurms der Cathedrale von Ely durch einen Sturz vom 
Gerüst. 

Basile, Ernesto, ital. Architekt, geb. 1857 in Palermo, Sohn und Schüler des 
Nachfolgenden, lebt in Rom als Professor der Architektur, erhielt bei mehreren Con- 
currenzen den Preis, errichtete 1885 das Nationaldenkmal für die in der Schlacht 
bei Calatafimi (.1860) Gefallenen, und wurde 1888 nach Rio de Janeiro berufen, wo 
er mehrere Prachtbauten errichtete. Nach seiner Rückkehr baute er in Rom die 
Villa des span. Malers Don Jose Villegas und schrieb einige architektonische Werke 
(1883-89). 

Baalle, GIot. Battigta Fllippo, iUl. Architekt, geb. 1825 in Palermo, Vater 
des Vorigen, erhielt eine geehrte Vorbildung in der Mathematik, Physik und 
Botanik und in Rom in der Architektur, besuchte die Akademie von San Luca unter 
dem Alterthumsforscher C a n i n a , studirte die antiken Bauwerke Roms und die 
historischen Denkmäler Siziliens, wurde 18C0 Professor der Architektur an der Universität 
zu Palermo, wo er 1864 ein grosses Theater baute. 1878 leitete er die italienische 
Section der Pariser Ausstellung, errichtete nachher in Palermo und anderen Städten 



78 Basire — Bastian!. 

Sizöians monumentale Bauten und schrieb über fast alle seine Arbeiten zahlreiche 
kleinere und grössere Schritten (1855—87). 

Baslre^ engl. Kupferstecherfamilie, deren Glieder sind: Isaak B. , geb. 1704, 
t -24 Aug. 1768, stach fast nur Landkarten ; sein Sohu James B. , geb. 6. Oct. 1730, 
t 6. Sept. 1802 in London, stach nach Benjamin West, Edwards, Wilsoii und 
Reynolds. — Des letzteren gleichnamiger Sohn James B. , geb. 12. Nov. 1769, 
t 13. Mai 1822, stach als sein bestes Werk „The Cathedrals" nach John Carter's 
Zeichnungen. — Des letzteren gleichnamiger Sohn James B. , geb. 1796, f 17. Mai 
1869 in London, stach viele Blätter für Gough's Werk über die englischen Kathedralen. 

BasBano, Oiacomo, eigentlich Jacopo da Ponte, ital. Maler, geb. 1510 in 
Bassano, f 13. Febr. 1592 das., Schüler seines Vaters Francesco B., kam schon 
früh nach Venedig, wo er, von Bonifazio Veneziano und von Tizian be- 
eiuflusst, zahlreiche religiöse Breitbüder mit landschaftlichem Hintergrund in genre- 
artiger Weise mit besonderer Betonung des Beiwerks in leuchtender Farbe malte, 
aber auch förmliche Landschaften und Viehstücke. Die meisten seiner Bilder befinden 
sich im Museum seiner Vaterstadt, z. B. die drei Jünglinge im Feuerofen, die 
Ehebrecherin vor Christus, Susanna im Bade, das Paradies u. a., im Dogenpalast zu 
Venedig die Rückkehr Jakobs nach Kanaan, auch zahlreich im Hofmuaeum zu Wien: 
Der barmherzige Samariter, die Anbetung der Könige, die Darstellung im Tempel, 
Lazarus und der reiche Mann, Gott zeigt dem Abraham das gelobte Land ; ebenso 
zahlreich im Museum zu Dresden und einige in München. — Unter seinen 4 Söhnen 
und Schülern waren Francesco, geb. 26. Jan. 1649 inBassano, f 4. Juli 1592 in 
Venedig, und Leaadro, geb. 1558, f 1623, die beide nach Venedig übersiedelten, 
die bedeutenderen. Sie malten gemeinschaftlich in der Kirche von Monte Cassino 
dos Riesenbild des Wunders der 6 Brote. Von Francesco allein in Bassano die in 
der Landschaft treffliche Madonna mit Petrus und Paulus, einige Deckenbilder im 
Saal des Grossen Raths des Dogenpalastes zu Venedig, im Museum zu Dresden die 
Reinigung des Tempels (dasselbe in der Nat.-Qal. zu London), die Anbetung der 
Hirten und die Himmelfahrt Maria, in Berlin der barmherzige Samariter. Von 
L e a n d r 0, der sich später entwickelte, auch im Portrait meisterhaft war, zahlreiche 
religiöse Bilder im Museum del Prado zu Madrid, in der Pinakothek zu München 
eine Beweinung Christi, im Hofmuseum zu Wien ein Genrebild und ein treffliches 
Portrait, in Dresden drei Portraits und im Museum zu Bassano eine in Farbe und 
Zeichnung ausgezeichnete Grablegung Christi und eine Madonna mit den Schutz- 
heiligen der Stadt (1590). 

Bässen, Bariholomaeus van, holländ. Architekturmaler, thätig um 1613—50 
in Delft und im Haag, wo er im Nov. 1652 starb. Er lebte eine Zeitlaug in England, 
wo sich die meisten seiner Werke von guter Linienperspektive und poetischer Be- 
leuchtung befinden. 1639 soll er nach dem Haag zurückgekehrt sein. Bilder von ihm 
auch im Haag, in Amsterdam, Rotterdam, Berlin, Kopenhagen und im Rudolfinum zu Prag. 

Basseporte, Madelaine Frauijoise, Blumenmalerin und Zeichnerin, geb. 
28. April 1701 in Paris, t 6. Sept. 1780, Schülerin von Claude Anbriet, bei 
dessen Pflanzenzeichnungen sie sich viele Jahre lang betheiligte. Einige solcher 
Zeichnungen stach sie in Kupfer. 

Bassetti, Marcantouio, ital. Maler, geb. 1588 in Verona, f 1630 das., Schüler 
des Domenico Ricci, Nachahmer Tintoretto's, dessen Bilder er oft copirte. 
Eins seiner Hauptbilder ist in der Pinakothek zu Verona der ungläubige Thomas 
und in der Pinakothek zu München das Martyrium des heil. Vitus zwischen den 
Heiligen Wolfgang und Georg. 

Bassin, Peter Wassiljewitgcli, russ. Maler, geb. 25. Juni (7. Juli) 1793 in 
St. Petersburg, f 9il6, Juli 1877 das., Schüler der dortigen Akademie, verweilte als 
Perusionär derselben 5 Jahre in Italien, malte dort den Marsyas, der den Olympus 
im Flötenspiel unterrichtet, Susanna im Bade und viele andere, copirte Bilder von 
Raffael und Domenichino und wurde später Professor an der Akademie seiner Vater- 
stadt. Sehr zahlreich sind seine Bilder akademisch-klassischer Richtung aus der 
biblischen Geschichte in den Kirchen von St. Petersburg, Moskau und anderen Städten, 
fast ebenso zahlreich seine Portraits; in der Eremitage zu St. Petersburg ein Bild 
des Sokrates, der den Alcibiades vertheidigt. 

Bastian!, (oder Sebastian]), Lazzaro, Maler der venezianischen Schule, thätig 
in Venedig um 1470—1508, Schüler, und Nachahmer der Vivarini und des 
Carpaccio. Von ihm in S. Donato zu Murano eine Madonna mit Engeln, Heiligen 
und dem Stifter (1484), in der Galerie Loehis-Carrara zu Bergamo die Dreieinigkeit, 



Bastiamni — Battaglini. 79 

eine Madonna und 2 Heilige (1490), in der Akademie zu Venedig St. Antonius, 
Bonaventura und ein Franziskaner, die Schenkung der Reliquie des heil. Kreuze» an 
die Bruderschaft zu 8. Giovanni und in SS. Giovanni e Paolo in Venedig ein Theil 
des grossen 9theiligeu Altar werks mit der Glorie des heil. Vincenz. 

Ba&tianini, äiovanni, ital. Bildhauer, geb. 1830 in Fiesole, f 29. Juni 1868 
in Florenz, Schüler von Fedi und Torrini, der ihn auf das Studium der alten 
Meister hinwies, was dem Schüler so wohl gelang, daas eine Terracotta-Büste von ihm 
als echtes Werk eines florentinischen Bildhauers des Quattrocento für das Renaissance- 
museum des Louvre angekauft wurde. Unter seinen übrigen Werken sind zu nennen •. 
Die Gruppen der Bacchanten und der Jahreszeiten, eine Beatrice, mehrere Eelief 
darstellungen und Portraits (Büste Savonarola's). 

BastianinO) s. Filjpepi, Sebastiano. 

Bastieii'Lepage, Jules^ franz. Portrait- und Genremaler, Impressionist, geb. 
1, Nov. 1848 in Damvillers (Meuse), f 10. Dec. 1884 in Paria, ging vom Ver- 
waltungsfache zur Malerei über und wurde Schüler von Cabanel. Zu den be- 
deutendsten seiner seit 1873 ausgestellten Bilder gehören: Der Frtthlingsgesang, 
Portrait meines Grossvaters (1874), Verkündigung des Engels an die Hirten, die 
Communicantin, Portrait „meiner Eltern" (1877), Portrait von Andre Thuriet, das 
allgemein bewunderte Portrait der Sarah Bernhardt (1879), sowie die Genrebilder: 
Die Octoberzeit, die Heuernte (1878), Jeanne d'Arc der die Heiligen erscheine (1881), 
der Holzsammler und seine Tochter, die Liebe im Dorfe u. a. 

Bastos, Victor, der bedeutendste der jetzigen Bildhauer Portugals, geb. 
25. Jan. 1832 in Lissabon, widmete sich auf der dortigen Akademie amfangs der 
Zeichenkonst, und machte sich durch die Kreidezeichnungen: Die Samariterin am 
Brunnen (1855); der Zinsgroschen u. a. einen Namen. Dann ergrüf er die seinem 
Talent mehr zusagende Plastik, wru-de 1860 Professor der Skulptur an der Akademie 
seiner Vaterstadt und bereiste Frankreich, England und Italien. Grossen Beifall 
fanden seine monumentalen Portraitstatuen des von 8 Marmorgestaiten umgebeneu 
Camoens in Lissabon, des Königs Dom Pedro V. im CasteÜo de Vide (Provinz 
Alemtejoj, die Bronzestatue des Seefahrers Magelhaens (1873) in Lissabon, die 6 
Statuen am Triumphbogen auf dem dortigen Handelsplatz, sowie Reliefs und Büsten. 

Bathykles, griech. Bildhauer aus Magnesia, der in der 2. Hälfte des 6. Jahrb. v. Chr. 
den im Alterthum berühmten Thron des ApoUon zu Amyklä schuf, geschmückt mit 
Reliefs aus der Götter- und Heroenwelt, und ringsum mit Figuren der Hören, Grazien 
und Tritonen. 

Batoni (Battoni), Poiupeo Girolamo, ital. Maler, geb. 5. Febr. 1708 in Lucca, 
t 4. Febr. 1787 Lu Rom. ging von der Goldschmiedekunst zur Malerei über, wurde 
Schüler von C o n c a und M a s u c c i und studirte mit Eifer die Werke RaffaePs. Seine 
anmuthigen Bilder leiden nach der Manier seiner Zeit oft an akademischer Kälte 
und mattem Colorit, doch war er einer der beliebtesten Maler Italiens. Zu seinen 
besten Werken gehören in S. Maria degli Angeli zu Rom der Sturz des Simon Magus, 
im Museum zu Dresden die bUsdende Magdalena, in der Akademie zu Parma Tl^tis 
die den Achilleus dem Chii-on übergibt, in der Eremitage zu St. Petersburg eine 
heil. Familie, im Museum zu Berlin die Vermählung von Amor und Psyche (1756), 
im Hofmuseum zu Wien die Rückkehr des verlorenen Sohnes (1773) und ein Portrait 
Kaiser Joseph'a n. mit seinem Bruder, dem Grossherzog Leopold (1768). 

Battagglo, 6iorannJ, ital. Architekt aus Lodi, Schüler von Bramante, war 
am Bau der Kirche S. Satiro in Mailand thätig, begann 1487 die Kirche S. Maria 
lucoronata in Lodi, wurde 1490 nach Crema berufen, wo er 1493 den Bau der 
Madonna della Croce begann, der nach entstandenem Zwist mit dem Meister 1500 
von Antonio Montanara vollendet wurde. 

Battaglia, Domenico, ital. Maler, geb. 30. Mai 1846 in Neapel, Professor am 
Institut der schönen Künste das., brachte auch auf die Ausstellungen von München 
und Wien Bilder, die grosse Anerkennung fanden: Nach dem Gebet, der Chor von 
S. Severino in Neapel, die Sakristei von S. Martine das., Canuiue Giordano spielt 
den Dominikanern das Pastorale vor, Pergolese und das Stabat Mater, das Fron- 
leichnamsfest. 

Battaglle, Michel Aagelo delle, g. CerQOozzi. 

Battaglini, Jean Baptiste Francols, ital. Historienmaler, geb. 1786 in NizKa, 
Todesjahr unbekannt, war in Paris Schüler und Nachahmer David 's, in dessen 
klassisch-akademischer Riehtaug. Seine Hauptbilder sind : Ludwig XVI. sein Testament 
machend, Marie Antoinette in der Couciergerie und eine Auferstehung Christi. 



gO Battam - Baudry 

Battani, Tbomas, eagl. Porzellaamaler, geb. 1610 io London, t 28. Oct. 1864 io 
Notting Hill, war vwle Jahre inAldeTinan Copeiand's PorzellaDmaoufaktur be- 
schäftigt qimI brachte die keramiacLe Kunst in England zu bedeutendem Aufschwung, 
war auch Vorstand der Art-Unioii des KrystallpaJastes. 

Battem, Gerhard ran, hol]. Landschaftsmaler uod Kadirer. f 1690in BoUerdatn, 
Schüler Rembrandt's. hinterliess nur weni^ in Oel gemalte Landschaften, dagegen 
viele in Deckfarben ausgeführte Album blätter, die mJt Menschen- und Thierstaffage 
belebte Landscbafton darstellen. Sein Colorit ist kühl, aber aeine kleineren Figuren 
von guter Zeichnung und Anordnung. 

3«tt<mi. s. Batonl. 

Batty, Robert, eagi. Oberstlieutenaut, Aquarellmaler und Radirer, geb. 1789, 
t 20. Nov. 1848 in London, studirte Medisin, trat in den Soldatenstand, kämpfte iu 
Spanien und bei Waterloo, gab die Erlebnisse und Eindrücke dieser FeldzOge in 
R&dinmgen wieder und malte in Aquarell sehr genaue Ansichten von Städten und 
Bauwerken aus verschiedenen. Ländern Europas. 

Banelc. Jeaana, schwedische Landschaftsmalerixi, geb. 19. Aug. 1840 In Stock- 
holm, ging im Sept. 1863 nach Deutschland, lebte meistens iu MOncheu, bildete sich 
durch jährliche Studienreisen in Gebirgsgegenden, verweilte ein Jahr in Paris und 
kehrte dann nach München zuiück. Sie war Schülerin von Ehrbar dt in Dresden, 
von Flamm in Düsseldorf, von Karl Ludwig, Langko and Joseph Brandt 
in München, wo sie eine Malerschule fdr junge Mädchen leitet. Ihre Hauptbilder 
sind: Eine Dorfstrasse bei aufsteigendem Gewitter mit einer Zigeunerbande, der 
Johannisabend, Abendstimmung am Meere, der Frühling u. a. 

Bauderon de Vermeron, frans. Genre- und Portraitmaler, geb. 18. Mai 1809 
in Paria, Schüler von Eugene Delacroix, bildete sich auf Reisen durch das 
Studium der Maler der Renaissancezeit, erlangte aber nur massige Erfolge, beliebt 
dagegen waren seine zahlreichen Portrait», von denen mehrere ins Schloss zu 
Versailles kamen. 

Baudet, Etienne, franz. Kupferstecher, geb. um 1636 in Vineuil (Loir et Cher), 
t 8. Juli 1711 in Paris, bildete sich in Rom. nach Corn. Bloemaert, und stach 
dort nachAlbani 4 Blätter aus dem Mythus von Venus undAdonis. Nach Frankreich 
zurückgekehrt, vnirde er 1675 Mitglied der Akademie in Paris und 1693 Graveur 
des Königs. Unter seinen Stichen sind das Hauptwerk 8 grosse Landschaften 
und andere Blätter nach Poussin, auch Adam xmd Eva und die Taufe de» heil. 
Hiaronymus nach Domenichino, der bethlehemitische Kindermord nach Baffael, andere 
nach Albani, Mignard, Bourdon, im Ganzen über 100 Blätter. 

Baadewyns, s. Bovdewjns. 

Baadlt, Amöd^e, Landschaftsmaler, geb. 1825 in Genf, f 11. Sept. 1890 in 
Bordeaux, Schüler von Diday, malte in realistischer Richtung kräftig und effektvoll 
mit genauer Boobachtang der jedesmaligen Stimmungen Landschaften meistens aus 
dem südlichen Frankreich und den Landes. Solche sind: Ufer des Genfer Sees, Dent 
du Midi, Aus der Umgegend von Dieppe, der Teich von La Cauan (1878) und die Insel 
Marguerite. 

Bandot, Joseph Eugene Anatole de, franz. Architekt, geb. 14. Oct. 1834 in 
Sarrebonrg (Meurthe), Schüler von Labrou«te und Viollet-le-Duc, machte sich 
durch Entwürfe und Pltoe zu Kürchen und Schlössern und durch sein grösseres Werk 
„Eglises de bourgs et de villages" (1861 und 62, 2 Bde.) einen ehrenvollen Namen, 
redigirte auch mit dem jüngeren Viollet-le-Duc die „Gazette des archltectes et du 
b&Ümcrit* und mit Chabat das „Journal de menuiserie''. 

Bandooin, Pierre Antoine, fi^anz. Maler, geb. 17. Oct. 1723 in Paris, f 1769, 
ein Künstler, der durch seine lasciven und frivolen Darstellungen zu zweideutiger 
Berühmtheit gelangte. Als Schüler und Schwiegersohn des leichtfertigen Boa cher 
steigerte er desHen Lüsternheit bis zur Schlüpfrigkeit. Bekannt ist er nur durch die 
Reihe zeitgenössischer Stecher nach seinen kleinen pikanten Darstellungen. 

BaudrI, Friedrich, Glasmaler, geb. 1809, t Ö- Oct. 1874 in Cöln, machte sich 
um die Pflege und Erneuerung der Glasmalerei sehr verdient, redigirie bis 1861 das 
1851 von ihm gegründete* „Organ für christliche Kunst" und widmete sich dann ganz 
der Glasmalerei. 

Baudry, Ambroise Alfred^ Architekt, geb. 1. Juli 1838 io La Roche sur Yon 
(Vendee), Bruder des Naohfolgenden, Schüler von Lebas und Louvet, machte im 
Auftrag der Regierung eine archäologische Reise nach der Walachei und Bulgarien, 
erhielt für die Zeichnungen dortiger Denkmäler 2 Medaillen und machte auch einen 



Baudry — Baugniet. 81 

Entwurf zur Restauration des römischen Forums und einen preisgekrönten Entwurf 
zum Bathhaus in Wien. 

Bandry, Paul Jacques Aim^, berühmter Historienmaler, geb. 7. Nov. 1828 in La 
Roche sur Yon, f 17. Jan. 1886 in Paris. Bruder des Vorigen, zeigte schon in früher Jugend 
ein so hervorragendes Talent, dass ihm ein Platz in der JEcole des beaux-arts erwirlft 
wurde, wo er Schüler von D r o 1 1 i n>g wurde und schon 1850 für sein Bild, Auffindung der 
Zenobia am Araxes, den grossen römischen Preis erhielt. In Rom weitergebUdet, 
sagte er sich von dem akademischen Stil seines Lehrers los und strebte nach 
künstlerischer Darstellung der Natürlichkeit. Seine Zeichnung ist naturwahr, der 
Ausdruck der Gestalten frisch und lebendig, das Colorit anmuthig und reizend. Zu 
seinen bedeutendsten Bildern gehören: Fortuna mit dem Kinde (1853, im Luxembourg). 
Johannes der Täufer, Hinrichtung einer Vestalin (1855 Museum in Lille), eine büssende 
Magdalena, die Ermordung Marat's (1861), eine Venus Anadyomene (1862). Dazu 
kommen» noch seine besten Portraits, das des Archäologen Beul6, des Staatsmanns 
Guizot und des Architekten Garnier, in dessen Prachtbau der Oper er glänzende 
Decorationsmalereien an den Seitenwänden, im Foyer und am Plafond schuf. 
Ferner: Das sehr vollendete Reiterbild eines Generals (1877), Farbenskizzen zu 
Wandteppichen für den Elyseepalast, die Apotheose des Gesetzes als Plafond für den 
grossen Saal des Cassationshofes, Plafondmalereien für das Haus Vanderbilt in New- 
York und die nackte weibliche Gestalt der Wahrheit (1882). 

Bauer, Ferdinand Lukas, Pflanaenmaler und Kupferstecher, geb. 20. Jan. 
1760 in Feldsberg (Niederösterreich), f 17. März 1826 in Hietzing bei Wien, Schüler 
seines Vaters Lukas B., widmete sich der Abbildung naturhistorischer Gegenstände, 
ging 1800 nach London, nahm an einer Weltumsegelung Theil, lebte einige Jahre 
in Botanybai, kehrte 1806 nach London und 1812 in seine Heimath zurück. Seine 
Sanmilungen von Pflanzen und Zeichnungen kamen ins naturhistorische Museum 
in Wien. 

Bauer, Franz, Bildhauer, geb. 1798 in Wien, f 14. März 1872, Schüler und 
Gehilfe von K 1 i e b e r, führte als solcher die plastische Ausschmückung der Weilburg 
bei Baden und des Esterhazy'schen Schlosses in Eisenstadt (Ungarn) aus. Mit einem 
Reisestipendium ging er nach Rom, wo er, von Thorwald sen beeinflusst, eine sehr 
vollendete Pietä. (Hofmuseum zu Wien) schuf. Unter den nach seiner Rückkehr ent- 
standenen Werken sind die bedeutendsten : Die Ferdinandstatue an der Johauniskirche, 
die Statue am Hauptzollamt und mehrere Arbeiten der Holzbildnerei. 

Bauer, Joseph Auton, Lithograph, geb. 1. Oct. 1820 in München, Schüler der 
dortigen Akademie, betheiligte sich bei dem Lithographiren der Bilder der Allerheiligen- 
Hofkirche in München, zog nach Wien, arbeitete für Kunstanstalten und Kunst- 
handlungen und lithographirte nach Bildern von Canon, Tidemand u. a. 

Bauer, Nlcolaas, holländ. Marinemaler, geb. 12. Sept. 1767 in Harlingen, f 28. März 
1820 daselbst, Schüler seines Vaters Johan Anthonius B.; im Reichsmuseum zu 
Amsterdam von ihm 4 Bilder aus dem Kampfe der englisch-holländischen Flotte unter 
Admiral Eimonth gegen Algier im J. 1816. 

Bauerle, Karl Wilh. Friedrich, Malet, geb. 6. Juni 1831 in Endersbach 
(Württemberg), zog mit seinen Eltern 1836 nach Amerika, wo er Schriftsetzer wuide 
and sich dem Zeichnen auf Holz widmete. 1859 kehrte er zurück, wurde auf der 
Kunstschule in Stuttgart Schüler von Rüstige, machte Studienreisen und liess sich 
in Stuttgart nieder, wo er ein beliebter Portraitmaler ist. Seine Hauptbildev sind: 
Die Waisenkinder (1867, Museum in Stuttgart), der Frühling, die Brief^iötin, Barfüssele, 
Kinderneigungen u. a. 

Bauernfeind, Gustav, Maler, geb. 4. Sept. ^1848 zu Selz in Württemberg, lebt 
in München und malt vorzugsweise landschaftliche Architekturbilder. Von ihm die 
Piazza d'Erbe in Verona, Ansicht des restaurirten römischen Forums, der Markt in 
Jaffa, die Tempelruinen von Baalbek (Neue Pinakothek) und 6 Aquarellstudien aus 
dem Orient. 

Baugniet, Charles, Portraitmaler und Lithograph, geb. 27. Febr. 1814 in 
Brüssel, Schüler der dortigen Akademie, machte sich zuerst bekannt durch eine 
Menge lithographischer Portraits berühmter Personen, wurde 1841 Zeichner des 
Königs der Belgier und ging nach England, wo er 18 Jahre als Portraitmaler lebte. 
Dann begab er sich nach Frankreich, liess sich in Sevres aux Closeaux bei Paris 
nieder und malte fast nur Genrebilder. Solche sind : Die älteste Tochter (Hauptbild), 
Gewissensunruhe (1865), die Toilette der Braut (1868), das glückliche Abenteuer 
(1870), der Brand von Chicago (1871), der erste Zahn u. a. 

AllgemeineF Kiinstler-Learicon . B. Anfl. 1. Band. f5 



82 Baujaalt — Baur. 

Baujault, Jeau Baptistc, frauz. Bildhauer, geb. 1828 in La Creche (Deux Sevres), 
Schüler von Jouffroy. Seine Hauptwerke waren seit 1870 die Statue „le premier 
miroir", ein junger Gallier mit dem Mistelzweig und eine Statue des Oberst Denfort- 
Rochereau in Beifort. 

Baum, Paul, Landschaftsmaler, geb. 22. Sept. 1859 in Meissen, Schüler der 
Akademie in Dre.sden und der Kunstschule in Weimar unter Hagen, machte Studien- 
reisen in Deutschland, Holland, Belgien und Frankreich und malte dann im Atelier 
dos jüngeren Fr. Preller in Dresden. Seine seit 1880 auf die Ausstellungen ge- 
sandten Bilder sind Sommer- und Winterlandschaften meistens aus Thüringen, 
Mecklenburg und von den Ufern der Elbe. 

Baum, Philipp, Architekt, geb. 20. Nov. 1849, f 3. Nov. 1886 in seiner Heimath 
Sauer-Schwabenlieim bei Mainz, bildete sich auf der technischen Schule in Darmstadt, 
dann in Stuttgart und Wien, machte wiederholt Kunstreisen und war in Mainz kunst- 
gewerblich thätig, namentlich für Mosaikfussböden (Stiftskirche in Einsiedeln in der 
Schweiz), auch in Zeichnungen von Baudenkmälern. 

Baumanu, Adolf, Historienmaler, geb. 12. Sept. 1829 in München, f 5. Febr. 
1865 das., besuchte die dortige Akademie, wurde Schüler Schraudolph's und 
dessen Gehilfe bei den Malereien im Dom zu Speyer, bildete sich 3 Jahre in Italien 
und malte Fresken in den Arkaden des Friedhofes und am Isarthor in München. 
In der Neuen Pinakothek von ihm eine 3Iadonna mit dem Kinde. 

Bauiuann, Elisabeth, s. Jerichau-Baumaun. 

Banmbach, Karl, Portraitmaler, geb. 1794 in Ballenstedt, f vor 1860 in 
München, Schüler von Matthäi in Dresden und von W. Schadow in Düsseldorf, 
machte 1833 und 1834 eine Studienreise nach Italien und war dann in München ein 
sehr geschätzter Portraitmaler. 

Baumbach, Max, Bildhauer geb. 1859 in Würzen, besuchte die Akademie in 
Berlin unter S c h a p e r und Rein hold Begas, schuf anfangs kleine, heitere Genre- 
bildwerke, modellirte 1886 für die Jubiläumskunstausstellung der Akademie 3 grosse 
Hermen mit Bacchantenbüsten, dann die Statue eines Nimrod, eine colossale Thier- 
gruppe für das Sündfluthpanorama im Passage-Panopticum, eine herrliche Gruppe: 
das Gebet, und erhielt den ersten Preis bei der Concurrenz um das Denkmal 
Friedrich's III. auf dem Schlachtfeld von Wörth. 

Baumeister, Franz Karl, Historienmaler, . geb. 24. Jan. 1840 in Zwiefalten 
(Württemberg), wurde 1855 in München Schüler von Hiltensperger, später von 
Anschütz und Ph. Foltz, malte streng katholische Kirchenbilder. Seine Haupt- 
werke sind (18G3) ein Christus mit Maria und Heiligen für die Klosterkirche St. Jakob 
am Auger iu München, das Scherflein der Wittwe (1865), die heiligen Frauen am 
Grabe Christi (1866), Cartons für Glasmalereien in einer französischen Kirche und 
die Cartons der Erdenpilger, der heU. Christoph (1869), die Taufe Christi und andere 
kirchliche BUder. 

Baumeister, Johann Wilhelm, Pferdemaler, geb. 27. April 1804 in Gmünd, 
t 3. Febr. 1846 in Stuttgart, wo er auch die Thierarzneischu besuchte und Professor 
der Thierheilkunde Avurde. Er war für sein Fach auch litterarisch thätig, („Hand- 
buch der landwirthschaftlichen Thierkunde und Thierzucht") und lieferte scharf 
charakterisirte Pferderacen in Illustrationen, Lithographien und Oelbildern, besonders 
Stall- und Marktscenen. 

Baumgartner, Johann Wolfgang, Maler und liadirer, geb. 1712 in Kufstein, 
t 1761 in Augsburg, wo er sich durch Landschaften, Architekturstücke als Oelbilder 
und auf Glas gemalt bekannt machte und Fresken in mehreren Kirchen der Umgegend 
malte. Man hat nur wenige Radirungen von ihm. 

Baumgartner, Peter, Genremaler, geb. 24. Mai 1834 in München, wurde dort 
Schüler der Akademie und schloss sich seit 1857 in seinen gewöhnlich humoristischen 
Bildern dem Realismus der Schule von Karl v. Piloty an. Seine ersten Bilder 
dieser Art waren die 7 Schwaben auf der Jagd des Ungeheuers und die 7 Schwaben 
in der Schmiede ; sodann Don Quixote und seine Dulcinea, der erhörte Bittgang (eine 
Prozession vom Regen überfallen), der Nachmittag im Pfarrhofe, guter Handel, An- 
kunft auf der Alm, das Brautexamen beim Pfarrherrn, Aufforderung zum Tanz, die 
Martinsgans und andere dieser Art. 

Baur, Albert, Historienmaler, geb. 13. Juli 1835 in Aachen, wurde 1854 in 
Düsseldorf Schüler von Karl Sohn und später von Joseph Kehren. Nach seiner 
Militärzeit wurde er noch Schüler von Schwind in München, nach längeren Reisen 
(1872— 76) Professor an der Kunstschule in Weirüar und Hess sich dann in Dtlsseldorf 



Baur — Baxter. 83 

nieder. Zuerst inachte er sich 186ö bekawut <hircli den Cartou Cliridtus als Welt- 
richter für den Schwurgerichtssaal in Elberfeld (National-Galerie in Berlin), dem dann 
186G das gros.se Bild der Ueberführung der Leiche Otto's III. aus Italien nach Deutsch- 
land folgte, ferner der zieiiilich verfehlte Otto I. an der Leiche seines Bruders 
Thankmar (1869 und in eine* grösseren Bilde 1874 in der städtischen Galerie in 
Barmen), Bestattung christlicher Märtyrer (1870, Gemäldesammlung in Düsseldorf), 
l'aulus als Gefangener in Koni, ein Pompejanisches Genrebild, am Morgen nach der 
Grablegung Christi (1879), ein junger Poet (KSBO), die Tochter der Herodias, die 
Tochter eines Märtyrers in den Katakomben, das Triklinium (1888), Geschichte der 
Seidenkultur in Europa (1889, für Crefeld). In allen diesen Bildern herrscht ein ge- 
sunder Realismus und ein kräftiges, gesättigtes Colorit, aber bisweilen eine allzu 
grosse Häufung der einzelnen Motive. 

Baur, Hans, Bildhauer, geb. 1829 in Konstanz, Schüler von Oechslin in 
Schaffhausen und Max Widnmauu in München, besuchte Paris und Italien (1863), 
Zu seinen ersten Werken gehören die Colossalstatuen der Heiligen Konrad und Pelagius 
am nördlichen Seitenportal de;^ Domes zu Konstanz und in demselben Dom die Statuen 
des Markgrafen Bernhard von Baden und des Bischofs Gebhard von Konstanz nebst 
dem Relief: Christus ruft zu sich die Müliseligen und Beladenen. 18G0 entstanden 
die monumentalen Bildwerke: Colossalstatue des Vater Rhein auf der Rheinbrücke 
bei Kehl (Eisenguss) und auf der Eisenbahnbrücke bei Konstanz die Statuen der 
Bischöfe Konrad und Gebhard, des Herzogs Berthold I. und des Grossherzogs 
Leopold, eine Victoria als Siegesdeukmal für dieselbe Stadt und 1882 eine colossale 
Erzstatue des Componisten Konradin Kreutzer in dessen Geburtsstadt Messkirch 
in Baden. 

Baur, Johann Wilhelm, Miniaturmaler und Radirer, geb. 1600 (oder 1610) 
in Strassburg, f 1642 in Wien, war Schüler des Miniaturmalers Brentel, bildete 
sich aber mehr in Italien und nach C a 1 1 o t. Seine Hauptwerke, die ihn zu grossem 
Ansehen brachten, sind seine 500 radirteu Blätter mit Ansichten aus Italien, Bildern aas 
ital. Seehäfen, und Schlachtenbilder in Strada's Buch „De hello Belgico", 15 Blätter 
,,Oaprici di varie battaglie'', 150 Blätter zu Ovid's Metamorphosen und zahlreiche 
Landschaften 

Baur, Nicolas, holländ. Maler, geb. 23. Sept. 1767 inHarlingen, f 28. März 1820 
daselbst, Schüler seines Vaters, des Malers Joh. Antonius B., malte Landschaften, 
Stadtansichten und besonders treffliche Marinebilder; zwei seiner besten im Reichs- 
museum zu Amsterdam. 

Baurscheit (Baurscheidt), Jan Pieter ran, d. ä., Bildhauer, geb. 8. Dee. 
1669 bei Bouu, f im Mai 1728 in Antwerpen. Von ihm in der dortigen St. Paulskirche 
der Altar des St. Rosaire und in der Jesuiteukirche in geschnitzten Medaillons (mit 
V a n d e n V r t) das Leben der Heiligen Ignatius und Franz Xaverius ; im Museum 
zu Antwerpen eine Büste des Königs Philipp V. von Spanien. — Sein gleichnamiger 
Sohn Joh. Pieter B., d. J., geb. 27. April 1699 in Antwerpen, f 10. Sept. 1768, 
war mehr Architekt, als Bildhauer Von ihm in Antwerpen der jetzige Palast des 
Königs (1755) und das ehemalige Bankgebäude. 

Bause, Joh. Friedrich, Kupferstecher, geb. 3. Jan. 1738 in Halle, t &• Jan. 

in Weimar, war 1759 Schüler des Stechers Joh. Jakob Hayd in Augsburg, 
bildete sich vorzugsweise nach Edelinck, Drevet und Joh. GeorgWille und lies» 
sich 176C in Leipzig nieder. Seine vorzüglichsten Blätter, im Ganzen etwa 250, sind 
Portraitstiche, zu denen er namentlich durch seinen Verkehr mit dem Portraitmaler 
Graff geführt wurde, aber auch manche historische und Genreblätter zum geringen 
Theil in Punktirmanier und Aquatinta. Zu den historischen Blättern gehören die 
nach Oeser, Guido Reni, Caravaggio, Batoni (büssende Magdalena) und Dietrich, zu 
den Portraits namentlich zahlreich die nach Graff. 

Baxter, Charles, engl. Genre- und Portraitmaler, geb. 1809 in London^ 
t 10. Jan. 1879 in Lewisham, malte anfangs Portraits in Miniatur, z. B. den Lord 
Cochrane machte aber mehr Glück mit seinen in den weiblichen Figuren besonders 
meisterhaften idealen Genrebildern, z. B. Liebe mich und meinen Hund, das Land- 
mädchen von Chioggia (1869), die Pfarrerstocliter, der Liebestraum, lachender Morgen, 
Sonnenschein u. a. 

Baxter, George, engl. Miniaturmaler und Lithograph, geb. 1805 (oder 1804) 
in Lewes, (Sussex), f 11. Dee. 1867 in Sydenham, machte sich seit 1827 in London 
durch Miniaturportraits bekannt, z. B. der Königin Victoria, des Prinzen Albert und 
durch das Bild die Taufe ChrLsti. Er i achte die Erfindung des Farbendruckes 



g4 Baxter — Bayrer. 

mittels Stahlplatten und Holzstöcken, enthalten auf U Blättern in seinem „Pictorial 
Album' (1837). 

Baxter, Thomas, Aquarell- und Miniaturmaler, geb. 18. Febr. 1782 in Worcester, 
t 18. April 1821 in London, war ein geschickter Jfaler von Blumen, Früchten und 
Landschaften, und von Figuren darstellungen nach Josua Rej'nolds. Er arbeitete 
in der Fabrik von Swansea, lebte seit 1819 in seiner Vaterstadt, suchte sich in 
London festzusetzen, lieferte Zeichnungen für Britton's „Salisbury Cathedral", konnte 
es aber nie zu einigem Wohlstand bringen. 

Bayard, Emil Antoine, franz. Genremaler, geb. 2. Nov. IS'M in La Ferte sous 
Jouarre (Seine et Marne), f im Dec. 1891 in Kairo, Schüler von Cogiiiet, braclite 
zu Anfang der 70er Jahre zum Theil trefflich charakterisirte nülitäri.sche Bilder 
z. B. Wä&end der Belagerung, das Triptychon Gloria victis (1874, Kohlezeichnung) 
der Tag nach der Schlacht bei Waterloo (1875j, und besonders die allegyrische 
Zeichnung, betitelt „Sedan"-, die Napoleon III. darstellt, der mit der Cigarre im 
Mund über die Leichen der deutschen und französischen Krieger wegfUhrt (1872). 

Bayer, August von, Architekturmaler, geb. 3. Mai 1803 in Rorschach am 
Bodensee, f 2 Febr. 1875 in Karlsruhe, war dort in der Architektur Schüler von 
Weinbrenner, widmete sich dann in München der Architekturmalerei und wurde 
1853 Conservator der Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden. Seine Bilder 
stellen in trefflicher Ausführung und oft poetischer Beleuchtung meistens das Innere 
mittelalterlicher Kirchen und, Kapellen dar. Zu den besten zählt man: Das Innere 
der Frauenkirche in München, Kreuzgang eines Kapnzinerklosters, der Dom zu Chur, 
der Dom zu Worms, Kreuzgang in Bcrchtesgaden (Kunsthalle in Hamburg und Neue 
Pinakothek in München), die Franziskanerkirche in Salzburg (Neue Pinakothek), das 
Münster in Freiburg vor 400 Jahren, Erinnerung an Maulbroun (ßudolfinum in Prag), 
das Münster in Strassburg, der Orgelspieler, und gegen das Ende seines Lebens der Tod 
des heil. Bruno in seiner Zelle, Tod des Markgrafen Hermann von Baden in Clugny. 

Bayer, Hermann, Landschafts- und Genremaler, geb. 23. Febr. 1829 in Kunit« 
(Kr. Liegnitz), Schüler von Steffeck in Berlin, Hess sich nach Studienreisen durch 
Deutschland, Tirol und Italien in Breslau nieder. Unter seinen Bildern nennen wir 
nur die im dortigen schlesischen Museum befindlichen : Zigeunerlager und In Gedanken. 

Bayerle, Julius, Bildhauer, geb. 1826 in Düsseldorf, f 8. Aug. 1873 das^ bildete 
sich an der dortigen Akademie und unter G e e r t z in Löwen, besuchte die grosseren 
plastischen Sammlungen in Deutschland und Italien und begann seine bildnerische 
Thätigkeit unter Schadow in Düsseldorf, wo er sich anfangs der christlichen Plastik 
widmete, später aber auch zu allegorischen und historischen Darstellungen und zur 
Portraitlaildnerei überging. Von seinen» Werken sind zu nennen : 7 Statuen für das 
Rathhaus in Wesel (1858), die colossale Statue des heil. Suitbertus in Elberfeld, die 
Statue des Generals von Seydlitz in Kaikar, das Denkmal der Königin Stephanie von 
Portugal im botanischen Garten in Düsseldorf (1860), des Kurfürsten Johann 
Sigismund in Cleve (1861), Madonnenbilder für Sigraaringen und HohenzoUern, das 
Marmorrelief Christus und die Apostel, Skulpturen am Postgebäude in Elberfeld, 
Statuen für den Justizpalast in Düsseldorf, das Kriegerdenkmal für Mühlheim an der 
Ruhr (1871), und eine treffliche Erzbüste des Malers Mintrop. 

Bayeu y Sublas, Don Francisco, span. Maler, geb. 9. März 1734 in Saragossa, 
t 4. Aug. 1795 in Madrid, kam schon 1749 zu dem Maler Luzan in Tarragona in 
die Lehre, wurde später in Madrid Scbüler von Gonzalez Velazquez und durch 
Vermittelung von Raphael Mengs für die Ausschmückung des neuen Palastes nach 
Madrid berufen. Infolge dieser Malereien, die den Sturz der Giganten, die Apotheose 
des Herkules und die Eroberung von Granada darstellen, wurde er 1765 Ehren- 
mitglied der Akademie S. Fernando, Kammermaler des Königs und 1788 Direktor 
der Akademie. Freskomalereien von ihm auch in einer Kapelle des Palastes von 
Aranjuez, in der KoUegiatkirche zu San Ildefonso und in der Kathedrale Nostra 
Sefiora del Pilar zu Saragossa. Zahlreiche mythologische, allegorische und religiöse 
Bilder von ihm im Museum de) Prado in Madrid. 

Bayrer, Wilhelm, Kupferstecher architektonischer Darstellungen, geb. 1836 
in Darmstadt, Schüler seines Vaters, des Architekten J. M. Bayrer und des 
Landschaftsmalers Lucas, im Kupferstich Schüler von Karl Rauch, bildete sich 
seit 1856 auch in Paris unter Pfnor und Jean Joseph Sulpis, machte auch mehrere 
Studienreisen. Er stach fast nur Blätter für die architektonischen Werke von Pfnor 
über das Schloss von Fontainebleau, für Daly's französische Baudenkmäler, für Berty's 
„France monumentale" und ähnliche Werke. Seit 1866 ist er Zeichenlehrer in Giessen. 



Bazicalaye — Beanfort. g5 

Bazicaluve oder Baxzicainva, Ercole, ital: Radirer, der um die Mitte des 
17. Jabrh. in Pisa thätig war, das Zeichnen unter Luigi Parigi lernte und in 
Gallo t 's Geschmack stach. Unter seinen seltenen Radirungen nennt man den heil. 
Sebastian, 4 Schlachtenbilder, Aufzug von drei Trinmphwagen auf einem Platz in 
Pisa und mehrere ^Landschaften. 

Ba^zarO) Leonardo, Landschaftsmaler, geb. 1853 in Mailand, Schüler der 
dortigen Akademie, malte das Innere von Kirchen und Palästen und Landschaften, 
die auf den Ausstellungen in Mailand 1881 und Venedig 1887 allgemeine Anerkennung 
fanden. Dabin gehören das Innere der Kirche S. Maria dei Carmine in Mailand, der 
Chor von San Vittore daselbst, die Seufzerbröcke in Venedig, die Einkleidung einer 
Nonne im Moüastero maggiore zu Mailand und mehrere Bilder im dortigMi Museum 
PoWi-Pezzoli. 

BazzI, GIoT. Antonio, 8. Sodoma. 

Beach, Thomas, engl. Portraitmaler, geb. 1738 in Milton Abbas (Dorsetshire), 
t 17. Dec. 1806 in Porchester, wurde 1760 Schüler von Joshua Reynolds and liess 
dch in Bath nieder, von wo er 1772—97 zahlreiche Portrait» auf die Ansstellungen 
sandte. 1787 malte er anch die berühmte Schauspielerin Sarah Siddons in einer Rolle 
dea „Macbeth". 

Beale, Mary geb. Cvadoek, Portraitmalerin, geb. 1632 in Suffolk, f 28. Dec. 
1697 in London, soll Schülerin von Peter Lely gewesen sein. Sie malte in Oel, 
In Wasserfarben und Bleistiftzeichnungen. Von ihr ein Portrait Karl's II. in der 
National-Portrait-Galerie und vom Erzbischof Tillotaon im Lambeth-Palast. 

Beard, James Henry, amerikan. Maler, geb. 1815 zu Buifalo, liess sich anfangs 
in Cincinnati und 1870 in New- York nieder, malte fast nur Portraits und spüter 
TMer- und Schlachtenbilder, unter denen besonders die Nacht vor der Schlacht, Löwe 
and Löwin in der Wüste, die Farm eines Züchters in Kentucky (1869) und andere 
Genrebilder Aufmerksamkeit erregten. 

Beard, William Holbrook, amerikan. Thiermaler, geb. 13. April 1823 zu 
Painesville (Ohio), Bruder des Vorigen, begann ebenfalls mit Portraitmalen, ging 
1850 nach Bnffalo, besuchte einige Jahre später Deutschland und liess sich in New- 
Yerk nieder, wo er 1862 Mitglied der National Academy of Design wurde. Seine 
Thierbilder sind entweder humoristischer und satirischer Art, oder schildern in 
charakteristischer Weise das Leben der Thiere, Der ersteren Art sind z. R. Tanzende 
Baren, betrunkene Bären, Gunmakers Traum, der Marsch des Sileüus, Kneipenpolitiker 
(1870) u. a., der zweiten Art Morgen und Abend auf der Prairie, der gute Hirt, die 
Macht des Todes und viele andere^ 

B^atrizet (Beantrizet), Nicolas, Kupferstecher, geb. um 1516 in Lunevjile, 
t um 1560 in Rom, wahrscheinlich Schüler von Giorgio Ghisi und Enea Vico, 
stach 1548—63 auch imter Michelangelo's Leitung antike Bau- und Bildwerke in 
Rom. Seine Stiche sind etwas schwerfällig und ohne Gefühl, in den Gesichtern ohne 
klaren Aasdruck, aber mit o:e8chickter Hand ausgeführt. Es sind biblische und 
religiöse Darstellungen, Heiligenbilder, Portraits, anatomische Abbildungen und 
plastigche Werke, im Ganzen 114. Zu den besten gehören: Joseph deutet seinen 
Brüdern die Träume nach Raffael, der Prophet Jeremias, Christus ncd die Samariteriu 
und da« Jüngste Gericht nach Michelangelo, die Geburt der Maria, der Kampf der 
Vernunft gegen die Begierde nnd der Bethlohe:ni+sche Kindermord nach Baccio 
Bandinelli, und die sogen. Navicella nach Giotto. 

Beauc^, Jean Adolphe, franz. Maler, geb. 2. Aug. 1818 in Paris, f la75 
daselbst, Schüler von Bazin, malte Schlachtenbilder und Scenen aus dem Soldaten- 
leben von kräftiger Farbe und sorgfältiger Behandlung der Details, hielt sich längere 
Zeit in Mexico auf, wo er ebenfalls Kriegsereignisse und Portraits malte. Zu seinen 
früheren Bildern gehören: Napoleon I. an der Brücke von Arcis sur Aube (1843), 
Nach der Schlacht bei Waterloo (1847) Episode aus dem Krimkriege (1853), Canrobert 
vor iSebastopol (1859) und die Schlacht bei Solferino (1861). Dazu kamen später 
noch einige Scenen aus dorn Kriecre von 1870|71, in Oel und in Aquarell gemalt. 

Bcaufaux, Polydore, Historienmaler, geb. 1829 in Antwerpen, malte in stark 
reaüBtischer Weise besonders tragische Scenen, z. B. der Leichnam des heil. Stephanus 
von Christen gefunden, und im Museum zu Antwerpen Salome bei der Enthauptung 
Johannes des Täufers. 

Beanfort, Jacqaes Antoine, franz. Historienmaler, geb. 1721 in Paris, 
t 2 Jan., 1784 das., wurde 1771 mit dem Bilde Brutu.^ schwört den Tod der 
Lucretia zu rächen, Mitglied der Akademie, später auch Hofmaler des Königs. Unter 



gg Beaulien — Beavij». 

seinen von 1765—83 im Louvre ausgestellten Bildern waren die bedeatendsten : Der 
nngltlabige Thomas, der Tod des indiachen Philoeoplien Calanus nnd der Tod des 
Ritters Bayard. 

Beanlieu, Anatole Uenri de, franz. Maler, geb. 1819 in Paris, einer der 
besten Schüler von Eugene Delacroix, brachte seit 1844 aaf die Pariser Ans- 
stellnngen Historienbilder, militärische Scenen und pikante Genrebilder. Zu nennen 
sind eine Scene aus der spanischen Inquisition, eine Serenade in Venedig. Türkische 
Batterie nach der Beschiessung von Sinope im J. 1853, und unter den Genrebildern : 
Das geistreich übertriebene Duell, Verwundete Freivnllige auf Posten im Kriege von 
1870(71, die Verlassene (1874). 

Beaiime, Jo8cph, franz. Schlachten- nnd Genremaler, geb. 24. Sept. 1798 in 
Marseille, t 1885 in Paris, wurde hier 1816 Schüler von Gros, machte sich 1819 
bekannt durch das BUd Elieser und Rebecca (Galerie in Fontainebleau) und stellte 
seit 1822 eine grosse Menge von Bildern aus, an denen namentlich die Malerei der 
Kostüme aus der Zeit Ludwigs des XIII. und XIV. gerühmt wurde. Eis sind 
Historien- luid Genrebilder, Portraits und Marinen, unter denen die Historienbilder 
die Hauptsache ausmachen. Wir nenni»n unter diesen : Die letzten Augenblicke der 
Grande Dauphine, Anna von Oe:jterreich im Kloster Val de Gräce, Tod Karl's V., 
die Schlacht an der Alma, die Sckiaclit bei_ Lützen. (histor. Museum in Versailles), 
Episode ans dem Rückzug aus Russhiud, Übergang über den Rhein bei Düsseldorf, 
Schlacht bei Dürnstein. Schlacht bei Toulouse, Heinrich III. auf dem Sterbebett 
und unter seinen Genrebildern: Der schlafende Schulmeister, Kinderspiele, Ausgang 
aus der Schule, das l<MU)stück des Jägers (1877) u. a. 

Beaumont, Charles Edouard de, franz. Maler, geb. um 1821 in Lannion 
(Cotes du Nord), f Vö. Jan. 1888 in Paris, Schüler von Boisselier, malte anfangs 
Landschaften, dann mythologische Gegenstände (Andromeda 1806, Leda 18G8) und 
Genrebilder, z. B. Das Ende vom Liede, die Klippen des Lebens, Wo wird die Liebe 
sich niederlassen? und Iliustraticuen zu .,Notre-Dame de Paris'' von Victor Hugo 
(1844) und zu den „Mysleres de Paris" von Eugene Soe (1844). 

Beaomont, Sir George Howlaud, engl. Landschaftsmaler, geb. 6. Nov. 1753 
in Dunmow (Essex), t 7- Febr. 1827 zu Colcorton Hall, erhielt seine Ausbildung in 
Eton und im New Collefre in Oxford, bereiste 1782 Frankreich, die Schweiz nnd 
Italien, erlernte aber die Malerei als Autodidakt, bildete ««ich nur nach ClaudeLorrain 
und Wilson und malte treffliche Landschaften. Er vermachte testamentarisch der 
Nationalgalerie, die auch von ihm 2 Landschaften besitzt, 16 Meisterwerke von 
Rembrandt, Cl. Lorrain, Rubens, Poussin u. a. 

Beaunevea, Andre, franz. Bildhauer und Maler, geb. in Valenciennes, blühte 
in der 2. Hälfte des 14. Jahrb., soll nach dem Chronisten Froissart ein ausgezeichneter 
Bildbauer gewesen sein. Er ist der Schöpfer der Statuen Philipp's v, Valois, Johann'» 
des Guten und Karl's V. in der Abteikirche zu St. Denis . Von ihm in der königl. 
Bibliothek zu Brüssel nnd in der Nationalbibliothek zu Paris viele colorirte Grisaillen 

Beauvals, Nicolas Dauphin de, franz. Kupferstecher, geb. uro 1688 in Paris, 
t 1763 daselbst, Schüler von Jean Audran und Gaspard Duchange. Er stach 
und radirte Blätter religiösen Inhalts nach Raffael, Correggio, van Dyck, Thornhill u. a., 
sowie mythologische nnd historische Darstellungen und Portraits. Seine Gattin, Tochter 
des genannten Duchange, soll ihm bei seinen Arbeiten geholfen haben. 

Beauvarlet, Jacques Firmin, franz. Kupferstecber. geb. 25. Sept. 1732 in 
Abbeville, f 7. Dec. 1797 in Paris, wo er Schüler von Dupuis und Laurent Cars 
und 1776 Mitglied der Akademie wurde. Er stach in vollendeter Weise mit trefflicher 
Wiedergabe von Licht uud Schatten nach Luca Giordan« Acis und Galatea, das 
Urtheil des Paris, den Raub der Sabinerinnen, die Entführung der Europa, Lot mit 
seinen beiden Töchtern, Susanna und die beiden Alten, nach Vanloo 2 Blätter, nach 
de Troy vlie Geschichte der Esther auf 7 Blättern, viele Blätter nach Fragonard, 
Boucher, Grenze, Adr. v. Ostade, Teniers und Portraits nach Drouais, Bourdon u. a., 
im Ganzen 133 Blätter. 

Beaaverie, Charles Joseph, Landschaft.-?- und Genremaler des 19. Jahrb., geh 
in Lyon, wo er Schüler der l^cole des beaux-arts und G 1 e y r e 's war und Landschaften 
von trefflicher ."Stimmung nnd wohlgelungeuem Colorit ma.lte, z. B. Morgen am Ufer 
der Oise, der aufgehende Mond il8?7), Franchevüle bei Morgecbeleuchtung, und die 
Genrebilder: Bettlerin ans der Bretagne, der Austritt aus der Schule. 

BeaviM, Richard, eugl. Aquarellmaler, geb. 1824 in EAmouth (Devonshire), 
anfangs Zeichner decorativer Muster, ging dann zur Aquarell- und Oelmalerei von 



Beccafqmi — Bechtolsheini. 87 

Jagdthieren, Landschaften und Genrebildern über nnd schilderte insbesondere das 
Leben der Menschen and Thiere an den Küsten. 1875 reiste er aus Gesundheitsrück- 
sichten nach Kairo und Palästina, wo er die Sitten des Volkes studirte und zahlreiche 
Bilder entwarf. Die bedeutendsten seiner seit 1860 ausgestellten Bilder sind: Ein 
Gebirgsbach (1862), in Nord-Wales (1863), Entwischt (1864), die Fluthzeit, die sandige 
Küste, das Fährboot, Beduinen-Karawane (1876), das Pflügen in Unterägypten, der 
Prinz Karl Eduard nach der Schlacht bei CuUoden 1746 (1878). Pilger auf dem 
Wege nach Mekka (1879). 

Beccafanif, Domenico genannt Meeherlno, ital. Maler, geb. i486 aaf seinem 
Landgut bei Siena, f 18. Mai 1551 in Siena, ein Meister der dortigen Schule, der 
sich seit 1510 in Rom nach Eaffael und Michelangelo bildete nnd in seinen 
zahlreichen Werken Anmuth und liebenswürdige Schönheit, aber iu seinen letzten 
Lebensjahren auch eine manierirte Nachahmung Michelangelo's zeigt. Eins seiner frühsten 
Werke ist di« Altartafel in der Akademie von Siena mit der heil. Katharina v. Siena, 
welche die Wundenmale Christi empfängt, ebenso aus dem J. 1618 (mit Sodoma und 
Pacchia) die Fresken im Oratorium von S. Bernardino, der Tod der Maria, Madonna 
und Heilige (1537), Verlöbniss Maria (1537), das grosse Altarbild der Gebart Christi 
in S. Martine zu Lncca il535), worin besonders schön die Engel, sodann im Saal des 
Gemelnderaths des Palazzo pubblico die dekorativen Deckenfresken (1529— 1535) mit 
allegorischen Darst^llangen aus der griechischen und römischen Geschichte, das Altarbild 
einer thronenden Madonna im Oratorium von S. Bernardino (1637), im Dom zu Pisa Moses 
der die Gesetztafoln zertrümmert, die Anbetung des goldenen Kalbes nnd die 
Evangelisten Lucas und Johannes, mehrere andere Bilder in der Akademie zu Siena, 
darunter eine Geburt der Maria (1544). Ausserhalb Siena's befinden sich in der 
Pinakothek zn München die Madonna mit dem Kinde, dem heil. Johannes und Joseph, 
in der Galerie Liechtenstein zu Wien die Tochter der Herodias mit dem Haupt 
Johannis d. T., im Museum zu Berlin eine Madonna mit dem Kinde und Johannes, 
andre auch im Louvre und in der Eremitage zu St. Petersburg. Seine grossartigste 
Schöpfungen smd die in der Akademie zu Siena befindlichen Cartons zu den berühmten 
Gralftti am Fussboden des dortigen Domes, an denen auch andere Künstler von 
1369—1550 arbeiteten. 

Beccaria, Angelo, ital. Landschaftsmaler, geb. im Mai 1820 in Turin, bildete 
sich unter dem Einfluss desMasaimod'Azeglio, widmet« sich, eine Zeitlang durch ein 
Augenübel am Malen verhindert, mehr dem Unterricht im Malen, so »tass nur wenige, 
sehr gerühmte Landschaften von ihm in Turin vorbanden sind, z. B. der Morgen, 
das Landleben, der SpaziergBu«? im Park, Heuernte in Val Sesia und die Dämmerung. 

Beecaruzzi, Francesco, ital. Maler, geb. in Conegliano (Friaul), thätig in der 
1. Hälfte des 16. Jahrh , malte im Stil Pordenone'g Kirchen bilder für seine Vaterstadt 
und für Treviso. Sein Hauptwerk ist in der Akademie zu Venedig Franciscus, der die 
Wundenmale empfängt ; im Hofmuseum zu Wien Johannes d. T. und der heil. Thaddäus. 

Becerra, Oaspar, span. Maler und Bildhauer, geb. 1520 in Baeza (Granada), 
1 1570 in Madrid, bildete sich in Italien nach Raffael, Michelangelo und Daniel 
da Volterra, kehrte 1556 nach Spanien zurück nnd wurde hier vom Hofe vielfach als 
Maler und als Bildhauer beschäftigt, z. B. beim Alkazar in Madrid und bc i-u Bchloss el 
Pardo. Bilder vou ihm im Minimenkloster und im Museum de la Trinidad zu iÄatlrid und 
in der Kathedrale von Astorga; ebenso mehrere Skulpturen in den ILirchen und 
Klöstern von Madrid, Saragossa, Zamora und Granada. 

Bechi, Luigi, ital. Maler, geb. 1830 iu Florenz, diente 1859 im Feldzug gegen 
die Oestorreicber und 1866 in den Schaaren Garibaldi's, bildete sich zum Malen unter 
B e z z u 1 i und P o 1 1 a s t r i ni und auf der Akademie seiner Vaterstadt, wo er sich der 
Historienmalerei, dem Genre und der Landschaft widmete. Zu seinen besten Bildern 
gehören Michelangelo bei .seinem sterbenden Diener, Hagar von Abraham Verstössen, 
und eiüo Episode aus dem Knege gegen die Oesterreicher. 

Bechler, Theobald, Bildhauer, gob. 16. Februar 1834 in Ehingen, ging 1849 
nach München, wo er anfangs Drechsler war, dann besuchte er die dortige Akademie 
und die Kunstschule in Stuttgart, lebte einige Jahre in Paria nnd kehrte beim Aus- 
bruch des Krieges 1870 nach München zurück. Seine Werke sind idealen und 
allegorischen Inhalts. 

Beohtolsheim, Gustav vou, Landschaftsmaler, geb. 2. Nov. 1842 in Begensburg, 
ging von der Jurisprudenz zur Malerei über, wurde 'm München Schüler von Karl 
V. Piloty nnd von Lier und malte recht ansprechende Stimmungslandschaften, 
z. B. der Weiher, Fluaslandsehaft, Steinbruch bei Kelheim, die Isar oberhalb T6lz. 



gg Beck — Becker. 

Beck, Au^st, Maler und Zeichner für den Holzschnitt, geb. 1823 in Basel, 
t 28. Jali 1872 in Th\jn, bildete sich in Düsseldorf unter Karl Sohn, lebte lange 
in Dresden und lieferte seit 1859 namentlich für die Holzschnitte der „Illustrirten 
Zeitung" Zeichnungen von militärischen Scenen aus den Kriegen von 1859, 1864, 
1866 und 1870|71. 

Beck (oderBeek), David, hoUänd. Portraitnialer, geb. zu Anfang des 17. Jahrh. 
in Delft, f '-0. Dec. 1656 im Haag, soll in England Schüler van Dyck's gewesen 
sein, ging nachher in den Dienst der Könige von Frankreich und von Dänemark, 
und wurde Hofmaler der Königin Christine von Schweden. Von seinen zahlreichen 
Portraits fürstlicher und vornehnrer Personen sind wenige mehr vorhanden. 

Beck, Johann Heinrich, Historienmaler, geb. 18. Dec. 1788 in Dessau, f 6. März 
1775 das., Schüler der Akademie in Dresden unter Ferd. Hartmauu, seit 1818 
Hofmaler in Dessau. Er malte meistens religiöse Bilder, Madonnen, die Verkündigung, 
Christus in Emmaus, und ein dreitheiliges Altarbild in der Nikolaikirche zu Zerbst. 

Beck, Leonhard, Zeichner für den HiJlzschnitt, lebte in der 2. Hälfte des 16. 
und der ersten Hälfte des 16. Jahrb., t 1542 in Augsburg. Von ihm die früher dem 
Burgkmair zugeschriebene Folge der Heiligen aus der Sipp-, Mag- und Schwägerschafl 
Maximilian's und ein Antheil an den übrigen Prachtwerken MaximUian's, 76 Holz- 
schnitte zum „Theuerdank" und 125 Bilder zum „Weiaskunig", auch sonstige Einzel- 
blätter, z.B. zu dem ,Schiflfder Poenitenz" von Joh. Geiler v. Kaisersberg (1614). 

Beckenkamp, Kaspar Benedikt, Maler, geb. 5. Febr. 1747 in Ebrenbreitsteln 
bei Koblenz, f 1. April 1828 in Köln, war in Koblenz Schüler von Januar! od 
Zick. bildete sich nach C. G. Schütz, malte anfangs Portraits nnd widmete »ich 
in Köln dem Copiren altdeutscher Gemälde. Sein Hauptwerk dieser Art ist die 
Copie des dem Mabuse zugeschriebenen Bildes der Klage um den Leichnam Christi 
im Städel'schen Institut zu Frankfurt a. M. für die Kirche St. Maria Lyskircfaen in 
Köln. Einige Portraits von ihm im Museum zu Köln. 

Becker, Adclf von, Genremaler, geb. 14 Aug. 1331 in Finnland, besachte 
1856—1858 die Akadeiaie in Kopenhagen, ging nach Paris, wo er sich unter Co utnre, 
Cogniot und anderen Meistern ausbildete, bereiste Spanien und Italien, schloss sich 
der Malerkolonie in jfecouen an und wurde 1869 Zeichenlehrer an der Universität in 
Helsingfors. Die besten seiner psychologisch feinen Bildern sind: Ein Maler and 
sein Modell, Mutterstolz, die Spieler, nach dem Diner, eine Partie Pikett und 
die Kranke. 

Becker, Alexander, K-upferstecher, geb. 21. Dec. 1828 in Berlin, t 6. Febr. 
1877 das., kam 1845 auf die dortige Akademie, wo er, mit grossem Zeichentalent 
begabt, auf den Ratb Habolmann's sich dem Kupferstich auch in geschabter Manier 
zuwandte. Seine Hauptblätter sind : Auf der Bleiche nach Otto Weber, der Besuch 
nach Karl Becker, die Arbeit nach Meyer von Bremen, die letzten Augenblicke Jalios 
Cäsar's nach Karl v. Piloty, der Toast auf die Braut nach Vautier. 

Becker, Antonio, Thier- und Jagdmaler, geb. 1846 in Frankfurt a. M., Schüler 
von Steinle daselbst, malte Sommer- und Wiuterlandschaften, letztere gewöhnlich 
mit Jagdtlüeren und Jagdscenen. 

Becker, August, Landschaftsmaler, geb. 27. Jan. 1822 in Darrastadt, f 19. Dec. 
1887 in Düsseldorf, wo er, nach dem ersten Unterricht beim Maler Schildbach in 
Darmstadt, sein Talent zur Darstellung der Gebirgswelt ausbildete. 1844 bereiste 
er die Hochgebirge in Norwegen, der Schweiz und Tirols und wurde auch an den 
Hof der Königin Victoria nach Balmoral berufen, um die Prinzessinnen in der Malerei 
zu unterrichten und dortige Gebirgspartien zu malen. Unter seinen zahlreichen 
Bildern, meist von gro8.sen Dimensionen und grossartiger Auffassung, sind zu nennen : 
Alpenglühen, die Hurongen in Norwegen bei Mitternachtssonne, norwegische Hoch- 
ebene mit Wasserfall, Abend im Berner Oberland (1860 und 1867), der Eiger, das 
Kaisergobirge im nördlichen Tirol, der Köuigssee im Sturm (1872), der Dachstein, 
der Walleusee, Ueberscbwemmimg am Niederrhein, aus der Ungarischen Tatra (1881), 
das Schloss des Königs von Rumänien am südlichen Abhang der Karpathen u. a. 

Becker, Ernst Albert (gewö)inlich Q. Becker), Genre- und Thiermaler, geb. 
22. Oct. 1830 in Berlin, Schüler der dortigen Akademie, auch Schüler und Gehilfe 
Aug. V. K lob er 8. Nach läugercm Aufenthalt in Paris, wo er der französischen 
Technik huldigte, widmete er sich der Malerei der Haustniere und wurde, weil er 

fern Kühe malte, Kuh -Becker (Q. B.) genannt. Solche von fruiz. Dörfern entlehnte 
'hierbilder, Bauernhöfe mit Menschen und Tbierstaffage brachte er nach seiner 
Rückkehr auf viele Ausstellungen. 



Becker. 89 

Becker, Ferdinand« Aquarellmaler des liistorischen Genree, get. um 1846 in 
Gonsenheim bei Mainz, t schon 1877 in Münclieu, Schüler des StÄdel'Bchen Instituts 
in Frankfurt a. M. unter Steiule. Seine Ilauptbilder sind: Brüdt^rchen und 
Schwesterchen, der arme Knecht (nach Grimm's Märchen), die 3 Rolandsknappen 
(nach Mofläus' Volksmärchen) und Rübezahl. 

Becker, Georges, franz. Historienmaler, geb. 1845 in Paris, Scliülei von 
Oerome, machte sich 1868 bekannt durch das Bild: In den Katakomben tmd spiiter 
1875 noch mehr durch das Bild von meisterhaftem Colorit : Rizpa, welche die Loichen 
ihrer Söhne gegen die Raubthiere schützt (nach 2. Sani. 21), dann noch ein heiliger 
Joseph als Beschützer der Kindheit (1877, Kirche St. Louis d'Antin in Paris) und 
die Krönung in Moskau (1888). 

Becker, Hermann, Historienmaler, geb. 14. Sept. 1817 in Hamburg, t 3. Mai 
1885 in Aachen, bezog 1839 die Akademie in Düsseldorf unter Karl Sohn, be- 
reiste Antwerpen, um die Werke von Rubens zu studiren, auch Brüssel und Pari."* 
und Hess sich in Düsseldorf nieder^ wo er einer der Gründer des Malkastens wurde. 
Er zeichnete 1860—64 für die Glasmalereien Bandri's in Köln und achrieb seit 1866 
für die „Kölnische Zeitung". Seine Bilder sind religiösen und mythologischen Inhalts, 
damnter als die bedeutendsten ein Noü mo tangere (1849) und die Engel am Grabe 
des Heilands (1854). 

Becker, Jakob, Genremaier, geb. 15. März 1810 in Dittcisheim bei Worms, 
t 22. Dec. 1872 in Frankfurt a. M , Schüler der Düsseldorfer Akademie unter 
Schirmer, seit 1840 Professor am Städerschea Institut iu Frankfurt a. M. Von 
der Landschaftsmalerei ging er zu dem seinem Talent mehr entsprecbendea Genre über 
und erregte hierin schon mit seinen ersten Bildern allgemeine Aufmerksamkeit. Seine 
Hanptbilder .sind nach der ungefähren Reihenfolge ihrer Entstehung : Heimkehr im 
Sturm, der Ritter und sein Liebchen, die wallfahrende Bauemfamilie, Abend am 
Brunnen, der heimkehrende Krieger, der verwundete Wildschütz, das Gewitter {Nene 
Pinakothek in München und Nat.-Gal. in Berlin), der vom Blitz erschlagene Schäfer 
(1844, Städel'sches Institut in Frankfurt a. M.), heimkehrende Schnitter. Kinderfest u. a. 

Becker, Karl, Kupferstecher, geb. 31. Aug. 1827 In Berlin, f das., Bruder von 
Alexander B., kam 1844 auf die dortige Akademie und WTirde Schüler von 
Buchhorn und später von Mandel. Er stach rn Lirtienmanier und in Mezzotinto. 
Hauptblätter: Ecce homo nach Teschncr, das Abendmahl nach Lionardo da Vinci 
(Mezzotinto), Italien nach Kaulbach (Cartonstich). 

Becker, Karl Johann, Maler, geb. 1856 in Ballweiler (Pfalz), wnirde auf der 
Knnstgewcrbeschule in München Schüler von Barth und später von Diez und 
machte zuerst durch sein krass realistisches Bild der Austräglerin Ende grosses Aufsehen. 
Es folgte dann 1888 das Bild einer alten Bäuerin am Sterbebett ihrer Schwester. 

Becker, Karl Lndwig Friedrich, Genre- und Historienmaler, geb. 18. Dec. 
1820 in Berlin, Schüler von Aug. v. Kloeber das. und der Akademie in München, 
wo er unter Heinr. r. Hess die Freskomalerei betrieb. Er betheiligte sich in 
Berlin bei den Fresken von Cornelius in der Vorhalle des Museums, erlernte in 
Paris die coloristische Technik, lebte 3 Jalire in Rom und besuchte öfter Venedig. 
Die Hauptbedentung seiner Werke liegt in den venezianischen Genrebildern, die 
keine dramatische Scenen enthalten, aber mit farbenglühendem Zaaber gemalt .sind 
und grossen Nachdruck auf das Kostüm (daher Kosttim-B. genannt) legen. Dahin 
gehören: Der Schmuckhändler beim Senator (1855.», Inquisitionsscene ''1860), die 
Testamentsverhandlung (1861), Besuch Seb. dal Piombo's bei Tizian (1861), Vene- 
zianisches Maskenfest (1863), die Sitzung des Dogen im Geheimen Rath 0864). der 
Carneval in Venedig. Venezianische Balkonscene, Gnadengesuch beim Dogen, Karl V. 
bei Tizian Dürer in Venedig (1872), Karl's V. Besuch bei Fugger (1866, Nat.-Gal. 
in Berlin), aus Götz v. Berlichingen, Hutten's Dichtorkrönung (Museum in Cöln), 
Othello erzählt seine Abenteuer der Desdemona und dem Brabantio (Museum in 
Breslau), Willkommne Gäste (1863), Carnevalsfe.st beim Dogen (1884. National- 
Galerie in Berlin), Venezianische Novelle (1886), Sei verschwiegen (1888) undmehrere 
in der Galerie Baven6 in Berlin. 

Becker, Ladirff Hugo, Landschaftsmaler, geb. 19. Juli 1833 in Wesel, t schon 
25. Dec. 1868 in Dtteseldorf. wo er die Akademie besuchte und Schüler von 
Schirme r und Gude war. Er bereiste einen grossen Theil Deutschlands, die 
Normandie und die Schweiz und malte grossentheils landschaftliche Genrebilder. 
Auf sein erstes grösseres Bild Ein Opferfest der alten Deutschen (1856) folgten 
viele andere von poetischer Auffassung der Natur und charakteristischer Staffage. 



90 Becker — Beckmann. 

Derartige sind : Der SoliKfer auf «Icr Trift, Sonntagsmorgen, Wäscherinnen am Bach, 
der Hirtenknabe und als sein letzres Werk die Weinlese an der Mosel. 

Becker, Peter, Landschaftsmaler, geb. 10. Nov. 1828 in Frankfurt a. M., 
besuchte 1844 — 50 das Städeische Institut unter Jakob Becker und Hess einer, 
bereiste namentlich die Bhein- und Moselgegendon und nahm dorther die Motive 
seiner Oel- und Aquar(;ll-Landschaften, zeichnete viele Ornamente für Glasmalereien, 
ein Rheinalbum, ein Album von der Saar (Litüographien) und in 30 grossen Cartons 
Bilder aus dem alten Frankfurt. 

Becker, Pbillpp Christoph, Stempel- und Edelsteinschneider, geb. 1674 in 
Koblenz, t 1742 in Wien, wo er die Steinschneidekunst unter J. G. Seidlitz er- 
lernte und es hierin an grosser Meisterschait brachte. Die meisten seiner Stempel 
zu Medaillen besitzt die Hofburg in Wien, ein geschnittener Stein im dortigen 
Mftnz- und .\nlikenkabiuet. 

Bocker, Philipp Jakob, Zeichner, geb. 1763 in Pforzheim, t 13. Aug. 1829 
in Erleubach, kam 11 SO nach Rom, wo Raphael Mengs sein Lehrer wurde, und 
Hess .^ich 1780 in Karlsruhe nieder, wo er viele Zeichnungen in Kreide und Sepia aus- 
führte, sich auch io Radirungen und Lithographien versuchte, aber selten Oelbilder malte. 

Becher, Q., s. Becker, EniBt Albert. 

Bcckerath, MorJtz von, Hibtorieumaler, geb. 1838 in Krefeld, seit 1857 Schüler 
der Düsseldorfer Akademie unter Kehren, bildete »ich seit 1859 unter M. v.Schwind 
weiter und Hess sich in Düsseldorf nieder. Seine Bilder siml oft von treffender 
Charakteristik, aber von mangelhafter Composition und trocknem Colorit. Oross- 
artig in der Auffassung ist dein Carton: Wittekind ruft die Sachsen zum Kampf 
(1861) und ein Cyklus von Zeichnungen aus der Geschichte Bronhüden's, weniger 
gelungen eine Episode aus der Cimberaschlacht, Tod des Grafen Ulrich von Württem- 
berg m der Schlacht bei Döffingen 1388, Bestattung Alarich's, Lear und der Narr, 
und die Darbringnng der deutschen Kaiserkrone durch König Ludwig IL von Bayern, 
trefflich componirt Napoleon's Flucht aus Moskau und der Carton: Götz von 
Beriichingen bei den Zigeunern. 

Beckctt, Isaac, engl. Mezzotintostecher, geb. 1653 in der Grafschaft Kent, 
t um 1719, lernte seine Kunst unter Lutterei 1, stach vorzugsweise Portraits 
nach Kneller, Lely und Riley, auch nach vau Dyck und Tizian. Seine Zeichnung 
war schwach, sein Schaben klar, aber seine Schattirung etwas plump. 

Beckmann, Hans, Landschaftsmaler, geb. 1810 in Hamburg, t 4. Dec. 1882 
uas., bildete sich in München und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder. Er malte 
Landschaften aus den deutschon Alpen und aus der Umgegend seiner Vaterstadt, 
z. B. der Starnberger See, Waldbach, Mondscheinlandschaft (Museum in Danzig). 

Beckmann, Karl Friedr. Ferdinand, Landschafts- und Architekturmaler, 
geb. 23. März 1799 in Berlin, f 2. Oct. 1869 das., war dort Schüler von Wach, 
lebte von 1828-— 33 in Italien und wurde Professor an der Akademie seiner Vaterstadt. 
Seine Bilder sind von strenger Datehbildung der Form und der Farbe. Von ihm 
in der Nationalgalerie seiner Vaterstadt Das Kloster San Benedetto bei Subiaco 

Beckmann, Konrad, Genremaler, geb. 21. Juni 1846 in Hannover, wurde 1868 
Schüler von Karl von Pilo ty in München, trat 1870 mit seinem Hauptbilde, der 
Schützenkönig, von treflBicher Charakteristik und feiner PinselfUhrung auf, uialto 
einen Cyklus historischer Wandgemälde im Schloss des Grafen Otto von Stolberg- 
Wernigerode und in 30 grau in grau gemalten Bildern eine Pritz Reuter-Galerie, 
lieferte auch Zeichnungen für iljustrirte Journale. 

Beclunann, Ludwig Koiirad, Thierraaler, geb. 21. Febr. 1822 in Hannover, 
kam dnrch seine Neigung für die Jagd zur Thiermalerei, gab „Jagdhumoresken" 
und den Jdiotismus vsnatoris" heraus und malte besonders für England Büren- und 
Eberjagden, die von gründlichem Studium der Thiere zeugen. Auch für Bücher und 
Zeitschriften lieferte er derartige Zeichnungen, zu denen er bisweilen den Text 
schrieb. Er lebt in Düsseldorf. 

Beckmann, Wilhelm Robert August, Historienmaler, geb. 3. Oct. 1852 in 
Düsseldorf, besuchte 1869—72 die dortige Akademie und war bis 1874 Schüler 
von Bendemann unter dessen Leitung .sein erstes grösseres Bild, Die Hussiten 
nehmen vor der Schlacht das Abendmahl, entstand. Dann folgten die Bilder: Gudrun, 
die Uebergabe der Festung Rosenberg im Hussitenkriege 1427, Wandbilder im ersten 
Cornelius-Saal der Nationalgalerie nach Bendemann's Entwürfen, Luther nach seiner 
Rede auf dem Reichstag in Worms (1884), Auihndung der Leiche Friedrich Barbarossa's 
(1886) und Richard Wagner im Kreise seiner Familie (1887). 



Becfjuer — Beers. 91 

Becquer (Becker), Joaqnin, Maler d<!.» 19. Jahrh. in Sevilla, der hauptsächlich 
Genrebilder aus dem Volkslehen in Andalusien malte, z. B. Stiergefechte, Jahrmärkte, 
I'rozessionen und dgl. Ein ergreifendes historisches Bild von ihm, die Hinrichtung 
des Malers Torrigiiino durch die Inquisition, ist im Besitz des Herzogs von 
Montpensier. 

Becquet Jnst, franz. Bildhauer des 19. Jahrh., geb. in Besangon, Schüler von 
Itude. Von ihm im Luxembourg zu Paris eine Statue des Israael aus dem J. 1877. 

Bedford, J. B., engl. Maler, geb. 1828 in Yorkshire, Schüler der Akademie 
in London, malte Landschaften, Portraits und Historienbilder ; unter letzteren : Elias 
und die Wittwe von Sarepta (1862), Hagar und Ismael {Hauptbild 1864), Arthur 
und Morgan de Fay (186,5), Nathan und David (IS?,")), Schön Margareth (1878). 

Beecliej) Sir William, engl. Portraitmaler, geh. 12. Dec. 1753 in Burford 
(Oxfordshire), f 28. Jan. 1839 in Hampstead, war anfangs in der Lehre bei einem 
Sachwalter, ging dann zur Malerei über, wurde 1772 Schüler der Akademie in 
London und malte seit 1775 in Norwich und in London zahlreiche Portraits, darunter 
das der Königin Charlotte, deren Hofmaler er wurde, ein Beiterbild George's- III. 
mit dem Prinzen von Wale.s und dem Herzog von York (Galerie in Hamptoncourt), 
iflfol^'-e dessen er Mitglied der Akademie wurde. Seine Portrait« sind sehr ähnlich 
und von trefflichem Colorit, aber oft charakterlos uud steif. 

Beek, Theodor v. der, Genremalcr, geb. 20. April 1838 in Kaiserswerth, war 
anfangs im Geschäft seines Vaters, eines Bierbrauers, ging dann zur Kunst über, 
war 1856—66 Schüler der Akademie in Düsseldorf, machte Studienreisen in Süd- 
deutschland und in den Eheingegenden und stellte anziehende Genrebilder aus, darunter : 
Der Freiersmann, interessantes Thema, auf dem Heimwege, Wallfahrer an der Fähre, 
die Brautschuhe, ein Pfänderspiel, ein Duett, in der Schenke, Neckerei, und zahlreiche 
Portraits. 

Beeldcmaker, Adriau Cornelio, holl. Thiermaler, geb. um 1630 im Haag, 
t nach 1701 daselbst, lebte längere Zeit in London, seit 1676 im Haag. Sein Hauptwerk 
ging 1864 in Rotterdam durch Brand zu Grunde ; das schönste seiner noch vorhandenen 
Werke ist das Prachtbild von Jägern mit ihren Hunden im Reichsrauseum zu Amsterdam 
(1653), ein Bild von Jagdhunden auch in Ince-Hall bei Liverpool. 

Beeldemaker, Jan, hoUänd. Landschafts- und Thiermaler geb. 1630 im Haag, 
t 1680, malte landschaftliche Thierbilder von kräftigem Colorit, doch sind seine 
Bilder selten. Eine Fuchsjagd von ihm im Haag, zwei Landschaften mit Vieh im 
Museum zu Lyon. 

Beer, Friedrich, Bildhauer, geb. 1. Sept. 1846 in Brunn, besuchte die Akademie 
in Wien, war SchtÜer von Franz Bauer, erhielt 'für die Gruppe Achilleus und 
Penthesilea 1870 ein Stipendium zur Reise nach Rom, wo er eine Büste des Admirals 
Tegetthoff, eine tanzende Bacchantin und einen reizende» Dürer als Knaben schuf. 
1875 ging er nach Paris, arbeitete auch dort Büsten und andere Figuren und 1878 
acht „Statuettes fantaisistes", die durch Nachbildungen bekannt wurden, und 
mehrere Terracotta-Gruppen. 

Beer, Wilhelm Amandas, Genremaler, geb. 9. Aug. 1837 in Frankfurt M., 
widmete sich auf dem. Städel'schen Institut unter Steinle der Historienmalerei und 
brachte die Bilder: Thomas von Bologna besucht Albr. Dürer, eine beil. Cäcilia und 
die Meistersinger. Nach einer Studienreise im bayrischen Gebirge ging er zur Dar- 
stellung des dortigen Bauernlebens über und erlangte hierin grosse Erfolge. Dahiii 
gehören : Ankunft einer Glocke in einerix bayrischen Dorfe und der vom Schützenfest 
heimkehrende Sieger Ebenso nach mehrmaligem Aufenthalt in Russland die Genre- 
bilder. Die ersten gefangenen Türken ia einei- kleinen russischen Stadt, Ja)irm»rkt 
im Gouvernement Smolensk, Pferdemarkt in einem russischen Dorfe. Aufbruch zur 
Jagd von Elennthieren. 1870 üess er sich in seiner Vaterstadt nieder 

Beemaert, Enphrosiite, belgische Malerin, geb. u. April 1831 in Ostende, 
war in Brüssel Schülerin von Kühnen, bereiste Deutschland, Frankreich und Italien 
und stellte in Antwerpen, Brüssel und Paris stinuuuugsvoUe Landschaften aus, z B. 
Die Campine, das Seebad Domburg in Holland, Aus der Umgebung von Oosterbeck 
und andere Bilder der dortigen Gegend. 

Beers. Jan van, belgischer Modemaler, geb. 27. März 1852 in Lierre, Schüler 
der Akademie in A»tweri)en, ein Künstler von brillanter Technik der in seinem awf 
die Spitze getriebenen Realismus auch vor den gewagtesten Situationen nicht zurück- 
schreckt. Eins seiner ersten, Aufsehen erregenden Bilder war da.s Portrait des 
Dichters Jakob v. Maerlant. ferner der Hexenprozess, ein geniales Bild in herben 



92 Beerstraten — Begas. 

Farbenakkoideu mit einer Masee von Figuren in engem Raum, der Spaziergang von 
Faust und Mephisto, der Edelkni^be aus dem 17. Jahrb., und vor Allem der Volksdank, 
d. h. der 1345 ermordete Patriot Jakob von Artevelde, eine auf Strauasenfedern 
ruhende nackte Frau, und im Reichsmuseum zu Ainasterdaih das 1876 in Paris, wo 
er ansässig ist, gemalte Leichenbegftngniss Karl's des Guten, Grafen von Flandern. 

Beerstraten, Antoni, holländ. Maler, thätig um 1640—1660, t 1687, Bruder 
des Nachfolgenden, malte dieselben Gegenstände wie dieser und war vorzugsweise 
in Amsterdam thätig. Im dortigen Reichsrauseum von ihm 2 Marinebilder, auch 
im Museum zu Stockholm und in Kopenhagen ein Bild von ihm. 

Beerstraten, Jan Abrabamsz, holländ. Maler, jüngerer Bruder des Vorigen, geb. 
im Mai 1622 in Amsterdam, f 1666 daselbst. Seine Bilder sind entweder winterliche Stadt- 
ansichten oder Strandbilder. Am besten und reichsten ist er vertreten im Reichsmuseum 
zu Amsterdam, aber auch im Museum zu Dresden eine Flussmündnng und ein Seesturm 
an felsiger Küste, in Berlin und in der Kunsthalle zu Hamburg eine Winterlandschaft. 

Beest, Albert van, holländ. Marinemaler, geb. 11. Juni 1820 in Rotterdam, 
t 8. Oct. 1860 in New York, führte in seiner Jugend ein wildes Schifferleben, 
erlernte seine Kunst als Autodidakt und begleitete den Prinzen Heinrich von den 
Niederlanden auf einer dreijährigen Reise in den Orient. Er schilderte in Kreide-, 
Sepia- und Tnschzeichnuagen das Seelebea. war auch ein trefflicher Zeichner von 
Thieren und Landschaften. Seine Biogr. v. A. Demmin (1863). 

Bega, Abraham CorneHsz, s. Begeyn. 

Bega, Cornclis, holl. GenremaJer und Sadirer, geb. im Nov. 1620 in Haar lern, 
t an der Pest 27. Aug. 1664 das., der bedeutendste Schüler des Adr. v. Ostade, 
malte, wie dieser, Bauerngesellschaften, Wirthshausscenen, Alchymisten und dgl. in 
einer für solche Scenen des gemeinen Lebens allzu feinen Behandlung, aber oft 
schwer und trübe, geschickt in der Zeichnung und voll Charakter. Hauptbilder von 
ihm im Reichsmuseum zu Amsterdam: Ein Bauernconzert und das Gebet nach der 
Mahlzeit, in der Pinakothek zu München Bauern in einer Schenke, in Dresden ein 
Tanz in dei Dorfschenke, in Berlin und im Städelschen Institut zu Frankfurt je 
drei Bilder, in der EremitSige in St. Petersburg und im Rudolfinum in Prag. Desselben 
Inhalts evjd seine 35 radirten Blätter, 

Begarelll, Antonio, ital. Bildhauer, geb. in Modena wahrscheinlich 1479, 
t 28. pec. 1565, Schüler von Guido Mazzoni, aber ohne dessen starken Realis- 
mus, vielmehr idealer und anmuthiger in seinen Werken. Er arbeitete meistens in 
Thon grosse Gruppen in Nischen zusammengestellt mit marmorartiger weisser 
Färbung. Seine Hauptwerke sind in Modena, als eins seiner frühsten: Eine Geburt 
Christi in der Kathedrale (1521). ein von den Angehörigen betrauerter todter 
Christus in S. Pietro, einfach una ergreifend, eine herrliche Kreuzabnahme in 13 
lebensgroßsen Terracotten-Fignren in S. Francesco, voll Adel und Ausdruck ans 
dem J. 1532 eine Gruppe von Heiligen mit der Madonna, ebenfalls in 8. Pietro, 
viel später (1563) in S. Domenico die Begegnung Christi mit Martha und Maria; 
aus dieser Spätzeit seines Lebens auch die Madonna mit Heiligen in S. Giovanni 
Evangelista in Parma. In derselben Art arbeitete auch sein Neffe Ludovico B. 

Begas, Adalbert Franz Eugen, Historien- und Portraitmaler, Sohn von Karl 
B. d. Ae., geb. 5. März 1836 in Berlin f 21. Jan. 1888 in Nervi, absolvirte einen 
Zeichenkursus auf der Akademie seiner Vaterstadt, begann mit der Kupferstecher- 
kunst, ging aber 1860 in Paus zur Maleroi über und wurde in Weimar Schüler 
von Böcklin, ohne von dessen genialer Zerfahrenheit etwas anzunehmen. Von da 
kehrte er nach Berlin zurück, copirte Murillo's heil. Antonius, ging nach Rom, wo 
er 1863 Tizian's himmlische und irdische Liebe und Pordenone's Tochter der Herodias 
copirte, ebenso in Bologna 1866 Raffael's heil. Cäcilia. In Rom entstand auch 1864 
das in der Naticnalgalerie zu Berlin befindliche Genrebild: Mutter mit ihrem Kinde 
und 1867 ein Altarbild; Chri.sti Auferstehung. Im Anfang der 70er Jahre erzielte 
er seine Haupterfolge mit dem Bilde Amor findet die Psyche und mit einer Galerie 
weiblicher Halbfiguren allegorischen Inhalts. Später war sein Hauptfach das Portrait, 
namentlich dag weibliche, von grossem Liebreiz, manchmal aber auch mit etwas 
unwahrer Behandlung des Fleisches. Auch seine letzten Genrebilder waren nicht 
vou grosser Bedeutung. (S. auch Begas-Parmentier.) 

Begas, Kari. d Ae., berühmter Historienmaler, geb. 30. Sept. 1794 in Heins- 
berg (Rcg.-Bez. Aachen), f 24. Nov. 1854 in Berlin, einer der Begründer der 
Berliner Malerschule, wurde I8ia Schüler von Gros in Paris, wo er durch eine Copie 
der Madonna dclla Sedia 1815 die Theilnahmc Friedrich Wilhelms III. erregte, der 



Begaa. 93 

ihm eine 3jährige Pension zu seiner weiteren Ausbildung bewilligte, die ihn dahin 
führte, sich in seinen Historienbildern, Portraits und Genrebildern fremde Stilarten 
und Richtungen anzueignen. Eins der ersten seiner bedei'*enden Bilder war 1818 
Christus am Oelberg (Garnisonkii'che in Berlin), dem dann 1821 eine Ausgiessung 
des heil. Geistes als Altarbild für den Berliner Dom folgte, das er aus Paris nach 
Deutschland brachte. Hier entstand zunächst in strenger, altdeutscher Manier das 
Doppelportrait seiner Eltern (Museum in Köln), 1822 ging er nach Italien, wo er 
sich der Schule der Nazarener anschloss und die für diesen Stil charakteristische 
Taufe Chri.sti für die Garuisonkirche in Potsdam und ein Portrait Thorwaldsen's 
(Nat.-Gal. in Berlin) malte. 1824 kehrte er zurück und malte im Stil der alten 
Florentiner einige biblische Bilder, unter denen Tobias mit dem Erzengel Raphael 
ebenfalls in die Natioualgalerie kam. Dann aber wandte er sich wieder zum 
modernen Stil in dem colossalen Altarbilde der Auferstehung Christi in der 
Werder'schen Kirche zu Berlin (1827). In diesem realen Stil sind auch die Aus- 
setzung des Moses (1832), die Bergpredigt (1833), Christus den Untergang Jerusalem's 
weissagend (1840), die Verklärung Christi. (1839), Christus am Oelberge, Adam und 
Eva vor der Leiche Abels (1848) und als sein letztes religiöses Bild der Verrath 
des Herrn (1852) gemalt. Schon seit dem Anfang der 30er Jahre begab er sich 
auch auf das Gebiet des Genres und eröffnete hierin eine Konkurrenz mit den 
Düsseldorfern. Das erste Bild dieser Romantik war die populär gewordene Lorelei 
(1834, Museum in Hannover) das Historienbild Heinrich IV. in Canossa (1836), ein 
alter König der dem Saitenspiel eines Pagen lauscht (1838), das in der Harmonie 
der Farbe -wunderbare Mädchen im Schatten einer Eiche ruhend (1842) und die 
bekannte Mohrenwäsche (1843, Nat.-Gal. und Sammlung Ravene in Berlin). Ausser- 
dem aus den letzten Jahren seines Lebens eine grosse Reihe von Portraits. 

Begas, Karl, jüngster Sohn des Vorigen, Bildhauer, geb. 23. Nov. 1845 in 
Berlin, widmete sich in Rom der Plastik, erregte dort durch Portraitbüsten die 
schönsten Hoffnungen, und rechtfertigte diese durch seine Hauptwerke : Eine Gruppe 
der Geschwister (1878, Nat.-Gal.), eine Viktoria in der Ruhmeshalle des Zeughauses 
in Berlin, die Statuen des Solon und Aristoteles im Universitätsgebäude zu Kiel und 
eine Statue des Architekten v. Knobelsdorff in Berlin. 

Begas, Oskar, Maler, ältester Sohn des Karl B. d. Ae., geb. 31. Juli 1828 in 
Berlin, t 10. Nov. 1883 das., Schüler seines Vaters und der dortigen Akademie, 
erhielt in Dresden das Reisestipendium für Rom, wo er bis 1854 blieb und ausser- 
dem kleinere Genrebilder, die Plauderstunde (1853, Nat.-Gal. in Berlin), für die 
Michaeliskirche in Berlin das Altarbild einer Kreuzabnahme als Resultat eines 
geschickten Eklekt.ici.smus malte. Nach Berlin zurückgekehrt, wurde er für eine 
Zeitlang ein beliebter Portraitmaler, brachte aber auch monumentale Malereien, 
z. B. eine Farbenskizze der Hermannsschlacht im Teutoburger Wald, Friedrich 
d. Gr. nach Beendigung des 7jährigen Krieges in der Schlosskapelle zu Charlotten- 
burg, Bilder aus dem Mythus von Amor und Psyche (1866), die weniger glücklichen 
Malereien im Festsaal des Berliner Rathhauses und im Kaisersaal der Passage. 
Seit dem J. 1870 machte er auch erfreuliche Versuche in der Landschaftsmalerei, 
z. B. Waldschnepfenjagd auf Rügen (1872), auf der Treibjagd im Walde (1876) und 
eine märkische Landschaft. 

Begas, Reinhold, Bildhauer, geb. 15. Juli 1«31 in Berlin, ebenfalls Sohn von 
Karl B. d. Ae., machte sich durch den fast ans Malerische grenzenden Realismus 
seiner Werke einen bedeutenden Namen. Von 1846— 51 war er Schüler der Akademie, 
später im Atelier Lndw. Wilh. Wichmann 's undR auch '8,unter dessen Leitung 
als seine erste grössere Arbeit Hagar und Ismael entstand. Von 1856—59 lebte er 
in Rom, wo die stark bewegten Werke Michelangelo's und der Verkehr mit dem 
genialen Böcklin einen grossen Einfluss auf ihn ausübten. Dort entstanden die 
preisgekrönte Gruppe Pan tröstet die verlassene Psyche und bald nachher die viel- 
bewunderte Faunfamilie. Nachdem er 1860 — 62 Professor an der Kunstschule in Weimar 
gewesen, ging er abermals nach Rom, kehrte aber infolge der Konkurrenz für das 
Schillerdenkmal in Berlin, aus der er als Sieger hervorging, zurück und führte die 
1871 enthüllte Statue aus. Wie hierin, so zeigte sich auch in £"iner preisgekrönten 
Skizze zum Friedrich-Wilhelms-Denkmal für Köln ein entschieuöner Naturalismus 
und dramatische Energie der Composition. Nach diesen Arbeiten entstanden eine 
Venus die den Amor tröstet, eine an's Malerische streifende Susanna im Bade, Pan 
der einen jungen Faun im Flötenspiel unterrichtet, Pan der die Psyche tröstet, Centaur 
und Nymphe, Merkur der die Psyche entführt (1878, Nat Gal.), 2 Thiergruppen 



94 Begas-Parnientier — Behraer. 

am Schlachtliausc zu I'est, die Colossalgruppe des Raubes der Sabinerinpen, der be- 
rühmte Moltke-Kopf (187'J), die sitzende Statue Alex. v. Ifumboldt's im Vorgarten 
der Berliner Universität, eine Statue der Borussia in der Ruhnieshallo des Zeug- 
hauses, ein grossartiges Modell zu einem Natioual-Dsnkmal für Kaiser Wilhelm I. und 
die Giebelgruppo Germania für das neue Reichstagsgebäude. 

Begas-Parmeutier, Luise, Landschafts- und Architekturraalerin, geb. in Wien, 
begann dort ihre Studien unter Emil Schindler und dem Radirer William 
Unger, machte Reisen nach Constantinopel und mehrmals nach Italien, heirathete 
1877 den Maler Adalbert Begas (s. d.) und lebt seitdem io Berlin. Ihre sehr zahl- 
reichen Bilder sind Architekturen aus Venedig, Rom, Sizilien und aus den Küsten- 
städten der Ostsee. 

Begeyn (oder Bega), Abraham Cornelisz, Maler und Radirer, geb. nm 1630 
wahrscheinlich in Leiden, f 11. Juni 1697 in Berlin, trat 1683 im Haag in die Gilde 
und wurde 1688 Hofmaler in Berlin. Seine in fast allen Galerien sich findenden 
Bilder .'^ind meistens Landschaften mit Hirten- und Vi eh Staffage, viel seltner Still- 
leben. Er radirte auch einige solcher Landschaften. 

Beggrow, Alexander Carlowitsch, russ. Maler, geb. 17.Dec. 1841 in St. Petersburg, 
Sohn des Aquarellmalers C arr 1 P e t r o w i t s c h B., besuchte 1870 die dortige Akademie, 
war 1871 — 74 in Paris Schüler des Marinemalers Bogoljuboff, beschickte die 
Ausstellungen mit zahlreichen Mariuebildern in Oel wie in Aquarell aus England, 
Frankreich und Russland, die grosse Aehnlichkeit mit denen seines Lehrers haben 

Behaim, Hans d. Äe., Baumeister, f 27. Aug. 1538 in Nürnberg. Seine Bauten, 
die in der Zeit der aufkommenden Renaissance den Stil des Mittelalt^ers festzuhalten 
suchen, zeichneu nich durch einfache Tüchtigkeit aus. Es sind dort die sog. Kalser- 
stallung (jetzt Waarenlager), mehrere Theile des :iiten Rathhauses und die Thür mit 
den Kreuzstäbeii aus dem Jahre 1515 und ein Ohörlein vom Jahre 1521. 

Beham, Barthel, Maler und Kupferstecher, geb. 1502 in Nürnberg, t 1540 in 
Rom, einer der sogenannten Kleiumeister, Schüler und Nachahmer Dürer 's, wurde 
wegen seiner religiösen Freisinnigkeit und revolutionären Ideen 1524 aus Nürnberg 
verbannt, ging nach München an den Hof des Herzogs Wilhelm, war hier als Maler 
und Kupferstecher thätig und schuf z. B. 1530 die figurenreiche Kreuzauffindung in 
der Pinakothek und 1535 das Portrait des Pfalzgrafen Otto Heinrich in der Galerie 
zu Augsburg, soll auch, veranla.sst von diesem Herzog, nach Rom gegangen sein und 
in der Kupferstecherkunst viel von Marc Anton gelernt haben. Aucii nach seiner 
Rückkehr malte er besonders Portrait« für die Herzöge Wilhelm und Ludwig von 
Bayern (15 derselben in der Ahuengalerie des Schleissheimer Schlosses). Von seinen 
übrigen im Ganzen unbedeutenden Bildern sind die besten wohl die in der Fürsten- 
bergischen Sammlung zu Donaueschingen und eine Anbetung der Könige in der 
Kirche zu Mösskirch (Baden). Von ihm auch Bilder im Museum zu Berlin, im 
Germanischen Museum zu Nürnberg und in der Pinakothek zu München. Bedeutender 
ist er in seinen mehr als 100 geistvollen Stichen, worin er die verschiedensten Stoff- 
gebiete beherrscht. Zu den bedeutendsten gehören: Kleopatra (1524), Judith (1525), 
Apollo und Daphne, die 3 Hexen, und viele Genrebilder und Portraits. — Seine Biogr. 
von Koetschau (1«93). 

Behant, Hans Sebald, Maler und Kupferstecher, Bruder des Vorigen, geb. 1500 
in Nürnberg, f 22. Nov. 1550 in Frankfurt a. M., wurde, wie sein Bruder, 1524 aus 
Nürnberg verbannt, war aber seit 1528 dort wieder ansässig, soll auch 1530 in 
München und seit 1534 in Frankfurt a. M. gearbeitet haben. Als Maler ist er fast 
nur bekannt durch die für Albrecht von Brandenburg gearbeitete, in 4 Dreiecke ge- 
theilte Tischplatte aus dem Jahre 1534 (Louvre in Paris) mit den Sceneu Einzug 
Saul's in Jerusalem, David und Bathseba, Belagerung vcn Rabbath Amnion und 
Nathan vor David und durch die 8 Miniaturen des Gebetbuches des Kardinals Albrecht 
von Brandenburg in der Schlossbibliothek zu Aschaffenburg. Viel bedeutender und 
bekannter ist er durch seine überaus zahlreichen Kupferstiche (fast 300 an der Zahl), 
von gl o.sser Originalität, geschickter Ausführung uod malerischer Behandlung, nament- 
lich in den geistvollen Darstellungen des Bauern- und Soldatenlebens jener Zeit. Er 
hiuterliesr aucli mehr als 30 von iiini gezeichnete Holzschnitte. Seine Biogr. von 
Seibt (1882) und Rosenberg, Sebald und Barthel B. (1H75). 

Behmcr, Hermutiii, Portrait- und Genremaler, geb. 13. Nov 1831 in Merzieu 
bei Köthen, Schüler der Akademie in Berlin und .seit 1858 Schüler von Steffeck, 
ging 1856 nach Paris, wo er in der Ecole des beaux-arts und bei Couture und 
Fl and r in seine Studien fortsetzte. Dann bereiste er Italien, Aegypton und 



Behnea — Beissou. 95 

Palästina, war 1869—73 iu Berlin thätig und zog nach Weimar, Ein Historienbild 
von ihm: Christus am Teich Bethesda ist in der Diakonissenanstalt zu Kaiserswerth, 
seine übrigen Werke sind einige Genrebilder und zahlreiche Portraits, darunter auch 
mehrere der kaiserlichen Familie in Berlin. 

Behnos, ■William, engl. Bildhauer, geb. 1795 in London, t 3. Jan. 1864 im 
Spital das., Sohn eines Klavierbauers, in dessen Geschäft er anfangs arbeitete. In 
Dublin wandte er sich zur Kunst, kehrte aber bald nach London zurück, versuchte 
sich im Portraitiren, und ergriff 181^» die Plastik,worin er mit Portrait-Statuen und 
-Büsten begann und besonders Kindergestalten trefflich darstellte. Solche sind z. B. 
das Kind mit der Taube, die Kinder des Lord Mansfield und des Politikers Hope, 
die Büsten der Prinzessin Victoria und des Malers Benjamin West, ebenso die Statuen 
von Sir William Follett und Dr. Bell in der Westminster-Abtei, Sir T. Jones und 
Dr. Babington in der Paulskirche und General Havelock auf Trafalgar Square 
und in Suuderland. 

Behrendsen, August, Landschaftsmaler, geb. 1819 in Magdeburg, f 3. April 
1886 in Hildesheim, Schüler der Akademie in Berlin unter F. W. Schirmer, machte 
Studienreisen in die Alpen, nach Italien und an die Küsten der Ostsee und wurde 
Professor an der Akademie in Königsberg. Er malte hauptsächlich stimmungsvolle 
Landschaften aus Oberitalien, von der Riviera di Ponente und aus Ostpreussen. Zu 
nennen sind: Ein Morgen in den Hochalpen (Museum in Königsberg), Mühle am 
Gebirgsstrom, Abend im Salzburger Gebirge, der Thuner See, am Comersee, Küste 
von Genua, Abend am Haff u. a. 

Behrens, Christian, Bildhauer, geb. 12. Mai 1852 in Gotha, Schüler von 
Hähnel in Dresden, schuf als erstes grösseres Werk eine Colossalfigur des Hagen, 
der den Nibelungenhort versenkt (1872), dann Statuen für das Johanneuni in 
Dresden, Statuetten für die Albrechtsburg in Meisaen, eine Gruppe Oedipus und die 
Sphinx, und eine Statue des Herzogs Ernst von Coburg-Gotha als Ritter des 
Hosenbandordens. 

Deich, Joachim Franz, Maler, geb. 15. Oct. 1665 zu Ravensburg (Württemberg), 
t 1748 in München, Sohn und Schüler des Malers Daniel B., malte für den Bayrischen 
Hof 11 grosse Bilder der Schlachten, an denen sich der Kurfürst Max Emanuel 
1683 — 88 in Ungarn betheiligt hatte (Galerie in Schieissheim), lebte dann längere 
Zeit in Italien, wo er sich nach Cl. Lorrain, Gaspar Poussln und Salv. Rosa 
bildete, und wurde Bayrischer Hofmaler. In der Pinakothek zu München von ihm eine 
Morgen- und eine Abendlandschaft, im Hofmuseum zu Wien 2 Landschaften, auch 
im Museum zu Braunschweig. Er radirte auch einige Landschaften. 

Beichel, Desiderius, s. Beychel. 

Bein, Jean, Kupferstecher, geb. 17. April 1789 in Strassburg, t 25. März 
1857 in Paris, Schüler der dortigen Ecole des beaMx-arts, bildete sich anter Louis 
David und R e g n a u 1 1 im Zeichnen, und im Kupferstich unter C h r i s t o p h c G u e r i n. 
Er stach historische Bilder nach Deveria, Tizian und^ Vanloo, Genrebilder nach Mieris, 
Girodet und zahlreiche Portraits. 

Beinke, Fritz, Genremaler, geb. 23. April 1842 in Düsseldorf, Schüler der 
dortigen Akademie unter Andreas und Karl Müller, Karl Sohn und 
Beudemann, brachte die Früchte mederholter Studienreisen in entsprechenden 
Genrebildern aus dem Leben der Gegenwart, z. B. der Condolenzbesuch (1866), der 
Gesangunterricht, ein Lumpensammler im Schwarzwald (1868), das Friedensgebet 
(1871), der Jongleur, das Kirchweihfest (1874), die Durchbrenner (1884), günstiger 
Moinent u. a. 

Beisbarth, Karl Friedrich, Architekt, geb. 30. Jan. 1809 in Stuttgart, 
t 25. Nov. 1878 daselbst, bildete sich 1829—31 iu Paris unter Isabelle, bis 1833 
unter Gärtner in München, bereiste Italien und Sizilien, wurde in seiner Vaterstadt 
Baurath und leitender Architekt beim Bau des dortigen Museums, und beim Umbau 
des alten Lusthauses in das jetzige Hoftheater (1845) Unter seinen übrigen Bauten 
verdienen Erwähnung die Villa Single in Stuttgart, ein Kinder-Asyl in Zürich und 
die Restauration zahlreicher mittelalterlicher Kirchen Wtirttemberg's. Seine Auf- 
nahmen mittelalterlicher Baudenkmäler finden sich in seinem mit H e i d e 1 o f f herausge- 
gebenen Werke „Die mittelalterliche Kunst in Schwaben, mit Te'/;<. von Fr. Müller" (1855). 

Beisson, Franijois Joseph Etienne, franz. Kupferstecher, geb. 10. Dec. 1750 
zu Aix in der Provence, f 1820 in Paris, bildete sich hier und in Marseille und 
wurde in Paris im Kupferstich Schüler von J oh. Georg Wille. Anfangs stach 
er meistens Portraits später namentlich Blätter für Didot's Prachtausgaben. 



96 Belgioisio — Bellavia. 

Belgioisio, Carlo Barbiano di, ital. Maler, geb. 17. Aug. 1815 in Mailand, 
t 22. Juni 1881 daselbst, Schüler der dortigen Akademie unter Hayez, studirte 1840 
in Rom die Werke Raffael's und malte bis 1854 in seiner Vaterstadt Historien-, 
Gem-ebilder und Portraits, widmete sich seitdem der Litteratui- und schrieb einige 
historische Romane. Von 1860—80 war er Präsident der Akademie. 

Bclimban, Adolfo, ital. Genremaler, geb. 1845 in Kairo, machte seine ersten 
Studien in Livorno, hatte aber anfangs nur geringe Erfolge und widmete sich 
nach üeberwindung mancher Schwierigkeiten mit Glück der Malerei. Seine be- 
deutendsten Genrebilder sind : Die Heimkehr von der Arbeit, das yrämiirte Menuett, 
eine Quelle in Livorno und die Liebeslektüre. 

Bell, John, engl. Bildhauer, geb. 1811 in Norfolk, trat in seinem Hauptfach, 
den Gebilden der Poesie und freien Phantasie, seit 1832 in den Ausstellungen auf, 
z. B. Psyche einen Schwan fütternd, der Adlertödter (1837), Dorothea, eine Andromeda 
(Bronze, von der Königin erworben), bis er für die Stephanshalle des Parlamentshauses 
die Statuen des I^ords Falklaud und des Sir Robert Walpole anfertigte, bald nachher 
das Wellington-Denkmal in Guildhall, die Statue der Wissenschaft in Waffen .zu 
Woolwich und die Gruppe der Vereinigten Staaten am Albert-Denkmal im Hyde- 
park. Eins seiner besten Werke ist da.s Denkmal für die drei Garder egiraenter im 
Krimkriege (Waterlooplatz), auch eine Statue des 1870 verstorbenen Grafen Clarendon 
im Foreign Office. Er schrieb auch einige die Plastik betrefiende Werke. 

Bell, Robert Charles, Kupferstecher, geb. 1806 in Edinburg, f 5. Sept. 1872, 
brachte seit 1840 Stiche nach Rembrandt die Tochter des Jairus, nach Allan Roger, 
und Jenny, nach Wilkie den Sackpfeifer (1854), nach Fead tröstende Worte und 
nach Etty das Duett. 

Bella, Stefano della, ital. Radirer und Kupferstecher, geb. 17. Mai 1610 in 
Florenz, f 22. Juli 1664 das., copirte anfangs die Stiche Callot's, war Schüler von 
Giov. BattistaVanni, lebte von 1633 — 36 in Rom, wo die meisten seiner 
Madonnenbilder, zum Theil nach Guido Reni, entstanden, kam 1640 nach Paria, 
wo er viele Jahre zubrachte und 1646 sein Hauptwerk, die Ansicht des dortigen 
Pont neuf, schuf. 1650 kehrte er nach Florenz zurück, reiste nach Rom (1651—54) 
und stach eine schöne Folge von Sturmlandschafteu. Unter seinen radirten Blättern, 
über 1000 an der Zahl, sind die kleineren die vorzüglicheren, die grösseren bisweilen 
verworren und schwerfällig. Sie sind christlichen, mythologisehfti, und historischen 
Inhalts, stellen Feste und Feierlichkeiten, Genrcscenen, Thierbilder, Portraits, archi- 
tektonische Partien, Landschaften und allerlei Ornamente dar. 

Bellange, Jacques, Maler und Radirer, geb. 13. Oct. 1594 in Nancy, f 1638 
daselbst, soll Schüler von H e n r i e t und V o u e t gewesen sein. Von seinen Malereien 
hat sich nichts erhalten; in seinen Radirungen war er ein entschiedener Manierist, 
mangelhaft in der Composition und in der Zeiclinung, aber oft geist- und effektvoll 
und stets anmuthig und zierlich. 

Bellang6, Eugfene, franz. Maler, geb. 16. Febr. 1837 in Ronen, Sohn und 
Schüler des Nachfolgenden, auch Schüler P i c o t ' s , malte in der Weise seines Vaters, 
aber ohne ihn zu erreichen. Schlachten- und andere Bilder aus dem Soldatenleben. 
Zu den besten gehören : Das Lottospiel, der Besuch im Lager, der Abend der Schlacht. 

Bellang^, Joseph Louis Hippolyte, franz. Schlachtenmaler, geb. 17. Jan. 1800 
in Paris, f 12. April 1866 das., Schüler von Gros, begründete 1830 seinen Ruf als 
Schlachtenmaler, der auch das Leben des einzelnen Soldaten und den Kontrast seiner 
einfachen Verhältnisse mit dem Ruhm und den Gefahren des Krieges treflaich dar- 
zustellen wusste und dadurch der Maler des französischen Patriotismus wurde, der 
OB freilich oft an Kraft des Colorits fehlen liess. Eins seiner ersten bedeutenden 
Bilder war Napoleon's Rückkehr von der Insel Elba (1834). Unter seinen übrigen 
Bildern, die meistens aus den Jahren 1836—45 Schlachten Napcleon's darstellen und 
ins historische Museum zu Versailles kamen, sind zu nennen: Die Schlachten bei 
Wagram (1837), bei Friedland, an der Alma, Vorabend der Schlacht an der Moskwa 
(1846), Schlacht bei Marengo (1847), Erstürmung des Sommo Sierrapasses, Schlacht 
bei Magenta, im Museum zu Leipzig der Abschied des Rekruten (1842), Rückkehr 
der Soldaten (1841) und Scene nach der Schlacht bei Wagram (1838); endlich noch 
der Sturm auf Malakoff (1858). Seine Biogr. v. Adeline (1880). 

ßellauo, Bartolomineo, s. Yellano. 

Bellavia, Marcantonlo, Maler und Radirer des 17. Jahrb., geb. auf Sizilien. 
Wenig bedeutend als Maler, ist er bekannter geworden durch seine Radirungen in 
der Manier des Ann. Carracci. Zu den besten zählt man die Anbetuug de.s Hirten, die 



Bellay — Bellet. 97 

Ruhe auf der Flucht nach Aegypteu, die Verspottung Christi nach Ann. Carracci und 
die zweimal radirte Findung des Romulus und Remus. 

Bellay, Charles Paul Alphonse, franz. Aquarellmaler und Radirer, geb. 
22. März 1826, Schüler von Picot, Heür iquel-Dupont und der Ecole des 
beaux-arts. Er malte anfangs italienische Genrebilder, später Aquarellcopien nach 
Raffael's Schule von Athen, nach der Disputa, der Transfiguration und der Galalea, 
radirte auch nach Bildern Raffael's, Delaroche's und Cabanel's. 

Belle, Alexis Simon, franz. Portraitmaler, geb. 12. Jan. 1674 in Paris, f 21. Nov. 
1734 das., Schüler vonFrancois de Troy, wurde Hofmaler des Königs von Polen 
und a«s Königs Jakob III. von England und war Mitglied der Akademie. Er malte 
Portraits der französischen Königsfamilie ; mehrere derselben im Museum zu 
Versailles 

Belle, Clement Louis Marie Anue, Maler, geh 10. Nov. 1722 in Paris, 
t 20. Sept. 1806 das., Sohn und Schüler des Vorigen, auch Schüler von Frau(;ois 
Lemoine, wurde 1755 Inspektor der Gobelins-Manufaktur und 1790 Rektor der 
Akademie. Er malte Historienbilder klassischen Stils für die Gobelins-Manufaktur 
und einige Kirchenbilder. — Sein Sohn, und Nachfolger in der Gobelins-Manufaktur 
August in Louis B. , geb. 1757 in Paris, f 12. Jan. 1841, malte in ähnlicher 
Richtung wie sein Vater, aber mit geringerem Talente Historienbilder und Allegorien. 

Bellegambe, Jean, niederländischer Maler, geb. um 1470 in Douai, urkundlich 
zuerst 1504 genannt, f nach 1531. Sein Hauptwerk ist ein Altarschrein aus dem 
Kloster Auclnn, jetzt in der Kirche Notre-Dame in Douai mit dem Hauptbild der 
Dreieinigkeit, ausserdem im dortigen Museum 2 Flügel eines Altarwerks aus dem 
Jahre 1526 mit Sceuen aus dem Leben Joachim's und Anna's, in der Kathedrale von 
Arras zwei Triptychen und im Berliner Museum ein Flügelaltar mit dem Mittelbild 
des Jüngsten Gerichtes und den Flügelbildern des Paradieses und der Hölle. 

Bellel, Jeau Joseph, franz. Landschaftsmaler und Zeichner, geb. 28. Jan. 1816 
in Paris, war von 1832— 35 Schüler von Justin Ouvrie und seit 1845 Schüler der 
ilcole des beaux-arts, machte sich besonders durch seine Kohlezeichnungen einen 
Namen, Landschaften von grossartigen Formen in der klassischen Richtung Poussin's 
und Claude Lorrain's mit mythologischer oder historischer Staffage. Wir nenne^n 
darunter: Christus und die Samariterin, Ansicht von Massa (1846), Umgebungen von 
Clermont, Macbeth und die Hexen, Erinnerungen aus der Auvergne (1849—53), Flucht 
nach Aegypten, Strasse in Constantine, eine Oase in der Sahara (1859), das Oelbild : 
Einsamkeit (Hauptbild 1863, im Luxembourg), die Wegführung Joseph's in die 
Gefangenschaft, Karawane auf dem Wege von Constatine nach Batna (1873), der 
Gang nach Emmaus (1878) und viele andere. 

Bellenger, Georges, franz. Landschaftsmaler, geb. 28. Dec. 1847 in Ronen, 
Schüler von A u g u s t i n L a u r e n s und von L e c o q , brachte seit 1864 auf die 
Pariser Ausstellungen Landschaften von trefflicher atmosphärischer Stimmung, aber 
auch Portraits und Stillleben und lithographirte Blätter nach Prud'hon, Bern. Luini, 
Gericault und andern. 

Bellermann, Ferdinand Konrad, Landschaftsmaler, geb. 14. März 1814 in 
Erfurt, t 11. Aug. 1889 in Berlin, begann auf der Kunstschule in Weimar mit 
Porzellan- und Miniaturmalerei, ging auf die Akademie in Berlin unter F. W. 
Schirm er, besuchte Belgien, Holland und Norwegen, reiste im Auftrag des Königs 
von Preussen nach Südamerika und atudirte 4 Jahre lang in Venezuela und der 
Umgegend -4ie Urwälder und dir Gebirgsformationen. Mit etwa 300 Heisestudien 
kehrte er nach Berlin zurück, wo sie in's Kabinet der Handzeichnungen kamen und 
zum Theil in farbenglühenden, aber dem Charakter der tropischen Natur nicht sehr 
getreuen Oelbildern ausgeführt wurden, z. B. die Guacharo^Höhle auf den Cordilleren 
vou Venezuela (Nat.-Gal.), Abend in den Lagunen von Maracaibo, aus den Anden von 
Venezuela, sudamerikanischer Urwald, aus dem Thal von San Esteban bei Puerto 
Cabello. Später widmete er sich mehr dem Lehrfach als Professor an der Landschafts- 
klasse der Akademie in. Berliu. Von seinen übrigen Landschaften sind zu nennen : 
Norwegische Gebirgspartie, Stubbenkammer auf Rügen, Hünengrab und einige La'nd- 
schafteu aus dem von ihm bereisten Italien. 

Bellet, Pierre Alfreö du Poisat, franz. Maler, geb. 5. Oct. 1823 in Bourgoiu 
(Is^re), Schüler vou Drölliug, Hipp. Fl an drin und seit 1845 Schüler der Ecole 
des beaux-arts, schloss sich in seinen Bildern der romantischen Schule an und trat 
in die Fussstapfen Delacroix', z. B. Eintritt der Hussitea in das Buseier Concil, später 
neigte er sich mehr zu den Venezianern, z. B. die Juden in die Gefangenschaft 
Allgemeines Künstler-Lexicon. S. Aufl. 1. Band. 7 



9g Bellevois — Bellini 

geführt, Christus auf dem Meere wandelnd, zu, malte auch Landschaften, z. B. die 
Mühlen von Dordrecht, Kanal von Scheveningen, Nacht im Hafen. 

Bellevois, Jacob, ein von Bakhuyzen beeinflusster seltener Maler, der 1664 
in Hamburg gelebt und 1684 daselbst gestorben sein soll. Marinebilder von ihm im 
Museum zu Braunschweig, im Prado-Museum zu Madrid und bei Consul Weber 
in Hamburg. 

Belli, Lni^, Bildhauer, geb. 1848 in Turin, ging vom Studium der Architektur 
zur Plastik über, hatte Tabacchi zum Lehrer und schuf als erstes, grösseres Werk 
das Denkmal für die gefallenen Italiener bei Mentana (in Mailand), erhielt Prämien 
bei den Konkurrenzen für ein Denkmal Victor Emanuel's in Mailand und in Nizza, 
schuf eine Büste des Ingenieurs Bona in Turin, mehrere Grabdenkmäler und arbeitete 
neuerdings an einem Denkmal Raifael's für Urbino. 

Belli, Marco, ein ziemlich schwacher venezianischer Maler, der Schüler und 
Nachahmer Giovanni Bellini 's war. Von ihm in der Stadt-Galerie zu Rovigo 
eine Darstellung im Tempel. 

Belli, Valerie, genannt Valerio Vicentino, Steinschneider und Medailleur 
geb. .1468 in Vicenza, f 1546 daselbst, ein talentvoller, aber etwas manierirter Meister 
in seiner Kunst, besonders geschätzt als Edelsteinschneider, namentlich in ganzen 
Serien von Bergkrystall von zarter sauberer Ausführung, aber ohne eigne Erfindung. 
Sein berühmtestes Werk ist die für den Papst Clemens VII. geschnittene, 1532 
vollendete Cassette von Bergkrystall in den Uffizien zu Florenz (Kabinet der 
Gemmen) mit 24 vertieft geschnittenen Scenen aus der Geschichte Christi, die er 
selbst für sein Meisterwerk hielt. Ausserdem schnitt er Darstellungen auf Hostien- 
teller und Kreuze, von denen sich ein höchst werthvolles in der Bibliothek des 
Vatikans befindet, auch im Kunstgewerbemuseum zu Berlin ein Gefäss aus Berg- 
krystall mit Scenen aus der Geschiclite des Jason. Ebenso trefflich sind die von 
ihm erhaltenen Gemmen und Medaillen, deren die Münzsammlung in Berlin eine 
ganze Anzahl besitzt ; sie zeigen ebenfalls eine leichte, gewandte Behandlung, aber 
geringe Erfindungsgabe. 

Belliazzi, Uaffaele, Bildhäuer, geb. 9. Dec. 1835 in Neapel, Autodidakt, ein 
Künstler der modern realistischen Richtung, der sich durch seine mehr malerischen 
als plastischen Terraeotten aus dem Volksleben einen Namen gemacht hat. So stellte 
er 1869 in Neapel die Figur einer Betschwester aus, in Mailand 1872 die Statuette 
der Frühling, in Wien 1873 ein Waisenmädchen, in Turin 1880 einen Hühnerhändler, 
und in den folgenden Jahren ähnliche Figuren und Gruppen. 

Bellini, Gentile, ital. Maler, geb. 1427 wahrscheinlich in Padua, f 23. Febr. 
1 507 in Venedig, Sohn und Schüler des J a c o p o B e 1 1 i u i, aucli Schüler des Donatello 
und Mantegna, Hess sicii 1460 in Venedig nieder, wo er 1464 die Orgelthüren 
der St. Markuskirche malte. 1479 reiste er auf Wunsch des Sultans Mohammed II. 
nach Konstautinopel, wo er mehrere hohe Personen portraitirte. Nach seiner Rück- 
kehr malte er die aus der Scuola di S. Giovanni in Venedig in die Akademie 
gekommenen drei köstlichen Bilder der wunderbaren Rettung einer in den Kanal 
gefallenen Kreuzesreliquie (1500), der Prozession auf dem Markusplatz mit dieser 
Reliquie und der wunderbaren Heilung eines Fieberkranken durch eine von dieser 
Reliquie berührte Kerze. Aehnlicher Art ist in der Brera zu Mailand als sein letztes, 
grösstes, am besten erhaltenes Werk von 1506 die Predigt des heil. Markus in 
Alexaudria ^vollendet von seinem Bruder Giovanni) mit zahlreichen Bildnissen in 
orientalischer Tracht und reicher Thierstaffage, in naiver Mischung venezianischer und 
orientalischer Lokalschilderung; im Louvre der Empfang eines venezianischen 
Gesandten in Konstantinopel ; in der Landesgemäldegalerie zu Budapest ein Portrait 
der Catharina Cornaro. 

Bellini, Giovanni oder Giambellini, ital. Maler, geb. um 1428 in Venedig, 
t 15. Nov. 1516 daselbst, Sohn und Schüler des Nachfolgenden, und beeinflusst von seinem 
Schwager Andrea 31 antcgna, Begründer der älteren venezianischen Malerschule, ein 
Seelenmaler von feinem Farbengefühl, der das den Venezianern eigenthümliche warme 
Colorit zur höchsten Blüthe erhob. Die Gestalten seiner sogenannten „sante conversazioni" 
sind voll religiöser Weihe, freie Gruppen, verbunden in tiefer Empfindung, inniger 
Demuth und lieblicher Anmuth zur reinsten Harmonie. Dabei brachte er die Technik 
der Oelmalerei zu hoher Meisterschaft Viele Werke werden ihm zugeschrieben, die 
nur aus seiner Werkstatt, der Heimath für zahlreiche Talente, hervorgegangen, 
damals der venezianischen Malerei den höchsten Aufschwung verliehen, z. B. Cima 
ua Uonegliano, Lorenzo Lotto, Palma Vecchio, Seh. del Piombo, Giorgione und 



Bellint — BelloMK. 99 

Tizian. Hauptwerke aus seiner Jugendzeit sind im Museo civico zu Venedig eine 
Verklärung Christi und ein Christus am Kreuz (Temperabild); aus der Zeit seiner 
vollen Reife eine Madonna in S. Maria dell'Orto, Christus im Grabe mit den ]/Hidt»n 
Marien (1472) in der Sala dei trt Capi des Dogenpalastes, ferner unter seinen zahl- 
reichen Madonnen in der Akademie zu Venedig die mit der heiligen Kathariua und 
Magdalena, und die aus San Giobbe mit den 3 Engelknaben; in S. Maria dei Frari 
eine thronende Madonna mit Engeln und Heiligen (1488), in S. Zaccaria die Madonna 
aus dem J. 1505 mit dem violinspielenden Engel und in S. Giovanni Crisostomo 
Hieronymus mit andern Heiligen (1513). Dazu kommen ausserhalb Venedigs eine 
Taufe Christi (1501) in Santa Corona zu Vioeuza, die Madonna in einer Landschaft 
(1488) in S Pietro Martire auf Murano, in der Nat.-Galerie in London ein Christus in 
Gethsemane und der Tod des Petrus Martyr, im Berliner Museum ein todter Christus 
von 2 Engeln unterstützt, und eine Madonna mit dem Kinde (beide aus der Frühzeit 
des Meisters). Im üebrigen ausserhalb Italiens viele Bilder aus seiner Schule. 

Bellini, Jacopo (Giacomo), ital. Maler, geb. um 1400 in Venedig, f angeblich 
14(54 daselbst, Vater der Vorigen, Schwiegervater des Mantegna, Schüler des G e n t i 1 e 
daFabriano, mit dem er 1422 nach Florenz ging. Später war er thätig in Venedig, 
Verona und Padua. Wichtiger als einige seiner beschädigten oder verdorbenen 
Bilder in Verona und S. Zacctirta in Venedig ist sein berühmtes Skizzenbuch aus 
dem J. 1430 (jetzt im Britischen Museum zu London), das 99 mit Bleistift oder 
Tinte ausgeführte Blätter enthält, thells Darstellungen aus dem A. und N. Testament, 
thoHs Studien nach der Antike, Architektonisches, Trachten und Scenen aus dem täglichen 
Leben, das Ganze hervorgerufen durch das Beispiel und die Lehre des Squarcione. 

Bellisario, Giuseppe, ital. Maler, geb. 15. Juni 1821 in Neapel, Schüler der 
dortigen Kunstschule und seit 1860 Lehrer an derselben. Sein Hauptfach sind 
religiöse Bilder, die er in trefflicher Compopition und Färbung ausführte, aber auch 
Bilder aus der Profangeschichte. Unter den ersteren die Geschichte des verlorenen 
Sohnes, Johannes d. T. in der Wüste, heilige Familie, eine Kreuzabnahme, der Tod 
Johannis d. T., das Martyrium des heil. Bartholomäus; unter den letzteren 
Francesca da Rimini, die Königin Johann» von Neapel mit ihrem Geliebten, die 
Hungersnoth in Mailand und Markos Bofzari.v. 

Bello, Fortunato, Maler der Gegenwart in Wien, malte zahlreiche tiefgefühlte, 
interessante Bilder: Die letzten Augenblicke des Marino Falieri, die Thräne, das 
lachende Mädchen, die Reue, Nach dem Bade, die Wittwe mit dem Kinde. 

Belloc, Jean Hilaire, franz. Maler, geb. 27. Nov. 1787 in Nantes, f 9- Dec 
1866 in Paris, Schüler von Jean Bapt. Reguault und von Gros, malte in 
akademisch-klassischer Richtung kirchliche und historische Bilder, z. B. Flucht faach 
Aegypten (1821), Johannes d. T. (1827), Tod aes heil. Ludwig von Tunis (1838), 
und seit 1819 zahlreiche Portraita. Seit 1830 war er Direktor der Pariser Frei- 
schule für Zeichenunterricht. 

Belloli, Andrei Franzowitsch, ital. Maler, geb. in Rom, f 1881 das., Schüler 
der dortigen Akademie von S. Luca, lebte von 1859—71 in St. Petersburg, wo er 
Mitglied der Akademie wurde, Fresko-, Oelbilder, Aquarelle und besonders Portraits 
malte. Grosses Aufsehen machte 1870 sein Bild, die Bauende, das der Grossfürst 
Nikolaus Konstantinowitsch erwarb. 

Bellosio, Carlo, Maler, geb. 1805 in Mailand, f 1859 in Bellagio am Corner 
See, besuchte die Kunstschule der Brera in Mailand, war Schüler von Palagi und 
malte zahlreiche Bilder in Oel und in Fresko, letztere namentlich in den Palästen 
und Villen von Turin und Mailand. Sein umfangreichstes Bild ist wohl eine Scene 
aus der Sündfluth (1839—41) im königl. Schloss zu Turin. 

Bellotti, Pietro, Maler, geb. 1625 in Bolzaiio (Orla-See), j 1700, kam schon 
früh na h Venedig, wo er Schüler von Ferrabosco und infolge seiner getreuen 
Nachbildung der Natur und Genauigkeit in den Details ein beliebter Portraitmaler 
war; weniger geluugt • sein Bild der Schleifung des Castells Margaritone in Albanien 
in der Sala dei Scrutinio des Dogenpalastes. Als Portraitmaler war er auch an 
dem Hof zu München, in Mailand und in Mantua thätig. In öffentlichen Sammlungen 
sind seine Werke selten. 

Bellows, Albert Fitch, amerikan. Maler, geb. 30. Nov. 1830 in Milford 
(Massachusetts), bildete sich zunächst in Boston, ging dann nach Europa, wurde 
Schüler der Akademie in Antwerpen und Hess sich in New- York nieder, wo er 
la; dschaftliche Bilder malte. Später lernte er in England die Aquarellmalerei, 
b i-eiste I>euts(!hland und die Schweiz, brachte seitdem zahlreiche Biider auf die 



100 Bellucci — Bemmel 

amerikanischen Ausstellungen und widmete sich erst später wieder der Oelmalerei. Zu 
seinen oft poetischen, figurreichen Landschaften und Genrebildern gehören: Das 
erste Paar Stiefeln, die Sorgen der Kindheit, das verlorene Kind, die nahenden 
Fu^sstapfen und die Aquarelle: Der Nachmittag in Surrey (1868), die Themse bei 
Windsor, der dunkle Eingang, das Kind des Schnitters, Starting in Life und zahl- 
reiche andere. Er radirte auch Bilder eigner Coraposition. 

Bellacci (oder Belucci), Antonio, Maler, geb. 1654 zu Pleve di Soligo bei 
Treviso, f 1715 (n. A. 1726) das., bildete sich in Venedig, war thätig an den Höfen 
Kaiser Joseph's I in Wien, des Kurfürsten Johann Wilhelm in Düsseldorf und zu 
London, am längsten aber in Venedig. Er malte in virtuoser Technik mit dem 
Streben nach Effekt und zeigte in seinen Compositiouen eine reiche Erfindungsgabe. 
Von ihm rn der Pinakothek zu München Psyche mit Amor und Venus fährt auf 
dem Meere, im Museum zu Dresden Venus mit Amor und eine Madonna mit dem 
Kinde, andere auch im Dulwich College in London. 

BellDCci, Giuseppe, Maler, geb. 1827 in Florenz, f 8. Febr. 1882 das., Schüler 
von B e z z u 1 i und Pollastrini, machte sich zuerst einen Namen durch das 
Bild: Alessandro de' Medici (1865), dem dann andre Historienbilder folgten: Der 
Vertrag von Bruzzolo und die Wiederauffindung der Leiche Manfred's, Königs von 
Sizilien i266 (1880), die weitere Fortschritte in seiner Malerei zeigten. 

Belly, Jacques, franz. Maler und Radirer, geb. 22. Jan. 1609 in Chartres, 
t 7. Oct. 1674 das., Schüler von Von et, machte sich bekannt durch sein Haupt- 
werk der 32 Blätter nach den Deckenfreskeo-des Ann. und Ag. Carracci im Palast 
Famese in Rom (1641). 

Belly, Leon Adolphe Auguste, franz. Maler, geb. 10. März 1827 inSt.Omer, 
t 27. März 1877 in Paris, Schüler von Troyon und Theod. Rousseau, malte 
anfangs Landschaften aus dem Orient, in denen die Figurenstaffage die Hauptsache 
ist, später auch Waldlandschaften aus seinem Heimathlande. Orientalische Bilder von 
ilna siftd: Der Pilgerzug nach Mekka (1861, Mus. des Luxembourg), das Todte Meer 
'1S66), und eine Partie vom Nil (1877); unter seinen übrigen Bildern: Der Sumpf 
iL. der Sologne, Ansicht eines Hafens (1862). 

Belmonte, Mariano y Vacos, spanischer Landschaftsmaler, geb. zu Cordova, 
t 1864 in Valencia, war Professor an der Kunstschule in Cadix und in Valencia, erhielt 
auf den Ausstellungen von 1858, 60 und 62 Auszeichnungen. Seine bekanntesten 
Bilder sind: Eine Ansicht der Casa de Campo in Madrid und die Höhle von Palomas 
bei Valencia. 

Beiotto, Bernardo, s. Caualotto. 

Beltrafflo, Oiov. Antonio, s. BoItruMo. 

Beltrami, Giovanni, Steinschneider, geb. 1777 in Cremona, f im April 1854 
das., bildete sich nur durch eigne Studien zu einem Künstler, dessen Arbeiten s. Z. 
grossen Beifall fanden und ihm Aufträge für die Kaiserin von Oesterreich ver- 
schafften, die 1815 das Portrait ihres Vaters, des Königs Maximilian Joseph von 
Bayern, als Kamee erhielt und ebenso 1825 das Portrait Franz I. von Oesterreich. 
Ausserdem mehrere Kameen für den Grafen Sommariva und 16 Kameen für Eugen 
Beauharnais mit Darstellungen aus dem Mythus der Psyche. 

Beltrami, Luca, Architekt, geb. 1855 in Mailand, Schüler der dortigen Akademie, 
bildete sich weiter in Paris bis 1880, betheiligte sich dort beim Neubau des Hotel 
de Ville, trug bei mehreren Konkurrenzen für Monumentalbauten in Mailand und 
Turin den Preis davon und wurde Konservator der Nationaldeukmäler der Lombardei, 
verfasste auch einige kunstliterargeschichtliche Schriften. 

Belucci, Antonio, s. Bellucci. 

Bembo, Bonifazio da Val d'Aruo, Maler aus Cremona, thätig Inder 2. Hälfte 
des 15. Jahrb., t 1496, malte in Palästen und Kirchen Mailand's und im Schloss 
von Pavia 1467, doch sind von seinen Werken fast nur die leider übermalten, 
kuieend dargestellten Bilder des Francesco Sforza und seiner Gattin in S. Agostino 
zu Cremona (1460) erhalten. 

Bembo, Gian Francesco, wahrscheinlich Sohn des Vorigen, thätig- im 1. Viertel 
des 16. Jahrb. zu Cremona. Fast die einzigen sicheren Bilder von ihm sind die 
mit Raffael stil verwandten Fresken der Anbetung der Könige und der Darstellung 
im Tempel aus dem J. 1515 im Dom zu Cremona. 

Bemuel, eine aus Holland stammende, in Nürnberg ansässige Malerfamilie, 
deren Stammvater war Wilhelm van B. , Landschaftsmaler, geb. 10. Juni 1630 in 
Utrecht, t 10. Nov. 1708 in Nürnberg. Er bildete sich nach S a f tle ven und durch 



Bena^rlia — Benato-Beltrami. 101 

Studienreiisen in Italieh, England und Deutschland und zog 166ü nach Nürnberg. 
Er malte meistens Landschaften mit Ruinen und Wasserfällen, staffirt von seiBem 
Sohne Johann Georg oder von Heinr. Roos. Bilder von ihm in Nürnberg, 3 im 
Museum zu Dresden und 2 im Hofmuseum zu Wien, auch im Museum in Braunschweig. 
— Ein Sohn von ihm war Johann Georg v. B. , geb. 30. Nov. 1669 in Nürnberg, 
t 18. Juli 1723 das., Schüler seines Valers, malte Thiere, Schlachten und Landschaften 
von guter Zeichnung und harmonischem Colorit. Von ihm auch 2 Radirungen. — Ein 
jüngerer Sohn Wilhelm's war Peter v, B. , Landschaftsmaler, geb. 18. Aug. 1685 
in Nürnberg, f 1754 in Regensburp, Schiller seines Vaters, malte vorzugsweise 
Gewitter- und Winterlandschaften, staffirt von seinem Bruder Joh. Georg oder seinem 
Neffen Johann Noah B. 2 Bilder von ihm im Museum zu Braunschweig. Er radirte 
auch mehrere solcher Landschaften. — Sohn von Joh. Georg v. B. war Joel Paul 
V. B. , göb. 25. Febr. 1713, Todesjahr unbekannt, ebenfalls Landschaftsmaler, Schüler 
von Joh. Dan. Preissler und Martin Schuster, trat in Wesel auf 3 Jahre 
in preussischen Militärdienst, malte zahlreiche Landschaften und Historienbilder, von 
denen sich nichts erhalten hat. — Ein jüngerer Sohn Joh. Georgs t. B. war Johann 
Noah V. B. , geb. 3. Jan. 1716 in Nürnberg, f 15. Febr. 1758 das., hatte auch 
Kupetzky zum Lehrer, malte Portraits, Schlachten-, Jagd-, Landschafts- und Genre- 
bilder in der Manier seines Vaters. — Sohn dieses Joh. Noah v. B. war Georg 
Christoph Gottlieb v. B. , geb. 29. Juli 1738 in Nürnberg, f 4. Febr. 1794 das., 
malte mit grosser Gewandtheit Portraits, Kriegsscenen, Architekturen und Genre- 
bilder aus dem Bauernleben. — Ein Enkel von Peter v. B. Kar Karl Sebastian 
V. B., Landschaftsmaler, geb. I.April 1743 in Bamberg, f 26. Nov. 1796 in'Nürnberg, 
malte besonders in Aquarell Landschaften, Seestücke und Feuersbrünste. — Ebenfalls 
Enkel von Peter v. B. war Simon Joseph v. B., geb. 17. April 1757 in Ramberg, 
t 1791 in Klosterneuburg bei Wien, war Landschaftsmaler in Augsburg und Nürnberg 
und liess sich später in Wien nieder. 

Benaglia, Gtaseppe, Kupferstecher, geb. um 1796 in Monza, f um 1830 in 
Mailand. Zu seinen besten Blättern zählt man eine heil. Familie nach Lion. da Vinci 
und den Wettlauf der Atalante und des Hipporaenes nach Guido Reni. 

Benaglio, Francesco, ital. Maler des 15. Jahrb. in Verona, zeigt sich als 
Nachahmer Mantegna's in einer Madonna mit 7 Heiligen in S. Besnardino zu Verona, 
und in seinen Fresken in S. Anastasia daselbst. 

B^nard, Henri Jean Emile, franz. Aquarellmaler, geb. 23. Juni 1844 in 
Goderville (Seine inferieure), Schüler von P a c c a r d und der Ecole des beaux-arts in 
Paris, erhielt für architektonische Entwürfe mehrere Preise und malte an Architektur- 
bildern Ansichten von S. Francesco in Rimini, die Fa^ade iin S. Peter in Rom und 
S. Maria della Salute in Venedig. 

B6nard, Hubert Eugene, franz. Genre- und Marinemaler, geb. 29. April 1834 
in Boulogne sur Mer, Schüler von Claudius Jacquand, brachte seit 1857 auf 
die Ausstellungen wohlgelungene, reich staffirte Marinebilder, unter denen wir nur 
nennen : Rückkehr vom Fischzug, Umgebung von Boulogne sur Mer^ Morgenbeleuchtung, 
Ansicht des englischen ParlamentshauSes vom Quai Milbank aus, Begräbniss von 
Schiffbrüchigen, Mündung der Themse u. a. 

Benaschi (oder Beinaschi), C^iovaimi Battista, ital. Maler, geb. 1636 in Turin, 
t 28. Sept. 1R88 in Mailand, bildete sich in seiner Vaterstadt und in Rom nach 
Bildern von Lanfranco, malte hier und in Neapel Tafelbilder und in den Kirchen 
Fresken von geistvoller Erfindung und anmuthigem Colorit. Von ihm auch ein trefflich 
geätztes Blatt der heil. Familie nach Cerrini. 

Benassai, Giuseppe, Landschaftsmaler, geb. 29. Juli 1835 in Reggio, f 5. Dec. 
1878 in Florenz, war in Neapel, wenn auch nur kurze Zeit, Schüler von F e r g o 1 a , 
bildete sich in Rom weiter, malte in setner Heimath meisterhafte Landschaften und 
zog 1863 nach Florenz, wo er zunächst durch zwei Bilder, die das Leben des Klerus 
geisselten, Aufsehen erregte 1865 folgte das Bild die Heuernte, 1867 die Sümpfe 
von Ostia, 1868 das grosse Bild die Ruhe und nach einer Reise zur Eröffnung des 
Suezkanals 7 dies Ereigniss betreffende Darstellungen. Seit 1870 widmete er sich 
mit Eifer der Keramik, machte in dieser Kunst wesentliche Verbesserungen und schuf 
als ^ein berühmtstes Werk für den Vizekönig von Aegypten ein Tafelservice 
ägyptischen Stils. 

Benato-Beltrami, Elisabetta, ital. BUdhauerin und Malerin des 19. Jahrb. in 
Padua, SchtÜerin der Akademie von Venedig, fertigte eine Copie der Laokoon-Gruppe 
und des Hercules von Canova, das Basrelief liebe und Unschuld und malte Atala 



102 Benazech — Benderaann. 

und Chactas, Petrarca und Laura und eine Kreuzabnaüme. Ihre Arbeiten zeigen 
eine edle Auffassung. 

Benazech, Charles, engl. Portrait- und Genremaler, geb. 1767 in London, 
t 1794, Sohn des Stechers Peter Paul B. , zog schon 1782 nach Rom, war aber beim 
Ausbruch der franz. Revolution in Paris, wo er sich durch 4 Bilder &v« den letzten 
Tagen Ludwig's XVL bekannt machte. Nachher malte er in London Portraits, die 
er selber in Kupfer stach. Er war Mitglied der Akademie in Florenz. 

Benckert, Joh. Peter, s. Benkert. 

Benczur, Julius, Historien- und Portraitmaler, geh. 28. Jan. 1844 in Nyiregyhaza 
in Ungarn, ging 1861 nach München, wo er die Akademie unter Hiltensperger 
und Anschütz besuchte, Schüler von Piloty wurde, seinen Wohnsitz nahm und 
Freund und Schwager von Gabriel Max wurde. Nach Studienreisen in Oesterreich- 
Ungarn, Süddeutschland, Frankreich und Oberitalien brachte er 1867 sein erstes be- 
deutendes Bild: Ladislaus Hunyades' Abschied (National-Museum in Pest), dem dann 
für den König von Bayern Gehrebilder aus der Zeit des französischen Rokoko von 
glänzendBm Colorit folgten, z. B. der im Gegeüstand etwas anstössige Ludwig XV. 
im Boudoir der Gräfin Dubarry, sodann die ruhenden Damen mit des Künstler = 
Gattin, und als eins seiner Hauptbilder die coloristisch meisterhafte, aber in der 
Charakteristik schwache Taufe des nachmaligen Königs Stephan I. von Ungarn (Nat.- 
Museum in Pest). Dazu kamen die Constituirende Generalversammlung der ersten 
ungarischen allgemeinen Assekuranzgesellschaft 1857, und die Rückeroberung Ofens 
(1888). Unter seinen Portraits nennen wir nur das des Grafen Andrassy. Er ist 
seit 1883 Direktor der Akademie in Budapest. 

Benda, Julius, Architekt, geb. 1838 in Räuden (Reg.-Bez. Oppeln), bildete sich 
auf der Akademie in München und auf der Bauakademie in Berlin, machte öftere 
Studienreisen und arbeitete stets in Gemeinschaft mit Gustav Ebe (s. d.). Beide 
erhielten bei mehreren Konkurrenzen Preise und baiuten in Berlin in sonderbarem 
Mischstil die in der Facade reich decorirten Häuser Pringsheim und Tiele-Winckler, 
sowie die Villa Kaufmann und die Villa Jul. Friedr. Bunsen. 

Bendel, Hans Sigmund, Maler und Lithograph, geb. 18. Oct. 1814 in Schaff- 
hau.sen, f 28. Nov. 1853 daselbst, besuchte ohne Erfolg die Akademie in München, 
machte dagegen unter K a u 1 b a c h und Hiltensperger bedeutende Fortschritte. Eine 
seiner ersten Arbeiten waren Zeichnungen zu Goethe's und Schiller's Werken (1838), 
sodann als eins seiner Hauptwerke ein Freskencyklus aus der Schweizer Geschichte 
(1852 und 53) in einer Privatvilla. Die hauptsächlichsten seiner Werke sind 
Illustrationen zu 12 alleraannischen Gedichten von Hebbel (1846), und zu Pestalozzi'« 
„Lienhard und Gertrud" (1844). Mehrere Compositionen aus der Geschichte der 
Schweiz kamen in Folge seines frühen Todes nicht zur Ausführung. 

Bendemann, Eduard Julius Friedrich, einer der Hauptführer der älterra 
Düsseldorfer Historienmalerei, geb. 3. Dec. 1811 in Berlin, f 27. Dec. 1889 in 
Düsseldorf, erhielt auf der Akademie seiner Vaterstadt die erste Vorbildung und 
besuchte seit 1827 die Akademie in Düsseldorf, wo sich sein Talent so glänzend 
entwickelte, dass er schon 1828 in Berlin das viel bewunderte Portrait seiner Gross- 
mutter und 1830 das Bild Boas und Ruth auf dem Felde malte. Nach einem mehr- 
jährigen Aufenthalt in Italien, wo sein Talent zur eigentlichen Reife gelangte, 
entstand 1832 sein erstes grösseres Bild : Die trauernden Juden im Exil (Museum in 
Köln), das sein feines Gefühl für keusche Schönheit und Adel der Erscheinung und 
Grazie der Formen zeigte. Auch seine späteren Oelbilder haben einen idyllisch-elegischen 
Charakter, fast nie tritt stark bewegte Leidenschaft, nie der Ausdruck roher Kräfte 
darin auf. Nach einigen kleineren Bildern romantischer Richtuug that er den zweiten 
glücklichen Griff in dem berühmten Jeremias auf den Trümmern von Jerusalem (im 
Besitz des deutschen Kaisers). Nach einigen Studienreisen in Italien und Frankreich 
wurde er 1838 Professor an der Akademie in Dresden und 1859 Direktor der Akademie 
in Düsseldorf, ein Amt, das er 1867 aus Gesundheitsrücksichten niederlegte. Sein 
in Dresden entstandenes Hauptwerk, die Frucht einer vieljährigen Arbeit, sind die 
Wandgemälde im Thron- und im Ballsaal des Schlosses, dort in Fresken eine Reihe 
von Gesetzgebern und Fürster und eine Reihe von Vertretern der bürgerlichen 
Stände mit einem Fries der Kulturentwicklung der Menschen, hier im Ballsaal im 
Stereochromie das ganze Leben der Griechen. Von geringerer Bedeutung sind seine 
Fresken in der Aula der Realschule in Düsseldorf, die Malereien im Schwurgerichtssaal 
zu Naumburg und die mit Hilfe Anderer auegeführten Wandmalereien (Wachsfarben) 
im ersten Cornelius-Saal der Nationalgalerie in Berlin (Vgl. Beckmaün, Wilh.). Dazu 



Bendemann — Benefiale. 103 

kommen neben einigen Oarton« zu „Nathan dem Weisen" und sonstigen Illustrationen 
die Oelbilder der Wegführunir der Juden in die babylonische Gefangenschaft (1872, 
Nationalgalerie), die Penelope (1876) und mehrere treffliche Portraits und Aquarellbilder. 

Bendemann, Rudolf Christian Eugen, Historienmaler, Sohn des Vorigen, geb. 
11. Nov. 1851 in Dresden, f im Mai 1884 in Pegli bei Genua, Schüler der Akademie 
in Düsseldorf und seines Vaters, malte eine wohlgelungene Scene aus der Frithjofssage, 
eine anmuthige Nymphe, das Begräbniss Frauenlob's (1879) und betheiligte sich bei 
der Ausschmückung der Nationalgalerie in Berlin. 

Bender, Karl, Architekturzeichner, geb. 9. Oct. 1856 in Wien, f 17. Nov. 
1883 daselbst, Schüler der dortigen technischen Hochschule, bereiste als Architekt 
Italien, wandte sich unter D a rn a u t zur Malei'ei, besuchte die Akademie in München 
und lieferte die Zeichnungen für die Holzschnitte in Lützow's „Kunstschätzen 
Italiens", trefflich ausgeführt in der Erfassung räumlicher Schönheit. 

Bendixen, Siegfried, Maler und Radirer, geb. 1784 in Kiel (Todesjahr 
unbekannt), war von 1814 bis zu Anfang der 30er Jahre in Hamburg thätig, später 
in London, malte für die 1842 abgebrannte Petrikirche in Hamburg, radirte auch 
landschaftliche Bilder und die Portraits Goethe's und .Tean Paul's nach Vogel von 
Vogelstcin, Schiller's nach Simoneau und Klopstock's nach einer Büste von Ohraacht. 

Bendorp, Carel Frederic, hoUänd. Zeichner und Radirer, geb. 1736 in Gent, 
t 1814 in Dordrecht, stach vorzugsweise nach Goyen, aber auch 13 Landschaften 
und Marinebilder nach eigner Zeichnung. — Sein Sohn Johannes Christian B., 
ebenfalls Stecher und Radirer, geb. 1766 zu Dordrecht, f 1849 daselbst, Schüler von 
Langendyck und Sallieth. Von ihm der Stich nach A. Brouwer: Der Schuh- 
macher und die spinnende Alte. 

Bendü, Wilhelm Ferdinand, dänischer Maler, geb. 20. März 1804 in Odense 
auf Fünen, f 14. Oct. 1832 in Vicenza, besuchte die Akademie in Kopenhagen unter 
Eckersberg, malte anfangs Portraits, später auch Genrebilder, von denen die 
meisten in die Gemäldegalerie des Schlosses Christiansborg zu Kopenhagen kamen. 
1831 zog er nach München, wo er als sein letztes und bestes Bild den Künstlertisch 
im Finck'schen Kaifeehause zu München malte. 

Benedetti, Michael, Kupferstecher in punktirter Manier, geb. 1745 in Viterbo,, 
t 28. Juni 1810 in Wien, Schüler von Bartolozzi in London, stach nach Raffael die 
Ruhe unter den Palmen, nach Domenichino die heil. Cäcilia, zwei Blätter nach Caucig 
und nach. Joh. Bapt. Lampi den Bildhauer Canova in seinem Atelier. 

Benedetti, Thomas, Kupferstecher, geb. 1. Mai 1797 in London, f 16. Febr. 
1863 in Wien, Sohn des Vorigen, kam als Knabe mit seinem Vater nach Wien und 
ging mit Steinbüchel, dem Direktor des dortigen Münz- und Antikenkabinets, 
nach Italien. Zu seinen besten Blättern zählt man: Nach Tizian Maria mit dem 
Kinde zwischen Johannes, Joseph und Zacharias, Christus und die Ehebrecherin und, 
die Grablegung, nach Feudi der Engel in einer Landschaft auf der Flöte spielend, 
das Dachstübchen der Wittwe und andre, nach Waldmüller das Ende der Dorfschule 
und Portraits nach Kriehuber, Kupelwieser, Amerling, Daffinger und Lawrence. 

Benedetto da Majano, s. Majano. 

Benedetto da Rovezzano, s. Rovezzanö. 

Benedicter, Joseph, Architekturmaler, geb. 4. Juni 1843 in Fischingen 
(Württemberg), Schüler der Akademie in München unter Alex. Wagner, machte 
Studienreisen in Holland, Belgien und Italien und liess sich in Pasing bei München 
nieder. Unter seinen Bildern, von denen die meisten nach Amerika kamen, sind zu 
nennen : Portal des Rathhauses zu Rothenburg a. d. Tauber, 2 Bilder vom Heidelberger 
Schloss, der gothische Kreuzgang des Klosters Villers la Ville in Belgien, eine 
holländische Bauernküche u. a. 

Benedikt von Lann (Benesch), Baumeister, geb. 1451 in Laun bei Teplitz, 
t 29. Sept. 1531 das., erbaute als ein später Repräsentant der Gothik 1502 den 
Krönungssaal der Hofburg in Prag im spätgothischen Stil mit Gewölben in Fisch- 
blasenmustern, auch die anstossenden Räume mit ihren Netzgewölben, erfand für die 
Barbarakirche in Kuttenberg einen neuen Plan, nach welchem sie eine Hallenkirche 
wurde (1499—1510), erbaute hier auch die Maria-Himmelfahrtkirche um 1490, arbeitete 
an der Dechaneikirche in Brüx und nahm überhaupt unter den damaligen Architekten 
Böhmens eine hervorragende Stellimg ein. 

Beneflale, Marco,. ital. Maler, geb. 1684 in Rom, f 2. April 1764, Schüler des 
Malers Bona ven t ara Lambert, stellte 1703 ein gelungenes Bild des Filippo 
Neri in der Glorie aus und wurde infolge dessen mit der Ausführung mehrerer 



J04 Benessius — Bennet. 

Altarbilder für die Kirchen in Macerata, Jesi, Viterbo, Pisa und anderen Städten be- 
auftragt. Als Lehrer an der Akademie von San Luca war er ein Gegner der manie- 
ristischen Verflachung: und tüchtiger Nachfolger der Carracci und des Domenichino, 

Benessius, Maler von Miniaturen, der im Anfang des 14. Jahrh. die Bilder im 
Passionale der Prinzessin Kunigunde, Tochter König Ottokar's II. von Böhmen, aus- 
führte, enthaltend eine Parabel und als deren Auslegung die Heils- und Passions- 
geschichte bis zur Krönung der Maria. Hinzugefügt ist von ihm 1314 ein Werk 
über die himmlischen Wohnungen. Es sind leicht colorirte Federzeichnungen. 

Bening (Benic, Bennin^), Simon, Miniaturmaler, geb. vor 1485 wahrscheinlich 
in Gent, f 1561 in Brügge, arbeitete mit seiner Tochter und Schülerin Lievina B. 
viele Jahre am englischen Hofe in London. Das einzige von ihm vorhandene Werk 
ist im Britischen Museum auf 1 1 Pergamentblättern der Stammbaum des portugiesischen 
Königshauses. 

Benk, Johannes, Bildhauer, geb. 29. Juli 1844 in Wien, war dort Schüler von 
Franz Bauer und in Dresden vonHälinel, bewies sein künstlerisches Talent bei 
den Konkurrenzen für das Denkmal des Admirals Tegethoff, des Componisten 
Beethoven und der Kaiserin Maria Theresia, ebenso in dekorativen Statuen für die 
Votivkirche in Wien imd in kleinen, zum Theil der Antike entlehnten Gruppen von 
liebenswürdiger Grazie, z. B. Amor und Psyche, Genoveva, Cassandra, in der Madonna 
mit Jesus und Johannes, iu der Flucht nacli Aegypten und in der Nischengruppe : 
Die Liebe. Für die Waffenhalle des Arsenals schuf er eine herrliche colossale Gruppe 
der Austria zwischen der geistigen und materiellen Kultur, andre Statuen für die 
Facade des Parlamentshauses, für das neue Hofburgtheater, für die Attika des Aus- 
baues der kaiserl. Burg in Wien und für die Kuppeln der beiden Hofmuseen die 
Colossalstatuen des Sonnengottes und der Pallas Athene ; ausserdem mehrere herrliche 
Grabdenkmäler. 

Benkert, Emerich Maria, Maler und Lithograph, geb. 27. März 1825 in Wien, 
t 21. Jan. 1855, anfangs Kaufmann, bildete sich 1842 in Pest und 1844 in Wien 
unter Schrödl und Waldmüller zum Portrait- und Genremaler aus. Bekannt 
wurden von ihm die Bilder: Wildschützen auf der Spur (1850), die Versuchung (ISöO, 
der verunglückte Jäger (1851), Busspredigt, Gemsjagd (1852), Mutterliebe, Erwartung 
(1853) und 18 lithographirte Ansichten der Semmeringbahn. 

Benkert, Joh. Peter,- Bildhauer, geb. 1700 zu Neustadt a. d. Saale f 1769 in 
Potsdam, lernte seine Kunst bei einem Bildhauer in Eichstädt und später in München, 
wurde vom Grafen von Schönborn nach Bamberg berufen, wo er für mehrere Kirchen 
arbeitete, ging von da nach Potsdam und schuf hier die 6 Statuen vor der Bilder- 
galerie in Sanssouci, andre Bildwerke im dortigen Garten und in Berlin für das 
ehemalige Palais des Prinzen Heinrich. 

BenlHurc y Gril, Jos6, spanischer Genremaler, geb. 1855 in Valencia, malte 
als Schüler seines Vaters schon im neunten Jahre, ging 1869 zu seiner weiteren Aus- 
bildung nach Madrid und nahm 1878 seinen Wohnsitz in Rom. Seine Bilder von 
ausgeprägtem Realismus und glänzendem Colorit behandeln Scenen aus dem spanischen 
Volksleben bisweilen von Nerven erregender Wirkung, z. B. das Nachtstück einer 
Vision im Colosseura. Unter den Scenen aus dem Volksleben sind von grosser Feinheit 
der Oarnßval in Rom, Legenden-Sänger, Heimkehr vom Felde, Wettlauf im Amphi- 
theater des Flavius, Einzug der Stierkämpfer in die Arena, und in der Neuen 
Pinakothek zu I\Iüuchen der Marienmonat in Valencia. 

Benner, Jean., Genre-, Portrait- und Landschaftsmaler, geb. im März 1836 zu 
Mühlhausen im Elsass, war in Paris Schüler von Pils, malte gut colorirte Genrebilder, 
z. B. die Träumerei, die Tänzerin, Landschaften von Capri und Anacapri und das 
tragische Bild, ein Herrenloser (eine ans felsige Ufer geworfene JüngUngsleiche). 

Bennertj Karl, Historien- und Portraitmaler, geb. 1817 in Dortmund, Schüler 
der Akademie in Düsseldorf unter S c h a d o av, lebte 10 Jahre in Paris, später in Berlin 
und Dre.sden und Hess sicli in Frankfurt a. M. nieder, von wo er 186« nach Zürich 
zog. Die bekanntesten seiner Bilder sind : Christus und die Saraariterin am Bruunen, 
der sterbende Weisungen nach Goethe's ,,Götz von Berlichingen", Golo dem Gesang 
der Hirten lauschend nach Tieck's „Genoveva", van Dyck, das Portrait Karls I. 
malend und das Portrait des Reichsverwesers Erzherzog Johann. 

Bennet, Karl, Stefan, schwod. Landschaftsmaler, geb. 26. Mai 1800 in Stockholm, 
t 27. März 1878 daselbst, ging vom Militärstande erst 1838 zur Malerei über und 
bildete sich in Italien, woher er die Motive seiner Landschaften entnahm, denen 
er später viele Ansichten aus Stockholm und dessen Umgegend, auch einige 



Bennett — Bent. 105 

Genrebilder hinzufügte. Einige seiner Bilder sind im Lustschloss Drottningholra 
bei Stockholm. 

Bennett, William, engl. Aquarellmaler, geb. 1812, f 16. März 1871 in London., 
Schüler von David Cox, brachte seit 1842 auf die Ausstellungen der Akademie 
seine Bilder von sorgfältiger Malerei, vorzugsweise Landschaften aus englischen 
Gegenden und Küstenbilder. 

Bennewitz von Löfen, Karl d. Ae., Landschaftsmaler, geb. 15. Nov. 1826 in 
Thorn, ging als Offizier vom Miütärstande zur Malerei über, wurde in Berlin Schüler 
von F. W. Schirm er und in München von Alb. Zimmermann, machte längere 
Reisen nach Schottland, Tirol und Oberitalien und Hess sich 18.56 in Berlin nieder. 
Anfangs malte er nur Gebirgsland.schaften', später vorzugsweise Gegenden aus der 
Mark, denen er poetische und malerische Reize abzugewinnen und durch frappante 
Beleuchtung Interesse zu verleihen weiss. Als die besten werden genannt: Ein 
Frühling in der Mark, Am Weiher vor Sonnenaufgang, Waldweg, Buchenwald auf 
Rügen, märkische Landschaft (Picheiswerder), Waldinneres, Am See, der Schwarze 
See bei Eberswalde. 

Bennewitz von Löfen, Karl d. J., Sohn des Vorigen, Genremaler, geb. 14. Aug. 
18.56 in Berlin, lebt in Düsseldorf. Von seinen Bildern werden erwähnt: Auf dem 
Markusthurm in Venedig, die Zuflucht, die Nachbaren, Rokoko, die Geigenbanschule 
in Mittenwald u. a. 

Benouville, Achille Joan, franz. Landscliafts- und Architekturmaler, geb. 
15. Juli 1815 in Paris, f 8. Febr. 1891 daselbst, Schüler von Picot, erhielt bei einer 
Konkurrenz 1845 den grossen Preis für Rom, bereiste Italien und brachte von dort 
und aus mehreren Theilen Frankreichs Landschaften von poetischem Gefühl für 
landschaftliche Stimmung, aber etwas trocknem Golorit. Dahin gehören : Etrurische 
Gräber bei Sutri, Gegend vonVelletri, die Peterskirche in Rom (1863), das Kolosseum 
vom Palatin aus, das Schloss Lugagnan in den Pyrenäen (Museum des Luxembourg), 
das Thal von Maurevielle (1876), der See von Albano (1877) und der Anio zwischen 
Tivoli und Vicovaro (1878). 

Benonville, Francois L^on, Historienmaler, geb. 30. März 1821 in Paris, 
t 16. Febr. 1859 daselbst, Bruder des Vorigen, ebenfalls vSchüler von Picot, erhielt 1845 
den römischen Preis, bildete sich iu Rom nach den altern italienischen Meistern und 
wurde einer der besten Maler der Ingres'schen Richtung. Seine Bilder sind von tiefer 
Stimmung des Gemüths und schlichter Anordnung, aber etwas graulichem Colorit, so 
z. B. sein berühmter Tod des Franciscus von Assisi (185.3, im Louvre), christliche 
Märtyrer im Amphitheater (1855), Raffael und Fornarina (1857), die heil. Clara, 
empfängt den Leichnam des heil. Franciscus (1859), weniger bedeutend die Bilder: 
Mercur und Argus (1838), Judith (1841), die Abreise des Protesilaus, Märtyrer zur 
Hinrichtung geführt, und unter seinen Portraits das der Königin Hortense, Napoleon's 
III. und das seiner eignen Gattin mit 2 Töchtern. 

Benozzo, s. Gozzoli. 

Bensa, Alexander t., Maler, geb. 15. Juli 1820 in Wien, wandte sich erst 
spät als Autodidakt zur Malerei und widmete sich den Darstellungen des Kriegs- 
lebens, von denen viele in den Besitz des Kaisers von Oesterreich kamen. Wir nennen 
darunter : Rückzug von Königgrätz, Gefecht bei Schweinschödl, Schlacht bei Tannen- 
berg u. a. Er malte auch Genrebilder -aus dem ungarischen Volksleben. 

Bensinger, Amalie, Historien- und Genremalerin der Gegenwart, Geburtsjahr 
unbekannt, war in Düsseldorf Schülerin von Jul. Hübner und Karl Sohn, nach 
einer Studienreise thätig in Mannheim' und später in Karlsruhe. Unter ihren nicht 
zahlreichen Bildern sind zu tfennen: Rebekka am Brunnen (1840), die büssende 
Magdalena, Genoveva (1845), Ophelia (1846), die Braut (1849), Pomona (1851) ; auch 
eine beliebte Portraitmalerin. 

Benson, Eugene, amerikan. Genre- und Landschaftsmaler, geb. 1839 zu Hyde- 
Park am Hudson, Schüler der National-Akademie in New- York und des Portrait- 
malers Wright, bildete sich weiter in Paris und in Venedig, bereiste den Orient 
und Italien. Zu seinen besten Bildern gehören : Wolkenthürme (1865), der Rück- 
blick, der Anatom (im Lucas-Hospital zu New-York), der Kaufmann von Kairo, die 
Entsagung, der Bazar in Kairo, die Träumerei, das Innere der Markuskirche iu 
Venedig, Marktplatz in Esneh in Aegypten, Haschisch-Raucher in Jerusalem. 

Bent, Johannes v. der, holländ. Maler, geb. 1650 in Amsterdam, f 1690, Schüler 
von Wouverman und A d r i a n v. d. V e 1 d e. Seine Bilder sind bergige Landschaften 
aus Italien mit reicher Staffage, die einen Anschluss an Claas Berchem verrathen. 



106 Bentele — Benzon. 

Beutele, Fidelis, Historienmaler, geb. 8. April 1830 in Tettnang (Württemberg), 
besuchte die Kunstschule in Stuttgart unter Bernu. Neher und bereiste Italien. 
Seit 186.5 ist er Professor an der Baugewerkschule in Stuttgart. Unter seinen Historien- 
bildern ist das beste ein Christus am Kreuz mit Maria und Johannes (1857, Jodokus- 
kirche in Ravensburg), in der Pfarrkirche zu Tettnang die Enthauptung Johannis 
des Täufers, im Mxisleum zu Stuttgart sein barmherziger Samariter und das alle- 
gorische Bild Poesie und Musik. 

Bentele, Max, Historienmaler, geb. 20. Juli 1825 in Lindenberg bei Lindau, 
kam 1842 auf die Akademie in München unter Clemens Zimmermann,, 
Schlotthauer, Heinrich Hess und zuletzt unver M. v. Schwind Er malte 
zahlreiche Altarbilder für Kirchen in Württemberg, betheiligte sich bei Palme 's 
Fresken in Vierzehnheiligen bei Bamberg, bei Schraudolph's Fresken im Dom zu 
Speyer und bei Steinle's Fresken im Museum zu Köln (1861 — 63). 

Benteli, Wilhelm, Landschaftsmaler, geb. 5. Dec. 1839 in Schwarzenegg 
(Kanton Bern), besuchte von 1858—60 die Akademie in München, war auch Schüler 
von Gleyre in Paris und wurde Zeichenlehrer an der Kunstschule m Bern. Unter 
seinen zahlreichen Landschaften sind zu nennen: Der Iseltwald, das Lauterbrnnner 
Thal, bei Unspunnen, und bei Wilderswyl. 

Bentley, Joseph Clayto y engl. Kupferstecher, geb. 1809 in Bradford in 
Yorkshire, f 9. Oct. 1851 in London, widmete sich seit 1832 unter Brandard 
dieser Kunst, lieferte viele Stiche für illustrirte Werke und nach Bildern von 
R. Wilson, Gainsborough, Calcott, Creswick und Linuell. 

Benvenuti, Augusto, ital. Bildhauer der Gegenwart, geb. in Venedig, ging 
von der Steinschneidekunst, ohne eigentlichen Lehrer, zur Plastik über und schuf an 
bedeutenden monumentalen Portraitstatuen ; Pie des Giorgione in Castelfranco, des 
Königs Victor Emanuel in Vicenza, des Garibaldi in Venedig, des in seinem 
Lehnstuhl sterbenden Goethe, und ausserdem eine treffliche Statue Bertha die Spinnerin. 

Benvenuti, Giovanni Battista, genannt l'Ortolano (der Gärtner), angeblich 
Maler, geb. 1467 in Ferrara, f 1525 das., soll sich in Bologna nach den Werken 
R a f f a e r s und Bagnacavallo's gebildet haben. Die ihm zugeschriebenen Bilder 
sind entweder schwache Schulbilder oder von Garofalo, z. B. die Geburt Christi im 
Palast Doria zu Rom. 

Benvenuti, Pietro, ital. Maler, geb. 18. Jan. 1769 in Arezzo, f 3. Febr. 1844 
in Plorenz, bildete sich hier nach den Werken des Andrea del Sarto und in 
Rom nach Raffael zu einem der besten italienischen Maler, schuf ein Altarbild für den 
Dom seiner Vaterstadt und für die Madonnenkapelle derselben Kirche, 1804 eine von 
Canova sehr bewunderte Judith. Dann kam er als Professor an die Akademie in Florenz, 
und malte hier eine Reihe von historischen, mythologischen und religiösen Bildern, 
die grossentheils in Privatbesitz kamen, aber auch 5 mythologische Fresken in einem 
Saal des Palazzo Pitti, und biblische Malereien (1828—37) in der Kuppel der 
Cappella dei Principi von S. Lorenzo in Florenz. 

Benvenuto da Brescia, Holzschnitzer und Intarsiator des 16. Jahrb., der 
Meister des im Renaissancestil ausgeführten Chorgestühls in der Unterkirche von 
Monte Cassino. Er ist vielleicht identisch mit B e n v e n u t o To r e 11 i oder Tortelli, 
der mit Chiarini um 1560—70 die Chor stuhle in S. Severino e Sosio in Neapel schuf. 

Benvenuto da Siena, eigentlich B. di Giovanni del Guasta, Maler, geh 
13. Sept. 1436 in Siena, f das. nach 1517. Angeblich von ihm in der National- 
galerie in London eine thronende Madonna mit dem Kinde, auf den Flügelbildern 
St. Petru8 und St. Nikolaus von Bari. 

Benz, Severin, Historienmaler, geb. 14. März 1834 zu Marbach im Canton 
St. Gallen, wurde 1857 Schüler von Piloty in München, machte eine Studienreise 
nach Italien und malte fast nur religiöse Bilder von edlem Stil und glänzendem 
Colorit, besonders für die Kirchen seines heimathlichen Kantons, z. B. Christus als 
Gärtner, Auferstehung Christi, Christus und die Mühseligen, die Samariterin am 
Brunnen, und eine liebliche Idylle der Flucht nach Aegypten, auch ein historisches 
Freskobild im National-Museuln zu München, zahlreiche Landschaften von Schweizer 
Gegenden und mehrere Portraits. 

Benzon, Christian Albrecht von, dänischer Historienmaler, geb. II. Juni 1816 
in Kopenhagen, f an der Cholera in Paris 30. Sept. 1849, besuchte 1833—36 die 
Akademie seiner Vaterstadt uud später die in Düsseldorf, soll dann nach Paris 
gegangen sein. Von ihm sind bekannt die Bilder: Das Geätändniss eines sterbenden 
Verbrechers und die Ermordung des Dänenkönigs Knut des Heiligen durch die Heiden. 



Benzoni - Berck-Heyde. 107 

Ben20ni, Giovanni Maria, ital. Bildhauer, geb. 28. Aug. 1809 in Songavazzo 
(ProY. Bergamo), f 27. April 1873, war in Rom Schüler von Giuseppe Fabris 
und der Akademie von S. Luca, zeigte in kleineren lyrischen und allegorischen 
Arbeiten eine freie ungebundene Anmuth, z. B. die Unschuld von der Treue ver- 
theidigt, die Dankbarkeit, der Knabe Johannes mit einem Lamm spielend, ein 
Mädchen das einem Hunde einen Splitter aus der Pfote zieht ; unter seinen grösseren 
Werken im Broletto zu Bergamo : Das Denkmal zu Ehren des Kaisers Franz I. und 
einige Grabdenkmäler in seinem Geburtsorte. 

Beranger, Antoine, franz. Maler, geb. 19. Mai 1785 in Paris, f 21. April 1867 
in Sevres, wo er in der Porzellanmanufaktur thätig war, malte in Oel und auf 
Porzellan Genre- und Historienbilder und grössere Portraits, die zu ihrer Zeit sehr 
geschätzt wurden. 

Bferanger, Charles, gel). 21. Nov. 1816 in Sevres,, f 15- März 1853 in Paris, 
Sohn des Vorigen, Schüler von Delaroche und der Ecole des beaux-arts. Er malte 
Genrebilder und Stillleben,, auch Thierbilder und Jagden 

B^ranger, Jean Baptiste Antoine Emile, iranz. Genremaler, geb. 30. Aug. 
1814 in Sevres, Sohn und Schüler des Antoine B., auch Schüler von Delaroche 
imd der Ecole des beaux-arts, war anfangs Gehilfe seines Vaters, ging aber 1863 
zur Oelraalerei von Genrebildern über, die in schönem Colorit namentlich das Leben 
junger Arbeiterinnen dar.stellen. 

Berardi, Fabio, ital. Kupferstecher, geb. 1728 in Siena, t nach 1767, Schüler 
von Joseph Wagner in Venedig. Er stach Ansichten von Venedig, aber auch 
viele Blätter biblischen und mythologischen Inhalts grossentheils nach raittelmässigen 
Meistern des 18. Jahrh , z. B. Pittoni. Piazetta, Giuseppe Zocchi, dem genannten 
Wagner u. a. 

Berchem, Claas Pietersz, holländ. Maler und Radirer, getauft 1. Oct. 1620 
in Haarleni, f 18. Febr. 1683 in Amsterdam, Schüler seines Vaters, des Stillleben- 
raalers Pieter ClaaszB. desJanv. Goyen, PieterdeGrebber und namentlich 
des Jan. Bapt. Weenix, trat 1642 in die Gilde von Haarlem, lebte von 1648—55 in 
Italien, zog 1670 von Haarlem nach Amsterdam, und war in beiden Städten ein 
beliebter Lehrer. Seine meisten und besten Werke sind Idyllenbilder, italienische 
Landschaften, Gefechte und mythologische Scenen, anfangs mit grosser Kj-aft und 
Naturwahrheit, z. B. in einer Landschaft mit einem Hirten, der Hirtin und einer 
Heerde aus dem Jahre 1641 im Hofmuseum zu Wien, in einem seiner frühsten Bilder 
in der Landesgalerie zu Budapest und in der Schafschur vom Jahie 1676 in der Kunst- 
halle zu Bremen, auch im Museum zu Dresden und im Louvre, später mit flüchtiger 
Wiederholung früherer Motive. Aus dieser späteren Zeit zahlreiche Bilder von ihm 
in der Eremitage zu St. Petersburg, im Louvre aus den 50er und 60er Jahren, auch in 
Dresden, München, Berlin und in fast allen grösseren Sammlungen. Ebenso behandeln 
seine Radirungen nach eigner Composition, 59 an der Zahl, das Hirtenleben. Viel zahl- 
reicher noch sind die von Aliamet und anderen nach seinen Bildern gestochenen Blätter. 

Berchfere, Narcisse, franz. Landschaftsmaler, geb. 11. Sept. 1819 in Etampes 
(Seine et Oise), f 20. Sept. 1891 in Paris, Schüler von Renoux und Ch. Remond, 
bereiste 1846 Spanien und 1849 den Orient, der ihm viele Motive für seine Land- 
ächaiten bot, die eine gewisse Vorliebe für die Seltenheiten der Natur zeigen, aber 
in trefflicher Composition und zartem Colorit. Solche Bilder sind aus seiner früheren 
Zeit z. B. das Kloster Santa Margaretha auf Mallorca, der Jakobsbrunnen in Syrien, 
Moschee in Kairo, Zug einer Karawane durch das Rothe Meer bei Suez, Ruine des 
Ramses-Tempels, aus der Umgegend von Damiette, und unter den spätem z. B. die 
Dämmerung in Nubien (1864, Museum des Luxembourg), Leichenfeier in der Wüste, 
Halt der Karawane bei Nacht (1866), Nilhafen des alten Kairo (1869), die Ebenen des 
Deltas im Frühling (1875), Lagerplatz in Aegypten (1877). Er verfasste auch eine 
Schrift: „Fünf Monate auf der Landenge von Suez" (1863). 

Berck-Heyde, Gerrit Adriaensz, holländ. Maler, geb. im Juni 1638 in Haarlem, 
t 10. Juni 1698 daselbst, Schüler des Frans Hals, vielleicht auch seines Bruders 
Job, malte Ansichten aus holländischen Städten mit kleinen Figuren staffirt, später 
auch italienische Landschaften mit Hirten und Heerden. Bilder von ihm im Reichs- 
museum zu Amsterdam (z B. viermal das neue Rathhaus, jetzt königl. Schloss in 
Amsterdam), im Museum zu Antwerpen eine Ansicht aus Amsterdam, ebenso im 
Städelschen Institut in Frankfurt, 3 Bilder im Museum zu Dresden, auch im Museum 
zu Schwerin und namentlich in Kassel die Heerde Schafe, die durcli ein Thor 
getrieben wird. 



10g Bercli-Heyde — Berg. 

Berck-Heyde, Job Adriaensz, Maler, geb. 26. Jan. 1630 irrHaarlem, f 23. Nov. 
1693 daselbst, Brudel" des vorigen, ebenfalls Schüler des Frans Hals, trat 1654 
als Meister in die Haarlemer Gilde, übertraf seinen Bruder in der Malerei von 
Architekturen und Innenräuriien, Landschaften und Genrebildern, namentlich in den 
Figuren und im Colorit, aber seine Bilder sind seltner als die seines Bruders. Ein 
biblisches Bild von ihm im Museum zu Haarlem, im Museum zu Schwerin, ein 
Selbstportrait in den Uffizien zu Florenz, eine Winterlandschaft im Museum zu Berlin, 
das Innere der grossen Kirche von Haarlem (1665) im Museum zu Dresden_, andere 
im Reichsmuseum zu Amsterdam. 

Berckholtz, Alexandra, s. Beiklioltz. 

Berckmans, Ferdinand, Architekt, geb. 3. Aug. 1803 in Antwerpen, f 1. Oct. 
1854 daselbst, Schüler von L. Roelandt und Bourla, machte Studienreisen durch 
einen grossen Theil von Europa und wurde 1841 Professor der Baukunst an der 
Akademie seiner Vaterstadt. Er baute in spätgothischem Stil die Kirche zu Borgerhout, 
die Kapelle Sacre coeur in der Kathedrale zu Antwerpen und das gothische Stadthaus 
in Düffel (Prov. Antwerpen). 

Berckmans, Hendrik, s. Berkmaus. 

Berdellö, Johann Baptist, Historienmaler, geb. 15. Mai 1814 in Mainz, 
t durch Selbstmord 19. Juli 1876 in München, bildete sich in Düsseldorf unter 
Schadow, ging 1840 nach München, besuchte 1841—45 Paris und Venedig, 
und arbeitete in München unter dem Einfluss G e n e 1 1 i ' s und R a h 1 ' s. Unter seinen 
bedeutenderen Bildern sind zu nennen : Nimrod als Jäger mit seinem Sohne (1847), 
die 4 Jahreszeiten (1861), die reizende, anmuthige Arionssage, und namentlich die 
Bilder im Treppenhause des Polytechnikums in Mönchen, die durch 14 Figurenbilder 
aus dem griechischen Mythus das weite Reich der Erfindungen darstellt; ausserdem 
Christus vor Pilatus, das während der Cholerazeit in München gemalte Bild Mariahilf, 
die Marien auf dem Wege zum Grabe Christi, und als sein letztes Bild die voii der 
Ausstellung zurückgewiesenen Scenen aus dem Leben der Psyche. 

Berendt, Moritz, Historienmaler, geb. 1803 in Berlin, war daselbst seit 1827 
Schüler von Wach und Hess sich in Düsseldorf nieder. Von ihm die in Berlin aus- 
gestellten Bilder : Der Prophet Elias in der Wüste (1834) die Erfindung der Malerei, 
Luther als Chorknabe Almosen empfangend (1836). 

Berettini (Bcrrettinf), Pietro da, s. Cortona. 

Berettoni, Niccolo, itaL Maler, geb. 1637 in Montefeltro, f 1682 in Rom, 
Schüler von Simone Cantarini und Carlo Maratta. Von ihm im Musenm zu 
Dresden ein Bild auf der Vorderseite mit der Anbetung der Hirten, auf der Rück- 
seite mit der Taufe Christi. 

Berg, Albert, Landschaftsmaler und Radirer, geb. 1825 in Berlin, f 19- Aug. 
1884 zu Hallstadt im Salzkammergut, ging in Genf von der diplomatischen Laufbahn 
zur Malerei über, bereiste das südliche Frankreich und die Schweiz und begleitete 
1844 den Grossherzog von Mecklenburg-Schwerin nach Sizilien. Malta, Smyrna und 
Konstantinopel, machte auf Anregung Alex. v. Humboldt 1849 eine Reise nach Mittel- 
und Südamerika und kehrte im folgenden Jahre nach Berlin zurück, wo sich die auf 
dieser Reise entAvorfenen Skizzen in der Nationalgalerie befinden. Nachlier verweilte 
er im Winter 1853 54 auf Rhodos, nahm 1860—62 an der preussischen Expedition 
nach China und Japan Theil und gab ein darauf bezügliches Prachtwerk (1860—62, 
4 Bde.) heraus. Er bereiste auch die Alpen, ScJiottland und Griechenland und war 
1878 bis zu seinem Tode Direktor des Museums der bildenden Künste in Breslau. 
Seine besten Leistungen sind die auf diesen Reisen nach der Natur aufgenommenen 
Zeichnungen, von denen er mehrere radirte und lithographirte. 

Berg, Jakobos Everardus Josephus van den, hoUänd. Historienmaler, geb. 
8, Nov.. 1802 in Rotterdair f 20. Juli 1861 im Haag, Schüler «dnes Vaters G y s b e r t u s 
Johannes B. (f 1817) und der Akademie in Antwerpen unter Herreyus, lebte 
8 Jahre in Paris und wurde 1844 Direktor der Akademie im Haag. Unter seinen 
poetisch erfundenen Bildern von kräftigem Colorit nennt man: Die Todesverachtung 
des Admirals de Ruyter, das schöne Mädchen von Perth, aus dem Leben der Jacobäa 
von Bayern aus dem Leben des Clautlius Civilis und der Fall des Engels nach Milton's 
„Paradise lost". Er- gab ein Lehrbuch der Proportionen des menschlichen Körpers 
und ein Lehrbuch der Perspektive heraus. 

Berg, Magnus, Maler und Elfenbeinschnitzer, geb. 28. Nov. 1066 in Hedemarken 
(Norwegen), f ^1. März 1739 in Kopenhagen, wo er in der Malerei Schüler des Hof- 
malers Peter Andersen war. Schnitzarbeiten von ihm im Kunstgewerbemuseum 



Berg — Berges. 109 

zu Berlin,' in der Kunstkammer zu Kopenhagen ein Portrait des Königs Christian V., 
im Besitz der Königin von England eine Trinkschale mit Jagdscenen, in der Ambraser 
Sammlung zu Wien 2 Blfenbeinreliefs mit der Kreuzabnahme Christi und Maria in 
deh Wolken. Von seinen Gemälden hat sich nur eine Copie nach deia heil. Antonius 
von Maratta und sein Selbstportrait erhalten. 

Berg, Simon van den, Thier- und Landschaftsmaler, geb. 4. Nov. 1812 in 
Overschie Lei Rotterdam, Schüler von Pieter Gerardus van 0». Von ihm im 
Reichsmuseum zu Amsterdam ein Sommermorgen. 

Berg<ama8C0, Guglielmo, Architekt und Bildhauer der 1. Hälfte des 16. Jahrb., 
geb. in Bergamo, thätig in Venedig, baute hier 1525 den Eenaiseancepalast de' 
Camerleugbi von grossartiger Anlage mit triuraphbogenartigem Hauptportal, ferner 
1530 die sechseckige Cappella Emiliana von S. Michele auf Marano mit überreichen 
Details und Skulpturen auf den Altären, wahrscheinlich von ihm in Venedig aacb der 
Palast Trevisan (1530). Von ihm in Venedig auch der grossartig angelegte Hieronymus- 
Altar in S. Salvatore und ein Altar mit den Heiligen Andreas, Magdalena, und 
Philippus in SS. Giovanni e Paolo. 

Bergamo, Fra Damiano da, s. Damiano. 

Bergamo, Stefano da, Bildschnitzer, nur bekannt als der Urheber des schönen 
Stuhlwerks in S. Pietro fuori di Mura in Perugia aus dem Jahre 1535, worin die 
Schnitzerei mit Intarsien abwechselt. 

Bergen, Dirk van, Thier- und Landschaftsmaler, thätig in Haarlem von 1661 — 90, 
malte nach dem Vorbilde A d r i a e n 's v. d. V e 1 d e Hirtenidyllen von sorgfältiger Aus- 
führung und duftigem Colorit. Bilder von ihm meistens in kleinem Massstabe in Berlin, 
4 Hirtenbilder mit Heerden in Dresden, andre im Louvre, im Hofmuseum zu Wien, 5 im 
Museum zu Schwerin, auch in Hamburg, im Museum zu Oldenburg und Frankfurt a. M. 

Berger, Daniel, Kupferstecher, geb. 25. Oct. 1744 in Berlin, f 1824 das., 
Schüler seines Vaters des Kupferstechers Friedr. Gottl. B. und des Stechers 
G. F. Seh ra i d t , arbeitete unter dem Einfluss von Chodowiecki, fertigte auch 
sehr geschätzte Elätter in Punktiermanier und wurde 1787 Direktor der Akademie 
in Berlin. Seine überaus zahlreichen Stiche sind grossentheils Portraits, Illustrationen 
zu Dichtungen und historische Darstellungen, darunter als eins seiner besten Blätter 
der Tod Schwerin'« nach Job. Christoph Frisch. 

Berger, Ernst, Genre- und Historienmaler, geb. 3. Jan. 1857 in Wien, ging 
vom Kaufmannsstande zur Malerei über und wurde auf der dortigen Akademie Schüler 
von Eisen m enger und später von M a k a r t. Unter seinen Bildern werden genannt : 
Rebekka's Abschied, Orientalischer Markt in Venedig, als sein bestes der als Wand- 
bild gedachte dreitheilige Traum vom Jugendbrunnen (1886) und neuerdings die Ein- 
weihung des Brunnens im Hof des Dogenpalastes durch den Dogen Francesco Venerio. 

Berger, Julius Victor, Maler, geb. 10. Juli 1850 zu Neutitschein in Böhmen, 
Schüler der Wiener Akademie unter Ed. Engerth, erhielt 1874 den grossen Preis 
für Rom, machte Studien in Venedig und Rom und liess sich in Wien nieder, wo er 
Professor an der Kunstgewerbeschule und 1887 an der Akademie wurde. Er malte 
die Taufe Boriwoi's, Kaiser Rudolf II. und Job. Kepler im Studirzimmer, eine Plafond- 
dekoration vom Einzug des Frühlings, Skizzen für die Deckenbilder des Justizpalastes 
in Wien, die Mäcene der Kunst im Hause Habsburg als Deckengemälde im kunst- 
historischen Museum und einige Portraits. 

Berger, Matthias, Architekt, geb. 24. April 1825 in München, Schüler von 
Friedr. v. Gärtner und dessen Gehilfe bei mehreren Bauten. Selbständig baute 
er die spätgothische Johannes-Pfarrkirche in der Münchener Vorstadt Haidhausen mit 
weitgespanntem Netzgewölbe (1852) und die Kirche zu Gaimersheim bei Ingolstadt, 
und restaurirte die Frauenkirche in München. Ausserdem von ihm zahlreiche Ent- 
würfe für Kirchen und Paläste. 

Bergeret, Pierre NoUsque, franz. Historien- und Genremaler, geb. 2. Febr. 
1782 in Bordeaux, f 21. Febr. 1803 in Paris, Schüler David 's, beschickte die 
Ausstollungen seit 1806 mit Bildern aus der Zeit der Renaissance, mit religiösen Bildern 
und Portraits. Wir nennen darunter: RaffaePs Todtenfeier. Franz I. und Heinrich VIII. 
auf dem Felde von Drap d'or (1808), Kaiser Alexander stellt 1807 dem Napoleon die 
russische Armee vor (1810), Begegnung Napoleon's und Alexander's in Tilsit (1814), 
der heil. Ludwig in Damiette (1819) und viele ajidre. Er stach auch Blätter nach 
Bildern von Raft'ael, N. Poussiu, Claude Lorruin und Lionardo da Vinci. 

Berges, Heinrich, Bildhauer, geb. 2. Aug. 1805 in Berlin, f 9. Oct. 1852 in 
Rom, Schüler von Rauclv, beschränkte sich auf kleinere lyrische Bildwerke, z. B. 



110 Bergh — Bergmann. 

Knabe mit einem Vogel (in Sanssouci), ein Mädclien mit Papagei, Amor und Psyche 
(1848), Büste von Rauch, und einige der Apostelfiguren in der Katharinenkirche zu 
Brandenburg. 

Bergh, Johanu Edvard, schwedischer Landschaftsmaler, geb. 29. März 1828 
in Stockholm, f 23. Sept. 1880, ging vom Studium der Rechtswissenschaft zur Malerei 
über, trat 1852 in die Akademie seiner Vaterstadt, erhielt 1853 den ersten Preis und 
ein Reisestipendium, bildete sich nachher unter Gude in Düsseldorf und Oalame 
in Genf, besuchte 1856 und 57 Italien und wurde 1861 Professor an der Akademie 
in Stockholm. Zu seinen besten Bildern gehören: Landschaft aus dem Kanton Uri, 
Landschaft aus Smaland, Wald in Schweden (alle 3 im Nat.-Mus. in Stockholm), unter 
Birken am Ufer des Mälar-Sees (ehemals im Schloss Christiansborg in Kopenhagen), 
Birkenwald (Nat.-Gal. in Christiania), 

Berghe, Augustin Charles G6rard van den, Historien- und Portraitmaler, 
geb. 1756 in Brügge, f 1836 in Beauvais, Schüler der Akadeihie seiner Vaterstadt, 
ging 1780 nach Paris »zu dem Maler Suvee, kehrte 1791 in seine Heimath zurück 
und malte die Historienbilder Oedipus auf Kolonos, den Tod des Adonis, Antonius 
von Padua vor dem Christkinde (Kirche Notre Dame in Brügge), Oedipus und Antigene . 
— Sein Sohn Charles Auguste v. d. B., geh 1798 in Beauvais, f 1853 in Paris, 
Schüler von Girodet-Trioson und von Gros, war Portraitmaler. 

Berghe, Ignaz Joseph van den^ Kupferstecher, geb. 1752 in Antwerpen, f nach 
1820 in London. Schüler von Francesco Bartolozzi, liess sich in London nieder 
und war daselbst thätig. Seine wenigen bekannten Blätter sind nach Raffael, van 
Dyck, Luca Giordano und C. W. E. Dietrich. 

Berghe, Pieter y. den, Zeichner und Kupferstecher, geb. zu Amsterdam, war 
in der 2. Hälfte des 17. Jahrb. in seiner Vaterstadt und in Hamburg thätig, arbeitete 
mit der Nadel, dem Grabstichel und in Schwarzkunst. Er stach mehrere Bilder nach 
Lairesse und Portraits damaliger Persönlichkeiten Hamburgs. 

Berghem, Claas Pietersz, s. Berchem. 

Bergler, Joseph d. Ae., Bildhauer, geh. 1718 in Tirol, f 9. Juni 1788 in 
Passau, wurde in Salzburg Schüler des Bildhauers Pfäffinger, und der Akademie 
in Wien unter Schlatterer, kehrte dann nach Salzburg- zurück, arbeitete auch 
in Schellenberg und in Strassburg bei Gurk und wurde Hofbildhauer des Fürst- 
bischofs von Passau. Seine Werke sind religiösen Inhalts, Grabdenkmäler und 
sonstige Arbeiten für Schlösser und Paläste in Passan und in Wien. 

Bergler, Joseph d. J., Maler, geb. 1. Mai 1753 in Salzburg, f 25. Juni 1829 
in Prag, Sohn und Schüler des Vorigen, auch Schüler von Knoller in Mailand 
und A. von Maron in Rom, wo er 1784 für seinen Simson von den Philistern 
gefangen den grossen Preis der Akademie zu Parma erhielt. Nach 10jährigen 
Studien in Italien kehrte er 1786 in die Heimath zurück und wurde im J. 1800 
Direktor der in Prag von ihm gegründeten Kunstschule. Seine zahlreichen Gemälde 
sind Altarbilder aus der Bibel und den Legenden für böhmische und andre öster- 
reichische Kirchen und Kapellen. Auch im Rudolfinum in Prag 5 Bilder von ihm, 
darunter Hermann der Cheruskerfürst nach der Schlacht im Teutoburger Walde. 
Man hat auch angeblich 314 Radirungen, von ihm, theils nach eigner Erfindung, 
theils nach altern Meistern, aber ziemlich werthlos. 

Bergmann, Georg, Maler, geb. 6. April 1819 in Celle, t 14. Oct. 1870 in 
Hildesheim, bildete sich von 1843 — 47 auf der Akademie in Düsseldorf und Hess 
sich in HUdesheim nieder. Unter seinen Bildern sind zu nennen: Mutter und Kind 
(1847), Madonna mit dem Kinde (1850), Karl V. im Kloster zu San Yuste, Rinaldo 
in den Zaubergärten der Armida, die letzten Augenblicke Philipp's IL von Spanien 
(Museum in Leipzig), Wandmalereien im Schloss zu Walmoden, Copien der Decken- 
malereien in St. Michael zu Hildesheim und später noch zahlreiche Portraits. 

Bergmann, Ignaz, Maler und Lithograph, geb. 1797 in München, f 1865 das., 
Schüler der dortigen Akademie unter J. P. v. Langer, malte anfangs Portraits 
und Familtenhilder in Miniatur, widmete sich aber später unter Strixner's Leitung 
der Lithographie und lieferte mehrere treffliche Blätter nach Raffael (Spasimo di 
Siciiia), Tizian, Schoreel, Genrebilder nach Bürkel und Spitzweg, kehrte aber nachher 
zur Malerei von Genrebildern zurück. 

Bergmann, Joseph von, Architekt, geb. 1816 in Prag, war in München 
Schüler von Ohlmüller, Klenze und v. Gärtner und in Prag Schüler von 
K rann er, thätig anfangs in Prag, seit 1851 in Wien. Von ihm der Umbau des 
Rathhauses in Prag, der Bau der romanischen Kirche zu Bruneck in Tirol, der 



Bergmann — Berlepsch. 111 

Glockenthurm in Cortina im Ampezzo-Thal, die gothische Elisabethkirclie in Wien 
(1860—66) mit schön durchbrochener Thurmpyramide, die Stadtthore zu Hohenmauth 
in Böhmen und die Restauration mehrerer Kirchen. 

Bergmann, Julius, Genremaler, geb. 28. Febr. 1861 in Frankfurt a. M., war 
Schüler der Kunstschule in Karlsruhe, wo er seinen Wohnsitz nahm. Er malte 
landschaftliche Genre- und Thierbilder, ruhende Rinder auf der Weide, Pferde auf 
der Pussta in Ungarn, Markttag bei Karczag in Ungarn. 

Bergmeier, Karl Albert, Bildhauer, geb. 28. März 1856 in Berlin, besuchte 
1873—76 die dortige Akademie unter Alb. Wolff und Seh aper und das Atelier 
von Reinhold Begas. Seine Hauptwerke sind ein leben.sgrosser Faun (1878), 
ein Bronzeschild zum Andenken an die goldene Hochzeit des deutschen Kaiserpaars 
(1879), eine Gruppe der Verzweiflung des Orpheus über den Tod der Eurydice 
(1880), eine Gruppe Nessus und Dejanira und zahlreiche meisterhafte Portraitbüsten. 

BergmUller, Joh. Georg, Historienmaler, geb. 1688 in Türkheim (Schwaben), 
t 1762 als Direktor der Akademie in Augsburg, Schüler von Andreas Wolf in 
München, bildete sich vorzugsweise nach Carlo M aratta. Er malte zahlreiche 
Oelbilder und namentlich Fresken an den Fa^aden der Häuser von Augsburg und 
dessen Umgegend, radirtc auch etwa 150 Blätter und gab ein Werk über den 
„Geometrischen Massstab der Säulenordnung" heraus. 

Bergonzttoli, Giuseppe, ital. Bildhauer aus Canobbio, f im Anfang der 70er 
Jahre dieses Jahrb., vertrat in seinen Bildwerken am glänzendsten die virtuose 
Seite der modernen Mailänder, namentlich in der 1872 ausgestellten Marmorgruppe 
eines Engels, Avelcher die Peri ins Paradies trägt, nach Moore's Gedicht „Gli amori 
degli angeli". 

Bergslien, Brynjulf, norwegischer Bildhauer, geb. 1830 in Voss bei Bergen, 
war anfangs in Christiania bei einem Goldschmied in der Lehre, erlernte dann die 
Bildhauerkunst in Kopenhagen und war seit 1861 Schüler von Bissen und 
J e r i c h a u. Er vollendete mehrere von Thorwaldsen hinterlassene mythologische 
Bildwerke, lebte einige Jahre in Rom und schuf seit 1868 als sein erstes grösseres 
Werk die 1875 in Christiania errichtete Reiterstatue des Königs Karl Johann, ein 
Werk von charaktervoller Auifassung und edler plastischer Würde. 

Berini, Antonio, ital. Steinschneider, geb. um 1770 in Rom, t nach 1830, 
Schüler von Johann P ichler in Rom, von wo er nach dem Ausbruch der franz. 
Revolution nach Mailand flüchtete. Hier schnitt er Cameen und Intaglien von 
grosser Reinheit der Zeichnung und Schönheit der Form, unter denen als die besten 
genannt werden die Cameen: Kopf dos Caracalla (Topas), Cimon und Pero nach 
Guido Reni (Achat), Perikles und Aspasia (Onyx-Chalcedon), Sappho (Achatonyx) 
und die Intaglien : Alexander d. Gr. in ganzer Figur, Kopf der Andromeda nach 
einer Antike (weisser Topas), Cincinuatus mit dem Pfluge, 3 griechische Helden, 
Perseus die Andromeda befreiend, Trajan als Besieger der Parther u. a. 

Berjon, Antoine, franz. Blumen- und Stilllebenmaler, geb. 17. Mai 1753 in 
Lyon, t 1843 das., brachte seit 1791 auf die Ausstellungen Bilder von Blumen und 
Früc'hten, Vasen, Muscheln und dgl., die grosse Anerkennung fanden. 

Berkholtz (oder Berckholtz), Alexandra von, Portrait- und Stilllebenmaleriu, 
geb. 26. Aug. 1821 in Riga, war in Karlsruhe Schülerin von La uchert, Winterhalter, 
Descoudres und Canon, sowie in München von Liezen-Mayer und L e n b a c h. 
Sie malte eine grosse Zahl sehr geschätzter Portraits, in den späteren Jahren auch 
Stillleben. 

Berkmaus (oder Bercknians), Hendrik, holländ. Maler, geb. 1629 in Klundert 
bei Breda, f im März 1679 in Middelburg, Schüler von Philip Wouwerman in 
Haarlera und von Jordaens, trat 1654 in- die Gilde zu Leiden, wurde Hofmaler des 
Grafen Heinrich von Nassau und lebte meistens in Middelburg. Er malte Portraits, 
Schützeugesellschaften und andere Compositionen. Eins seiner Portraits im Reichsniuseum 
zu Amsterdam, auch im Museum Boymans in Rotterdam und in Privatbesitz im Haag. 

Berlepsch, Hans Eduard von, Landschafts- und Architekturraaler, geb. 
81. Dec. 1849 in St. Gallen, zog schon in früher Jugend nach Zürich, wo er am 
eidgenössischen Polytechnikum Schüler von Semper wurde und einige Bauwerke 
seines Vaterlandes publicirte. Nachdem er einige Jahre in Frankfurt als Architekt 
thätig gewesen, trat er 1875 in München in die Malerakademie unter Diez, betheiligte 
siel» bei mehreren Konkurenzen, brachte 1878 als sein erstes grösseres Bild eine 
Gefechtssceue aus dem 7jährigen Kriege und begleitete 1879 den Maler Kotzebue 
nach Bulgarien und in die Türkei, bereiste 1880 Frankreich und Spanien und lieferte 



112 Berlingheri — Bernatz. 

Zeichnungen für Rahn's „Geschichte der bildenden Künste in der SchAveiz" (1875), 
für Ltitzow's „Zeitschrift für bildende Kunst" und ähnliche Werke. 

Berlingheri, Camillo, Maler und Radirer, geb. um 1596 im Ferrara, f 16.35 
in Venedig, Schüler von Carlo Bononi. Von ihm im Ateneo civico zu Ferrara eine 
Vermählung der heil. Katharina und in S. Francesco daselbst ein heil. Bruno; auch 
12 geistreich radirte Landschaften. 

Berna, s. Barna. 

Bernaerts, Nicasius, Maler, geb. 1620 in Antwerpen, f 16. Sept. 1678 in Pavis, 
wo er nur Nicasius genannt wurde, seit 1635 Schüler von Frans Snyders, bereiste 
Italien und Hess sich in Paris nieder, wo er mit einem Bilde der Keuschheit Joseph's 
Mitglied der Akademie wurde. Die meisten seiner trefflich colorirteu Werke sind 
Thierbilder, so im Louvre 2 mit Vögeln und vierfüssigen Thieren, ebenso in den 
Museen von Ronen und Dijon. 

Bernard, Johann, Kupferstecher, geb. 1784 in Wien, Todesjahr unbekannt, 
radirte seine Blätter oder fühlte sie in Schwarzkunst aus, beides ohne grosses 
Geschick. Es sind Blätter nach Fr. Francia, M. da Caravaggio, Jan Steen, Luca 
Giordanc, Netscher, Füger u. A. 

Bernard le Petit (der Kleine), s. Salomon. 

Bernard, Samuel, Maler und Kupferstecher, geb. 1615 in Paris, f 1687 das., 
Schüler von Vouet, malte Miniaturen zum Schmuck von Büchern, wurde Hofmaler 
und Professor an der Akademie iu Paris. Er stach auch Blätter nach Raffael (Petrus 
und Paulus erscheinen dem Attila), Guido Reni, Champaigne, van Dyck u. a. 

Bernardi, Griovanni, nach seinem Geburtsort di Gas tel Bologn ese genannt, 
Krystall-, Edelstein- und Stcmpelschneider, geb. 1495, f 1555 in Faenza, arbeitete 
iu Rom für den Papst Clemens VII. und für Kaiser Karl V. Unter seinen in 
Krystall geschnittenen Arbeiten werden als die schönsten genannt : Die Löwenjagd, 
Entführung des Ganymedes, ein grosser Kampf der Centauren und Lapithen, 
Prometheus, die Seeschlacht (sämmtlich Intasflien), die 4 Evangelisten und andre im 
Museum zu Neapel. Als Stempelschneider und Medailleur war er einer der besten 
Meister seiner Zeit ; von ihm die Denkmünze zu Ehren Kaiser Karl's V. als dieser 
für die Krönung zum König der Lombardei nach Bologna kam, und auf den Feldzug 
dieses Kaisers nach Afrika im J. 1535 zwei grosse Medaillen. 

Bernardi, Jacopo, ital. Kupferstecher, geb. um 1808 in Verona, bildete sich 
in der Schule R a p h a e 1 M o r g h e u ' s, thätig in Venedig, Mailand und Paris. Die grössere 
Zahl seiner Stiche sind Portraits, darunter viele der fi-anzösischen Köuigsfaiiiilie, abei' auch 
Christus mit den Jüngern in Emmaus nach Appiani, Maria mit dem Kinde nach 
L. da Vinci und ähnliche Bilder nach Sassoferrato und Carlo Dolci. 

Bernardo da Firenze, Maler, geb. zu Florenz, f nach 1366, vielleicht identisch 
mit B e r u a r d D a d d i, Schüler von G i o 1 1 o, thätig um 1320—47. Im Berliner Museum 
von ihm ein Flügelaltar mit dem Mittelbilde der Krönung der Maria, andre in der 
Akademie zu Florenz und in 'ler von Siena. 

Bernardo da Venezin, Architekt und Bildschnitzer der 2. Hälfte des 14, Jahrh., 
wurde 1391 von Pavia zum Dombau in Mailand beiufen, arbeitete auch für die 139G 
gegründete Certosa von Pavia, wie es scheint, bis gegen 1428, baute auch die 
nachher verfallene von Pietro Solari 1446 neu hergestellte Kirche S. Maria del 
Carmine in Mailand. Er starb wahrscheinlich um 1428. 

Bernascoui, Pietro, ital. Bildhauer, geb. 26. Febr. 1826 in Morbio (Tessin), 
Schüler des Vincenzo Vela, arbeitete fast nur ideale Figuren und Gruppen, z. B. 
eine Statue der Ehebrecherin (1861), eine verlassene Olympia (nach Ariost), einige 
Statuen für den Dom in Mailand, Giotto und Cimabue, eine Jeanne d'Arc, die öfter 
von ihm wiederholte Tochter Jephthas (1865) und veischiedeue Grabdenkmäler. 

Bernatz, Johann Martin, Landschaftsmaler, geb. 22. März 1802 in Speyer, 
t 19 Dec. 1878 in München, war anfangs Kaminfeger, ging dann nach Wien, wo 
ur die Architekturschule besuchte (1827—29) und sich zum Architekturmaler aus- 
bildete. Dann bereiste er Süddeutschland, machte Aufnahmen von Kirchen und 
Klostern, reiste mit dem Naturphilosopheu G. H. v. Schubert nach Kontantinopel, 
Palästina und Aegypten und brachte nach seiner Rückkehr das Werk „Bilder aug 
dem heil. Lande" (1839) mit Text von Schubert. Dann betheiligte er sich für die 
englische Regierung bei der Durchforschung Abessinieiis und gab die Früchte der- 
selben in dem Werke „Scenes in Aethiopia" („Bilder aus Aethiopien") (1855) heraus, 
lieferte auch Illustrationen zu anderen Reisewcrkt-n. Seit 1846 malte er wieder in 
München landscliaftliche und Architekturbilder von grosser historischer Treue. 



Bernatzik — Berninger. Xl3 

Bernatzik, Wilhelm, Maler, geh. 18. Mai 1853 in Mistelbach (Nieder- 
Oesterreich), besuchte die Akademie in Wien unter Lichtenfels und war Schüler 
von Bonnat in Paris Eins seii\er ersten Bilder (1875) war Kain erschlägt seinen 
Bruder Abel wofür er die Füger'sche Medaille erhielt. Nach dem grossem Bilde 
Sturm an der Küste von Istri^n ging er nach Düsseldorf, wo er Wald- und Sumpf- 
Landschaften malte und sich dann zur Figurenmalerei wandte. Dahin gehören: 
Jahrmarkt in Lundenburg, Prozession in Dürrenstein an der Donau, der alte Prokop 
in seinem Obstgarten (1884), die Heilsboten (1887) und die Vision des heil. 
Bernhard (1888). 

Bernazzano, Cesare, ital. Maler aus Mailand, lebte im 16. Jahrh. als Schüler 
Lionardo da Vinci' s, befreundet mit Cesare daSesto, dem er auch wohl den 
landschaftlichen Hintergrund seiner Bilder malte, z. B. auf dessen Taufe Christi 
beim Duca Scotti in Mailand; die meisten seiner eignen Bilder sind nicht mehr 
nachzuweisen. 

Berne-Bellecour, Etienne Prosper, franz. Genremaler, geb. 29. Juni 1838 in 
Boulogne sur Mer, Schüler von P i c o t und FelixBarrias, ging von der Portrait- 
und Landschaftsmalerei zum bürgerlichen und militärischen Genre über, das er in geist- 
reicher, oft allzu detaillirter Weise behandelt, z. B. der Kanonenschuss (1872), der 
Tag des Pachtzinses (1873), der Zukünftige (1874), die Tirailleure der Seine im 
Gefecht bei Malmaison, die Bresche (1875), im Laufgraben (1877), Angriff auf das 
Schloss Mönipelgard (1881), Abdankung Napoleon's I. in Fontainebleau (1887) und 
„Aux armes'* (1891). 

Bernetz, Christian, .Maler, geb. 1658 in Hamburg, f wahrscheinlich in Rom 
im Hospital, n. A. 1722 in Hamburg, wanderte jung nach Rom, wo er hauptsächlich 
thätig war. Von ihm im Museum zu Cassel ein Stillleben aus dem Jahre 1691. 

Bernhardt, Josepli, I'oitraitmaler, geb. 1805 zu Theuern bei Amberg, t 13. März 
1885 in Nymphenburg, trat 1822 in die Akademie zu München, wurde Schüler von 
Joseph Stieler, gründete 1837 eine eigne Malerschule in München, lebte später 
in Aschaft'enburg und zuletzt als Schlossverwalter in Nymphenburg. Seine Portraits 
sind von grosser Lebenswahrheit und trefflicher Farbe. Unter den von ihm gemalten 
Personen werden genannt: Sulpice Boisseree, der Prinz Luitpold von Bayern, der 
Reichsrath Fürst Höhenlohe-Schillingsfürst, der Fürst von Thurn und Taxis, der König 
Max II. von Bayern, der Graf Arco, der Prinz Karl von Bayern, der Herzog Eugen 
von Leuchtenberg, (diese beiden in der Neuen Pinakothek), König Ludwig IL von 
Bayern und Richard Wagner. 

Bernhardt, Sarah, die berühmte Schauspielerin, geb. 22. Oct. 1844 in Havre, 
that sich seit mehreren Jahren auch in der Plastik hervor, worin sie Schülerin von 
M athieu-Meusnier und Franceschi war. So schuf sie 1876 eine Gruppe 
Nach dem Sturm, auch eine Büste des Schauspielers Coquelin und wiederholt ihre 
eigne Statuette. Ebenso versuchte sie sich in der Malerei: eins ihrer bedeutendsten 
Bilder war 1881 das junge Mädchen und der Tod. 

Beriüer, Camille, franz. Landschaftsmaler, geb. 1823 in Kolmar, Schüler von 
Leon Fleury, behandelt mit Vorliebe Motive aus der Bretagne mit trefflichen Be- 
leuchtungseffekten und sorgfältig behandelten Bäumen und Sträuchern. Zu nennen 
sind unter seinen Landschaften: Eine Mühle bei Vichy (1848), Gehöft bei Kerluce 
(1847), Felsenpartie bei Plaugastel (1859), die Ebene von Guisseny (1864), das Thal 
des Kersaint (1865) und viele andre. 

Bernieri, Antonio, Miniaturmaler, geb. 1516 in Correggio, f 25. Juli 1584, 
war Schüler Correggio 's bis zu dessen Tode, ging dann nach Venedig zu T i z i a n 
und 1539 nach Rom, betrieb aber seine Kunst in Venedig und an seinem Geburtsorte. 
Von seinen Malereien ist nichts bekannt. 

Bernigeroth (Berningroth), Martin, Kupferstecher, geb. 1670 in der Grafschaft 
Mansfeld, f 1735 in Leipzig und Joh. Martin B. , geb. 1713, f 1767, dessen Sohn 
und Schfiler, ebenfalls Kupferstecher, waren beide in ihrer Kunst sehr tüchtig, in 
ihren Stichen oft an Wille und Edelinck erinnernd. Die meisten ihrer zahlreichen 
Blätter sind Portraits. 

Berninger, Edmund, Landschaftsmaler, geb. 8. Juli 1843 in Arnstadt (Thüringen), 
bildete sich seit 1870 auf der Kunstschule in Weimar unter Theodor Hagen aus, 
bereiste das südliche Europa und das nördliche Afrika und sammelte dort eine Menge 
landschaftlicher Skizzen, die er zu vielen Oelbildern oder Aquarellen von breiter An- 
lage und gewandter Pinselführung verarbeitete. Dahin gehören . Markt in einem 
rheinischen Städtchen, Englisches Fischerdorf, die London Bridge, Venezianisches 
Allgemeines Künstler-Lexicon. 6. Anfl. 1. Band. g 



114 Bernini — Berre. 

Nachtfest (1873), die Insel Capri, Panorama vom Vesuv, Strasse in Kairo und andere 
Partien aus Aegypten. "Weniger gelungen ist sein religiöses Bild der Grablegung 
Christi. Er lebt in München 

Berniui, Giovanni Lorenzo, berühmter Baumeister und Bildhauer, auch Maler, 
geb. 7. Dec. 1598 in Neapel, f 28. Mai 1680 in Rom, Sohn des Nachfolgenden, war 
als Architekt und Bildhauer durch seine Richti.jg zum entschiedensten Realismus, zur 
Ueberladung und zum manierirten Kokettiren auf die Kunst seiner Zeit von stärkerem 
Einfluss, als irgend ein andrer Künstler, zumal er unter dem Pontifikat von 6 Päpsten 
auch von fürstlichen Personen mit Aufträgen bedacht wurde und seit Urban's VIII. 
Thronbesteigung über 50 Jahre an der Spitze aller künstlerischen Unternehmungen 
des päpstlichen Hofes blieb. Schon in seiner Vaterstadt galt er für ein Wunderkind 
in der Kunst. Als Hauptrepräsentant des sogenannten Barokstils schuf er nach 
seiner Uebersiedlung nach Rom 1667 die dortigen berühmten Doppelkolonnaden der 
Peterskirche die dui'ch ihre Grossartigkeit und elliptische Form den Eindruck der 
Kirchenfacade bedeutend erhöhen. Diesem, seinem besten architektonischen Werke, 
stellen wir aber als sein beklagenswerthestes das in der Kunstgeschichte wegen 
seiner Missgestalt bekannte colossale Tabernakel derselben Kirche gegenüber, das 
mit seinen 4 gebauchten Ecksäulen und gebrochenen Giebeln den verderblichsten 
Eintluss auf andre Künstler und ihre Werke ausübte. Wiederum sehr prachtvoll ist 
die Scala regia des Vatikans, durch welche er einen zuvor dunklen Raum durch 
malerische Perspektive der Säulen und trefflich erdachte Beleuchtung zu einem majes- 
tätischen Treppenhause verwandelte. Eins seiner Hauptbauwerke ist auch die schöne 
Facade des Palastes Barberini. Mehr noch als in der Architektur äussert sich 
natürlich in der Skulptur durch die dabei in Betracht tommenda Bildung der Menschen- 
gestalt das Streben Bernini's nach hohlen Pathos und Affektation. Und diese seine 
Skulpturwerke, sein zahl- und umfangreicher plastischer Kirchenschmuck zeigt eines- 
theils widernatürliche, theils widerlich lüsterne Werke. So schon in seinem raffinirten 
Jugendwerk ans dem Jahre 1616, Apollo und Daphne in der Villa Borghese, am 
allerkrassesten in seinem Raub der Proserpina in der Villa Ludovici, und ebenso 
niedrig und gemein aufgefasst der jugendliche David in der Villa Borghese und die 
renommistische hohe Reiterstatue Constantin's d. Gr. in der Vorhalle der Peterskirche. 
Aehnlich verhält es sich mit seinen vielen Heiligenbildern, denen in stark natura- 
listischer Weise der Ausdruck des frommen Entzückens und der Ekstase verliehen ist. 
Am stärksten ist dies wohl der Fall bei der Gruppe der heil. Therese in S. Maria 
della Vittoria, der ein verbuhlter Engel das Herz durch einen Pfeil zur Liebeszuckung 
verwundet hat. Dahin gehören auch seine pomphaften, theatralisch pathetischen Grab- 
denkmäler, unter denen wir nur das des Papstes Urban VIII. mit def künstlerischen 
Abscheulichkeit des bronzevergoldeten Todes anführen, und wiederum ganz ebenso 
seine oft widersinnigen allegorischen Figuren. In der Malerei soU B. während seines 
langen Lebens mehr als 100 Werke geschaffen haben. 

Bernini, Pietro, Bildhauer, geb. 6. Mai 1562 in Sesto (Toscana), f 29. Aug. 
1629 in Rom, Vater des Vorigen, ging von der Malerei zur Plastik über, arbeitete 
als Bildhauer in Neapel, wo in mehreren Kirchen noch Arbeiten von (hm vorhanden 
sind, und, vom Papst Paul V. berufen, in Rom; doch sind seine Werke, etwa mit 
Ausnahme einer Statue Johannis des Täufers in S. Andrea della Valle, nur unbedeutend 

Bernutli, Ernst v., Landschaftsmaler, geb. 6. Juni 1833 bei Rees (Reg.-Bez. 
Düsseldorf), ging vom Militärstande erst spät zur Malerei über, wurde Schüler der 
Akademie in Düsseldorf unter Oswald Achenbach und liess sich dort nieder. 
Seit 1873 sah man auf den Ausstellungen seine Landschaftefi, deren Motive meistens 
von den Ufern des Rheins und den benachbarten Thälern entlehnt sind. 

Bern ward, Bischof von Hildesheim seit 993, geb. um 930, f 20. Nov. 1022, 
föi-derte in jeder Weise den Kunstbetrieb seiner Zeit, soll selber Maler und Erz- 
giesser gewesen sein und viele kirchliche Prachtgeräthe für die Hildesheimer Kirchen 
ausgeführt haben. Zugeschrieben werden ihm 2 Leuchter und ein Kreuz in der 
Magdalcnenkirche, ein reich verzierter Kelch im Domschatz, die ehernen Thürflügel 
des Domes (um lOl.'J) und die eherne Säule auf dem Domplatz mit 28 Eelief- 
darstellungen aus dem Leben Christi. Als Baukünstler soll er, vom J. 1001 an, -den 
Bau der dortigen Michaeliskirche geleitet haben. 

Berr6, Jean Baptiste, Maler, geb. 11. Febr. 1777 in Antwerpen, f 1838 in 
Pari.s, besuchte die Akademie seiner Vaterstadt und zog 1808 nach Paris, wo er 
sicli der Thiermalerei widmete und gewöhnlich Tigerkämpfe, Löwen, Schlangen 
und andre wilde Thiere, seltner menschliche Figuren malte, 



Berres — Bertaux. . . 115 

Berreg, Joseph, Edler v. Perez, Genremaler, geb. 30. Mai 18-21 in Lemberg, 
ging vom Militärstande zur Kunst über, war von 1866 — 69 Schüler von Karl 
V. Piloty in München, bereiste Ungarn, den Kaukasus und den Orient und zeigte 
in seiner naturalistischen Richtung ein grosses coloristisches Talent. Seine Malereien 
sehr verschiedeneu Inhalts sind meistens Genrebilder aus dem Soldaten- oder Volks- 
leben des Orients oder Jagd- und Reiseabenteuer. Zu nennen sind : Wallenstein 
Dokumente verbrennend, Viehhändler in der Campagna, Entlassung von .Husaren, 
Ungarischer Pferdemarkt (1873, Hofmuseum in Wien), Aufbruch einer Feldwache 
(1882). Er lebt in Wien. 

Berrettini, Pietro, s. Cortona. 

Berrettoni, Niccolö, Maler, geb. 14. Dec. 1637 in Montefeltro, f im Febr. 1682 
in Rom, einer der besten Schüler des Carlo Maratta und des Simone 
C a n t a r i n i, bildete sich nach C o r r e g g i o," malte Fresken im Palast Altieri al Gesü 
in Rom und in der Villa Rutfinelli zu Frascati. In Dresden ein Bild von ihm mit 
der Anbetung der Hirten und dar Taufe Christi. 

Berruguete, Alouso, Miller, Bildhauer und Architekt, genannt der spanische 
Michelangelo, geb. um 1480 in Paredes de Nava (Alt-Castilien), f 1561 in Toledo, 
Sohn und Schüler des Malers Pedro B. (s. d.), ging 1503 nach Florenz, wo er 
Michelangelos Cartou de»- Schlacht bei Cascina zeichnete, später nach Rom und 
kehrte 1520 in seiae Heimath zurück, wo er eine ausgedehnte Thätigkeit namentlich 
als Bildhauer entfaltete und den italienischen Stil des 16. Jahrh. einführte. Das 
that er anfangs in Saragossa, dann viele Jahre in Valladolid und zuletzt iu Toledo. 
In der Architektur ist sein HauptAverk der unvollendete Palast Karls V. iu Granada, 
in der Skulptur das prächtige Grabmal des Grossinquisitors und Erzbischofs Don 
Juan Tavera in S. Johann Baptista zu Toledo (1559); eins seiner Hauptwerke 
sind aucii die Skulpturen am Chorgestühl der Kathedrale von Toledo. Seine 
Malereien in der Weise des Lionardo da Vinci und des Sodoma, von denen sich 
"wenig erhalten hat, zeigen ein Streben nach idealer Auffassung der Gegenstände. 

Berruguete, Pedro, span. Maler, Vater des Vorigen, geb. ebenfalls in Paredes 
de Nava, t in Madrid, blühte am Ende des 15. und im Anfang des 16. Jahrb., malte 
um 1483 Fresken in der Kathedrale von Toledo, von denen ihm mehrere in der 
Sakristei und im Ünter-Kapitelsaal und in Madrid im Museum de la Trinidad zuge- 
schrieben werden. Andre ihm zugeschriebene Malereien sind unsicheren Urhebers. 

Bersch, Georg, Bildhauer, geb. 1842 in Darmstadt, Schüler von Ed. v. d. 
Lauuitz in Frankfurt und später der Akademie in München unter Widnmann. 
Seine Bildwerke sind idealen und allegorischen Inhalts : Eine badende Nymphe, Amor 
der der Venus den Gürtel raubt und eine Bronzebüste Justus v. Liebig's in 
Darmstadt (1877). 

Bersenew, Iwau Archipowitsch, russischer Kupferstecher, geb. 1762 iu 
Sibirien, f 16. Jan. 1789 in Paris, trat 1779 in die Akademie von St. Petersburg, wurde 
Schüler von Iwanow und ging später als Stipendiat der Akademie nach Paris, 
wo er Schüler von Bervic wurde. Seine Hauptblätter sind der Apostel Andreas 
nach Lossenko, Maria Magdalena nach Adrian v. d. Werff, Moses mit den Gesetz- 
tafeln nach Champaigne, der heil. Johannes und der heil. Hieronymus nach Domonichiuo 
und der Versucher nach «Tizian. 

Bertall, eigentlich Charles Albert d'Arnoux, franz. Zeichner, geb. 18. Dec. 
1820 in Paris, Schüler von DroUing, widmete sich der Zeichnung von Illustrationen 
und Karikaturen, die zuerst 1843 in Zeitschriften erschienen, z. B. der Omnibus 
(1843), der Teufel in Paris (mit Gavarni), die kleinen Leiden des ehelichen Lebens, 
die Beschwerden der Eisenbahnen, die We.spen der Börse, Pliysiologie des G eschmacks, 
Paris im Jahre 3000, zahlreiche Zeichnungen für die „Bibliotheque des chemins de 
fer", das „Magasin pittoresque" . das „Journal pour tous" und für andre grössere 
illustrirte Werke. 

Bertani, Giambattista, ital. Baumeister, geb. 1516 in Mantua, j 2. April 
1576 das., Schüler von Giulio R o m a u o, Architekt des Herzogs Guglielrao Gonzaga, 
baute in Mantua den Palast Colloredo und von 1562 — 65 die Kirche Santa Barbara, 
gab 1558 auch ein Werk über die schwierigen Stellen des Vitruy heraus. 

Bertano, s. Ghisi, Giovanni Battista^ 

Bertaux, s. Uuplessis-Bertaux. 

Bertaux, Frau L^on, geb. Helena Hebert franz. üildhauenii geb. 1825 in 
Paris, Schülerin ihres Vaters Pierre Hebert und des Augustin Alexandre 
D u m ou t, brachte seit 1849 auf die Ausstellungen zahlreiche ideale und ideal aufgefasste. 



J16 Bertea — Bertin. 

tief empfundene GenrebUdweike (in Gips), auch einige dekorative Statuen für Pariser 
Kirchen. 

Bertea, Ernesto, ital. Landschaftsmaler der Gegenwart, geb. in Turin, daselbst 
ansässig, brachte seit 1880 auf die Ausstellungen von Turin und Rom sehr an- 
sprechende Landschaften, z. B. die Kloake, der trockne Bach, das Thal von Aosta, 
Herden auf der Weide, die ersten Blätter, der alte Hafen von Fondo Toce am Lage 
Maggiore und eine Partie aus dem Andornothale (1887). 

Bertesi, Jacopo, Holzbildhauer, geb. um 1614 in Soresina bei Cremona, f 
angeblich um 1690. Von ihm ein Christus am Kreuz im Dom zu Cremona, ein 
Crucifix auf dem Hauptaltar der Kirche S. Antonio Abate in seiner Vaterstadt und 
ähnliche kirchliche Arbeiten. 

Berthelefiiy Emik Pierre, Marinemaler, geb. 3., April 1818 in Ronen, Schüler 
der dortigen städtischen Malschule und seit 1844 der Ecole des beaux-arts in Paris 
unter C o g n i e t. Unter seinen Marinebildern und Seeschlachten sind die bedeutendsten : 
Seeschlacht der französischen Flotte unter Duqutjsne gegen die holländische und spanische 
Flotte unter Ruyter im Jahre 1676 <1846), ein Schiff in Noth, Schiffbruch des van 
Tromp in der Bai von Trepasse, Einsammeln von Seegras, die Mündung der Seine 
bei Honfleur, und viele andre der Art. 

Berthold, Karl Ferdinand, Zeichner und Radirer, geb. 30. Dec. 1799 in 
Meissen, f 1838 in Dresden, wo er seit 1811 die Akademie besuchte und Schüler 
von Gerh. v. Kügelgen war. Seine Radirungen behandeln poetische Stoffe in 
phantastisch-mittelalterlicher Darstellung. Seine bedeutendsten Blätter sind: Der 
Sonntag (6 Blätter mit einem Gedicht von Bechstein), die gute und böse Wirkung 
des Weins, und die von Ludwig Richter vollendete Anbetung der Hirten. 

Berthold, Meister, Hauptmaler der alten Nürnbei'^er Schule, thätig in Nürnberg 
in den ersten Decennien des 15. Jahrb. Von ihm der Imhofsche Altar mit einer 
Krönung Maria in der St. Lorenzkirche zu Nürnberg, und im Museum zu Berlin 
zwei Altarflügel mit den Innenbildern der hl. Elisabeth von Thüringen und Johannes 
d. T., und den Aussenbildern Maria mit dem Kinde und dem heil. Petrus Martyr. 

Berthon, Hippolyte Nicolas, Genremaler, geh 4. Aug. 1831 in Paris, f 15. Dec. 
1888 daselbst, Schüler der Ecole des beaux-arts und Cogniet's, malte ausdrucks- 
volle Genrebilder realistischer Richtung, z. B. Vesperbrod der Schnitter, (1857 und 1863), 
Heimkehr des Soldaten (1864), das Kegelspiel, während der Messe, (1866), Tanz in 
der Auvergne (1867), der Zeitvertreib (1873), der Spaziergang (1875). 

Berthon, Ren6 Theodore, Historienmaler, geb. 1777 in Tours, f 7. April 
1859, Schüler von David, stellte seit 1796 gut componirte, wirkungsvoll ausge- 
führte Scenen aus der Mythologie und der Geschichte und einige Portraits aus, unter 
denen wis nur nennen: Uebergabe von Ulm (1803), Raub der Helena, Angelika und 
Medor, Ludwig XVI. überlässt den Bewohnern von Guyenne das Strandiecüt (1817), 
der Traum des Orestes, Urtheil des Paris und mehrere die Thaten Napoleoa's I. 
verherrlichende Bilder. 

Berthou, Sidonie, Miniaturmalerin, geb. 1818 in Paris, f 31. Jan. 1871 das., 
Tochter und Schülerin des Vorigen, auch Schülerin der Frau v. Mir bei, malte 
seit 1840 gelungene Portraits, z. B. Frau v. Mirbel, Frau Decazes, Dr. Nacquart. 

Berthoud, Anguste Henri, Landschaftsmaler, geb. 29. April 1829 in Paris, 
t 1864 daselbst, Schüler der Ecole des beaux-arts, Le Poittevin's und Ary 
Scheffer' s, nahm seineu Wohnsitz in Interlaken und später in Neuchätel. Er stellte 
besonders die Alpengegenden der Schweiz in grossartigen Landschaften dar, später aber 
auch Figuren und Historienbilder, z. B. Frauen zu Arles im Gebet (St. Trophime in Arles). 

Berthoud, L^on, Landschaftsmaler, geb. 1827 in Neuchätel, t 1892, Schüler 
des dortigen Landschaftsmalers Meuron de Corcelles und später in Paris 
Schüler von C o g n i e t, malte mit Vorliebe Landschaften aus dem von ihm bereisten 
Italien, z. B. der Golf von Neapel, Ansicht von Sorrent, die Tempel von Pästum, 
aber auch mehrere aus den Schweizer Alpen. 

Bertin, Edouard Franc^ois, franz. Maler, geb. 7. Oct. 1797 in Paris, f 13. Sept. 
1871 daselbst, widmete sich unter Girodet -Triosson und B i d a u 1 1 der Landschaft 
historischen Stils, wurde unter Ludwig Philipp Inspektor der schönen Künste, bereiste 
Italien, Griechenland, Kleinasien und Aegypten und übernahm nach dem Tode seines 
Bruders Armand B. 1854 die Leitung des „Journal des Debf^ts" . Seine Hauptbilder 
sind: Cimabue's Begegnung mit Giotto in einer Landschaft bei FlorenE(J827), Partie 
bei Civitella, Aus dem Walde von Fontainebleau, Christus am Oelberge, Einsiedelei bei 
Viterbo, die Versuchung Christi (1842), Oberägyptische Felsengräber. 



Bertin — Bertoanier. UY 

Bertin, Jean Victor, Historien- und Landschaftsmaler, geb. 20. März 1775 in 
Paris, t 11. Juni 1842, Schüler von Yalenciennes, bildete sich aus den alten Schrift- 
stellern und aus dem Studium N i c. P o u s s i n 's einen eigeuthümlichen Stil der Landschaft 
und g-ab seiner Figurenstaffage die theatralische Gespreiztheit D avid 's. Unter seinen 
meistens au.s Frankreich und Italien entlehnten Landschaften, häufig mit antiker 
historischer Staffage, befinden sich mehrere im Louvre, in Versailles, in Fontainebleau 
und andern Provinzialmuseeu Frankreichs. 

Bertin, Nicolas, franz. Historienmaler, geh. um 1667 in Paris, f 11. April 
1736 daselbst, Schüler von Jouvenet und Bon Boullogne, lebte von 1685—89 
in Rom und wurde 1793 in Paris Mitglied der französischen Akademie. Seine gut 
componirten und ansprechend colorirten Historienbilder des verschiedensten Inhalts 
finden sich grossentheils in französischen Provinzialmuseen und in Pariser Kirchen, 
im Louvre der heil. Philippus der den Eunuchen der Königin Candace tauft, im Museum 
zu Dresden zwei Bilder nach Fabeln von Lafontaine und im Museum zu Amsterdam 
Joseph und Potiphar's Weib. 

Bertiui, Angelo, ital. Kupferstecher, der zu A.nfang dieses Jahrh. in Rom 
thätig war und eine Menge von Stichen nach Canova's Skulpturen arbeitete. Er stach 
auch den Moses nach Michelangelo, die Vermählung des Ahasverus nach Domenichino, 
die Anbetung der Hirten nach Garofalc, die Sibyllen nach Raffael, die Statue des 
Adonis nach Thorwaldsen u. a. 

Bertini, Giuseppe, ital. Maler, geb. im Nov. 1825 in Mailand, Sohn des Glas 
maiers Giov. Battista B. (f 1849), Schüler der dortigen Akademie, wo er 1860 
Professor wurde. Er malte Fresko-, Oel- und Glasbilder. Unter den letzteren eine 
grosse Darstellung Dante's und der göttlichen Komödie, andre in verschiednen 
Kirchen Mailands, im Dom zu Como, in der Kathedrale zu Glasgow ; unter seinen 
Fresken die der griechisch-illyrischen Kirche in Triest und in dem von ihm organisirten 
Museum Poldi-Pezzoli in Mailand ; in Oel malte er zahlreiche Portraits. 

Bertinot, Gustave Nicolas, franz. Kupferstecher, geb. 28. Juni 1822 in Louviers 
(Dep. Eure), seit 1845 Schüler der Ecole des beaux-arts, Drolling's und 
Martinet's, thätig in Paris. Unter seinen seit 1857 ausgesteütön sehr 
geschätzten Stichen sind hervorragend: Salome mit dem Haupt Johannes d. T. nach 
Luini (im Louvre), die Kreuztragung nach Lesueur, der Schutzengel und die mütter- 
liche Liebe nach Bouguereau, la Vierge aux donateurs nach van Dyck (im Louvre), 
la belle Jardiniere nach Raffael und van Dyck's Selbstportrait (im Louvre). 

Bertling, Karl, Historien- und Portraitmaler, geh 7. Sept. 1835 in Meppen 
(Osnabrück), Schüler der Akademie in Düsseldorf unter S c h a d o w und Bendemann, 
nach dessen Carton er im Treppenhause des Schwurgerichts in Naumburg das Wand- 
bild der Brudermord Kain's ausführte. Unter seinen übrigen Bildern wurden bekannt : 
Das Altarbild der Auferstehung Christi in der Kirche zu Werdohl in Westfalen 
(1869), Hagar und Ismael, ein Initialen malender Mönch, Oedipus von Antigone ge- 
führt, Nacht und Morgen (allegor. Wandgemälde), Wandbilder in Wachsfarben im 
Josephinenstift in Dresden und zahlreiche Portraits. 

Berto dl Giovanni, ital. Maler, thätig in Perugia von -1497—1523, malte, 
wahrscheinlich nach Entwürfen Raffael's in der Sakristei von S. Maria di Monteluce 
in Perugia die Predella eines Bildes der Krönung der Maria, darstellend die 
Geburt, die Darstellung der Jungfrau im Tempel, die Vermählung und den Tod 
der Maria, ausserdem von ihm im Palast Conestabile in Perugia eine Madonna 
im Grünen. 

Bertoja, Jacopo, ital. Maler, geb. um 1540 in Parina, f 17. Juni 1619 daselbst, 
Schüler des ErcoleProcaccini, malte in der Weise des P a r m i g i a n i n o für den 
Hof von Parma, wo sich in der Pinakothek 5 Freskofragmente und mehrere kleine 
Cabinetsbilder von ihm befinden. 

Bertoldo di Giovanni, Bildhauer des 15. Jahrb., geb. zu Florenz, f um 1491, 
Schüler und Nachfolger Donatello's. Ausser einigen Medaillen, die ihm zu- 
geschrieben werden, vollendete er sicher die beiden berühmten Kanzeln des D o n a t e 1 1 o 
in S. Lorenzo zu Florenz. Alle übrigen ihm beigelegten Werke sind ungewissen 
Urhebers. Gegen das Ende seines Lebens im Jahre 1488 wurde er Aufseher der 
Antikensammlung des Lorenzo de' Medici. 

Bertonnier- Pierre Francois, franz. Kupferstecher, geb. 1791 in Paris, Schüler 
von Tardieu, nur bekannt als Stecher zahlreicher Portraits für die „Iconographie 
instructive" von A. Jarry de Mancy und Felix Boyer ; stach später auch nach Compo- 
sitionen anderer Meister. 



118 Beitrand — Beschey. 

Bertrand, Georges, franz. Maler, geb. 1849 in Paris, Schüler von Yvon, 
Barrias und Bonnat, brachte seit 1876 Bilder sehr verschiednen Inhalts, besonders 
bekannt sein 1881 in Paris ausgestelltes Bild La Patrie, das dem französischen 
Patriotismus in nachdrücklicher Weise schmeichelte und in Paris grossen Beifall fand. 
Viel weniger 1883 sein colossales Bild der vorüberziehende Frühling, dargestellt durch 
nackte, von grellem Sonnenlicht beschienene Amazonen, bei denen correkte Zeichnung 
vermisst wurde. 

Bertrand, James, franz. Maler, geb. 1825 in Lyon, f 1887 in Paris, war hier 
Schüler von Alphonse Perin und von r s e 1 , lebte längere Zeit in Rom, wo er 
zunächst das Bild einer Communion des heil. Benedict schuf, dem dann nachfolgten: 
Tod der Sappho, Tod der Manon Lescaut, Wahnsinn und Tod der Ophelia, die 
reizende nackte Figur der Idylle (1854), die Courtisane Thais ihre Eeichthümer ,ver- 
brennend (1861), Phryne beim Fest der Eleusinien (1866), der Tag der Absolution 
in Rom (1868), Tod der Virginia (1870, im, Luxembourg), Romeo und Julie (1873) 
und eine 1883 preisgekrönte büssende Magdalena. 

Bertrand, No61 Franqois, Kupferstecher und Verleger, geb. 1784 in Soisy- 
sous-Etoiles (Seine et Oise), f 1852 in Saint-Ouen, Schüler von David undMoreau 
dem Jüngeren, stach eine Menge von Darstellungei aus der heil.Xjfeschichte (auch 
einige nach Raffael), aus der Mythologie, der Profangeschichte (nach David und 
Chopin), der Allegome und zahlreiche Portraits. 

Bertucci, Giovanni Battista, ital. Maler, geb. "*1470 in Faenza, war dort 
zwischen 1503 und 1516 unter dem Einfluss des Pinturicchio thätig. Von ihm 
ön Museum zu Berlin eine Anbetung der Könige, in der National-Galerie zu London 
eine früher dem Lo Spagna zugeschriebene Verherrlichung der Maria, in der Pinakothek 
zu Faenza der Leichnam Christi zwischen Maria und Johannes auf Wolken (Temperabild) 
und ein aus 5 Tafeln bestehendes Altarwerk. 

Bertucci, Jacopo, Maler, geb. um 1500 in Faenza, f nach 1576, Sohn des 
Vorigen, Nachahmer R af f a e 1 ' s, soll nach Vasari's Angabe die Tribuna von San Vitale 
in Ravenna ausgemalt haben. In der Pinakothek seiner Vaterstadt einige Staffelei- 
bilder von ihm. 

Berric, Charles Clement, eigentlich Balvay, franz. Kupferstecher, geb. 23. Mai 
1756 in Paris, f 23. März 1822 das., trefflicher Schüler und Nachfolger von J. G. 
Wille, brachte seit 1785 auf die Pa^-iser Ausstellungen seine Blätter von grosser 
Meisterschaft in der Abstufung der Töne. Er stach biblische Darstellungen, Geschichte, 
Genrebilder, Portraits und Bilder auch plastischen Werken. Am meisten gerühmt 
werden darunter Johannes in der Wüste nach Raffael, die Erziehung des Achilles 
nach J. B. Regnault, der Raub der Dejanira nach Guido Reni, das Portrait Ludwig's 
XVI. nach Callet, la demande acceptee nach Lepicie, die Ruhe nach demselben, die 
Unschuld nach Merimee, und namentlich der Laokoon nach der bekannten antiken, 
Gruppe. 

Berwald, Hugo, Bildhauer im Portraitfach, geb. 10. Febr. 1863 in Schwerin, 
besuchte bis 1884 die Akademie in Berlin, schuf rasch nach einander eine Cleopatra, 
mehrere Portraits und Büsten von Hans v. Bülow, der Schauspielerin Franziska 
Ellmenreich, Beethoven's, Bisroarck's und Kaiser Wilhelm. II. 1890 — 92 lebte er in 
Rom, wurde Schwiegersohn des Bildhauers Kopf und schuf unter seinen Portrait' 
husten neuerdings die des Dichters Bodenstedt. 

Besarel, Yalentino, genannt Panciera-Besarel, ital. Holz- und Marmor- 
bildhauer, geb. 29. Juli 1829 in Zaldo (Friaul), besuchte die Akademie in Venedig, 
setzte aber daneben sein früher betriebnes Mauerhandwerk fort, bis er 1867 durch 
die Pariser Ausstellung bekannter wurde und in Venedig den Besuch der damaligen 
Kronprinzessin Margarete empfing, den er in sinniger Weise durch einen Amor, der 
eine Margherita, (Massliebchen) gepflückt, erwiderte. 1873 brachte er eine Marmor- 
copie des Kamins der Lombardi im Dogenpalast zu Venedig, einen aus Amoretten auf- 
gebauten Kandelaber, einen Spiegelrahmen mit einer Schar von Putten, einen Rahmen 
mit bacchantischen Kindergestalten, die allegorische Figur II conforto religioso und 
bis 1889 zahlreiche reich geschmückte Möbel, Holz- und Marmorstatuen, Grab- 
denkmäler u. s. w. 

Beschey, Balthasar, Maler, geb. im Nov. 1708 in Antwerpen, t 15. April 
1776 daselbst, Schüler des fast unbekannten Pierre Strick, trat erst 1753 in 
die dortige Malergilde, wurde 1755 einer der Direktoren der Akademie und 1756 
Dekan der Gilde. Anfangs malte er Landschaften in der Weis(>, des Jan Brueghel, 
und andere Bilder in der des Hendrik van Baien, später auch historische Bilder und 



Beschey — Bettelini 119 

Portraits. Im Museum zu Antwerpen von ihm 2 Bilder aus der Geschichte Joseph's 
(1744) und 2 Portraits, auch im Rathhaus zn Löwen, ein Familienportrait im Louvre, 
andre auch in deutschen Galerien. 

Beschey, Jacques Andr^, Maler, geb. im Nov. 1710 in Antwerpen, t 28. Febr. 
1786, Bruder des Vorigen, gehörte der dortigen Lukasgilde an und war 1767 Vorstand 
derselben. Von ihm eine heti. Familie im Museum zu Darmstadt und eine dieser 
ganz ähnliche im Ttfuseum zu Schwerin aus dem J. 1751. 

Besnard, Paul Albert, franz. Maler, geb. 1849 in Paris, erhielt als Schüler 
der 6cole des beaux-arts den römischen Preis, lebte einige Jahre in Rom und ging 
um 1880 mit seiner G^in Chariotte, geb. Dubray, nach London, wo er einige 
Portraits malte. Nach seiner Rtickkehr malte er in den lichten Tönen der 
Impressionisten in der Vorhalle der Pharmazeutenschule in Paris und erhielt vom 
Staate noch andre Aufträge für öffentliche Gebäude. Solche sind die Allegorien 
„Fluctuat, nee mergitur" im Hotel de Ville, 3 Wandgemälde im Trauungssaal der 
Mairie des 1. Arrondissements, und kam in seinen folgenden Bildern zu wunderlichen 
Farbenexperimenten und zu den künstlichsten Beleuchtungseffekten, die auf der 
Münchner Ausstellung von 1890 Medaillen erster Klasse erhielten. 

Besozzi, GloTannl Ambrogio, ital. Maler, geb. 1648 in Mailand, f 8. Oct. 
1706 daselbst, fiistorien-, Portrait- md Dekorationsmaler, war in Rom Schüler von 
Giro Ferri, vertreten in den Galerien zu Turin, Parma und Mailand, In letzterer 
Stadt als sein Hauptwerk das Martyrium des heil. Sebastian in S. Ambrogio. Man 
hat auch einige radirte Blätter von ihm. 

Besson, Jean Söraphln B^slrfe, Bildhauer, geb. 17. Febr. 1795 in Saint 
Laurent en grand Veaux (Dep. Jura)> f 10. April 1864 in Dole, stand zu seiner Zeit 
in hohem Ansehen namentlich in der Franche Comte und in Burgiind. — Als Künstler 
bedeutender m der Malerei ist sein Sohn rs>,ustin B., geb. 15. Mäjz 1821 in Dole, 
t 3. März 1 882 in Paris, Schüler von Decamps, Brune, Gigoux und der Ecole des 
beaux-arts in Paris, wurde in seiner Vaterstadt Conservator des Museums und 
stellte seit 1842 zahlreiche, meistens historische GenrebUder und Portraits aus, malte 
auch Altarbilder für die Kirchen St. Paul und St. Eustache in Paris. 

Bethke, Hermann, Genremaler, geb. 1. Juli 1825 in Braunschweig, Schüler 
des dortigen Landschaftsmalers Heinr. Brandes, bildete sich seit 1850 in München 
durch das Studium der alten Meister Unter seinen anspruchslosen Bildern aus dem 
häuslichen und. ländlichen Leben sina zu nennen: Der zerbrochene Krug (1858), die 
bescheidene Mahlzeit (1864), Mittagsruhe (1864), die Kartenspieler (1865), das Tisch- 
gebet, Rothkäppchen (1875), am Starnberger See (1882) u. a. 

BetAnne d'Idevralle, Jean Baptiste, Glasmaler und Architekt, geb. 25. April 
1821 in Courtrai, führte als Scnüler des Architekten Aug. Welby Pugin in 
Belgien zahlreiche Bauten gothischen Stils aus, restaurirte die Kapelle des heiligen 
Bluts in Brügge und verlieh dem Westfenster derselben Glasmalereien (1856), 
ebenso 2 Glasgemälde in der Sacramentskapelle der Liebfrauenkirche und in der 
Kirche Saint Gilles daselbst, in den Kathedralen von Gent, Antwerpen und in andern 
belgischen Städten. Für die von Salviati ausgeführten Mosaiken der Kuppel des 
Domes in Aachen lieferte er die Cartons im Stil der alten Mosaiken von Ravenna. 

Betsellere, Emile^ franz. Historienmaler, geb. 1847 in Bayi)nne, f 1880, stellte 
1878 in Paris ein grosses biblisches Bild aus: Christus beschwort den Sturm auf 
dem See von Genezareth von trefflicher Färbung des Meeres und 1880 den Verrath 
Dumouriez' 

Bettazu, Ranleri, Kupferstecher, geb. um 1824 in Florenz, Schüler des 
Antonio Perfett i, stach nach Guido Reni die Cleopatra (1868), die Lucretia und 
Beatrice Cenci und nach Tizian die Flora. 

Bettelini, Pietro, ital. Kupferstecher, geb. 1763 in Lugano, f 1828 in Rom, 
war Schtfler von Gaetano Gandolff und in England von Bartolozzi, bildete 
sich auch nach Raphael Morghen, arbeitete mit dem Grabstichel und In punktirter 
Manier und drang mit tiefem Verständniss in den Geist des Originals ein. Seine 
besten Grabstichelblätter sind die dem Correggio zugeschriebene Madonna in der 
Pinakothek zu München* die Anbetung der Hirten nach Adrian v. d. Werff, die 
Grablegung Christi nach A. del Sarto, der Evangelist Johannes nach Domenichino, 
die büssende Magdalena nach Schidone, mehrere Madonnen nach Räffael, Ludov. 
Carracci, Guido Reni, Maria Himmelfahrt nach demselben, ebenso mythologische Bilder 
nach Ann. Carracci und Cipriani, und historische Bilder, Genrebilder, Portraits und 
der Alexanderzug nach Thorwaldsen. 



120 Bßtti — Bewick. 

Betti, Bernardino, 8. Pintnricchio. 

Betti, Biagio, ital. Maler, geb. um 1545 in Cutigliano bei Pistoja, f 1615 in 
Rom, Schüler des Daniele da Volterra, nur bekannt durch die im Kloster San 
SUvestro auf dem Quirinal zu Rom von ihm ausgeführte, 1847 gründlich restaurirte 
Wandmalerei der Speisung der 5000 Mann. 

Bettini, Pietro, ital. Kupferstecher, lebte in der 2. Hälfte des 17. Jahrh. in 
Italien, stach nach Ciampelli die Berufung des Petrus und Andreas zum Apostelamt 
und nach Domenichino das Martyrium des heil. Sebastian. 

Bettkober, Christ. Friedr. Heinr. Sigmund, Bildhauer, geb. 1746 in Berlin, 
t wahrscheinlich um 1816 als Professor an der dortigen Akademie, besonders geschickt 
in dekorativen Bildwerken, jetzt nur noch nachweisbar in einigen allegorischen Gips- 
figuren an einem Grabmal in der Nikolaikirche zu Berlin. 

Beukelaer, Joachim, Maler, geb. um. 1535 in Antwerpen, f nach 1575, Schüler 
von Pieter Aertsen, seit 1559 Meister der dortigen Gilde. Er malte Stillleben, 
Kücheninterieur und Marktscenen, die letzteren in einer Verbindung des profanen 
Genres mit heil. Geschichten. Solche Bilder von ihm in den Galerien in Stockholm, 
Schieissheim und Neapel ; viel schwächer im Museum zu Dresden die 4 Evangelisten 
aus dem Jahre 1567. 

Beutler, Mattliias, s. Beytier. 

Bever, Hermann, Genremaler, geh 15. Aug. 1845 in Würzburg, Schüler der 
Akademie in München unter Raab, OttoSeitz und Karl v. Pilot y, bereiste 
1879 Italien und liess sich in München nieder. Unter seinen Genrebildern sind zu 
nennen: Der Wildschütz (1876), Geringer Jagdeifer (1879), Verkannt und Anerkannt 
(1883), Nur Muth! (1888). 

Beveren, Charles Christian von, belgischer Genremaler, geb. 7. April 1809 
in Mecheln, f 16. Sept. 1850 in Amsterdam, Schüler der Akademie von Mecheln und 
Antwerpen, bereiste Frankreich und Italien, und liess sich in Amsterdam nieder, wo 
er Mitglied der Akademie wurde. Von ihm in der Neuen Pinakothek zu München 
die sorgfältig ausgeführte Beichte eines kranken Mädchens. Er malte auch einige 
Altarbilder, z. B. Tod des heil. Antonius v. Padua, und mehrere Portraits. 

Beveren, Mathieu van, Bildhauer, geb. um 1630 in Antwerpen, f 24. Febr. 
1690 in Brüssel, Schüler von Pierre Verbruggen d. Ae. , trat 1650 in die Lukas- 
gilde seiner Vaterstadt, arbeitete in Stein, Holz und Elfenbein. Von ihm ein Grab- 
denkmal in der Jacobskirche zu Antwerpen und andere Arbeiten in belgischen 
Kirchen. 

Beverley, William, engl. Dekorations- un^ Landschaftsmaler, geb. 1824, 
t 1889 in London, wurde für die Bühne erzogen, widmete sich aber als Autodidakt 
der Dekorationsmalerei und wurde bei mehreren Theatern beschäftigt, z. B. 1851 
beim Covent-Gardeu und beim Drurylane-Theater, malte aber auch zahlreiche, sehr 
gerühmte landschaftliche Aquarelle. 

ßevilacqua, Giovanni Ambrogio, Maler der Mailändischen Schule, thätig 
gegen Ende des 15. und im Anfang des 16. Jahrb., Schüler und Nachfolger des 
Vincenzo Foppa. Sichere Bilder von ihm in der Kirche zu Landriano unweit 
Mailand (Fresko) aus dem J. 1483, in der Brera zu Mailand (1502), in der Galerie 
Lochis-Can-ara zu Bergamo und in Privatbesitz. 

Bewer, Clemens, Historien- und Portraitnialer, geb. 30. Mai 1820 in Aachen, 
t 2. Sept. 1884 in Bonn, Schüler der Akademie in Düsseldorf unter Karl Sohn 
und in Paris Schüler von Delaroche und Ary Scheffer, wo er 6 Jahre var- 
weilte, für kleinere französische Kirchen Copien nach Raffael, Murillo u. A. malte 
und sich eine vorzügliche Technik aneignet»-. Am glücklichsten war er in der 
romantischen Geschichte, besonders in den malerischen Trachten und glänzenden 
Stoffen, z. B. Romeo und Julie (1844), die Flucht der Maria Stuart ton Lochleven 
über den See (1847), Tasso am Hof von Ferrara (1850), der Sängerkrieg auf der 
Wartburg (1851\ Findung des Moses (1862), Lorelei (1867) und Judith (1870, 
Museum in Köln). Später malte er vorzugsweise Portraits. 

Bewick, Thomas, berühmter engl. Holzschneider, geb. 12. Aug. 1753 in Cherryburn 
(Northumberland), f 8. Nov. 1828 in Newcastle, der eigentliche Erneuerer der 
Holzschneidekunst, der durch sein Verfahren, die Fläche des Holzstocks als tiefe 
Schattenunterlage zu benutzen und dann vom Dunkeln ins Helle und mit dem Stichel 
auf Hirnholz statt, wie früher, mit dem Messer auf Langholz zu arbeiten, eine grosse 
Verfeinerung herbeiführte, die den Holzschnitt fast dem Stahlstich gleich macht, 
wie er noch jetzt in England ausgeübt wird. Er war seit 1767 Schüler des 



Bewlok — Beyfu«. 121 

Kupfcx Stechers Ralph B'eilby in Newcastle, wo auch sein jüngerer Bruder - 
Jfohn B. (geb. 1760 ebenfalls zu Cherrj'burn, f 1705) als Lehrling eintrat, der mit 
seinem ftltern Bruder zahlreiche Bücher mit Holzschnitten herausgab. Die be- 
deutendsten derselben sind: „General history of quadrupeds" (1790, 7. Aufl. 1820), 
„History of British birds" (1809, neue Ausg. 1847). Ein dritte.-*, mit seinem Sohne Robert 
Elliot B. (1788—1849) unternommenes Werk „British Fishes"' wurde von ihm unvol- 
lendethinterlassen. Eine neueAusgabe von über 2000 „Bewick-Woodblocks" erschien 18 W. 

Bewick, William, Portrait- und Historienmaler, geb. 20. Oct. 1795 inHarwoith 
bei Darlington, f 8. Juni 1866, wurde 1815 in London Schüler von Haydon, wo 
er die für Goethe bestimmten Zeichnungen der Elgin Marbles anfertigte. Dann 
lebte er in Darlingtoc als Portraifmaler, verweilte S Jalite in Italien, avo er Coinen 
nach Michelangelo's Fresken in der Sixtinischen Kapelle malte. 1839 und 1840 
war er in London mit Portraits und Historienbildern beschäftigt. Seine Biogr. 
V. Thomas Landseer (1871). 

Beyaert, Henri Joseph Franeois, belgischer Architekt, geb. 29. Juli 1823 in 
Courtrai, f 23. Jan. 1894 in Brüssel, ging 1842 nach Brüssel, wo er Schüler des 
Architekten Felix Janlet wurde und sich seit 1851 durch seine Bauten einen 
bedeutenden Namen machte. Es sind der erste Kursaal in Ostende, die 1864 
vollendete Nationalbank in Brüssel (mit Janssen s) im Stil Ludwigs XVL, die Fontaine 
de Brouckere in Brüssel, der Umbau der Porte de Hai daselbst, die Kirche in 
Jambes bei Kamur, der wirkungsvolle Bahnhof in Tournai, das neue Bankgebäude 
in Antwerpen im französischen Renaissancestil und zahlreiche Schlösser in Belgien. 

Beychel, (Beichel), Desiderfus, Holzbildhauer des 15. Jahrb., wahrscheinlich 
der Urheber der 1493 entstandenen Chorstühle und der Altarstaftel mit der Apostel- 
bildern für die Kirche der Antoniter in Isenheim, jetzt im Museum zu Kolmar. 

Beyer, August, Architekt, geb. 30. April 1834 in Künzelsau (Württemberg), 
Schüler der Baugewerkschule in Stuttgart und des Arcliitekten Egle, wurde dessen 
Gehilfe bei der Restauration der Frauenkirche in Esslingen und beim Polytechnikum 
in Stuttgart, lieferte Zeichnungen für Egle's „Mittelalterliche Baudenkmale in 
Schwaben", bereiste Deutschland, Belgien, Frankreich und Italien und war bis 1872 
Lehrer an der genannten Baugewerkschule. Dann errichtete er zahlreiche Privat- 
gebäude und "Villen, restaurirte die Klosterkirche in Bebenhausen und wurde 1880 
als Baumeister des Münsters nach Ulm berufen, wo seine Hauptaufgabe die 
Vollendung des grossen Westthurms wurde. 

Beyer, Jean de, Zeichner und Maler, geb. 1705 in Aarau, f 1768 in Cleve, 
Schüler von Quinckhardt und von C. Pronk in Amsterdam, zeichnete und 
malte Landschaften aus niederländischen Städten und eine Reihe von 16 Ansichten 
aus Amsterdam, von denen mehrere gestoclien wurden. 

Beyer, Joh. Christ. Wllh., Bildhauer, geb. 27. Dec. 1725 in Gotha, f 23. März 
1806 in Schönbrunn bei Wien, fast nur bekannt durch die im dortigen Schlossgarten 
von ihm herrührenden Statuen der Kalliope, des Brutus und der Lucretia, Jason, Aspasia, 
Nymphe der Flora, Apollo, Paris und Helena, Neptun und Thetis; auch im Schloss 
Laxenburg von ihm eine Statue des Meleager. 

Beyer, Josef, Bildhauer, geb. 28. Febr. 1843 in Wien, war bis 1873 in der 
Erzgiesserei von Fern körn, dann Schüler der Akademie unter Kund mann. 
Er schuf eine grosse Zahl von Bildwerken für öffentliche Gebäude Wiens, z. B. 
3 Metopenreliefs für die Hofmuseen, Figuren für das neue Rathhaus, für die Attika 
des neuen Universitätsgebäudes, auch Statuen für den Hof des neuen Rathhauses, 
Reliefs .für die Attika des Parlamentsgebäudes, auch Portraitstatuetten und -Büsten. 

Beyer, Leopold, Kupferstecher, geb. 1784, Todesjahr unbekannt, Schüler von 
Jak. Schmutz er in Wien, thätig in der 1. Hälfte des 19. Jahrb., stach religiöse 
Bilder nach Führich (Joseph und Maria in Bethlehem Herberge suchend), Binder, 
Dobyaschofsky und verschiedene historische und Genredarstellungen. 

Beyeren, Abraham Hendricksz, holländ. Stilllebenmaler, geb. 1620 oder 21 
im Haag, f 1674 in Alkmuar, wurde 1640 Milglied der Lukasgilde im Haag und 
1657 der Gilde in Delft. Er malte in geschmackvoller Anordnung und kräftigem 
Farbenton todte Fische, Frühstücksbilder, bisweilen auch Blumen Seine Bilder sind 
vielfach zerstreut in öffentlichen Galerien, z. B. in Berlin, Wien, Schwerin, Amsterdam, 
Stockholm und in der Landesgalerie in Budapest. 

Beyfus, Hermann, Genre- und Portraitmaler, geb. 1857 in Wien, Schüler der 
dortigen Akademie und der Akademie in München. Von ihm im Rathhaus zu Wien 
das treffliche Portrait des Dichters Bauernfeld. 



122 Beyrer — Bianchi. 

Beyrer, Joseph, Holzschuitzer, geb. 24 Dec. 1839 bei Lermoos in Tirol, lernte 
zunächst bei dem Holzbilflhauer Renn in Irast und war 1857— 6'2 bei einem Bild- 
schnitzer Namens Johann Petz in Konstanz, wo er Statuen und Reliefs ausführte. 
Seine Thätiglieit erstreckt sich vorzugsweise auf kirchhche Holzbildwerke in Statuen 
und in Reliefs von guter Xörperbildung und viel Empfindung und Ausdruck. Die 
meisten derselben in Dorfkirchen von Württemberg und vem südlichen Bayern. Bei 
vielen Werken war ihm behilflich sein Bruder und Schüler Heinrich B., geb. 
2. Sept. 1847. 

Beyschlag: Julius Robert, Genrenlaler, geb. 1. Juli 1838 in Nördlingen, war 
Schüler der Akademie in München unter Philipp Foltz und machte Studienreisen 
nach Paris und Italien Unter seinen ansprechenden Genrebildern, in denen besonders 
die weiblichen Gestalten graziös behandelt sind, nennen wir : Iphigenie auf Tauris 
'1S61', Sonntagsmorgen im Ries (1861), der Geburtstagsmorgen (1864), Frühlings- 
spaziergang, Hochzeitszug (1876), Orpheus und Eurydice (1879), des Ritlers Abschied 
von den Seinen (1881), In der Kirche (1883), die Rückkehr des Vaters (1886), 
Frauenlob (12 Piistvllbilder), Liebes Volk (12 Pastellbilder). 

Beytler, (oder Beutler), Matthias, Goldschmied und Kupierstecher, geb. um 
1550 in Augsburg, thätig um 1580 in Ansbach. Unter seinen seltenen Stichen nennt 
man 14 Blätter, betitelt „Das Thierbüchlein" , 12 Blätter „Das Rosenbüchlein", einen 
Christus am Kreuz, die 7 Planeten dargestellt durch kleine Figuren und einige Blätter 
Ornamente. 

Bezard, Jean Louis, franz. Historienmaler, geb., 15. Nov 1799 in Toulouse, 
in Paris Schüler von Guerin und Picot und der Ecole des beaux-arts, erhielt 
mit dem Bilde, Jakob weigert sich den Benjamin ziehen zu lassen, den grossen 
römischen Preis und brachte nach seinem Aufenthalt in Italien historische Bilder 
meistens religiösen Inhalts, z. B. Magdalena in der Wüste, Martyrium des heil. 
Saturninua, das Reich der Bösen auf der Erde (1837), die 7 Werke der Barmherzigkeit, 
die Himmelfalirt Maria u. a. Auch führte er Wandmalereien in einigen Kirchen von 
Paris und in der Kathedrale von Agen aus. 

Bezzi, Bartolommeo, ital. Landschaftsmaler, geb. 1851 in Fucine d'Ossona 
Welschtirol), Schüler der Akademie in Mailand, malt in der Weise der Impressionisten 
vorzugsweise Alpenlandschaften von frappanter Beleuchtung, z. ß. sein 1888 in München 
ausgestellter Sonnenuntergang 

Bezzuoli, Giuseppe, ital. Maler, geb. 28. Nov. 1784 in Florenz, t 13. Sept. 
1865 das., war dort Schüler von Benvenuti', malte Historienbilder und Landschaften. 
Unter den ersteren werden genannt: Angelica und Medor, die Taufe Chlodwig's, 
Einzug Karl's VIII. in Florenz (1829), Tod des Filippo Strozzi (1837;, Auffindung 
dos Leicnnams von Manfred nach der Schlacht bei Benevent, das Volk von Borgo 
San Lorenzo das Gott für die Errettung aus dem Erdbeben dankt (1840) und eine 
Darstellung von Galilei, der das Gesetz der Schwere studirt. 

Biagio, Yincenzo di, s. Catena. 

Bianchi, Achille, Bildhauer, geb. 16. Febr. 1837 in Mailand, f 1- April 1889 
in Rom Schüler der Akaüemie seiner Vaterstadt unter Cacciatori, begann seiue 
Thätigkeit mit den beiden Werken: Christi Einzug in Jerusalem und Carmagnola 
vertheidigt sich gegen die Anklage des Verraths, zog dann 1880 nacü Rom und 
brach* e hier als seine besten Bildwerke eine Susanna, Pia de Tolomei, Rebekka, die 
Armida des Tasso, Desdemona, und mehrere Grabdenkmäler 

Bianchi, Baldassare, Prospektenmaler, geb. 1614 in Bologna, f 1679 in Modena, 
Schüler und später Schwiegersohn des Prospektenmalers MeteHi, malte im Dienst 
der Herzöge vun Modena und Mantna. Man kennt von ihm fast nur ornamentale 
Malereien für Theaterdecoratioüen. 

Bianchi, Federigo, Maler des 17. Jahrh. aus Mailand, f angeblich nach 1713, 
Schüler und später Schvriegersohn des GiulioCesareProcaccini. Er malte 
namentlich aus der Geschichte der Heiligen liebliche Bilder für Kirchen seiner Vaterstadt. 

Bianchi, Francesco, genannt il Frari da Modena, ital. Historienmaler, geb. 
1447, t 8. Febr. 1510, Schüler vonCosimo Tura, zog um 1480 von Ferrara nach 
Modena, wo er die meisten seiner Bilder malte die zum Theil sehr an seinen Schüler 
Correggio erinnern. Eins seiner Hauptbildcr ist im Lonvre eine thronende Madonna mit 
dem Kinde und 2 Heiligen ; auch in der Pinakothek zu Ferrara eine Madonna mit Heiligen. 

Bianchi, Fränccbco Bnonavita, ital. Maler, geb. in Florenz, t 1658, Schüler 
des C i g 1 i , malte kleine Cabinetsbilder auf Jaspis, Achat, Lasursteinen und anderen 
Steinen, die durch iure Farbentöne die Malerei unterstützten. 



Bianchi — Biard. 123 

Biauchi, Isidoro, genannt B. da Campione, geb. 1602 f 1690, Schüler des 
Morazzone, malte in dessen Weise, wurde 1626 Hofmaler des Herzogs von Savoyen, 
Karl Emanuel I. Mehrere Bilder von ihm in Kirchen der Uingegeud von Mailand. 

Bianchi, Lnigi, ital. Maler, geb. im Jan. 1828 in Mailand, nahm 1848 am 
italienischen Kriege Theil, lebte bis 1853 in Rom und malte die trefflichen Genre- 
bilder: Auf der Wacht der Befreiung, der gefährliche Weg, die Neugierde und zahl- 
reiche Bilder, die in Privatbesitz kamen, darunter das bedeutendste : Die Abreise des 
letzten Maurenkönigs Boabdil aus Granada. 

Bilinchi, MoYse, ital. Maler, geb. 1840 in Monza, lebt in Mailand, malte die 
wegen ihres Ausdrucks und voller Wahrheit sehr gerühmten Bilder : Milton, die 
Geistlichen in der Prozession, die Anklage des Hochverraths gfegen den Erzbischof 
Auselm Posterla, aber auch die landschaftlichen Bilder Sturmwetter im Meerbusen 
von Venedig, Kanal von Chioggia u. a. 

Bianchi, Pietro, Architekt des 19. Jahrh. aus Lugano, leitete in Neapel den 
Bau der schönen halbelliptischen Halle »von 44 dorischen Säulen und 1817 — 32 den 
Bau der in der Mitte derselben gelegenen Kirche San Francesco d' Paola, errichtete 
noch andre monumentale Bauten und- wurde Mitglied der Akademie von Wien, von 
San Luca in Rom und von Brüssel. 

Bianchi, Pirro, römischer Maler, geb. 1694, f l'^O, Schüler von Luti und 
Baciccio, war in allen Zweigen der Malerei geschickt, in Historienbildern, Portraita, 
Landschaften, Seestücken und Thierstücken. Unter seinen für sein kurzes Leben 
zahlreichen Bildern wird eine heil. Clara in Gubbio am meisten gerühmt ; in S. Maria 
degli Angeli in Rom voj, ihm eine Immaculata. 

Bianchini, Yincenzo, Musivarbeiter aus Venedig, thätig in der 1. Hälfte des 
16. Jahrh. Von ihm das sehöne Mosaik das Urtheil Salomo's im linken Flügel der 
Vorhalle von San Marco in Venedig. 

Bianco, Baccio, Maler und Architekt, geb. 4. Oct. 1604 in Florenz, f 1656, 
Schüler von Bilivert, Tvar seit 1620 in Deutschland bei Festungsbauten thätig, 
dann in Florenz Lehrer der Architektur und der Perspektive, baute in Genifa 1632 
die Stadtmauer und den Palast Durazzo-Pallavicini, Befestigungen in Livoino, Prato 
und Pistoja und wurde 1650 von Philipp IV. nach Spanien berufen, wo er Theater- 
prospekte malte und Lustgärten anlegte. 

Bianco, Simone, Bildhauer aus Florenz, thätig in der Mitte des 16: Jahrh. 
in Venedig, wo er fast sein ganzes Leben zubrachte. Er war in seinem etwas rohen 
Stil ein frostiger Nachahmer der Antike, der etwas vom Charakter des Quattrocento 
in das spätere Cinquecento hinüberrettete. Einige Büsten von ihm im Louvre zu Paris. 

Biard, Angnste Fran^ois, berühmter franz. Genremaler, geb. 8. Oct. 1798 in 
Lyon, t ira Jo^i 1882 in Les Platreries bei Fontainebleau, bildete sich in seiner 
Vaterstadt unter R e v o i 1 und unter Richard. Schon in jungen Jahren machte er 
grosse Reisen nach Snanien, Griechenland, Syrien und Aegypten und begründete 
seinen Ruf sowohl durch die aus den dortigen Anschauungen hervorgegangenen 
Bilder, als durch andre Genrebilder, in denen er die kleinen Gebrechen und Unfälle 
des Spiessbürgerthums in komischer Weise schilderte; sie waren reich an Geist und 
charaktervoll, aber in der Behandlung etwas trocken. Eins seiner ersten Werke 
waren 1833 die mit ergreifendem Pathos geschilderten Araber vom Samum in der 
Wüste überfallen (Museum in Nimes) ; noch grösseren Beifall fanden die wandernden 
Komödianten, der sehr ergreifend durchgeführte Sklavenmarkt, die komische Revue 
einer ländlichen Nationalgarde, die Taufe unter dem Aequator, der Seeheld. Duquesne 
befreit die europäischen Sklaven in Algier, Faschingsrauferei, Visitation an einer 
Mauth, der die Sitten des Orients hübsch karikirende Harem (1837), das Familienconcert 
und das mit förmlichem Beifallsturm aufgenommene unterbrochene Mittagsmahl (1839). 
1839 trat er eine zweite grössere Reisb nach dem äussersten Norden, nach Lappland, 
Grönland und Spitzbergen an ; die Früchte derselben waren die Bilder : Matrosen im 
Kampf mit Eisbären (1841, Galerie Ravene in Berlin und ähnlich im Museum zu 
Leipzig), der Herzog von Orleans bei den Lappen, Rennthierjagd, Sonnenaufgang 
auf Spitzbergen und wiederum einige andre Bilder historischen Inhalts. 1855 machte 
er seine dritte grössere Reise nach Brasilien, worüber er nur in dem. Journal „Le 
tour du monde" berichtete, als Separatabdruck „Deux annees au Bresil" mit Illustrationen 
von Riou nach Skizzen von B., und endlich 1865 eine Reise um die Welt. Viel 
weniger Beifall fanden die Früchte dieser beiden letzten Reisen. 

Biard, Pierre, Architekt, Bildhauer und Radirer, geb.. 1559 in Paris, f 17. Sept. 
1609 daselbst, bildete sich in Rom nach Michelangelo, errichtete in Paris den überaus 



124 Biard — Biedermann-Arendts. 

kühnen Lettner der Kirche St. Etienne du Mont und ein Crucifix daselbst. Sein 
Hauptwerk war das in der Revolution von 1792 zerstörte Relief Heinrich 's IV. zu 
Pferde über dem Portal des Rathhauses. Er radirte auch mehrere Blätter nach 
Michelangelo, Giulio Romano u. a. 

Biard, Pierre d. J., Sohn des Vorigen, Architekt, Bildhauer und Radirer 
geb. 15!>2 in Paris, f 1661 daselbst. Von ihm die ebenfalls in der Revolution zerstörte 
Reiterstatue Ludwig- s XIII. auf der Place Royale (Place des Vosges). Er radirte 
zahlreiche Blätter nach Raffael, Michelangelo, Giulio Romano u. a. 

BIbiena, s. Oalli, Ferdinando. 

Bicci di Lorenzo, ital. Maler und Bildhauer, geb. 1373 in Florenz, f 1452 
daselbst, der letzte Künstler der Richtung G i o tto 's, der mit wohlthuender Einfachheit 
und Milde des Ausdrucks malte. Er war Schüler seines Vaters Lorenzo und an- 
geblich des S p i n e 11 A r e t i n 0. Von ihm zahlreiche Bilder in den Kirchen von Florenz, 
z. B. im Arcispedale S. Maria Nuova die 2 Fresken mit der Einweihung der Stiftung 
1420 durch den Kardinal Antonio Correr und ein Relief der Krönung Maria, Fresken der 
Apostel im rechten Kreuzarm des Doms zn Florenz (1427) und einige Grabdenkmäler, 
auch Fresken im Kloster Santa Croce daselbst, und in S. Bernardo zu Arezzo. 

Bickart, Jodocus, einer der frühstem Stecher in Mezzotinto, thätig in Mainz 
um 1650—72. Man kennt von ihm nur die Blätter: Der Evangelist St. Markus, das 
Grelseoalter, Portrait des Kurfürsten Johann Philipp v. Mainz, und. des Job. Reinhart 
v. Metternich-Winneburg. 

Bickhart, Anton, Kupferstecher, geb. 1677 in Augslurg, t 20. Jan. 1748 in 
Prag, Schüler vonAmbling, bildete sich 1704— 10 in Rom, kehrte über Frankreich, 
England und Holland zurück, wurde 1720 Hofkupferstecher der Markgräfin von 
Baden, Hess sich aber 1730 in Prag nieder. Von ihm der Märtyrertod von 40 Juden 
nach BourguigüOü, der leidende Heiland (5 Blätter), Karl VI., die Marienkirche bei 
Prag, und 54 Blätter zu Balbin's Geschichte von Böhmen. 

Bida, Alexandre, franz. Zeichner und Maler, geb. 1823 in Toulouse, bildete 
sich unter Delacroixin Paris, bereiste 1844—46 Konstantinopel und den Orient, wo 
er gründliche Studien machte, so dass seine nach diesen Reisen gemachten Zeichnungen 
und Oelbilder den vollen Charakter der dortigen Menschen und Gegenden in ihren 
verschiedenen Licht- und Luftwirkungen künstlerisch wiedergeben. Die umfassendsten 
Studien machte er später noch einmal in Palästina. Bilder dieser Art sind ein 
arabisches Kaffeehaus, der Sklavenmarkt, betende Juden vor der Salomonischen 
Mauer (1851), Ermordung der Mamelucken und Enthauptung Johannis d. T. In 
Deutschland wurde er bekannt durch seine von Flameng und A. radirten Zeichnungen 
zu den 4 Evangelien (auch mit deutschem Text), die mit naturgetreuer Darstellung 
der Gegenden und edler Auffassung des jüdischen Typus einen echt christlichen Geist 
verbinden. Auch illustrirte er die Werke Alfred de Musset's, das Buch Ruth (1876) 
und das Buch Tobia (1880). In seinen Zeichnungen hat er die eigenthümliche Manier, 
auf dem getuschten Blatt 'dadurch zu modelliren, dass er mit Radirnadel und Messer 
die dunklen Töne wegnimmt, wodurch die Zeichnung eine besondere Klarheit und 
ein deutliches Relief der Erscheinung erhält. 

Bidanld, Jean Joseph Xavier, franz. Landschaftsmaler, geb. 15. April 1758 in 
Carpentras (Dep. Vaucluse), f 20. Oct. 1846 in Montmorency (Seine et Oise), Schüler 
seines Bruders, des Kupferstechers Jean Pierre Xavier B. (1745 — 1813), wurde 
1823 Mitglied des Instituts, malte eine grosse Menge gut componirter Landschaften 
namentlich aus Italien, die er von 1791 — 1844 auf die Pariser Ausstellungen brachte. 

Biduinns, ital. Bildhauer aus dem Ende des 12. Jahrb., von dem man in der 
Kirche zu Casciano in der Nähe von Pisa 2 Reliefs aus dem Leben Christi und iß 
der Kirche der Misericordia in Lucca ein Relief mit dem Wunder des Priesters 
S. Nicoiao (um 1180) erblickt, das durch seine Rohheit und Stillosigkeit für den 
damaligen tiefen Stand der Plastik merkwürdig ist. 

Biedermann (Bidermann), Joliann Jakob, Landschaftsmaler, geb. 1763 in 
Winterthur, f 1830 in Konstanz, seit 1780 Schüler von Graff in Dresden, Hess sich 
in Rom nieder und zog 1804 nach Konstanz. Er malte kleine Landschaften, staftirt 
mit Menschenfiguren und Vieh, auch kleine liebliche Couversationsstücke und radirte 
eine Folge von 26 landschaftlichen Bildern mit Thieren und Scenen aus dem Volks- 
leben der Schweiz. 

Biedermann-Arendts, Frau Hermine, Thiermalerin, geb. 1855 in München, 
Schülerin von Zügel, malt wohlgelungene Hundebilder und Jagdscenen, die sie seit 
1877 auf die Ausstellungen brachte. 



Biefve — Biermann. 125 

Bi^fve, Edouard de, belgischer Historienmaler, geb. 4. Dec. 1809 in Brüssel, 
t 7. Febr. 1882 das., Schüler der dortigen Akademie und 1828—30 Schüler von 
Paelinck, in dessen klassischer Richtung er seine ersten Bilder malte. Dann lebte 
er 10 Jahre in Paris, von wo er die belgischen Ausstellungen mit Bildern andrer 
Richtung und andrer Technik beschickte. Es waren namentlich Ugolino und seine 
Söhne im Hungerthurme zu Pisa, das durch -die Wahrheit des Ausdrucks und die 
Energie der Farbe bedeutend wirkte ; ebenso die letzten Augenblicke der Anna Boleyn. 
1841 folgte sein für das belgische Nationalmuseum in Brüssel bestimmte Hauptbild: 
Der Compromiss des niederländischen Adels 1566 gegen die Einführung der Inquisition 
(Wiederholung in der Nationalgalerie in Berlin), das nait Gatlait's Abdankung 
Karl's V. auf einer Rundreise durch Deutschland das grösste Aufsehen erregte und 
durch die glänzende Technik einen grossen Einfluss auf die jüngere Generation aus- 
übte. Nach diesem Bilde begann sein Stern allmählich, zu sinken. Grossen Beifall 
fanden zwar noch die Bilder: Der Damenfriede vom 5. Aug. 1529 und Karl I. von 
England, der dem Rubens für die Vermittelung des Friedens zwischen Spanien und 
England eine goldene Kette überreicht (im kaiserl. Schloss zu Berlin), aber schwächer 
waren die Bilder: Herzog Alba bei der Enthauptung Egmont's und Hoorn's, die 
Gründung des belgischen Königthums, Gräfin Egmont nach der Verhaftung ihres 
Gemahls (1860), dagegen noch wiederum bewundert 1862 der Kriegsrath des Herzogs 
von Parma über die Belagerung von Antwerpen. 

Biel, Antonie, Landschaftsmalerin, geb. 23. Jan. 1830 in Stralsund, f 2. April 
1880 in Berlin, war hier Schülerin von W. Schirmer und in Düsseldorf und Karlsruhe 
von L e s s i n g , machte Studienreisen nach Dänemark, Schweden und Rügen, und 
zeichnete sich namentlich durch Strand- und Mondscheinbilder aus, die auf mehreren 
Sonderausstellungen der Berliner Nationalgalerie Anerkennung fanden. 

Biella, Angelo, Bildhauer, geb. 1829 in Mailand, brachte bis jetzt eine 
Reihe anmuthiger, aber etwas gezierter Genrestatuetten und Büsten, z. B. das 
faule Kind mit dem Buche, Sylvia an der Quelle, eine Bacchantin, die Bescheiden- 
heit u. a. 

Bienaim<^, Luigi, Bildhauer, geb. 1795 in Carrara, f 17. April 1878 in Florenz, 
war iff Rom Schüler und Gehilfe Thorwaldsen's, arbeitete anfangs in Rom; 
später in Florenz ansässig, schuf er meistens ideale, lyrische oder religiöse Figuren 
von grosser Zartheit und Gewandtheit. Zu nennen sind: Eine Diana im Bade über- 
rascht, Venus mit dem Apfel, eine Figur der Unschuld mit einer Taube, ein Christus- 
knabe, den ein Engel vor einer Schlange warnt, 2 Bacchantinen, und ein Amor, der 
die Spitze seines Pfeils prüft. 

Biennourry, Victor Franqois Eloi, franz. Historienmaler,, geb. 10. Jan. 1823 
in Bar sur Aube, f Dec. 1893, Schüler vonDrolling und der Ecole des beaux-arts, 
errang 1842 den römischen Preis mit dem Bilde Samuel salbt David zum König, 
schmückte nach seiner Rückkehr aus Rom die Kirche St. Severin mit Wandgemälden 
und brachte sehr gerühmte historische und allegorische Bilder und Portraits, z. B. 
Der reiche Mann und der arriie Lazarus (1849), die Jagd nach dem Glück, die Taufe 
Christi (1859), Christus am Oelberg, Parthenope (1865), der Fabeldichter Aesop (1869) 
und dekorative Zeichnungen zum Schmuck der Tuilerien. 

Biermann, Gottlieb, Historien- und Portraitmaler, geb. 13. Oct. 1824 in Berlin, 
Schüler der dortigen Akademie unter Wilh. Wach, ging 1849 nach Paris ins Atelier 
Gogniet's und nach Italien. Seit 1853 in Berlin ansässig, malte er Gustav Adolf's 
Tod (Museum in Stettin) und Episode aus der Schlacht bei Kunersdorf, Genrebilder 
aus dem italienischen Volksleben und ging allmählich mehr zum Portrait über, worin 
er besonders Glück machte durch seine' Kindergruppen und weiblichen Portraits aus 
der vornehmen Welt. Von glänzendem Colorit waren seine Bilder Valeska und die 
Zigeunerkönigin (1B77), Esther (1880) und eine Bacchantin. 

Biermann, Karl Eduard, einer der Begründer der Berliner Landschaftsmalerei, 
geb. 26. Juli 1803 in Berlin, f 16. Juni 1892 das., war anfangs Porzellan- und 
Decorationsmaler und kam erst infolge einer Reise nach der Schweiz, Tirol und 
Italien zur Landschaft von poetisch-romantischer Auffassung. Dahin gehören : Aussicht 
auf Florenz (1834), die Tasso-Eiche (1836) und die drei herrlichen Landschaften in 
der Berliner Nationalgalerie. An Zeichnungen lieferte er 8 Scenen aus Goethe's 
„Faust", betheiligte sich bei den Wandgemälden in einigen Räumen des Neuen 
MuseuÄs in Berlin und machte 1852 eine Reise nach Dalmatien, dessen wildromantische 
Natur er in 16 Aquarellen wiedergab, unter denen die Stammburg der Hun^adi von 
den letzten Strahlen der Sonne beleuchtet, sehr bewundert wurde. 



1^26 Bierstadt — Bildera. 

Bierstadt, Albert, nordamerikan. Landschaftsmaler, geb. 1830 in Solingen, kam 
scton 1832 nach Amerika, wo sich sein entschiedenes Kunsttalent frühzeitig kund gab. 
1853 ging er nach Düsseldorf, wurde hier Schüler von Les.sing, A. Acheubach 
und Leutze, machte Studienreisen in Deutschland, der Schweiz und Italien und 
malte in New-Bedford (Massachusetts) die Resultate derselben, die schon 1857 all- 
gemeines Aufsehen erregten. 1858 nahm er an einer Expedition des Generals Lander 
nach den Rocky Mountains Theil, reiste 1863 nach Neu-Jerusalem am Salzsee und 
nach San Francisco. Für 2 im Kapitol zu Washington zu malende Bilder ging er nach 
Italien und 18(58 für eine Zeitlang nach Paris und lebt jetzt auf seinem Landgut be.i 
Irvington am Hudson. Seine grossartigen, effektvollen Landschaften sind vorzüglich 
in den Vordergründen und in den Baumgruppeü. Zu seinen Hauptbildern gehören-^ 
Deutsche Landschaft (1854), der Bogen des Oktaviau (1858), der Morgen in den Rocky- 
Mountains (1861), das Felsengebirge Landers Pik (1863), Sonnenuntergang in Californien 
(1864), der grossartige Sturm im Felsengebirge (1866), das colossale Yosemitethal 
(1867) die Sierra-Nevadagebirge (1871), ein Park in Colorado (1878) und Mount- 
Wbittey in Californien (1879). 

Biczelingen, Christian Jan van, holländ. Portraitmaler, geb. 1558 in Delft, 
t 1600 in Middelburg, arbeitete mehrere Jahre in Spanien, gab mit besonderer 
Geschicklichkeit die menschlichen Gesichtszüge wieder; am meisten gerühmt wurde 
sein Portrait des Prinzen Wilhelm I. von Orauien. 

Bi^ari, Vittorio, ital. Maler, geb. 1692 in Bologna, f 1776, erwarb sich einen 
bedeutenden Namen durch seine auch im Colorit glänzenden Dekorations- und Figuren- 
malereien auf Decken und Wänden und wurde hierin von mehreren Fürsten be- 
schäftigt. Von seinen 3 Söhnen Francesco, Giacomo und A n g e 1 o war der 
erste Architekt, die beiden anderen Figurenraaler. 

Bigg,. ■William Redmore, engl. Genremaler, geb. im Jan. 1775, t 6. Febr. 1828 
in London, Schüler von Penn.y und der Akademie, stellte seit 1780 seine Portraits 
und einfachen, gemüthlichön, wenn auch künstlerisch nicht bedeutenden Bilder aus 
dem häuslichen Leben von moralischer Tendenz, später aber auch Landschaften mit 
ländlicher Staffage aus. Erst 1814 wurde er Mitglied der Akademie in London. 

Biggi, C^ovanni, römischer Bildhauer der Gegenwart, d§r sich seit 1878 auf 
den Ausstellungen, besonders durch Portraitstatuen und -Büsten einen Namen gemacht 
hat. Solche Statuen sind z. B. Girolamo Savonarola (sitzend), der Mönch Fanfulla (Gips), 
die allegorische Statue tles Morgens und die Büsten des Schriftstellers Tommaseo, 
des Historikers Capponi, des Staatsmanns Rattazzi und viele andre. 

Bigio, Baccio, ital. Architekt, geb. 1460 in Florenz, f 1527, war Gehilfe des 
Baccio d'Agnolo, Obermeister am Dom in Florenz (1513), wurde von Leo X. 
nach Rom berufen, half bei den Mauern der neuen Feste von Montefiascone, baute 
auch an der Fagade von San Lorenzö in Florenz und arbeitete 1526 mit Baccio 
d'Agnolo an den Festungswerken von San Miniato. 

Bigio, Marcanton Fraucia, s. Franciabigio. 

Bigio, Nanni di Baccio, Bildhauer und Architekt aus Florenz, Sohn des 
Baccio Bigio, Zeitgenosse des Michelangelo in der Bildhauerkunst, Schüler des 
Montelupo und des Bildhauers Lorenzetto in Rom, wo er in S. Maria sopra 
Minerva das Grabmal des Papstes Clemens VII., in S. Maria dell' Anima und in 
S. Spirito zu Florenz eine Copie der Pietä. Michelangelo's schuf. In der Architektur 
war er Schüler des Antonio da Sang all o, baute unter Julius III. einige Paläste, 
aber auch die schon bei seinen Lebzeiten 1564 eingestürzte Brücke, jetzt Ponte 
rotto; ebenso unheilvoll war seine Mitwirkung beim Bau der Peterskirche. 

Biguami, Vespasiano,, Maler und Schriftsteller, geb. 1841 in Cremona, Schüler 
der Akademie Carrara in Bergamo, wo er eine grosse Thätigkeit als Dekorations- 
maler für mehrere Industriezweige entwickelte. 1861 liess er sich in Mailand nieder, 
setzte diese Thätigkeit hier anfangs fort und stellte 1869 als erstes Bild den 
Unterricht in der Botanik aus ; dann folgte das trotz seines Titels heitere Bild : 
Zum Tode verurtheilt. 1879 malte er für eine Kirche in Biella die 4 Evangelisten. 
Bedeutender als durch seine Bilder machte er sich in Mailand als Dichter und 
humoristischer Schriftsteller. 

Bigordi, a. Giiirlandajo, Bomenico. 

Bilder»^ Johannes Warnardns, Landschaftsmaler, geb. 18. Aug. 1811 in 
Utrecht, f 8. Nov. 1890 im Haag, konnte sich erst mit 20 Jahren der Kunst widmen 
und studirte als Autodidakt die Natur, die er in poetischen Stimmungsbildern darstellt 
und besonders in dem über Berg und Thal verbreiteten bläulidien Duft. 1859 ging 



Bildeis — Bin. 127 

er nach Wiesbaden, wo er die Ueberreste des ehemaligen Klosters Klarenthalmalte. 
Unter seinen übrigen Bildern, meistens aus der Umgegend von Arnheim, Nim- 
wegen und Geldern, die sioh in den Museen von Amsterdam, Haag und Haarlem 
befinden, nennen wir nur die Landschaft aus Gelderland, Birkenallee in Geldern und 
Oostc/ucck in Gelderland. 

Bilders, Marie, geb. van Bosse, holläud. Landschaftsmalerin, geb. 21. Febr. 
1837 in Amsterdam, Schülerin von van de Sande-Bakhuizen, von Bosbooni 
und Johannes W. Bilders, in Oosterbeck ansässig, malt Landschaften aus der 
dortigen Gegend. 

Bilinska, Anna, Portraitmalerin, geb. 1858 in Warschau, f im April 1893 
das., bildete sich in Paris, wo sie eine beliebte Portraitmalerin der vornehmen 
Russen und Polen wurde. Ihre Bilder sind von energischer Charakteristik und 
glänzender malerischen Technik. 

Bilivert^ Johann, Historienmaler, geb. 1576 in Mastricht, f 1644 in Florenz, 
lebte fast nur in Italien, wo er Giovanni B i 1 i v » 1 1 i oder B i 1 i v e r t i genannt wurde, 
Hauptschüler und Nachahmer C i g o 1 i ' s. Sein bedeutendstes Kirchenbild ist die 
Vermählung der heil. Katharina in der Servitenkirche zu Florenz; oft malte er 
Joseph und Pothiphar's Weib. Im Hofnmseum zu Wien ein Christus und die 
Samariterin am Brunnen. 

Billardet, L6on Marie Joseph, franz. Maler, geb. 17. Mai 1818 in Gray 
(Ha ite-Saone), f 24. Nov. 1862 das., behandelte auf sinnliche, aber technisch meister- 
hafte Weise die Liebesgeschichte von Abälard und Heloisa. In einem coloristisch 
trefflichen Bilde stellte er auch den Beschützei- des unglücklichen Abälard, den 
.Theologen Petrus Venerabilis, dar. 

Billet, Pierre, franz. Genremaler der Gegenwart, geb. in Cantin (Nord), 
Schüler von J. Breton, malt treffliche, in den Figuren meisterhafte Bilder aus dem 
ländlichen Leben und Strandbilder, z. B. die Grasschneiderinnen, Rückkehr vom 
Markt. Im Luxembourg- ein Bild von ihm: Zur Zeit der Fluth (1872). 

Billing, Lars Teodicr, scbwed. Landschaftsmaler, geb. 6. Oct. 1807 im nörd- 
lichen Schonen, ging vom Studium der Jurisprudenz zur Malerei über, besuchte 1839 
die Akademie in Stockholm uad bildete sich auf Reisen in Dänemark, Deutschland, 
der Schweiz und Frankreich durch das Studium der Natur. Die glücklich gewählten 
Motive seiner Landschaften entlehnte er aus den Gegenden seiner Heimath und aus 
der Schweiz. 

Blllings, Haminatt, amerikau. Architekt und Maler, geb. 1818 in Miltou 
(Massachusetts), f 14. Nov. 1874 in New- York, lebte meistens in Boston, baute 
mehrere Kirchen daselbst und schuf auch das Postament zu Ball's Washington-Statue 
im Boatoner öffentlichen Garten. Er war auch Aquarellmaler, Zeichner und Illustrator. 

Billmark, Karl Johann, Laaidschaftsmaler, geb. 28. Jan. 1804 iu Stockholm, 
t 1870 in Paris, war anfangs Schüler des Kupferstechers Forseil, besuchte seit 
1825 die Akademie seiner Vaterstadt, mdmete sich der Lithographie und gab 
1820—30 Studien für Laudschaftszeichner heraus. Später reiste er nach St. Petersburg 
und nach Paris, gab dann die malerischen Umgebungen von Stockholm, nach einer 
Rheinreise auch eine Anzahl Veduten vom Rhein und nach einer italienischen Reise 
Veduten von seiner Reise von Stockholm nach Neapel heraus. Sein letztes grösseres 
Werk waren Aquarelllithographien in Tondruck (1852—66) über sein Vaterland 
Schweden. 

BiUwiller, Johann Jakob, Landschaftsmaler und Radirer, geb. 1780 iu 
St. Gallen, f 1820 durch Selbstmord, Schüler der Akademie in Wien, liess sich in 
Schaflliausen nieder, wo, er Landschaften malte und radirte. 1805 radirte er 
6 Portraits damaliger Wiener Künstler und einige Genrebilder. 

Blltius, Jacques, Maler des 17. Jahrb., geb. wahrscheinlich im Haag, f nach 
1678, liess sich 1661 in Amsterdam nieder und wurde 1672 Mitglied der Lukasgilde 
in Antwerpen. Er malte Stillleben, lebendes und todtes Wild und Geflügel. Von 
ihm ein Hahnenkampf im Museum zu Antwerpen. 

Bimbi, Bartolommeo, Maler, gel?. 1648 in Florenz, f 1725 das., Schüler des 
Lorenzo Lippi, malte anfangs Historienbilder, die viel Talent verriethen, und 
widmete sich später der Blumenmalerei, worin er in Toscana in hohem Ansehen stand. 

Bin, Jean Baptiste Philippe Emile, franz. Historienmaler, geb. 10. Febr. 
1825 in Paris, trat 1842 in die Ecole des beaux-arts, wurde Schüler von Gosse 
und Cogniet und malte .seit 1845 wohlgelungBme Portraits. 1853 wandte er sich 
zu mythologischen und historischen Stoffen und malte die Taufe Chlodwig's (1857), Arria 



128 Binck — Birch. 

und Paetus (1861), Orpheus von den Mänaden zerrissen (1865), Christus und Maria 
Magdalena (1865), Perseus befreit die Andromeda (1865, Museum in Tours), der 
rasende Herkules (1866, Museum in Nantes), die Gehurt der Eva (1868), der gefesselte 
Prometheus (1869, Museum in Marseille), danehen aber auch wieder Portrait». Er 
malte Wandbilder im Polytechnikum zu Zürich (1865 — 70), im Theater zu Reims, 
Maria Himmelfahrt in der Kirche St. Sulpice in Paris und andre Wandbilder in 
öffentlichen Gebäuden. 

Biuck (Bink), Jakob, Portraitmaler und Kupferstecher, geb. 1490 oder 1504 
in Köln, f 1569 in Königsberg, bildete sich im Kupferstich nach Dürer und den 
Kleinmeisteru, malte als Hofportraitmaler des Königs Christian III. von Dänemark 
sowohl in Kopenhagen (Portrait dieses Königs und der Königin) als in Königsberg 
zahlreiche Bildnisse und trat 1551 in die Dienste des Herzogs Albrecht von Preussen. 
Die meisten seiner überJtiis zahlreichen Stiche sind eigne Compositionen oder 
Portraits. Sein Selbstportrait im Höfmuseum zu Wien. 

Binder, Joseph, Historienmaler, geb. 1805 in Wien, f 16. April 1863 das., 
bildete sich zuerst in seiner Vaterstadt, und von 1827—34 in München, wo er unter 
H e i n r. Hess in der Allerheiligenkirche malte 1836 wurde er Lehrer am Städel'schen 
Institut in Frankfurt, ging aber 1847 wieder nach Wien, wo er 1848 Mitglied der 
Akademie und 1851 Lehrer an derselben wurde. Zu seinen besten Bildern von 
anmuthigem Colorit gehören : Christus und Magdalena, die Findung des Moses, 
Angelica und Medor, die heil. 3 Könige, der Leichnam des heil. Florian, (Christus 
am Kreuz mit Maria, Johannes und Magdalena (Altarbild), Auffindung des Romulus 
und Remus (Hofmuseum in Wien), Kaiser Max auf der Martinswand (desgl.) und 
die Fresken aus der Schöpfungsgeschichte in der Vorhalle der Altlerchenfelder 
Kirche in Wien. 

Bindesböll, Michael GottHeb Birkner, dänischer Architekt, geb. 5. Sept. 
1800, 1 14. Juli 1856 in Kopenhagen, bereiste 1822 und 1823 Deutschland und Frankreich, 
lernte die Architektur von 1824 — 33 in Kopenhagen und machte Reisen in Italien 
und Griechenland. Nach seiner Rückkehr baute er in Kopenhagen (1839 — 48) das 
Thorwaldsen-Museum nach Motiven der etruskischen Grahbauten, das Bad Klampenborg 
und einige Kirchen und Rathhäuser. 

Bing, Valentin, holländ. Maler, geb. 22. April 1812 in Amsterdam, Schüler 
von Jan Adam K r u s e m a n, widmete sich der Historienmalerei und dem Interieur. 
Unter seineu auf holländische Ausstellungen gebrachten Bildern sind zu nennen : Der 
Evangelist Markus, Isaak und Rebekka und eine Frau von der Insel Scheckland in 
der Zuider See. 

Bin/er, Karl von, Portrait- und Historien-, später auch Landschaftsmaler, 
brachte seit 1861 auf die Ausstellungen die Bilder: Die Grablegung Abraham's, die 
Belehnuug Friedrich's I. von Hohenzollern mit der Brandenburger Kurwürde durch 
Kaiser Sigismund, Cartons zu den Fresken auf Schloss Dölkau bei Merseburg, Ankunft des 
Apostels Paulus in Puteoli und einige Portraits und Landschaften. Er lebt in München. 

Biondi, Vincenzio, ital. Kupferstecher, geb. um 1804 in Lucca, Schüler des 
R. M r g h e n, stach religiöse Bilder nach Allori, Sassoferrato, Raffael, Nie. Poussin 
Carlo Dolci, Correggio. 

Biot, Gustave, Kupferstecher, geb. 1. Jan. 1833 in Brüssel, Schüler von 
Calamatta, erhielt 1855 den grossen römischen Preis. Unter seinen sehr geschätzten 
Stichen sind zu nennen: Die Madonna della Scala nach Correggio's Bild in Parma, 
der Spiegel nach Czermak (1872), der Triumph der Galatea nach Raffael (1875), 
Aglaja nach Cabanel, Portrait des Kaisers Franz Joseph nach Angeli (1873). 

Birch, Charles Bell, englischer Bildhauer, geb. 1832 in London, f 20. Oct. 1893 
daselbst, Schüler von Fol ey, machte sich schon durch seine ersten in der Akademie zu 
London ausgestellten Werke von tiefer Auffassung und poetischem Schwung einen 
bedeutenden Namen. Es sind : Eine Nymphe der Wälder, die Bronzegruppe Vergeltung, 
worin ein Schafhirt für ein vom Adler erwürgtes Lamm einen jungen aus dem 
Nest geholten Adler in der Ifand hält, und die Bronzegruppe der letzte Klang, der 
Tod des Lieutenant Hamilton bei Kabul am 2. Sept. 1879, in Liverpool die Bronze- 
statue des Lord Beaconsfield und des Generalmajors Earle (1887). 

Birch, John, engl. Portraitmaler, geb. 8. April 1807 in Norton (Derbyshire), 
t 29. >rai 1857 in London, war anfangs Gehilfe seines Vaters, eines Feilenhauers, 
kam 7 Jahre später nacli London, wo er Schüler von Bigg wurde und mit grossem 
Geschick Portraits, z. B. des Dichters Ebenezer Elliott, und Landschaften aus der 
Umgegend von London malte 



Bild — Bisi. 129 

Bird, Edward, engl. Genremalev, geb. 12. April 1772 in Wolverhampton, 
t 2. Nov. 1819 in Bristol, war anfangs in der Lehre bei einem Maler von Theebrettern 
und zog dann nach Bristol, wo er eine Zeichenschule errichtete. Seine erst 1807 in 
Bath ausgestellten Bilder fanden so grossen Beifall, dass er Hofmaler der Prinzessin 
Charlotte und 1814 Mitglied- der Akademie wurde. Unter seinen Bildern sind als 
die besten zu nennen : Der Tag nach der Schlacht von Chevy-Chase, der Tod des Eli 
(beide in Stafford-House), die Werkstatt des Hufschmieds, der jxmge Rekrut, die 
Chorsänger, aber auch unter den religiösen und historischen BUdern : jDie Standhaftig- 
keit Hiob's, die Kreuzigung Christi und. die Einschiffung Ludwigs XVIII. nach 
Frankreich, ein Bild, das ihm manche Unannehmlichkeiten bereitete, die seinen Tod 
beschleunigten. 

Bird, Francis, engl. Bildhauer, geb. 1667 in London, f 20. Febr. 1731 das., 
lernte seine Kunst in Brüssel, reiste nach Rom, kehrte aber 1716 nach England 
zurück, und wurde Gehilfe von Christop herWren beim Bau der Paulskathedrale, wo 
sich sein Hauptwerk, das grosse Relief der Bekehrung des Paulus, befindet. Ausser- 
dem schuf er eine Reihe monumentaler Portraitstatuen in der Westminster-Abtei, in 
der Kirche zu Fulham und im Eton College. 

Birket-Foster, s. Fester, Birket. 

Biscaino, Bartolommeo, Maler und Radirer, geb. 1632 in Genua, f 1657 
daselbst an der Pest, Schüler seines Vaters, des Landschaftsmalers Giovanni 
Andrea B , auch Schüler des Valerio Castello, malte durch Eleganz, Schönheit 
und Farbengluth der Figuren ausgezeichnete Bilder. Im Museum zu Dresden von 
ihm : Die Ehebrecherin vor Christo, die Anbetung der Könige und die Darstellung im 
Tempel, im Museum zu Braunschweig eine Geburt Christi. Unter seinen mit sicherer 
Nadel ausgeführten Radirungen sind zu nennen : Die Geburt Christi, die heilige 
Magdalena, eine heilige Familie, ein Bacchanal, die Findung des Moses, Susanna 
und die beiden Alten, und ein heiliger Christoph. 

Biscarra, Carlo Feiice, ital. Maler, geb. 1825 in Piemont, seit 1860 lebens- 
länglicher Secretär der Akademie in Turin. Von seinen Bildern nennen wir Cola di 
Rienzi's Anrede ans römische Volk (1850), Galilei vor dem Tribunal der Inquisition, 
Giov. Belliui deckt das von Antonello da Messina bekommene Geheimniss der Oelmalerei 
auf, der (trabstichel des M<iso Finiguerra, die Jugendzeit des Condottiere Carmagnola, 
Giordano Bruno im Kerker, Desdemona, der Fang der Polypen u. a. 

Bischoflf, Friedricli, Genremaler, geb. 1819 in Ansbach, f 1873 in München. 
Von ihm die ansprechende'n Genre- und Historienbilder: Die heilige Elisabeth mit 
ihren Kindern auf der Flucht im Walde, Rettung einer Frau und eines Mädchens 
durch die Hunde des St. Bernhard-Hospizes, Peter der Grosse in Saardam, der erste 
Sclmee (Neue Pinakothek in München) und das Morgengebet. 

Bisco, Cesare, Maler, geb. 1844 in Rom, stellte in seinen Bildern vorzugsweise 
die Gegenden und das Leben im Orient dar, wohin er sich mit dem Maler Stefano 
Ussi begab. Solche orientalische Bilder von ihm als Illustrationen in dem Werke 
„Marocco und Constantinopel*' von De Amicis (1887). 

Eiset, Karl Emmanuel, holländ. Maler, geb. 1633 in Hecheln, f 1685 in 
Breda, machte seine Studien in Paris und wurde 1674 Direktor der Akademie in 
Antwerpen. Er malte vorzugsweise Tanz- und Spielgesellschaften, Concerte und dgl. 
Eins seiner wenigen Werke ist das Bild mit der Sebastiansgilde in Antwerpen unter 
dem Titel: Der Apfelschuss des Wilhelm Teil (Museum in Brüssel). 

Bisi, Emilio, Bildhauer, Sohn des Luigi B. , geb. 7. Nov. 1850 in Mailand, 
ging vom Studium der Mathematik zur Bildhauerkunst über und heirathete 1883 die 
geistreiche SchTiftstellerin Sofia Albini. Seine bedeutenderen Arbeiten sind die heil. 
Melauia für den Dom in Mailand, 2 Grabdenkmäler der Brüder Maccia auf dem 
dortigen Friedhof, das Denkmal des Antonio Gussalli, 9 colossale Figuren für eine 
Kirche in Triest und das Denkmal seines eignen Vaters. 

Bisi, Fra Bonarentura, genannt Padre pittorino, ital. Maler und Kupfer- 
ätzer, geb. 1610 in Bologna, f 1662 in Modena, Schüler von Massari, wurde 
Franziskaner in Bologna, arbeitete auch am Hofe Alfons' IV. in Modena. Seine Bilder 
sind Nachahmungen der Carracci und des Guido Reni, seine Radirungen Blätter nach 
Parmigianino, Guido Reni und Vasari. 

Bisi, Giuseppe, ital. Maler des 19. Jahrh, bildete sich nur nach der Natur zu 
einem trefflichen Landschaftsmaler von poetischer Composition und grosser Wahrheit 
in den Farbentönen, versuchte sich auch seit 1830 in der Perspektivmalerei. Gerühmt 
wurden seine Ansicht von Santa Lucia in Neapel, eine Ansicht von Como u. a. 
Allgemeines Künstler-Lexicon. 5. Aufl. 1. Band. 9 



130 ßisi — Bitterlich. 

Bisi, Luigi, Architekturmaler, geh. 10. Mai 1814 in Mailand, f 11. Sept. 1886 
daselhst, Schüler der dortigen Akademie, malte viele Kirchenansichteu von guter 
Zeichnung und Perspektive. Dahin gehören das Innere des Domes in Mailand (1840, 
Hofmuseum in Wien), die Denkmäler der Herzöge von Savoyen in der Kirche zu Brou 
(Eure et Loir), Kanzel des Doms in Mailand und Inneres der Madeleinekirche in Troyes. 

Bisi, Michele, Kupferstecher, geh. 1788 in Genua, Bruder des Giuseppe B., 
Schüler vonLonghi, ein geschickter Künstler, dessen Haupthlätter sind: Maria 
mit dem Kinde und den Heiligen Antonius und Barbara nach Luini, Andromeda am 
Felsen nach Guercino, Venus und Amor nach Appiani, Maria von Engeln verehrt nach 
Sassoferrato, die Anbetung der Könige nach Gaud. Ferrari. 

Bisa (oder Bys), Joli. Rudolf, Maler, geb. 1G60 in Solothurn, f 1738 in 
Würzburg, war 1704 in Wien thätig und trat 1715 als Hofmaler in den Dienst des 
Kurfürsten von Mainz und Fürstbischofs von Bamberg. Als Historienmaler war er 
unerfreulich, besser als Blumen- und Thierraaler. Ein Blumenstrauss vou ihm im 
Museum zu Cassel (1701), ein Bild mit einigen Vögeln in der Galerie zu Bamberg, 
2 Thierstücke in der Galerie Liechtenstein zu Wien. 

Bisscliop, Christoffle, hoUänd. Genremaler, geb. S'i. April 1828 in Leeuwarden, 
war in Paris Schüler von Comte und Gleyre und eignete sich bier ein kräftiges 
Colorit und ein treffliches Helldunkel an. Bilder dieser Art sind : Der Kirchgang in 
Hindelopen (Kunstballe in Hamburg), das Lied des Gefangenen, die Juwelen der 
Königin, der Besuch bei der Grossmama, die Morgensonne, ein Hochzeitstag u. a. 

Bisscliop, Jan de (Episcopius), holländ. Aquarellmaler und Radirer, geb. 1646 
im Haag, f 168G in Amsterdam, war ein trefflicher Aquarellmaler, in der Kunst 
eigentlich Dilettant. Von ihm eine Ptadirung Christus und die Samariterin nach 
Ann. Carracci und 2 Blätter nach B. Breenberg. 

Bissen, Christian Gottlieb Wilhelm, Bildhauer, geb. 5. Aug. 1836 in 
Kopenhagen, Sohn und Schüler von H e r m a n n W i 1 h e 1 m B., besuchte auch die dortige 
Akademie ging 1857 nach Rom und stellte als seine erste dort entstandene Arbeit au»: 
Aegeus, der nach dem Schiff des Theseus ausschaut. Später folgten noch die colossale 
Statue des dänischen Helden Al)salon und ein jugendlicher Merkur. 

Bissen, Herni.ann Willielm, Bildhauer, geb. 13. Oct. 1798 in Schleswig, 
t 10. März 1868 in Kopenhagen, wo er seit 1816 die Akademie besuchte und 1823 
den grossen römischen Preis erhielt. In Rom war er 10 .Tahre der Lieblingsschüler 
Thorwal dsen's und wurde später Direktor der Akademie in Kopenhagen. Anfangs 
schuf er ideale Bildwerke, z. B. die Walkyre (1835), der Ceres- und Bacchuszug im 
Schloss Christiansborg (1884 durch Brand zerstört), Paris, Narcissus, Amor mit dem 
Pfeil, Apollo und Minerva, der verwundete Philoktet (1856), später mehr realistische 
Arbeiten, darunter : „Der tapre Landsoldat" bei Fredericia, der nach Berlin geschaffte 
Löwe von Idstedt, die Portraitstatuen Oehleuschläger in Kopenhagen, der Astronom 
Tycho de Brahe daselbst, der Seeheld Tordenskjold in Kopenhagen und Drontheira, 
die Reiterstatue Friedrich's VII. auf dem Schlossplatz und die Bronzestatue des Moses 
vor der Frauenkirche in Kopenhagen; ausserdem mehrere treffliche Portraitbüsten. 
Seine Biogr. v. Plön (2. Aufl. (1871). 

Bissolo, Pier Francesco, Malerj geh, in Treviso, thätig von 1490—1530, Schüler 
des Giovanni Bcllini, malte anfangs in dessen Weise, später in der des Giorgionc 
und Tizian. Von ihm eine Verkündigung ehemals im Palast Manfrin zu Venedig, 
eine Madonna im Palast Mocenigo daselbst, die in der Art des Bellini 1530 gemalte 
heil. Giustina mit dem Täufer und der heil. Katharina im Dom zu Treviso und die 
oft dem Bcllini zugeschriebene Madonna in der Sakristei del Redentore zu Venedig, 
und mehr in der Weise Tizian's die Auferstehung Christi im Museum zu Berlin. In 
der Akademie zu Venedig von ihm der von Engeln gestützte Leichnam Christi, eine 
Darstellung im Tempel (1524y und die von Christus gekrönte heil. Katharina von 
Siena, im Museum zu Dresden eine Madonna mit dem Kinde zwischen den Heiligen 
Helena und Katharina, Antonius und Nicolaus von Bari. Er ist vermuthlich identisch 
mit Petrus deingannatis, von dem sich eine Madonna mit dem Kinde im Museum 
zu Berlin befindet. 

Bitterlich, Eduard, Historienmaler, geb. 1834 in Stupnicka bei Lemberg, 
|- 21. Mai 1872 in Purkersdorf bei Wien, kam in irüber Jugend nach Wien, wo er 
Schüler von Waldmüllcr und .später Schüler und Geliilfe von Rah 1 wurde, dessen 
Entwürfe für das neue Opernbaus in Wien er unter (i ri ep cnk er l au-sführte. Seine 
eigene Hauptmalereien sind die. 5 schwebenden Musen nach Hansen's Entwurf au 
den Wänden eines Boudoirs pompcjanischen Stils, 20 Lünetton im Speisesaal des 



Bittheuser — Blaas. 131 

„Grand Hotel" und andre dekorative und allegorische Malereien in Privathäusern, 
im Sommerschloss des Erzherzogs Leopold in Hörnstein, und im Palais Guttmaun 
in Wien. 

Bittheuser, Johann Pleikard, Kupferstecher, geb. 4. April 1774 in Bütthard 
(Unterfranken), f 24. Juli 1859 in Wtü'zburg, Schüler von J. G, Müller, machte 
sich einen ehrenvollen Namen durch mehrere Stiche nach Historienbildern uud 
Portraits. Es sind darunter das Abendmahl nach Lionardo da Vinci (Copie nach 
Eaphael Morgheni, Unterredung des Augustus und der Cleopatra nach Raphael 
Mengs, eine Badende nach Domeuichino, eine Madonna nach Parmigianino und einige 

Bizemont-Prunen^, Andr6 Caspar Parfait de, franz. Zeichner und Radirer, 
geb. 31. März 1752 auf einem Schlosse bei Etampes, f 22. Dec. 1857 zu Orleans, 
radirte unter einer grossen Zahl von Blättern nach Guercino Hagar und Ismael 
und Cephalus und Prokris, nach Guido Reni Maria mit dem Kinde, nach Ribera 
Klage um den Leichnam Christi, auch nach Cavedone und eine Landschaft nach 
F. Kobell. 

Bizzarri, Luciano, ital. Bildhauer, geb. 30. Mai 1830 in Macerata, bildete 
sich in Rom unter einem Goldschmied und unter dem Maler Ventnri, machte 1849 
den Feldzug unter Garibaldi mit, widmete sich in Macerata mit Eifer der Musik 
und kehrte dann wieder nach Rom zurück. Seine bedeutenderen Werke sind eine 
Bronzestatue der Begeisterung früh am Morgen, eine vergoldete Büste der Königin 
von Italien und mehrere Medaillen. 

Blaas, Eugen, Genremaler, ältester Sohn des Historienmalers Karl B. , geb. 
24. Juli 1843 in Albano, Schüler seines Vaters und der Akademie in Venedig, wo 
er mehrere Preise erhielt. Später kam er auf die Akademie in Wien, erhielt hier 
ebenfalls einen Preis und hielt sich infolge dessen in Rom und Paris auf, bereiste 
Belgien und England und liess sich in Venedig nieder, wo er Professor au der 
Akademie ist. Der Hauptgegenstand seiner Bilder von grosser Anmuth und harmonischem 
Colorit ist das dortige poetische und romantische Leben des Volkes. Auf seine erste 
1862 entstandene Schöpfung, die Bekehrung der Rätier durch den heil. Valentin, 
folgte 1867 das heitere, lebenslustige Bild der Introduktion zum Dekameron des 
Boccaccio, der vornehm componirte Kirchgang der Dogaressa (18ß8), Odysseus und 
Penelope, Partie von Murano bei Venedig, verwehte Blüthe, Vermählung in Venedig 
im 18. Jahrb. und andre venezianische Lebensbilder, Volks-, Fischer- und Karnevals- 
sceneu und Portraits. 

Blaas, JuUus v., jüngerer Sohn des Karl B., Pferdemaler, geb. 22. Aug. 1846 
in Albano, Schüler seines Vaters, malte die in ruhigem Zustand portraitirten, oder 
in lebhafter Bewegung begriffnen Pferde. Auf sein erstes, flott gemaltes Bild einer 
Wettfahrt betrunkener slowakischer Bauern (1860, Hofmuseum in Wien) folgten 
Fuchs- und Hetzjagden, Pferdeherden und Reiterhetzen. Später ging er nach Rom, 
malte Genrebilder aus der römischen Campagna und machte eine Reise um die Welt. 
Er lebt in Wien. 

Blaas, Karl v., Historienmalej-, geb. 28. April 1815 in Nauders (Tirol), f 19. März 
1894 in Wien, Vater der beiden Obigen, musste sich unter ärmlichen Verhältnissen 
emporarbeiten, begann mit lUuminiren von Heiligenbildern und billigem Contorfeien 
Inusbruker Bürger, brachte schon mit 17 Jahren ein kühnes Bild der TuUia, die 
über den Leichnam ihres Vaters hinfährt und bezog 1832 die Akademie in Venedig 
unter L i p p a r i n i, ging später nach Florenz und Rom, wo er, beeinflusst von 
Ov erb eck, bis 1851 blieb und trat 1852 eine Professur an der Akademie in Wien 
an, vertauschte schon 185G diese Professur mit einer solchen an der Akademie in 
Venedig, kehrte aber nach dem 1865 erfolgten Tode Rahl's 1866 au die Akademie 
in Wien zurück. Noch 1837 malte er in Venedig das Bild des Moses auf dem 
Sinai, unterstützt von Aaron und Hur, 1838 das in Rom entstandene Rosenwundor 
der heil. Elisabeth, 1841 die Rückkehr des Jakob von Laban (Hofmust-uiii in Wien), 
worauf dann einige Genrebilder rituellen Inhalts folgten, z. B. Messe von Schnittern 
in der römischen Campagne. Nach seinem ersten Antritt der Professur in Wien 
malte er Fresken in der romanischen Kirche zu Foth in Ungarn, welche die Veran- 
lassung wurden, dass ihm ein grosser Theil der Fresken in der Altlerchenfelder 
Kirche zu Wien übertragen wurde, nämlich die linke Wau<l des Mittelschiffes und 
die Hälfte der Kuppelgewölbe. Nach Vollendung dieses Auftrags malte er noch 
einige religiöse Bilder, das meisterhafte Portrait des Kardinal-Primas von Ungarn, 
den preisgekrönten Raub der venezianischen Bräute durch Korsareu und begann als 



1^2 Blache — Blanc, 

sein grösstes "Werk die Fresken in der Rulimeshalle des Arsenals in Wien, auf deren Aus- 
führung- er 11 Jahre verwandt. Es sind 42 grössere und kleinere Bilder aus den sieg- 
reichen Kämpfen Oesterreichs. Dazu kamen später noch einige Kircheubilder, Portrait» 
und Genrebilder, die nur zum Theil Beifall fanden. Vgl. seine Selhstbiogr. (187G). 
Blache, Christian^ dänischer Marinemaler, geb. 1. Febr. 18.S8 in Aarhus, 
Schüler der Akademie in Kopenhagen, wo er sich niederliess. Von ihm ein Seebild 
aus dem Mitteluieere und Fischerboote bei den Faröern. 

Blackstadius, Jolian Zacharias, schwedischer Maler, geb. 14. März 1816 
zu Falkenberg (Südschweden), erlernte anfangs die Lithographie, besuchte die 
Akademie in Stockholm und wurde von 1845—50 mit Portraits und Altarbildern so 
beschäftigt, dass er Paris und Italien besuchen konnte und 1854 nach Stockholm 
zurückkehrte. Neben jenen Altarbildern ist sein bestes Hauptwerk St. Siegrfried 
tauft in Gothland. Er lebt in Stockholm als Genosse der Akademie. 

Bläser, Gustav, Bildhauer, geb. 9. Mai iSliJ in Düsseldorf, t 20. April 1874 
in Kannstatt, war anfangs Schüler des Malers Mengelberg in Köln, des Holz- 
bildhauers Stephan, seit 1830 des Bildhauers Scholl in Mainz und seit 1834 
Schüler von Rauch, bei dessen Arbeiten er sich bis 1841 betheiligte, namentlich 
beim Denkmal Friedrich's d. Gr. Seine zahlreichen Werke sind von edler Auffassung 
und wahrhaft klassischer Durchbildung, darunter als die bedeutendsten: Eine oft 
wiederhollft Reiterstatuette der Kaiserin von Russland (1835), worauf dann eine der 
schönsten Gruppen der Schlossbrücke in Berlin, Minerva -den Jüngling in die Schlacht 
führend, folgte. In den nächsten Jahren die Bronzestatue des Bürgermeisters Aug. 
Herrn. Franke in Magdeburg, der Einzug Friedrich Wilhelm's IV. als Reliefschmuck 
der Dirschauer Weichselbrücke, die Statue des Herzogs Albrecht für die Marien- 
burger Nogatbrücke; den König Friedrich Wilhelm IV. stellte er noch dreimal dar, 
als Reiterstatue auf der Rheinbrücke von Köln, als Einzelfigur in der Burg Hohen- 
zoUern und 1873 in Interims-Uniform zu Sanssouci. Neben und nach diesen Haupt- 
werken entstanden zahlreiche andre Statuen nnd Büsten, Prophetenfiguren für die 
Kuppel der Berliner Schlosskapelle und für die Friedenskirche in Potsdam, die 
colossalen Standbilder A. v. Humboldt's und Hegel's (1870), die Statue der Kron- 
prinzessin und der Kaiserin Alexandra von Russland, die jugendliche weibliche 
Gestalt der Gastfreundschaft. (Nationalgalerie in Berlin) und das nach Schievelbein's 
Ableben in der Hauptfigur von ihm vollendete eherne Reiterstandbild Friedrich 
Wilhelms III. in Köln. 

Blake, William, engl. Kupferstecher, Maler und Dichter, geb. 28. Nov. 1757 
in London, f 12. Aug. 1827 das., machte schon in früher Jugend Verse, kam zu 
F 1 a X m a n , H. F ü s s 1 i und zu dem Kupferstecher James B a s i r e in die Lehre, wo 
er 1779—82 Bücherillustrationen grossentheils nach Stothard anfertigte. 1783 gab 
er „Poetische Skizzen" heraus, 1788 „Lieder der UnschuW, „Bücher der Weissagung", 
1793 „die Pforten des Paradieses", 1797 eine illustrirte Folio-Ausgäbe von „Young's 
Nachtgedanken" und 24 radirte Blätter zum Buch Hiob. Zuletzt widmete er sich 
noch dem Studium Daüte's und illustrirte dessen „Hölle" auf 100 Blättern. In Kunst 
und Leben war er ein entschiedener Sonderling, schwärmte für die Gothik und hatte 
angeblich zahlreiche Visionen von Männern alter Zeiten und von Thierseelen, z. B. 
von der Seele eines Flohs. Kein Wunder, dass seine künstlerischen und poetischen 
Werke seltsam phantastisch sind. Seine Gedichte erschienen in neuer Ausgabe 1868 
und 1874. Seine Biogr. von Cunningham in dessen „Lives of British painters" (1830), 
von Swiuburne (1868), von Gilchrist (neue Ausg. 2 Bde. 1880), und von Ellis und 
Yeats (3 Bde. 1893). 

Blanc, Joseph C61eßtin, franz. Historien- und Genremaler, geb. 1818 in Clelles 
(D6p. Isere), war seit 1840 Schüler von Delaroche und Gleyre, malte anfangs 
Bilder für Kirchen in der Dauphine, besuchte 1867 Italien und malte seitdem zahl- 
reiche Bilder aus dem dortigen Volksleben. 

Blanc, Louis Ammy,, Genre- und Portraitmaler, geb. 9. Aug. 1810 in Berlin, 
t 7. April 1885 in Düsseldorf, besuchte seit 1829 die Akademie seiner Vaterstadt, 
die er 1833 mit der von Düsseldorf vertauschte, wo ersieh unter Julius Hübner 
ausbildete und seinen Wohiisitz nahm ; später besuchte er auch England und Frankreich. 
Er malte in vollendeter technischen Ausführung Genrebilder romantischen Inhalts, 
z. B. die durch Vervielfältigung sehr verbreitete Kirchgängerin (Museum in Königsberg), 
des Goldschmied's Töchterlein, 2 Mädchen in eiiH-r Landschaft (1836, Museum in Königs- 
berg), Gretchen in der Kirche (Museum in Hannover), Angelnde Mädchen (1838, Nat.-Gal. 
in Berlin), Otto der Schütz, Dornröschen, die Erwartung (1874), Penelope bringt den 



Blanc — Blanckarts. 133 

Freiern den Bogen des Odysseus (1880) und einige Portraits der Hannovcrscheii 
Königsfamilie und der Grossherzoglichen Familie in Darmstadt. 

Blanc, Paul Joseph, franz. Historienmaler, geb. 25. Jan. 1846 in Paris, Schüler 
von Bin und von Gab an el, erhielt 18G7 mit dem Bilde Ermordung des Laios durch 
Oedip.us den römischen Preis und sandte aiis Rom die seur gerühmten Bilder : Perseus 
(1870, im Lnxembourg), der Raub des Palladiums (1872) und nach seiner Rückkehr 
aus Italien: Der Ueberfall (1873), das Gelübde Chlodwig's in der Schlacht bei Zülpich 
und die Taufe desselben (1876). 

Blanchard, Auguste Jean Baptiste Marie, Kupferstecher, geb. 1792 in Paris, 
t 1849, Schüler seines Vaters (geb. 1766), lieferte einige Stiche nach Albrier. ein 
Blatt nach David s Schwur derHoratier (im Louvre), Ninon de l'Enclos nach Steuben, 
und mehrere Sammlungen von Vignetten. 

Blanchard, Auguste Thomas Marie, Kupferstecher, geb. 18. Mai 1819 in Paris, 
Sohn und Schüler des Vorigen, stach mit grossem Erfolg Bilder der neuern französischen 
und englischen Schule. Die bedeutendsten derselben sind- Ruhe auf der Flucht nach 
Aegypten von Bouchot, das Haupt Christi und der Engel Gabriel nach Delaroche, 
Christus als Vergelter nach Ary Scheifer, die Raucher und die Schachspieler nach 
Meissonier, der Derbytag in Epsom nach Frith, die Vermählung des Kronprinzen von 
Preussen mit der Prinzessin Victoria nach John Philip (1866), nach Alma Tadema 
das Fest der Weinlese La Rom, die 4 Jahreszeiten und der Fackeltanz; auch nach 
Correggio, Jupiter und Antiope, nach Rubens die Abnahme vom Kreuz und nach 
Francia. eine Pietä.^ 

Blanchard, Edouard Th6ophile, franz. Maler, geb. 1844 in Paris, f 24. Oct. 
1879, Schüler von Cabanel, malte während seines kurzen Lebens meisterhafte 
Portraits und mehrere Darstellungen aus dem mythologischen und historischen Genre, 
z. B. der von den Nymphen entführte Hylas (Museum des Lnxembourg), le Lutrin, 
Portrait des Bildhauers Marcello und das der Herzogin von Colonna di Castiglione; 
eine künstlerische Verirrung war 1878 sein Bild le Boaifou. 

Blanchard, Jacques, Historienmaler und Radirer, geb. 1. Oct. 1600 in Paris, 
f 1638 daselbst, kam 1620 nach Lyon, wo er Schüler -von H o r a c e le Blanc -wurde 
und 1624 nach Rom und Venedig, wo er sich nach Tizian zu einem bedeutenden 
Coloristen ausbildete. Von seinen nachher in Paris gemalten Bildern sind mehrere 
verschwunden, darunter einige heil. Familien, im Louvre noch vorhanden eine heil. 
Familie, die Madonna mit dem Kinde und der heil. Anna, das allegorische Bild der 
Mildthätigkeit und der studirende heil. Paulus. Die ihm zugeschriebne Radirung 
der heil. Agne«, das Jesuskind verehrend, nach Lud. Carracci ist zweifelhaft. 

Blanchard, Jules, franz. Bildhauer, geb. 20. Mai 1832 in Puiseaux (Loiret), 
Schüler von J o u f f r o y, debütirte 1859 mit einem Relief der Auferweckung des Jünglings 
zu Nain und schuf nachher viele Portraitbüsten und Bildwerke idealen und alle- 
gorisclian Lüialts, z. B. ein trunkner Satyr, der junge Equilibrist (1866, sein 
Meisterwerk), die J&gerin, die Figuren im Giebelfeld des Theaters in Angouleme 
(1869), der Mund der Wahrheit (1870), Hercules und Omphale (1877), die überraschte 
Diana. 

Blanchet, Loüis Gabriel, franz. Maler, geb. 1705 in Lyon, f 1772, erhielt 
1727 den Preis für Rom, wo er bis 1750 blieb. Von ihm sind nur bekannt ein Bild 
im Museum zu Lille, eins in Avignon und einige Portrarts aus den Jahren 1755 
und 1756. 

Blanchet, Thomas, Maler i^nd Bildhauer, geb. 1607 in Paris, f 1689 in Lyon, 
widmete sich anfangs der Skulptur unter S a r a z i n , vertauschte sie aber wegen 
seiner Gesundheit mit der Malerei und ging nach Italien, wo er sich unter Andrea 
Sacchi und Poussrn in der Histor,' nmalerei ausbildete. Nach seiner Rückkehr 
malte er in Taris für die Kirche Notre-Dame und liess sich dann in Lyon nieder, 
wo er in die Akademie aufgenommen wurde, 1681 eine Malerakademie gründete und 
für mehrere Kirchen und Kapellen malte. Besonders geschickt war er als Dekorations- 
maler und verstand sich auf Verkürzungen und Luftperspektive. Der Kummer über 
den durch den Brand von 1674 zerstörten Plafond des Hotel de Ville in Lyon soll 
seinen Tod veranlasst haben. 

Blanckarts, Moritz, Schlachtenmaler und Dichter, geb. 16. April 1839 in Düsseldorf, 
t 12. April 1883 in Stuttgart, anfangs Schüler von Pläschke und Vautier, seit 
1856 Schüler der Akademie in Düsseldorf, später auch Schüler von Chr. Köhler, 
Leutze und namentlich von Emil Hunten, durch den er auf die Schilderung des 
Kriegslebens geführt wurde, worin er sich wenn auch nicht auszeichnete, 



J34 Blankhof — Bleibtreu. 

doch eine i<ute Tpchnik bewies. Zu seinen besten Bildern gehören: Körner's Tod 
(1859', SchiH's Tod, York bei Möckern (1863), König Wilhelm bei Königgr ätz (1867), 
Bazaine bei Mars la Tour (1873}, Prinz Leopold von Koburg bei Kulm 1 1875), Kaiser 
Wilhelm zu Pferde mit Bi-smarck, Moltke und Podbielsky. Als Dichter machte er sich 
bekannt durch einige Dramen, eine Sammlung von Gedichten (1870), Kriegs- und 
Siegeslieder a871) und durcb das Büchlein -Nekrologe Düsseldorfer Künstler aus 
den letzten zehn Jahren" fl877). Seit 1876 lebte er in Stuttgart. 

Blankhof (oder Blanckerhoff), Jan Teunisz, genannt Jan Maat, holländ. 
Marinemaler, geb. 1627 in Alkmaar, f im Oct. 1674 in Amsterdam, war Schüler 
von Cesar v. Everdingen, auf dessen Rath er nach Rom ging, von wo er sich 
nach Candia einschiffte, um sich ganz dem Studium des Meeres zu widmen, das er 
in allen Bewegungen und Stürmen beobachtete und trefflich darzustellen wusste. 
Seine Bilder, die oft dem Bakhuyzen zugeschrieben werden, sind selten. Eine Marine 
im Museum zu Brüssel und ein Seesturm in der Galerie zn Schieissheim. 

Blasset, Nicolas, franz. Bildhauer, geb. 8. Mai IGOO in Amiens, t 2. März 
1659 daselbst, behandelte seine Bildwerke ganz im Geist von G o u j o n und G e r m a i n 
Pilon. Seine ersten Arbeiten datiren aus dem Jahre 1624. Man hat von ihm in der 
Kathedrale von Amiens ein Grabmal mit Figuren, darunter der berühmte weinende 
Engel, und andre Werke in Kirchen daselbst. 

Blau, Tina, Landschaftsmalerin, geb. 15. Nov. 1847 in Wien, Schülerin von 
Aug. S c h ä f f e r und 1869 in München von W i 1 h. L i n d e n s c h mi t, machte Studien- 
reisen in Oesterreich, Ungarn, Holland und öfter in Italien, heirathete 1884 den Maler 
Heinrich Lang (f 1891) und lebt seitdem in München. Zu den l>esten ihrer zahlreichen, 
fein empfundnen Bilder gehören : Studien aus dem Prater bei Wien, Donauregulirung 
bei Wien, Kanal bei Amsterdam, Herbsttag in Holland, der Titusbogen in Rom, 
Strasse in Venedig, der Spätsommer, Frühling im Prater, zur Frühlingszeit u. a. 

Blauveit, Charles, amerikan. Genremaler, geb. 1824 in New- York, lernte dort 
auf der Akademie das Zeichnen, das Colorit unter Charles Elliott und liess sich 
in seiner Vaterstadt nieder, wo er Mitglied der Kunstakademie wurde. Unter seinen 
als naturwahr und charaktervoll gerühmten Bildern sind zu nennen : Das verlorene Kind, 
das Nachtsignal, der erwartete Bahnzug, Vorbereitung zur Schule und zahlreiche Einzei- 
figuren. Er ist ietzt Zeichenlehrer an der nautischen Akademie in Annapolis (Maryland). 
Blechen,' Karl Ed. Ferd., Landschaftsmaler, geb. 29. Juli 1798 in Kottbus, 
t 23. Juli 1)^40 in Berlin, der Begründer der modernen Landschaftsmalerei. Er 
wandte sich er.st spät zur Kunst, besuchte zwar die Berliner Akademie, bildete sich 
aber mebi- durch selbständiges Naturstudium. Seine ersten Bilder sind von seltsam 
phantastischer, bald melancholischer, bald wildromantischer Stimmung; erst infolge 
eines Aufenthalts in Italien 1827 eignete er sich einen Blick für das Charakteristische 
in Licht und Luft der südlichen Natur an. Zu diesen Bildern gehören : Gegend von 
Narni. Golf von Spezia, Ansicht von Neapel, Tivoli (Nat.-Gal. in Berlin). Ein grosser 
Theil seines Nachlasses an Aquarellen und Handzeichnungen befindet sich ebenfalls in 
der Nationalgalerie. 

Bleek, Pieter van, der Junge, Maler und Kupferstecher in Schwarzkunst, geb. 
1695 im Haag, f 1704 in London, Schüler seines Vaters, malte Portraits in seiner 
Vaterstadt und seit 1723 in London. Seine Stiche sind meistens Portraits nach 
eignen Zeichnungen, oder nach Adrian v. d. Werff u. a. Eins seiner Hauptblätter 
ist das Portrait des Malers F. du Quesnoy nach van Dyck. — Der genannte Vater 
Richard v. B., geb. 1670 im Haag, t nach 1733 in London, malte ebenfalls 
Portraits, ein solches im Hofmuseum zu Wien. 

Bleeker, (Blecker), Dirk, holländ. Maler, geb. 1622 in Haarlem, f um 1672, 
lebte von 1652—62 in Amsterdam, später in Haarlem und Haag. Im Reichsmuseum 
zu Amsterdam eine büssende Magdalena aus dem Jahre 1652 ; im Museum zu 
Braunschweig ein treffliches männliches Portrait. 

Bleeker, (lorrit Claesz, holländ. Maler, geb. in Haarlem, f 1656 im Haag. 
Unter seinen Bildern, dem Rembrandt ähnlich, sind zu nennen : Das Opfer in Lystra 
(1634) im Museum zu Braunschweig, Saul auf dem Wege nach Damaskus im Museum 
zu Rotterdam, der Engel des Tobias in der Galerie zu Budapest und Simeon im 
Tempel (1637; in der Galerie Harrach in Wien. In seinen Radirungen waren Thier- 
darstellungen sein Lieblingsfach. 

Bleibtreu, Georg, Schlachtenmaler, geb. 27. März 1828 in Xanten am Niederrhein, 
t 16. Oct. 1892 in Charlottenburg, besuchte, mit grossem Talent zum Zeichnen und 
Malen, von 1843—48 die Akademie in Düsseldorf, kehrte später dorthin unter 



Blery — Blin. 135 

Th. Hildebrandt's Leitung zurück und widmete sich jetzt dem Gebiet, auf dem 
er so grosse Erfolge erzielte. Er begann mit Bildern aus dem Schleswig-Holstein'schen 
Kriege gegen die Dänen, z. B. Untergang des Kieler Turner- und Studentenkorps 
bei Flensburg, griff dann zurück auf die deutschen Freiheitskriege und die Zeit 
Friedrichs d. Gr. und malte die Schlachten bei Grossbeeren, an der Katzbach, und 
bei Aspern, die höchst ergreifende Episode aus der Schlacht bei Waterloo und 
Illustrationen zu deutschen Kriegsliedern. 1858 nahm er seinen Wohnsitz in Berlin, 
malte die Zerstörung der Irmensäule durch Karl d. Gr. (1861) und entfaltete eine 
stets zunehmende Thätigkeit in der Verherrlichung der preussisch-deutschen Siege 
von 1864—71, wobei er mit richtigem künstlerischem Gefühl die Episoden grösserer 
Manöver und Gefechte wählte und hierin eine grossartige Auffassung und ein helles, 
warmes Colorit zeigte. Hierher gehört vor Allem der Uebergang nach Alsen, ein 
Bild von frappirender Wahrheit (Nat.-Gal. in Berlin), und aus dem Kriege von 
1866, an dem er persönlich Theil nahm, die Schlacht bei Königgrätz (ebenfalls daselbst), 
von wunderbarer malerischen Harmonie der compositionellen Einheit und der Kraft 
des Colorits. Auch den deutsch-französischen Krieg schilderte er in zahlreichen 
Bildern der dankbarsten Momente, z. B. die Schlacht bei Loigny (Museum in Schwerin), 
Napoleon nach der Schlacht bei Sedan, die Schlussepisode bei Wörth, Moltke und 
Wimpffen am Abend der Schlacht von Sedan, König Wilhelm nach der Schlacht bei 
Gravelotte und wiederum sehr bedeutend Napoleon I. auf der Flucht nach der Schlacht bei 
Waterloo (1878). 1880 folgten die beiden meisterhaften Bilder : Der Angriff des 12. sächs- 
ischen Corps mit der preussischen Garde auf St. Privat und der Sturm der württemberg- 
ischen Truppen auf Fröschweiler (Staatsgalerie in Stuttgart). Dazu kamen schon 1877 ein 
Konkurrenzentwurf für die Malereien im Kaiserhause zu Goslar und als Wand- 
malereien im neuen Zeughause zu Berlin, der Aufruf an mein Volk am 17. März 
1813, sowie die Schlacht von St. Privat. Er war seit 1869 Mitglied der Akademie 
in Berlin. Seine Biogr. von Pietschker (1878). 

Bldry, Eugfene Stanislas Alexandre, franz. Kupferstecher, geb. 3. März 1805 
in Fontainebleau, f iH88. Seine zahlreichen Stiche, meistens nach eigner Composition, 
sind Landschaften aus französischen Gegenden. 

Bles, David, hoUänd. Genremaler, geb. 20. Sept. 1821 im Haag, Schüler von 
Jan Adam Kruse man, bildete sich auch in Paris und durch Studienreisen in 
Belgien und England und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder. Unter seinen geist- 
reichen, oft hunaor istischen Bildern nennen wir -. Liebhabermusik, der neueste Roman, 
Grossvaters Lieblingsduett, Trauer- und Halbtrauerartikel in einer holländischen 
Bude 1765, heimliche Lektüre, das siegreiche Holland u. a. 

Bles, Herri de (Hendrik met de Bles), nach seinem Zeichen, dem Käuzchen, 
auch Civetta genannt, Maler, geb. um 1480 zu Bouvignes im Hennegau, f nach 
1521 wahrscheinlich in Lüttich. Er entwickelte sich unter dem Einfluss von Joach, 
P a t i n i r , ging aber später besonders als Landschaftsmaler zu einer flüchtigeren 
Technik über, war thätig in Italien und in den Niederlanden. Bilder von ihm, viele 
neutestamentliche, in fast allen grösseren Galerien, zu Berlin, Dresden, München, Brüssel, 
Madrid, im Germanischen Museum zu Nürnberg und sonst. Hervorzuheben sind : Ruhe 
auf der Flucht nach Aegypten (Mus. in Antwerpen und in den Uffizien zu Florenz), 
der Kalvarienberg (National-Galerie zu London), 3 Landschaften mit kleiner biblischen 
Staffage im Hofmuseum zu Wien und das Triptychon mit dem Mittelbilde der An- 
betung der Könige im Museum del Prado zu Madrid. 

Biesendorf, Konstantin Friedrich, Maler und Kupferstecher, geb. vor 1670 
in Berlin, f um 1754 das., Professor der Geometrie und Perspektive an der dortigen 
Akademie, lieferte als Kupferstecher vorzugsweise Portraits, darunter das des Kur- 
fürsten Friedrich Wilhelm. 

Blesendori, Samuel, Maler und Kupferstecher, f 1706 in Berlin, älterer Bruder 
des Vorigen, malte Portraits in Oel und that sich als Kupferstecher hervor. Sein 
bestes Blatt ist nach Netscher das Portrait des Markgrafen Johann Friedrich von 
Ansbach und dessen Gemahlin. 

Blieck, Daniel de, Architekturmaler, thätig in Middelburg seit der Mitte des 
17. Jahrb., f 1673 das. Von ihm im Museum zu Berlin die Innenansicht einer.Kirche, 
im Museum zu Utrecht ein wirkungsvolles Nachtstück, eins in Schwerin, Augsburg, 
Kopenhagen und mehrere in Gotha. 

Blin, Fran(jois, franz. Landschaftsmaler, geb. 1827 in Rennes, f 26. Juli 1866, 
Schüler von Picot, malte mit Vorliebe düstere und öde Gegenden von grosser 
Naturwahrheit, später aber auch sehr einfache heitere Landschaften. 



136 Bloch — Bioomen. 

Bloch, Karl Henrik, Genre- und Historienmaler, geb. 23. Mai 1834 in Kopenhagea, 
t 22. Febr. 1890 das., kam 1849 auf die dortige Akademie, -widmete sich zunächst 
dem Portrait und dem Genre und brachte seit 1854 humori-stische Bilder aus dem 
jütischen Volksleben. 1859 ging er als Stipendiat der Akademie nach Rom, avo er 
bis 1861 und später von 1863—65 verweilte und allmählich eine reiche Thätigkeit 
auch in der Historienmalerei entwickelte. Dahin gehören (1862) in der Galerie zu 
Kopenhagen das grosse BUd Simaon in der Mühle, 1863 die Tochter des Jairus, ein 
römischer Strassenbarbier (1864), Christian 11. im Gefängniss zu Sonderburg (1871), 
für den König von Griechenland der grosse Prometheus (Schloss in Athen), Christus 
in Emmaus, Auferstehung Christi (Jakobskirche in Kopenhagen). Nach einigen Bildern 
von ungleichem Werth folgten dann die trefflichen Bilder: Simson und Delila (1874), 
Hans Tausen rettet den Bischof Bönnow (Universität in Kopenhagen) und Christian IV 
am Sterbebett seines Kanzlers (1881). Er war auch ein geschickter Maler und Radirer. 

Block, Anna Catharina, s. Blök, Anna Catharina. 

Block, Benjamin, Portraitmaler und Mezzotintostecher, geb. 1G31 in Lübeck, 
t 1690 in Regensburg, bildete sich vorzugsweise in Rom, Neapel und Venedig, uud 
malte in Rom das Portrait des Jesuiten Kircher, das ihm viele Aufträge verschaffte, 
auch das des Markgrafen Leopold Wilhelm von Baden in der Wallerstein'schen 
Sammlung zu Maihingen. Seine Hauptblätter sind die Portraits des Kurfürsten 
Friedrich Wilhelm von Brandenburg, des Herzogs Wilhelm Ludwig von Württemberg 
u. a. Vgl. auch Blök, Anna Catharina. 

Block, Eugenius Frans de, Genremaler, geb. 14. Mai 1812 in Grammont (Ost- 
flandern), bUdete sich in Gent und unter Brakeleer in Antwerpen und Hess sich 
in Brüssel nieder. Unter seinen Bildern von grosser Wahrheit des Ausdrucks und 
trefflichem Colorit sind zu nennen: Eine vlämische Schenke (1833\ der nachdenkliche 
Philosoph (Galerie Ravene in Berlin), die Kirchgängerin, die Uuteihaltung, die Musik- 
gesellschaft, ländliches Fest in Antwerpen, der Heimgang aus der Schule (1855), die 
Frau des Wilddiebs, das Bibelleseu u. a. 

Blocklandt, Anthonie, s. Montfort. 

Bloemacrt, Abraham, Historieumaler und Radirer, geb. 25. Dcc. 1564 in Gorkum, 
t 27. Jan. 1657 in Utrecht, Schüler von Joest de Beer, lebte mehrere Jahre in 
Paris und bildete sich zuletzt unter Hieronymus Francken in Herenthals, war 
ein vielseitiger, genialer und überaus fruchtbarer Künstler, der biblische und mytho- 
logische Bilder, Genrebilder, Landschaften und Blumenstücke mit derselben Gewandt- 
heit malte und seit 1595 in seinem Wohnort Utrecht eine grosse Zahl von Schülern 
ausbildete. Zu seinen besten Bildern zählt man in der Galerie zu Kopenhagen die 
Bestrafung der Niobe durch ApoUon und Diana aus dem Jahre 1591 im Museum zu 
Utrecht die Anbetung der Könige (1624), im Museum zu Haag die Hochzeit des 
Peleus und der Thetis (1638), im Museum zu Berlin der Traum Joseph's von der 
Flucht nach Aegypten, in der Pinakothek zu München die Auferweckiaig des Lazarus, 
im Louvre die Verkündigung Maria, die Geburt Christi und ein männliches Portrait, 
andre in Braunschweig, Schieissheim u. a. 0. Er radirte auch mehrere Blätter, 
Landschaften und religiöse Bilder. 

Bloemaert, Cornelis, Kupferstecher, geb. 1603 in Utrecht, f 1688 in Rom, 
Sohn und Schüler des Vorigen, auch Schüler von de Passe, ging 1630 nach Paris 
und von da nach Rom, -wo er den grcssten Theil seines Lebens zubrachte. Er stach 
nach italienischen Meistern, namentlich nach Pietro da Cortona und dessen Nachahmern 
Seine zahlreichen Stiche sind von grosser Sauberkeit, leiden aber an Kraftmangel 
der Behandlung und an allzugleichmäasiger Scliraffirune:: darunter die Auferweckung 
der Tabitha durch Petrus nach Guercino, die Eünnahme der Stadt Peru nach Cortona, 
der keusche Joseph nach Blanchard, eine heilige Familie nach Ann. Carracci, die 
Vision des hl. Antonius von Padua nach C. Ferrl u. a. -Sein Bruder Hendrik B. 
war Portraitmaler, ein zweiter Bruder, Frederik B.. geb. uin 1600, war Kupfer- 
stecher und Holzschneider, der jüngste Bruder A d r i e n h. Historien- und Portraitmaler. 

Bloeme, Hcrniannus Antony de, Histoiien- und Portraitmaler, geb. 17. Sept. 
1802 im Haag, f 3. Nov. 1867 da«., war in Amsterdam Schüler von Pieneman, 
erhielt eine Medaille für sein Bild Marius auf den Ruinen von Charthago und brachte 
nachher die Bilder: David und Nathan, Abraham ujid Isaak, die r)ienstfertigkeit der 
Rebekka, Christi Unterredung mit Maria Magdalena. 

Bloemen, Jan Frans van, Landschaftsmaler, geb. 12. Mai 1662 in Antwerpen, 
t 1748 in Rom, Schüler von Antoni Goubau, bildete sich in Rom unter den Ein- 
fluss Claude Lorrain's und Gaspar Poussin's, malte mit grosser Klarheit 



Bloemen — Blondeel. 137 

und Abtönung' der Fernen, daher Orizzonte genannt. Seine Bilder sind meistens 
Landschaften mit Staffage aus der Umgegend von Rom, Felsenpartien und Wasser- 
fälle. Bilder von ihm in den Museen vor Berlin Dresden, Wien und im Rudolfinum 
iu Prag. — Auch sein jüngerer Bruder Norbert van B. geb. 1672 in Antwerpen, 
t 1746 in Amsterdam, der ebenfalls Rom besuchte, malte Genrebilder und Portrait». 

Bloemen, Pieter van, genannt Standaart, Landschafts- und Genremaler, 
geb. im Jan. 16.57 in Antwerpen, f im März 1720 das., älterer Bruder der beiden 
Vorigen, Schüler von Simon v. Douw, war 20 Jahre lang in Rom thätig und 
wurde 1099 Dekan der Lukasgilde seiner Vaterstadt. Er malte zahlreiche Land- 
schaftt^-D, Architekturen staffirt mit Menschen und Pferden, oft Schilderungen aus 
dem SoldatenlebeE Viele Bilder von ihm in den Museen von Dresden und Schwerin 
und im Rudolfinum in Prag, auch im Hofmuseum zu Wien und in Kopenhagen. 

Bloemers, Arnoldus, hoUand. Maler, geb. 1792 in Amsterdam, f 1844 im 
Haag, hildete sich nach Anton Piera und mehr noch nach Jan v. Huysum, 
malte Blumen, Früchte und Thiere. 

Blök (Block), Aana Catharina, Blumenmalerin, geb. 1643 in Nürnberg, 
t 1719 in Regensburg, seit 1664 Gattin des Portraitmalers Benjamin B. Von ihr 
eiu Blumenstück im Museum zu Schwerin. 

Blomberg, Angrast Gotthold Dietrich Hugo von, Maler und Dichter, geb. 
26. Sept. 1820 in Berlin, f 17. Juni 1871 in Weimar, studirte anfangs Jura, wurde 
dann Schüler von Wach in Berlin und seit 1847 von Cogniet in Paris, studirte 
im Louvre die Werke von Rubens, setzte seine Studien in Berlin fort und zog 1867 
nach Weimar. Bei seinem allzu lebhaften Wesen und seiner Neigung zum Geister- 
haften und D^;. ionischen vollendete er selten ein begonnenes Werk, doch sind zu 
nennen: Neptun und Amymone (1847), der Kaufmann von Venedig (1866), Benvenuto 
Cellini in der Engelsburg, König Wilhelm bei Königgrätz und namentlich 27 farbige 
Skizzen nach Dante. Als Dichter schrieb er: „Ein Künstlermärchen" , „Prinz 
Augentrost" (1846), „Bilder und Rontanzen" (1860), „Treu bis zum Tod" (1872); 
in Prosa: „Stimmen aus dem Knnstpnblikum" , „Der Teufel und seine Gesellen", 
bearbeitete auch die 3. Aufl. von Kuglers „Geschichte der Malerei". 

Blomfleia, Arthnr William, engl. Architekt, geb. 6. März 1829 in London, 
Schüler von R u g b y, Vizepräsident des königlichen Instituts der Britischen Architekten, 
wurde der Architekt der Bank von England, der Kathedralen von ehester und 
Salisbury, und der Kirche St. Mary Redclifife in Bristol, D'öcesan-Architekt der 
Diöcesen Winchester und Ely. 

Blomuiendael, Jan, holländ. Bildhauer der 2. Hälfte des 17. Jahrb., lebte in 
Rotterdam und war gegen das Ende des Jahrb. Vorstand der Bildhauergilde im 
Haag. Ausser einem Grabdenkmal des Contre-Admirals von Brakel in der Laurentius- 
Kirclie zu Rotterdam ist fast nichts von ihm bekannt. 

Blommers, Bernhai-d Johann, holländ. Genremaler, geb. 30. Jan. 184,') im 
Haag, Schüler von Chr. Bisschop. Von ihm im Reichsmuseum zu Amsterdam 
das Bild einer Strickerin. 

Blon, Jakob Christoph, Maler und Kupferstecher, geb. im Mai 1667 in 
Frankfurt, f 1741 in Paris, Schüler von C. Meyer in Zürich, bildete sich in Rom 
unter Carlo Maratta und ging dann nach Amsterdam, wo er Portraits in Miniatur 
malte. Um 1720 suchte er in England den von ihm erfundenen Farbendruck mit 3 
oder 4 Schwarzkunstplatten einzuführen; als aber sein Unternehmen wegen der 
Herstellungskosten fehlschlug, errichtete er in London eine Tapetenfabrik; da er 
aber auch hierdurch nicht emporkam, ging er 1732 nach Paris, wo er ebenso wenig 
Glück hatte und im Hospital starb. Die besten seiner 33 jetzt sehr seltnen Stiche 
sind ein Portrait von Rubens nach van Dyck, St. Agnes und St. Caecilia beide 
nach Domenichino, die Ruhe in Aegj^pten nach Tizian, eine Venus auf dem Ruhebett 
nach demselben, der Triumph der (jalatea nach C. Maratta, der keusche Joseph 
nach Cignani und mehrere Portraits nach van Dyck. 

Blond (oder Blon), Michael le, Goldschmied und Kupferstecher, geb. im Juli 
1587 in Frankfurt a. M , f 1656 in Amsterdam, reiste mit Sandrar t in Italien und 
lebte mehrere Jahre in England. Seine kleinen Stiche sina von grosser Zartheit, 
darunter das Wappen Albrecht Dürers, 12 Scenen aus dem Leben Christi und 
zahlreiche Blätter Goldverzierungen. Als Goldschmied arbeitete er namentlich zier- 
lichen Damenschmuck. 

Blondeel, Lancelot de, Historienmaler, geb. 1495 in Brügge, f 4. März 1561 
das., ging vom Maurerhandwerk zur Kunst über, malte auch mit Vorliebe Rtiinen 



138 Blondel — Blunck. 

und brennende Städte. Unter seinen Bildern sind die bekanntesten in der St. 
Jakobskirche zu Brügge die Marter der heiligen Cosnias und Damianus vom J. 1523, 
in der dortigen Kathedrale eine zwischen Heiligen tlironende Madonna (1545) und 
in der Kathedrale von Tournai der Ruhm der heil. Jungfrau. 1550 restaurirte er mit 
JanSchoreel das Mittelbild der Anbetung des Lamms von den Brüdern van E y c k. 

Blondel, Franqois, franz. Baumeister, geb. 1617 in Paris^ f 1686 das., ein 
Künstler, der, nicht Architekt von Profession, 1665 die Charente-Brücke bei Saintes, 
einige jetzt abgetragene Triumphbogen und 1676 die in Paris noch vorhandene 
Porte St. Denis zu Ehren Ludwig's XIV. erbaute. Er wurde 1671 Direktor der 
Akademie der Baukunst und schrieb mehrere Werke über Architektur. 

Blondel, Marie Joseph, franz. Historienmaler, geb. 1781 in Paris, Todesjahr 
unbekannt, Schüler von R e g n a u 1 1 , malte in der Richtung D a v i d 's in Oel und in 
Fresko zahlreiche allegorische, mythologische und kirchliche Bilder, erhielt den grossen 
römischen Preis mit dem Bilde Aeneas, der seinen Vater Anchises auf den Schultern 
trägt, und malte nach seiner Rückkehr aus Rom Deckenbilder im Louvre und in 
der Börse, in der Galerie de Diane des Schlosses zu Fontainebleau und in der Kirche 
St. Thomas d'Aquin zu Paris. Andre Bilder von ihm in den Museen zu Dijon und 
Toulouse. 

Bloot, Pleter de, holländ. Genremaler, geb. um 1600, f im Nov. 1652 in 
Rotterdam, malte unter dem Einfluss von Adrian Brouwer Scenen aus dem Volka- 
leben, Trinkgelage, Hochzeiten, Tänze u. dgl. Unter seinen wenigen noch vorhandenen 
Bildern nennen wir eine Dorfschenke im Museum zu Brüssel, eine Rechtsanwaltsstube 
im Reichsmuseum zu Amsterdam und eine Bauernstube in der Galerie zu Cassel. 

Blooteling (oder Bloteling), Abraham, Kupferstecher in Linienmanier und in 
Mezzotinto, geb. 1634 in Amsterdam, f 1690 (oder 1695), Schüler von Cornelis 
van Dalen, stach, nach andern Meistern, am meisten nach Rubens, van Dyck, G. 
Flinck, Ostade, und nach eigner Composition, häufig in Schwarzkunst, vorzugsweise 
Portraits berühmter Männer, darunter nach Netscher der sog. Kavalier (Peter Schont 
zu Pferde), andre nach v. d. Helst, Lely, Lairesse u.a. Seine Biogr. v. Wessely (1867). 

Blore, Edward, engl. Architekt, geb. 13. Sept. 1789, f 4. Sept. 1879 in London, 
fertigte schon in früher Jugend treffliche architektonische Zeichnungen, z. B. für 
Britton's Werk über die englischen Kathedralen und Clutterbuck's „Geschichte von 
Hertfordshire", arbeitete für die Kathedrale in Peterborough, schuf den Umbau des 
Lambeth Palace, arbeitete für das Schloss in Windsor, den Buckingham Palast und 
wurde Architekt der Westminster Abtei. 

Blot, Maurice, franz. Zeichner und Kupferstecher, geb. 1754 in Paris, f 13. Nov. 
1818,- Schüler von St. Aubin, stach mehrere sehr geschätzte Blätter, wie das Urtheil 
des Paris nach A. v. d. Werff, Mars und Venus, die Arkadischen Schäfer, beide nach 
Poussin, Jupiter und Jo nach Regnault, la Vierge aux Candelabres nach Raifael, das 
Portrait Winckelmann's nach Raphael Mengs u. a. 

Blotnicki, Taddäus, Bildhauer der Gegenwart aus Krakau, war Schüler von 
Zumbusch in Wien, und bildete sich in Italien weiter aus. Von ihm eine an- 
muthige Blumenfigur in Lemberg, eine allegorische Gruppe für das neue Theater in 
Krakau, das Marmorrelief einer in Thränen aufgelösten Maria und eine Maria auf 
der Mondsichel stehend. 

Blum (oder Blüm), Hans, Steinmetz aus Lohr am Main, lebte in der Mitte 
des 16. Jahrb. in Zürich, schnitt auch in Holz und schrieb um 1567 zwei mit Holz- 
schnitten von ihm versehene Bücher über Antiquitäten und über die Säulenordnungeu, 
die zu ihrer Zeit grossen Beifall fanden und in andre Sprachen übersetzt Minden. 

Blume, Edmund, Portrait- und Genremaler der Gegenwart, war in Berlin 
Schüler von Gustav Ricliter, sowie von Diez, Ramberg und Canon in 
München, wo er seinen Wohnsitz nahm. Auf den Ausstellungen wurden seit 1875 
von ihm bekannt die Bilder: Die Erzählungen der Grossmutter, Dolce far niente, 
der Geburtstagsmorgea das schmollende Modell, Rothkäppchen, die Schnitterin, beim 
Kerzenlicht u. a. 

Blume-Sicbert, Ludwig, Genremaler, geb. 1843 in Arolsen, wanderte über 
Düsseldorf nach Münclien, lebte 6 Jahre in Amerika und wurde dann Schüler von 
Defr egger. Von ihm die Genrebilder: Das erste Geburtstagsfest, ein Tänzchen 
an Bord, der Hausirer, günstige Kritik, eine Schäferidylle (Museum in Altenburg), 
der Korbflechter, die ersten Schuhe, lästiger Stadtbesuch. 

Blunck, Ditler Konrad, Maler, geb. 22. Juni 1799 in Breitenburg i, Holstein), 
T 7. Jan. 1853 in Hamburg, war 1814—27 Schüler der Akademie in Kopenhagen 



Bluntschli — Bochmann. 139 

unter Eckersberg und ging 1828 nach Italien, wo er unter dem Einfluss von 
Carstens eine Offenharung Jehovah's an Ezechiel malte (Gal. in Kopenhagen). 
Nach seiner Rückkehr nm 1838 malte er Noah in der Arche und die 4 Menschen- 
alter (ebenfalls in Kopenhagen). Er malte auch Genrebilder und Portraita. Später 
lebte er in Wien und Hess sich in Hamburg nieder. 

Bluntschli, Alfred Friedrich, Architekt, geb. 29. Jan. 1842 in Zürich, be- 
surlite dort i860 -G3 das Polytechnikum unter Semper, ging dann nach Paris, wo 
er in der Ecole des beaux-arts und von 1864 — 66 unter dem Architekten Questel 
arbeitete. Er gewann Preise bei mehreren Konkurrenzen, darunter mit Mylius den 
ersten Preis für den seit 1870 von beiden ausgeführten Centralfriedhof in Wien und 
den ersten Preis für das Rathhaus in Hamburg. Später baute er in Konstanz, lebte 
und baute seit 1871 in Frankfurt a. M. und kam 1882 an Semper's Stelle an's Poly- 
technikum in Zürich. 

Blyk, Frans Jacobus vau den, holländ. Marinemaler, geb. 1806 in Dordrecht, 
Schüler von J. C. S c h o t c 1 , mit dem er Studienreisen an den Küsten der Niederlande 
und Frankreichs machte. Seit 18.36 malte er treffliche effektvolle Seestücke. 

Blyth, Robert, engl. Padirer, geb. 1750, f 19. Jan. 1784 in London durch 
Selbstmord, war dort Schüler von ]\I o r t i m e r , von dessen Zeichnungen er mehrere 
geistvolle Bilder radirte, darunter 4 Blätter Leben und Tod des Soldaten und 2 
Blätter Räuber. 

Bobrof, Victor Alexander, russischer Radirer, geb. 1842, Schüler der Akademie 
in St. Petersburg, radirte besonders trefflich Portraits, z. B. den Kaiser Alexander, die 
Kaiserin, den Componisten Rubinstein, den Maler Wereschtschagin, sowie auch mehrere 
Landschaften. 

Bocanegra, Pedro Atanasio, span. Maler aus Granada, geb. um die Mitte des 
18. Jahrb., f 1688, Schüler von Alonso Cano, malte, beeinflusst von Pedro de 
M y a , in weicher Pinselführung Bilder für die Kirchen Granada's, besonders zahl- 
reich in der Kathedrale. Auch im Museum del Prado von ihm eine Madonna mit 
dem Jesusknaben, Johannes d. T. und der heil. Anna. 

Boccaccino, Boccaccio, ital. Historienmaler, geb. um 1460, f um 1518 in 
Cremona, gebildet unter dem Einfluss des Andrea Montegna, malte viel in 
Cremona, zunächst den umfangreichen Freskencyklus im Dom (1506—18) aus dem 
Leben der Maria und der Jugendzeit Christi, von klarer Composition und würdiger 
Haltung. Von ihm in der Akademie zu Venedig die Vermählung der heil. Katharina 
und Rosa und in S. Giuliano daselbst eine Madonna mit Petrus, Michael und den beiden 
Johannes. Mehrere seiner Bilder werden dem P e r u g i n o oder dem Pinturicchio 
zugeschrieben. 

Boccaccino, Caiuillo, ital. Historienmaler, geb. 1511 in Cremona, f 1546, 
Sohn und Schüler des Vorigen, ein Maler von grosser Anmuth, soAvie Kraft und 
Harmonie des Colorits seiner Bilder. Die bedeutendsten derselben sind in S. Sigismondo 
zu Cremona in der Apsis, Christus erscheint den Evangelisten, und im Chor die 
Auferweckung des Lazarus und die Ehebrecherin vor ChrLstus (1537); auch malte 
er Bilder au den Facaden dortiger Häuser. 

Boccati (n, A. Boccaccino), Giovanni, ital. Maler des 15. Jahrh. aus 
Camerino. Von ihm in der Pinakothek zu Perugia eine Madonna mit Engeln und 
Schutzbefohlnen und ein als frühes Beispiel der Stilmischung der umbrischen mit 
der florentinischen Kunst wichtiges Bild aus dem J. 1447 von sinniger Poesie: 
Eine Modonna von Engeln gefeiert, umgeben von den 4 Kirchenlehrern und angefleht 
von Dominicus und Franciscus für den Schutz der Brüderschaft von S. Doraenico. 
Im Museum Poldi-Pezzoli in Mailand von ihm eine Madonna. 

Bocciardi, demente, ital. Maler, geb. 1620 in Genua, f 1658, Schüler von 
Bernardo Strozzi, bildete sich in Rom weiter aus, malte in Genua und Pisa 
kirchliche Bilder von trefflicher Composition und lebhaftem Colorit. 

Bochmann, Gregor v., Maler, geb. 1. Juni 1850 auf dem Gute Nehat in 
Esthland, besuchte 1868 die Akademie in Düsseldorf, bezog dort 1871 ein eignes 
Atelier, machte jährliche Studienreisen nach seiner Heimath, nach Holland und Belgien 
und entnahm daher die Motive zu seinen landschaftlichen, reich staffirten Bildern von 
glücklicher Auffassung der Natur. Wir nennen darunter: Jahrmarkt in Esthland 
(1872), Sonntag bei einer Kirche in Esthland (1874), Schleuse in Holland (1875), 
heimkehrende Landleute in Esthland (1875, Kunsthalle in Hamburg), Kartoffelernte 
in Esthland (1876), Werft in Südholland (1878, Nationalgalerie in Berlin), Esth- 
ländisches Strandbild. Er lebt in Düsseldorf. 



140 Bocliolt — Bode. 

Bocholt, Franz, v., einer der ei-sten deutschen Kupferstecher der 2. Hälfte 

des 15. Jahrh., geb. zu Bocholt in Westfalen, arbeitete unter dem Einfluss des 
Rogier v. d. Weyden und des Dirk Bouts, aber auch selbständig. Unter 
seinen Blättern, 55 an der Zahl, sind als die besten zu nennen : Das Urtheil Salomos, 
Christus und die 12 Apostel (13 Blätter), die Verkündigung Maria, Christus am 
Kreuz, Simsen erAvürgt den Löwen, zwei streitende Bauern beim Kegelspiel. 

Bock, Alexander Romanow vom, Bildhauer, geb. 1829 in Dorpat, Schüler 
der Akademie in St. Petersburg, seit 1864 Professor an derselben. Von ihm eine 
hübsche Marmorstatue der Psyche und in Warschau von ihm und Pimenow die 
colossale Bronzestatue des Fürsten Paskiewitsch. 

Bock, Hans, Dekorations- und Facadenmaler der 2. Hälfte des 16. Jahrh., 
thätig in Basel. Von seinen derartigen Malereien ist noch erhalten das Wandbild 
der Verleumdung des Apelles im dortigen Rathssaal aus dem J. ICH und einige 
Malereien an Häuserfacaden. 

Bockhorst (Boeckhorst), Johann van, genannt der Lange Jan, Historien- 
maler, geb. 1605 in Münster, f 21. April 1668 Schüler von Jordaens. trat 1633 
in die Lukasgilde zu Antwerpen, malte in der Weise des Rubens und van Dyck 
Portraits und kirchliche Bilder. Von ilim in der Augustinerkirche zu AntAverpen 
die Kaiserin Helena mit dem wahren Kreuz Christi, im dortigen Museum eine 
Krönung der Maria; mythologische Bilder in der Pinakothek zu München und im 
Hofmuseum zu Wien. 

Bockhorst, Johann de, Maler, geb. 1661 bei Zütphen, f 1724 in Cleve, kam 
in jungen Jahren nach London, wurde hier Schüler von Knelter, malte Portraits 
und Historienbilder und setzte si)äter seine Thätigkeit am Hof zu Berlin fort. 

Bocksberger (Bocksporger), Hans, Maler und Formschneider, geb. um 1520 
in Salzburg, malte geistvoll componirte Schlachtenbilder, Jagdstücke, historische und 
allegorische Bilder und war besonders geschickt ia der Dekoration von Häuser- 
facaden und Innenräumen, die er in vielen bayrischen Städten ausführte, am be- 
deutendsten (1547 — 55) die umfangreichen Malereien in der Residenz zu Landshut. 
Er lieferte auch viele Holzschnitte für mehrere von Feyerabend in Frankfurt heraus- 
gegebenen Werke. 

Bocksent, Jan, Bildhauer, geb. 1660 in Gent, f 1727 das. Von ihm in der 
dortigen St. Bavoskircho das Denkmal des Bischofs Philipp Erard van der Noot 
und in der St. Peterskirche die Statuen der 4 Evangelisten. 

Borqnct, Nicolas, franz. Kupferstecher, thätig in Paris und in Rom während 
der 2. Hälfte des 17. Jahrh. Unter seinen Stichen nach Raffael ist das Hauptblatt 
der Triumph der Galatea, auch eine heil. Familie mit anbetenden Engeln nach 
Mignard. 

Boddiugton, Henry John, eigentlich "Williams, engl. Landschaftsmaler, geb. 
1811, tu. April 1865 in Barnes (Surrey), brachte seit 1837 auf die Ausstellungen 
der Akademie zahlreiche Landschaften von den Ufern der Themse, aus Devonshire 
und aus Wales, die sehr beliebt waren. 

Bode, Leopold, Historienmaler, geb. 11. März 1831,' in Offenbach wurde in 
Frankfurt Schüler des Städelschen In.stituts unter Jakob Becker, Passavant 
und besonders seit 1850 unter Ed. Steinle, der grossen Einfluss auf ihn au.sübte. 
Auf sein erstes Bild aus der Geschichte der Ruth (1856) folgten die Heimsuchung 
Maria und Bilder nach Erzählungen Clemens Brentano's. Nach einer Reise in 
Bayern und Tirol betheiligte er sit'h mehrere Jahre bei Steinle's Fresken im Treppen- 
hause des Museums in Köln, brachte 12 Zeichnungen zu Schillers „Glocke", die von 
der Akademie in Wien preisgekrönt wurden, und besuchte die Schweiz für seine 
Illustrationen zu Scheffel's „Ekkehard". Die bedeutendsten seiner übrigen Bilder 
sind der Graf von Habsburg, eine Scene aus Schiller's „Braut von Messina", Bilder 
aus der Sage von der Geburt Karl's d. Gr. und die Alpenbraut (beim Grafen Schack 
in München), Bilder zu Shakespeare's „Wintermärchen", Kaiser Max auf der 
Martinswand, der Aquarellcyklus Lohengrin und andre Darstellungen ähnlicher Art. 
Er lebt in Frankfurt a. M. 

Bode, Wilhelm, Landschaftsmaler, geb. 12. März 1830 in Hamburg, t 27. Juh 
1893 in Düsseldorf, anfangs Lithograph, ging 1855 nach Wien, wo er sich der 
Landschaftsmalerei zuwandte, lebte dann 8 Jahre in München und liess sich in Düsseldorf 
nieder. Seine Bilder, meistens aus der Schweiz und den Gebirgen Süddeutschlands, 
auch aus der Eifel und Westfalen, sind naturwahre Veduten von ansprechendem 
Colorit. 



Bodemer — Bodt. ^^^ 

Bodemer, Jakob, Emailiualer, geb. 7. Juli 1777 zu Nöttingen bei Karlsruhe, 
t 13. Mai 1824 lu Wien, wo er sich seit 1799 auf der Akademie unter Maurer, 
F ü g e r und L a m p i bildete und sich der Eniailmalerei von Portraits widmete, die er 
durcli einen vou ihm erfundenen Ueberzug verbesserte. Andre Bilder von ihm in dieser 
Technik sind eine Madonna mit dem Kinde, eine betende Madonna nach Holboin, ein Amor 
nach Paolo Veronese ; Portraits von ihm im Besitz der kaiserlichen Familie in Wien. 

Bodenhausen, Cuno v., Historien- und Genremaler, geb. 1852 in Witzenhausen 
an der Werra, Schüler von Wilh. Lindenschmit in München, debütirte 1877 
mit dem viel versprechenden Bilde Mignon und der Harfner, hielt sich nachher in 
Rom auf und brachte auf die Ausstellungen die ebenfalls lobensweiuheu Bilder: 
Virginia leblos am Gestade liegend (1879), zweierlei Lektüre, Margarete aus dem 
„Faust", das Lied, Nydia nach Bulwer.s „letzte Tage vou Pompeji", die Hoffiming 
und 1889 eine Vision, worin Maria mit dem Kinde auf Wolken thront, tief nutet 
ihr die Kreuze auf Golgatha (1880). 

Bodenmüller, Alfons, Genremaler, geb. 5. Aug. 1847 in München, f 18. Juni 
ISNG das., besuchte die dortige Akademie imter Bamberg und Lindenschmit, 
unter denen sich sein Talent rascli entAvickelte. Auf sein erstes Bild, der Schäffler- 
tanz in München zur Zeit der Pest 1517, folgten: Das Pflegekind (1874), die Wohl- 
tliUterin, die Caritas (1879). 

Bodenmüller, Friedrich, Schlachtenm: ler, geb. 11. Aug. 1845 in München, 
Bruder des Vorigen, besuchte dort anfangs die Akademie, bildete sich aber nachher 
als Autodidakt weiter und malte Genre- und Altarbilder, die nur massiges Glück 
machten. Durch den von ihm mitgemachten Krieg von 1870 71 kam er zur Schilderung 
des Soldateulebens und der Schlachten, worin er infolge eigner Anschauungen Vor- 
zügliches leistete. Es sind theils Genresconen und Episoden, theils grössere Kämpfe. 
Zu den erstem gehören: Die Schleichpatrouille (1871), der Kampf in den Strassen 
von Bazeilles, zu den letztern die meisterhafte Schlacht bei Sedan (1873) und die 
Erstürmung der Höhen von Fröschweiler (1875). Dazu die Genrebilder : Neuigkeiten, 
der Schleiertanz (1883) und Frühlingszeit. 

Bodenstein, Julius, Landschaftsmaler, geb. 4. Aug. 1847 in Berlin, bezog 186& 
die dortige Akademie, wurde Schüler der Maler Schütze und Herrn. Schnee 
und ging 1873 nach München, wo er sich an. A d. L i e r auschloss, dessen Stimmungs- 
bilder ihm am meisten zusagten. Er entnahm die Motive seiner Stimmungslandschaften 
meistens aus den Hochgebirgen Südbayerns und Tirols, und brachte auf die Aus- 
stellung von 1879 25 solche Hochalpenbilder, aber auch Landschaften aus dem Norden 
Deutschlands und von der Westküste Schleswig's, z. B. 1874 Krabbenlischer au der 
Nordsee, Abendstimmung auf der Insel Sylt (Museum in Danzig) u. a. 

Bodmer, Gottlieb, Zeichner und Lithograph, geb. 1804 in München, f 1837, 
widmete sich anfangs unter Joseph Stieler der Portraitmalerei, wandte sich dann 
zur Steinzeichnujig und lithographirte 1829 die Madonna di Sisto nach dem Stiche 
von Fr. Müller, sowie 2 kleine Bilder nach Heinr. Hess. Nach einem Aufenthalt in 
Paris, wo er sich technisch vervollkommnete, lithographirte er in München die be- 
deutenden Blätter : Abschied des Königs Otto, König Ludwig I. im Familienkreis und 
Bilder nach Foltz und Kirner, die grossen Beifall fanden. 

Bodmer, Karl, Landschaftsmaler, Lithograph und Radirer, geb. 1809 in Zürich, 
t 31. Oct. 1893 in Paris, widmete sich anfangs der Landschaft, begleitete 1833 den 
Prinzen Maximilian v. Neuwied nach Nordamerika, gab darüber das Reisewerk 
„Nordamerika in Bildern" heraus und malte diese Reise betreffende Oelbilder. Er 
lithographirte nach eignen Landschaften, gab Illustrationen für die Journale „Le magasin 
pittoresque", „L'illustration" und „Le monde illustre" heraus, schrieb mit Theophile 
G a u t i e r „La nature chez eile" und radirte mit V e y r a s s a t für „Hamertou's chapters 
ou animals". Er lebte in Barbizon bei Fontainebleau. 

Bodom, Erick, Landschaftsmaler, geb. 28. Sept. 1829 in Norwegen, f 18. April 
1880, Schüler von Gude in Düsseldorf. Seine stimniungs vollen Landschaften, 
meistens von einsamen, melancholischen Gegenden seiner Heimath, sind von kräftigem 
Colorit, so namentlich die Bilder: Norwegische Hochgebirge, Mondschein, Norwegischer 
Wasserfall (Museum in Königsberg), und ähnliche. Später beschäftigte er sich mehr 
mit mikroskopischen Untersuchungen, worin er Bedeutendes leistete. 

Bodt, Jean de. Civil- und Kriegsbaumeister, geb. 1670 in Paris, f 3. Jan. 1745 
in Dresden, wurde 1700 brandenburgischer Hofbaumeister, trat 1728 in sächsische 
Dienste und wurde 1741 Generalfeldzeugmeister in Dresden. Er vollendete das von 
Nehring begonnene Zeughaus in Berlin und den Bau des Stadtsclüosses in Pot.sdam 



142 Bo^ ~ Boeckmann. 

(1701), baute in Dresden die Fagade des Japanischen Palais und andere Paläste in 
Berlin und Dresden, sowie den Festungsbau in Wesel. 

Bo6, Frantz Didrik, norwegischer StilUebemnaler, geb. 28. Mai 1820 in Bergen, 
Schüler der Akademie in Kopenhagen und des Malers Thcude Grönland in Paris, 
beschickte die Ausstellungen von Paris und Christiania mit trefflichen Bildern von 
Blumen, Früchten, Fischen und Seepflanzen. 

Böbliu^er, Hans, Baumeister, f 1482, kam auf den Rath des Meisters Matthäus 
V. E n s i n g e n zum Bau der Liebfrauenkirche in Esslingen, wo er den Thurm bis zur 
P3a'amide errichtete, übernahm 1400 auch den Thurmbau zu Möhringen (Württemberg). 

Böblinger, Matthäus, Baumeister, geb. zu Altbach bei Esslingen, f 1505, 
Sohn des Vorigen, baute seit 1474 am Münstei- zu Ulm, als aber der Thurm des- 
selben bis zur Höhe von 71 ni. gekommen war, fielen im Jahre 1492 grosse Steine 
aus dem Gewölbe herab, weshalb er aus Ulm vor der Rache des Volkes fliehen 
musste und sich nach Esslingen begab, wo er an der Liebfrauenkirche den Bau der 
Thurmpyramide vollendete. Auch betheiligte er sich 1499 beim Bau der Martins- 
kirche in Memmiugen. 

Boeckhorst, s. Bockhorst, Johann de. 

Böcklin, Arnold, berühmter Maler, geb. IG. Oct. 1827 in Basel, erlangte durch 
Studien auf dem dortigen Gymnasium gründliche Kenntnisse des klassischen Alter- 
thums, die später auf seine künstlerische Richtung einwirkten. 1846 konnte er die 
Akademie in Düsseldorf beziehen, wo er unter Schirmer sich zunächst der Land- 
schaft widmete; dann ergrift" er in Brüssel die Figurenmalerei, ging 1848 nach Paris 
und 1850 über Basel nach Rom, wo er um des Broderwerbs willen für die Kunsthändler 
Veduten malte, sich an D r e b e r und Feuerbach anschloss und die Umgegend durch- 
streifte. Nach Basel zurückgekehrt, malte er für die Villa des Consuls Wedekind 
einen Bildercyklus und ging dann nach München, wo er den Grafen Schack kennen 
lernte, für den er mehrere Bilder malte, die ihn von verschiedenen Seiten völlig 
charakterisiren, nämlich einen sich geisselnden Anachoreten in phantastischer Gebirgs- 
gegend, einen vor dem Gott Pan fliehenden Hirten, einen Triton u. a. 1858 wurde 
er an die Kunstschule in Weimar berufen, wo er eins seiner berühmtesten Bilder 
malte: Das Schloss am Meere, das von Piraten überfallen und in Brand gesteckt 
wird (Museum in Breslau, später öfter wiederholt), und eine colossale Jagd der Diana 
(Museum in Basel). Aber Weimar vermochte nicht ihn zu fesseln; schon 1861 ging 
er wieder nach Rom, wo er 1863 das alle Welt entzückende Portrait seiner Gattin, 
die noch bedeutendere Villa am Meere (G.'ilerie Schack) von tief ergreifender 
Melancholie bald nachher die überaus heitere Daphnis und Amaryllis und Bacchus 
als Patron einer Weinwirthschaft malte, die letztere schon in den später bei ihm be- 
liebten grellen Farben. In dieser Weise auch die Bilder ein Liebespaar, die Faunenfamilie 
und in lebensgrossen Figuren eine Pieta, die 1873 in Wien ebenso grosses Entsetzen 
erregte, wie eine Cleopatra. Von Rom kehrte er dann in seine Vaterstadt zurück und 
malte hier 1«69 im Treppenhause des Museums drei geniale und barocke Fresken. 
1871 trieb es ihn wieder nach München, wo er sein ebenso phantastisches Selbst- 
portrait malte, das ihn darstellt, wie er als leidenschaftlicher Musikfreund mit dem 
Tod hinter sich erscheint, sodann der schaurige Centaurenkampf (1873. Museum in 
Basel), das altrömische Maifest, Ceres und Bacchus, als sein grösstes coloristisches 
3Ieisterwerk die Meeresidylle (Galerie Schack), die unschöne Kreuzabnahme, der ab- 
geschmackte Adam vor dem Paradiese, die Gefilde der Seligen (1878, Nationalgalerie 
in Berlin), ein meisterhaftes Frühlingserwachen (1883), die Todteninsel (Museum in 
Leipzig), (1er gefesselte Prometheus, ein Spiel der Wellen (Neue Pinakothek in München), 
das Einhorn im Walde, der Eremit (1885, Nationalgalerie in Berlin), Susanna im 
Bade, die Himmelskönigin (1891, Altarbild), und Fischpredigt des hl. Antonius v. Padua. 
Aus seinem Leben bemerken wir noch, dass er nach Vollendung der Fresken im Museum 
zu Basel 1871 wieder nach München zog, von 1876—86 in Florenz lebte, dann Zürich zum 
Wohnsitz wählte und 1894 wieder nach Florenz zog. Seine Biogr. von Haendcke (1890). 

Boeckmann, Wilhelm, Architekt, geb. 1832 in Elberfeld, Schüler der Akademie 
in Berlin, bereiste als Stipendiat derselben Italien und Griechenland und gründete 
1859 mit Herm. Ende (s. d.) in Berlin ein Atelier für Architektur, das eins 
der bedeutendsten in Deutschland wurde. Die wichtigsten von Beiden errichteten 
Bauten sind die Montirungswerkstatt auf der kaiserl. Werft in Wilhelmshaven, in 
Berlin das Gebäude des Zoologischen Gartens, die Bodenkreditactieubank im 
florentinischen Palaststil, ebenso die Mitteldeutsche Kreditbank, mehrere Villen, in 
Dessau das Erbprinzliche Palais und ausserhalb Berlins zahlreiche Privatgebäudo. 



Boegel — Böhndel. 143 

Boegel, Johannes, Bildschnitzer aus Kaikar, lebte im IC. Jahrb., f vermuthlich 
1543, der Schöpfer eines AJtarscbreins zu Ehren der beiden heiligen Johannes in der 
St. Nikolai-Pfarrkirclie zu Kaikar, im Obertheil desselben eine Krönung- Maria, darunter 
die Statuen der beiden Johannes und das Standbild eines heiligen Bischofs. 

Bögler, Karl, Architekturmaler, geb. 1837 in München, f 1866 daselbst, malte 
Architekturbilder von grosser Treue, z. B. das alte Militär-Zeughaus an der 
Maximiliansstrasse in München (1865), die Herzog-Maxburg daselbst und den ehe- 
maligen Dechanthof bei der Frauenkirche (1866), alle 3 in der Neuen Pinakothek. 

ßölieim, Karl, Genremaler, geb. 1830 in Wiener Neustadt, f 1870 in Stuttgart, 
Schüler der Akademie in Wien unter Waldmüller und Rüben. Eins seiner 
Hauptbilder sind die 2 Satyre in der römischen Campagna einem Hasen nachjagend 
(Gal. Schack in München). 

Bölim, Amadeus Wenzel, Kupferstecher, geb. 1771 in Prag, f 1. Mai 1823 
in Leipzig, war in Wien Schüler von Schmutzer und von C 1. Kohl. Unter 
seinen Blättern sind zu nennen der Apostel Paulus nach Screta, eine Madonna mit 
dem Kinde nach Carlo Dblci und die Portraits des Königs Friedrich VI. von Dänemark 
und dessen Gemahlin nach Gröger. 

Böhm, Joseph Daniel, Bildhauer und Medailleur, geb. 16. März 1794 zu 
Wallendorf in Ungarn, f 15. Aug. 1865 in Wien als Hofmedailleur und Direktor der 
Graveur- Akademie, bildete sich seit 1813 im Modelliren unter Fischer in Wien, 
im Bildschnitzen unter S tränt und ging 1821 nach Kom, wo er Schüler von 
Thorwaldsen wurde. Er war ein vorzüglicher, beliebter Lehrer in seiner Kunst, 
schuf ideale Bildwerke, Portraitstatuen österreichischer Regenten und zahlreiche 
Werke der Stempelschneidekunst als Portraits in Denkmünzen und geschnittnen Steinen. 

Böhm, Joseph Edgar, Medailleur und Bildhauer, geb. 4. Juli 1834 in Wien, 
t 12. Dec. 1890 in London, Sohn des Vorigen, erhielt in dessen Kunstsammlungen 
Anregungen zu eignem Schaffen, bereiste mit ihm Italien und bildete sich 1848—51 
in England, erhielt 1853 den Kaiserpreis in Wien für seine Medaillen, ging 1859 
nach Paris und nahm 1862 seinen Wohnsitz in London. Hier entwickelte er eine 
grosse Thätigkeit auch am Hofe der Königin in Portraitbüsten, Reiterstatuetten und 
monumentalen Portraitstatuen. Die bedeutendsten dieser Werke sind: Eine colossale 
Marmorstatue der Königin Victoria in Windsor, colossale Broucestatue des Sir John 
Bunyan in Bedford, die colossale Reiterstatue des Prinzen von Wales für Bombay, 
die Statue des Thomas Carlyle, des Feldmarschalls Sir John Burgoyne in London, 
des Lord Napier von Magdala für Calcutta, des Herzogs von Kent, des deutschen Kaisers 
Friedrich III. und eine colossale Gruppe St. Georg's mit dem Drachen. Dazu kommen 
seit 1879 ein Grabmal der Grossherzogin Alice von Hessen für Darmstadt, ein 
Denkmal William Tyndale's, eine Statue des Lord Beaconsfield in der Westminster- 
Abtei, das Denkmal des Prinzen Louis Napoleon in der St. Georgskapelle zu Windsor, 
und des Naturforschers Darwin. Er war Mitglied der Akademie in London. 

Böhm, Paul, Genremaler, geb. 28. Dec. 1839 in Grosswardein (Ungarn), anfangs 
HandAverker und Dekorationsmaler bei einer wandernden Theatergruppe, kam 1866 
nach Budapest, wo er in der Esterhazy-Galerie und im Nationalmuseura studirte und 
copirte. 1871 ging er nach München, wo seine Malereien, meistens landschaftliche 
Genrebilder aus dem ungarischen Volksleben von überaus kräftigem Colorit, Beifall 
fanden. Eins der ersten war: Fischende Bauern an der überschwemmten Theiss 
(Museum in Köln), sodann heimkehrende Schnitter (Museum in Königsberg), die Melonen- 
crnte, Fischer an der Theiss, Wäscherinnen an einem Flusse, Zigeunerfamilie u. a. 

Böhm, Richard, Historien- und Genremaler, geb. 2. Juli 1858 in Dresden, 
be.suchte die dortige Akademie, wurde Schüler von Pauwels in Weimar und liess 
sich nach längeren Reisen in Dresden nieder. Zu seinen besten Bildern gehören: 
Verlorenes Glück, in die Fremde, Thusnelda von ihrem Vater dem Germanicus über- 
geben und ein Cyklus dekorativer Bilder betreffend den Fischfang, die Jagd, die 
Getreide- und die Obsternte. 

Böhme, Franz Richard, Landschaftsmaler, geb. in Dresden, f 6. Juli 1887 
in Murnau (Oberbayern). Von ihm einige Bilder aus dem oberbayrischen Gebirge, 
Amor trifft (Genrebild) und ländliche Idylle. 

Böhmer, Heinrich, Landschaftsmaler, geb. 5. Mai 1852 in Düsseldorf, besuchte 
die dortige Akademie unter D ü c k e r, malte mehrere Landschaften aus den Gegenden 
des Harzes, Abenddämmerung, und namentlich Waldbilder. 

Böhndel, Konrad Christian August, Maler, geb. um 1782 in Süd-Jütland, 
t 18. Dec. 1847 in Schleswig, Schüler der Akademie in Kopenhagen, besuchte 1809 



144 Böker — Boethos. 

und 1810 Italien, malte nach seiner Rückkehr gelungene Portraits, z. B. die des 
Architekten Hansen und des Grafen Schimmelmann, war Portraitmaler und Lithograph 
in Schleswig und' machte sich verdient durch 37 lithographirte Blätter nach 
Brüggemann's berühmtem Altarwerk in Schleswig. 

Böker, Karl, Genremaler, geb. 4. April 1836 in Barmen, besuchte 1852 — 58 
die Akademie in Düsseldorf unter Karl Sohn und Wilh. Schadow und begann 
mit biblischen Historienbildern, ging aber bald zum Genre über, worin er oft einen 
heitern Humor entwickelte, z. B. die Passrevisiou, der Ausgang aus der Schule 
(1866), das gute Zeugniss eines Schulknaben, die kleinen Rekruten (Schloss in 
Babelsberg), Gang zur Kia-mess, der Vogelhäudler, die, theure Hötelrechnung, 
Mutterglück, der beste Trump (1872), die Morgenpromenade der Fürstin (1886) u. a. 

Boel, Cornelis, niederländischer Kupferstecher, geb. um 1580 in Antwerpen, 
bildete sich in der Schule der S a d e 1 e r, stach nur in Linienmanier. Sein bedeutendstes 
Werk ist eine Folge von 9 Blättern, darstellend die Thaten Karls V., gestochen in 
Gemeinschaft mit Antonio Tempesta und Jakob de Gheyn. 

Boel, Jean Baptiste, Maler, geb. im Jan. 1624 in Antwerpen, f um 1688, 
wurde 1C)41 Schüler von Frangois van Oosten^ und trat 1650 in die dortige 
Malergilde. Von ihm im Museum zu Antwerpen ein Stillleben, betitelt Vanitas, 
darstellend einen todten Schwan und einen Pfau. 

Boel, Pieter, Thier- und Blumenmaler und Radirer, geb. 22. Oct. 1622 in 
Antwerpen, f 3. Sept. 1674 in Paris, angeblich Schüler von Frans Snyders und 
Com. de Wael, reiste nach Rom und Venedig und war auch in Genua thätig. 
Seine Bilder von vorzüglicher Zeichnung und Malerei stellen Blumen, Früchte und 
allerlei Raritäten dar. Ein ti-effliches Stillleben von ihm im Museum zu Antwerpen, 
5 derartige im Museum del Prado in Madrid, ein Stillleben mit lebenden Thieren 
im Museum zu Cassel und ein von ihm selbst in Kupfer geätsrtes Bild im Städel'schen 
Institut zu Frankfurt. 

Boenisch, Gustav Adolf, Landschaftsmaler, geb. 22. Aug. 1802 in Soppau 
(Oberschlesien), Schüler der Akademie in Berlin unter Wach, machte Studienreisen 
in Deutschland und mit dem Marinemaler Krause nach Skandinavien, wurde 1835 
Mitglied der Akademie in Berlin, gab aber 1850 das Oelmalen auf. und beschränkte 
sich auf Zeichnungen, von denen viele in die Nationalgalerie zu Berlin kamen, und 
zog nach Nischwitz bei Dresden. Seine Bilder sind vorzugsweise Veduten von den 
KttSten Norwegens, aber auch Gegenden aus Thüringen und der Eifel. Zwei solche 
norwegische und eine Landschaft aus der Umgegend von Breslau in. der Berliner 
Natioual-Galerie. 

Boer, Otto de, hoUänd. Portrait- und Genremaler,, geb. 1797 zu Woudsend 
in Friesland, (Todesjahr unbekannt) Schüler des Malers Willem Barteivan 
der K i, machte Reisen durch einen grossen Theil von Europa auf denen er viel 
copirte. Zu seinen besten Bildern gehören die Auferweckung des Lazarus und in 
der Kirche zu Dronryp eine Verklärung Chi-isti, viel häufiger sind seine Genrebilder 
und Portraits. 

Börjeson, John, schwed. Bildhauer, geb. 1836 in Gothenburg, besuchte die 
dortige Akademie, und ging 1867 nach Rom, wo er mit idealen Bildwerken begann 
und 1868 für die Königin von Württemberg 2 Seejungfern schuf, denen nach seiner 
Rückkehr andre ideale und Genrebildwerke folgten, sowie eine Gipsstatue Sten Sture's 
des Aeltern als Sieger von Brunkeberg und neuerdings eine Statue des Chemikers 
Scheele für Stockholm, 

Bürjesson, Agnes, schwed. Malerin, geb. 1. Mai 1827 als Tochter des Dichters 
Johaiju B. (t 1866), bildete sich unter Boklund in Stockholm, auch in Paris und 
unter W. Sohn in Düsseldorf, Avurde schwedische Hofmalerin, Mitglied der Akademie 
und zog nach Venedig. Ihre Bilder behandeln häufig die höhere Gesellschaft der 
Rokokozeit, aber auch Architekturen. 

Bösirillwald, Emil, Architekt, geb. 2. März 1815 in Strassburg, bildete sich 
in seiner Vaterstadt, in München und unter Labrouste in Paris, wurde 1845 
Bauführer an Notre-Dame in Paris, 1847 Architekt der Kathedrale von Lugon 
(Vendee) und 1849 Diöcesan-Architekt. Er restaurirte zahlreiche mittelalterliche 
Kirchen (Notre Dame in Laon), wurde Generaliuspektor der historischen Denkmäler und 
brachte auf die Pariser Ausstellungen eine Menge architektonischer Zeichnungen von 
Kirchen und andren Baudenkmälern. 

Boöthos, griech. Erzgiesser und Toreut aus Chalcedon, lebte fn der 1. Hälfte 
des 2. Jahrh. v. Chr. Seine 3 statuarischen Werke, von denen wir Kunde haben, 



Boetiua — Bogoljubow. 145 

sind Knabenfig-uren und eine Hydra. Von diesen Knaben war der eine ein hübaches 
Qenrestück, von dem wir mehrere Wiederholungen besitzen, nämlich ein kräftiger 
Knabe, der, wie ein kleiner Herkules, eine grosse Gans am Halse gepackt hat und 
sie an sich drückt. Eine dieser Copien im Louvre. 

Boetius (oder Boethins), Christian Friedrich, Zeichner und Kupferstecher, 
auch Maler, geb. um 1706 in Leipzig, f um 1783 in Dresden, wo er seine erste Aus- 
bildung erhalten hatte. Seine Hauptblätter sind die Holbein'sche Madonna in Dresden, 
die sogenannte Nacht nach Correggio und ein Blatt nach Wouwerman, andre nach Teniers 
du Jardin und Rubens. 

Boettcher, Christian Eduard, Maler des landschaftlichen Genres, geb. 9. üec. 
1818 in Imgenbroich tEtjy-.-Eez. Aachen), f 15. Juni 1889 in Düsseldorf, wo er seit 
1872 Professor an der Akademie war Er bildete sich anfangs auf der Kunstschule 
in Stuttgart zum Lithographen, bezog dann die Akademie in Düsseldorf und war 
1844—49 Schüler von Th. Hildebrandt und W Schadow. Zunächst malte er 
gewöhnliche Genrebilder und Portraits und machte sich erst einen bedeutenden Namen» 
als er die Schilderung des rheinischen Volks- und Wirthshauslebens beo-anu, das er 
in zahlreichen poetischen Bildern von trefflich harmonischem Colorit in die landschaft- 
lichen Schönheiten der Eheingegendeu versetzte und in immer neuen Motiven dar- 
zustellen wusste. Zu den bekanntsten seit 1860 entstandnen gehören: Abend am 
Rhein, Sommernacht am Rhein (1862, Museum in Köln), Rheinische Dorfjugend (1863;*, 
Abend im Schwarzwald (1863, Museum in Leipzig), Marktbrunnen in einer rheinischen 
Stadt (1870), Sonntag am Rhein (1875), Rheinfahrt an der Lorelei (1880) u. a. 

Boetticher, Karl, Architekt und Archäolog, geb. 29. Mai 1806 in Nordhausen, 
t 21. Juni 1889 in Berlin als Professor an der Gewerbeschule, bezog 1827 die dortige 
Bauschule, wurde 1838 Lehrer au der Kunstakademie, machte 1862 mit dem Architekten 
Strack Forschungsreisen nach Athen und zeichnete sich durch Erfindung und Zeich- 
nungen von Ornamenten, sowie durch artistische Werke aus. Er schrieb „Ornamenten- 
buch" (1834 — 44), „die Holzarchitektur des Mittelalters" (1835—41) und als sein 
Hauptwerk „Tektonik der Hellenen" (2.- Aufl. 1869 ff.); ausserdem „der Baumkultns 
der Hellenen" (1857), „der Zophoros am Parthenon" (1875), „die Thymele der Athene 
Nike auf der Akropolis" (1880). Seit 1868 war er Direktor der Sknlpturensamndung 
des Museums in Berlin. 

Böttner, Willielm, Historien- und Portraitmaler, geb. 1752 in Ziegenhain, 
t 1805 in Kassel, war seit 1767 Schüler von Joh. Heinr. Tischbein, reiste 1773 
nach Paris, verweilte 1777—81 in Rom und ualun seinen Wohnsitz in Kassel, wo er 
1789 Professor an der Akademie und später Direktor derselben wurde. Seine treff- 
licheu liistorischen Bilder sind meistens mythologischen Inhalts. In Kassel von ihm 
Dädalus und Icarus (1786). Ausserdem malte er zahlreiche Portraits. 

Boeyermans, Theodore, Maler, geb. 1620 in Antwerpen, f 1678 das., bildete 
sich wahrscheinlich nach vau Dyck, trat 1654 in die dortige Malergilde, war aber 
nur ein Künstler zweiten Rangs, der Historien- und Genrebilder und gute Portraits 
malte. Von ihm im Museum zu Antwerpen die beiden Hauptbilder: Antwerpen als 
Nährmutter der Maler (^1665), der Teioh von Bethesda (1675) und 2 treffliche Portraits, 
in der dortigen St. Jakol'skirche eine Himmelfahrt Maria (1671) und im Kloster der 
schwarzen Schwestern eine Heilung des Lahmen. 

Boffrand, Germain, Architekt, geb. 7. Mai 1667, f 18. März 1754 in Paria, 
Schüler von Hardouin Mansard, wurde 1709 Mitglied der Akademie der 
Architekten, war Aixdiitekt mehrerer deutschen Fürsten und des allgemeinen Hospitals 
in Paris, für das er viele Jahre tliätig war. Er baute auch viele Brücken, Kanäle 
und Landstrassen und schrieb ein inhaltreiches Buch über alle seine Bauten und über 
den Gus* der ehemaligen Reiterstatue Ludwig's XIV in Paris (Vg:l. Bogaert). 

Bogaert, Martinus van (Martin des Jardins), Bildhauer, geb. 1640 in Breda, 
t 1694, bildete sich in Paris, wo er eine grosse Anzahl vou Denkmälern, Portrait- 
statuen, Reliefs und Arbeiten für Paläste schuf. Sein bedeutendstes Werk war die 
während der Revolution umgestürzte Reiterstatue Ludwig's XIV auf der Place des 
Victoires in Paris ; andre Statuen aus Marmor und Erz in Pariser Kirchen. 

Bogoljubow, Alexis Petrowitsch, russischer Marinemaler, geb. 1824 im Gouv. 
Nowgorod, anfangs Seeoffizier, besuchte seit 1849 die Akademie in St. Petersburg und 
bildete sich unter A. Achenbach in Düsseldorf, um sich für den Auftrag, die Zer- 
störung der türkischen Flotte im Hafen von Sinope und andre russische Seeschlachten 
auszubilden, die ihm durch ihre Wahrheit, Lel)cndigkeit und ihr glänzendes Colorit grosses 
■ Lob einbrachten. Dazu kamen später solche Bilder aus deni Krimkriege, hydrographische 
Allgemeines Künstler-Lexicou. 5. Aufl. 1. Band. 10 



146 BoliQ — Boisseree. 

Atlanten uutl Abbilduugen russiscTier Städte, für die russische Kirche in Paris 2 Bilder 
aas dem Leben Christi, sowie 1873 der Eisgang auf der Newa und die Ehede von 
Kronstadt. 

Bolin, German von, Historienmaler, geb. 25. Febr. 1812 in Heilbronn, ging 
1833 vom Studium der Jurisprudenz zur Malerei über und wurde 1835 in Paris 
Schüler von Heinr. Lehmann und Ary Scheffer, Nach seinem ersten Bilde, 
Tod der Kleopatra (1840, Museum in Nantes^ ging er nach Rom, malte dort das 
auch durch die Landschaft anziehende Bild Hagar und Ismael, lebte wieder von 
1843—77 in Paris und seitdem als Hofmaler in Stuttgart. In Paris schuf er Wand- 
gemälde in den Kirchen St. Roch und Ste. Elisabeth, in Tours in der Kathedrale 
(.der heil. Martin), ausserdem von geistvoller Auffassung und trefflicher Farbenwirkung 
Romeo und Julie, Hamlet und Ophelia, das Triptychon Glaube, Liebe, Hoffnung, und 
in Stuttgart andre Bilder (das Ständchen nach ühland, die heil. Elisabeth). 

Bohnstedt, Ludwig Franz Karl, Architekt, geb. 27. Oct. 1822 in St. Petersburg 
von deutschen Eltern, f 3. Jan. 1885 in Gotha, besuchte seit 1839 iu Berlin die 
Universität und die Bauschule, machte 1841 Studienreisen nach Italien und Frankreich, 
entfaltete dann in seiner Heimath eine reiche bauliche Thätigkeit und wurde 1859 
Professor an der Akademie in St. Petersburg, wo als seine Hauptbauten zu nennen 
sind : Die Restaurations- und Neubauten am Chinesischen Palais in Oranienbaum, das 
Nonnenkloster der Auferstehung, das Stadthaus, mehrere Palais und in Riga (1862 
und 1863) das 1882 abgebrannte Stadttheater. 1854 trat er aus dem russischen 
Staatsdienst und liess sich 1863 in Gotha nieder. Hier betheiligte er sich bei zahl- 
reichen Konkurrenzen und schuf so unermüdlich und rasch, dass er 1869 auf die Aus- 
stellung in München 12 Foliobände seiner Entwürfe brachte. Sein schönstes Werk 
dieser Art ist der besonders in der Aussenarchitektur grossartige Entwurf zum 
Rei<:hstagsgebäude in Berlin, der 1872 den ersten Preis erhielt. Ausserdem eirichtete 
er Monumentalbauten in verschiedenen Gegenden Deutschlands, namentlich iu Gotha, 
ja sogar in Portugal die Kathedrale von Guimaräes. Eine Sammlung seiner Eat- 
würfe erschien 1874 — 77. 

Boilean, Louis Auguste, Architekt, geb. 24. März 1812 in Paris, widmete 
sich zunächst der Anfertigung gothischer Ornamente und gründete für Holzarbeiteu 
eine Specialschule, die er 1843 nach Mirecourt (Vogesen) verlegte. Aus ihr gingen 
zahlreiche Kircheugeräthe hervor. 1853 gab er ein Kircheuprojekt heraus, worin 
er zum ersten Mal das System der Eisenconstruction anwandte und in diesem 
System baute er die gothische Kirche St. Eugene in Paris. Er schrieb: „Esquissc 
geograplüque de l'eglise de St. Pierre d'Aire", „De l'art religieux et monumental" 
und „L'egILse St. Eugene" (IFSß). 

Boilly, Alphonse, Kupferstecher in Linienmaiüer und in Mezzotinto, geb. 
3. Mai 1801 in Paris, t 8. Dec. 1867 das., stach nach Tizian Chi'istus und die Ehe- 
brecherin, nach Murillo die wunderbare Speisung, einige Blätter nach Ducis und das 
Portrait Washington's nach G. C. Stuart. 

Boilly, Louis Leopold, franz. Maler, geb. 5. Juli 1761 in La Bassee (Nord), 
t 5. Jan. 1845 in Paris, malte als Autodidakt Portraits und Genrebilder, ging 1786 
naih Paris, wo er eine ausserordentliche Thätigkeit entwickelte, sich besonders durch 
humoristische, für die Geschichte der Kultur interessante Genrebilder auszeichnete 
und angeblich fast 5000 Portraits malte. Seine Hauptwerke sind der Triumph 
Marat's (Museum in Lille) und eine ihn völlig charakterisireude Zeichnung vom 
Innern eines Wachthauses. 

Boilvin, Emile, franz. Genremaler und Radirer, g^b. 7. Mai 1845 in Metz, 
Schüler von Pils, malte einige bedeutende Genrebilder, z. B. Francesca da Rimini 
(1866), un ecorcheur (1867), Ludwig XI. im Gebet (1870) u. a., wurde aber noch 
bekannter durch meisterhafte Radirungen nach Franz Hals, Wouwernuiu, Bouclier, 
Laueret, Drouais, Rida u. A. und durch seine Illustrationen für eiije Prachtausgabe 
des Rabelais und Flaubert's Madame Bovary. 

Boisseree, Sulpice, geb. 2. Aug. ]7«3 in Köln, f 2. Mai 1854 in Bonn, und 
Melchior B., geb. 23. April 1786 in Köln, f 14. Mai 1851 ebenfalls in Bonn, ein 
gelehrtes, um die Kunstgeschichte verdientes Brüderpaar, bekannt durch die von 
ihnen zusammengebrachte Gemäldesammlung, die werthvollste für die deutsche 
Schule. Vom König Ludwig von Bayern wurde sie 1827 für die Summe von 120,000 
Thalern angekauft und kam 1836 in die Pinakothek zu München, mit Ausnahme von 
40 Bildern, die sich jetzt im Germanischen Museum zu Nürnberg befinden. Sulpice 
erwarb sich grosse Verdienste durch Forschungen auf dem Gebiete der altdeutschen 



Boissieu — Boks. 147 

Kirchenbaukunst, fand den Originalplan des Kölner Doms und ging 1827 nach 
München, wo er Generalconservator der plastischen Denkmäler Bayerns wurde. Später 
lebte er mehrere Jahre im südlichen Frankreich und in Italien und liess sich in 
Bonn nieder. — Melchior begleitete seinen Bruder nach München, förderte die Wieder- 
belebung der Glasmalerei, zog ebenfalls nach Bonn und vermaclite seine Sammlung 
von Glasmalei'eien der Stadt Köln. Beide gaben mit dem Lithographen Strixner 
ihre Sammlung in Lithographien heraus (1821—40, 40 Lieferungen). Sulpice schrieb: 
„Geschichte und Beschreibung des Domes zu Köln" (2. Aufl. 1842j, „Denkmale der 
Baukunst am Niederrhein vom 7.— 13. Jahrh." (2. Aufl. 1842 und 1843), „der Tempel 
des heil. Graals" (1834) und „die Kaiserdalmatika in der Peterskirche zu Rom" 
(1842). Seine Selbstbiographie. 1862, 2 Bde. 

Boissieu, Jean Jacques, Landschaftsmaler und Radirer, geb. 20. April 1736 
in Lyon, f 1. März 1810 das., bildete sich in Paris unter Frontier und durch das 
Stadium der niederländischen Maler, machte auch Studien in Italien und war in 
Lyon meistens als Radirer thätig. Von ihm sind 120 meist nach eignen Landschaften 
und Genrebildern, einige auch nach Ruisdael ausgeführte Blätter bekannt, von denen 
der Kunsthändler Chaillion-Potrelle 1824 eine Gesammtausgabe veranstaltete. 2 Land- 
schaften von ihm im Museum zu Berlin. 

Boito, Camillo, Kunstschriftsteller und Architekt, geb. 30. Sept. 183G in Rom. 
studirte auf der Universität in Padua und auf der Kunstakademie in Venedig, 
begann seine schriftstellerische Thätigkeit in Florenz, ging 1859 nach Mailand, wo 
er Professor an der Akademie der Brera wurde, private uud öffentliche Bauten, 
auch das Museo civico in Padua (1881) errichtete und die kunstgeschichtlichen Werke 
über die heutige Skulptur und Malerei (1877), über Lionardo und Michelangelo 
(1878), über die Architektur des Mittelalters in Italien (1880) und neuerdings ein 
grosses Werk tiber den Dom in Mailand schrieb. 

Boizot, Louis Simon, Bildhauer, geb. 1743 in Paris, f 10. März 1809 das., 
Schüler von Michel-Ange Slotz, erhielt 1762 mit dem Tode des Germanien? 
den ersten Preis in der Skulptur und wurde mit einer Statue des Meleager 1778 
Mitglied der Akademie. Von 1773 an stellte er mehr als 30 seiner Bildwerke aus; 
einige derselben im Louvre. 

Bokelmann, Christian Louis, Genreraaler, geb. 4. Febr. 1844 in St. Jürgen 
l)ei Bremen, als Sohn eines dortigen Lehrers, war aüfaugs in kuufmäuuischen . 
Geschäften in Lüneburg und Harburg, bis ei 18G8 die Akademie in Düsseldorf 
bezog. Hier trat er ins Privatatelier von Wilh. Sohn und debütirte erfolgreich 
mit dem Genrebilde Im Trauerhause, das 1873 in Wien prämiirt wurde. Aehnliches 
Glück machten kleine humoristische Genrebilder und namentlich das Bild Im Leih- 
hause (1875, Museum in Stuttgart), das ihm einen bedeutenden Namen machte. 1878 
folgte der Zusammenbruch einer Volksbank, der von grossem Talent für Charak- 
teristik und feine Beobachtungsgabe zeugte ; sodann das humoristische Wanderlager 
(1879), die meisterhafte Testamentseröffnung (1879, Nationalgalerie in Berlin), die 
letzten Augenblicke eines Wahlkampfs und aus den Jahren seit 1880 : Die ebenso 
meisterhafte Verhaftung (1881, Provinzialmuseum in Hannover), der Abschied der 
Auswanderer (1882, Museum in Dresden), Im Gerichtsvorsaal (1883). die Spielbank 
in Monte Carlo (1884), der Dorfbrand (1886), Nordfriosisches Begräbniss (1888). Ei 
lebte in Düsseldorf und Karlsruhe und wurde 1893 Professor an der Akademie in Berlin. 

Bolilnnd, Johann Kristofer, schwed. Maler der Historie und des historischen 
Genres, geb. 15. Juli 1817 in Kulla-Gunnärstorp, f 10. Dec. 1880 in Stockholm, 
bildete sich in Lund, auf der Akademie in Kopenhagen, seit 1837 in Stockholui, 
seit 1846 in München und von 1854—56 in Paris unter Couture. Nach seiner 
Rückkehr wurde er 1867 in Stockholm Galerieinspektor und Direktor der Akademie 
und erwarb sich grosses Verdienst um die Einrichtung der dortigen Museen, wurde 
aber dadurch in seiner künstlerischen Thätigkeit gehindert. Zu seinen Bildern gehören : 
Gustav Adolf und Oxenstierna, Karl XII. und sein Feldherr Erik Dahlberg, Faust 
in seinem Stndirzimmer. 

Boks, Erert Jan, belgischer Genremaler, geb. 18. April 1838 in Beekbergeu 
(Prov. Geldern), Schüler der Akademie in Antwerpen unter de Keyser, bildete 
sich in Paris weiter und liess sich in Antwerpen nieder. Sein Lieblingsfach ist die 
oft ergötzliche Schilderung des Lebens der Bedienten mit Bezug auf ihre Herrschaft, 
häufig als Illustration belgischer, englischer und deutscher Bücher und Zeitschriften. 
Treflliche Bilder dieser Art z. B. Das Corpus delicti, der Heirathsantrag, und der 
Erbonkel. 



148 Bol — Bologna. 

Bol, Ferdinand, Maler und Radiier, geb. im Juni 1616 in Dordrecht, f im 
Juli 1680 in Amsterdam, einer der besten Schüler E e m b r a n d t ' s, ausgezeichnet in 
der Naturwahrheit des Colorits und in den Lichteffekten. Zu seinen besten Bildern 
zählt man : Im Eeichsmuseum zu Amsterdam die Regenten im Leprosenhause (1649), 
die Portraits des Admirals de Ruyter und des Bildhauers Artus Quellin, und Minerva 
als Beschützerin des Unterrichts t im Museum zu Gouda ein Schützenstück; im Museum 
zu Berlin ein weibliches Portrait (1642); in Dresden eine Ruhe auf der Flucht nach 
Aegypten (1644), Jakob's Traum, Jakob vor Pharao und ein Selbstportrait; im 
Museum zu Braunschweig 4 historische Bilder; einige Portraits in der Pinakothek 
zu München, im Städelschen Institut zu Frankfurt, im Haag, im Louvre und sonst. 
Unter seinen Radirungen werden gerühmt : Das Opfer Abraham's, das Opfer des Gideon, 
der heilige Hieronymus, das sogenannte Zimmer der Wöchnerin, das Portrait eines 
Offiziers (1645), die Frau mit der Birne (1651) u. a. 

Bol, Haas, Landschafts- und Miniaturmaler, geb. 16. Dec. 1534 in Mecheln, 
t 20. Nov. 1593 in Amsterdam, wurde 1560 Mitglied der Malergilde in Mecheln und 
1574 in Antwerpen, und liess sich später in Amsterdam nieder. Er malte Miniatur- 
bilder auf Pergament oder auf Holz in Wasserfarben und in Oel Landschaften, 
Städteansichten, Genre- und biblische Bilder. Im Museum zu Dresden 9 kleine 
Landschaften in einem gemeinsamen Rahmen, andere in Amsterdam und im Haag. 
Er radirte auch mehrere Blätter, unter denen zu nennen sind : Die Versöhnung Jakob's 
mit Esau, Rebekka und Elieser am Brunnen, die 12 Monate und die Landschaft mit dem 
Gänserahmen. 

Bolanachi, Eonstnntiuos, griech. Marinemaler, geb. 17. März 1837 auf Candia, 
ging erst im 27. Jahre vom Kaufmannsstande zur Malerei über, trat als Schüler in 
die Akademie zu München und bildete sich unter Piloty zum Marinemaler aus. 
Seine Bilder, die grossentheils nach England und Nordamerika wanderten, behandeln 
häufig die Küstengegenden des Mittelländischen und Adriatischen Meers, darunter 
namentlich die Seeschlacht bei Lissa (1866, im Besitz des Kaisers von Oesterreich), 
der Brand eines türkischen Kriegsschiffes auf offenem Meer, und nach der Schlacht 
bei Trafalgar (1877). Er lebt iu München. 

Boldini, Giovanni, ital. Maler, geb. 1845 in Ferrara als Sohn, eines Malers, 
besuchte die Akademie in Florenz, ging dann nach London, wo er mit seinen 
Portraits grosses Glück machte, und liess sich 1872 in Paris nieder, wo er iu Oel 
und Aquarell Portraits, Landschaften und Genrebilder oft von eigenthümlichem Effekt 
malte. Seine Bilder kamen zahlreicli iu Privatbesitz nach London, New-York, San 
Francisco und nach Berlin. 

Boldriui, Niccolö, ital. Maler und Formschueider, geb. im Anfang des 16. Jahrh. 
zu Vicenza, Schüler Tizian 's, thätig in Venedig bis etwa 1566. Zu seinen besten 
Holzschnitten gehören : Nach Tizian die Sündfluth (4 Blätter), die Gefangennehmung 
des Simson, der heilige Hieronymus in der Wüste, St. Franciscus u. a. 

Bolliuger, Friedrich Wilhelm, K^upferstecher, geb. 1777 in Berlin, f 1825, 
besuchte die dortige Akademie, bildete sich aber grossentheils als Autodidakt. Seine 
besten Blätter sind Portraits, namentlich nach L. CJranach die von Luther und von 
Bugenhagen. 

Bollougier (oder Boulengier), Hnus, hoUänd. Maler, geb. um 1600 in Haarlem, 
t nach 1642, trat 1623 in die dortige Gilde, malte Genrebilder (Spukgeschichten) 
und Blumenstücke. Bilder von ihm in Rotterdam und ein Blumenstück im Reichs- 
museum zu Amsterdam. 

Bologna, Domenico, ital. Maler, g«b. 22. Aug. 1845- in Turin, Schüler der 
dortigen Akademie unter Fontanesi iu der Landschaft und unter Gamba im 
Figurenmalen. Er brachte auf die italienischen Ausstellungen zahlreiche wohlgelungene 
Bilder, z. B. Nach dem Abend. (1875), Landschaft von Tanaro, vom Ufer des Po iu 
Turin, der Winter, von der Trift u. a. 

Bologna, Giovanni da, eigentlich Jean de Boulogne, flandrischer Bildhauer, 
geb. 1524 in Douai, i' 1608 in Florenz, wurde um 1540 in Antwerpen Schüler von 
Jacques de B r o « c k, arbeitete bald nachher 2 Jahre in Rom unter Michelangelo 
und lies.s sich in Florenz nieder, wo er in die Dienste des Groasherzogs Cosimo I. 
trat, eine ausserordentliche Thätigkeit in der Plastik entfaltete und in hohen Ehren 
stand. 1563 nach Bologna berufen, verfertigte er hier als eins seiner Hauptwerke 
den 1568 vollendeten grossen Neptunsbrunqen, schön auigebaut und voll Leben in 
der Gruppirung; ferner im Garten Boboli zu Florenz die colossale Statue des 
Okeanos, die Marmorgruppe des Raubs der Sabinerinuen (1583) iu der Loggia dei Lanzi 



Bolognese — Borabelli. 149 

und Herkules mit -dem Centauren Nessos (daselbst), die Brouzestatue des vom Wind- 
hauch getragenen Merkur (1598, im Bargello zu Florenz), die das Laster besiegende 
Tugend (1570, ebendaselbst), die Reiterstatue Cosimo's I. auf der Piazza della Signoria, 
der Entwurf zu den Eeliefs der 3 Bronzethüren des Doms in Pisa, endlich aus 
seinem 80. Jahre die Reiterstatue I'erdinands I. auf der Piazza dell' Annunziata 
und die von seinem Schüler Pietro Tacca vollendete (ehemalige) Eeiterstatue 
Heinrichs IV. auf dem Pont neuf in Paris. In seinen Werken herrscht die Kühnheit 
Michelangelo's und ein herrlicher Schwung im Aufbau der bewegten Gruppen, aber 
es fehlt oft an Reichthum des geistigen Inhalts. Seine Biogr. v. Desjardins (1884). 

Bolognesc, Giacomo, ital. Architekt, der Erbauer des grössten Theils dea 
Schlosses in Celle von 1665—70 unter dem Herzog Georg Wilhelm. 

Bolognini, GioTanni Battista, ital. Maler undRadirer, geb. 1G12 in Bologna, 
t 1689, malte in der Weise seines Lehrers Guido Reni mit grosser Leichtigkeit 
und Gewandtheit. Bilder von ihm in den Kirchen Bologna's. Weniger lobenswerth 
sind seine Stiche nach Guido Reni, eins der besten Blätter der Kindermord. 

Bolomey, Benjamin, Maler und Radirer, geb. im April 1739 in Lansanue, 
t 19. Dec. 1819 das., malte 1764—92 im Haag, war Hofmaler des Prinzen von Oranien. 
Von ihm ein allegorisches Portrait im Reichsmuseum zu Amsterdam. 

Bolswert, Boßtius a, Kupferstecher, geb. 1580 zuBolswert in Friesland, f 1633 
in Brüssel, ging 1619 von Amsterdam nach Antwerpen, wo er, beeinflusst von Rubens, 
meistens nach diesem Meister stach, z. B. Auferweckung des Lazarus, Christus am Kreuz 
(1631), das ürtheil Salomo's, andre Blätter nach Bloemaert, Coninxloo und Vinckboona. 

Bolswert, Schelte a, Kupferstecher, geb. 1586 inBolsAvert, Bruder des Vorigen, 
t im Dec. 1659 in Antwerpen, wo er 1625 in die Gild eintrat und sich unter Rubens 
zu einem der besten Stecher der vlämischen Schule bildete, ebenso bedeutend La 
malerischer Kraft und Kühnheit, wie in Anmuth und Zartheit, und besonders ge- 
schickt in der Abstufung von Licht und Schatten. Unter seinen Stichon, Historien- 
bildern, Portraits und Landschaften gehören zu den besten : nach Rubens die eherne 
Schlange, die Geburt Christi, die Anbetung der Könige, die Löwenjagd, die Himmel- 
fahrt Maria, die Bekehrung des Paulus, der vninderbare Fischzug und viele andre, 
nach van Dyck Christus am Kreuz, die Dornenkrönung Christi, der trunkne Silen, 
nach Jordaens Pan auf der Flöte blasend, Argus als Hüter der Jo, Merkur, und das 
Familienconzert, nacL Seghers die Verleugnung des Petrus, die Rückkehr aus Aegypten, 
und andre Blätter nach Quellinus und Diepenbeck. 

Btolt, Job. Friedrich, Kupferstecher und Radirer, geb. 1769 in Berlin, f 1836 
das., Schüler von Daniel Berger, stach viel in punktirter Manier, z. B. nach 
L. Cranach ein Portrait Luther's (1794), nach Vernet ein Portrait Kant's, nach Dähling 
die Zusammenkunft Alexander's I. mit Friedrich Wilhelm III. in Memel und viele 
andre Portraits. 

Bolte, Georg Friedrich, Maler, geb. 1814 in Hannover, trat 1834 in das Atelier 
Wachs, debütirte mit dem Genrebilde von 2 Knaben in einem Walde und einer 
heil. Katharina und widmete sich später mit geringem Erfolg der Portraitmalerei, 

BOltrafflo (oder Beltraffio), Criovanni Antonio, ital. Edelmann und Maler, 
geb. r4fi7 in Mailand, f 15. Juni 1516 das., der geistvollste Schüler Lionardo's, 
malte Altarbilder und Portraits von lebendiger Auffassung und treffender Charakte- 
ristik. Unter seinen nicht zahlreichen Bildern ist das bedeutendste im Louvre die 
Madonna der Familie Cosio, verehrt von 2 Heiligen und 2 Mitgliedern der Familie, 
in der Galerie Lochis-Carrara zu Bergamo eine Madonna, in der Nationalgalerie zu 
London ebenfalls, im Museum zu Berlin eine grossartige heil. Barbara und eine 
Madonna, im Museum Poldi-Pezzoli in Mailand die dem Lionardo nahe verwandte 
Madonna 'mit dem Kinde, das nach einer Blume greift, in der Landesgalerie zu Budapest 
eine Madonna, und in der Ambrosiana zu Mailand ein Portrait. 

Bolze, Karl, Landschaftsmaler, geb. 1832 in Wien, wurde in München Schüler 
von Julius Lange und von Wopfner und nahm daselbst seinen Wohnsitz. Am 
bekanntesten worden von ihm die beiden Bilder im Museum zu Breslau: Herbst- 
landschaft (1878) und sommerliche Berglandschaft (1879). 

Bombelli, Sebastiano, ital. Maler, geb. 1635 in üdine, f nach 1716 in Venedig, 
Schüler von Guercino, copirte anfangs die Werke Paolo Veronese's und Tintoretto's 
sehr täuschend, widmete sich später der Portraitmalerei, worin er sich so auszeichnete, 
da«s er auch ausserhalb Italiens von. fürstlichen Personen mit Aufträgen bedacht 
wurde. Im Hofmuseum zu Wien ist von ihm ein Portrait des jungen Herzogs 
Francesco v. Medici, im Museum zu Braunschweig ein weibliches Portrait. 



150 Bommel — Boncza-Tomachewski. 

Bommel, Elias van, hoUänd. Marine- und Architekturmaler, geb. 1824 in 
Amsterdam, f 2. Juni 1890 in Wien, besuchte die Akademie seiner Vaterstadt, machte 
Studienreisen nach Paris, Belgien, Deutschland, Ungarn und Oberitalien und liess sich 
in Wien nieder. Seine Bilder von trefflicher Zeichnung und naturwahrem Colorit, 
aber bisweUen etwas derb gemalt, sind z. B. der Hafen von Dordrecht, Strassen- 
ansicht von Amsterdam (1866) Vor dem Dom zu Mccheln (1866), Hafen von Vlissingen 
(1867), stilles Wasser in Amsterdam (1868), stürmische See (1871). der alte Mont- 
albaansthurm in Amsterdam (1872). 

Bompiani, Augusto, ital. Genremaler, geh. 11. Aug. 1852 in Rom, Sohn und 
Schüler des Roberto B., auch Schüler der Akademie von San Luca, brachte seit 
1883 auch auf deutsche Ausstellungen die Bilder, zum Theil Aquarelle : Annnnccia, 
ein Pompejanisches Mädchen, eine Bacchantin, das Genrebild die Tante wollte spinnen, 
ein Tempel der Minerva, die Kastanienbraterin n. a. 

Bompiani, Eoberto, Maler und Bildliauer, geb. 12. Febr. 1821 in Rom, schuf 
als Bildhauer eine Statue der Sappho, der Ruth, die Gruppe des Alexander, der den 
Bucephalus zügelt; als Maler das Portrait der Königin Margarete, Diana verwandelt 
den Aktäon in einen Hirsch, für eine Kirche in Santiago die Himmelfahrt Christi und 
die Domenkrönung, ferner der Tod der Erstgeborenen in Aegypten und einige 
Portraits. 

Bompiani'Battaglia, Olelia« ital. Genremalerin, geb. 5. Aug. 1847 in Rom, 
Tochter und Schülerin des Vorigen, auch Schülerin der Akademie von San Luca. 
Von ihr die Aquarellbilder : Vertrauliche Mittheilung (1885) die Wahrsagerin (1887), 
ein öffentlicher Schreiber (1888), die Werbung (1888). 

Bon, Enrico, Miniaturmaler, geb. 29. April 1835 in Venedig, f im Dec. 1893 das., 
Schüler der dortigen Akademie, lebte eine Zeitlang in Toulouse und in Wien und 
liess sich zuletzt in Rom nieder. Er nahm am französisch-italienischen Kriege Theil, 
malte in Frankreich mehrere kirchliche Bilder und in Wien die Miniaturportraits des 
Erzherzogs Franz Karl (Vater des jetzigfen Kaisers) und des Cardinais Agostini. 

Bon, Giovanni u. Bartolommeo, s. Buono. 

Bonaini, Gostavo, ital. Kupferstecher, geb. 181.0 in Livomo, Schüler von 
Raphael Morghen, bekannt durch den 1831 von ihm vollendeten Stich der sog. 
Fornarina von Seh. del Piombo in der Tribuna der Uffizien und den Stich der 
Madonna di Foligno nach Raffael. Er lebt in Florenz. 

Bonajuti, Ignazio, ital. Kupferstecher aus Siena, thätig in den ersten Decennien 
des 19. Jahrh., stach nach M. A. da Caravaggio die Grablegung Christi, nach 
Domenichino den heil. Hieronymus und als sein Hauptblatt nach Sodoma die heil. 
Katharina von Siena. 

Bonano oder Bonnano, ital. Architekt und Bildhauer, der um 1174 den be-r 
rühmten schiefen Glockenthurm des Doms zu Pisa begann, dessen Bau im 13. Jahrh. 
Wilhelmvoninnsbruck fortsetzte. Von ihm als Bildhauer die Bronzethtiren des 
Westportals am Dom von Monreale aus dem J. 1186 mit 43 noch recht unbeholfnen 
Scenen aus dem A. und N. Testament. 

Bonasone, Ginllo, ital. Maler und Kupferstecher, geb. in Bologna, thätig in 
Rom von 1531 — 74, als Maler Schüler von Sabbatini. Seine Stiche sind entweder 
nach eignen Vorlagen, oder nach Bildern von Raffael, Ginlio Romano, Parmigianino, 
Tizian, Michelangelo u. A. Der erstem Art sind z. B. die Stiche des Lebens Jesu 
und der Passion in 20 Blättern, die Anbetung der Hirten, die Auferstehung Christi 
(1561), einige Madonnen, Anollo auf dem Sonnenwagen, die Liebe in den ely.säiscben 
Feldern, die allegorische Composition des Triumphs der Liebe, die Geschichte der 
Juno (22 Blätter), die Liebschaften der Götter (20 Blätter); der letztern Art sind 
z. B. nach Raffael Noah geht aus aer Arche, die heil. Familie beim Palmbaum, die 
heil. CäcUia, der Sieg des Constantin über Maxentius, nach Michelangelo Judith 
vor dem Zelt des Holofernes und eine Pietä.. 

Bonato, Pietro, ital. Kupferstecher, geb. 1765 in Bassano, f 1820 in Rom, 
Schüfer von V o 1 p a t o, lieferte mehrere kräftige, wohlgelungene Stiche, darunter : 
Die Ruhe der heil. Familie nach Correggio, die 3 Grazien nach Canova, die Schönheit 
stösst die Zeit von sich nach Guido Reni, Susanna im Bade nach Honthorst, Diana 
liebkost den schlafenden Endymion nach Albani und andre nach Guercino. 

Boncza-Tomachewäki, Julius, russischer Maler, geb. 1834 in St. Petersburg, 
Schtiler der dortigen Akademie unter Bruni, bildete sich in Italien und von 1860 
bis 1874 in Paris weiter und malte seitdem ideale und allegorische, unter französischem 
Einfluss entstandene Bilder. 



Bone — Bonhenr. 151 

Bone, Henry, engl. Emailmaler, geh. 6. Febr. 1755 in Tmro (Comwall), t 
17. Dec. 1834 in Somers Town, kam 1771 zu einem Porzellanmaler in Plymouth 
und bald nachhör nach Bristol, versuchte sich im Miniaturmalen, im Aquarell, ging 
dann zur Emailmalerei über und stellte hierin 1780 das Portrait seiner Gattin aus, 
dem dann eine Muse mit Cupido, ein schlafendes Mädchen nach Reynolds und ein 
Portrait des Lord Eglintoun folgten, das 1801 seine Ernennung zum Emailmaler 
Georgs III. herbeiführte. Seitdem stieg er zu hohem Ansehen, malte die Portraits 
der Familie Russell und der Royalisten des Bürgerkriegs und zog sich, an Augen- 
schwäche leidend, nach Somers Town zurück. Seine Bilder waren correct gezeichnet 
und schön von Colorit. Auch seine Söhne und Schüler Henry Pierce B. (1779 
bis 1855) und Robert Trewick B. (1790—1840) waren Emailmaler. 

Bonensack (Bonsack), deutscher Baumeister, der 1208 den Dom in Magdeburg 
mit dem Bau des gothischen Chores nach französischem Vorbild begann. Sein in 
Stein gehauenes Bild befindet sich vor diesem Chor. 

Bonetti, Griuseppe, ital. Erzgiesser und Ciseleur, geb. 1840 in Mailand, Schüler 
der dortigen Akademie, nahm 1859 und 1860 Theil an den Feldzügen Garibaldi's, 
widmete sich dann in Turin der Kunst und vollendete den Guss des Denkmals von 
Pietro Micca (1864), goss auch andre Denkmäler und Büsten. Für den Bankier Pereire 
in Paris fertigte er ein auf der Ausstellung in Florenz 1887 prämiirtes silbernes 
Tischgeräth mit 8 allegorischen Figuren; andre ähnliche Luxusgegenstände in Erz- 
guss, Silber und Gold. 

Bonflgli, Benedetto, s. ßaonflgli. 

Bonheur, Franijois Anguste, franz. Maler, geb. 4. Nov. 1824 in Bordeaux, 
t 21. Febr. 1884 in Bellevue bei Paris, Schüler seines Vaters R a y m o n d B.(tl853), 
malte anfangs mit geringem Glück Genrebilder und Portraits, weshalb er- zur 
Landschaft überging, worin er durch die Frische der Auffassung und die Kraft des 
Colorits bessern Erfolg hatte. Mit der Landschaft verband er auch die Thierwelt 
und machte diese bisweilen zur Hauptsache. Die meisten seiner Bilder sind entlehnt 
aus der Auvergne oder aus den Pyrenäen. 

Bonheur, Jules Isidore, franz. Bildhauer und Maler, geb. 15. Mai 1827 in 
Bordeaux, als Maler Schüler seines Vaters Raymond B., debütirte als solcher mit 
einem Thierbilde, widmete sich aber dann ausschliesslich der -plastischen Darstellung 
der grossen und wilden Thiere, worin er zu grosser Geschicklichkeit und NatUT'- 
Wahrheit gelangte. Solche Darstellungen in Bronze oder in Marmor sind: Eine 
Stiergruppe, ein Zebra von einem Panther angegriffen, Pferd und Gazellen, Hercules 
mit den Rossen des Diomedes, eine Kuh die ihr Kalb vertheidigt, Jockey auf einer 
englischen Stute, Dromedar, Königstiger, Löwe bei einer todten Schlange u. s. w. 

Bonheur, Juliette, verehelichte Peyrol, franz. Malerin, geb. 19. Juli 1830 in 
Paris, t 1891 das., ebenfalls Schülerin ihres Vaters Raymond B., debütirte mit 
einem Stillleben, ging aber bald zur Malerei der Thiere über, worin ihr besonders 
die Schafe wohl gelangen. Sie war mit ihrer Schwester Rosa Vorstfeherin einer 
Zeichenschule in Paris. 

Bonhenr, Rosa, berühmte Thiermalerin, geb. 22. März 1822 in Bordeaux, kam 
1830 mit ihrem Vater Raymond B. nach Paris, wo sie ^pine grosse Abneigung gegen 
das Lernen zeigte und sich lieber im Freien umhertrieb, auch seit 1832 in einem 
Pensionat nur Unzufriedenheit erregte Als der Vater sie wieder zu sich nahm, gab 
sie sich ihrer Neigung zur Kunst ungehindert hin, zeichnete, malte und modellirte 
mit ihren Geschwistern und entschied sich nach einigem Schwanken ^wischen Malerei 
und Plastik für die Malerei der Thiere, wozu sie in der Umgegend von Paris Studien 
und Skizzen machte. Dann besuchte sie auch den Schlachthof du Rbule, erwarb sich 
hier gründliche Kenntnisse der Thierwelt, erlangte mit ihrem ersten Bilde von 
Kaninchen, Ziegen und einem Hammel grossen Beifall, und erregte Erwartungen, 
welche durch die dann folgenden Bilder von Pferden und Rindern vollständig erfüllt 
wurden. So arbeitete sie in den nächsten Jahren bald allein, bald mit ihren Geschwistern 
weiter und konnte auch durch die Früchte ihrer Arbeit ihrem Vater ein sorgenfreies 
Leben verschaffen. Nach einer glänzendjen Auszeichnung von Seiten der Regierung; 
folgten 1849 als eins ihrer Meisterwerke die pflügenden Stiere im Nivemais 
(Museum des Luxembourg) und in den 8 nächsten Jahren mehr als 30 solcher Bilder, 
unter denen \yir nur den Pferdemarkt (Nationalgalerie in London) und die Heuernte 
in der Auvergne (1855) nennen. Ebenso unter den Hauptwerken der letzten Decenüien : 
Schafe auf der Weide (1871), Forst in Fontainebleau, der König der Wälder, ein 
Rudel Wildschweine und das Pferdedreschen (1891). Als Künstlerin stellt sie die 



152 Bonhome — Bonnart. 

Prosa des Thierlebens allerdings meisterhaft dar, aber es fehlt ihren Bildern sowohl iu 
den Thieren wie in der Landschaft an poetischem Reiz. Ihre Biogr. von Lamelle (1885). 

Bonhom^ (Bonhomm^), Ignace Franoois, franz. Maler, geb. 15. März 1809 
in Paris, war von 1828—32 Schüler der dortigen Ecole des beaux-arts, bildete sich 
auch unter Horace Vernet, Gr. Lethiere und Delaroche. Von ihm: Der 
Hund von Terra Nueva, Hüttenwerke der Maas, Erinnerung vom Lande, mehrere 
Portraits und das W^erk „Geschichte der Metallurgie" (1859) und andre die Hütten- 
kunde betreffende Arbeiten. 

Bonifazio, Veneziano, Maler, geb. in Venedig, f nach 1579, wahrscheinlich 
Sohn eines der beiden nachfolgenden B. Veronese, malte anfangs im Stil derselben, 
z. B. 4 Bilder mit Heiligen in der Akademie zu Venedig aus dem Jahre 1562, aus 
der Tizianischen Zeit das schöne Bild daselbst mit einer Versammlung von Heiligen, 
denen oben in der Luft Maria mit dem Kinde erscheint. 

Bonifazio, Veronese d. Ä., Malei, geb. zu Verona, f 1540 in Venedig, Schüler 
des Palma Vecchio, mit dem er an dem früher dem G i o r g i o n e zugeschriebenen 
Bilde Jakob und Kabel (in Dresden) arbeitete. Seine bisweilen dem Palma oder dem 
Giorgione zugeschriebenen Bilder haben ein klares, helles Colorit. Von ihm aus seiner 
Jugendzeit eine heilige Familie in der Ambrosiana zu Mailand und eine heilige 
Familie im Palast Colonna in Rom; unter seinen spätem Bildern eine heilige 
Familie im Palast Pitti, die Findung des Moses (Museum in Dresden) und der reiche 
Mann mit dem armen Lazarus in der Akademie zu Venedig. 

Bonifazio, Veronese d. J., Maler, geb. 1491 in Veronit. -I* 19. Oct. 1553 in 
Venedig, wahrscheinlich Bruder des Vorigen, ebenfalls Schüler des Palma Vecchio, 
arbeitete längere Zeit mit seinem Bruder zusammen, weshalb ihi'e Bilder schwer 
auseinander zu halten sind. Von beiden gemeinsam eine Findung des Moses in der 
Brera zu Mailand, in der Akademie zu Venedig eine Anbetung der Könige, Urtheil 
Salomonis und Ehebrecherin vor Christo. Von ihm allein das Mahl iu Eramaus (Brera 
in Mailand), Christus zwischen Heiligen thronend (Akademie in Venedig), Christus 
im Tempel (Palast Pitti), Mahl in Emmaus (üftizien), Heimkehr des verlorenen Sohnes 
(Galerie Borghese), Ehebrecherin vor Christo (Museum in Berlin), Anbetung der 
Hirten (Museum in Dresden) und eine heilige Familie (Museum in Stuttgart). 

Bonington, Richard Parkes, engl. Maler, geb. 25. Oct. 1801 im Dorf Arnold 
bei Nottingham, f 23. Sept. 1828 in London, anfangs Schüler seines Vaters, eines 
Landschafts-, und Portraitmalers, mit dem er 1816 nach Paris ging, wo er im Louvre 
copirte, die Ecole des beaux-arts und das Atelier von Gros besuchte und sich durch 
den Umgang mit D e 1 a c r o i x bildete. Sein Hauptfach in Oelbildern und in Aquarellen ist 
die Landschaft, die Flussansicht, häufig auch die Marine. Schon in Paris zu bedeutendem 
Ruf gelangt, bereiste er um 1822 Italien und brachte nach seiner Rückkehr seit 
1826 nur 4 Bilder auf die Ausstellungen der Akademie in London, nämlich eine 
Scene von der französischen Küste (1827), Heinrich III. von Frankreich, ein Küsten- 
bUd und den Canal grande in Venedig mit der Kirche S. Maria della Salute. Unter 
-feinen übrigen Bildern sind Landschaften mit oder ohne Architektur, und mehrere 
historische Genrebilder aus dem Leben der Fürsten der Renaissancezeit. Durch zu 
gpcosse Anstrengungen während der Sonnenhitze zog er sich einen frühen Tod zu. 

Bonini, Oirolamo, ital. Maler, geb. zu Ancona, daher Ancouitano genannt, 
thätig in Venedig und Rom in der 2. Hälfte des 17. Jahrb., f um 1680, Schüler 
Freund und Nachahmer des Fr ancesco A Ibani. Eins seiner wenigen Bilder ist im 
Louvre der von Engeln, von dem heiligen Sebastian und Bonaventura angebetete Christus» 

Bonino da Campione, ital. Architekt- und Bildhauer des 14. Jahrb., gebürtig 
ans Campione, f 1397, errichtete 1370 in Verona als Tbeil der Grabmäler der 
Scaliger das Denkmal Consignorio's, einen Glanzbau von wirkungsvoller malerischer 
Erscheinung, wahrscheinlich auch in S. Giovanni e Paolo in Venedig das Grabdenkmal 
des Dogen Michele Morosini (f 1382) und des Dogen Marco Cornaro, beide in 
gothischem Stil. Von 1388—93 war er auch an den Skulpturen des Doms in 
Mailand thätig. 

Bonnar, William, engl. Portrait- und Genremaler, geb. im Juni 1800 in 
Edinburg, f im Febr. 1853 daselbst, anfangs Stuben- und Decorationsnialer, widmete 
sich seit 1824 dem Genre, worin er mit dem Bilde, der Kesj^elflicker, grossen Erfolg 
hatte. 1830 wurde er Mitglied der schottischen Akademie und malte später fast 
nur Portraits. 

Bonnart, Robert Fran<joi8, franz. Kupferstecher, geb. 1646 in Paris, f nach 
1677, Schüler von F. A. van der Meulen, nach dessen Bildern er vorzugsweise 



Bonniissieux ~ Bono. 153 

stach, darunter als die besteii Blätter: Einzug der Königin io Arras 1667, Aukuuft 
des Königs im Lager bei Maestvicht und die Einnahme von Cambrai 1667. 

Bonnassienx, Jean Marie, franz. Bildhauer, geb. 19. Sept. 1810 in Paunissiere 
(Loire), f 4- Juni 1892 in Paris, brachte als sein Debüt 1834 das Gipsmodell eines 
verwundeten Hyacinth, arbeitete in Paris in den Ateliers von F o y a 1 1 e r , R a m e y d. J. 
und Dumont, trat in die Ecole des heaux-arts erhielt 1836 für seinen Sokrates 
der den Giftbecher trinkt, den grossen römiscnen Preis und sandte von Rom die Bild- 
werke: Amor der sich die Flügel beschneidet (1842 im Luxembourg) und David mit 
der Schleuder, denen dann später als sehr gerühmte Arbeiten folgten: Eine Statue 
der Jeanne Hachette (Garten des Luxembourg), der heil. Jungfrau, der Meditation 
(im Luxembourg), der Taufe Christi, des Willy Campbell, ^ie Colossalstatue Notre 
Dame de France (1860, in Puy, Haute-Loire), die Gruppe der Hören (Börse in Lyon) 
und zahlreiche andre Statuen für Pariser Gebäude. 

Bonnat, Leon Joseph Florentin, berühmter franz: Maler, geb. 20. Juni 1833 
Id Bayonne, war zuerst Schüler von Madrazo in Madrid, bildete sich dann, seit 
1854 in Paris unter Cogniet und von 1858—62 in Rom. Die Gestalten seiner 
Historienbilder sind von energischer Modellirung, scharfer Charakteristik und kräftigem 
Colorit. Sein erstes bedeutendes Bild war : Adam und Eva die den Leichnam AbePs 
finden (1860, Museum in Lille), sodann folgen das Martyrium des heil. Andreas, Antigone 
und Oedipus (1865), einige Genrebilder, dann wieder Vincenz v. Paula, der einem 
Sklaven die Ketten abnimmt (1866, Kirche St. Nicolas des Champs) und eine Himmelfahrt 
Maria. Nach einer Reise in den Orient entstanden im Anfang der 70er Jahre einige 
Genrebilder orientalischen Inhalts, ein stark naturalistischer gekreuzigter Christus für 
das Palais de Justice (1874), einige allegorische Bilder und seitdem fast nur Portraits, 
denen er seinen grössten Ruhm verdankt. Die besten dieser Art (auf den Ausstellungen 
seit 1875) sind die Schauspielerin Pasca, Thiers, Victor Hugo (1878), der Graf Montalivet, 
die Maler Puvis de Chavannes und Cogniet (im Luxembourg), der Präsident Grevy 
una neuerdings der bekannte Ernest Renan. Ausserdem 1880 ein stark realistischer 
Hieb und 1882, als Wandbild für das Pantheon, das Martyrium des heil. Dionysius. 

Boni.ecroy, Jean, Landschaftsmaler und Radirer, geb. in Antwerpen, war um- 
die Mitte des 17. Jahrh. im Geschmack des Lucas v. Uden thätig. Von ihm eine 
Folge von 8 Blättern, unter denen eine Scene aas der Geschichte des verlornen 
Sohnes und eine Viehheerde bei dem Weiler. 

Bonnefond, Jean Claude, franz. Genremaler, geb. 1790 in Lyon, f 27. Juni 
1860, Schüler von Revoil, behandelte anfangs die materielle Seite der niedern, 
umherziehenden Menschenklassen, und ging 1827 nach Rom, wo er nach dem Vorbilde 
von Leopold Robert und Sehn et z das italienische Landvolk in etwas empfind- 
samen Bildern darstellte. 

Bonnegrace, Adolphe Charles, Portrait- «nd Historienmaler, ,geb. 2. April 1812 
in Toulon., f 19. Oct. 1882 in Montmiraii (Dep. Manie), Schüler der Ecole des bea«*^ 
arts und des Malers Gros, malte eine Reihe von Bildern der religiösen Historie, 
z. B. St; Petrus in Fesseln (1839), Christus im Grabe, die Vision des Evangelisten 
Johannes, Franz v. Paula als Stifter des Minimenordens, auch einige mythologische 
und allegorische Bilder. Am bekanntsten machte er sich durch seine äusserst natur- 
wahren Portraits, z. B. Theophile Gautier, den Graf Flahaut, die Sängerin Grisi, 
George Feydeau u. a. 

Bouneire, Mathilde, s. Dietrichson. 

Bonnemer, FranQois, franz. Maler und Steoher, geb. 1640 in Falaise (Calvados), 
t 1689 in Paris, Schüler von C h. L e B r u n , ratlirte als sein Hauptwerk in Audran's 
Geschmack das grosSe Blatt der brennende Busch. 

Bonnet, Gnillanme, franz. Bildhauer des 19. Jahrh., f 1873 in Lyon, Schüler 
von D u r e t , erhielt -den grossen römischen Preis, fertigte ausdrucksvolle Büsten und 
wohlgelungne dekorative Bildwerke. 

Bonnet, Louis Marie, franz. Stecher in Aquatinta und in Crayonmanier, geb. 
1743 in Paris, wandte die Crayonmanier auch zur Herstellung von Farbendruck an 
und führte in dieser Art mehrere Blätter nach Bouch« aus, z. B. das Erwachen der 
Venus, Venus von Amor überrascht. 

Bonnenil, Etienne de, franz. Baumeister, nur bekannt durch den um 1260 nach 
dem Vorbild von Notre Dame in Paria von ihm begonnenen Bau der Domkirche VQn 
Upsala in Schweden. 

Bono da Ferrarar, Maler des 15. Jahrh., f nach 1461, angeblich Schtller des 
Square! one, früher Schüler desVittore Pisano, malte in der Mitte de^ 



154 Bonocii — Borcht. 

15. Jahrh. in mehreren Schlössern und im Dom von Siena. Von ihm in etwas plumper 
Malerei in der Nat.-Gal. zu London ein heil.. Hieronymus mit dem Löwen in einer 
Landschaft und in der Eremitani-Kapelle zu Padua ein Freskobild des heil. Christoph. 

Bonomi, Joseph, Zeichner und Bildhauer, geb. 1796 in London, f 3. April 1878, 
Sohn des gleichnamigen Architekten (f 1808), reiste, um sich in der Skulptur aus- 
zubilden, 1822 nach Rom, besuchte von dort aus einen grossen Theil des Orients» wo er 
15 Jahre verweilte und die Denkmäler in Baalbeck studirte, die er in Beschreibungen 
herausgab. Nachher wurde er in London Kurator des Soahe-Museums. 

Bononi, Carlo, Maler der Schule von Ferrara, geb. 1569, f 1632 das., Schüler 
von Bastaruolo, nach dessen Tode er auf die Wanderschaft ging und in Bologna 
die Carracci, in Rom Raffael und Michelangelo und in Parma Correggio studirte, so 
dass er zum Eklektiker wurde und seine Werke an alle diese Meister erinnern. Seine 
Hauptbilder sind die Fresken in S. Maria in Vado in Ferrara (Anbetung dßr Propheten 
und Patriarchen), ein Bild in S. Benedetto daselbst, eine heil. Familie in der Brera 
zu Mailand und eine Hochzeit zu Cana (1630) in der Pinakothek zu Ferrara. 

Bonsignori, Francesco, s. Bnonsignoris. 

Bonte, Paula, Landschaftsmalerin, geb. 15. April 1840 in Magdeburg, war 
von 1862—64 in Berlin Schülerin von Pape, machte Studienreisen nach Oberitalien, 
der Schweiz und Oberbayem und nahm daher, aber auch aus Norddeutschland und 
England die Motive ihrer Landschaften, z. B. An der Muota bei Brunnen am 
Vierwaldstätter See, Motiv aus der Mark, ans dem Berner Oberlande, das Riemenstalden- 
Thal, Strand bei Clovelly in Devonshire u. a. 

Bontemps, Pierre, Bildhauer de.^ 16. Jahrb. in Paris, bekannt durch das 1552 
von ihm gefertigte Grabmal Franz' L, seiner Gemahlin Claude und ihrer Kinder in 
der Abteikirche in St. Denis. 

Bonvicino, s. Moretto. 

Bonvin, Francois, franz. Genremaler, geb. 22. Sept. 1817 in Vaugirard (Paris), 
t 18. Dec. 1887 in St. Germain en Laye, war anfangs Arbeiter in einer Druckerei, 
widmete sich als Autodidakt der Malerei und erlangte eine korrekte Zeichnung und 
harmonisches Colorit. Seine meistens kleinen Genrebilder stellen in treffender 
Charakteristik die Zustände der niedern Volksklassen dar. Er brachte auch mehrere 
gute Radirungen. 

Bonzi, Pletro Paolo, genannt 11 Qobbo dei Carracci, oder il Gobbo da 
Cortona, ital. Maler und Kupferstecher, geb. wahrscheinlich 1570 in Cortona, 1 1630 
in Rom, war als Historienmaler Schüler des Gio-v. Battista Viola und des 
Ann. Carracci, malte aber später fast nur Stillleben und mit Figuren staffirte 
Landschaften. Sein Selbstportrait im Berliner Museum. 

Boom, s. Verboom, Adrian. 

Boonen, Arnold, holländ. Portraitmaler, geb. 16. Dec. 1669 in Dordrecht, 
t 2. Oct. 1729, Schüler von G. Schalcken, malte auf seinen Reisen in den 
Niederlanden und Deutschland viele Portraits und Cabinetsbilder auch wohl mit 
Kerzenbeleuchtung, die vielen Beifall fanden. 

Boor, Hermann de, Schlachtenmaler der Gegenwart, geb. in Hamburg, Schüler 
von Camphausen in Düsseldorf. Von ihm die Bilder der Schlacht bei Loigny 
(1875, Offizierskasino in Hamburg), der Schlacht bei Waterloo, Attacke der Husaren 
der deutschen Legion bei Waterloo u. a. 

Boos, Roman Anton, Bildhauer, geb. 1735 in Rossbaupten bei Füssen, f 1810 
in München als Holzbildhauer und Professor an der Akademie. Von ihm die dem 
Gescirraack der damaligen Zeit entsprechenden 4 Kirchenväter an der Fagade der 
Theatinerkirche in München, die Herculesgruppen im Hofgarten daselbst und die 
Statuen Ludwig's des Strengen und I/udwig's des Bayern in der Klosterkirche zu 
Fürstenfeldbruck. 

Boquet, Pierre Jean, franz. Landschaftsmaler, geb. 1751 in Paris, f 7. Juli 
1817 das., Schüler von Leprince, stellte von 1791— 1812 reich staffirte Landschatten 
französischer Gegenden oft mit trefflächer Sonnenbeleuchtung aus. 

Borbottoni, Fabio, ital. Maler, geb. 1820 in Florenz, malt eigentlich als 
Dilettant mit Vorliebe das Innere der Kirchen von Florenz und dessen Umgebung, 
z. B. das Innere des Doms, der Kirche Santa Croce, der Kirche von Certosa bei 
Florenz, der Kirche S. Spirito, zeichnete auch viele malerischen Ansichten aus der 
Vorzeit seiner Vaterstadt. 

Borcht, Heinrich van der, Maler und Radirer, geb. nm 1610 in Frankenthal, 
t in hohem Altex in Antwerpen, Schüler seines gleichnamigen Vaters, war längere 



Borclit — Borgognone. 155 

Jahre in England Insi)ektor der Kiinstsammlungen des Grafen Arundel. Er stach 
naoh Tizian die heil. Familie in einer Landschaft, nach P. Veronese die Rulie auf 
der Flucht nach Aegypten, nach Raifael die Grablegung Christi. 

Borcht, Pieter van der, Maler und Radirer, geh. um 1540 in Brüssel, f 1608, 
Grossvater des Vorigen, radirte nach eigner Zeichnung auf 6 Blättern die Geschichte 
Abraham's (1586) und Genrebilder nach Momper (1559 und 60). 

Borckmann, August, Maler des historischen Genres, geb. 5. April 1827, f 
9. Oct. 1890 in Berlin, besuchte die dortige Akademie und brachte nachher ansprechende 
Genrebilder aus der Zeit des vorigen Jahrb., z. B. Goethe's Ankunft in Sesenheim, 
die Philosophen von Sanssouci, Joh. Seb. Bach's Orgelspiel, ein stilles Plätzchen, 
. eine Audienz bei Friedrich d. Gr. in der Bildergalerie von Sanssouci, ein Diner zu 
Ehren Mozart's bei Schikaneder, ein Bibliothekszimmer der Königin Charlotte und 
ähnliche Bilder. 

Bordignon, Noe, ital. Genremaler, geb. im Dec. 1842 in Castelfranco, besuchte 
die Akademie in Venedig, nahm hier seinen Wohnsitz und brachte auch auf die 
deutschen Ausstellungen recht anmuthige Genrebilder, z. B. die neuen Schuhe, die 
kranke Mutter, Beschimpft und verlacht u. a. 

Bordone, Benedetto, Miniator des 15. Jahrb., malte für das Kloster S. Justina 
in Padua Chorbücher im Stil der dortigen Schule des Mantegna. Sein Hauptwerk 
ist ein im Britischen Museum befindliches Missale. 

Bordone, Paris, Maler der venezianischen Schule, geb. um 1500 zu Treviso, 
t 1?. Jan. 1570 in Venedig, Hauptschüler Tizian's und Giorgione's, malte in 
Treviso, Venedig, Vicenza und Genua Portraits, biblische und mythologische Bilder 
in Fresko und ijn Oel, wurde 1538 vou Franz I. nach Frankreich berufen, portraitirte 
hier die vornehme Welt und kehrte 1540 nach Venedig zurück. In den Portraits, 
namentlich in den weiblichen, weiss er durch die Pracht des Colorits eine zauber- 
hafte Wirkung hervorzubringeii.,und Anmuth und Lieblichkeit zu entfalten, während 
die Historienbilder bisweilen hai*t und zu bunt sind. Sein berühmtestes Werk, ein 
Meisterstück der venezianischen Schule, ist in der Akademie zu Venedig der Fischer, 
der dem Dogen den Ring des heil. Markus überreicht, ein andres Hauptwerk eine 
Anbetung der Hirten im Dom zu Treviso. Ausserdem zählt man zu seinen besten 
Bildern : Im Berliner Museum die Schachspieler, Maria mit dem Kinde von Heiligen 
umgeben und ein weibliches Portrait, in Dresden eine Diansr als Jägerin, Apollon 
und Marsyas und eine heilige Familie mit dem heil. Hieronynuis, in der Pinakothek 
zu München zwei treffliche männliche Portraits, im Hofmuseum zu Wien zwei 
weibliche, in der Bridgewater-Galerie zu London eine Ruhe auf der Flucht nach 
Aegypten, im Palast Rosso in Genua mehrere Portraits, ebenso in den Uffizien 
und im Palast Pitti und sehr zahlreiche in englischem Privatbesitz. 

Borel, Antoine, franz. Zeichner und Kupferstecher, geb. 1743 in Paris, f nach 
1810, stellte seit 1779 zahlreiche sehr gerühmte Zeichnungen aus. Unter seinen 
Stichen ist der bekannteste, Moses der das Wasser aus dem Felsen schlägt, nach 
Nie. Poussin. 

Boresom, Abraham van, s. Borssom. 

Borghese, Ippolito, ital. Maier der 1. Hälfte des 17. Jahrh. in Neapel, Nach- 
ahmer Raffael's. Von ihm in der Kapelle des Monte della Pietä in Neapel eine 
Himmelfahrt Maria mit Anklängen an Raffael. 

Borghesi, Giovanni Ventura, ital. Maler aus Cittä di Casteilo, geb. um 1640, 
t 1708, war in Rom Schüler des Pietro da Cortona, in dessen Manier er malte. 
Von seinen Bildern sind fast nur die Scenen aus dem Leben der heil. Katharina in 
der Kirche seiner Vaterstadt erhalten. 

Borgiani, Orazio, ital. Maler und Radirer, geb. 1577 in Rom, f 1620, Schüler 
seinem Bruders G i u I i o , eines Bildhauers. Zu seinen Hauptradirungen gehören die 
52 Blätter der Bibel Raffael's nach dessen Bildern im Vatikan (1615), ferner der 
heil. Christoph mit dem Christkinde und eine Klage um den Leichnam Christi. 

Borgmann, Paul, Genremaler, geb. 29. Juli 1852 in Berlin, f 14. Oct. 1893 
in Karlsruhe, besuchte die dortige Kunstschule, wurde Lehrer an der Malerinnenschul^ 
und 1888 Vorsteher derselben. Unter seinen oft heitern und humoristischen Bildern 
sind zu nennen: Der zweifelhafte Braten, Reiseunglück, Klatschgeschichten, der Schrei- 
hals, Mutterstolz, die Auswanderer nach Amerika. 

Borgognone, eigentlich Ambrogio di Stefano da Fossano, Maler der 
Mailändischen Schule, geb. um 1445 in Mailand, f um 1523 das., wahrscheinlich 
Schüler von V i n c e n z o F o p p a d. A e. , ein Maler von tiefer Empfindung und 



156 Borgona — Borssom. 

inniger Frömmigkeit, aber ohne grosse Tiefe des Gedankens. Seine frühsten Bilder 
sind in der Certosa von Pavia, deren Fa^ade er 1473 begann, die auch landschaftlich 
schöne Kreuzigung mit Heiligen (1490), drei heilige Bischöfe von Pavia, Abraham, 
Isaak, Jakob und Joseph und eine Madonna. Zu seinen schönsten gehören: Eine 
Krönung Maria in der Chor-Apsis von S. Simpliciano in Mailand, eine Madonna von 
knieenden Aposteln verehi't in San Spirito zu Bergamo, Freskenreste in S. Satiro und 
S. Ambrogio in Mailand. Weitere religiöse Bilder von ihm im Museum zu Berlin 
und in Privatsammlungen. 

Borgona, Juan de, span. Maler, geb. in Toledo, f 1533 das. Er vollendete 
den von Berruguete begonnenen, grossen Altarschrein m der Kathedrale zu Avila mit 
den Bildern der Verkündigung, der Geburt Christi, der Verklärung und der Kreuzigung 
und malte im Kapitelsaal zu Toledo Wandbilder aus dem Leben der Maria, die 2U 
den besten spanischen Malereien ihrer Zeit gehören. 

Borraann, Johannes, Blumenmaler des 17. Jahrb., nur aus wenigen Bildern 
bekannt. Im Reichsmuseum zu Amsterdam von ihm eine Fruchtguirlande. 

Borrani, Odoardo, ital. Maler, geb. im Aug. 1834 in Pisa, Schüler von Bianchi, 
B 6 z z u 1 i und Pollastrini, bildete sich aber mehr durch eigne Studien, erhielt 
1859 eine goldne Medaille für sein Bild Lorenzo il Magnifico flieht in die Sakristei 
des Doms in Florenz, malte dann die Bilder: Der Leichnam des Jacopo de' Pazzi, 
Michelangelo leitet den Bau der Festungswerke in Florenz, der 27. April 1859, die 
Ernte in den Bergen von Pistoja, Vergebliche Hoffnungen und zahlreiche andre, 
grossentheils Genrebilder. 

Borrel, Maurice Valentin, franz. Medailleur, geb. 18. Aug. 1804 in Montataire 
(Oise), t 1882, kam 1816 nach Paris, wo er Schüler des Münzgraveurs Jean Jacques 
Barre wurde, 1833 mit seinen Arbeiten debütirte und seit 1840 eine Reihe ge- 
schätzter Portrait- und Gedächtnissmedailleu brachte, die inB Musee des monnaies kamen. 

Borro, Luigi, Bildhauer, geb. 1827 in Venedig, f im Februar 1886 das., schuf 
mehrere realistische Büsten und allegorische Figuren und als sein Hauptwerk die 
Statue des Staatsmanns Daniele Manin auf der Piazza Manin in Venedig (1875). 

Borromini, Francesco, Baumeister und Bildhauer, geb. 1599 in Bissone bei 
Lugano, f 1667 in Rom, der Hauptmeister des Barokstils in Italien, SchtQer des 
Carlo Maderna in Rom und Nebenbuhler B e r n i n i 's , dessen Ruhm er in der 
Baukunst zu verdunkeln suchte, den er aber nur in architektonischen Extravaganzen 
übertraf. Aus Neid gegen ihn soll er sich vergiftet haben. Die Grundrisse wie die 
Facaden seiner Bauwerke vermeiden nach Möglichkeit die gerade Linie, setzen sich 
vielmehr aus concaven und eonvexen Linien zusammen, unterbrechen sogar die Giebel, 
die Fensterbekrönungen.und die Gesimse. Derartige Bauten von ihm sind namentlich 
in Rom die Nordfa^ade der Kirche Sapienza (Universität), die Facade, Kuppel und 
Thüren der Kirche Sant Agnese, als Hauptmuster dieses Barokstils die Kirche 
S. Carlino, die Beendigung des Inselgebäudes der Propaganda, die Kuppel, Tribüne 
und der Glockenthurm der Kirche S. Andrea delle Fratte, und vor allem die gänzliche 
Umgestaltung des Innern der Kirche S. Giovanni in Laterano, das auf Befehl des 
Papstes Innocenz X. um 1650 einen völlig baroken 'Charakter erhielt. Die Veran- 
lassung zum Selbstmord des Künstlers soll der ihm bereits anvertraute, aber nachher 
dem Bernini übertragne Bau des Palastes Barberini gewesen sein. 

Borsato, Giuseppe, ital. Architekt und Landschaftsmaler, geb. 1771 in Venedig, 
t 1849 das., bildete sich in Rom, malte viele Architekturbilder von sehr getreuen 
Details und doch malerischer Gesammtwirkung, in hellem, natürlichen Colorit : Inneres 
von S. Marco in Venedig (Hofmuseum in Wien), die Piazzetta, der Hof des Dogen- 
palastes, das Innere von S. Maria dei Frari, die Rialtobrücko. Er war Professor der 
Ornamentik an der dortigen Akademie und schrieb „Opera ornamentale" (1831). 

Borselen, Jan Willem, hoUänd. Landschaftsmaler, geb. 20. Sept. 1825 in Gouda, 
t 2. Oct. 1892 im Haag, Schüler von Andreas Schelfhout, malte in Oel und in 
Aquarell zahlreiche ansprechende Wald- und Strandbilder aus Holland. 

Borsos, Joseph, Stilllebenmaler, geb. 20. Dec. 1821 in Veszprim (Ungarn), 
bildete sich in Budapest und in Wien, malte Portraits, Genrebilder und namentlich Still- 
leben; ein solches von 1850 im Hofrau.seum zu Wien; andre Bilder, darunter auch 
Genrestücke, in der Esterhazy-Galerie. 

Borssom oder Boresom, holländ. Landschaftsmaler, geb. 1620 oder 1630 in 
Amsterdam, f im März 1672 daselbst. Seine seltenen Bilder stellen nordische 
Gegenden dar; das beste derselben in der Galerie zu Budapest ein stilles, weitverzweigtes 
Flussthal, auch eine Landschaft in der Galerie Arouberg in Brüssel, andre in 



Bortignoni — Bosch. 157 

Privatsamiulungen. Viel schwächer eine Mondscheinlandschaft im ReichsDiuseum zu 
Amsterdam. 

Bortignoni, Giuseppe, iral. Kupferstecher der 2. Hälfte des 18. Jahrb., f vor 
1810. Er stach in Kom nacli Correggio die heilige Familie, nach Guercino ein Ecce 
homo, nach Guido Reni eine Pietä, nach Kaffael die Theologie, Poesie und Philosophie. 

Bortone, Antonio, ital. Bildhauer, geb. 1847 in Lecce (Uuteritalien), bildete 
sich auf der Akademie in Neapel, wurde Honorarprofessor der Akademie in Neapel 
und Florenz. Von ihm die Statue des Staatsmanns Quintino Sella in Biella (Piemont), 
ein Gladiator, Hippokrates, Moliere, die christliche Liebe, die Statuen des Jakobus 
Minor und des Antoninus an der neuen Facade des Doms in Florenz, das Denkmal 
des Marchese Gino Capponi in der Kirche Santa Croce und mehrere Portraitbüsten. 

Borum, Andreas, Lithograph, geb. 1799 in Hamburg, f 1853 in München, wo 
er sich auf der Akademie zu einem in seiner Kunst tüchtigen Meister ausbildete. 
Er lithographirte namentlich nach Dom. Quaglio Ansichten vom Rhein und von der 
Maas, eine Ansicht des römischen Colosseums nach Eottmann, den Dom in Mailand 
nach Migliara, den Klosterhof im Schnee nach Lessing u. a. 

Borzino, Leopoldina, Aquarellmalerin aus Mailand, brachte auf die Aus- 
stellungen des letzten Decenniums trefflich colorirte Genrebilder, z. B. der Festtag, 
die Heimkehr von der Messe (1883), der Kalvarienberg, der Rosenkranz, die Angst. 

Borzone, Luciano, ital. Maler, geb. 1590 in Genua, f um 1660, Schüler des 
Filippo Bertolotto und C. Corte, malte Kirchenbilder mit besonders gelungnen 
Köpfen der Figuren. Einige seiner Bilder in S. Spirito in Genua. Gehilfen und 
Vollender seiner Werke waren seine beiden Söhne Giovanni Battista B., f um 
1656 und Carlo B., f 1657. Ein dritter Sohn Francesco B., geb. 1625, f 1679, 
der in die Dienste Ludwigs XIV. von Frankreich trat, malte Landschaften und 
Seestücke. 

Bos van den, oder Bosche, Baltasar, niederländischer Kupferstecher, tliätig 
in der Mitte des 16. Jahrh. in Rom, wahrscheinlich Schüler des Marc Anton. 
Seine Hauptstiche sind nach Rossi das Urtheil des Paris, nach Raffael die lesende 
Sibylle, nach Giulio Romano die Nymphe bei der Fontaine. 

Bosboom, Jan, holländ. Architekturmaler, geb. 18. Febr. 1817 im Haag, 
t 14. Sept. 1891 daselbst Schüler des jüngeren van Bree und des B. J. van 
H v e, stellte in malerischer Behandlung mit trefflicher Vertheilung von Licht und 
Schatten das Innere der Kirchen dar. Solche Bilder sind: Die Kathedrale von 
Rotterdam, die Kirche in Breda, die neue Kirche in Amsterdam (Neue Pinakothek 
in München), Grabmal des Grafen Engelbert von Nassau in der Kirche zu Breda, 
Kommunion in einer protestantischen Kirche. 

Bosch oder Bos, Cornelius van, Kupferstecher und Kupferstichhändler, geb. 
1506 in Herzogenbusch, f um 1570 in Rom, wo er den grössten Theil seines Lebens 
zubrachte. Er bildete sich nach Marc de Ravenna und Eueas Vicus, erreichte 
diese aber nicht. Seine Stiche sind nach eignen Zeichnungen und nach Bildern andrer 
Meister, am besten nach Raffael und Giulio Romano. Dahin gehören: nach Giov. da 
Udine die Israeliten tragen die Bundeslade durch den Jordan, nach Giulio Romano 
der Triumph' des Bacchus und Silen und der Sturz der Titanen ; nach eignen Zeich- 
nungen z. B. die Geschichte Abraham's (12 Blätter), die Bergpredigt, Christus und 
die Samariterin am Brunnen, die Hochzeitstänzer (13 Blätter), und Venus in der 
Werkstatt des Vulcan. 

Bosch, Ernst, Genremaler, geb. 23. März 1834 in Krefeld, war zunächst 
Schüler des Malers Sc hex in Wesel, besuchte von 1851 — 56 die Akademie in Düssel- 
dorf unter Karl Sohn, Hildebrandt und W i 1 h. S c h a d o w. Seit 1854 beschickte 
er die Ausstellungen mit landschaftlichen Thier- und Genrebildern von gesunder 
Auffassung, viel Gemüth und Humor. Solche sind : Die Fähre beim Eisgang, Ver- 
theidigung eines Blockhauses gegen Indianer, Fern von der Hcimutli, Zigeunerbande, 
Rothkäppchen und der Wolf, Scenen aus „Hermann und Dorothea", der alte Schäfer 
und die Enkelin, Aschenbrödel, Genoveva, Idylle, fahrendes Volk. 

Bosch, Hieronymus, eigentlich Tan Aken, Maler, geb. zwischen 1460 und 64 
in Herzogenbusch, f 1516, verliess als einer der ersten die kirchliche Malerei der 
Brüder van Eyck, entlehnte seine Motive aus dem Volksleben und liebte die 
Darstellung des Abeuteuorlichen und Spukhaften, die höllischen Strafen und Versuch- 
ungen, worin er eine unerschöpfliche Phantasie und eine klare, zierliche Färbung 
zeigt. Einen grossen Theil seines Lebens brachte er in Madrid zu, wo Philipp II. 
Gofallen an seinen Bildern fand, daher viele seiner besten Werke im Museum del 



158 Boschetto — Bossche. 

Prado daselbst, nämlich ein Triptychon der Anbetung der Könige, 3 Darstellungen 
der Versuchung des heil. Antonius (auch im Hofmuseum in Wien), der Sturz der 
Engel, und eine sehr phantastische Allegorie auf die Eitelkeit der Welt, in der 
Akademie zu AVien als eins seiner HauptbiUlev das Jüngste Gericht mit Hölle und 
Paradies (veränderte alte Copie in Berlin). Die ihm zugeschriebenen Kupferstiche 
sind von A laart du Hameel. 

Boschetto, Giuseppe, ital. Maler der Gegenwart, in Neapel ansässig, Schüler 
von Morelli und Palizzi, behandelt mit Vorliebe das italienische Volkslehen, 
z. B. das Bild von Santa Lucia in Neapel (,1880), aber auch die Historienbilder: 
Proscriptionen des SuUa, Agrippina die den Senat belauert, Tod des Sokrates (1888). 

Bosclii, Francesco, Maler der tioreutiuischen Schule, geb. 1619, f 1675. Von 
ihm in den UHizieu zu Florenz eine Darstellung der Berufung des Matthäus aus dem 
Jahre 1G47. 

Boscolo, Luigi, Kupferstecher in Venedig, geb. 22. März 1824 in Ferrara, 
bildete sich hier und in Venedig, stach treffliche Blätter nach Natale Schiavoni, 
Hayez, Giov. Bellini und Moretti, sowie Portraits der Könige Victor Emanuel und 
Umberto. 

BoselH, Antonio, ital. Maler aus Bergamo vom Ende des 15. bis Anfang des 
16. Jahrb. Sein frühstes Werk ist in Ponteranic? bei Bergamo eine Madonna della 
Miserciordia ; besser ist iu der Akademie Carrara zu Bergamo ein heil. Laurentius 
aus dem Jahre 1516, ferner ein Altarbild von 1514 iu S. Maria maggiore daselbst 
und sein bestes Bild in S. Bernardino die heil. Apollouia zwischen 2 Heiligen, zwar 
schwach in der Zeichnung, aber von friedlicher Stimmung. 

Böser, Karl Friedrich Adolf, Genremaler, geb. 1813 in Haibau (Schlesien), 
t 28. Jan 1881 iu Düsseldorf, besuchte von 1831—34 die Akademie in Dresden, bis 
1836 die in Berlin und seit 1843 die in Düsseldorf. Seine Genrebilder sind oft 
Kinder- und Mädcheuscenen in ruhigen Situationen ; seine Portraits, gewöhnlich von 
kleinen Dimensionen, zwar sehr ähnlich, aber ohne bedeutende geistige Auffassung. 
Von seinen Genrebildern nennen wii-: Brüderchen schläft, der kleine Ruhestörer, 
die beschenkte Braut, Faust und Gretchen, Wendische Mädchen in der Kirche und 
von seinen Portraits eine grosse Reihe Düsseldorfer Künstler, in 2 grössern Bildern 
das Königsschiessen am Grafenberg und die Bilderschau im Galeriesaal (beide nach 
Amerika verkauft). Für die Kirche seines Geburtsortes malte er 1870 eine Figur 
des Heilands. 

Boshart, Wilhelm, Landscliaftsmaler, geb. 1815 in München, f 31. Aug. 1878 
am Cbiemsce, studirte anfangs Pharniacie, inachte dann durcli Deutschland, Belgien, 
Frankreich und England längere Reisen, auf denen sich sein Kunstsinn entwickelte 
und er die Landschaftsmalerei ergriff, weshalb er Schüler von Ed. Schleich in 
München wurde. Die meisten seiner Landschaften sind aus den Gegenden Ober- 
bayerns und vom Chiemsee, einige auch aus der Umgegend von Rom und vou 
Päslum. 

Bosio', Francois Joseph, Baron, franz. Bildhauer, geb. 19. März 1769 in 
Monaco, f 29. Juli 1845 in Paris, wo er Schüler von Pajou war und in der Weise 
Canova's meistens ideale Bildwerke von grosser Reinheit der Linien und zarten 
Formen, aber auch Portraitstatuen und -Büsten schuf. Die bedeutendsten seiner 
Werke sind: Die Nymphe Salmacis (1824), der Knabe Hyacinthus mit der Wurf- 
scheibe (beide in. Louvre), die allegorische Figur Frankreichs von der Geschichte 
und von Genien umgeben, die Reiterstatue von Ludwig XIV. auf der Place des 
Victoires (1822), die Statue des Herzogs von Enghien (1817), eine Colossalstatue 
Napoleon's I. im Kaiserornat, die Quadriga auf dem Are du Carrousel und das 
eherne Denkmal des Grafen Demidow (1830). — Sein Neffe und Schüler A s t i a n a c e 
Scevola B., geb. 1793, f 1876, war ebenfalls Bildhauer. Von ihm eines der Reliefs 
am Are de triomphe, eine Statue der heil. Adelaide in der Kirche der Madeleine, 
4 Karyatidengruppen im Louvre und eine Statue in der Kirche der Trinite. 

Bossohaert, Thomas, s. Willeborts. 

Bossche, Balthasar van den, Maler, geb. im Jan. 1681 in Antwerpen, f 
8. Sept 1715, Schüler von Gerard Thomas, malte vorzugsweise Maskeraden, 
Laboratorien, Marktschreier, Maler und Bildhauer in ihren Ateliers, ausserdem auch 
Portraits. Von ihm im Museum zu Antwerpen die Aufnahme des Jean Baptiste del 
Campo in die Schützeugilde (1711), im Museum zu Köln 2 Ateliers, im Museum zu 
Schwerin eine lustige Gesellschaft und eine Rauferei beim Kartenspiel, auch in der 
Galerie von Pommersfelden eine Ballgesellschaft. 



Bosse — Both. 159 

Bosse, Abraliam, franz. Zeichner, Kupferstecher und Radirer, geh. 1610 in 
Tours, t 1678 daselbst, arbeitete viele Jahre in Paris in Gallo t 's Manier. Seine 
Blätter, deren Zahl 800 erreichen soll, sinü von Interesse in kultureller Beziehung 
durch die Darstellung der Sitten und Kostüme seiner Zeit, in die er auch biblische 
Sceneu kleidet, z. B. die Geschichte des verlornen Sohnes (0 Blätter) und die klugen 
und thörichten Jungfrauen ; ebenso seine Darstellungen aus dem täglichen Leben. 
Er schrieb auch einen Leitfaden über die Technik der Kupferstecherkuust (164.";). 

Bosshardt, Kaspar, Historienmaler, geb. 1823 zu Pfäffikon (Kauton Zürich), 
t 10. Febr. 1887 in München, bildete sich auf d^r Akademie in Düsseldorf unter 
Schadow und J. W. Schirmer und liess sich 1845 in München nieder. Seine 
coloristisch gelungenen Bilder sind meistens aus der Geschichte seiner schweizerischen 
Heimath entlehnt, z. B. Ritter Halwyl in der Schlacht bei Murten (1868, Museum 
fu Basel), eine Scene aus der Geschichte des Einsiedlers Nikolaus von der Flüe, der 
Tod Franz von Sickingen's (1854\ der Schultheiss Wengi von Solothurn stellt sich 
als Opfer vor eine Kanone zur Abwendung des Bürgerkriegs (nur noch im Stich 
von Merz vorhanden), die Politiker im Kloster (1879) und andre im Kuustgütli in 
Zürich; auch Heuernte am Chiemsee (1874), der Alchymist (1878). 

ßossi. Benigne, ital. Kupferstecher und Radirer, geb. 1727 in Porto Arcisato 
(Mailand), f 1806 in Parma als Professor an der Akademie. Er lebte mehrere Jahre 
in Dresden. Seine Stiche sind nach Correggio, Parmigianino (die heil. Katharina) 
und Petitot. 

Bossi, Giuseppe, ital. Maler und Kunstschriftstellei, geb. 11. Aug. 1777 in 
Busto Arsizio bei Mailand, f 15. Dec. 1815 in Mailand, bildete sich auf der dortigen 
Akademie und In Rom namentlich in der Zeichenkunst und kehrte dann nach Mailand 
zurück, wo er Secretär der von ihm organisirten Akademie wurde. Er machte es 
sich zur Aufgabe, das Abendmahl Lionardo da Vinci's in einer Mosaikcopie nachzu- 
bilden, die durch Raftaeli zu Stande kam (Minoritenkirche in Wien). Er schrieb 
darüber 1810 ein eignes Werk. Unter seinen Bildern sind zu nennen: Aurora und 
die Nacht (1805), Oedipus vor Kreon, der Parnass und als das beste Bild die Asche ' 
des Themistokles, 

Bossiut, Francis v., s. Bossult. 

Bossuet, Franijois Autoine, belg. Architekturmaler, geb. 20. Aug. 1800 in 
Ypern, f 30. Sept. 1889 in Brüssel, bildete sich für sein Fach auf der dortigen 
Akademie, durch Reisen in den Niederlanden, in Deutschland, Frankreich und Nord- 
afrika und machte sich durch poetische Auflassung, durch die Schärfe der architektonischen 
Formen und durch treffliche Beleuchtung der von ihm gemalten Burgen, Kirchen, 
Schlösser und Ruinen der Vorzeit einen bedeutenden Namen. Solche meist in den 
60er Jahren entstandene Werke sind: Andaiusische Landschaft (1847, National- 
Galcrie in Berlin), Wasserleitung in Alcala (1853), Prozession in Sevilla (1853, 
Nationalgalerie in Berlin), die maurischen Ruinen der Stadt Zehra (1862), der Thurm 
an der Stadtmauer in Andernach (Kunsthalle in Hamburg), das Thor von El Geber 
(ebendaselbst), das Innere der Kirche St. Gomraaire in Lierre u. a. 

Bossuit (Bossiut), Francis, Bildhauer und Elfenbeinschnitzer, geb. 1635 in 
Brüssel, f 1692 in Amsterdam, lebte viele Jahre in Rom, wo er die Antike studirte 
und kunstreiche Elfenbeinschnitzereien verfertigte. Diese Thätigkeit setzte er später 
in Amsterdam fort. Ein Theil seiner Bildwerke wurde von dem Amsterdamer Maler 
B. Graat gezeichnet und auf 103 Blättern von Mattys Pool gestochen. 

Bostelmann, Karl Louis Georg, Miniaturportraitmaler, geb. 22. Jan. 1824 in 
Hannover, copirte anfangs im Museum zu Dresden, ging 1843 nach Rom, wo er 
Genrebilder malte, wurde 1847 vom Hof in Hannover als Miniaturmaler angestellt 
und malte in dieser Technik zahlreiche Portraits in Hannover und Oldenburg, ebenso 
Kinderportraits und Familiengruppen. Zu seinen besten Genrebildern gehören: Alb- 
länderiunen in der Kirche und Napoleon der III. auf Wilhelmshöhe. Seit 1857 wohnt 
er in der Nähe von Beverstedt (Prov. Hannover). 

Both, Andries, hoU. Maler und Radirer, geb. um 1609 in Utrecht, f wahr- 
scheinlich 1G50 in Venedig, Schüler von Abraham Bloemaert, begab sich später 
nach Itah'en, wo er sich Bieter van L aar zum Vorbild nahm und in Gemeinschaft 
mit seinem Bruder Jan B. (s. d.) Portraits, Genrebilder und Thiere malte, so dass 
er den Landschaften seines Bruders die Staffage verlieh. Von ihm selbständig 
gemalte Bilder sind selten. Im Städelschen Institut in Frankfurt eine Ansicht 
italienischer Gebäude am Meeresufer und von beiden Brüdern eine gebirgige Land- 
schaft in Abendbeleuchtung ; im Reichsmuseum zu Amsterdam eine schöne italienische 



160 Both — Botticelli. 

Landschaft. Von seinen Radirungen sind die bekanntesten: Ein betender Einsiedler, 
die betrunknen Bauern, die Versuchung des heil. Antonius, ein knieender Eremit vor 
dem Crucifix, und die 3 Liederlichen. 

Both, nermann, Landschaftsmaler, geb. 1826 in Danzig, Schüler der Akademie 
in Düsseldorf. Von ihm eine Abendlandschaft mit einer Eichengruppe (Museum zu 
Danzig), eine Kanalstrasse in Danzig, eine Landschaft mit Viehstaffage im Charakter 
der Küste der Ostsee (1852). 

Botli, Jan, Landschaftsmaler und Radirer, Bruder des A n d r i e s B. (s. d.), geb. 
um 1610 in Utrecht, f 9. Aug. 1652, ebenfalls Schüler von Bloemaert, nahm sich 
aber nicht diesen, sondern in Rom ClaudeLorrain zum Muster. Seine Landschafton, 
oft im Licht der untergehenden Sonne und in herrlicher Beleuchtung, sind meistens 
italienische Gegenden, schroffe Berge und Felsen, reich an belaubten Bäumen, mit 
feinem Pinsel ausgeführt, oft mit Staffage von seinem Bruder. Treffliche Bilder von 
ihm im Museum zu Berlin (1850), 5 Landschaften im Museum zu Dresden, 6 im Reichs- 
museum zu Amsterdam, andre im Haag, im Louvre, in der Pinakothek zu München, 
im Germanischen Museum zu Nürnberg, in der Nationalgalerie zu London, in Rotterdam, 
Kopenhagen, Schwerin, Stockholm und viele in englischen Privatsammlungen. Seine 
15 Radirungen (10 Landschaften und 5 die Sinne) übertreffen die seines Bruders 
Andries. 

Botkin, Michael, russischer Maler, geb. 1839 in Moskau, erhielt seine Aus- 
bildung auf der Akademie in St. Petersburg, machte Studienreisen in einem grossen 
Theile von Europa und wurde 1863 Professor und Mitglied der Akademie in St. Peters- 
burg. Unter seinen tief empfundnen Bildern sind zu nennen: Die Bestattung der 
ersten Christen, Abendgottesdienst in AssJsi und mehrere genrehafte Scenen. 

Bott, Thomas, engl. Porzellanmaler, geb. 1829 iu Kidderminster, f 13. Dec. 
1870 in London, malte anfangs in Birmingham Portraits, kehrte dann in seine 
Heimath zurück und widmete sich mit Glück der Porzellanmalerei, worin er mit 
grossem Erfolg die Emails von Limoges nachahmte. 

Bottaui, Griuseppe, Maler, geb. 171/ in Cremona, f 1784 in Mantua, bildete 
sicli in Florenz unter Vincenzo Meucci und seit 1740 in Rom unter Agostino 
Miisucci, gründete 1745 in seiner Vaterstadt eine Malerschule und kam 1769 als 
Direktor der Akademie nach Mantua. Er malte Luudschaften in der Weise Nie. 
l'oussiu's und Historienbilder in der "Weise des Maratta. 

Botti, Guglielmo, ital. Glas- und Freskomaler, geb. 9. Dec. 1829 in Pisa, 
machte seine Studien auf den Akademien in Pisa und in Florenz, ahmte anfangs die 
alten italienischen Maler nach, z. B. die Fresken des Taddeo Gaddi in S. Francesco 
zu Pisa, machte 1853 neue Entdeckungen in der Technik der Glasmalerei, die er 
dann im Baptisterium zu Pisa, im Dom zu Perugia, in S. Frediano zu Lucca und in 
andern Kirchen zur Anwendung brachte. 1865 machte er auf Kosten der Regierung 
zur weitern Vervollkommnung seiner Kunst Reisen in Frankreich, Belgien und 
Deutschland. Ebenso glückliche Entdeckungen machte er in Bezug auf die Restauration 
der Fresken im Caniposanto zu Pisa, in der Arena und in den Eremitani in Padua, 
in S. Francesco zu Assisi und in andern Städten. Wegen seiner grossen Verdienste 
um diesen Kunstzweig wurde er Inspektor der Galerien in Venedig und mit Ehren- 
zeichen decorirt. 

Botticelli, Sandro, eigentlich Alessandro Filipepi, ital. Maler, geb. 1446 in 
Florenz, f 17. Mai 1510 das., Schüler des Filippo Lippi, weiter ausgebildet unter 
dem Einfluss der beiden Pollajuolo und des Verrocchio. Thätig in Florenz 
und von 1481 — 84 in Rom, erweiterte er das Darstellungsgebiet der Florentiner durch 
Hinzuziehung der Mythe und der Allegorie und malte mit liebenswürdiger Grazie 
und feiner Empfindung. Seine Hauptwerke sind in der Freskomalerei die 2 Bilder- 
reihen in der Sixtiuischen Kapelle aus der Geschichte des Moses und Christi, nämlich 
die Jugendgeschichte des Moses, die Strafe der Söhne Aarons und der Untergang 
der Rotte Korah und die Versuchung Christi, Bilder von grosse Lebendigkeit und 
Beweglichkeit; ebenso in der Kirche Ognissanti in Florenz der studirende heil. 
Augustinus (1480). Unter seinen durchweg poetischen Tafelbildern sind hervor- 
zuheben: In den Uffizien Maria die das Magnificat schreibt (Maria mit dem Tinten- 
fass), Maria mit dem Kinde das einen Granatapfel hält, als das vollendetste seiner 
Tafelbilder eine Anbetung der Könige (1500), eine Venus Anadyomene und die Ver- 
leumdung des Apelles ; in der Akademie zu Florenz eine thronende Madonna zwischen 
Barnabas, Michael, Johannes dem Evangelisten und 3 andern Heiligen, eine Krönung 
Maria und eine Allegorie des Frühlings ; in S. Spirito zu Florenz ein poetisches Altarbild 



Bottinelli — Boudewyns. IßJ 

aus der Kapelle Bardi; in der Pinakothek zu Turin eine Madonna mit dem Kinde 
und dem kleinen Johannes , im Berliner Museum ein heil. Sebastian und eine thronende 
Maria mit dem Kinde und den beiden Johannes; in der Pinakothek zu München 
eine Beweinung Christi, und in Hamilton Palace bei Glasgow als das grösste seiner 
Altarbilder eine Himmelfahrt Maria. Ebenso ausgezeichnet ist B. im Portrait, z. B. 
im Städelschen Institut zu Frankfurt und im Museum zu Berlin. Dazu kommen seine 
höchst bedeutenden Zeichnungen (84 Blätter) zu Dante's göttlicher Komödie, die aus 
der Handschriften-Sammlung des Herzogs von Hamilton in's Kupferstichkabinet zu 
Berlin kamen. — Seine Biogr. und Werke von Ulimann (1893). 

Bottinelli, Antonio, Bildhauer, geb. 1827 iu Viggiü bei Como, besuchte die 
Akademie in Como und bildete sich seit 1852 in Rom weiter aus. Unter seinen sehr 
anmuthigen idealen Bildwerken sind zu nennen: Eine Statue der Zauberin Armida 
(1855), eine Beatrice Cenci und drei Statuen für den Dom in Mailand. 1868 nahm 
er seinen Wohnsitz in Rom und schuf hier eine grosse Reihe idealer und allegorischer 
Marmorwerke, die auf den Ausstellungen sofort ihren Käufer fanden und ihm zahl- 
reiche Medaiilen einbrachten. Eikiat Ehrenmitglied der Akademie in Mailand. 

Bottomley, John William, Thiermaler, geb. 31. Juli 1816 in Hamburg, Schüler 
der Akademie in Düsseldorf und in München, wandte sich in Rom zur Thiermalerei und 
liess sich in London nieder. Von ihm in der Kunsthalle zu Hamburg ein ruhender Hirt 
mit Ziegen (1845) und ein Morgen in Wales ; andere Thierbilder meistens in Privatbesitz. 
Bouchardon, Edme, franz. Bildhauer, geb. 29. Mai 1698 in Chaumont (Ober- 
marne), t 27. Juli 1762 in Paris, Schüler des älteren, Guillaume Coustou. Von 
ihm die Bildwerke der Fontaine de Grenelle (1739), die ehemals berühmte, 1792 zer- 
störte Reiterstatue Ludwig's XV. am Ende des Tuileriengartens, die Apostelstatnen 
im Hauptschiff der Kirche St. Sulpice in Paris und einige Genrebildwerke. 

Bouch^, Carl de, Glasmaler, geb. 1845 in München, bildete sich für die 
architektonische Glasmalerei auf der dortigen Akademie und unter Swertschkow 
in Florenz, erhielt 1878 und 1882 auf den Ausstellungen erste Preise. Er malte z. B. 
das Witteisbacher Fenster in der Kirche zu Oberammergau, im Schlosse Kötteritysch 
in Sachsen u"d zahlreiche Fenster für Paläste, Privathäuser und Villen in Hamburg, 
Hannover, Mannheim und anderen Städten. 

Boucher, Frau<;ois, Historienmaler, geb. 29. Sept. 1703 in Paris, f 30. Mai 
1770 das., war nur kurze Zeit Schüler von Le Mo ine, bildete sich nachher ohne 
Lehrer und brachte es zu grosser Vielseitigkeit und unglaublicher Leichtigkeit 
des Schaffens, zeigt aber in seinen Bildern, dass er nicht nur „der Maler der 
Grazien" war, sondern auch der Koketterie, der Lüsternheit und der ganzen Ober- 
flächlichkeit des Zeitalters Ludwig's XIV., entwickelte jedoch viel Sinn für Schönheit 
und gefällige Composition. Es sind in unzähliger Menge, oft in incorrecter Zeichnung, 
religiöse und mythologische Bilder, Allegorien, Landschaften, Thierbilder, Theater- 
dekorationen, Plafondbilder ulid Sopraporten. Seine Hauptbilder sind im Louvre 
Rinaldo und Armida, eine aus dem Bade kommende Venus (1742) und Venus bestellt 
bei Vulkan die Waffen für Aeneas; im Schloss zu Berlin Merkur, Venus und Amor 
(1742), im Museum zu Stockholm eine Geburt der Venus (1740), Leda mit dem Schwan, 
Die Toilette der Venus und Die Modehändlerin ; viele andere in Privatbesitz. Er lieferte 
auch mehrere Radirungen. 

Bouchier, Jean, franz. Maler und Radirer, geb. um 1580 in Bourges. Unter 
seinen seltenen Blättern sind zu nennen : Maria mit dem Kinde, Johannes der Täufer 
auf einem Felsen ruhend, und S. Magdalena. 

Bouchot, FranQois, franz. Historienmaler, geb. 1800 in Paris, f 1842 das., 
Schüler von Regnault und Lethiere, erhielt für sein Bild Orestes, der dem 
Aegistneus den Leichnam der Klylämnestra zeigt, den grossen römischen Preis, lebte 
7 Jahre iu Rom und Neapel und' lieferte als seine bedeutendsten Bilder die Schlacht 
bei Zürich (Galerie in Versailles) und das Begrähniss des Generals Marceau (Museum 
in Leipzig). In der Kirche der Madeleine zu Paris von ihm die 3 Frauen am Fuss 
des Kreuzes Christi. Er malte auch gute Portraits. 

Boudewyns, Adriaen Frans, Landschaftsmaler und Radirer, geb. im Oct. 
1644 in Brüssel, t daselbst 1711, malte gewöhnlich zusammen mit dem Figuremualer 
Pieter Bout (s. d.). Von 1669—77 war er meistens in Paris, nachher in Brüssel 
thätig. Seine gewöhnlich kleinen Landschaften aus dem südlichen Europa sind warm 
und sonnig durchgeführt, oft mit Figuren von Bout; die meisten im Museum zu 
Dresden und im Museum del Prado iu Madrid, auch in den Uffizien. zu Florenz, m 
der Pinakothek zu Turin, in -Augsburg und in Antwerpen. 

Allgemeines Etinatler-Lexicon. 5. Aufl. 1. Bnnrl. 11 



162 Boudier — Boulang-er. 

Boudier, Edouard Louis, franz. Maler des 19. Jahrb., geb. in Paris, malte 
trefiiiche Laurtschaften mit feinem, silbernem Himmel und wirksamem Oolorit, z. B. 
Sonnenuntergang' an der Marne, Teich bei Rougemont, Aus dem Wald bei Compiegne. 

Boudin, Eugene Louis, franz. Landschafts- und Marinemaler des 19. Jahrb., 
gp-b. in Honfleur, Schüler von Troyon, malte .schön compouirte Uferlandsohaften von 
grosser Naturwahrheit nnd heiteren Faioentönen, z. B. holländische Barken bei 
Antwerpen, Hafen von Bordeaux, Ufer von Portrieux iCötes du Nord). Er lebt 
in Paris. 

Bougli. Samuel, engl. Land.schaftsmaler, geb. 1822 in Carlisle, f 19. Nov. 
1878 in Edinburg, hatte zwar den Blumenmaler G eorg L a nee zum Lehrer, bildete 
sich aber mehr nach der Natur. Er begann mit Decorationsmalereien, illustrirte 
aber uueh Bücher und Zeiv.-i('hriften mit Landschaften. 1855 lies.s er sich in Edinburg 
nieder, wo er 1875 Mitglied der Akademie wurde. Die Lordoner Ausstellungen 
beschickte er mit Landschaften und Mariuebildern, 

Boughton, George Henry, englischer Genre- und Landschaftsmaler, geb. 
4. Dec. 1833 in Norwich, kam schon in früiier Jugend mit seinen Eltern nach Albauy 
(New-York;, kehrte aber, nachdem er sich für die Mal-^rei entschieden, 1853 nach 
England zurück, erhielt m London und Paris seine künstlerische Ausbildung und Hess 
sich 18813 in Leeds nieder. Zu seinen besten Bildern gehören : Dämmerung im Winter 
(1858), Der Lebensabend (1862j, Der Morgenritt. Weihnachtsmesse in der Bretagne, 
Puritaner auf dem Wege zum Gottesdienst (1867), Die Werbung von Miles Standish 
luach Longfellow), Das Ende der Flitterwochen (1878), Andrew Marvell's Besuch bei 
Milton »1885.'. 

Bougron, Louis Tictor, franz. Bildhauer, gib. 2. Nov. 1798 in Paris, Schüler 
der Kunstschule und seit 1821 Schüler von Dupaty. Seine Hauptwerke sind: Der 
sterbende Spartaner (1824), Die heilige Apollonia (1827 , Achilles waifnet sich um 
den Patroclus zu rächen (Museum in Rouen), Pipin im Kampf gegen einen Löwen 
(1831, Museum von St. Omer), Die Ermordung Klebev's (1834), Der Genius des 
Selbstmords (1835). Später war er noch thätig in Lille, Arr- ^ und Ca.n-)rai. 

Bouguereau, Adolphe WiUiain, franz. Historienmaler,, gel, 30. ^ov. 1825 in 
La Rochelle, wurde in Paris Schüler von P i c o t . besuchte die Ecole des beaux-arts, er- 
hielt 1850 den grossen Preis für Rom und brachte von dort nach Paris als sein 
erstes Aufsehen erregendes Bild den in die Katakomben getragenen Leichnam der 
heil. Cäcilie, der, wie die späteren Biluer, die Trösterin der Betrübten, Triumph des 
Märtyrers und die besonders meisterhafte Geburt der Venus ins Museum des Luxembourg 
kam. Es sind Bilder von stilistischer Grösse der Formen, tiefflich gezeichnet, aber 
ziemlich arm an Gefühl. In anderen stellte er den menschlichen Körper in unverhUllter 
Schönheit dar, oder einfache Gruppen idealer Figuren, z. B. Der erste Streit und Der 
Friede (18G1), Junge Zigeunerinneu, Die brüderliche Liebe, Die Kindheit des Bacchus 
(1884), Die in eine Quelle verwandelte Byblis (1885), Das erste Opfer u. A. In Paris 
wurde er auch mit dekorativen Arbeiten und Wandmalereien beauftragt, so in den 
Kirchen Ste. Clotilde und St. Augustin und im Theatersaal zu Bordeaux. Reich an 
Ehrenbezeigungen wurde er 1876 Mitglied der Akademie. 

Bouiilard, Jacques, franz. Kupferstecher und Radirer, geb. 1744 in Versailles, 
t 30. Oct. 180(5 in Paris als Mitglied der Akademie. Zu seinen besten Blättern ge- 
hören die heil. Familie nach Ann. Carracci, Moses tritt die Krone Pharau's mit Füssen 
nach Nie. Poussin, Die heil. Cäcilia nach Mignard, Boreas und Oreithyia nach Vincent. 

Boulanger, Clement, franz. Historienmaler, geb. in Paris, 1 1843 auf einer Reise 
i» Magnesia, ein Anhänger der Schule der Romantiker, der sich durch Sorgfalt seiner 
Figuren und glückliches Colorit auszeichnete. Von ihm werden gerühmt: Mazeppa 
auf ein wildes Pferd gebunden, Der Tod Heinridi's III . Die Prozession des Corpus 
Domiui (1830, Museum in Lille), Eine Pestscene aus dem Mittelalter. 

Boulanger, Gustave Rodoiplic Clarence,, Historienmaler, geb. 25. April 1824 
in l'aris, f 22. Sept. 1888 das., besuchte die Ecole des beaux-arts, war auch Schüler 
von Jollivet und Paul Delaroche, erhielt 1849 für sein Bild Odysseus und 
Eurykleia den grossen römischen Preis und hielt sich bis 1856 in Italien auf, von 
wo er auch Algerien bereiste. Nach seinem Bilde Cäsar am Rubico brtichte er 
mehrere lebensvolle Scenen aus dem Leben der Araber, z. B. Der Emir, Erinnerung 
ai! Blidah, Reiter in der Sahara und Kabylen auf der Flucht, kehrte dann aber wieder 
zu deu Schilderungen des öffentlichen und Privatlebens im Alterthum zurück, worin er den 
äusseren Charakter und die archäologischen Details gut zu treffen wusste. Haupt- 
bilder die.ser Art sind: Eine Probe im Hause des tragischen Dichters (1857.;^ Die 



Boulanger — Bouqnet. 163 

spinnende Lucretia, Eine Cella frigidaria mit badenden JFrauen, Hercules undOmphale 
(1861), Cäsar auf dem Wintermarsch, Sommerbad in Pompeji, Eine Grauen erregende 
Seene aus der Geschichte des heil. Sebastian (1877), Die Via Appia zur Zeit des 
Augustus. Er malte auch im Atrium des Hotel Porapeien und im Tanzsaal der 
Grossen Oper die Portraits berühmter Tänzerinnen. 

Boulanger, Jean, Kupferstecher, geb. 1607 (oder 1613) in Amiens oder in 
Troyes, t iu hohem Alter, wurde in seiner Jugend in Italien Schüler von Guido 
Reni und später Hofmaler des Herzogs von Modena Unter seinen Stichen werden 
besonders gerühmt : Maria mit der Nelke nach Raffael, Die sog. Maria von Pas^au 
nach A. Solario, Johannes der Täufer küsst die Füise des Jesuskindes nach Guido 
Reni, Die Kreuztraguvi: nach Mignard, Die Abnahme vom Kreuz nach Sei. Bourdou 
and mehrere PortraiU. Im Museum zu Braunschweig von ihm die Findung der^ 
Moses und Abigail vor David. 

Boulanger, Louis, franz. Maler, geb. 11. März 1807 in Vercelil (Piemont), 
t 7. März 1867 als Direktor der Kunstschule in Dijon. Als Schüler von Le thi er e 
und Deveria gehörte er der romantischen Schule an, !3chuf Illustrationeu von 
kräftigem Colorit zu den Werken Victor Hugo's, Chateaubriand's und Shakespeare's" 
(Macbeth, Romeo und Julie). Seine Hauptwerke sind der sehr populär gewordene 
Mazeppa auf seinem wilden Rosse (1827), Judith; Triumph Petrarca's (1836) und Der 
Hexensabbat (1861). Er malte auch Portraits französischer Dichter und Schriftsteller. 

Bonle (oder Boulle), Charles Andr^, Kunsttischler, geb. 11. Nov. 1642 in 
Paria, f 29. Febr. 1732 das., war seit 1672 im Dienst Ludwigs XIV. thätig und 
machte sich besonders bekannt durch sein Verfahren, die aus kostbarem Holz 
bestehenden Möbel durch eingelegte Ornamente aus Schildpatt, gravirtem Metall und 
Elfenbein zu verzieren. 

Boulenger, Pierre Emmanuel Hippolyte, belg. Landschaftsmaler, geb. 1838 
in Tournai, f 4- Juli 1874 in Brüssel, war hier Schiller der Akademie, malte üatur- 
wahre, sorgfältig ausgeführte Landschaften meistens belgischer Gegenden, t. B. 
Weissbucheu-AUee in Tervueren (Museum in Brüssel), Herbstmorgen, Ansicht von 
Dinant, Ansicht von Adegem. 

Boulengier, Hans, s. Bollongier. 

Boulogne (oder ßoullogne), Bon de, Malerund Radirer, geb. 1649 in Paris, 
t IC. Mai 1717, Sohn und Schüler des Louis de B., lebte später 5 Jahre in Rom, 
wo er die alten Meistei studirte, und ging von da nach OberitaUen, wo er Correggio 
und die Carracci copirte, wurde nach seiher Rückkehr 1692 in Paris Professor an 
der Akademie und malte 2 Kapellen im Invalidendom. Bilder von ihm im Louvre 
sind: Die Verkündigung, Der heil. Benedict erweckt ein todtes Kind und Hercules 
im Kampf mit den Centauren. Er radirte auch einige Blätter nach eigener Composition. 

Boulogne (oder Boullogne), Louis de, Vater des Vorigen, Historienmaler 
und Radirer, geb. 1609 in Paris, f 13. Juni 1674 als Professor an der Akademie. 
Er war Schüler von Blanchard, studirt^e ebenfalls in Rom die besten Meister und 
malte nach seiner Rückkehr fast nur Deckenbilder und Copien nach Tizian, Guido 
Reni u. A,, radirte aber zahlreiche Blätter gros.sentheih nach eigenen Zeichnungen. 

Boulogne (oder Boullogne), Louis de, Historienmaler, Bruder des Bon de B., 
geb. 1654 in Paris, f 21. Nov. 1733, erhielt schon im 18. Jahre den grossen römischen 
Preis, copirte seit 1675 in Rom mehrere Bilder Raffael's, malte nach seiner Rückkehr 
seit 1680 Wand- und Deckenbilder in Pariser Kirchen und Schlössern und wurde 
1722 Direktor der Kunstakademie. Er radirte ebenfalls mehrere Blätter. 

Boumann, Johannes, Baumeister, geb. 1706 in Amsterdam, f 1776 als Ober- 
baudirektor in Potsdam, wurde 1736 nach Berlin berufen und machte sich besonders 
bekannt durch das von ihm in Potsdam errichtete Rathliaus (1754) und die französische 
Kirche, in Berlin durch den architektonisch geschmacklosen, neuerdings abgebrocheneu 
Dom (1747), durch das Palais des Prinzen Heinrich 1754—64, jetzt Universitäts- 
gebäude), das Invalidenhaus und die Vollendung der Hedwigskirche. — Sein Sohn 
Georg Friedrich B., ebenfalls Baumeister, geb. 1737 in Potsdam, war Artillerie- 
offizier, baute mehrere Privathäuser in Berlin und namentlich (1770—80; die in ihrer 
Fagade wunderlich geschweifte Bibliothek. 

Bouquet, Michel, franz. Maler, geb. 17. Oct. 1807 in Lorient (Morbilian), 
machte sich seit 1835 durch Landschaften und Mariuebilder einen Namen und hatte 
später grossen Erfolg mit .seinen Fayencemalereien, z. B. Sonnenuntergang, Ansicht 
vom Pluss Blavet, Jagd bei Fontainebleau, Aus der Umgegend von Palermo, Von 
den Ufern der Donau in Ungarn und vielen anderen. 



164 Bource — Bourguignoa. 

Bource, Henri Jacques, belgischer Genremaler, geb. 1826 in Aotwerpen, 
Schüler der dortigen Akademie unter Wappers, bereiste Holland, Frankreich, 
Deutschland, Italien und Skandinavien und Hess sich in seiner Vatetstadt nieder. 
Unter seinen oft historischen Genrebildern, die nicht immer glücklich coraponirt, aber 
von kräftigem Colorit sind, nennen wir: Die Heimkehr der ^yinzer (1853), Marie 
Antoinette aus ihrem Tempelthurm weggeführt, Sommerabend an der See (1863), 
Trauerbotschaft (Museum in Brüssel), Rückkehr von der Taufe, Muttersorgen u. Ä. 

Bourdais, Jules D^sir6, franz. Architekt, geb. 6. April 1835 in Brest, widmete 
sich der Architektur unter HectorHoreau, wurde 1866 Architekt des Departements 
Tarn et Garonne und 1874 Baurath in Paris. Er betheiligte sich 1878 bei der 
Konkurrenz für die Erbauung des Palastes Trocadero der Weltausstellung und führte 
denselben in Gemeinschaft mit Davioud aus, erbaute mit demselben Architekten auch 
den Justizpalast in Hävre, das Theater in Canues und den Justi^palast in Charleroi. 
schrieb auch einen „Traite pratique de la resistance des materiaux" (1859). 

Bourdon, S^bastien, franz. Historien- und Genremaler, geb. 1616 in Montpellier, 
t 8. Mai 1671 in Paris, Schüler des sonst unbekannten Malers Barthelemy, ging 
1634 nach Rom, inalte hier für seinen Lebensunterhalt Copien nach alten Meistern 
und begann seine selbständige Malerei 1631 in Paris. Seine ersten Bilder waren 
eine Kreuzigung Petri (1643, im Louvre) und Simon der Magier. Hier war er auch einer 
der Gründer der Akademie (1648;. 1652 ging er wegen der Bürgerkriege nach Schweden, 
wurde Hofmaler der Königin Christine und malte zahlreiche Portraits. Nach der 
Thronentsagung der Königin kehrte er nach Paris zurück, wo er in Staffelei-, 
Decken- und Wandbildern thätig war und Historienbilder in der Weise Poussin's 
malte. Am reichsten vertreten ist er im Louvre dm-ch biblische und legendarische 
Bilder, Genrebilder und Portraits. Andere von ihm in der Akademie zu Wien und 
im Museum del Prado in Madrid (Paulus und Barnabas in Lystra). Er hat auch 
zahlreiche Blätter nach eigener Erfindung radirt, unter denen die besten sind die 
7 Blätter der Werke d Barmherzigkeit, Die Flucht nach Aegypten und Die heilige 
Familie bei der Wäschern. 

Bour6, Antoine F61ix, belgischer Bildhauer, geb. 1831 in Brüssel, f 1883, 
arbeitete zahlreiche Portraitbüsten und modellirte mit grosser Geschicklichkeit Thiere 
und Genrestatuen. 

Bourgeois, Cliarles Arthur, Baron, franz. Bildhauer, geb. 19. Mai 1838 in 
Dijou, t 1887, wurde 1856 in Paris Schüler von Guillaume, besuchte auch die 
^cole des beaux-arts und arbeitete unter Dur et. Als er 1863 den römischen Preis 
erliielt, bildete er sich in Italien weiter aus, besuchte das nördliche Afrika und fand 
na('h 1871 Gelegenheit, in aris seine Kunst auszuüben. Seine Hauptwerke sind: 
Ein Schlangen beschwörender Neger (Bronze, im Jardin des plantes). Ein antiker 
Schauspieler (Garten des Luxembourg), Eine in wilder Extase Unglück weissagende 
Pythia in Delphi (Museum des Luxembourg), eine Statue der Religion und eine 
Statue des Kardinals Mathieu. 

Bourgeois, Sir Francis, engl. Landschaftsmaler, geb. 1756 in London, f 8. Jan. 
1811 das., Schüler von Lutherbyrg, bereiste 1776 Frankreich, Holland und 
Italien und stellte von 1779—1810 seine damals hochgeschätzten, aber nur skizzen- 
haften und raanierirten Landschaften gewöhnlich mit Thierstaffage aus. Die be- 
deutendsten derselben siad: Die Tigerjagd, Die Schäferin, Der Schauspieler Kemble 
als Coriolan, Ein Mönch vor dem Crucifix. 1791 wurde er Hofmaler des Königs 
von Polen, 1793 Mitglied der Akademie in London, 1794 Landschaftsmaler des 
Königs Georg III. Sein Freund, der Bilderhändler Noel Desenfans, vermachte ihm 
1804 die jetzige Dulwich-Galerie in London. 

Bourguignon, G«illaurae, eigentlich G. Courtois, Historienmaler und Radirer, 
geb. 1628 zu St Hippolyte (Dep. Doubs), f 15. Juni 1679 in Rom, Bruder des 
Jacques B Schüler seines Vaters und in Rom Schüler des P i e t r o d a C o r t o n a, 
bildete sich auch nach Carlo Maratta, malte religiöse Gegenstände für römische 
Kirchen. Im Museum zu Brüssel von ihm ein Bild der Bestattung der Todten 
während der Pest in Rom. Er radirte nach P. Veronese die Darstellung im Tempel 
und die Auferweckung des Lazarus. 

Bourguignon, italisirt Borgognone, Jacques, eigentlich J. Courtois, Schlachten- 
maler und Radirer, geb. 12. Febr. 1621 in St. Hippolyte, f 14. Nov. 1676 in Rom, 
Bruder des Vorigeu, Schüler seine.s Vaters Jacques C, ging jung nach Italien, 
wo er von Stadt zu Stadt wanderte, bis er sieh in Rom niederliess, sich hier an 
Raftael's Werken begeisterte, sich aber, beeinflusst von Salvator Rosa, zur 



Bourlard — Boiizonnet-Stella. 165 

Malerei der Schlachten v^andte, die er gewöhnlich als ein lebhaftes Kampfgewüh 
darstellt, in dem die Eeiterei eine Hauptrolle smelt, mit einer in Fta ib und Darij,; 
s:ehüllten Landschaft. Die sc::ön.sten dieser zu.dreichen Bilder sind in Rom in rS - 
Palästen Doria, CorsinI und Si.ad;'., in Florenz in den U<Mzien und im Palast FiLi , 
im Louvve, im Hofmuseum zu Wien und in der Eremitage in St. l'ite:-sburg, auc , 
in der Pinakothek zu München und 2 grosse Schlachtengetümmel im Museum üu 
Dresden. Solche Kriegsseenen braihte er auch in fielen selh&tändi^'en Radii'ungen. 
Bourlard, Auguste; franz. Maler der Gegenv art, geb. in Paris, Schüler von 
Cogniet. Hess sich in Belgieu nieder, wo er Portrait?, besonders weibliche vnu 
wunderbarer Grazie malte. Bekannt wuide von ihm das Bild Die Gefangene (eiu-i 
Taube in den Händen einer reicli geputzten Dame). 

Boursse, Esaias, holländ. Maler, geb. um 1630 in Amsterdam, arbeitete hier 
von 1Ö56— 72, machte mehrere Eeiseu nach Ostindien als Unteroffizier im Dienst der 
Ostindischen Gesellschaft, und war auch in Italien als Maler thätig. Schüler von 
R e ni b r a n d t. Unter seinen Bildern von schwerem, braunem Ton und derber Pinsel- 
führuug ist eins der hauptsächlichsten Dio seifenblasenden Knaben im Museum 
Suerinondt in Aachen (1056), ähnlich im Berliner Museum, und im Reichsmuseura zu 
Amsterdam eine Frau am Spinnrad. 

Bout, Peeter, Maler und Eadirer, geb. im Dec. 1058 in Brüssel, t Eachil02, 
arbeitete fast immer geireinschaftüch mit Boudewyns (s. d.), dessen Landschaften 
er die Figurenstaifag& verlieh. Man hat von ilim einige sehr seltene Radirungen nach 
eigenen Compositionen. Bilder von ihm in der Akademie zu Wien, in Mannheim iin. 
Rudolfinum zu Prag und in der Galerie zu Pommersfelden (ein ital. Seehafen). 

Bouterweck, Friedrich, Historienmaler, geb. um 1800 in Friedrichshütte bei 
Tarnowitz (Oberschlesien), f 11. Nov. 1867 in Paris, Schüler von K. W. Kolbe ia 
Berlin und von Deiaroche in Paris, besuchte 1834 Italien, lebte anfangs in Berlin 
und später in Paris, von wo er Spanien und den Orient bereiste. Unter seinen sehr 
gelungeneu Bildern sind zu nennen: Triton und Nereide (Schloss Bellevue bei 
Berlin), Hagen und die Donauuixen, Aegeus erkennt den Theseus am Griff des 
Schwertes, Romeo's Abscaicd von Julia, Die Begegnung Isaak's und Rebekka's (1840), 
Abraham speist die 3 Engel, Maria Verkündigung, Neapolitanische Scene, Philippua 
tauft den Kä.nmerer der Königin im Mohrenland (Schloss Bellevue) und das grosse 
Bild Karl d. Gr. iu Argenteuii. 

Boutibonnc, Charles Edouard, Genre- und Historienmaler, geb. in Budapest, 
Schüler vou Winter halte r in Paris, malte mit besonderer Virtuosität weibliche 
i'igurcu. Am bekanntesten wurden in den 60er and 70er Jahren seine Bilder: 
Vv'ohlthätigkeit dsr Kaiserin Maria Theresia, Phryae vor ihren Richtern, Eislauf im 
Bois de Boulogne, Die beiden Litbiiuge und eine Odaliske. 

Bouts (nicht f^tuerboüt), Dürilr, niederländischer Maler, geb. um 1410 vu 
Haarlem. f 6. Mai 1475 in Löwen, bildete sich nach Regier v. d. Weyden, wai 
anfangs in seiner Vaterstadt, seit etwa 1450 in Löwen thätig. Seine Bilder siijd 
voll Ausdruck und grosser Gewandtheit im Landschaftlichen, die Figuren langgestreckt 
und je nach dem Charakter der Person von auifallenüer Verschiedenheit der Hautfarbe 
Seine sicheren Hauptwerke sinJ: Die Marter des heiligen Erasmus (1463) und Das 
Abendmahl (1467) beide in der Peterskirche zu Löwen, mit den Seitenflügeln Mannaieseu 
und Abraham bei Melchisedek in der Pinakothek zu München, Passahmahl uiid 
Speisung des Elias im Museum zu Berlin. Weniger vorzüglich Die Gerochti^'- 
keit des Kaisers Otto in 2 Bildern (Museum in Brüssel). Ferner Die Grablegung 
Christi im Rudolfinum zu Prag, Die Marter des hell. Hippolyt in St. Sauveur in 
Brügge, Die tiburtinische Sibylle im Städelschen Institut zu Frankfurt und einige 
andere in der Pinakothek zu München. Seine Biogr. von Wauters (1863) und van 
Even (1864). 

Bouveret, s. Daguan-Bouveret. 

Bouvier, Arthur, Marinemaler, geb. in Brüssel, leht daselbst, brachte auf dia 
belgischen und französischen Ausstellungen in Wasser und Luft sehr gelungene 
Marinebilder, z. B. Morgendämmerung, Sturm im Canal la Manche (187;j), 
Windstoss auf der Scheide, Der Flecken Ault in der Picardie, Sonnenuntergang ae 
der flandrischen Küste (1882) u. A. 

Bouys, Andr6, Stecher in Schwarzkunst, geb. 1656 in Hyeres, f 18. Mai 1740 
in Paris, Schüler von F. d o T r o y, nach dem er einige Portraits ausführte. Seine wenigen 
Blätter sind selten. 

Bouzonnet-Stella, Claudine, s. Stella. 



166 Boviuet — Boys. 

Boviuel, Ediu., Kupferstecher, geb. 1767 in Chaiimont (Obermarne), f nach 
1833 in Creil (Leine et Oise), Schüler vonPatas, thätig in Paris. Zu seinen besten 
Blättern zählt man : Orpheus und Eurydice nach Poussin, Ansicht des Campo Vaccine 
('1812) nach Cl. Lorrain, Der Liederhändler und- Der Schulmeister (2 Blätter) nach 
Ostade, und Die letzten Augenblicke Napoleon's nach Gudin. 

BoYy, Antoine, Medailleur, geb. 1795 in Genf, f im Sept. 1877 das., war in 
Paris Schüler von P r a d i e r, dem älteren Bruder des Bildhauers, machte sich rühm- 
lich bekannt flurch eine Menge von Portraitdenkmünzen berühnater Personen, z. B. 
Calvin, Franz Liszt, Cuvier, Goethe, Chopin, Paganini, Napoleon, Kaiserin Eugenie 
und durch Gedächtnissmedaillen auf bekannte Ereignisse. In derselben Kunst war 
sein Neffe und Schüler Hugo B., geb. 1841 in Genf, thätig. 

Bowness, William, engl. Portraitmaler, geb. 1809 in Kendal (Westmoreland), 
t 27. Dec. 1867 in London, wo er einen grossen Theil seines Lebens im Portrait- 
und im Genrefach thätig war. Zu der letzteren Art gehören : Mütterliche Besorgniss 
(1844), Gefangenschaft (1853), Montagmorgen (1855). 

Boxall, Sir William, Portraitmaler, geb. 26. Juni 1800 in Oxford, f 6- Dec. 
1879 in London, trat 1819 in die dortige Akademie, malte anfangs historische und 
allegorische Bilder, z. B. MUton's Versöhnung mit seiner Gattin, Lear und Cordelia 
(1830), widmete sich aber nach einem Aufenthalt In Rom dem Portrait, (z. B. Copley 
Fielding, David Coi, John Gibson u. a.), worin er ein hervorragendes Talent zeigte. 
1863 wurde er Mitglied der Akademie und 1865 Direktor der Nationalgalerie in 
London. 

Boy, Ferdinand, Bildhauer, geb. um 1810 in Russ (Preussisch-Litthauen) t 
1. Oct. 1881 in Berlin, Schüler von Rauch und Tieck, war viele Jahre Lehrer 
am Gewerbeinstitut in Berlin, besonders geschickt im Modelliren von Ornamenten 
und Architekturtheilen, auch im Schnitzen von Holz und Elfenbein; in letzterem 
Stoffe namentlich eine kunstvolle Cassette für dia Königin Elisabeth von Preussen. 

Boy, Peter, Miniatur-, Glas- und Emailmaler, geb. um 1645 in Lübeck, lebte 
lange in Frankfurt a. M., f 20. März 1727 als Galerieinspektor in Düsseldorf. Er 
malte sehr ähnliche Portraits in Oel, Pastell und Email. Sein Hauptwerk ist im 
Dom zu Trier eine goldne Monstranz mit Miniaturemails. 

Boyce, George, engl. Aquarellmaler, geb. 1826 in London, Autodidakt, malte 
Landschaften und Architekturbilder in vorzüglicher Ausführung, z. B Die Kapelle 
Eduard's des Bekenners in der Westminster-Abtei (1852), Die Abtei Whitby, Die 
Nordseite von San Marco in Venedig (1866), Der ehemalige Palast Bride und andere, 
alte Baulichkeiten London's und anderer Gegenden Englands. 

Boydell, John, engl. Kupferstecher und Kunsthändler, geb. 19. Jan. 1719 in 
Dorrington (Lincolnshire), f 12. Dec. 1804 in London, wo er 1740 Schüler von 
William Henry Toms wurde. Er stach zunächst viele Blätter nach alten Meistern, 
seit 1745 Ansichten von London und anderen Gegenden Englands. Als Kunsthändler 
erwarb er sich ein grosses Vermögen und wurde 1790 Lord Mayor von London. 
Sein bedeutendstes Unternehmen war die Shakespeare-Galerie, eine Reihenfolge von 
Scenen aus dessen Dramen (in neuer Ausgabe 1873 erschienen), deren Ausführung 
im Stich er anderen Künstlern überliess, die aber von ihm nur zum Theil vollendet 
wurde und nach seinem Tode vollständig erschien. Er gab auch heraus : „Collectior 
of prints, engraved after the most capital paintings in England" (1769 ff., 19 Bde.) 
jind „Cl. Lorrain's Liber veritatis" (1777, 2 Bde.). Unter seinen sonstigen Stichen 
sind 2 Blätter Landschaften nach Berchem und Der Winter nach v. d. Velde. 

Boydell, Josiah, engl. Maler und Stecher in Schwarzkunst, geb. um 1750 in 
Stanton (Shropshire), f 27. März 1817 in HaUiford (Middlesex), Neffe des Vorigen, 
bei dessen Shakespeare -Galerie er sich bethätgte. Von 1772—1799 stellte er 
Portraits und Historienbilder (Coriolan's Abschied von seiner Familie) aus. 

Boyer, Jean, Baptiste, Marquis d'Aguilles, franz. Stecher in Schwarzkunst 
und Linienmanier, geb. 1650 in Aix, f 1709 das. Er stach nach Bildern .meiner 
eigenen Sammlung, nach Varotari, Ann. Carracci, Guido Reni u. A. Von den 23 seiner 
seiteneu Blätter sind die besten: Die Verlobung der heil. Katharina nach A. del Sarto 
I Linienstich) und Johannes der Täufer nach Manfredi (Schwarzkunst). 

Boys, Thomas Shotter, engl. Maler, Kupferstecher und Lithograph, geb. 1803 
in Pentonville, Schüler von George Oooke, unter dem er den Kupferstich er- 
Innte, den er aber 1823 in Paris unter Bonin g ton mit der Malerei von Marinen, 
Lmdschaften und Architekturen vertauschte. 1837 wurde er nach London berufen, 
um die- Bilder von Dav. Robert und Clarkson .Stanfield zu lithographiren, Avobei er 



Boyvin — Bracht. 1(57 

als der erste den Farbendruck herstellte und um 1840 chromolithographirte Ansichten 
von Paris und anderen Städten herausgab. In den späteren Jahren betrieb er die 
Radirkunst und die Aquarellmalerei. Er war Mitglied der Gesellschaft der Aquarell- 
maler in London. 

Boyyin, Ren^, franz. Kupferstecher und Eadirer, geb. um 1530 zu Angers, 
t 1598 in Rom. stach nach eigenen Zeichnungen und nach Bildern anderer Meister, 
namentlich nach Rosso de' Rossi Judith, Die keusche Susanna, Die Nymphe von 
Fontainebleau, Jupiter und Antiope, nach Raffael Die heil. Familife mit Elisabeth und 
Johannes, nach L. Penni Venus und Amor und Heinrich II. von Frankreich, andere 
nach Primaticcio, nach eigener Erfindung 26 Blätter mit der Geschichte des Jason. 

3oze, Joseph, genannt Der monarchische Maler, geb. 1 743 in Martigues 
(Bouches du Rhone), t 17. Jan. 1826 in Paris, eifriger Anhänger Ludwig's XVI., 
musste wegen seiner monarchischen Gesinnung nach England gehen, kehrte unter der 
Restanration zurück und malte das Portrait Ludwig's XVIII., machte sich aber mehr 
bekannt durch seine Erfindungen auf dem Gebiet der Mechanik 

Bozzini, Candida Lulgia, ital. Malerin, geb. 5. Juni 1853 in Piacenza, Tochter 
und Schülerin des Paolo B. Ihre wenigen, sehr gerühmten Bilder sind Die Madonna 
vom heil. Herzen Jesu, Portrait Alessandro Manzoni's, eine Heil. Familie und Die 
Madonna von Lourdes. 1881 wnrde sie Nonne in Piacenza. 

Bozzini, Paolo, Maler, geb. 25. Jan. 1815 in Piacenza, Vater der Vorigen, 
Schüler von V i g a n o n i und in Rom von C a m u c c i n i und P o d e s t i. Unter seinen 
Malereien sind zu nennen : Altarbild in der Kathedrale zu Piacenza, Bilder aus dem 
Leben des Filippo Arcelli, des Kardinals Giulio Alberoni und des Correggio, Die Ver- 
theidigung von Piacenza gegen Francesco Sforza, Die Landung Garibaldi's in Marsala, 
Die Apotheose des heil. Rochus, Jeremias prophezeit dem Volk Israel die Gefangen- 
schaft und Die Apotheose des heil. Lud^vig. 

Bra, Th^ophile Francois Marcel, franz. Bildhauer, geb. 23. Juni 1797 in 
Dooai, t 2. 3Iai 1863 als Direktor der dortigen Kunstschule, Schüler von Stouf, 
von B r i d a n und der Ecole des beaux-arts, machte sich durch folgende treffliche 
Bildwerke bekannt: Petrus und Paulus (Kirche St. Louis en l'Isle iu Paris), Odysseus 
auf der Insel der Kalj-pso (1822i, Statue des Herzogs von Berri lin Lille), des 
Marschalls Negrier. des Herzogs von Angouleme, ein Christus am Kreuz in der 
Kirche St. Nicolas in Valenciennes, die Statue des Marschalls Mortier Herzogs von 
Treviso in Chäteau-Cambresis (Nord), der heil. Amalia in der Madeleine-Kirche und 
zahlreiche Büsten. 

Bracchetti, Fra Giovanni, ital. Baumeister, geb. um 1280 in Campi bei Florenz 
t 1339 in Florenz, wurde 1317 Dominikaner, baute 1319 in der Kirche S. Maria 
Novella in Florenz die Kapelle der Spanier und den grossen Kreuzgang, sowie die 
später eingestürzte Carraja-Brücke. 

Bracci, Pietro, ital. Bildhauer und Architekt, geb. 26. Juni 1700 in Rom, 
t 13. Febr. 1773 das., ging vom geistlichen Stande zur Skulptur über, wurde" Schüler 
des Camillo Rusconi, fertigte 1 735 die Colossalstatue des Okeanos an der Fontana 
di Trevi, eine Bronzestatue Clemens' XII., Benedikt's XIV. und mehrerer Ordensstifter. 
Er restaurirte den Triumphbogen d"s Constantin und hinterliess Manuscrip^^e über 
Civil- und Militärarchitektur und über Sonnenuhren. Seit 1756 war er Präsident der 
Akademie von San Luca. 

Bracelli, Giov. Battista, ital. Historienmaler und Radirer, war in der 1. Hälfte 
des 17. Jahrh. in Rom thätig, nicht zu verwechseln mit einem gleichnamigen Kupfer- 
stecher aus Genua, der, 1584 geb., ein Schüler von Paggi war. Er stach eine. 
Prozession zu Rom am 5. Juni 1629. nach Ciampelli, einen Zug des Silen mit Satyrn 
und Nymphen und viele andere Blätter. 

Bracht, Felix Prosper Engen, Landschaftsmaler, geb. 3. Juni 1842 in Morges 
am Genfer See, zog 1850 mit seinen Eltern nach Darmstadt, wo er, durch Schirmer 
veranlasst, die Kunstschule besuchte. 1861 wurde er Schüler von Hans Gu de in 
Düsseldorf, gab aber 1864 wegen eines Misserfolges die Malerei auf und trat in ein 
kaufmännisches Geschäft, bis er 1874 zur Malerei zurückkehrte. Zunächst nahm er 
seine Stoffe aus den Haidegegenden von Lüneburg und von der Insel Rügen, zoc 
mit reichen Studien versehen, nach Karlsruhe und brachte seit 1875 aus diesen 
Gegenden in Stimmung und Colorit meisterhafte Bilder, z. B. Aus der Lüneburger 
Haide, Hünengrab in Hümmling, Septembermorgen auf der Haide, Dünenlandschaft 
auf Rügen, Der Haideschäfer u. A. 1881 machte er eine Reise in den Orient, deren 
Früchte zahlreiche durch Licht- und Luftwirkung interessante Oelbilder und Aquarelle 



jßg Bracquemond - Braekeleer. 

waren; einige Jahi-e später auch eine Reise nach Nordamerika. Bilder von diesen 
Reisen waren Abenddämmerung am todten Meer (1881, Nat.-Gal. in Berlin), Elias am 
Bache Krith, (1884X Der Berg Sinai, Auf den Ruinen von Karmel in Palästina, Das 
Quellheiligthum, Die Klause, grosses Panorama der Schlacht von Chattanooga im 
Jahre 1863 (in Geraeinschaft mit Röchling), Am Gestade der Vergessenheit (1889), 
Das Grab Hannibal's (1892). Dazu kommt der landschaftliche Theil des von A. v. 
Werner gemalten Panoramas einer Episode aus der Schlacht von Sedan und eins der 
Bilder des Kaiserpanoramas in Berlin, darstellend die Elephantenjagd am Ufer des 
Kassai. Seit 1883 lebt er in Berlin. 

Bracqaemond, Joseph F61ix, franz. Maler und Radirer, geh. 22. Mai 1833 in 
Paris, Schüler vonGuichard, brachte seit 1852 auf die Ausstellungen Portraits und 
andere Blätter nach Ingres, Delacroix, Bonington u. A., mehrere Zeichnungen für Bida's 
Evangelien (1877) und Radirungen narh Ostade und Albert Cuyp. Als Originalradirer 
hat er, in Aiilehnong an japanische Kunst, Ausserordentliches auf dem Gebiete der 
ThierschUderung geleistet. In dieser ganzen Technik zeigte er grosse Geschicklichkeit. 
Später wurde er Vorsteher einer keramischen Fabrik. 

Bradford, TVilliam, amerikan. Maler des 19. Jahrh. in New- York, geb. in New- 
Bedford (Massachusetts), ging vom Kaufmannsstande zur Kunst über und bildete sich 
zum Marinemaler aus, bereiste deshalb mit dem Nordpolfahrer Haye& und anderen die 
Küste von Nordamerika und stellte die Früchte dieser Reisen, Bilder von grosser Natur- 
wahrheit und glänzenden Lichteffekten, vorzugsweise in London aus. 

Bradley, Basil, engl. Thiermaler in Aquarell, geb. 1842 in Hampstead (London), 
besuchte nur ein Jahr die Kunstschule in Manchester, bildete sich im Uebrigeu ohne 
Lehrer zu einem bedeutenden AquareUfsten und wurde 1869 Genosse der Gesellschaft 
der Aquarellmaler in London. Unter seinen Bildern von grosser Naturwahrheit im 
Ausdruck der Thiere sind hervorzuheben: Die Herausforderung, Jagdhunde von 
Chiddingfold (1871), Katzenliebe, Spielende Tiger, Schafwäsche in Westmorelaud (1877). 
Bradley, John Henry, engl. Landschaftsmaler und Radirer, geb. 7. Febr. 1834 
in Hagley (Westmorelaud). wurde 1868 Schüler von David Cox und James 
Holland, malte anfangs Landschaften und Architekturbilder von trefflichem Colorit, 
z. B. Dunkelheit im Gebirge, Ansicht von Florenz (1Ö69), Der alte Markt in Florenz 
(1877), Sonnenuntergang in Venedig (1878). Seit 1872 betrieb er auch die Radir- 
kunst und radii'te Ansichten aus Venedig und dessen Umgegend, sowie aus englischen 
Gegfenden. 

Bradley, William, engl. Portraitmaler, geb. 16. Jan. 1801, t 4. Juli 1857 in 
London. Früh verwaist, musste er als Laufbursche dienen, wusste aber alle Hinder- 
uisse zu überwindeu, nahm kurze Zeit Unterricht bei Mather Brown, und betrieb 
seine Kunst in Manchester und London, wo er bei der vornehmen Welt wegen seiner 
Portraits im besten Rufe stand. 

Braekeleer, Adrian Ferdinand de, Genremaler, geb. 1818 in Antwerpen, 
Neffe und Schüler des Ferdinand de B. Von ihm im Museum zu Stuttgart ein 
Genrebild von zechenden Bauern, in der Kunsthalle zu Hamburg eine Küchenscene 
(1853), iüi Museum zu Antwerpen Der Hufschmied. 

Braekeleer, Ferdinand de, Genremaler, geb. 19. Febr. 1792 in Antwerpen, 
t 15. Mai 1883 das., Schüler der dortigen Akademie und des Malers van Bree, er- 
liiolt 1819 den grossen Preis für Rom, wo er historische Bilder in der akademischen 
Weise David's malte, bis er nach seiner Rückkehr in Antwerpen sich dem historischen 
und mit grossem Erfolg dem Familien-Genre widmete. Zu seinen besten und be- 
kanntesten Bildern gehören : In der Neuen Pinakothek zu München Eine holländische 
Bauernstube und Der Bettelmusikant, in der Nationalgalerie zu Berlin Der Streit nach 
der Mahlzeit und Die Alters-Toilette (1852), in der Kunsthalle zu Hamburg Der 
lirkundenforscher im Dachstübchen (1837) und Die Unterhaltung nach Tisch (1840;, 
im Museum zu Brüssel Die goldene Hochzeit und Die Obstspende in der Schule, im 
Museum zu Antwerpen Die Ansicht der Citadelle nach dem Bombardement von 1832 
und als sein bestes historisches Bild Die apanische Furie in Antwerpen im Jahre 1576. 
Braekeleer, Henri de, Genremaler, geb. 11. Juni 1830 in Antwerpen, f 21. Juli 
1888 das., Schüler der dortigen Akademie, seines Vaters F e r d i n a n d deB. und des 
Henry Leys, war in sein^Ä Bildern meisterhaft in den Details und in der einheit- 
liclien Auffassung der Persi a. Es sind Scenen aus dem häuslichen Leben in Stadt 
und Land, z.B. Der Schuster (1862), Die Schneiderwerkstatt (1863), Der Blumengarten 
(1864), Das Innere einer Kirche (1866), Der Mann am Fenster (1878^ und als sein 
bestes Bild Der Geograph (1872, Museum in Brüssel) 



Braekeleer — Brambilla. 169 

Braekeleer, Jean Jacques de, Bildliauer, geb. 1823. Von ihm im Museum 
zu Antwerpen die Marmor- und Terracottabüsten der Maler Wappers, van Kuyck, 
Lies und Ferd. de Braekeleer. 

-Bräutigam, Johann Jakob, Portrait- und Porzellanmalcr , geb. 1790 in 
Thüringen, f 28. Juni 1868 in München, machte 1814 den französischen Feldzug 
als Grenadier mit, widmete sich in München der Portrait- und Porzellanmalerei und 
wurde dort Inspektor einer Porzellanfabrik. Sein Hauptwerk ist das mit griechischen 
Landschaften geschmückte Hochzeitsservice des Königs Otto' von Griechenland. 

Braga, Enrico, Bildliauer der Gegenwart in Mailand, stellte in Turin, Rom 
und Paris viele anmuthige Genrestatuen und-Gruppen aös, z. B. Die Prämie, Kleopatra, 
Die Tochter des Meeres, Der Kuss, Garibaldi am 25. Juli 1^66, und eine Statue des 
Bacchus (1883). 

Braith, Anton, Thiermaler, geb. 2. Sept. 1836 in Biberach (Württemberg), 
kam dort nur mt Mühe in eine dortige Zeichenschule, besuchte dann die Kunst- 
schule in Stuttgart und ging zu seiner weiteren Ausbildung 18G0 auf die Akademie 
in München, wo er seinen Wohnsitz hat. Im Fache der Thierwelt, namentlich der 
Rinder und Schafe, die er im ruhigen wie im aufgeregten Zustand darstellt, ist er 
ausgezeichnet und von grosser technischen Bravour. Auf eins seiner ersten Bilder : Kühe 
im Walde (1865) folgten Kühe in Krautacker (1868), Eine Trift Ochsen (1869, 
Kunsthalle in Hamburg), Heimkehrendes Vieh, Die vor einem Gewitter fliehende 
Heerde (1874), Schafheerde vor einem todten Hasen (1875), Ruhende Ziegenheerde 
am Gebirgssee (1879), Der brennende Stall (1882), Lustiger Morgen (1886, National- 
galerie in Berlin) uffd viele andere. 

Brakenbnrgh, Richard, holländ. Maler und P.adirer, getauft 22. Mai 1650 in 
Haarlem, f 28. Dec. 1702 das., Schüler des Adrian v. Ost ade, des Hendrik 
M m m e r s und vielleicht auch des Jan Steen, in deren Geschmack er lustige 
Gesellschaften und Bauernscenen von lebendiger Composition und warmem Colorit 
malte. Dieser Art sind im Hofmuseum zu Wien aus dem Jahre 1690 eine Bauern- 
lustbarkeit mit Tanz und Bohnenfest in einem Bauernhause, in der Pinakothek zu 
München Lustige Gesellschaft in der Schenke, und Bilder ähnlichen Inhalts in Rotterdam, 
Amsterdam, Kopenhagen und Stockholm. 

BramantA, eigentlich Donato d'Angeli Lazzaci, ital. Baumeister, geb. um 
1444 bei Urbino, f 11. März 1514 in Rom, der Hauptmeister der Hochrenaissance 
in Italien, der, seit 1500 in Rom thätig, sich in seinen Bauwerken ebenso sehr durch 
mächtige Verhältnisse wie durch massvoUe Behandlung der Details auszeichnet. Aus 
der seinem römischen Aufenthalt vorhergehenden Zeit stammt in'^ailand die Sakristei 
der Kirche S. Satiro, eins der edelsten und reinsten, durch Feinheit jder Verhältnisse 
ausgezeichnetsten Werke der Renaissance (um 1480), und der Chot und Querschififbau 
von S. Maria delle Grazie mit der polygonen Kuppel (1492), sodann aus seiner 
römischen Zeit der Arkaden-Klosterhof von S. Maria della Pace (1504), der Palast 
der Cancellaria (1495—1510) mit der davon umschlossenen Kirche S^ Lorenzo in 
Damaso, der Palast Torlonia (1504), der CortUe di S«ji Damaso, und der Cortile del 
Belvedere 4es Vatikans, der zierliche Rundbau des Tempietto bei S. Pietro in 
Montorio und der 1506 von ihm begonnene Bau der Peterskirche, den er als ein 
griechisches Kreuz mit grossartiger Kuppel und halbrundem ScUuss der Kreuzarme 
und des Chors projektirte, dem aber nach seinem Tode Raffael ein ausgedehntes 
Langhaus gab. Von viel geringerer Bedeutung ist B. als Maler, in Mailand Ihätig, 
und als Kupferstecher. 

Bramantiflo, eigentlich Bartolonuneo Snardi, Maler, geb. 1455 in Mailand, 
t 1530, bildete sich anfangs nach Vincenzo Foppa, gab .sich aber dann dem 
Einfluss Bramaute's hin, der auch als Maler thätig war, und wurde dessen An- 
hänger, daher Bramantino genannt. Mit ihm ging er um 1500 nach Ro« malte an 
den Stanzen Raffael's (jetzt zerstört) und kehrte 1503 nach Mailand zurück. Seine 
hier noch vorhandenen Bilder sind in der Lünette über dem Portale von S. Sepolcro 
eine Pietä, in S. Sebastiano der Kirchenheüige, Fresken im Hof der Ambrosiana, in 
der Bibliothek der Am'brosiana ein Codex von 80 Blättern mit Abbildungen der aus 
dem Jahre 1500 noch vor! andenen Baudenkmäler von Rom und Florenz, ein Marmor 
tabernakel im Kreuzgang von S. Maria delle Grazie und einige Bilder in der Brera ; 
sie zeigen deutlich seine Entwickelung von der älteren Schule zur Mischung umbrischer 
und mailändischer Eigenthümlichkeiten. 

Brambilla, Ferdinando, Genremaler, geb. 6. Juli 1838 in Mailand, malte mit 
zartem Pinsel in harmonischem Colorit Genrebilder, unter denen wir nur nennen: 



170 Bramer — Brandel. 

Enttäuschung, Studium der Liebe, Die Nonne von Monza (nach „Manzoni's Die 
Verlobten"), Eine Anhängerin der heiligen Therese. 

Bramer, Leonhard, hoHänd. Historienmaler, geb. 1595 in Delft, begraben 10. Febr. 
1674 das., bereiste 1614 Frankreich und Italien, schloss sich in Rom in .seinen kleinen 
Jugendbildern, z. B. im Museum del Prado in Madrid Abraham und die drei Engel, 
Schmerz der Hecuba (1630) an Elshaimer an. Nach der Rückkehr in seine Vaterstadt 
malte er in grösserem Format, aber mit denselben kleinen Figuren, starken Licht- 
eifekten und kräftigem, bisweilen allzu derbem Farbenauftrag. Dahin gehören eine 
Magdalena (1636, Museum in Mainz), die Verspottung Christi (1637) und 2 andere im 
Museum zu Dresden, Jesus unter den Schriftgelehrten (Museum in Braunschweig), 
die beiden allegorischen Stillleben Eitelkeit und Vergänglichkeit (Hofmuseum in 
Wien) und andere Bilder in der Galerie Liechtenstein zu Wien, im Reichsmuseum 
zu Am.sterdam u. s. w. 

Bramlej, Frank, engl. Genremaler, geb. 1857 in Sibsey (Lincolnshire), Schüler 
von Taylor und seit 1879 Schüler von Verlat in Antwerpen, ging 1882 nach 
Venedig, wo er zwei Jahre verweilte. Seine Haaptbilder waren seit 1883 : Das 
Netzweben, die Perlenauifädler, Die Kette des Kummers (1888), Ein hoffnungsloser 
Morgen und Gerettet. 

Branca, Giulio, ital. Bildhauer, geb. 12. Dec. 1850 in Cannobbio am Lago 
Maggiore, bildete sich von 1864—69 in Mailand namentlfch unter Giovanni 
Strazza. Seine bedeutendsten Werke sind eine Statue Ludwig's XVIL il878), 
Rosamunde beim Gastmahl ihres Gemahls Alboin (1880), das Deokmal der Familie 
Cazzaniga auf dem Friedhof in Pavia, die Apotheose der Seele auf dem Friedhof in 
Mailand, sowie das Denkmal Carlo Rossi's, ausserdem eine colossale Statue des 
Antonio Giovagnola. 

Brancaccio, Carlo, ital. Maler, geb. 6. März 1861 in Neapel, ging vom Studium 
der Mathematik zur Kunst über und malte vorzugsweise moderne Strassenansichten, 
Seestücke und Landschaften, die er in Paris, London, München und anderen Städten 
ausstellte, so im Jahre 1888 eine grosse Marine von der Insel Capri, 1889 ein Bild 
von Toledo, 1890 die Piazza del Carmine in Neapel. 

Brand, Christian Hilfgott, Maler, geb. 1695 in lYankfurt a. 0., t 1756 in 
Wien, Avo er Schüler von A g r i c o 1 a vwar, sich 1726 niederliess und lobenswerthe Land- 
schaften malte. Sehr reich vertreten ist er im Rudolfinum zu Prag, darunter 4 kleine 
Bilder der Jahreszeiten und 12 der Monate; auch im Hofmuaeum zu Wien und im 
Museum zu Leipzig. 

Brand, Frledricli August, Landschaftsmaler und Radirer, geb. 1735 in Wien, 
t 1806 das., Schüler von Schmutzer, wurde Professor an der dortigen Akademie. Seine 
Stiche sind grossentheils Genrebilder, sein Hauptwerk 68 Blätter „Studia nach der 
Natur, gezeichnet und geätzt von Friedr. Br." 

Brand, Joh. Christian, Maler und Kupferstecher, geb. 15. Nov. 1723 in Wien, 
t 12. Juni 1795 das., Sohn und Schüler des ChristianHilfgottB., malte Wandbilder 
im Palast Laxenburg bei Wien, wurde Kammermaler unrt 1771 Lehrer an der Akademie. 
Seine Bilder, Landschaften und Architekturen, sind namentlich im Rudolfinum zu 
Prag Gegend bei dem Schlosse Theben an der March und mehrere andere, auch 
einige im Hofmuseum zu Wien, darunter Die Schlacht bei Hochkircü. Von ihm auch 
die Kupferwerke „Zeichnungen nach dem gemeinen Leben" (30 Blätter) „Landschaften 
mit Figuren" (18 Blätter) und zahlreiche Radirungen. 

Brandard, Robert, engl. Kupferstecher, geb. 1805 in Birmingham, t 7. Jan. 1862, 
wurde 1824 Schüler vonEdward Goodall, stach mehrere Blätter für „Brockedon's 
Alpenpässe", für „Batty's Sachsen", „Turner's England" und „Englische Flüsse", 
und einzelne Landschaften nach Turner, Callcott und Stanfield. 1844 gab er 
eine Folge landschaftlicher, nach der Natur radirter Blätter heraus. Seine besten 
Blätter waren 1862 nach Turner Das Ueberschreiten eines Baches und Der Schneesturm. 

Brandeis, Johann, Maler, geb. 9. Juni 1818 in Navarow (Böhmen), f 13. Nov. 
1872 in Prag, besuchte die dortige Akademie unter Kadlik, widmete sich der 
Portraitmalerei in Aquarell, und lernte die Oelmalerei erst 1853 in Paris unter 
C u t u r e. Dort erhielt er viele Bestellungen und betrieb später auch die Photographie. 
Seine Hauptportraits .sind das des Grafen Franz Thun (Rudolfinum in Prag) und da.s 
des Erzherzogs Karl Salvator von Toscana. 

Brandel (Brandl), Johann Peter, Historienmaler, geb. 166» in Prag, t 1739 in 
Kuttenberg, Schüler des Hofmalers Joh. Schrödterin Prag, führte ein ungeordnetes, 
unstätes Leben, malte mit grosser Leichtigkeit und Gewandtheit, aber in manierirtem 



Brandelius — Brandt. 171 

Stil viele Bilder von leerem Pathos für Kirchen und Schlösser in Böhmen, auch 
Portrait«. Im Hofmuseum zu Wien von ihm Die Ehebrecherin vor Christo und Der 
brutale Trunkenhold, im Dom zu Präs: eine Taufe Christi, im Rudolfinum zu Prag 
als eines seiner Hauptbilder Die Heilung des blinden Tobias und viele Portraits. 

BrandcHus, Bengt Johan Gustaf, schwedischer Thiermaler, geb. 22. Oct. 
1833 in Fredsberg (Westgothland\ f 24. Nov. 1884 in Sköfde, besuchte di6 Akademie 
in Stockholm, malte als Lieutenant (1856) in Gothenburg Portraits und ging 1857 auf 
die Akademie in Düsseldorf, wo sein Landsmann d 'Unker sein Lehrer wurde. Hier 
und in Paris widmete er sich der Malerei der Thiere, die wegen ihrer Charakteristik 
und ihres Colorits sehr gerühmt wurde, namentlich: Normannische Pferde, Die 
Quelle im Walde (1868), Die erste Reitstunde, Ein belagerter Liebling, Das 
Abenteuer auf der Promenade (1875). Seit 1874 war er Mitglied der Akademie in 
StockhoJm. 

Brandes, Georg Heinrich, Maler, geb. 23. Mai 1808 in Bortfeld (Braunschweig), 
t 6. Oct. 1868 in Braunschweig, besuchte von 1823—25 die Akademie in München, 
wo er «ich anfangs unter Cornelius der Historienmalerei und später der Land- 
schaft widmete, weshalb er Reisen durch Deutschland, Tirol und Italiea machte und 
sich länger in Rom aufhielt. Dann liess er sich in Braunschweig nieder, wo er 
Professor am CoUegium Carolinum und Inspektor des Museums wurde und sich 1845 
bei den Restauration der Wandgemälde des Domes betheiligte. Zu seinen besten 
Bildern gehören : Schloss Tegernsee (1825), Gegend bei Salzburg (1827, Neue Pinakothek 
in München), Bei Marino im Albaner Gebirge, Die Ueberschwemmung, Subiaco, 
Landschaft mit Kornfeld, Wasserfall (Museum in Breslau). 

Brandi, Giacinto, ital. Historienmaler, geb. 1623 in Poli, f 1691 in Rom, 
wo er Schüler von Lanfranco war, dessen Colorit er sich aneignete, dessen gross- 
artigen Stil er aber nicht erreichte. Bilder von ihm in einigen römischen Kirchen, 
im Museum zu Dresden die Halbfigur des Moses mit den Gesetztafeln und Dädalus 
und Icarus, auch in der Eremitage in St. Petersburg. 

Brandin, Philip . , niederländischer Bildhauer, geb. in Utrecht, lebte in der 
2. Hälfte des 16. Jahrh. Er fertigte 1576—86 im Dom zu Güstrow die Prachtgräber 
der mecklenburgischen Fürsten und ein marmornes Epitaphium des Herzogs Ulrich 
und seiner Gemahlinnen, sowie ein Epitaph der Herzogin Sophia (t 1575) und als 
sein gr&stes Werk einen riesigen Stammbaum der mecklenburgischen Fürsten (1574). 

Brandi, s. BrandeL 

Brandmüller, Michael, Maler und Lithograph, geb. 1793 in Wien, malte 
anfangs Portraits in Miniatur und widmete sich dann der Steinzeichuung, worin er 
unter manchen trefflichen Blättern auch Raffael's Sixtinische Madonna nach dem 
Stich von Friedr. Müller, Christus am Kreuz von Le Bnin nach dem Stich von 
Edelinck und andere Blätter nach v. d. Helst, Berck-Heyde und Cigoli lieferte. 

Brandner, Bichard, Maler des historischeu Genres, geb. zu Lauenstein in 
Sachsen, Schüler der Akademie in Dresden und Julius Hül)ner's. Unter den 
von ihm seit 1868 ausgestellten Bildern nennen wir: Zwingli nimmt den kranken 
Hütten in seinem Hause auf. Paul Gerhardt aus Stadt und Land verwiesen, Columbus 
im Gefängniss, Kriegsscene aus der Zeit des .SOjährigen Krieges, Feierabend u. A. 

Branden, Jacob Emile Edouard, franz. Maler, geb. 3. Juli 1831 in Paris, 
Schüler von Picot und Montfort. zeichnete sich durch kirchliche Bilder, sowie 
durch Genrebilder aus. Es sind z. B. die Wandmalereien in S. Brigida in Rom, Der 
Kuss der Mutter des Moses, Sabbath, Predigt des Daian Cardozo in der Synagoge 
zu Amsterdam 1866, Ein Pariser Atelier, Die Söhne des Octave Feuillet (1868) u. A. 

Brandstetter, Hans, Bildhauer, geb. 25. Jan. 1»54 in Hitzendorf bei Graz, 
wurde Schüler der Akademie in Wien, führte unter anderen Arbeiten die Statue der 
Waldlilie im Stadtpark von Graz aus. Er lebt in Rom. 

Brandt, Albert Jonas, Maler, geb. 22. Nov. 1788 in Amsterdam, f 21. Febr. 
i821, Schüler von Jacobusvan Os Von ihm zwei Blumen- und Fruchtstiicke 
im Reichsmuseum zu Amsterdam. 

Brandt, Heinrich Franz, Medailleur, geb. 13. Jan. 1789 in La Chaux de Fonds 
vSchweiz), f 9. Mai 1845 in Berlin, bildete sich 1808 unter dorn Medailleur Jean 
Pierre Droz in Paris, erhielt 1812 für seinen in Stahl geschnittenen Theseus, der 
die Waffen seines Vaters entdeckt, den grossen Preis für Rom, arbeitete dort 5 Jahre 
und wurde 1817 erster Medailleur der kön. Münze in Berlin. Hier stach er viele 
ausgezeichnete Medaillen zum Theil nach Rauch's Modellen : Ludwig XVIII., Pius VII. 
Alexander von Humboldt, Luther und Calvin. 



172 Brandt — Braun. 

Brandt, Joseph von, polnischer Schlachten- und Soldateninaler, geb 11. Febr. 
1841 in Szczehrzeszyn (Gouv. Lnblin), studirte anfangs in Paris das Ingenieurfach, 
widmete sich dann der Malerei und ging 1862 nach München, wo er Schüler von 
Franz Adam und Karl v. Piloty wurde und seiften Wohnsitz nahm. Seine der 
Geschichte seiner Nation entlehnten Bilder sind von liebendiger, ausdrucksvoller 
Zeichnung und glänzendem Colorit. Die bedeutendsten, seit der Mitte der 60er Jahre 
entstandenen sind : Angriff polnischer Reiter auf die Türken, Episode aus dem Ent- 
satz von Wien (1870), Uebergang der polnischen Kavallerie durch den Meerbusen 
nach Jütland 1658 (Nachtbild, 1870), Kosakenlager aus dem 17. Jahrii, Markttag in 
einem polnischen Städtchen (1872), Die Ttirkenschlacht bei Wien 12. Sept. 1683 
(1872, Hauptbild), Flotte Einquartirung (1873, Kunsthalle in Hamburg), Kriegsgesang 
ukrainischer Kosaken (1874, Museum in Königsberg), Podolisches Dorf (Nationalgal. 
in Berlin), Tatarenschlacht (1878, Hauptbild, Nationalgal. in Berlin), Polnische Juden- 
post (1879), Vertheidigung (Neue Pinafeothek in München), Tabunenführer in Süd- 
russland, Türkische Vorposten von polnischen Reitern überfallen (1881). 

Branston, Allen Robert, engl. Formschneider, geb. 1778 zu Lynu (Norfolk), 
t 1827 in Brompton, widmete sich anfangs in Bath der Malerei und der Kupfer- 
stecherkunst, kam 1799 nach London, wo er zunächst nar Noten stach, sich aber 
bald «u einem geschickten Formschneider ausbildete. Seine besten Schnitte befinden 
sich in „Scholey's History of England" (1804—10), in „Blomfield's Wild Flowers" 
(1806) und in „'George Marshall's Gedichten" (1812). 

Branwhite, Charles, engl. Aquarellmaler, geb. 7. Juni 1817, f 15. Febr. 1880 
in Clifton (Somerset) als Sohn des Portraitmalers Nathan Cooper Br. Er begann 
mit der Sculptur und trug hierin 1837 einen Preis davon, widmete sich -»her dann der 
Landschaftsmalerei und malte gewöhnlich englische Gegendeo, 1852 erhielt er für sein 
Bild Sonnenuntergang im Winter den Preis des Kunstvereins in Glasgow und wurde 
Genosse der dortigen Gesellschaft der Aquarellisten, malte auqh seitdem nur in 
Aquarell. Als Bildhauer fertigte er fast nur Büsten. Kurz nach seinem Tode 
wurden seine Werke in der Kunstakademie in Bristol ausgestellt. 

Brascaisat, Jacques Raymond, franz. Thier- und Landschaftsmaler, geb. 
30. Aug^ 1805 in Bordeaux, f 28. Febr. 1867 in Paris, wo er Schüler von R i c h a r d 
und Hffrsent war und 1846 Mitglied des Instituts wurde. Anfangs malte er nur 
Landschaften, verband aber damit 1830 die Thierwelt, die er in zierlicher, sorgfältiger 
Weise mit kräftigem Colorit behandelte. Von ihm Eine Viehweide in Burgund (1843, 
Museum in Leipzig), Der Stier (Museum in Amsterdam), Weidendes Schweizer Vieh, 
Eine Kuh die von Stieren gegen Wölfe vertheidigt wird. 

Brasch (oder Prasch), Wenzel Ignaz, Thier- und Schlachtenmaler des 
18. Jahrb., geb. in Prag, f 1761 in Schwabach, war thätig namentlich in Frankfurt 
a. M. und 10 Jahre in Bamberg. Von ihm im Museum zu Schwerin eine Hetze auf 
einen Hirsch und eine Eberhetze in freier Landschaft, im Rudolfinum zu Prag ein 
Bild mit Truthühnern. 

Brassenr, Antoine, Maler und Restaurator, geb. 3. Juli 1819 in Lille, f 1886 
in Köln, bildete sich in seiner Vaterstadt als Autodidakt und zog 1847 nach Köln, 
wo er sich um die Wiederherstellung alter Bilder der kölnischen Schule, sowie der 
Bilder von Hans Memling Gentile Bellini, Rubens, Hondecoeter u. a. sehr verdient 
machte. 

Braun, Adam, Genremaler, geb. 1750 in Wien, t 1827 daselbst, malte Genre- 
bilder in der Weise des Gerard Dou und Mieris und treffend ähnliche Portraits. 
Braun, Anna Maria, s. Pfrilndt 

Braun, (Brun), Augustin, Maler und Kupferstecher, geb. angeblich um 1570 
in Köln, f nach 1G27 daselbst. Von ihm im dortigen Museum Martyrium der 
heil. Febronia und 2 Portraits, andere ihm zugeschriebene Bilder in der dortigen 
Kirche S. Maria auf dem Kapitol. Zu seinen seltenen Kupferstichen gehören: Eine 
reiche Allegorie mit Petrus in einem Schiff mit 2 Kurfürsten von Köln (1596), und 
die „Vita B. Mariae Virginis" (1592). 

Braun, Kaspar, Holzschneider, geb. 1807 in Aschaffenburg, t 29. Oct. 1877 
in München, betrieb zunächst auf der dortigen Akademie die Malerei und ging 1837 
nach Paris, wo er unter Breviere die Holzschneidekunst erlernte. 1839 kehrte er 
zurück und gründete mit Hofrath von Dessauer eine xylographische Anstalt, aus 
der viele iliustrirte Werke hervorgingen. Als er sich 1843 mit FriedrichSchneider 
aus Leipzig associirt hatte, nahm die Anstalt noch grösseren Aufschwung und wurde 
eine Schule für Holzschneider. Beide gründeten auch ein Verlagsgeschäft, gaben 



Braun — Bray. 173 

die bekannten humoristischen „Fliegenden Blätter" heraus und zahlreiche mit Hölz- 
schnitten versehene Werke, z. B. Das Nibelungenlied nach Schnorr und Neureuther, Volks- 
kalender, Holzschnitte zu der Cotta'schen Bilderbibel und zu den Münchener Bilderbogen. 

Braun, Louis, Kriegs- und Schlachtenmaler, geb. 23. Sept. 1836 in Schwäbisch 
Hall (Württemberg), besuchte zunächst die Kunstschule in Stuttgart, seit 1860 die 
Akademie in München und bildete sich auch in Paris. Seine ersten öffentlich aus- 
gestellten Bilder waren Aquarelle aus dem schleswig-holsteini.schen Kriege, infolge 
deren er im Auftrag des Grafen von Hunoldstein einen Cyklus aus dessen Familien- 
geschichte malte, später in Nürnberg das dortige Tornier vom Jahre 1496. Dann be- 
suchte er die Schauplätze der Kriege von 1866 und 1870!71 und malte für den Gross- 
herzog von Mecklenburg Bilder aus dem Feldzug des 2. preussischen Reservecorps von 
1866, eine Scene aus der Schlacht bei Wörth, die Capitulation von Sedan, den Einzug 
der Mecklenburger in Orleans, den Einzug in Paris u. A. 1880 vollendete er ein 
colossales Rundbild der Schlacht bei Sedan (in Frankfurt a. M.), 1884 ein grosses 
Panorama der Schlacht von Mars la Tour, 1885 ein Panorama der deutschen 
Kolonien (mit H. Petersen) und 1892 ein grosses Rumlgemälde der Schlacht bei 
Lützen. Er lebt als Professor an der Akademie in München. 

Braun, Matthias von, Bildhauer, geb. 1684 in Innsbruck, f 15. Febr. 1738 in 
Prag, bildete sich seit 1698 in Italien, wurde seit 1704 von mehreren böhmischen 
Grafen für ihre Paläste und Schlösser beschäftigt und Hess sich 1710 in Prag nieder. 
Seine zahlreichen Statuen im Barockstil sind affektirt im Ausdruck und mauierirt 
in den Gewändern, z. B. die Caryatiden des Clam-Gallas'schen Palastes in Prag. 

Braun, Reinhold, Soldateumaler, geb. 25. April 1821 in Altenstein (Baden), 
t 22. Jan. 1884 in München, Bruder des Louis B., besuchte seit 1836 ebenfalls die 
Kunstschule in Stuttgart und 1843 die Akademie in München, wo er sich niederliess. 
Er behandelte weniger das Schlachteugetümmel, als das Leben der Soldaten im Lager 
und machte desshalb 1849 den Feldzug in Baden im Hauptquartier des Prinzen von 
Preussen mit, malte aber auch in Oel und in Aquarell sehr naturwahre, figurenreiche 
Bilder aus dem Volksleben, Jahrmärkte, ländliche Feste und dgl. Solche sind 
Freischaarenzug in Baden (1849), Gefecht bei Waghäusel (21. Juni 1849), Das Innere 
eines Pferdestalles (Museum in Leipzig), Am Dorfbrunnen, Heimkehr und ein Cyklus 
von 30 Aquarellen aus dem württembergischen Volksleben. 

Braun, Wilhelm, BilÄauer, geb. 1797 in Stuttgart, t 1863 in Unter-Türkheim 
(bei Stuttgart), bildete sich unter Thorwaldsen in Rom, wo er mehrere Jahre 
lebte. Nach seiner Rückkehr schuf er die Statuen der Urania und Terpsichore für 
die Villa Rosenstein bei Stuttgart und für die evangelische Kirche in Fürth eine 
nur Gipsmodell gebliebene Christusstatue. Auch andere von ihm componirte Modelle 
(von Schiller und Kepler) kamen nicht zur Ausführung. 

Brausewetter, Otto, Genre- und Historienmaler, geo. 11. Sept. 1835 in Saal- 
feld (Reg.-Bez. Königsberg), Schüler der Akademie in Königsberg, machte öftere 
Studienreisen in Deutschland, Oberitalien und Russland und Hess sich in Berlin 
nieder. Sein Hauptfach ist das historisch-romantische Genre in einem oft etwas 
düsteren Charakter. Unter seinen Bildern sind zu nennen : Richard III. erblickt die 
Geister der ermordeten Söhne Eduard's (1860, Museum in Danzig), Der Nachen des 
Charon (1867), Edeldame vor dem Grabmal ihres Gatten (1868, Museum in Königsberg), 
Das Stelldichein (1869), Gu.stav Adolf vor der Schlacht bei Lützen (1876), der Fries 
mit Gymnastischen Uebungen für die Aula des Gymn, siums in Bromberg, Karl's d. Gr. 
Besuch einer Klosterschule (1886) und Aufruf York's an die ost-preussischen Stände. 

Brauwer, Adriaen s. Brouwer. 

Bray, Dirk de, Maler und Formschneider, geb. in Haarlem, t ebenda nach 1677, 
malte Blumen und Früchte, schnitt in Holz das Portrait seines Vaters Salomon de B. 
(s. d.) und andre Portraits, Christus am Kreuz, Das Schweisstuch der heil. Veronika, 
16 Blätter mit Blumen und Vögeln (1G60) und 12 Blätter mit-Fischen, Austern und 
allerlei Thieren (1672). 

Bray, Jan de, Maler, geb. in Haarlem, f Anfang Dec. 1697 das., Sohn des 
Salomon de B., fast immer in seiner Vaterstadt thätig. ;Zahlreiche Bilder von 
ihm im dortigen Museum; das bedeutendste vom J. 1663 ist Die Einkleidung der 
Waisen des Heiligengeist-Stiftes, auch ein Christus die Kinder segnend; im Museum 
zu Braunschweig ein David mit der Harfe (1674). 

Bray, Haloniou de, Maler, geb. um 1597 in Amsterdam, t H- Mai 1664 in 
Haarlem, wo er seit 1615 lebte. Sein Hauptbild ist die Joyeuse Entree von 1648 im 
Hnis ten Bosch, iuuli 2 gute Bilder von ihm von 1635 im Museum zu Dresden. 



174 Brebiette — Breen, 

Brebiette, Pierre, franz. Radirer, geb. 1596 in Mantes (Seine et Oise), f H50 
in Paris, studirte seine Kunst in Italien und Hess sich in Pari^ nie-^^er, wo er mit 
leichter Nadel eine Menge von Blättern nach eigner Erfindung und arh anderen 
Meistern radirte. Sein Hauptblatt ist Die Gloritication der heil. Jungfrau ^ach Palma 
Vecchio, auch Blätter nach Raffael, Paolo Veronese und CI. Vignon. 

Breda, Karl Friedrich von, schwed. Maier, geb. 1755 in Stockholm, f 1818, 
Schüler von Reynolds in London, ausgezeichnet im Portrait, daher genannt Der 
schwedische vanDyck. Seine bedeutendsten Bilder sind die Portraits der 
Präsidenten des Ritterstandes im Ritterhause zu Stockholm. 

Bredael, Alexander v., Maler, geb. 1663 in Antwerpen, f 1720 das., Sohn und 
Schüler des Peter v. Br. (s. d.), malte Genrebilder. Von ihm im Museum zu Lille 
2 Bilder Antwerpener Volksfeste. 

Bredael, Jan Frans v., Maler, geb. 1. April 1686 in Antwerpen, f 19- Febr. 
1750 das., Sohn und Schüler des Vorigen, bildete sich durch Copiren der Bilder von 
Ph. Wouwerman. Von ihm im Museum zu Dresden Aufbruch zur Jagd uod 
Scene vor der Hufschmiede, die beide das Studium Wouwerman's verrathen. 

Bredael, Jan Peter van I., Maler, geb. zu Antwerpen um Hjj4, t zu Wien 
um 1733, Schüler seines Vaters Peter B. , wurde frühzeitig ein e;ewandter Schlachten- 
maler. 1680 finden wir ihn in die Lucasgilde eingetragen vmd noch 1689 in Antwerpen 
als Decan. Darauf wird er wohl bald die Heimath vorlassen haben in Folge einer 
Berufung des Kaisers Leopold I nach Wien. Die meisten seiner Bilder heute noch 
im Besitz des österreichischen Kaiserhauses ; «o z. B. im Hofmuseum zu Wien 4 Reiter- 
gefechte. 2 Jagdstücke, die Schlachten voü Peterwardein und Belgrad. 

Bredael, Jan Peter van IL, Maler, Neffe des Vorigen, geb. 1683, t 1735, 
malte von 1705 — 20 während seines Aufenthaltes in Oesterreieh Bauern-, Jäger- und 
Soldatenstücke Bilder von ihm in der Galerie Liechtenstein und- im Hofmuseum 
zu Wien. 

Bredael, Josef v., Maler, Bruder des Vorigen, geb. vor dem 14. Aug. 1688 zu 
Antwerpen, f 1739 zu Paris, wo er Mitglied der Akademie war. Von ihm im Louvre 
ein Bild: Das Feldlager und im Reichsmuseum zu Amsterdam Dorfscene am Flusse. 

Bredael, ireter v., Maler, Vater von Alexander v. B. und Jan Peter 
V. B. L, geb. 1629 in Antwerpen, f 1719, Schüler von David Ryckaerts IIL, 
bereiste Italien und malte italieuische Landschatten mit Thieren und Figuren staffirt. 
Zwei ^olchi- Bilder in der Akademie zu Brügge, je eins in den Museen von Nantes 
und von Lille. 

Bre-dt, Ferdinand Max, Genremaler, geb. 7. Juni 1860 in Leipzig, war in 
Stuttgart Schüler von B. Neh<or und von Häher liu und in München von 
Lindeu.sc hmit , machte längere Orientreisen, namentlich nach Corfu und Tunis 
und Hess sich in München nieder. Die besten seiner Genrebilder sind seit 1883: 
Türkische Frauen, Limonenernte i Corfu, Kahnfahrt von vornehmen Arabern, Oeffent- 
licher Briefsclireiber in Tunis, Kräuter sammelnde Sklavinnen, Spaziergang des kleinen 
Bey, Ungarischer Schleiertauz u. A. 

Br^e, Matthias Iguatius van, Maler und Bildhauer, geb. 22. Febr. 1773 in 
Antwerpen, f 15. Dec. 1839 das., Schüler von van Regem ort er und seit 1796 in 
Paris von Vincent, von 1827 an Direktor der Akademie seiner Vaterstadt, wo er ein 
strenges Studium der Antike und des Nackten einführte. 1797 erhielt er mit dem 
Bilde Tod des Cato in Utica den ersten Preis für Rom, avo er bis 1804 sich weiter 
bildete. Bedeutend sind unter seinen zum Theil noch in der klassischen Richtung 
David's entstandenen Bildern Die Vaterlandsliebe des Bürgermeisters van der Werff 
(Museum in Leideu), Der Tod des Rubens (1827, Museum in Antwer])en). Einzug 
Napoleou's in Amsterdam (Reichsmuseuin das.). Von ihm als Bildhauer die Terracotta- 
Bü.->te von Rubens im Garten der Akademie in Antwerpen. Er war Mitglied zahl- 
reicher Akademien. Seine Marmorstatue von de Cuyper im Museum zu Antwerpen. 

Bree, Philippus Jacobus van, Historienmaler, geb. 6. Jan. 1786 in Antwerpen, 
t 16. Febr. 1871 in Brüssel, Bruder und Schüler des Vorigen und Schüler von 
G i r d e t - T r i s s n in Paris. Seine zahlreichen, wenig sorgfältig behandelten Bilder 
zeigen Talent für Composition und Charakteristik. Zu den besten derselben gehören 
im Museum seiner Vaterstadt die Abdankung Karl's V. und zwei Bilder vom Brande 
des ehemaligen Klosters St. Michel im Jahre 1830. 

Breen, Adam van, Maler des 17. Jahrb., thätig im Haag von 1611-18, in 
Amsterdam 1619. Von ilun im Reichsmuseum zu Am.sterdam eine Darstellung des 
Prinzen Moritz mit seinem Gefolge vor dem Haager Schloss zur Winterszeit (1618). 



Breenbergh — Bremond. 175 

Breenbergli, Bartholomäus, auch Bartolom^ genannt, Landschaftsmaler und 
Radirer, geb. 1599 in Deventer, f vor 1659, wahrscheinlich zu Amsterdam. Schüler 
des P. Bril, bildete sicli während seines siebenjährigen Aufenthalts in Italien aber 
vornehmlich nach E 1 s h a i ui e r. Er malte gewöhnlich in kleinem Massstabe Ausichten 
von Ruinen und alten Denkmälern, aber auch religiöse Bilder, zerstreut in vielen 
Galerien, z. B. in Dresden Die Hungersnoth in Aegj'pten (1C44), in Antwerpen Der Tod 
Abels, in Kassel Die Eestraiung des Schulmeisters von Falerii, Der Wettlaiii der 
Atalante und des Hippomenes, Der reiche Jüngling und Die Marter des heil. Laureutius, 
in Schwerin zwei Landschaften, im Louvre 5 Landschaften und Das Martyrium des 
heil. Stephanus. Unter seinen trefflichen Radirungen sind zu nennen : Joseph theilt 
Getreide aus, 17 Blätter röL. her Ruinen. 

Breg'gia (oder Brescia), Pietro da, Baumeister des 15. Jahrb., f nach I4i;;5, 
erbaute 1439 als Ingenieur des tlorzogs Filippo Maria Visconti von Mailand deu 
von dem Mailänder Dombaumeister Lorenzo Spazi begonnenen Dom von Como 
und verlängerte ihn 1457 au der Westseite. 

Bregno, Andrea, s. Briosco. 

Bregno, Antonio, s. Kizzo, Antonio. 

Bregno, Lorenzo, Bildhauer des 16. Jahrb. in Venedig, f nach l.')34, Neffe 
des Rizzo genannten Antonio Br. Von ihm zu Venedig in S. Maria dei Frari 
das Grabmal des Benedetto Pesaro mit dessen jaturwahrer Statue in voller Rüstung, 
ebenso ein Altar mit den Statuen von Andreas, Petrus und Paulus in S. Maria Mater 
Domini, und das Denkmal des Generals Dionigi Naldo in SS. Giovanni e Paolo. 

Brehiner, Euiil, Portrait- und Stilllebermaler, geb. 10. Oct. 1822 in Kurt.sch 
(Reg. Bez. Breslau), konnte erst spät Schüler von R e s c h in Breslau werden und zu 
selbständiger Thätigkeit gelangen. Seine bis jetzt durch Ausstellungen bekannt 
gewordenen Bilder sind fast nur Stillleben. Er lebt in Breslau. 

Broidwiser, Theodor, Genremaler, geb. 1847 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie unter Ed. v. E u g e r t h, Mitarbeiter der Zeitschrift „Ueber Land und Meer" 
und der ,,Neuen Illustrirten Zeitung", malte 2 Jahre in Amerika Panoramen aus 
dem Kriege gegen die Nordstaaten; in Deutschland wurde er bekannt durch mehrere 
Bilder aus dem Soldatenlcben. Er ist in Wien ansässig. 

Breitbach, Karl, Landschafts- und Geuremaler, geb. 14. Mai 1833 in Berlin, 
bildete sich auf der dortigen Akademie und in Paris unter Couture, machte Studien- 
reisen iu Deutschland. Frankreich uud England, malte anfangs nur Landschaften 
aus der Mark Brandenburg, Westfalen, aus der Umgegend von Paris und aus den 
deutschen Alpen, ging aber später ziun ländlichen Genre und zum Portrait über; 
unter letzteren das der Maler Th. Weber und Biermann uud des General- 
intendanten V. Hülsen. Unter seinen landschaftlichen Genrebildern nennen wir : Kirmes- 
lust und Kirmesleid, Badende Kinder im Dorfteich, Mittagssegen, Rast auf der Jagd, 
Dorfparade, Sommerlust, Bauernfest in Hessen. 

Breitenstein, .41fred, Maler des landschaftlichen Genres, geb. 18. April 1822 
in Düsseldorf, f 1853, malte treffliche Bilder aus dem friedlichen Dorfleben, z. B. 
Spaziergang der Landleute durch die Saatfelder am Sonntagnachmittag (1850), 
Kriegsflüchtige Bauern (1851), Der blinde Grossvater mit seinen Enkeln auf dem 
Friedhof (1852). 

Brekelenkam, Quirin f'erritsz van, holländ. Genremaler des 17. Jahrb., geb. 
in Zwammerdam, arbeitete seit etwa 1648 in Leiden, wo er nach 1668 starb, malte 
iu der Weise des Adrian van de Velde kleinbürgerliche Haus- und Familienscenen 
in warmer, harmonischer Farbe. 7 Bilder vcj ihm im Reichsmuseum zu Amsterdam 
(meistens Interieurs), 2 in der Pinakothek zu München: Die alte Spinnerin (1654) 
und als sein letztes Bild il()68) Trödler dem der Tod naht, im Museum zu 
Dresden Mutter mit ihrem Säugling, in Berlin Gemüsehändlerin, 2 in Schwerin, im 
Städelschen Institut zu Frankfurt, und unbedeutendere im Museum zu Braunschweig. 

Breling, Heinrich, Genremaler und Kadirer, geb. 14. Dec. 1849 in Burgdorf 
(Prov. Hannover), besuchte seit 1872 flie Akademie iu München und wurde ein Lieblings- 
s^hüler von Wilb. Diez. Er malte in kleinem Massstabe uud feinster Ausführung 
der Details das Leben der Landsknechte uud die Zeit des 30jährigen Krieges, Soldaten- 
scenen, Bivouaks, z. B. Musiker iui Wirthshause, Der Halt vor der Schenke (1874), 
Der Labetrunk, Soldtag zur Zeit des 30jährigeu Krieges, und als grosses Hauptbild 
Die Vertheidigung von Beaume le Regard (1870). 

Br6iiioud, Jean Francoia, franz. Historienmaler, geb. 1807 in Paris, f 2. März 
1868, Scliüler von Ingres, malte Portraits und wohlgelungene Historienbilder : Der 



176 Brend'ainour — Brescianiuo. 

heil. Franz vcn Assisi, Die beil. Katharina v. Alexandrien, Einzug Christi in Jerusalem, 
Susanna im Bade. 

Brend'amour, Franz Robert Richard, beiühinter Holzschneider, geb. 16. Oct. 
1831 in Aachen, erlernte zunächst seine Kunst in Köln unter dem Holzschnitzer 
Stephan (f 186 ) unfl errichtete in Düsseldorf eine xylographische Anstalt, die 
durch die dortige Künstler schaft unterstützt, zu grossem Ruf gelangte und eine 
lange Reihe einzelner Blätter und grösserer Werke lieferte, z. B. Bilderkatechismus 
in 112 Blättern nach Rud. Elster (isfeO), Hlustrationen zu „Immermann's Oberhof" 
nach Vautier (1863), die Illustrationen vom Schwarzwald nach Alb. Kindler (1807), 
die Illustrationen zu „Der Jäger" nach Ludw. Beckmann, zu „Insel Capri" nach 
Lindemann-Frommel (1868), nach Alfred Rethei's Bildern im Rathhaus zu Aachen und 
nach Preller's Odysseelandschafte^:. 

Brendel, Albert Heinrich, Thiermaler, geb. 7. Juni 1827 in Berlin, Schüler 
der f^ortigen Akadenlie unter dem Marinemaler Wilh. Krause, später in Paris 
Schüler Couture's und des Thiermalers Palizzi, besuchte Italien und vollendete 
seine Studien in Berlin unter Steffeck und in der Veterinärschule. Auch später blieb er 
in Verbindung mit den französ: Thier- und Landschaftsmalern Theod. Rousseau, Troyon, 
Diaz de la Peila u. A. und lebte gewöhnlich im Sommer im Walde von Fontainebleau. 
Anfangs malte er Marinen und ging erst in Paris allmählich zur Malerei der Thiere, 
uamentlich der Pferde und Schafe über, in letzteren ausgezeichnet durch scharfe 
Beobachtungsgabe, die fast jedem Schafe eine besondere Physiognomie beilegt. Zu 
seinen besten, in vielen Galerien zerstreuten Bildern gehören: Die Heimkehr der 
Schafe zum Dorfe und Viehherde (1875, Nat.-Gal. in Berlin), Das Innere eines 
Schafstalles (Kunsthalle in Hamburg), Die Schafe des Don Quichotte, Die Futterstunde 
und viele andere. 

Brenet, Nicolas Guy, franz. Historienmaler, geb. 1728 in Paris, f 21. Febr. 
1792 das., wurde Lehrer des Fran^ois Gerard und des jungen Drouais, 1769 Mitglied 
der Akademie, beschickte die Ausstellungen von 1763—91 mit Bildern, unter denen 
das bedeutendste war : Theseus empfängt von seiner Mutter die Waffen seines 
Vaters (1769, im Louvre); 2 andere Bilder von ihm aus der alten Geschichte im 
Museum zu Nantes. 

Brenner, Adam, Maler, geb. 21. Dec. 1800 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie unter Kupelwieser und Waldmtiller, malte Historien-, Genrebilder 
und Stillleben. Von ibm im Hofmuseum zu Wien Ein Drahtbiuder vor einer Küche, 
in welcher ein Mädchen sich verbirgt und Todtes Federvieh (1833). Als Historien- 
bilder sind zu nennen Scene aus dem Leben des Kaisers Ferdinand II, im Jahre 
1619 und Der heil. Joh. v. Nepomuk. 

Brentano, Franz, Historienmaler, geb. 1801 in Darrastadt, -f 26. April 1841 
in Frankfurt, malte eine Madonna, eine heil. Cäcilia und als seine bekannteste Figur 
den Kaiser Karl IV. im Römer zu Frankfurt a. M. 

ßrentcl, Friedrich, Miniaturmaler und Radirer, geb. 1580 in Lauingen, f 1651 
als Bürger von Strassburg. Er radirte mit leichter Nadel treffliche Blätter, darunter 
Der grosse herzogliche Saal in Stuttgart (1619), Portrait des Herzogs Johann 
Friedrich von Sachsen in voller Rüstung, Diana im Bade und Hirschjagd. 

Broscia, (xiovauni Antonio da, Kupferstecher der 2. Hälfte des 15. Jahrb., an- 
geblich Karmeliter -Mönch, stach aul;inys iu der streugcu Behandlungswei.se des 
AndreaMantegna, später iu der malerischen Compositionsweise A I b r. D ü r e r ' s, 
die ihm weniger gelang, schloss sich zuletzt in Rom der Schule des Marc Anton an. 
Unter seinen zahlreichen Blättern sind die am meiäten geschätzten Abraham und 
Melchisedek nach Raffael, Die heil. Familie nach Mantegna"s Bild, Grablegung 
Christi nach Mantegna's Stich und andre Copien nach Stichen des Marc Antou 
und Dürer. 

Brescia, Giovanni Maria da, Goldschmied, Kupferstecher und Karmelitermönch, 
Bruder des Vorigen, geb. in Brescia in der 2. Hälfte des 15. Jahrb., arbeitete zwischen 
1502 uud 1532 in seiner Vaterstadt. Man hat ven ihm nur 3 Blätter, in denen er 
die Manier des Mantegna mit der des Marc Anton zu verbinden sucht. Es sind eine 
thronende Madonna, Maria auf Wolken mit 5 Heiligen und Die Gerechtigkeit des Trajan. 

Brescia, Pletro da, s. Breggia. 

Brescia, Ralfaello dl, s. Marone. 

Brescianino, Andrea del (eigentlich Piccinelli), Maler aus Sieua, wo er sich 
nach Sodoma bildete und von 1507 bis nach 1525 thätig war, später in Florenz, 
wo er unter dem Einfluss des Fra Bartolommeo stand. Von ihm im Museum zu 



Brescianino — Brett. 177 

Berlin eine heil. Familie und in der Pinakothek zu München eine solche, die nur eine 
Copie nach der Hauptgruppe der Raffael'schen Madonna del Baldachine ist. 

Brescianino delle battaglie, s. Montl, Francesco. 

Bresciano Giovanni Oirolamo, a. Savoldo. 

Bresciano, Seraflno, ein Künstler des 15. Jahrh., f um 1530 in hohem Alter 
in Brescia, ätzte in alle Metalle für Waffen und lieferte dem Golde gleich geschätzte 
Tanschirarbeiten, namentlich einen Harnisch für Kaiser Karl V und einen Feldherrn- 
stab für Franz I. von Frankreich. 

Bressler, Emil, Architekt, geb. 3. Dec. 1847 in Wien, ^besuchte die dortige 
technische Hochschule, das Polytechnikum in Stuttgart Und die Ecole des beaux-arts 
in Paris. Zu seinen grösseren Bauwerken gehören die Pfarrkirche in Pressburg- 
Blumenthal, das Sparkassengebäude in Pressburg, und die Restauration der Veste 
Liechtenstein bei Mödling. 

Brest, Germain Fabius, franz. Landschafts- und Architekturmaler, geb. 31. Juli 
1823 in Marseille, Schüler von Loubon und Troyoa, begann mit Landschaften 
au3 der Provence, machte dann grössere Reisen nach der Türkei und Asien nnd 
brachte von dort bedeutende Landschaften. Derart sind Ein türkisches Kaffeehaus 
in Konstantinopel, Die Ufer des Bosporus in Bebek (1861, im Luxembourg). 
Karawanserai in Trapezunt (1864), Der Canal grande in Venedig (1866), Moschee f. 
Trapezant (1870), Ponte Rialto in Venedig, Der Harem auf der Fahrt (1878) u. A. 

Bretherton, Cliarles, engl. Zeichner und Kupferstecher, geb. um 1760, f an 
der Schwindsucht schon im Juli 1783, -Sohn des Kupferstechers James Br. , zeigte 
schon in früher Jugend grosses Talent zum Zeichnen. Er stach Landschaften und 
Portraits namentlich für „Walpole's Aneedotes of Painters" und ein Portrait Cromw^eirs 
nach Samuel Cooper. Eine seiner besten Zeichnungen, Kate v. Aberdeen, wurde von 
Touikins gestochen. 

Breton, Emile Adelard, franz. Landschaftsmaler, geb. 1831 in Courrieres (Pas 
de Calais), Bruder des Jules Ad. Aim. L. Br. stellte seit 1861 gediegene stimmungsvolle 
Landschaften aus, z. B. Am Wintermorgen, Abenddämmerung im Herbst, Sturm bei 
untergehender Sonne, Winternacht, Der Canal von Courrieres, Dorf in Artois zur 
Herbstzeit. 

Breton, Jules Adolphe Aim6 Lonis, Maler des landschaftlichen Genres, Bruder 
des Vorigen, geb. 1. Mai 1827 ebenfalls zu Courrieres, in P^ris Schüler von Drolling 
und D e V i g n e , schildert in meisterhafter Weise das Leben des Landvolks seiner 
Heimath, die mühsame Arbeit der Frauen, auch ihre kleinen Festlichkeiten, fast immer 
in einer warm beleuchteten Landschaft. Eins seiner ersten Hauptbilder war 1857 
Die Segnung des Feldes (Museum des Luxembourg), bald -nachher Die Aufrich^ng des 
Christusbilds auf einem Friedhof. Dann folgten 1859 (ebenfalls im Luxembourg) 
Aehrenleseriunen in der Grafschaft Artois von feierlicher. Lichtwirkung bei an- 
brechendem Abend, Jäterinnen (1861), Das Ende des Tages; unter seinen späteren 
Bildern Quelle am Meere bei Finistere, Wäscherinnen an der Küste der Bretagne, 
St. Johannistag (1875), Abend in Finistere, Abend in der Bretagne (1882), Der 
Morgen (eine köstliche Idylle, 1883). Er lebt jetzt in Paris. 

Bretsclineider, Andreas, Kupferstecher, Radirer und Holzschneider, f vor 1583 
in Dresden. Zu seinen bekannten Blättern gehören : Das Portrait Friedrich's,- Herzogs 
von Sachsen, Gustav Adolf von Schweden zu Pferde, umgeben von allegorischen 
Figuren und „Wahre Abbildung des akademischen Lebens" 

Bretschneider, Daniel, Maler und Kupferstecher, Sohn des Vorigen, geb. in 
den 40er Jahren des 16. Jahrh. Er malte meist in Wasserfarben Darstellungen von 
feierlichen Gelegenheiten, Hochzeiten, Taufen, Besuche vornehmer Gäste am sächsischen 
Hofe u. dgl., die er dann später in Kupfer ätzte. Solche Arbeiten von kräftigem, 
breitem Vortrag und grossem Fleiss befinden sich im Kunstkabinet zu Gotha und 
in der königl. Bibliothek zu Dresden. 

Bretschneider, Eduard, Genre- und Historienmaler der Gegenwart, geb. zu 
Altenburg, Schüler der Akademie in Dresden, lebt in München. Von ihm die Bilder : 
König. Lear und Cordelia im Kerker, Die Morgentoilette, Die Kirchenbusse (1882), 
Bauer mit seiner Frau beim Geldzählen. 

Brett, John, engl. Landschafts- und Marinemaler der 2. Hälfte unseres Jahrb., 
lebt in London, malt mit grosser Naturwahrheit und glänzenden Lichteffekten 
meistens Gegenden aus England: Die weisse Sandbai (1872), Der South Bishop- 
Felsen, Der Morgen unter den Granitfelsen (1873), Ein Sonntag auf den Scillyinselu 
(1874) u. A, 

Allgemeines Künstler-Lexicon. 5. Aufl. l. Band. 12 



178 Breu — Brias. 

Breu (oder Prou, Prew), Jörg, Maler und Zeichner für den Holzsclinitt, 
thätig in Augsburg um 1512—30, f 1536 oder 1538 das., bildete sich dort unter dem 
Einfluss von Hans B u r g k m a i r. Seine seltenen Bilder sind mangelhaft in der 
Modellirung, aber von guter landschaftlicher Wirkung ; die besten wohl : Im Berliner 
Museum eine Verehrung der Maria und des Kindes (1512), Die Schlacht bei Zaraa 
in der Pinakothek zu München, eine Anbetung der Könige (1518) in der Hospital- 
kirche zu Ooblenz. Man kennt von ihm nur 3 Holzschnitte : Verspottung Christi (von 
roher Technik), Der Gekreuzigte zwischen Maria und Johannes und ein Doppelblatt 
mit der Geschichte der Susanna. — Auch sein gleichnamiger Sohn (f 1549) war ein 
geschickter Zeichner, aber ein sehr mittelmässiger Maler. 

Breuck, Jacqne» de, Bildhauer und Baumeister des 16. Jahrb., geb. in St. Omer, 
war um 1540 Lehrer des Giovanni da Bologna, errichtete für die Regentin der 
Niederlande einen Palast und andere Bauten, und lieferte für die Kirohe S. Waudru 
in Mons mehrere plastische Arbeiten. 

Breuhaus de Groot, Frans Arnold, holläud. Maler, geb. 13. Juni 1824 in 
Leiden, f 23. Juni 1875, Schüler seines Vaters Frans Br. Von ihm im Reichs- 
Uiuseum zu Amsterdam eine Ansicht der Küste von St. Nazaire. 

Breviere, Louis Henri, Kupferstecher und Holzschneider, geb. 15. Dec. 1797 
in Forges-les-Eaux (Seine inferiepre), f 2. Juni 1869, anfangs Siegelgraveur und 
Stempelschneider, erfand 1814 den Holzstich wieder und machte zahlreiche Ver- 
besserungen in der Chromolithographie und im Metallstich. Seine Biogr. von 
Adeline (1876). 

Brevoort, James Reuwick, amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1832 in der Graf- 
schaft Westchester (New- York), ging von der Architektur zur Malerei über, worin 
er Schüler von Thomas Cummings wurde. 1863 wurde er Mitglied der National- 
akademie in Neiy-York und nahm 1874 seinen Wohnsitz in Florenz. Unter, seinen 
in Colorit und Beleuchtung trefflichen Landschaften sind zu nennen: Der Lage 
Maggiore, Novemberwinde, Partie hei Arnheim in Holland, Das Heidelberger Schloss, 
Bilder vom Corner See und vom Golf von Salerno. 

BreydM, Frans, Genremaler, geb. 8. Sept. 1679 in Antwerpen, f 24. Nov. 1750 
das,, Bruder des Karl Br. , Schüler von Kysbra.ck, war in Kassel, in London 
und in seiner Vaterstadt thätig. Seine Bilder sind Gesellschaftsstücke, Karneval- 
sceuen und Portraits. Zwei solche Maskenscherze unter römischen Ruinen im Museum 
zu Dresden, Unterhaltung im Garten im Rudolfinura in Prag. 

Breydel, Karel, genannt der Cavalier, Maler, geb. 1678 in Antwerpen, f 1733 
in Gent, Bruder des Vorigen, Schüler von P. Ykens, bildete sich in Italien, lebte 
in Nürnberg, Frankfurt, Kassel und zuletzt in Gent. Die meisten seiner Bilder sind 
kleine Reitergefechte, auch Landschaften in der Art des Jan Gritfier von feiner sorg- 
fältiger Malerei. Im Museum zu Brüssel 2 solche Kavalleriegefechte und Kumpf 
an den Ufern der Maas, auch in Augsburg, in der Galerie zu Gotha, in der Galerie 
Liechtenstein in Wien und im Rudolfinum zu Prag. 

Breyraann, Adolf, Bildhauer, geb. 1839 in Mahlura bei Wolfenbüttel, f 1- Sept. 
1878 in Wolfeubüttel, bildete sich auf dem Polytechnikum zu Braunschweig, bezog 
1859 die Akademie in Dresden, arbeitete 8 Jahre als Gehilfe in Schi Hing 's Atelier 
und bereiste 1869—71 Italien, Frankreich, die Niederlande und England. Mit seinem 
Relief, Der verlorene Sohn, erhielt er den akademischen Preis, schuf die Brunnenstatue 
Herzog Heinrich's des Löwen in Braunschweig, das Kriegerdenkmal für Göttingen, 
die Statue Heinrich's des Finklers für die Albrechtsburg in Meissen und ein Sieges- 
denkmal für Braunscbweig. 

Breymann, Gustav Adolf, Ai-chitekt, geb. 1807 in Blankeuburg am Harz, 
•;• 1859 in Stuttgart als Professor am Polytechnikum. Er machte seine Studien in 
l'icrlin, errichtete Bahnhofsgebäude in St. Petersburg und das Oberpostamt in.Hamburg 
und machte sich als Schriftsteller bekannt durch seine „Allgemeine Bauconstruktions- 
lehre" (1. Aufl. 1849—54 und seitdem öfters erschienen). 

Brian, Louis, franz. Bildhauer, geb. 15. Nov. 1805 in Avignon, f 14. Jan. 
1864 in Paria, Schüler von David d' Angers. Von ihm die Statue der Jeanne 
d'Albret, Mutter Heinrichs l\^ im Garten des Luxembourg, die Statue Nicolas 
Poussiu's in dessen Geburtsort Villers bei Les Andolys und eine von ihm hinterlassene 
trefflidie Statue des Mercur. 

Brias, Charles, Portrait- und Genremaler, geb. 22. AprH 1798 in Mecheln, 
war thätig in Brüssel, malte geschmackvolle, sorgfältig behandelte Genrebilder, unter 
denen genannt werden: Der Buttermarkt in Brüssel, Die Rückkehr aus der Schule, 



Bridan — Bril. 179 

Der Handkuss, General Chasse in der Schlacht bei Waterloo und in der National- 
galerie zu Berlin Der Wildprethandel (1840). 

Bridan, Charles Antoine, franz. Bildhauer, geb. 1730, f 1805 in Paris, fertigte 
tüchtige BUdhauerwerke für französische Kirchen und Paläste, unter denen gerühmt 
werden ein Relief der Himmelfahrt der Maria in der Kathedrale zu Chartres, zwei 
Statuen im Louvre und eine Statue des Bertrand Duguesclin im Schloss zu Versailles. 

Bridan, Pierre Charles, franz. Bildhauer, geb. 1766 in Paris, f nach 1820, 
Sohn und Schüler des Vorigen, schuf namentlich für Paris manche treffliche Bildwerke, 
z. B. den projectirten Elephanten des Bastilleplatzes, eine Statue der Unsterblichkeit 
im Invalidenhotel und mehrere Reliefs an der Vendömesäule. 

Briden, Frederik Lee, engl. Landschaftsmaler, geb. im Nov. 1834 in Southampton, 
t im Aug.. 1863 in London, begann mit der Portraitmalerei, copirte für einige Kunst- 
händler, machte Kunstreisen in Italien, stellte zuerst 1851 in London sein Bild einer 
Landschaft aus Berkshire und 1856 ein bedeutendes Bild aus den Bergen in Tirol 
aus, lebte dann einige Jahre in Rom und brachte 1862 als sein bestes, hochpoetisches 
Bild das Colosseum in Rom bei Mondschein. 

Bridgford, Thomas, engl. Maler, geb. 1812, f 21. Nov. 1878 in Dublin, malte 
anfangs in London vorzugsweise Portraits, z. B. 1842 Mulready, Abi-aham Cooper, 
Callcott, Roberts u. A. 1844 zog er nach Dublin, wo er sich auch dem Genre widmete, 
z. B Verhaftung des Sir Henry Slingsby, Irische Kirmes, Der Deserteur, Vorüber- 
ziehende Schatten, Goldene Augenblicke u. s. w. 

Bridgman, Fredericli, amerikan. Genre- und Landschaftsmaler, geb. 1847 in 
Alabama, bildete sich unter Geröme in Paris, wo er sich 1878 niederliess. Unter 
seinen harmonisch ausgeführten Bildern nennen wir : Apollo entführt Cyrene, Badende 
Prauen in Douarnenez, Strasse in Gonstantine, In einem Landhause in Algier, 
Ustaritz in den Pyrenäen, Das Negerfest. 

Bridoux, Franijois Eugfene Augustin, franz. Kupferstecher, geb. 26. Juli 1813 
in Abbeville, f im April 1892 in Orsay (Seine et Oise), Schüler von Forster und 
David d' Angers, erhielt 1834 den grossen Preis für Rom, wo er 5 .Jahre zubrachte. 
Die bedeutendsten seiner seit 1841 ausgestellten Stiche sind : La Vierge aux candelabres 
und die Madonna Aldobrandiui nach Raifael, die Concepcion und die heil. Familie 
nach Murillo, La Ferronniere nach Lionardo da Vinci, das Portrait von Louis Philippe 
nach "Winterhalter, Hagar und Ismael nach Eastlake. 

Brierly, Oswald W., engl. Marinemaler in Aquarell, begleitete 1867 und 68 
den Herzog von Edinburg auf dessen Reise um die Erde auf der Fregatte Galatea, 
die er in einem trefflichen Bilde bei stürmischem Wetter und Mondlicht darstellte. 
Unter seinen übrigen Marinebildern sind zu erwähnen: Der Seeheld Robert Blake 
am Bord des Schiffes Resolution in Dover im J. 1652, Magelhaens entdeckt 1520 
die nach ihm benannte Strasse und andere Ereignisse dieser Art aus dem 16. und 
17. Jahrh. 

Briggs, Henry Perronet, engl. Genre- urd Portraitmaler, geb. 1791 in Walworth 
Surrey), f 18. Jan. 1844 in London, trat dort 1811 in die Akademie, malte in 
Oambridge einige Portraits und stellte 1818 ein historisches Bild aus, dann eine Scene 
aus Boccaccio und 1819 das Bild Othello und Desdemona, dem andere historische Bilder. 
und 1827 das grosse Bild Georg III. überreicht dem Grafen Howe an Bord der 
„Königin Charlotte'' das Schwert (Hospital in Greenwich) folgten. 1832 wurde er 
Mitglied der Akademie in London und malte seitdem fast nur Portraits. 

Brlght, Henry, engl. Landschaftsmaler, geb. 1814 in Saxraundham (Suffolksshire), 
t 21. Sept. 1873 in Ipswich, widmete sich zunächst den Naturwissenschaften, zog 
nach London, bildete sich als Autodidakt durch das Studium der Natur zu einem 
geschickten Landschaftsmaler aus und brachte seit 1841 seine Bilder auf die Aus- 
stellungen der dortigen Akademie, bis er sich aus Gesundheitsrücksichten nach Ipswich 
zurückzog. 

Bril, Matthäus, Maler, Bruder des Paul B., geb. 1550 in Antwerpen, 
t 1584 in Rom, wo er viele Jahre thätig war, sich auch nach T i z i a n bildete. Dort 
malte er zahlreiche landschaftliche Fresken auch in der Sala ducale des Vatikans, die 
durch seinen frühen Tod unvollendet blieben. Im Louvre, in Dresden und Braunschweig 
tragen zwar einige Bilder seinen Namen, aber sichere Staffeleibilder von ihm gibt 
es nicht. 

Bril, Paul, Landschaftsmaler, geb. 1554 in Antwerpen, f 7. Oct. 1626 in Rom, 
Bruder des Vorigen, Schüler von Damian Oortelman, ging 1574 nach Rom, 
bewogen durch den Erfolg seines Bruders, den er an Bedeutung bald übertraf, indem 



IgÖ Brillonin — Briosco. 

er sich nach Tiziau iiml Aun. Carracci bildete, einen grossen Einfliiss auf die 
italienische Landschaftsmalerei erlangte und der nächste Vorgänger Cl. Lorrains wurde. 
Bilder von ihm in S. Maria Maggiore, und im Palast Rospigliosi, im Museum zu 
Berlin (Landschaften und Jagdstiicke), im Louvre Landschaften mit mythologischer 
Staffage (Diana mit ihren Nymphen), im Museum zu Dresden 4 Landschaften, die 
letzte derselben von 1G24, in der Pinakothek zu München 2 Landschaften (Christus 
heilt den Besessenen), auch in den Uffizien zu Florenz und in Antwerpen eine Land- 
schaft mit der Staffage des verlorenen Sohnes. 

lirillouin, Lonis Georges, franz. Genremaler, geb. 22. April 1817 in Saint 
Jean d'Angely, t 21. Nov. 1893 in Melle (Deux Sevres), war in Paris Schüler von 
Drolling und Cabat, malte in sehr gelungener Weise oft das gesellschaftliche 
Leben der Holländer. Zu seinen besten Bildern gehören eine Spielscene, Der Vorposten, 
Der Offizier auf Recognoscirung, Bembraudt in seinem Atelier, Corneille an seinem 
Schreibtisch, Die Hochzeit des Georges Dandin. 

Brinckmanii, Philipp Hieronynuis, Maier und Radirer, geb. 1709 in Speier, 
t 1701 in Mannheim, wo er Schüler des Georg Dathan, Hofmaler und Direktor 
der Bildergalerie war. Er malte Landschaften und Historienbilder und radirte sehr 
gute Blätter nach eigener Composition, z. B. Die Darstellung im Tempel (1741), 
Pyramus und Thisbe, David vor Nathan, Judith mit dem Haupt des Holofernes und 
einige Landschaften : ebenso nach Rembraudt Die Auferweckung des Lazarus, Die Ruhe 
in Äegypteu, Christus und die Samariterin. 

Brinnindi, Constantin, ital. Historienmaler, geb. 22. Juni 1805 in Rom. 
t 19. Febr. 1880 in Washington, malte anfangs unter Gregor XVI in der vatikanischen 
Galerie, ging im Anfang der 5öer Jahre nach Amerika umt liess sich in Washington 
nieder, wo er im Sitzungssaal des lacdwirthschaftlichen Ausschusses Fresken aus der 
Geschichte Amerika's und andere Bilder malte. 

Brion, Gustave, Genremaler, geb. 24. Oct. 1824 in Rothau, (Dep. Vosges), f 
6. Nov. 1877 in Paris, Schüler von Gabriel Gue r in , malte in reichen, lebensvollen 
Compositionen und trefflichem Colorit meistens Scenen aus dem Leben der Landleute 
in Elsass. Duhin gehören : Kartoffelernte während der Ueberschwemmung des Rheines 
1852, Ein Begräbniss in den Vogesen, Holzfloss uuf dem Rhein, Hochzeitszug im 
Elsass (Museum in Stuttgart), Der Hahnentanz. Protestautische Trauung, Be- 
lagerung einer Stadt durch die Römer unter Julius Caesar, Vorlesung aus der Bibel 
in einer elsässer Bauernstube ; im Museum des Luxeinbourg Pilger von St. Ottilien 
und Das Ende der Süudliuth. 

Brion, Isidore Hippolyte, Bildhauer, geb. l.s. Dec. 1799 in Paris, t 1861. 
Schüler vonBosio, erhielt seit 1819 für seine Werke mehrere Medaillen. Plastische 
Werke von ihm in den (Valerien von Versailles. 

lirioschi, Anton, Maler, geb. 30. Nov. 1855 iu Wien, Sohn und Schüler des 
Caiflo B., unter dem er sich zum Dekorationsmaler ausbildete, seit 1884 dortiger 
Hoftheatermaler. Als solcher malte er die Dekorationen zu verschiedenen Theater- 
stücken und namentlich für das neue Hofbuigtheater zu Dramen Shakesjjeare's. 

Briosclii, Carlo, Landschaftsmaler, geb. 1826 in Mailand, Schüler der Akademie 
in Wien unter Thomas E n d e r und Franz Steinfeld, wurde Hoftheatermaler 
in Wien. Er inalte ein Bild der Fa«jade der Kirche zu Bergamo, (1850, im Hofmuseum 
iu Wien), Oelskizzen zu mehreren Opern und Ballets, Motiv aus der Ramsau, Motiv 
aus Scheibbs mit der rümi.-^hen Brücke. 

Brioschi, Othiiiar, Landschaftsmaler, geb. 17. Sept. 1854 in Wien, wo er 
Schüler der Akademie wurde und seinen Wohn.sitz nahm. Auf den dortigen Aus- 
stellungen von 1880— S8 hatte er die Bilder : Waldesruhe, Aus den römischen Bergen, 
Frühling, Sommer morgen. 

Briosco (oder Bregno), Andrea, auch Kiccio genannt, Bildhauer und Architekt, 
geb. I.April 1470 iu Padna, f 1532 das, schuf 1507 in S. Antonio zu Padua an den 
Chorschrauken die beiden Reliefs David vor der Bundeslade und sein plastisches 
Meisterwerk Judith und Holofernes und als sein berühmtes Hauptwerk den 3,5 m. 
hohen Bronzckandelaber (1505—15) mit einer Fülle von Details, im Phantastischen 
bizarr und ausschweifend, aber in den biblischen Reliefs überaus malerisch und 
technisch von hober Vollendung. Für S. Fermo in Verona schuf er das jetzt im 
Louvre belindliche Bronzegrab zweier paduanischen Aerzte aus der Familie Delia Torre. 
ganz in antiker Anschauungsweise und aus dem Jahre 1513 die 4 Bronzereliefs in der 
Akademie zu Venedig mit der (jcschiclite der Kreuzfindung. Als Architekt baute er 
1521-32 die grossartige Kuppelkirche Santa Giustina in Padua 



Briot — Brockedon, 181 

Briot, Isaac, franz. Kupferstecher, auch Münzgraveur, geb. 1585 in Paris, 
i .^). März 1670 das., stach in wenig gescldckter Weise eine Menge von Blättern 
relic;iö?en Inhalts grossentheils nach eigenen Conipositionen, auch nach QuesneJ 
Heinrich IV. auf dem Sterbebette und Maria de Medicis und Ludwig XIII. 

Briot, Nicolas, franz. Münzgraveur der -2. Hälfte des 16. Jahrh. Man hat vor 
ihm die Medaillen : Auferweckung des Lazarus, der Engel mit den Passionswerkzeugen 
Jakob I. von England mit seiner Gemahlin und .<einem Sohne (1593). 

Brise, Cornelis, Maler, geb. 1622 in Haarlem, f nach 1670 in Amsterdam, wo er 
Stillleben, aber auch Portraits malte. Ein Stillleben von ihm im dortigen Reichsmuaeum. 

Brisigliella, Carlo (genannt Eismann), Soldaten- und Schlachtenmaler, geb. 
162!) in Venedig, f wahrscheinlich in Verona, Schüler seines Adoptivvaters Joh. 
Anton Eismann (geb. 1604 in Salzburg, t 1098 in Venedig). Vier Reiterscblachten 
von ihm im Museum zu Dresden. 

Brisset, Pierre Nicolas, franz. Historienmaler, geb. 18. Aug. 1810 in Paris, 
t im April 1890 das., wurde 1828 Schüler von Couder und von Picot, besuchte 
die Ecole des beaux-arts und erhielt 1840 für sein Bild Der Tod des Priamus den 
römischen Preis, malte in Italien eine Scene aus dem Leben des heil. Laurentius und 
stellte seit 1855 in Paris religiöse Bilder aus, z. B. den heil. Sebastian und die 
beiden barmherzigen Schwestern, betheiligte sich auch bei den Fresken von Picot in 
der Kirche St. Vincent de Paul. 

Bristol, Johu Bunyau, amerikan. Landschaftsmaler, geb. 14. März 1826 in 
HUlsdale (New-York), seit 1875 Mitglied der dortigen Akademie, malte anfangs 
Portraits, die so unglücklich ausfielen, dass er zur Landschaft meist aus dortigen 
Gegenden überging, z. B. Heuernte in Berkshire, Nachmittag im Herbst in Bolton, 
Sonnenaufgang, Aus dem Adirondack-Gebirge, Der St. Johnsfluss in Florida u. A. 

Britton, John, engl. Architekturzeichner, geb. 1771 in Kingston St. Michel 
(Wiltshirei, f 1. Jan. 1857 in London, wohin er 1787 kam und sich au.s unter- 
geordneten Beschäftigungen durch Selbstunterricht und durch Reisen bildete. Seine 
schriftstellerischen Hauptwerke sind: „The architectural antiquities of Great Britain" 
(1812, 5 Bde.), „The fine arts of the English school" (1812), „The cathedral antiquities 
of England" (2. Ausg. 1835), „lUustraiions of the public buildings of London 
(1825—28, 2 Bde.), „Picturesque antiquities of the English eitles" (1828—30) und 
„Dictionary of the architecture and archeology of the middle ages" (1838). 

BriKio, Francesco, ital. Maler und Kupferstecher, geb. 1574 in Bologna, f 1623 
daselbst, in der Malerei Schüler von Passarotti und Lod. Carracci, im Kupferstich 
von Agostino Carracci. Bekannter, als durch sein Bild aus dem Leben des heiligen 
Benedict, 2 Bilder aus dem Leben der heil. Cäcilia in S. Michele in Bosco zu Bologna und 
einigen in der dortigen Pinakothek ist er als Stecher und Radirer. Seine' besten 
Blätter sind nach Lod. Carracci und nach Correggio die Madonna della scodella. 

Brochier, Franz, Architekt und Zeichner, geb. 18.")2 in München, bildete sich 
unter Neureuther und im Atelier von S c h m ä d e 1, entfaltete eine grosse Thätigkeit 
in kunstgewerblichen Entwürfen und komponirte Tafelaufsätze für das Schloss 
Herrenchiemsee, für den König von Rumänien u. A. 

Brochocki, Valcrian, polnischer Landschaftsmaler des 19. Jahrb., der in 
Älünchen sich ausbildete und auf die dortigen Ausstellungen der 70er Jahre Land- 
schaften von tüclitigem Oolorit brachte: Waldpartie, Buchenwald, Fischerhtitte an 
der Weichsel, Landschaft aus Polen u. A. 

Brock, Thomas, englischer Bildhauer, geb. 1. März 1847 in Worcester, seit 
1866 Schüler und Geliilfe Foleys bis zu dessen Tode. Fr schuf allegorische und 
ideale Bildwerke, auch Thiergruppen und Portraitstatuen. Unter jenen eine hübsche 
Gruppe Herewaid und Alftruda uaxih Charles Kiugsley's Roman .^Hereward, the last 
of the English" ; unter diesen für Kidderminster der Geistliche Richard Baxter und 
Sir Rowland Hill, für Bombay die Colossalstatue Sir R. Temple's. 1883 ^\urde er 
Mitglied der Akademie in London. 

Brockedon, William, engl. Genre- und Historienmaler, geb. 13. Oct. 1787 in 
Totnes, i^Devonshire), f 29. Aug. 1854 in London, besuchte seit 1809 die LondonerAkademie 
und begann mit Portraits, machte eine Studieni-eise nach Paris und Belgien und trat 
1818 mit seinem ersten grossen Bilde Die Auferweckung des Sohnes der Wittwe auf, 
dem in den nächsten Jahren andere historische Bilder folgten. Nach einem Aufcuthalt 
in Italien 1821 und 22 malte er in London nur kleinere historische Genrebilder, 
lieferte Illustrationen für Reisebüche.r über Italien und Aegypten und machte mancherlei 
Erfindungen in der Technik der Malerei und der Zeichenkunst. 



182 Brodle — Brokoff. 

Brodie, Alexander, engl. Bildhauer, geb. 1830, f 30. Mai 1867 in Aberdeen, war 
anfangs Meta^giesser, versuchte sich im Modelliren, starb aber, nachdem er kaum be- 
gonnen hatte, sich einen Namen zu machen. Von ihm die Statue der Königin Victoria in 
Aberdeen, die des Herzogs von Richmond in Huntley (Schottland) und einige Idealfiguren. 

Brodie, William, Bildhauer, geb. 1815, f 30. Oct. 1881, Bruder des Vorigen, 
wurde Mitglied der schottischen Akademie in Edinburg. Von ihm zahlreiche Portrait- 
büsten und Statuen der Baronin Burdett-Coutts, des Mediziners Sir James Simpson 
in Edinburg, des Malers Samuel Bough und zwei Büsten der Königin Victoria. 

Brodszky, Alexander, ungarischer Landschaftsmaler, geb. 20. Juli 1819 in 
Tö-Almäs, besuchte die Akademie in Wien und in München und Hess sich in Budapest 
nieder. Zu seinen Landschaften meistens aus dem südlichen Bayern oder aus Ungarn 
gehören: Der hohe Göll bei Berchtesgaden, Gegend am Plattensee, Wasserfall in 
den Karpathen, Der Obersee bei Berchtesgaden, Der ilühlbach bei Alt-Ofen, Aus dem 
Auwinkel bei Budapest, Im Walde u. A. 

Brodwolf, Ludwig Gustav Eduard, Bildhauer, geb. 19. April 1839 in Berlin, 
seit 1861 Schüler der dortigen Akademie unter Karl Heinr. Möller. Sein erstes 
grösseres Werk war 1869 eine allegorische Gruppe über dem Portal der Artillerie- 
Werkstätte und 1872 das schöne Sandsteinrelief über dem Hauptportal der Zionskirche 
in Berlin, ebenso lobenswerth 1874 für die neue Königsbrücke die Gruppe der Pflege 
der Verwundeten, denen dann im Kuppelsaal der Nationalgalerie die Musen Klio, 
Kalliope, Euterpe und Polyhymnia folgten. 

Brodzki, Victor Lodzia, russischer Bildhauer, geb. 1829 zu Otschowain Wolhynien, 
besuchte die Akademie in St. Petersburg unter dem Italiener Giovanni Vital i, 
und P i m e n w d. J. Nach Studienreisen durch einem grossen Theil von Europa Hess 
er sich 1859 in Rom nieder. Seine Bildwerke, theils in Marmor, theils in Erz, sind 
idealer Richtung, lyrischen oder allegorischen Inhalts, auch Portraitbüsten, seltener 
Portraitstatuen. Zu jenen gehören ein Amor der auf einer Muschel schläft, ein er- 
wachender Amor, eine Gruppe Flüstern der Liebe, ein segnender Christus, Die 
erste Freude und Der erste Schmerz, eine Darstellung der Flucht aus Pompeji, infolge 
deren er 1868 Professor an der Akademie in St. Petersburg wurde. Dazu kommt eine 
Statue des Kopernikus in Posen, ein Relief der Kreuztragung Christi und eine 
Copie der herrlichen Hallbergschen Statue der Kaiserin Katharina II. 

Broeck, Crispin van den, Maler, Kupferstecher und Holzschneider, geb. 1524 
in' Mecheln, f spätestens 1591, Schüler des Frans Floris, tritt 1555 in die Maler- 
gilde von Antwerpen. Die wenigen von ihm bekannten Bilder sind eine Anbetung 
der Könige im Hofmuseum zu Wien, ein Jüngstes Gericht vom J. 1560 im Museum 
zu Brüssel und ein solches von J. 1571 im Museum zu Antwerpen, beide mehrmals 
gestochen. Als Kupferstecher von Ruf brachte er zahlreiche religiöse Blätter, z. B. 
Die Schöpfungstage (7 Blätter), Christus am Kreuz, Das Leben der Maria (19 Blätter) 
und 5 andere Stiche aus dem ersten Lebensjahre Christi. Auch seine Tochter 
Barbara Br., geb. 1560 in Antwerpen, die den Unterricht ihres Vaters und des 
Jan Collaert genoss, war Kupferstecherin meist nach Zeichnungen ihres Vaters, 
z. B. ihr bestes Blatt Das jüngste Gericht. 

Broeck, Elias van den, Stilllebenmaler, geb. angeblich um 1657 in Antwerpen, 
t 1708 oder 1711 in Amsterdam, Schüler von Jan Davidsz de Heem, malte sehr 
naturwahre Blumen und allerlei todte Thiere. Bilder von ihm im Hofmuseum zu 
Wien und in Schwerin. 

Broedclet, Jan, Stecher in Mezzotinto, thätig gegen das Ende des 17. Jahrh. 
in Utrecht, .stach nach Bildern von Gerard Hoet, Verkolje u. A. 

Broederlani, Melchior, flandrischer Maler aus Ypern, lebte in der 2. Hälfte 
des 14. Jahrb., seit 1381 Hofmaler des Herzogs Philipp des Kühnen in Burgund. 
Von ihm 2 interessante Altarflügel im Museum von Dijon, die mangelhaft in Zeichnung 
und Modellirung, eine Mischung von flandrischem Realismus und idealem Schwung 
der Kölner Schule des Meister Stephan zeigen. 

Broers, Kasper, Schlachtenmaler, geb. 21. April 1682 in Antwerpen, f 19. Jan. 
1716 das., Schüler von J. B. van der Meiren. Von ihm im Museum Plantin-Moretus 
in Antwerpen ein grosses Bild der Schlacht bei Eekeren und im Museum zu Dresden 
2 Reitergefechte. 

Brokoff, Johann Ferd., Bildhauer, geb. 1688 in Prag, f 1731 das., war 
1708—13 Schüler von Quinteiner. Von ihm 7 von den Standbildern auf der alten 
Kaiser-Karlsbrücke in Prag, ein Grabmal in der St. Jakobskirche und eine Brunnen- 
statue im Hause Kollowrat. 



Biomeis — Broiizino. 183 

Bromeis, August, Landschaftsmaler, geb. 28. Nov. 1813 in Wilhelmshöhe bei 
Kassel, f 12. Jan. 1881 in Kassel, bildete sich 1831—33 in München unter den Architekten 
V. K 1 e n z e und v. Gärtner, in der Architekturmalerei unter D o m. Q u a g 1 i o, in der 
Landschaft nach Chr. Morgenstern und Ed. Schleich. Dann zog er nach Rom, wo 
er 15 Jahre blieb und sich immer mehr die stilistische Landschaft von Jos. Ant. Koch 
aneignete. Gegen das Ende der 40er Jahre kehrte er nach Deutschland zurück, zog 
1857 nach Düsseldorf und wurde 1868 Professor an der Akademie in Kassel. Seine 
Bilder sind ideale Stimmungslandschaften aus Deutschland und Italien, häufig von 
ernstem, melancholischem Charakter. Zu den bedeutenderen gehören : Tempelruinen 
von Selinunt, Abenddämmerung (1861), Bei Olevano im Sabinergebirge (1859), Land- 
schaft aus der Campagna (1862, Museum in Kassel), Italienische Landschaft (1869, 
Nationalgalerie in Berlin), Abenddämmerung in den pontinischen Sümpfen, Das Grab 
des Archimedes auf Sizilien, Das römische Gebirge (1869), Waldsaum bei Düsseldorf, 
Die Insel Capri (1.^74) und zahlreiche landschaftliche Kohlenzeichnungen aus Deutsch- 
land und Kalieu. 

Bronilej-, John Charles, engl. Stecher in Mezzotinto, geb. 1795 in Chelsea, 
t 3. April 1.S39 in London, Sohn des William B r. (s. d.), brachte seit 1831 sehr 
gerühmte in Abstufungen von Licht und Schatten treffliche Stiche nach Murillo, 
Hayter (Verhör des Lord William Russell), Le.slie, Stephanoff. Lewis, Haydon u. A. 

Bromlej, Valentine Walter, engl. Historien- und Genremaler, geb. 14. Febr. 
1848 in London, f 30. April 1877, Urenkel des William Br. Er reiste mehrere 
Jahre in Amerika und malte dort für Lord Dunraven grosse Landschaften und land- 
schaftliche Genrebilder, lieferte auch Zeichnungen für die „Illustrated London News". 
Die bedeutendsten seiner seit 1872 ausgestellten Bilder sind Der falsche Ritter, Das 
grosse Messer, Der Zauberring und Ein Uebelstand. 

Broraley, William, engl. Stecher in Linienmanier, geb. 1769 in Carlsbrooke 
auf der Insel Wight, f 1842 in London, gelangte im Anfang des 10. Jahrh. zu 
grossem Ruf durch seine Stiche für Macklin's Bibel, fiir Stothard's Geschichte 
von England, durch Blätter nach Devis, Loutherbourg, Rubens und durch die Stiche 
der Elgin Marbles nach Henry Corbould's Zeichnungen. 

Brondgeest, Albertus, Maler, geb. 2. Dec. 178G in Antwerpen, f 30. Juli 
1849, Schüler von Pieter Gerardus van Os und von Herm. Numan, machte 
Studienreisen in Deutschland, Frankreich und England und malte nach seiner Rück- 
kehr zahlreiche geschmackvolle Landschaften und Seestücke. 

Bronikow, Feodor, russischer Maler, geb. 1826 zu Scliadrinsk (Gouv. Perm), 
wurde 1847 Schüler der Akademie in St. Petersburg, wo er 1853 die goldene Medaille 
und ein fünfjähriges Reisestipendium erhielt. Er bereiste Deutschland, Frankreich, 
Italien und den Orient und wurde Professor an der Akademie in St. Petersburg. 
Unter seinen gemüthvollen Genrebildern sind zu nennen: Bauernmädchen von Nemi 
am Brunnen, Religionsübung in der Peterskirche zu Rom, Sitzung des Raths der 
Zehn iui Dogenpalast zu Venedig, und Der Namenstag, weniger anziehend seine 
Historienbilder Arria und Pätus, Horaz dem Kaiser Augustus seine Satiren vorlesend 
und Aspasia vor dem Archonten. 

Bronkhorst (oder Bronckhorst), Johann Gerrits van, holländ. Glas- und 
Oelmaler und Radirer, geb. 1603 in Utrecht, f um 1677, war anfangs Schüler von 
H e r b u r g h , erlernte in Arras und in Paris die Glasmalerei mit grossem Erfolg, 
malte die Fenster in der neuen Kirche zu Amsterdam und widmete sich seit seiner 
Bekanntschaft mit Poelenburg der Malerei kleiner, mit Figuren staftirter Land- 
schaften, worin er in Amsterdam und in Utrecht thätig war. Im Museum zu 
Braunschweig von ihm eine grössere Landschaft. Die meisten seiner Radirungen sind 
nach Poelenburg, z. B. Christus am Kreuz, Die büssende Magdalena, 9 Blätter 
römischer Ruinen. 

Bronkhorst, Pieter, holländ. Maler, geb. 16. Mai 1588 in Delft, t 21. Juni 
1661, malte oft das Innere und Aeussere von Kirchen, staffirt mit kleinen Figuren 
von sorgfältiger Ausführung. Von ihm im Rathhaus zu Delft Das Urtheil Salomonis 
und Die Reinigung des Tempels durch Christum. 

Bronzino, An^iolo, eigentlich Angiolo di Cosimo di Mariano, ital. Maler, 
geb. 1502 in Monticelli bei Florenz, + 23. Nov. 1572 in Florenz, Schüler des 
Raffaelino del Garbo und namentlich des Pontormo, bildete sich auch nach 
Michelangelo, dessen manierirter Nachahmer er wurde. Hauptsächlich in Florenz 
thätig, malte er eine grosse Zahl kirchlicher und historischer Bilder und namentlich 
meisterhafte Portraits, worin er nur den grossen Venezianern nachsteht. Zu seinen 



184 Brooking — Brouwer. 

Hauptbildern gehören im MuHeiim zu Dresden die beiden Brustbilder des Grossherzogs 
Cosmo I. von Florenz und dessen Gemahlin Eleonora, in den Uffizien zu Florenz Der 
Verkündigungsengel und Maria empfängt die Verkündigung, das Portrait Don Garzia's 
Sohnes von jenem Cosmo I., das Portrait der Maria de Medici Tochter jenes Cosmo, 
eine Pietä, eine Allegorie des Glückes, Portrait der Bianca Capello, Christus im 
Limbus (1552), ebenso mehrere Portraits im Palast Pitti und eine Trauer um den 
Leichnam Christi, andere gute Portraits in der National-Galerie zu London, im Mueenm 
del Prado in Madrid und im Hotmuseum zu Wien ; im Museum zu Besan<?on eine 
Abnahme vom Kr«uz. 

Brooking, Charles, engl. Marinemaler, geb. 1723. f 1750 in London, war an- 
fangs Schiffsmaler in Deptford, bildete sich dann zum Marinemaler und schuf See- 
stücke und Seeschlachten von grossem Verständniss der Seetaktik. Eins seiner Haapt- 
bilder ist im Findelhaus zu London. 

Brooks, Thomas, engl. Portrait- und Genremaler, geb. 1818 in Hüll, trat 1838 
in die Akademie zu London und bildete sich in Paris weiter. Anfangs malte er in 
seiner Vaterstadt Portraits und stellte dann in London seine Genrebilder aus, die 
durch den Stich sehr vorbreitet wurden. Wir nennen darunter: Der Dorfstudent, 
Glück (1851), Der Liebesantrag Shakespeare's (1857), Der Trost (1859\ Das Rettungs- 
boot (1866), die Liebesbotschaft (1874) und als eins seiner besten Bilder Shakespeare 
vor Sir Thomas Lucy. 

Brosamer, Hans, Maler, Kupferstecher und Formschneider, geb. zwischen 1480 
und 1490 in Fulda, f 1552 in Erfurt, einer der sog. Xleinmeister, bildete sich nach 
Aldegrever,Burgkmair, Hans Baidung und Lucas Cr an ach, fertigte 
in einer etwas trockenen Manier zahlreiche Holzäfchnitte und Radirungen in kleinem 
Format, erstere zu der 1550 von Hans Luft gedruckten Bibel und zu der 1553 er- 
schienenen lutherischen Bibel. Zu den besten Holzschnitten gehören: Bathseba im 
Bade (9 Blätter, 1554), Die Apostel Petrus und Paulus, Die heil. Elisabeth, Portrait 
von Hans Sachs ; zu seinen radirten Blättern : Christus am Kreuz mit Maria und 
Johannes (1542), Bathseba im Bade, Salomon opfert den Götzen (1545), Simson und 
Delila, Portrait Johann's IIL Abtes von Fulda und auf 7 Blättern eine grosse 
Prozession zu Pferde. Unter seinen wenigen Oelbildern sind zu nennen ein Portrait 
von 1520 im Hofmuseum zu Wien und 2 in der Kunsthalle zu Karlsruhe. 

Brosse (^oder Debrosses), Jacques de, franz. Architekt der 1. Hälfte des 
17. Jahrb., erbaute im Stil der florentinischen Paläste das 1620 von ihm vollendete 
Palais du Luxembourg in Paris, ferner die dorisch-korinthische Säulenfagade der aus 
gothischer Zeit stammenden Kirche St. Gervais (1616), den grossen Saal des Justiz- 
palastes und 1613—24 die grosse Wasserleitung von Arcueil bei Paris. 

Brossmann, Karl Friedr. Gustav, Bildhauer, geb. 12. April 1830 in Gotha, 
besuchte seit 1851 die Akademie in Dresden, wurde 1853 Schüler von Hähnel, er- 
hielt für eine Statue der heil. Elisabeth und ein Relief Simson'a mit Delila den Preis 
für Rom, wo er 2 Jahre verweilte. Dann Hess er sich in Dresden nieder und schuf 
eine Reihe anmuthiger Werke meistens idealen oder allegorischen Inhalts, z. B. eine 
Christusstatue für den Trinitatiskirchhof in Dresden, eine Boheraia für den dortigen 
böhmisch-sächsischen Bahnhof (1863), die Brunnengruppe einer Nymphe mit einem 
Triton, die Statuen der Architektur und der Geschichte für das neue Museum in 
Gotha, ein Schild mit der Darstellung der Einigung Deutschlands (1871), Statuen für 
das Hoftheater in Dresden und für die dortige Johanneskirche. 

Brosterhous, Jan van, Landschaftsmaler und Radirer, lebte am Ende des 16. 
und Anfang des 17. Jahrh. in den Niederlanden, stach im Geiste Ruisdaels be- 
sonders schöne, jetzt sehr seltene landschaftliche Blätter. 

Brouwer (oder Brauwer), Adriaen, Genremaler und Radirer, geb., 1605 oder 
1606 in Oudenaerde, t im Jan. 1638 in Antwerpen, war in Haarlem Schüler von 
Frans Hals, bildete sich seit 1631 unter dem Einfluss von Rubens. Er malte 
mit unvergleichlicher Wahrheit und derbem Pinsel das Wirthshausleben der Bauern, 
sei's beim Kartenspiel, beim Zechen, oder bei einer Schlägerei, sei's bei irgend einer 
chirurgischen Operation. Bilder dieser auch bisweilen ins Fratzenhafte ausgearteten 
Art besonders zahlreich in München, auch im Museum zu Dresden, in Berlin, im 
Städel'schen Institut zu Frankfurt a. M., in Schleiss-heim, im Museum zu Köln, im 
Museum del Prado in Madrid und in der Eremitage in St. Petersburg, auch in vielen 
Privatsammlungen. Unter den vielen ihm zugeschriebenen Radirungen sind echt nur 
8 kleine Blätter mit Brustbildern von Bauern. Seine Biogr. von W. Schmidt (1872) 
und von W. Bode (1884) in Bd. VI der „Graphischen Künste." 



Brown. 1Ö5 

Brown, Appleton, amerikan. Landschafts- und Marinemaler, geb. 12. Juli 
1844 in Newburyport (Massachusetts), bildete sich bei einem Maler in Boston, reiste 
1866 nach Europa, schloas sich in Paris an L ambin et an, besuchte die malerischsten 
Punkte der Schweiz und nahm seinen Wohnsitz in Boston. Seine Landschaften sind 
grossartig aufgefasste Stimmungsbilder von trefflicher Lichtwirkung, z. B. Apfelblüthen, 
Der Ober-Merrimack, Sturm an den Shoalsinseln. 

Brown, Ford Madox, engl. Maler des historischen Genres, geb. 16. April 
1821 in Calais, f 6. Oct. 1893 in London, erhielt seine erste künstlerische Ausbildung 
auf der Akademie in Brügge, später in Gent und in Antwerpen, debütirte 1841 in 
London mit dem Bilde Beichte eines Ungläubigen, besuchte dann Paris und Italien 
und Hess sich 1846 in London nieder. Seine Bilder, realistisch aufgefasst und in anspf echen- 
der Farbe ausgeführt, gehören meistens dem historischen oder litterarischen Genre an. Wir 
nennen darunter: Wj'clef seine Bibelübersetzung vorlesend (1848), König Lear (1849), 
Der Dichter Chaucer am Hof Eduard's IIL (1851), Christus, der dem Petrus die 
Füsse wäscht. Ein englischer Herbstnachmittag und Der Letzte von England. Dazu 
die 1865 von ihm ausgestellten Bilder : Cordelia und Lear, König Renes Flitterwochen, 
Der Tod Sir Tristram's, Der Schlaf, Die Arbeit (Hauptbild), später noch die in Privat 
Sammlungen zerstreuten Bilder: Das bunte Kleid, Elias und der Sohn der Wittwe, 
Romeo und Julie, Die Grablegung Christi, Jacopo Foscari und eine Scene aus Cromwell'a 
Leben. 

Brown, George Loring, amerikan. Landschaftsmaler, geb. 2. Febr. 1814 in 
Boston, t 25. Juni 1889 daselbst, zeichnete sich im Knabenalter als Calligraph aus, 
widmete sich zunächst der Holzschneidekunst und ging dann zur Landschaftsmalerei 
über. Schon seine ersten Bilder dieses Faches gewährten ihm die Mittel nach 
Paris zu gehen, wo er Schüler von Isabey wurde und Claude Lorrain's Bilder 
copirte. Dies Studium Claude Lorrain's setzte er in Italien fort, wo er 20 Jahre 
verweilte und ganz in der Weise Nie. Poussin's und Cl. Lorrain's arbeitete. Seine 
Landschaften haben daher einen durchaus idealen Charakter und dabei eine grosse 
effektvolle Farbenpracht, weniger gelang ihm die Staffage. 1860 liess er sich in 
Boston nieder. Zu seinen besten Landschaften gehören; Der Dogenpalast und der 
Canal grande in Venedig, Palermo, Atrani, Der Busen von Neapel, Die Fontaine di 
Trevi in Rom, eine besonders treffliche Mondscheinscene, Die Bai von New-York, Ariccia 
bei Rom (1876), Sonnenuntergang bei Genua, Der Niagarafall bei Mondschein. 

Brown, Henry Kirke, nordamerikan. Bildhauer, geb. 1814 in Leyden 
(Massachusetts), f 11. Juli 1886 in Brooklyn, erlernte seit 1832 in Boston das 
Portraitmalen, ergriff dann in Cincinnati die Bildhauerkunst und schuf 1837 seine 
erste Portraitbüste, nahm, um sich die Mittel zu einer Reise nach Italien zu ver- 
schaffen, 1840 eine Anstellung bei einer Eisenbahn, erreichte aber sein Ziel erst 
durch die Unterstützung einiger Freunde. Nach 4 Jahren kehrte er zurück, liess 
sich in Brooklyn nieder und schuf in Marmor wie in Erz bedeutende Werke ver- 
schiedenen Inhalts, z. B. die Gruppe eines Indianers mit einem Panther, die 1856 
enthüllte colossale Reiterstatue Washington's in New-York, die Erzstatue des 
Gouverneurs Clinton de Witt, ein Engel der Vergeltung, die Statue des General 
Green auf dem Kapitel in Washington, des Abraham Lincoln in New-York, die 
Reiterstatue des Generals Scott daselbst;^ sowie mehrere ideale Gestalten, Reliefs 
und Portraitbüsten. 

Brown, J. G., britisch-amerikan. Genremaler, geb. 1831 in England, Schüler 
der Akademie in Edinburg, zog später nach New-York, wo er Mitglied der National- 
akaderaie und der Gesellschaft der Aquarellisten wurde. Mit gesundem Humor und 
sehr einfacher Technik stellt er vorzugsweise das Leben der Kinderwelt und der 
Gassenbuben dar. Dahin gehören : Die ländliche Putzmacherin (Aquarell), Der 
St. Patrickstag, Ja oder Nein, Die grosse Parade, Der günstige Augenblick, Der 
Zug fährt vorüber (1883) und die ironisch so genannten Drei Grazien. 

Brown, John Lewis, franz. Maler, geb. 16. Aug. 1829 in Bordeaux, t 
16. Nov. 1890 in Paris, wo er Schüler von Roqueplan und Belloc war und 
schon in seinen ersten Arbeiten grosse Vielseitigkeit zeigte. Er malte Genre- und 
Soldatenbilder von grosser Lebenswahrheit und gediegenem Colorit, auch Historien- 
bilder, Thierstücke, Jagdscenen und Marinen. Unter seinen Bildern der letzten 
Decennien nennen wir: Der zoologische Garten, Episode aus der Schlacht von 
Fröschweiler (beide 1874), Die unterbrochene Reise (1875), Hohe Fluth bei St. Michel 
(1876), Französische Pikeure und Hetzjagd (1878), Ein vou Panduren angefallener 
Courier im 7jährigen Kriege. 



186 Browu — Brück. 

Bronn, William, Holzschneider, g-eb. in York, f 15. Aug. 1877 im Haag, wo 
er die von seinem Bruder Henry begonnene Holzschneidekunst vervollkommnete. Seine 
Hauptblätter sind ein Portrait Rembrandt's Notre Dame de Bon Conseil nach 
Maldegheni, Die Verklärung nach Raffael, Pip Dornenkrönung Christi nach van Dyck 
und nach Rubens Die Himmelfahrt Maria, Die heil. Familie und Das Abendmahl. 

Browne, Hablot Kniglit, genannt Phiz, Hlustrator und Caricaturist, geb. um 
1815, t 8. Juli 1882 in Hove bei Brighton, zeigte schon als Knabe grosses Talent 
zum Zeichnen von Caricaturen, wurde 1835 Nachfolger des Caricaturisten Robert 
Seymour (f 1836), begann seine Arbeiten mit den „Pickwick papers" von Dickens, 
worin er ein solches Talent entwickelte, dass er zahlreiche ähnliche Aufträge 'erhielt, 
z. B. für Nicholas Nickleby und andere Romane von Dickens. Unter dem Namen 
Phiz brachte er dann noch ebenso geistreiche Zeichnungen zu Charles Lever, zu 
Ainsworth, zu der Abhotsforder Ausgabe der „Waverley novels'', zu Lord Byron und 
anderen Schriftstellern. 

Browne, Henriette, (Pseudonym), Tochter des Grafen Bouteiller, verehelichte 
Desaux, Genremalerin und Radirerin, geb. 1829 in Paris, Schülerin von Chaplin. 
Ihre Genrebilder sowohl aus dem französischen Leben, wie aus dem Leben der 
Orientalen, sind von tiefer Empfindung und trefflichem Helldunkel. Dahin gehören 
z. B. das vielbesprochene Barmherzige Schwestern, Die Apotheke, Die Toilette des 
Knaben, Die Armenschule in Aix, Der Trost und die orientalischen BildiT: Orangen 
in Oberägypten, Den Koran singende Knaben, Schule in Kairo und einige historische 
Sceuen und Portraits. In der Radirkunst betheiligte sie sich bei Bida's Zeichnungen 
zum Alten Testament und zu den Evangelien. 

Browne, John, engl. Kupferstecher, geb. 6. April 1741 in Finchinfield (Essex), 
t 2. Oct. 1801 in Walworth (London), war von 1756—61 Schüler von Tinney in 
London, brachte 1768 als sein erstes Blatt St. Johannes predigt in der Wüste nach 
Salvator Rosa, infolge dessen er 1770 Genosse der Akademie wurde. Dann stach er 
eine Reihe von Bildern nach Rubens, Poussin, Paul Bril, Both, Swanewelt und 
2 grosse Blätter nach Hodges. Von 1796 bis 98 stach er nach eigenen Zeichnungen 
die 4 Blätter Morgen, Abend, Nach Sonnenuntergang und Mondschein, dazu noch 
Blätter nach landschaftlichen Skizzen von Gainsborough, und eine Waldlandschaft 
nach Beaumont. 

BroAvae, William, Steinschneider, geb. 1749, f 20. Juli 1825 in London, Avar 
Gemmenschneider der Kaiserin von Russland, lebte am Hofe Ludwig's XVI. in Paris, 
ging dann beim Ausbruch der französischen Revolution nach London, wo er seine 
Gemmen meistens mit Portraitköpfen aus der Mythologie oder berühmter Personen 
damaliger Zeit ausstellte; die besten dieser Gemmen kamen nach Russland. 

Brozik, Wenzel, tschechischer Historienmaler, geb. 5. März 1851 in Tremoschna 
bei Pilsen, besuchte die Akademie in Prag, war kurze Zeit Schüler von K. v. Piloty 
in München und liess sich 1876 in Paris nieder. Sein erstes in der Technik noch 
mangelhaftes grosses Bild (1874) war, wie fast alle seine Bilder, aus der Geschichte 
seines Vaterlandes, Der Abschied des Böhmenkönigs Ottokar II. von den Seinen vor 
seinem letzten Kampf gegen Rudolf von Habsburg. Schon bedeutender in der 
Composition waren 1876 Dagmar, Tochter Ottokar's I., wird von ihrem Bräutigam 
Waldemar von Dänemark aus dem Kloster Meisseu im Brautzug heimgeführt und 
das gleichzeitige Genrebild Der gute Freund; ausgezeichnet in der Stoffmalerei 1878, 
Die Gesandtschaft des Ladislaus von Böhmen zur Brautwerbung am Hof Karl's VII. 
von Frankreich 1457 (Nat.-Gal. in Berlin): damit in Verbindung, Dia Schachpartie 
der Verlobung, ferner das coloristisch meisterhafte Zusammentreffen Karl's IV. mit 
Petrarca und Laura im Schloss zu Avignon, Die Vermählung dos Rubens mit Helena 
Forman, Die Verurtheilung des Job. Huss durch das Konzil in Konstanz, Der Balladen- 
sänger (1883), Kolumbus am Hofe Ferdinand's und Isabella's (1884) und Das Abend- 
mahl unter beiderlei Gestalt. 

Bruandet, Lazare, franz. Landschaftsmaler und Kupferstecher, geb. 3. Juli 1755 
in Paris, f 27. März 1804 das., Schüler von Roser und J. P. Sarrazin, hinterliess 
8 landschaftliche Radirungen. Bilder von ihm aus den letzten Jahren des 18. Jahrh. 
im Louvre (1785), in den Museen von Cherbourg, Grenoble, Nantes und Nancy. 

Brnant, Liberal, franz. Baumei.ster, t 1697, errichtete 1671—74 auf Befehl 
Ludwig's XIV. in Paris das Hotel des Invalides, dem 1675— 1706 Jules Hardouin 
Mansart d. J. den Invalidendom mit der elegant gezeichneten Kuppel hinzufügte. 

Brück, Lajos, Genremaler, geb. 3. Nov. 1846 in Poza (Ungarn), Schüler der 
Akademie in Wien und Munkacsy's, bildete sich auch in Italien, lebt jetzt in 



Unicker — Brueghel. 187 

London. Unter seinen BiWevn sind zu nennen: Die Abreise nach der Stadt (1877), 
Verlassenheit (1879), Vor der Kialtobrücke in Venedig, Ansicht aus Budapest, Die 
Ouarte^ttiirobe, Erntescene, Der Herr Postmeister. 
Brutker, Niclas, s. Prugger. 

Bruckmann, Alexander, Historien- und Portraitmaler, geb. 1806 in Reutlingen, 
t 1852 in Stuttgart, bildete sich hier seit 1824, von 1825—29 in München und bis 
1831 in Rom, wo er das Bild Tod Barbarossa's im Flusse Kalj'kadnos malte (Museum 
in Stuttgart). 1833 betheiligte er sich bei den Malereien aus den Gedichten des 
Theokrit im neuer Königsbau (Schlafgeraach des Königs) in München. Unter seinen 
übrigen Bildern sind hervorzuheben : Odysseus und die Sirenen, Die Balkonscene aus 
Romeo und Julia, „Das Mädchen aus der Fremde" nach Schiller, und die im Museum 
zu Stuttgart befindlichen : Die Weiber von Weinsberg und Thusnelda mit ihrem Sohne 
Thumelicus in der Gefangenschaft. Unter seinen Portraits ist das bedeutendste das 
des Justinus Kerner. 

Brücke, Hermann, Historienmaler in Berlin, von dem folgende Bilder aus den 
voer und 80er Jahren unseres Jahrh. genannt werden: Gutenberg und Faust mit dem 
ersten Druckbogen der Psalmen, Lerse und Georg beim Kugelgiessen (nach Goethe), 
Der Hirt Faustulus übergibt seinem Weibe die Kinder Romulus und Remus, Kolumbus 
auf dem Schiffe im Angesicht des neuentdeckten Landes und Kolumbus am Hofe 
Ferdinand's des Katholischen (Museum in New- York). 

Brücke, Wilhelm d, J., Landschaftsmaler, geb. in Stralsund, lebte in Berlin, 
brachte während mehrerer Decennien unseres Jahrh. auf die Berliner akademischen 
Ausstellungen eine grosse Zahl von Landschaften meistens aus Rom und dessen 
Umgegend oder aus Berlin. Zwei derselben im Museum zu Hannover, eine im Schloss 
Bellevue zu Berlin. 

Brügge, Regier van, s. Wejden, Rogier t. der. 

Brüggemann, Hans, Bildschnitzer, lebte in der 1. Hälfte des 16. Jahrh. in 
Husum, bekannt als der Meister des prachtvollen, colossalen Altarwerks mit 385 un- 
bemalten Figuren im Dom zu Schleswig (1515—21) enthaltend die Passionsgeschichte 
in energischer, derb realistischer Behandbng, die auch vor Hässlichkeiten nicht zurück- 
schreckt. Auch der bemalte Schnitzaltar der Kirche zu Segeherg wird ihm zu- 
geschrieben. Vgl. Sach, Hans Br. (1865 . 

Brueghel, Ambrosius, Blumenmaler, geb. 1617 in Antwerpen, f 1675 das., 
jüngerer Sohn des J an B r. d. A e. , war von 1663—70 Direktor der dortigen Akademie. 
Von ihm im Museum zu Köln Die 5 Geheimnisse des Rosenkranzes, und Die Mutter 
Anna die der Maria Unterricht ertheilt, ein Blumenstück im Hofmuseum zu Wien 
und inj Nationalmuseum zu Stockholm. 

Brueghel, Jan d. Ae., genannt Sammet- oder Blumenbrneghel, geb. 1568 
in Brüssel, f 13. Jan. 1625 in Antwerpen, Sohn von Pieter Br. d. Ae., Bruder von Pieter 
Br. d. J., Schüler von Peter Goetkind in Antwerpen, war nach längerem 
Aufenthalt in Bologna und Rom meistens in Antwerpen thätig, wo er 1597 in die 
Lucasgilde trat und zu hohem Ansehen gelangte. Er malte anmuthige Gegenden 
mit schönen Baumgruppen, oft mit bunter, mythologischer Staffage, die auch von 
Rubens, Heinr. v. Baien oder Rottenhammer ausgeführt wurde, aber auch Blumen 
und Früchte, alles mit feinster Ausführung. Ein Lieblingsgegenstand von ihm war 
das Paradies in schöner, üppiger Gegend mit Figurenstaffage von Rubens, das 
schönste und grösste derselben im Museum des Haag, auch im Museum zu Berlin, 
in der Landes-Gemäldegallerie zu Budapest, im Louvre und im Museum del Prado 
in Madrid. Eben in diesem Museum ist er durch 55 Bilder vertreten, in der 
Pinakothek zu München durch 26, in Dresden durch 22, im Berliner Museum durch 
5, im Louvre durch 7, andere im Hofmuseum zu Wien, in den Museen zu Kassel, in 
Braunschweig, im Haag und sonst. Eines seiner wenigen historischen Bilder ist 
z. B. Die Predigt des heil. Norbert im Museum zu Brüssel, auch die Kreuzigung 
Christi in München (1598). Daselbst auch eines seiner besten Blumenstücke. — Biogr. 
von Giovanni Crivelli (1878 und 1883). 

Brueghel, Jan d. J., Genre- und Landschaitsmaler, geb. im Sept. 1601 in 
Antwerpen, f 9. Febr. 1675, So^in und Schüler des Vorigen, war, abgerechnet einen 
längreren Aufenthalt in Italien, in Antwerpen thätig Von ihm im Museum zu Dresden 
aus den Jahren 1641 und 1642 ein Genrebild und 3 Landschaften; im Hofmuseum zu 
Wien zwei Bilder Maria mit dem Kinde im Blumengarten und in einer Landschaft. 
Brueghel, Pieter d. Ae., genannt Banernbrneghel, holländ. Genremaler, geb. 
um 1525 bei Breda, f 1569 -in Brüssel, Vater des Jan Br. d. Ae., Schüler und nachher 



188 Brueghel Brütt. 

Schwiegersohn des Pieter Coeckes van Äelst, trat 1551 in die Malergilde 
zu Antwerpen, hildete sich auch in Frankreich und in Italien, kehrte 1553 nach den 
Ni-derlanden zurück, Hess sich in Antwerpen und später in Brüssel nieder. Seine 
Bilder schildern in behaglicher Weise mit derber Laune das bäurische Leben in 
seiner Rohheit und Plumpheit bei Hochzeiten, Kirchweihen und im Wirthshause, 
oder in der phantastischen Richturg der Historienbilder von Lukas v. Leiden, z. B. 
in den Wiener Bildern (im Hofmuseum, wo im Ganzen 15 Bilder von ihm) : Schlacht 
der Israeliten gegen die Philister, Kreuztragung Christi, Thurmbau zu Babel (1563) 
und Der bethlehemitische Kindermord ; der letztere auch im Museum zu Brüssel. 
Bedeutende Genrebilder von ihm im Museum zu Dresden (Bauernschlägerei) und im 
Hofmuseum zu Wien, wo sich auch 3 reizende Landschaften (Frühling, Herbst nnd 
Winter) von ihm befinden. 

Brueghel, Pieter d. J., genannt Höllenbrueghel, Maler, geb. 1564 in Brüssel, 
t 1638 in Antwerpen, bildete sich hier unter Gillis van Coninxloo und malte 
ähnliche Gegenstände wie sein Vater, der Bauernbrueghel, zeigte aber auch die 
phantastische Richtung seiner Zeit in allerlei Teufeleien und Spukgeschichten bei 
nächtlicher Feuerbeleuchtung. Sichere Bilder von ihm im Museum zu Berlin Eine 
Schlägerei auf dem Lande und Kreuztragung Christi vom J. 1606 (dieselbe im 
Museum zu Antwerpen vom J. 1G07), in der Pinakothek zu München Eine Dorfkirmes, 
in der Galerie zu Pommersfelden Ein Bauerntanz in einer Dorfschenke, in der 
Landesgemäldegalerie zu Graz Der Triumph des Tr es und mehrere im Museum 
del Prado zu Madrid : in Dresden vielleicht auch Predigt Johannis des Täufers. 

Brülov (oder Briillow), Alexander Pawlowitsch, russischer Architekt, geb. 
1800 in St. Petersburg, f 21. Jan. 1877 das, besuchte die dortige Akademie, ging mit 
seinem Bruder Karl B-- (s. d.) nach Italien, wo er seine künstlerische Ausbildung 
vollendete, besuchte 1826 auch Paris und wurde nach seiner Rückkehr Professor 
an der Akademie seiner Vaterstadt. Hier leitete er mit dem Architekten Str assow 
den Wiederaufbau des 1838 abgebrannten Winterpalastes, erbaute das grosse 
Michaeltheater, das Hauptobservatorium der Akademie der Wissenschaften, die 
evangelische Peterskirche in einem zum Theil byzantinischen, zum Theil gothischen 
Stil und in der Umgegend von St. Petersburg mehrere Villen im italienischen Renais- 
sancestil. 

Brülow (oder Briillow), Karl Pawlowitsch, russischer Maler, geb. 1799 in 
St. Petersburg, f 23. Juni 1852 in Marciano bei Rom, Bruder des Vorigen, reiste 
1823 nach Italien, wo er Raffaels Schule von Athen in der Grösse des Originals 
copirte und 1830—33 als sein Hauptwerk Der letzte Tag von Pompeji nach dem 
Bericht des jüngeren Plinius in schöner Charakterzeichnung und lebhaftem Colorit 
malte (Eremitage in St. Petersburg). Coloristisch noch glänzender war sein 1834 
folgendes Bild der Ermordung der Ines de Castro im Jahre 1355 (Sammlungen der 
Akademie). Dazu kommt das nach seiner Rückkehr entstandene Bild der Belagerung 
von Pskow, in der Kasanschen Kathedrale in St. Petersburg eine Himmelfahrt Christi 
und Fresken in der Kuppel der Isaakskathedrale daselbst. Von seiner Reise in den 
Orient 1835 brachte er zahlreiche landschaftliche Bilder, die zum Theil in das grosse 
Dawidowsche Reisewerk (1839 und 40, 2 Bde.) übergingen. 

Brüls, Ludwig, Maler, geb. 1803 zu Urbach (Reg. -Bez. Köln), bildete sich in 
Rom zu einem tüchtigen Historien- und Genremaler aus, dessen Bilder von wlirder 
voller Composition und trefflichem Colorit sind. Genannt werden darunter : Der 
segnende Heiland (Neue Pinakothek in München) und einige Bilder in Kirchen von 
Florenz. 

Briinner, Karl, ein Schweizer Maler, der jn Basel lebte, jetzt in Katrisruhe. 
Seine Hauptwerke sind die in Oel gemalten Wandbilder, Wein, Weib und Gesang 
mit den 4 Jahreszeiten und allegorischen Gestalten von Wissenschaft, Kunst und 
Handel im Restaurationslokal der Kunsthalle in Basel ; ausserdem Die betende Gross- 
mutter und andere Genrebilder und Portraits. 

Brüssel, Paulus Theodor van, holländ. Stilllebenmaler, geb. 1754 in Zuid 
Polsbroek bei Schoonhoven, f 1795 in Amsterdam Schüler von J. Augustiai in 
Haarlem, malte in Oel und in Aquarell schätzbare Blumen- und Pruchtstücke. 

Brütt, Adolf, Bildhauer der naturalistischen Richtung, Schüler von Reinhold 
Begas, schuf anfangs imi dekorative Bildwerke, "bis er 1888 auftrat mit einer für 
den Erzguss bestimmten Gipsgruppe eines alten Fischers, der ein Mädchen vor dem 
Ertrinken im Seebade gerettet hat (Nationalgalerie in Berlin). Später schuf er ein 
Reiterdenkmal Kaiser Wilhelm's I. für die Stadt Kiel. 



Brütt — Brunei 189 

Briltt, Ferdinand, Genremaler, geb. 13. Juli 1849 in Hamburg, war anfangs 
Lithograph, bis er 1871 auf die Kunstschule in "Weimar ging und Schüler von 
Pauwels und von Gussow wurde. 1876 zog er nach Düsseldorf. Von seinen 
Genrebildern meist heiteren Inhalts sind zu nennen aus den letzten Jahren: Un- 
erwünschte Visite, Die ersten Nachrichten der französischen Kriegserklärung 1870, 
Der Bauernprotest, Verurtheilt (Kunsthalle in Hamburg), Freigesprochen (1884), 
Schwere Wahl (1886), Der Besuch im Kerker. Beim Auswanderungsagenten (1887), 
An der Börse (1888), Die Schuldverschreibung (1891). 

Brug^en, Jan van der, Stecher in Schwarzkunst, geb 1649 in Brüssel, f nach 
1714 in Wien, errichtete in Paris eine Kunsthandlung und stach viele treffl ;he Blätter 
und Portraits. Zu den besten gehören sein eigenes Portrait (1689) nach Largilliere, 
Der Goldwäger nach Bembrandt und 4 Genrebilder nach dem jüngeren Peniers. 

Brugger, Friedrieh, Bildhauer, geb. 13. Jan. 1815 in München, f 9. April 
1870 das., war auf der dortigen Akademie Schüler von Schwanthaler, arbeitete 
von 1841—43 in Rom und schuf nach seiner Rückkehr sehr geschätzte Bildwerke 
in klassischem Geist und Stil. Dahin gehören : Chiron den Achilleus unterrichtend, 
Oedipus und Antigene, Dädalus und Ikarus, Merkur mit der Kalypso. Dazu kommen 
Marmorbüsten für die Ruhmeshalle und mehrere im Ganzen weniger gelungene 
colossale Portraitstatuen in Erz. Die letzteren sind in München der Componist Gluck 
(1848), der Kurfürst Max Emanuel, der Architekt v. Gärtner, in Augsburg Johann 
Jakob Fugger (1857), in Landshut der Herzog Ludwig der Reiche, in Heidelberg der 
Feldmarschall Wrede, in München an der Aussenseite der Glyptothek die trefflichen 
Marmorstatuen von Ghiberti, Donatello, und Peter Vischer, in Odessa der Feldmarschall 
Fürst Woronzow. Allzu antik behandelt sind seine wenigen christlichen Bildwerke, 
z. B. Christus mit dem Versucher und Christus am Kreuz, 

Brüllt, Alberto de (Albreclit aus Brüssel), Holzschnitzer aus den Niederlanden, 
der Schöpfer der 46 Reliefs aus dem Leben des heil. Benedikt an den Chorstühlen und 
des Messpultes mit dem Bilde des heil. Georg in S. Maria Maggiore zu. Venedig aus 
den Jahren 1594—99. 

Brun, Augustin, s. Braun. 

Brun, Charles le, s. Lebrun. 

Brun, Elisabeth Louise le, s. Lebrmi. 

Brun, Franz, Kupferstecher aus Strassburg, -blühte um 1560—96 in Süd- 
deutschland, arbeitete geistreich und lebendig nach Art der Kleinmeister meist in 
seiner Vaterstadt. Er schilderte mit Vorliebe das Volksleben seiner Zeit, Bauern- 
tänze u, dgl., sehr keck, bisweilen an's Cynisehe grenzend, auch Blätter mit allerlei 
kleinen und grossen Tbieren, aber auch Darstellungen aus der Bibel (12 Blätter 
Christus und die Apostel) und auf 6 Blättern die Geschichte der ersten Eltern. 

Bruna, Yincenzo della, Kupferstecher in Florenz, geb. um 1804 in Venedig, 
Schüler von R. Morghen. Von ihm folgende treffliche Stiche: Nach Albertinelli 
Die Heimsuchung Maria (Offizien), nach Correggio Die knieende heil. Jungfrau vor dem 
Kinde, nach Cigoli eine Madonna, nach Tizian Die Himmelfahrt der Maria, 
nach Domenichino Die Erythräische und Die Cumäische Sibylle. 

Brune, Adolphe, franz. Historienmaler, geb. 1802 in Paris, f 1880 das., Schüler 
von Gros, debütirte erst 1833 mit einer Anbetung der Könige und einigen Portraits 
und führte monumentale Malereien aus, z. B. Bilder im Thronsaal des Palastes 
Luxembourg und die 9 Musen am Plafond der Bibliothek des Louvre. 

Brune, Aiiu^e, geb. Pagös, franz. Malerin, geb. 24. Aug. 1803 in Paris, 
t 11. Aug. 1866, Schülerin vonMeynier, malte anmuthige historische, allegorische 
und Genrebilder, Psyche wird von Zephyr entführt, Daphnis und Chloc, Schlaf und 
Erwachen (1831), Die Rettung des Moses, Die Tochter Jephtha's. 

Brunei, Isambard Kingdoin, Sohn des M a r c I s a m b a r d B r., Ingenieur und 
Baumeister, geb. 9. April 1806 in Portsmouth, f 15. Sept. 1859 in London, betheiligte 
sich seit 1826 bei dem Bau seines Vaters am Themsetunnel, widmete sich dem 
Eisenbahnbau, wurde 1833 Ingenieur der Great Western Eisenbahn, baute unter 
mehreren Brücken auch die Kettenbrücke von Hungerford und führte mehrere 
Hafenbauten aus. Während des Krimkrieges baute er seit 1854 das musterhafte 
Militärhospital von Reukioi in den Dardanellen. Unter den von ihm erbauten Schiffen 
wurde am bekanntesten der Great-Eastern, den er seit 1852 nach Ueber Windung grosser 
Schwierigkeiten ausführte, dessen Rückkehr von der Probefahrt er aber nicht luelir erlebte. 

Brunei, Marc Isambard, Architekt und Ingenieur, geb. 25. April 1769 in 
Hacqueville (Dep. Eure), f 12. Dec. 1849 in London, diente 1786—92 in der Maxine. 



190 Brunellesco — Brunner 

floh als Royalist nach Amerika, wo er sich dem Architectur- und Ingenieurfach 
widmete. Sein Entwurf für ein Parlamentsgebäude wurde als zu prunkhaft für eine 
Republik zurückgewiesen. Dagegen führte er das ehemalige Bowery-Theater zu 
New-York, mit seiner originellen Dachanlage, aus. Brunei kam 1799 nach London, 
erfand hier 1806 den Klobenmechanismus zum Gebrauch für die Marine und war 
auch in anderen technischen Zweigen thätig. Sein grösstes, ehemals vielgerühmtes 
Werk ist der Bau des Themsetunnels, der, im Febr. 1825 in Angriff genommen, 
zweimal durch Eindringen der Themse unterbrochen, 1828 — 35 ganz eingestellt, erst 
1843 vollendet wurde. B. wurde im Jahre 1841 in den Adelstand erhoben. Er war 
Ritter der Ehrenlegion und seit 1833 Vicepräsident der königlichen Gesellschaft der 
Wissenschaften in London. Seine Biogr. v. Beamish (2. Aufl. 1862). 

Brunellesco (Brunelleschi), Filippo, ital. Baumeister, auch Bildhauer, geb. 
1377 in Florenz, f 16. April 1446 das., Begründer des italienischen Renaissancestils, 
widmete sich anfangs der Goldschmied^kunst und der Plastik und soll in seiner 
Jugend die silbernen Brustbilder der Propheten an den beiden Enden der Altartafel 
im Dom zu Pistoja verfertigt haben. Dann ging er nach Rom, wo er viele Jahre 
mit dem Studium, dem Messen und Zeichnen der dortigen Bauwerke zubrachte. 
Nach Florenz 1407 zurückgekehrt, beantragte er die Ueberwölbung der achtseitigen 
Kuppel des dortigen Domes, die er sich zur Aufgabe seines Lebens gemacht hatte. 
Von 1421 an fährte er das von einer Versammlung von Baumeistern aller Länder 
für unmöglich erklärte Werk nacn dem Vorbild des dortigen Baptisteriums mit 
einer doppelten Wölbung aus, mit dem mächtigen Durchmesser von 39 m. bis zur 
lichten Scheitelhöhe von 91 m. und der noch 16 m. emporragenden bekrönenden 
Laterne, deren Vollendung (1461) er selber freilich nicht mehr erlebte. In der 
Zwischenzeit baute er in Florenz auch seit 1423 die schöne Kirche San Loronzo, 
ferner 1433 die Kirche San Spirito als die schönste Renaissancekirche von Florenz, 
die zierliche Kapelle Pazzi der Kirche Santa Croce, die Säulenhallen des Findelhauses 
(1444), die Badia di Fiesole und wieder als eines seiner mächtigsten Werke den 1440 
begonnenen Palast Pitti, das Musterbild des Florentinischen Palaststils in einfach- 
ernstem Burgcharakter mit Rustika-Fagade. In der Bildnerei ist noch von ihm zu 
erwähnen das in einer Konkurrenz mit Ghiberti geschaffene Bronzerelief mit der 
Opferung Isaaks (im Bargello in Florenz) und ein hölzernes Crucifix in S. Maria 
Novella. Seine Biogr. v. Fabriczy (1892;. 

Brunet-Debaines, Louis Alfred, franz. Aquarellmaler und Radirer, geb. 1845 
in Havre, war in Paris Schüler von Pils, besuchte die Ecole des beaux-arts und 
das Atelier von Laianne. Unter seinen wohlgelungenen landschaftlichen und 
architektonischen Aquarellen nennen wir: Ufer der Seine (1807), Die Kirche St. Vivien 
in Ronen, Der Hof des Hötel-Dieu in Beaune, Die Terrasse von St. Germain in Laye 
(1872), Die Ruinen des Palastes der Tuilerien, und unter seinen Radirungen : Ruinen 
des Schlosses von Tancarville (1866), Apsis der Kirche St. Sauveur in Caen, Kapelle 
des heil. Ludwig in St. Germain, Notre Dame in Bourges, auch Radirungen nach 
Bildern von Canaletto, Albert Cuyp, Daubigny, Turner u. A. 

Brunet'Uouard, Pierre Auguste, franz. Landschafts- und Thiermaler, geb. 
1829 in St. Maixent (Deux Sevres), ging von der Jurisprudenz zur Malerei über 
und wurde Schüler von Couture, machte Studienreisen nach Italien und Hess sich 
in der Mgtlerkolonie von Fontainebleau nieder, wo er besonders die Jagd studirte. 
Zu seinen namentlich in den Thieren sehr gelungenen Bildern gehören : Das Jäger- 
recht im Schloss von Fontainebleau, Das Innere einer Menagerie (1873), Zur Zeit 
des feindlichen Einfalls (Darstellung der Greuel des Krieges), Der Bärenführer u. s. w. 

Bruni, Feodor AntoBOwitsch, russischer Maler, geb< 1800 in Mailand, f 1875 
in St. Petersburg, bildete sich in Rom aus, wo er Bilder von Raffael copirte, wurde 
1849 Direktor der Malerabtheilung der Akademie in St. Petersburg und 1866 Direktor 
der Mosaikschule. Seine Hauptbilder von warmem Colorit und sorgfältiger Aus- 
führung sind in der Eremitage zu St. Petersburg Die Aufrichtung der ehernen Schlange, 
Christus am Oelberge, Eine Bacchantin gibt ihrem Kinde zu trinken. 

Brunn, Isaak, Kupferstecher in Strassburg, geb. in Pressburg um 1592, stach 
8 Blätter, „Speculum resipiscentium septiformae" (1631) Das Innere des Strassburger 
Münsters, auf 4 Blättern einzelne Theile desselben und einige Portraits. 

Brunner, Hans, Genre- und Portraitmaler, geb. 2. März 1813 in München, 
t 29. Juli 1888 das., Schüler der dortigen polytechnischen Schule und 1831 Schüler 
der Akademie unter Cornelius, bei dem er das Zeichnen lernte, während er sich 
in der Malerei durch Copiren der Bilder der Pinakothek ausbildete. Dann machte 



Brunner — Bruyn. 1^1 

er Studienreisen im bayrischen Gebirge und in Tirol, lebte einige Zeit in Venedig 
bis 1865 in Salzburg, zog nach Stuttgart und 1869 wieder nach München. Seine 
geschmackvoll componirten Genrebilder von ansprechendem Ausdruck der Gestalten 
sind z. B. Wildschützen, Lagerscene aus dem 30jährigen Kriege, Die Sage vom 
Untersberg bei Salzburg, Gondelfahrt (1866), Weinprobe (1869), Heimkehr von der 
Jagd (1873). Sehr gerühmt wurden seine Portraits meistens aus der österreichischen 
Aristokratie. 

Brunuer, Johann Michael, österreichischer Architekt des Barockstils, baute 
1721 und 22 für das Kloster Lambach die Dreifaltigkeitskirche, indem er, um die 
göttliche Dreiheit anzudeuten, einen runden, durch 3 Thore zugänglichen Baum 
schuf, mit 3 halbkreisförmigen Apsiden und in deren Scheitelpunkt je einen Thurm. 
Auch baute er 1723 — 26 das Schloss Gstadt bei Admont. 

Brunner, Joseph, Landschaftsmaler, geb. U. März 1826 in Wien, f 12. Aug. 1893 
in der Hinterbrühl bei Wien, Schüler der Wiener Akademie unter Joseph Feld, 
bereiste Deutschland, Italien, die Schweiz und die Walachei und Hess sich in seiner 
Vaterstadt nieder. Seine in Zeichnung und Colorit gerühmten Bilder sind meistens 
aus österreichischen Gegenden entnommen, z. B. Das hohe Thor bei Admont, Partie 
bei Meran, Der schwarze Thurm bei Mödling, Hochgebirgssee in Kärnten, Partie an 
der Traun, Ruine Taufers in Tirol (1877), Nach dem Hochwasser (1882) u. A 

Brunner, Leopold d. Ae., Maler, geb. 14. Febr. 1788 in Wien, f 1S66 daselbst, 
Schüler der dortigen Akademie unter Drechsler, wurde 1835 Hofmaler, fertigte 
für Kaiser Ferdinand über 2500 Blätter naturhistorischer Gegenstände, malte in 
Oel fast nur Blumenstücke. 

Brunner, Leopold d. J., Maler, Sohn des Vorigen, geb. 14. Sept. 1822 in 
Wien, t 24. Dec. 1849 das., Schüler der dortigen Akademie, widmete sich der 
Malerei der Hausthiere, namentlich der Rinder und Ziegen. Ein solches Bild von 
ihm im Hofmuseum zu Wien. 

Brunow, Ludwig, Bildhauer, geb. 9. Juli 1843 in Lutheran bei Lübz 
(Mecklenburg-Schwerin), ergriff auf Antrieb des Kunstforschers Friedr. Eggers erst 
1866 den Künstlerberuf, besuchte die Akademie in Berlin unter Siemering, und 
schuf als sein erstes bedeutendes Werk ein 1876 errichtetes Denkmal Moltke's in 
dessen Vaterstadt Parchim. Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris und in Italien 
(1876 und 77) bildete er einen Pegasus für das neae Opernhaus in Frankfurt a. M., 
mehrere Idealgruppen, die Statuen Friedrichs I. und Friedrich Wilhelms II. für die 
Rulnueshalle des Berliner Zeughauses und das 1893 aufgestellte Reiterdenkmal dies 
Grossherzogs Friedrich P'ranz II. in Schwerin. 

Brunsberg (Brauusberg), Heini'ich, Baumeister aus Stettin, nur bekannt 
durch die 1401 von ihm vollendete Katharinenkirche in Brandenburg mit ihrer über- 
reich dekorirten Aussenseite aus wechselnden Lagen bunter Ziegel und durchbrochenem 
Mastwerk. 

Brusasorci, s. Ricci, Domenico. 

Brüssel, Hermannus van, Landschaftsmaler und Radirer, geb. 1763 in Haarlem, 
f 1815 in Utrecht, Schüler von J. B. Brandhoff und C. Henning, malte und 
radirte verdienstvolle Landschaften nach der Natur. 

Brustoloni, Andrea, ital. Bildhauer und Bildschnitzer, geb. 20. Juli 1662 in 
Zoldo bei Belluno, f 25. Oct. 1732, bildete sich in Venedig und in Rom, lieferte 
viele holzgeschnitzte decorative Arbeiten. In der Akademie von Venedig eine solche 
Sammlung zierlicher Arbeiten: 12 Lehnstühle mit geschnitzten Figuren, 6 Caryatiden 
aus Ebenholz, Allegorien der Jahreszeiten und 8 äthiopische Sklaven ; solche Schnitz- 
werktafeln. (Tod des heil. Franziscus und Christus am Kreuz) von ihm auch in 
S. Fietro zu Belluno und in der Pfarrkirche von .Zoldo. 

Bruycker, Fran^ois Antoine de, belg. Genremaler, geb. 1«16 in Gont, f 1882, 
Schüler der dortigen Akademie und des Genremalers Ferd. de Braekeleer in 
Antwerpen, wo er seinen Wohnsitz nahm. Er malte zierliche, fein gezeichnete 
Genrebilder und kräftig colorirte Blumenstücke; unter ersteren z. B. Der Verdacht 
(1842), Der alte Gärtner (1857), Die Wittwe (1860), Erinnerung an alte Zeiten, Der 
apasshafte Einfall, Kind mit Kätzchen spielend (Mus. in Leipzig). 

Bruyn, Abraham de, Kupferstecher, vielleicht auch Maler, geb. 1538 in Ant- 
werpen, kam 1577 nach Köln, wo er hochbejahrt starb. Er stach in der Manier der 
Brüder Wierix in Zeichnung ziemlich mangelhafte, aber sauber ausgeführte Blätter. 
Sein Hauptwerk ist das seltene Trachtenbuch ,,Imperii ac sacerdotii ornatus" (Köln 
1578), auch Diversarum erentium armatura equestris" (1577) und auf 49 Blättern 



l92 Bruyn — Bry. 

^Omnium paene geutium imagines" (1584). Seine Bonstigen Stiche sind biblischen und 
allegorischen Inhalts oder Portraits. 

Bruyn, Bartholomäus, Maler der niederrheinischen Schule, geb. um 1493 
in Köln, t um 1556 das., wahrscheinlich Schüler des Meisters vom Tode Maria. 
Seine früheren Bilder erinnern in ihrem Stil an die Eyck'sche Schule, später gab er sich 
zu seinem Nachtheil mehr dem italienischen Einfluss hin und malte in conventioneilen 
Formen; nur in seinen Portraits blieb er geistvoll und naturwahr. Sein bestes Haupt- 
werk sind die Flügelbilder des Hochaltars der St. Victorkirche in Kanten U536) mit 
4 grossen Darstellungen aus der Legende der thebaischen Legion und der Kaiserin 
Helena. In der Stiftskirche zu Essen von ihm 4 doppelte bemalte Altarflügel mit 
der Geburt Christi, Anbetung der Könige, Kreuzigung und Grablegung. Zahlreiche- 
Bilder von ihm auch in der Pinakothek zu München, darunter ein Altarwerk mit 
4 Flügelbildern aus der Karthäuserkirche in Köln und mehrere Bilder einzelner 
Heiligen, auch zahlreich im Germanischen Museum zu Nürnberg; im Museum zu Berlin 
ein treffliches Portrait aus dem Jahre 1525 und zwei andere Bilder, im Städelschen 
Institut in Frankfurt a. M. mehrere Portraits, im Museum zu Köln eine Anbetung der 
Könige und viele Portraits, auch bei Konsul Weber in Hamburg Portraits. Seine 
Biogr. V. Firmenich-Richartz (1891). 

Bruyn, Cornelis de, Maler, geb. 1652 im Haag, f 1726 oder 27 bei Utrecht, 
Schule»* von T h. v. der S c h u u r . reiste durch Deutschland nach Rom, wo er in der 
Schilderbent (Malerbund) Adonis genannt wurde. Dann ging er nach Neapel, bereiste 
Kleinasien und Aegypten, kehrte nach Venedig zurück, malte hier unter Karl 
Loth und gab in Deutschland 1G98 seine erste Reise im Druck heraus. Eine zweite 
grössere Reise, die er nach dem Orient machte, erschien von ihm 1711. Nachher 
malte er im Haag. 

Bruyn, Nicolaus de, Zeichner und Kupferstecher, geb. um 1570 in Antwerpen, 
t um 1652 in Amsterdam. Sohn und Schüler des obigen Abraham Br. , den er als 
Kupferstecher übertraf. Seine meistens grossen Stiche, theils nach eigenen Erfindungen, 
theils nach Bildern anderer Meister, sind mit zartem Grabstichel ausgeführt, aber 
ohne Helldunkel und etwas trocken gehalten. Eines seiner Hauptblätter ist Das 
goldene Zeitalter nach Bloemart, andere nach Lucas v. Leiden, nach Vinckebooms 
nach Coninxloo Das Opfer Abrahams und Das Urtheil des Paris, nach Jan hrneghci 
Die Hirschjagd. 

Bruzzi, Stefano, ital. Maler, geb. 11. Mai 1835, war in Piacenza Schüler des 
Bernard ino Massari, bildete sich von 1854—58 in Rom unter Castelli zu 
einem bedeutenden Künstler. Eines seiner ersten Bilder war Die Rückkenr von der 
Jagd in der Umgegend von Porto d'Anzio. Dann zog er sich in die Gegend von 
Piacenza zurück, lebte in Bologna und nahm seiaf .n festen Wohnsitz in Florenz, wo 
er zahlreiche landschaftliche Bilder malte, unter deren die besten sind: Der schwierige 
Pass, Der Zehrpfennig, Die Kohlengrube, Eine Predigt in den Apeninnen, Der Herbst, 
Der Absturz u. A. 

Bry, Johann Theodor (Dirk) de, Kupferstecner , Sohn und Schüler des 
Theodor deBr. , geb. 1561 in Lüttich, f 1623 in Frankfurt a. M., wo er .sich auch 
an dem Kunsthandel seines Vaters betheiligte. Er stach Blumen für das dort 1012—18 
erschienene Werk „Florilegium novum", und führte auch viele andere Blätter sehr 
sorgfältig aus. Zu den besten zählt man : Elieser und Rebekka nach Peruzzi, Triumph 
Christi nach Tizian, Triumph des Bacchus nach Giulio Romano, mehrere nach H. S. 
Bebam, nach Bloemaert und nach eigener Coraposition. Unter diesen zeigen ihn be- 
sonders die vortrefflichen Ornamentstiche als letzten hervorragenden Vertreter des 
deutscheu Kleinmeisterstichs. Hervorzuheben sind : Eine Folge von Wappenschildern, 
ein Alphabet, eine grosse Anzahl von reizenden Catouchen in Kaleuderform und viele 
.Messerhefte, Gabelgrilfe, Fingerhüte etc., als Vorlagen für Ciseleure gedacht. Welchen 
Antheil die nachgenannten de Bry an diesen Arbeiten haben, ist noch nicht fest- 
gestellt, da alle gemeinsame Bezeichnungen auf ihre Kupferstiche setzten. 

Bry, Theodor (Dirk) de, Goldschmied und Kupferstecher, geb. 1528 in Lüttich, 
+ 1598 in Frankfurt a. M., wo er seineu Wohnsitz nahm, weil er aus seiner Vaterstadt 
verbannt wurde, in die er die lutherische Lehre einzuführen versucht hatte. Hier 
lebte er als Kupferstecher und Kuii.sthändler. 1587 reiste er nach England, wo er 
eine Sammlung von Zeichnungen erwarb, die das Leben der Bewohner verschiedener 
Theile Amerikas darstellt, was ihn veranlasste zu der Herausgabe von Reise- 
beschreibungen in deutscher und lateinischer Sprache unter dem Titel „Collectiones 
peregrinationum in Indianx Orientalen! et Occidentalem XXV partibus compreheusae" 



Bryaxis — Buckler. 193 

(6 Bde 1590—96). Hierbei wurde er unterstützt von seineu Söhnen Johann 
Theodor (s. d.) und Johann Israel (t 1611). Ausserdem stach er zahllose 
kleine Blätter. ,, , ^ , , 

Bryaxis, griech. Bildhauer aus Athen, blühte in der 2. Hälfte des 4. Jahrb. 
vor Chr. bis um 312, thätig in seinen jüngeren Jahren mit Skopas am plastischen 
Schmuck des Mausoleums in Halikarnassus. Später verfertigte er unter vielen Götter- 
statuen auch das Ideal des Serapis. 

Brysakis, Theodoros Petros, griech. Historienmaler, geb. 31. Oct. 1814 m 
Theben, f 7. Dec. 1878 in München, wo er sich schon seit 1832 zu einem geschätzten 
Historien- und Genremaler ausbildete. Er wählte seine Stoffe vorzugsweise aus der 
neueren Geschichte Griechenlands und aus dem Freiheitskampf von 1821. Dahin ge- 
hören seine 1867 in Leipzig ausgestellten Bilder: Hellas sammelt seine Kinder, Fahnen- 
weihe in einem griechischen Kloster 1821, Der Grieche Jordakis sprengt sich in die 
Luft 1821, Lord Byron's Landung in Griechenland lb24, Die Besatzung von Missolunghi 
erkämpft 1826 einen Ausweg durch die Belagerer; in der Neuen Pinakothek zu 
München Der Metropolit Germanos segnet die Kreuzesfahne der Griechen gegen die 
Türken (1851). 

Bubak, Alois, böhmischer Landschaftsmaler, geb. 20. Aug. 1824 in Kosmanos 
(Böhmen), f 20. März 1871 in Prag, wo er 1844 Schüler der Akademie wurde. Unter 
seinen Bildern sind zu nennen: Partie aus dem Sandsteingebirge bei Turnau, Der 
Plöckensteiner-See im Böhmerwalde und (im Rudolfinum zu Prag) Der Muzskyberg 
bei Münchengrätz. 

Buchbinder, Simon, Genremaler, geb. 1856 in Radzyn in Russisch Polen, war 
Schüler des Warschauer Landschaftsmalers Malinowsky und des Portraitmalers 
Heymann, bis Matejko in Krakau sein Talent erkannte und er sich unter ihm 
in Cabinetsstücken im Anschluss an M i e r i s und Netscher zu grosser Meisterschaft 
entwickelte. Seine besten Bilder sind: Der polnische König Sigismund III. als 
Goldschmied, Eine schwierige Stelle für den Guitarrespieler, Der Grübler, Der Hof- 
narr, Ein lustiger Zecher, Der Violinspieler. 

Buchholz, Karl, Landschaftsmaler, geb. 23. Febr. 1849 zu Schloss Vippaoh 
(Weimar), f 1889 in Oberweimar, Schüler der Kunstschule in Weimar, malte aus 
verschiedenen Gegenden Thüringens eine grosse Reihe von Landschaften aller 
Jahreszeiten, die auf den Ausstellungen in Dresden, Wien und München volle 
Anerkennung fanden. 

Buchhorn, Karl Ludwig Bernhard Christian, Kupferstecher, geb. 18. April 
1770 in Halberstadt, f 13. Nov. 1856 in Berlin, Schüler von D aniel Berge r, 
wurde Professor der Kupferstecherkunst an der Akademie in Berlin. Seine Haupt- 
blätter sind : Christus das Brot segnend nach Carlo Dolce, St. Johannes mit dem 
Lamm na^'li Batoni, Magdalena in der Einöde nach Raphael Mengs, Amor und Psyche 
nacli Aug. Kauifmann, Luther verbrennt die päpstliche Bulle nach Catel, Portrait 
Friedrich Wilhelm's III. von Preussen nach Gerard, Portrait Luther's nach L. Cranach 
und mehrere Portraits von Personen der Neuzeit. 

Buchner, Johann Georg, Historien- und Portraitmaler, geb. 1815 in Nürnberg, 
t 1857 in Stuttgart, malte das Historienbild König Enzio im Gefängniss zu Bologna 
1249 (Museum in Stuttgart) und das Portrait der Schauspielerin Charlotte v. Hagn, 
gab aber später die Malerei auf und wurde ein beliebter Photogräph. 

Buchsbaum, Hans, einer der Baumeister des Stephansdomes in Wien, der 1429 
den Ausbau desselben übernahm und 1432 den südlichen Thurni vollendete. 1451 
und 1452 errichtete er am Wiener Berge die sog. Spinnerin am Kreuz, eine Denk- 
säule mit Darstellungen aus der Leidensgeschichte Christi. Er starb um 1454. 

Bnchser, Franz, Genremaler, geb. 1828 bei Solothurn, f 22. Nov. 1890 das., 
zog 1849 nach Rom, bereiste Belgien, Frankreich und Spanien, ging nach Marokko, 
bereiste von 1866—71 fast ganz Nordamerika und kehrte dann in seine Heimath 
zurück. Mehrere seiner wirkungsvollen, sehr realistischen Genrebilder und Land- 
schaften im Künstlergütli in Zürich, im Kunstmuseum zu Bern und im Museum zu 
Basel. Zu den besten zählt man: Heimkehr spanischer Bauern vom Markte, Das 
Fischermädchen, Der Sänger vom Sudan und Fluthgefangen aa der Küste von Irland. 
Buckler, John Chesel, engl. Architekt und Architekturzeichner, geb. 30. Nov. 
1770 in Culbourne, f 6. Dec. 1851, war anfangs einige Zeit ausübender Architekt, 
machte sich aber später bekiinnter durch seine architektonischen Stiche und sonstigen 
Publikationen; so 1797 durch 2 Aquatinta-Blätter des Magdaleneu-College in Oxford, 
1799 durch eine Ansicht der Kathedrale in Lincoln, durch sein grosses Werk über 
AUgeoaeines Kflnstler-Iiezioon. S. Anfl. 1. Band. 13 



194 Budal — Bühlmeyer. 

die englischen Kathedralen (1822) und ähnliche Puhlikationen einzelner Abteien 
und Paläste. 

Budal, Hans, norwegischer Bildhauer, geh. 1830 in Drontheim, f im März 
1879, bildete sich auf der Akademie in Kopenhagen unter Jerichau, lebte von 
1860—70 in Rom und fertigte nach seiner Rückkehr eine Reihe naturwahrer, an- 
muthiger Genrebildwerke und Portraitbüsten. Eines seiner letzten Werke war eine 
Christusstatue für den Dom seiner Vaterstadt. 

Budde, Bernhard, Historienmaler, geb. 1827 iu Warendorf (Reg. Bez. Münster), 
malte meistens für kleinere Kirchen der Rheinlande religiöse Bilder, z. B. 
Grablegung Christi (für eine Kapelle in Pempelfort), Christus als guter Hirt, Dem 
heil. Joseph erscheint ein Engel, der ihn zur Flucht nach Aegypten mahnt, Die 
Enthauptung Johannis d. T. und einige Madonnen. 

Bliche, Joseph, Genre- und Portraitmaler, geb. 29. Febr. 1848 in Wien, wo 
er die Akademie besuchte. Er malte hübsch componirte öenrescenen, namentlich 
von den Bewohnern Merans und dessen Umgegend, z. B. Der zerbrochene Rosen- 
kranz, Meraner Weinhüter, Belauschte Näscherei, Pusterthaler Bauer u. A. 

BUchel, Karl Eduard, Kupferstecher, geb. 22. April 1835 in Eiseuberg (Sachsen- 
Altenburg), bezog 1851 die Akademie in Dresden, wo er Schüler von Steiula wurde 
und zunächst den Cartonstich erlernte. Nach Steinlas Tode (1858) erbte er dessen 
künstlerischen Nachlass und widmete sich der Linienmanier, worin er treffliche 
Modellirung der Gestalten und meisterhafte Wiedergabe des Ausdrucks zeigt, vor 
allem aber eine Farbigkeit, bez. Stofflichkeit erreicht, in der er wenige Nebenbuhler 
unter den heutigen Stechern besitzt. Seine Hauptblätter sind : Tizians Votivbild der 
Gesegneten, Franceschinis büssende Magdalena, Murillos heil. Rodriguez. Madonna 
mit dem Kinde nach Boltraffio, Madonna von Anselm Feuerbach, i^alle iu der Dresdener 
Galerie), ferner: die Vollendung des Steinlaschen Stichs der sixtiuischen Madonna 
(1878), das Portrait der Lady Seymour von Holbein im Hofmuseum zu Wien, sowie 
nach Heinr. Hofmann Der Kna"be Jesus im Tempel und Othello und Desdemona. 

Büchler, £duard, Historien- und Portraitmaler, geb. 29. Jan. 1861 in Wien, 
war 5 Jahre Schüler der dortigen Akademie, 8 Jahre Schüler von F e r d. Keller 
in Karlsruhe und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder. Seine Hauptbilder sind: 
Liebesgedanken, Der barmherzige Samariter, Auf der Wanderung, In Gedanken, eine 
Psyche u. A. 

Bttchmanu, Frau Helene, Portraitmalerin, Gattin des durch seine „Geflügelten 
Worte" bekannten Schulmanns Georg B. (f 1884), geb. 19. Mai 1849 in Berlin, 
Schülerin von Steffeck und Gussow, bildete sich auch auf Reisen in Paris und 
in Italien. Anfangs malte sie Genrebilder, machte aber viel mehr Glück durch ihre 
Portraits von richtiger Auffassung der Personen, duvch geschmackvolles Arrangement 
und flotte Malweise. Dahin gehören: Die Fürstin Carolath-Beuthen, Die Gräfin Brühl, 
Prinz und Prinzessin Biron von Kurland, Jüngster Sohn des Fürsten Radziwill. Sie 
lebt in Berlin. 

BUchting, Otto, Bildhauer, geb. 2. Juli 1827 in Domersleben (Reg. Bez. Magde- 
burg), t •^- Juni 1893 in Berlin, besuchte die Akademie in Berlin, arbeitete von 
1852—57 in Rauchs Atelier, bildete sich 1859 und 1860 in Italien und Hess sich in 
Berlin nieder. Er modellirte eine der Eckfiguren des Denkmals Friedrich Wilhelm's III. 
in Köln, schuf Colossalbüsten für die Feldherrnhalle de.s Zeughauses in Berlin, eine 
Gruppe Amor und Psyche und zahlreiche Portraitbüsten. 

Bühlcr, Gfcoi-g Wilh. Christian, Architekt, geb. 17?? in Oberroth (Württem- 
berg), t 1859 in Stuttgart, studirte 1816 unter dem Landbaumeister Klinsky das 
Baufach, machte für das Studium der Wasser- und Schitffahrtsbauten wiederholte 
Reisen, führte mehrere Schleusen-, Brücken- und Eisenbahnbauten aus und gründete 
1841 in Stuttgart eiue Schule für Architekten und Ingenieure. 

ItUhlmann, Joseph, Architekt, geb. 28. April 1844 in Werthenstein (Kanton 
Luzern), bildete sich für sein Fach auf der Akademie in München unter Ludwig 
Lange, bereiste mit dessen Sohn Emil L Italien und bearbeitete iu einem kunst- 
wissenschaftlichen Werke die Architektur des klassischen Alterthums und der 
Renai-ssance (1872—76, 2 Bde.: 1893—94, 2. AnH.), betheiligte sich bei der Kon- 
kurrenz für das deutsclie Reichstagsgebäude, erricbtotc ein Sohulgebäude in Luzern 
und zeichnete für Falkes Prachtwerk „Hellas und Rom" viele architektonische 
Illustrationen. Seit 1878 ist er Professor au der te<:hnischeu Hochschule in München. 
Blihlnieyer, Konrud, Landschalls- und Thiernialer, geb. 18. Aug. 1835 iu 
Wien, t 30. ^ov. 1883 das., bildete sich auf der dortigen Akademie, in I)ü.sseldorf 



Bülow — BürkeL 195 

unter Gude und in Zürich unter Koller. Unter seinen sehr zahlreichen, gewöhnlich 
mit Hausthieren staffirten Landschaften, meistens aus österreichischen Gegenden, 
befinden sich mehrere in den Wiener Sammlungen, im Hofmuseum zu Wien: Der 
Abtrieb auf die Niederalpe. 

Bülow, Paul, Portraitmaler, geb. 1842 in Berlin, f 24. April 1889 das. als 
königl. Hofmaler. Seine Portraits beschränken sich fast ganz auf die Berliner Hof- 
kreise ; wiederholt malte er den Kaiser Wilhelm 1. z. B. in der Uniform des Bonner 
Husaren-Regiments und an seinem Arbeitstische, auch die Königin Wittwe Elisabeth, 
den Kaiser Wilhelm IL, die Prinzen Georg und Wilhelm, den Grafen Pückler u. A. 

Bttltemeyer, Heinrich, Kupferstecher, geb. 10. Oct. 1826 in Hameln, wurde 
in. Wien Schüler von Ludw. Förster und in der architektonischen Schattenlehre 
und Perspektive von Hansen. Er radirte ftir ,,Försters Bauzeituug"' und 1807 für 
die , Mittheilungen der Centralcommission zur Erhaltung der Baudenkmäler". Seine 
Hauptblätter sind nach Laufberger Der Vorhang des Wiener Opernhauses, nach Fr. 
Schmidt Der Stephansdom, der Stich der Votivkirche und des Wiener Rathhauses. 

BUnsow, Joachim Helnr. Ludwig:, Landschaftsmaler, geb. 1821 in Kiel, war 
von 1839—48 Schüler der Akademie in Kopenhagen, bereiste Skandinavien und ver- 
weilte 1853—58 in Eom. 1859 kehrte er in .seine Vaterstadt zurück. Er malte 
norwegische, italienische und holsteinische Gegenden ; in der Kunsthalle zu Kiel von 
ihm Der Nemi-See. 

BUrck, Heinrich, Portrait- und Historienmaler, geb. 27. Nov. 1850 in Dresden, 
besuchte die dortige Akademie und das Ateliör von Th. Grosse, bildete sich dann in 
Antwei-pen unter Pauwels und in Berlin unter Gussow. Von 1875—78 verweilte 
er in Italien, und war bis 1883 Hilfslehrer an der Malklasse der Akademie in Berlin, 
wo er seinen Wohnsitz nahm. Seine Bilder, grossentheils der altdeutschen Sage ent- 
nommen, sind Der Ritt nach Wallhai, Thor bekämpft den Weltriesen Rungnir, Die 
Todten kehren wieder, aber auch Bilder anderer Sagen oder Allegorien, z. B. Perseus 
mit Ändromeda auf dem Pegasus, Sappho und Alkaios, Liebe, Phantasie, Ruhm, 
auch Portraits und für das Kaiserpanorama in Berlin Die Aufbahrung der Leiche 
Kaiser Wilhelms im Dom. 

Bürde, Paul, Maler, geb. 1819 in Schlesien, f 23. Mai 1874 in Berlin, malte 
ansprechende, oft sehr elegant ausgeführte Historienbilder, unter denen wir nennen : 
Friedrich Wilhelm IV. beschwört die Verfassung, Das Kapitel des Schwarzen Adlor- 
ordens (Schloss in Berlin), Begegnung Goethes mit Christine Vulpius, Luther auf 
der Flucht von der Wartburg, Schiller auf der Flucht mit seinem Freunde Streicher; 
ebenso Genrebilder: Rückkehr ins Vaterhaus, Der untreue Liebhaber, Gottesdienst 
im Walde an der Ostsee (1870), Letztes Andenken (1871). 

Bürgel, Hugo, Landschaftsmaler, geb. 14. April 1853 in Landshut an der Isar, 
Schüler von Aug. Fink in München, bildete sich in der Lierscben Landschafts- 
schule. Seine bedeutendste Stimmungslandschaft ist eine Ansicht der Zugspitze vom 
Isarthale aus. 

BUring, Johann Gottfried, Baumeister, geb. 1723 iu Berlin, fast nur bekannt 
als Erbauer des Neuen Palais bei Potsdam, das er 1763— G9 auf Befehl Friedrichs 
d. Gr. im Barockstil erbaute und im Innern in reicher Prachtentfaltung aufs glänzendste 
ausstattete. 

Bürkel, Heinrich, Landschafts- und Genremaler, geb. 29. Mai 1802 in Pirmasens, 
t 10. Juni 1869 in München, war anfangs zum Kaufmannsstande bestimmt, arbeitete 
als Schreiber bei einem Friedensrichter und begab sich 1821 nach München, wo er 
zwar Schüler von Peter v. Langer wurde, sich aber viel mehr durch das Studium 
der alten Niederländer und nach der Natur bildete. 1829—32 lebte er in Rom, 
studirte hier das Volksleben und Hess sieh in München nieder, wo er eine unermüd- 
liche Thätigkeit in der sorgfältigen Ausführung seiner Bilder entwickelte. Die Zahl 
derselben ist so gross, dass es kaum eine Galerie oder Sammlung gibt, in der er 
nicht mit Gegenden aus dem bayrischen und tiroler Alpenland, oder mit Dorf- und 
Wirthshausscenen, mit Fuhr- und Ackersleuten oder mit Scenen aus der Umgebung 
von Rom vertreten ist. So in der Neuen Pinakothek zu München : Vor einem 
Aquaedukt in der Campagna von Rom, und Regenschauer in einem Gebirgsdorf, in 
der Kunsthalle zu Hamburg als eines seiner ältesten Bilder (1826) Pferde vor einer 
Dorfschraiede, Sonntagmorgen, Winterlandschaft mit heimkehrenden Bärenjägern u. A., 
in der Nationalgalerie zu Berlin Schiff.szug am Inn bei Battenberg in Tirol (1828), Tiroler 
Kirmes u. A., im Museum zu Leipzig Prühmorgen in einem Tiroler Dorfe (1834), 
Fischerdorf im bayrischen Oberland, im Rudolfinum zu Prag Die Zug.spitze bei 



196 Bürkleiu — Bugiardiui. 

Garmisch in Bayern, im Museum zu Königsberg Ein Wirthsbaus im Dorf Zirl bei 
Innsbruck, im Museum zu Danzig Kauferet vor einem Wirthshause, Abend im Gebirge 
und im Privatbesitz viele Andere. 

Bürklein, Friedrich, Architekt, geb. 30. März 1813 iu Burk (Mittelfranken), 
t 4. Dec. 1872 iu Wcrneck (Unterfranken), kam 1828 nach München, wo er die 
Akademie besuchte und ging 1839 nach Athen, wo er sich bei Gärtners Bau des 
königl. Schlosses betheiligte. 1840 baute er das Rathhaus in Fürth, studirtc drei 
Jahre den Eisenb;ihnbau in verschiedenen Ländern, baute 1847—40 in München den 
damaligen Hauptbahnhof romanischen Stils und entwarf die Maximiliausstrasse, baute 
in Passau die ])rotestantische Kirche, in München das gothisch - ronuinisireude 
Kegieruugsgebuude und andere öffentliche und Privatbauten, worin er sich als Haupte 
Vertreter des sog. Maximilianstils bewies. 

Bürklein, Karl Wilh. Tankwart Gottfried, Architektur- und Marinemaler, 
geb. 24. Febr. 1845 in Nürnberg, Sohn des Vorigen, in München Schüler des 
Architekturmalers Emil Kirchner, der Marinemaler X y 1 a n d e r und J o h. B a p t. 
Weiss. Seine Hauptbilder sind Der Dom in Worms, Mondnacht bei Havre und 
Seeschlacht bei Lissa 1866. 

Bürkner, Hngo, Formschneider und Radirer, geb. 24. Aug. 1818 in Dessau, 
war dort anfangs Schüler des Hofmalers Beck, besuchte 1837 — 39 die Akademie in 
Düsseldorf unter Karl Sohn, bildete sich im Holzschnitt unter Unzelmann in 
Bulin und im Kupferstich unter Anton Krüger in Dresden, wo er 1846 Lehrer 
des akademischen Ateliers für Holzschneidekunst wurde. Seit 1874 ist er Ehren- 
mitglied der Akademie in Wien. Als Radirer eignete er sich einen strengeren, mehr 
stichartigen Stil an, wie seine grösseren Blätter nach Werken der Dresdener Galerie, 
sowie nach Bendemanns Wandbildern im Dresdener Schloss zeigen. Ausser diesen 
verfertigte er noch viele Bildnisse und Scenen aus dem Familienleben. Seine Be- 
deutung liegt aber vornehmlich auf dem Gebiet des Holzschnitts, indem er zunächst 
selbst als Holzschneider, später als Vorstand der bekannten Dresdener Holzschneide- 
Rchule thätig war, als welcher er die Zeichnung auf den Holzstock übertrug, um 
sie unter seiner Leitung schneiden zu lassen. Aus dieser Anstalt ging eine aus.ser- 
ordenthche Anzahl von Holzschnitten hervor, mit denen Meister, wie unser herrlicher 
Ludwig Richter, Fletsch, Thumann, Hammer und zalillose Andere über dreissio- Jahre 
lang die volksthümliche Literatur ausschmückten. Eigenhändig geschnitten nat B. 
die Bilder zum Nibelungenlied von Bendemann und Hübner, Bilder zu „Paul und 
Virginie" (1844) und zum „Deutschen Jugendkalender" (1847 und 46), die Copien 
nach „Hans Holbein's Altem Testament" (1850), 6 Blätter „Auch ein Todtentauz" 
nach Alfred Rethel und nach dessen Hannibal's Zug über die Alpen, auch Schnitte 
nach Schnorr's Bilderbibel, nach Compositionen von Ludwig Richter und zu den Kinder- 
liüchern von Oskar Fletsch. Bürkner ist derzeit Direktor der Kupferstichsammlung 
weiland Seiner Majestät Friedrich August IL 

Butler, Anton, schweizerischer Historienmaler, geb. 1819 in Auw im Aargau, 
t 19. Nov. 1874 in Luzern, betheiligte sich als Schüler von Cornelius bei dessen 
Fresken in der Ludwigskirche zu Alünchen, zog dann nach Luzern und 1848 nach 
Düsseldorf, wo er als sein grösstes Bild Arnold v. Winkelried malte. Eine seiner 
letzten Arbeiten waren die Wandmalereien in der später abgerissenen Teilskapelle 
bei Küssnacht. 

Butler, Joseph Nicolaus, schweizerischer Landschaftsmaler, geb. 16. Oct. 1822 
in Küssnacht, besuchte 1852 die Akademie in Düsseldorf unter Schirm er, ging 
dann nach Luzern und nahm 1856 seinen Wohnsitz in Düsseldorf. Seine Bilder sind 
mit wenigen Ausnahmen den Alpengegenden verschiedener Kantono der Schweiz 
entnommen. 

Buffalmacco (eigentlich Buonainico), Cristofano, ein Florentiner Maler der 
Autodidakt gewesen und 1340 gestorben sein soll, aber im Buch der Malerbruder- 
schaft noch 13."il vorkommt. Sichere Bilder von ihm gibt es nicht. 

Bugiardini, Giuliano, ital. Maler, geb. 29. Jan. 1475 in Florenz, f 16. Febr. 
1554 das., Schüler des Do m. G hi rl an d ajo, Gehilfe des Albertinelli in Florenz 
und Freund des Michelangelo in Rom. Als bestes Bild seines gemischten Stils gilt 
das Martyrium der heil. Katharina in S. Maria Novella iu Florenz, das er mit Hilfe 
Michelaugelo's in vielen Jahren ausgeführt haben soll. Unter den übrigen sind zu 
nennen: Eine Heil. Familie (lö-20) im Palast Mansi zu Lucca, Maria mit dem 
Kinde und Heiligen im Museum zu Berlin, Madonna mit dem Kinde und dem 
kleinen Johannes im Museum zu Leipzig, Johannes der Täufer in S. Maria della 



Buglioni — Buonconsiglio. 197 

Grazie zu Mailand, Jakob's Söhne rächen die Entführung ihrer Schwesier Dina im 
Hofinuseura zu Wien, und Die bewunderte Verlobung der heil. Katharina in der 
Pinakothek zu Bologna. Er malte auch die Portraits von Michelangelo, des Papstes 
Clemens VII. una des Historikers Guicciardini. 

Bnglionl, Andrea Benedetto, ital. Bildhauer, geb. 1461 in Florenz, t 7. März 
1521 das., arbeitete seit 1484 in glasirten Terracotten. Werke dieser Art im Dom 
zu Perugia und in Florenz. Sein Sohn Santi B. oder Santi di Michel e Santi, 
geb. zu Anfang des 16. Jahrb., f -7. Nov. 1576, Schüler der della Robbia, der 
letzte Künstler der glasirten Terracotten, war in dieser Kunst thätig in Florenz. 

Buhl, Jakob Ludwig, Landschaftsmaler und Stecher, geb. 1822 zu Neu- 
stadt a. d. Haardt, wurde in Düsseldorf Schüler von J. W. Schirm er, betrieb aber 
auch den unter Steifensuud erlernten landschaftlichen Kupferstich. Zwei Jahre 
später trat er in das F r o nun e 1 s c h e Atelier zu Karlsruhe und stach mehrere von 
dessen Landschaften. Dann ging er nach München, erlernte die Landschaftsmalerei 
unter ßottmann und nahm seinen Wohnsitz in Frankfurt a. M., wo er auch die 
Lithographie betrieb. Hier liess er mehrere Lithographien und Stahlstiche erscheinen 
(Hauptblatt : Idealansicht des Schlosses zu Heidelberg) und wandte sich später wieder 
zur Malerei der Landschaft, namentlich aus den bayrischen Gebirgen, aus den 
Kheingegenden und Thüringen. 

Bullant, Jean, franz. Architekt, geb. um 1515 wahrscheinlich in Ecouen (hei 
Paris), t 10. Oct. 1578. Er bildete sich in Rom aus. Sein Hauptwerk ist das seit 
1541 für den Connetable von Montmorency erbaute Schloss Ecouen, worin er die 
Elemente der französischen Renaissance (mächtige Eckpavillons und hohe Dächer 
mit Erkerfenstern) dem Gesetz der klassischen Formen unterwarf. Unter Franz II. 
fiel er in Ungnade, kam unter Kar) IX wieder in Thätigkeit, setzte den Bau der 
Tuilerien fort, baute das Palais de la Reine und leitete den Bau der Königsgräber 
in St. Denis. Er schrieb : „Reigle generale d'architecture des cinq manieres de 
colonnes** (1562), „Petit traicte de geometrie" und andere Werke. 

Bullet, Pierre, franz. Architekt des 17. Jahrb., Schüler von Blondel, er- 
baute 1674 als Ehrendenkmal Ludwigs XIV. die Porte St. Martin in Paris und 
gegen das Ende des Jahrh. die Kirche St. Thomas d' .iquin, -rab auch 1691 ein 
Werk über uen praktischen Theil der Baukunst heraus 

Bnnburj, Henry William, engl. Zeichner und Kupterstecher geb. 1750 in 
Mildenhall (Suffolk), f 20. Juni 1811 in Keswick (Cumberlandshire), zeichnete sich 
schon als, Caricaturenzeichner aus, namentlich von Produktionen ungeschickter Reiter. 
Er lieferte 40 illustrirende Zeichnungen zu Shakespeares Dramen, die von ßartoiozzi 
u. A. gestochen wurden. 

Bundsen, Jess, dänischer Maler, geb. 16. Sept. 1766 in Assens auf Fünen. 
t 22. Sept. 1829 in Altona, besuchte die Akademien in Kopenhagen und in Dresden, 
widmete sich der Landschafts- und Architekturmalerei und liess sich in Altona nieder. 
Seine Bilder sind meistens Ansichten aus der Umgegend von Hamburg und Altona, 
z. B. Innenansicht der vormaligen Klosterkirche St. Johannis in Hamburg Kunst- 
halle das.), Dürers Grab (Kunsthalle in Bremen).- 

Bnnei, Jacques, frauz. Maler, geb. 1558 in Blois, f 1614, Schüler seines 
Vaters F r a n c o i s B., bereiste Spanien, nahm sich Tizian zum Vorbilde, arbeitete 
viel in Gemeinschaft mit dem Maler du B r e u i 1. Seine Hauptbilder sind eine 
Himmelfahrt Maria and eine Ausgiessung des heil. Geistes in der Augustincrkirclie 
in Paris und Das mit der Sonne bekleidete Weib aus der Apokalypse (Kap. l'-M) 
in der Kapuzinerkirche zu Blois. 

Buouaccorsi, Periiio, s. Yaga, Perino del. 

Buonafede, Giovanni, ital. Kupferstecher, geb. 1810 in Rom, stach nach 
Raffael die Madonna della Sedia, die Madonna dei Candelabri, die Disputa und den 
Violinspieler, nach Guercino Die Madonna im Palast Pitti, nach G. Reni eine Mater 
dolorosa. 

Buonamico, Christofauo, s. Buffalmacco. 

Buonarroti, s. Michelangelo. 

Baonasone, 8. Bonasone. 

Buonconsiglio, Giovanni, genannt Marescaleo, Maler aus Vicenza, lebte in 
der 2. Hälfte des 15. und im Anfang des 16. Jahrb., f nach 1530 in Venedig. Ein 
Bild seiner Frühzeit (1497) noch von harter Malerei ist die Kreuzabnalime im Museo 
civico zu Vicenza; Bilder seiner späteren Zeit, die schon eine leuchtendere Farbe 
haben, sind z.B. eine Madonna mit 4 Heiligen ,1502) in S. Rocco daselbst und andere 



198 Buonfigli — Burch. 

in S. Giacoino dell' Orio (1511) in Venedig, noch später (1519) eine Madonna zwischen 
Heiligen mit dem Stifter in der Kirche zu Montecchio Maggiore bei Vicenza. 

Buonfigli (Bonflgli), Benedetto, ital. Maler der 2. Hälfte des 15. Jahrh., geb. 
in Perugia, nachweisbar von 1450 au, f nach 1496, Nachahmer des Gentile da 
F a b r i a n , malte in strenger, alterthümlicher Anordnung und warmem, harmonischem 
Colorit. Seit 1454 malte er in der Kapelle des Communalpalastes zu Perugia Fresken 
aus der Legende des heil. Ludwig von Toulouse, in demselben Palast von ihm ein 
Jugendwerk Die Verkündigung, eine Anbetung der Könige, und von 1475 eine 
Prozessiousfahne der Bruderschaft San Bernardino daselbst. 

Buono, Architekt und Bildhauer des 12. Jahrb., der 1154 den unterbrochenen 
Bau des Campanile in Venedig wieder aufnahm. Er soll auch um dieselbe Zeit das 
Kastell deir Ovo in Neapel, ferner in Pistoja San Andrea, in Florenz S. Maria 
Maggiore und in Arezzo das Kathhaus erbaut haben. 

Bnouo oder Buon (Bon), Giovanni und sein Sohn Bartolommeo, venezianische 
Bildhauer und Architekten, ersterer geb. um 1375, f um 1445, letzterer geb. um 1410, 
t um 1470. Sie waren bei den öffentlichen Bauten Venedigs thätig und schufen 
1438 — 43 als ihr Hauptwerk die 19 m. hohe gothische Porta delia Carta des Dogen- 
palastes und 1430 den dieser Porta sehr ähnlichen Altar in der Kapelle dei Mascoli 
der Markuskirche. Von Bartolommeo die Kirche der Madonna dell' Orto mit der 
Verkündigung an der Fagade. Ein jüngerer Bartolommeo, der Sohn jenes 
Bartolommeo, geb. um 1450, f um 1529, begann 1517 den Bau der Scuola di San 
Rocco, und leitete den Bau des dritten Geschosses der alten Procuratien. 

Buonpensiere, Emilio Claudio, ital. Maler, geb. 2. Febr. 1849 zu Gravina in 
Apulien, bildete sich von 1865—71 auf der Kunstakademie in Neapel, wo er bei 
mehreren Konkurrenzen Prämien erhielt. Nach seinem ersten Bilde von 1870, Der 
arme Bettler, wurde er Zeichenlehrer an der technischen Schule in Isernia (Prov. 
Campobasso), malte daselbst einen heil. Joseph und einen heil. Sebastian und zog 
dann nach Canicatti auf Sizilien, wo er in Oel und in Pastell Portraits und andere 
Bilder malte, die, in Mailand, Turin und Rom ausgestellt, grossentheils in Privat- 
besitz kamen. 

Buonsignori, Francesco, ital. Maler, geb. 1455 in Verona, f 2. Juli 1519 in 
Caldiero (bei Verona), malte anfangs im altveronesischen Stil und kam dann an den 
Hof nach Mantua, wo er sich nach Mantegna eine weichere Zeichnung und wärmeren 
Farbenton aneignete. Ein Gemälde seiner Frühzeit ist z. B. Die Madonna aus dem 
Jahre 1484 in S. Fermo Maggiore zu Verona und 4 Jahre später die vorzügliche 
Madonna in S. Bernardino das. ; trefflich ist das Portrait eines venezianischen Senators 
von 1467 in der Nat.-Gal. zu London. Das bedeutendste Bild seiner späteren Zeit 
(von 1519) ist in S. Nazaro e Celso zu Verona eine Madonna mit Engeln und drei 
Heiligen. 

Buontalenti, Bernardo, mit dem Beinamen delle Girandole, ital. Maler, Bild- 
hauer, Baumeister, Techniker und Theatermaschinist, geb. 1536 in Florenz, f 6. Juni 1608, 
wurde infolge einer üeberschweramung des Arno 1547 von Herzog Cosimo I. adoptirt, 
erhielt eine sorgfältige Erziehung, genoss den Unterricht von Salviati, Bronzino, 
V a s a r i und C 1 o v i o , und widmete sich vornehmlich der Arclütektur. Er baute u. A. 
das herzogliche Lustschloss Pratolino, wurde Oberaufseher der Bauten des Landes, 
betheiligte sich bei der Vollendung des Baues der Uffizien, baute 1593 die Fa^ade 
von S. Trinitä in Florenz und in Siena 1576 den Palazzo Reale. Als Ingenieur legte 
er die Befestigungen von Florenz, von Porto Ferrajo zu Neapel, von Livorno und 
anderen Städten an und baute zahlreiche Brücken und Dämme. Auch bei theatra- 
lischen Vorstellungen zeigte er sich erfinderisch und geschickt. 

Buonvicino, 8. Moretto. 

Bupalo» und Athenis, altgriechische Bildhauer aus Chios, Söhne des Archerraos, 
die in der Mitte des 6. Jahrh. v. Chr. gemeinschaftlich arbeiteten und durch ihre 
Kunst in hohem Ansehen standen. Man sah in Delos und zu Rom im Giebelfelde 
de-J Apollotempels auf dem Palatin und an anderen Bauten Werke von ihnen, die der 
Kaiser Augustus aus Griechenland hatte herbeiführen lassen. Dem Bupalos, der der 
bedeutendere von beiden war, schrieb man auch einzelne Werke allein zu, z. B. Be- 
kleidete Chariten im Nemesistempel zu Smyrna. 

Burch, Jacques Hippolyte van der, franz. Landschaftsmaler und Lithograph, 
geb. 1796 in Paris, f 1854 das., hinterliess eine Menge von Landschaften und Veduten 
in kleinem Format, aber von geistvoller Behandlung und_ warmem Colorit, auch eine 
Folge von Blättern in Kreidemanier unter dem Titel „j5:tudes de Paysages". 



Burchett — Burger. 199 

Bnrchett, Richard, Zeichner und Genremaler, geb. 30. Jan. 1815 in Brighton, 
t 27. Mai 1875 in Dublin, trat 1841 in eine Zeichenschule in Soraersethouse, wurde 
1845 Zeichenlehrer in Kensington und übte grossen Einfluss auf die Entwickclnng 
der englischen Kunstschulen. Seit 1847 stellte er historische Genrebilder aus und 
schmückte mit Bildern die Gebäude der Kunstausstellung von 1862. 1855 sehrieb 
er eine Abhandlung über praktische Geometrie und 1856 über praktische Perspektive. 

Burckhardt, Christian Heinrich, Glasmaler, geb. 16. April 1824 in Eisfeld 
(Thüringen), f 14. Sept. 1893, besuchte 1840—46 die Akademie in München und 
schmückte eine grosse Zahl von Kirchen mit Glasmalereien, namentlich in Elsass 
und Lothringen, lieferte solche Arbeiten auch für die Schweiz, Frankreich und 
Amerika. Die bekanntesten dieser Malereien sind wohi die im Münster zu Ulm, in 
der Georgskirche zu Nördlingen und in der Martinskii-che zu Landshut. 

Bnrckhardt, Heinrich, Genre- und Portraitmalei geb. 4. Oct 1853 in München, 
Schüler der dortigen Akademie. Als seine Hauptbilder werden genannt Das Kloster- 
almosen, Der Jungfernkranz, Die Probearbeit und Der kleine Rekrut. 

Bnrclimair, s. Borgkmair. 

Bürde, Johann Karl, Kupferstecher, geb. 14. Mai 1779 in Prag, f 26. Febr. 
1848 das., Sohn und Schüler des gleichnamigen Stempelschneiders (1744—1818), 
bildete sich auf der dortigen Akademie, wurde 1804 Custos der Galerie Czernin 
und später der Galerie patriotischer Kunstfreunde in Prag. Von ihm: Bacchus mit 
Wassergöttern nach Salv. Rosa, eine Heil. Familie nach Cambiasi, Der Heiland am 
Kreuz nach Ligozzi, Venus nach Cambiasi, Der Kapuziner nach Bergler u. A. 

Bürdet, Angnstin, franz. Kupferstecher, geb. 27. Dec. 1798 in Paris, Schüler 
von Guerin und Lecerf, nahm seinen Wohnsitz in Moreuil (Dep. Somne; Seine 
Hauptblätter sind: La premiere naissance nach Vauchelet, Maria mit dem Kinde 
und Christus am Kreuz nach van Dyck (Mus. in Antwerpen), Christus mit den 
Engeln nach Lebrun, Amor und Psyche nach Picot. 

Burford, Robert, engl. Panoramenmaler, geb. 1792, f 30. Jan. 1861, war 
viele Jahre der Maler und Eigenthümer der Panoramen in London auf dem Leicester- 
Square und auf dem Strand, die er 1827 begann und iiach dem Besuch der Haupt- 
städte EuropEis ausführte. Ausserdem malte er zahlreiche Veduten aus Russland, 
aus dem Orient und aus Italien und mehrere Schlachtenbilder. 

Bnrford, Thomas, Zeichner und Mezzotintostecher, geb. um 1720, t i''70 in 
London. Er stach nach Markham ein Portrait von Jonathan Swift und andere 
Portraits nach J. H. Schaack und C. Philips 

Burger, Adolf August Ferdinand, Genremaler, geb. 9. Dec. 1833 in Warschau, 
t 13. Dec. 1876 in Berlin, Bruder von Ludwig B. (s. d.), bildete sich auf der 
Akademie in Berlin und unter Steffeck. Mit Vorliebe malte er das Leben des 
Volkes der Wenden und bereiste deshalb die Wohnstätten derselben in Schlesien, 
auf Rügen und im Spreewald. Bilder dieser Art kamen in den Besitz des Kaisers 
und des Prinzen Albrecht von Preussen. Eines seiner besten. Ein Begräbniss bei 
den Wenden im Spreewald, ist in der Nat.-Gal. zu Berlin, 

Burger, Anton, Landschafts- und Genremaler und Radirer, geb. 14. Nov. 1824 
in Frankfurt a. M., bildete sich dort im Städelschen Institut nach Jakob Becker 
und Diel mann, ging auf 2 Jahre nach München und Hess sich 1857 in Kronberg 
am Taunus nieder, wo er Landschaften mit Staffage, landschaftliche Genrebilder, 
Dorfansichten, Gehöfte, Wirthshaus- und Marktscenen in Oel und in Aquarell malte, 
in denen er eine geschickte Zeichnung und gesunden Humor entfaltete. Sie kamen 
meistens in Privatbesitz. Sehr lobenswerth .sind seine Originalradirungen, z. B. 
Der Fleischerladen, Aufbruch zur Jagd u. A. 

Burger, Johann, Kupferstecher, geb. 31. Mai 1829 in Burg (Kanton Aargau), 
widmete sich seiner Kunst anfangs unter Jakob Suter in Zofingen und von 1850 
bis 1856 dem Cartonstich unter Thaeter in München. In den folgenden Jahren 
lebte er in Dresden, Florenz und Rom und widmete sich in München dem Linien- 
stich, worin er es, wie im Cartonstich, zu grosser Vollkommenheit brachte. Zu seinen 
Blättern im Cartonstich gehören : Die Steinigung des heil. Stephanus nach Schraudolphs 
Fresken im Dom zu Speier, Die Dichter Toscanas nach Vasari (1858), 2 Blätter 
aus dem Leben des Bonifacius nach Fresken von Hess in der Basilika zu München, 
Der Raub der Europa und andere Bilder nach Genelli ; ebenso im Linienstich : Bauer 
und Makler nach Vautier,, Ruhe auf der Flucht nach Aegypten nach van Dyck, 
Jägerlatein nach Grützner, Die Dame mit dem Papagei nach F. v. Mieris, die 
Violante nach Palma Vecchio, die sog. Vestalin nach Ang. Kauffmann, die Flora 



200 Burger — Burgkmair. 

nacÜ Tizian (in den Uftizien), die Aurora nach Guido Reni, lüa die Krone von allem 
die Madonna della Sedia von Raffael und noch 1889 Palma Vocchios Heil. Barbara 
(Venedig, Sta. Maria Forraosa) und Raffaels Heil. Cäcilia. 

Burger, Leopold, Maler, geb. 9. Oct. 1861 in Wien, besuchte die dortige 
Akademie, widmete sich anfangs der Darstellung des Wiener Strassenlebens und 
wandte sich dann mit grossem Erfolg zur decorativen Malerei, z. B. im Hofburg- 
theater und im Palais Fränkel. 

Barger, Ludwig, Pilustrator und Maler, geb. 19. Sept. 1825 in Krakau, t 
22. Oct. 1884 in Berlin, wo er zunächst die Akademie besuchte. 1852 machte er 
eine Studienreise über Antwerpen nach Paris, wo er in C o u t u r e s Atelier arbeitete. 
1853—57 führte er in Berlin decorative Arbeiten und Plafoudmalereien aus und 
begab sich dann nach Ungarn, wo er im Auftrage der „Illustrirten Zeitung" die 
damalige Kaiserreise (1857) zeichnete. 1860 — 65 war wieder eine Zeit grösserer 
Unternehmungen und Illustrationen; so 1860—63 die Illustrationen zu Schmidts 
„Preussischer Geschichte", 1864 die zum „KrönungsAverk" und Cartons für das 
Fenster des Südportals des Kölner Domes. Besonders bekannt wurde er durch die 
Illustrationen zum dänischen und zum österreichischen Kriege (1864 und 66). Von 
1869 an malte er vorzugsweise Wand- und Deckenmalereien, z. B. im Berliner 
Rathhause, im Speisesaal des Raveneschen Hauses, im Schloss Buldern in Westfalen 
und im Pringsheimschen und Tiele-Wincklerschen Hause zu Berlin. 1872 und 73 
machte er auch eine Reise nach Italien, schmückte die Universitätsbibliothek in 
Berlin mit Bildern, den Speisesaal im Hause „Flora" zu Charlottenburg, wo er den 
Gang einer lukullischen Mahlzeit ausführte und in ernsterer Weise die Kadetten- 
anstalt in Lichterfelde bei Berlin, wo er die Vertreter der militärischen Tugenden 
darstellte. 

Burges, W., engl. Architekt und dekorativer Maler, geb. 1828, f 29. April 
1881 in Kensington, lieferte viele architektonische Zeichnungen vom Kapitelhausein 
Salisbury, Dekorationsmalereien für das Worcester College in Oxford, für die 
Restaurationsarbeiteu der Kirche in Waltham Abbey mit ihren Altarschreincu und die 
höchst interessanten f)ekorations- und Wandmalereien in dem auch von ihm restaurirteu 
Schlosse des Marquis von Bute in Cardiff. 

Burgess, Jolm Bagnold, engl. Genremaler, geb. 21. Oct. 1830 in Chelsea, 
malte Genrebilder aus Siianien und Marokko, die allmählich immer ausdrucks- und 
lebensvoller wurden, z. B. Eine spanische Dame, Das Stiergefecht u. A. Besonders 
gelangen ihm Kinderscenen, in denen er oft einen köstlichen Humor entwickelte. 

Burgess, Jolin Cart, englischer Blumenmaler, geb. 1798, t 20. Febr. 1863 in 
Leamington, Enkel des Portraitmalers William B. f (1812). Er malte in Aquarell 
Blumen, bisweilen auch Landschaften, musste sich aber später, durch seine Ökonomischen 
Verhältnisse gezwungen, auf den Unterricht im Blumenzeichnen beschränken. Er 
schrieb auch eine Abhandlung über Blumenmalerei und über Perspektive. 

Burgess, William Oakley, Mezzotintostecher, geb. 1818, f schon 24. Dec. 
1844, Schüler von Lupton, unter dem er sich zu einem geschickten Meister in 
dieser Kunst entwickelte. Er stach ein treffliches Portrait des Herzogs von Wellington 
nach Thomas Lawrence und war mit anderen Bildern für dessen Portraitgalerie 
beschäftirt, als ihn ein früher Tod hinwegraffte. 

Burghart, . Hermann, Dekorationsmaler, geb. 9. April 1835 in Türmitz bei 
Aussig, Schüler des Polytechnikums und der Akademie in Wien, war als Dekorations- 
maler am Hofburgtheater, am Karltheater und seit 1866 mit Carlo Brios chi an der 
Hofoper thätig, wo er die Dekorationen unter Dingelstedts Direktion ausführte, 
"".'on ihm auch die Bilder im Nordwestbahnhof und im Musikvereinsgebäude. 

Burgkmair, Hans, Maler und Formschneider, geb. 1473 in Augsburg, f 1531 
das., Sohn und Schüler von Thoman B. (s. d.), aucli Schüler des M. Seh o ng au er 
in Colraar, trat 1498 in die Augsburger Malerzunft, bildete sich weiter unter dem 
Einfluss Dürers und der Venezianer und brachte aus Italien 1508 die Auffassung 
der Renaissauce in seine Heimath, wodurch er einen grossen Einfluss auf den 
jüngeren Hans Holbein übte. Sein© früheren Bilder zeigen in der Art der Gewand- 
f'alten, in dem häufigen Gebrauch von Gold und in der Bildung der Köpfe noch di 
"Itere schwäbische Schule, nach seinem Aufenthalt in Italien dagegen eine grös.sere 
Weichheit und Annäherung an die Formen der Renaissance. Er ist auch einer der 
ersten Maler, der das Landschaftliche mit den Figuren geschickt zu verbinden 
wusste. Seine Hauptbilder sind in der Galerie zu Augsburg Christus und Maria 
mit den dazu geliörenden 2 Flügelbildern, Die römischen Basiliken SanctiPetri( 1501), 



Burgkmair — Buruiirciui. 201 

S. Giovanni in Laterano (1502) und Santa Croce (1504), ausgezeichnet durch treffliche 
Köpfe, und aus seiner späteren, schon manierirten Zeit eine Kreuzigung (1519); in 
der Pinakothek zu München ein auch landschaftlich bedeutender Johannes auf 
Patmos (1518), in der Augsburger Galerie Christus und Maria thronend (1507), im 
Germanischen Museum 4 Bilder, darunter eine farbenprächtige Madonna von 1509, 
und im Berliner Museum eine hübsche Heilige Familie von 1511. Aus seiner Spätzeit 
stammen mehrere Portraits, darunter wohl das beste im Hofmuseum zu Wien, worauf 
er sich selbst mit seiner Gattin dargestellt hat (1529). Eben aus dieser Spätzeit 
auch Esther vor Ahasverus (1528) und die ziemlich reizlose Reiterschlacht bei 
Cannae (1529) mit kleinen Figuren in der Tracht des 16. Jahrh. (Galerie in Augs- 
burg). Wohl noch bedeutender ist Hans B. in seinen C!ompositionen für den Holz- 
schnitt, dahin gehört unter den Einzelblättern als frühes Helldunkelblatt Der Tod 
als Würger, ferner mehrere Portraits, sowie 124 Darstellungen von Heiligen für 
den Kaiser Maximilian, 6ß Blätter für den „Triumph" des Kaisers und als seine 
tüchtigste Leistung dieses Faches mehr als 200 Blätter für den sog. ..Weisskunig". 

Burgkmair, Htins d. J., Sohn und Schüler des Obigen, lebte bis 1559, setzte 
die Arbeiten und das Geschäft seines Vaters fort. Von ihm rühren die später als 
1531 datirten Holzschnitte unter den dem Vater zugeschriebenen her. 

Burgkmair, Thoman, Maler, Vater des Hans B., war um 1460 in Augsburg 
in seinen Lehrjahren; er f 1523. Von ihm sind keine sicher beglaubigten Werke 
vorhanden. 

Burgsclimiet, Daniel Jakob, Erzgiesser, geb. 11. Oct. 1796 in Nürnberg, 
t 7. März 1858 das lernte bei Reindel die Bildhauerkunst und in Paris die Kunst 
des Erzgusses. Hauptwerke von ihm sind der Guss der Statue Dürers von Rauch 
(Nürnberg), die 6 Engel auf dem Hauptaltar der Lorenzkirche in Nürnberg, das 
Denkmal Beethovens in Bonn von Hähnel, die Bronzethüren der Goethe-Galerie in 
Weimar, die Statue Karls IV. in Prag von Hähnel, das Denkmal des Ministers 
Winter in Karlsruhe von Reich, das Denkmal Luthers von Ferd. Müller in Möhra 
und das Radetzky-Denkraal von Emanuel Max in Prag. 

Burke, Thomas, engl. Kupferstecher, geb. 1749 in Dublin, f 31. Dec. 1815 
in London, Schüler des Mezzotintostechers D i x o n, stach in Mezzotinto und in 
puuktirter Manier nach Malern seiner Zeit, am meisten nach Angelika Kauffraann. 
Neben C. Watson ist es H, der die Punktirmanier am Zartesten zu handhaben weiss, 
und erzielt er namentliv^h la dem Carnat eine malerische Weichheit, die mit der Schal- 
kunst rivalisiren kann. Unter seinen Blättern sind anzuführen : Nach Angelika 
Kauffmann : Telemach am Hof zu Sparta, Kleopatra am Grabe des Antonius, 
Andromache am Grabe Hektors, Penelope erhält die Nachricht von der Rückkehr des 
Odysseus, und nach Mortimer Die Schlacht bei Agincourt. 

BurHng, (iilbert, amerikan. 3Ialer, geb. 1843, f 8. Febr. 1875 in Riverdale 
am Hudson. Er malte hauptsächlich Vögel, war hierin als Hlustrator thätig und 
hat auch als Schriftsteller über Vögel geschrieben. 

Burlington, Richard Boyle, Graf von, engl. Architekt, geb. 25. April 1695, 
t 4. Dec. 1753 in London, studirte die Baukunst nach Inigo Jones und nacli 
Palladio und ging zu seiner weiteren Ausbildung nach Rom. Nach seiner Rück- 
kehr baute er als erstes Werk um 1717 das Chiswick-House, die später nieder- 
gerissene Facade des Burlington-nou.se (Sitz der Kunstakademie), im Stil Palladios 
eine italienische Villa in Chiswick (1729), das Dormitoriuna der Westminster-Schule, 
das Haus des Herzogs von Eichmond in Whitehall, und andere Gebäude, die zwar 
geschmackvoll, aber ohne Originalität sind. 

Burmeister, Panl, Genremaler in München, der in den letzten Jahrzehnten 
recht ansprechende Genrebilder auf die Ausstellungen in München und Berlin brachte, 
z. B. Scene aus den Bauernkriegen, Maria Stuarts Flucht nach der Schlacht 
bei Longside, Der Canal grande in Venedig, Der Mandolinspicler, Schwierige Passage, 
Das Pistolenschiessen, Eine fidele Gesellschaft u. A. 

Burnand, Eugene, schweizerischer Maler, geb. 1850 in Moudon (Kanton Waadt), 
Schüler von Geröme, malte Thier- und Genrebilder, unter denen zu nennen sind : 
Brüllender Stier in den Alpen f Museum in Lausanne), Das Innere einer Dorfkirche 
im Waadtland, Eine Dorfspritze die auf die Brandstätte fährt. Der Säemann, Kühe 
auf der Weide u. A. 

Burnarcini, Lodovico Ottavio, Baumeister des Barockstils, thätig in Wien, 
t um 1707 in hohem Alter. Seine Bauten sind zum Theil kahl und trocken, zum 
Theil reich an Phantasie und glänzendem Prunk. Als Liebling des Kaisers Leopold I. 



202 Burue- Jones — Burnilz. 

stand er am Hof in hohen Ehren, baute in "Wien, in Ebersdorf, die Pfarrkirche in 
T;axenbur£j u. s. w. Von ihm der Entwurf zu der von Fischer v. Erlach ausgeftihrten 
Dreifaltigkeit«- oder Pestsäule auf dem Graben in Wien (1G87— 93), ein technisch 
meisterhaftes, aber höchst geschmackloses Werk. 

Burne-Jones, Edward, engl. Maler d r romantisch-idealen Schule Rossettis, 
einer der sogenannten Prae-raffaeliten, besitzt wie die anderen Vertreter dieser 
Hiciitung ein wunderb;<res Stilgefühl, das sich in der Form, wo es jede Fläche beleben 
will, sowohl wie in der Farbe bewährt, in welch letzterer es eine wunderbare 
stimmungsvolle Harmonie, durchaus dem Naturalismus abgewendet, hervorbringt. 
.,Botticelli" ist ein Schlagwort dieser Schule, ein Anderes dass sie nicht für den 
Verstand, sondern für die Sinne malen will, z. B. nicht witzige Einfälle bei denen 
wir uns eine Geschichte denken können, sondern Bilder die ausschliesslich unser Auge 
erfreuen soll. Besonders ist es B. gelungen, das dekorative Element mit dem 
Monumentalen zu vereinigen. B. wurde am 28. Aug. 1833 zu Birmingham geboren, 
war anfangs für den geistlichen Stand bestimmt, erhielt seine Ausbildung auf dem 
Exeter-College in Oxford, bildete sich in der Malerei als Autodidakt und liess sich 
in London nieder. Seine Bilder, vielfach Vorlagen für ausgeführte Glasmalerei, 
bisweilen Aquarelle, werden heuie eben so sehr gesucht und geschätzt, wie sie 
anfänglich missachtet wurden. Zu den schönsten gehören: Der Gesang der Liebe, 
Amor und Psyche, Die sechs Schöpfungstage (Hauptbild, 1877), Die Verzauberung 
Merlins, Der Spiegel der Venus, Die 4 Jahreszeiten, Pan und Psyche, Perseus und 
die Gräen, u. A. 

Burnet, James, schottischer Landschafts- und Tniermaler, geb. 1788 in Mussel- 
burg bei Edinburg, f 27. Juli 1816 in Lea (Kent), Bruder des John. B., ging 1810 
nach London, und stuAirte die alten holländischen Meister. Seit 1812 stellte er seine 
Bilder aus, unter denen wir als die besten nennen : Die am Abend zurückkehrende 
Heerde, Der 3Iittag (1813), Früher Morgen, Der nach Hause zurückkehrende Land- 
mann und mehrere Andere dieser Art. 

Burnet, John, Maler und Kupferstecher- geb. 20. März 1784 in Fisher Row 
bei Edinburg, f 29. April 1868 in Stoke Newington bei London, Bruder des Vorigen, 
Schüler des Kupferstechers Robert Scott und der Trustees Akademie in Edinburg, 
ging 1806 nach London, wo er, mit dem Genremaler Wilkie befreundet, bald eine 
grosse ThätigKeit entwickelte. Eines seiner ersten Werke war der Stich nach Wilkies 
Brummeisen, bald nachher der nach dessen populär gewordenem Blinder Geiger. Dann be- 
suchte erParis, stach für Fosters ,.Britische Galerien" , den Briefschreiber nach Metsu, nach 
Rembrandt Die Heimsuchung, Bathseba im Bade, Die Geburt Christi und Die Kreuzigung, 
sodann Die Schlacht bei Waterloo nach Atkinson und dieselbe nach Devis. Seine 
besten Stiche sind nach seinem Freunde Wilkie Die Testamentseröft'nung, Das 
Kaninchen auf der Mauer, Die Invaliden lesen die Nachricht von der Schlacht bei 
Waterloo, Der Empfehlungsbrief, und nach Turner Die Schlacht bei Trafalgar. Unter 
seinen Genrebildern sind zu nennen : Die Brettspieler, Die Invaliden von Chelsea, 
Der Christabend, Die kleinen Vögel. Auch als Kunstschriftsteller war er mehrere 
Jahrzehnte thätig, schrieb eine Abhandlung über das Malen und andere Kunst- 
zweige. 

Burnier, Richard, Thier- und Landschaftsmaler, geb. 1826 im Haag, i 17. März 
1884 in Düsseldorf, machte in seiner Vaterstadt Studien nach den alten holländischen 
Meistern, wurde 1850 in Düsseldorf Schüler von A. Achenbach und Schirm er, 
bildete sich für die Thiermalerei besonders unter Troyon in Paris aus und liess sich 
1869 in Düsseldorf nieder. Seine Landschaften mit Thierstaffage sind von trefflicher, 
leuchtender Farbe, darunter aus den 70er und 80er Jahren: Kühe am Strande (1872), 
Vorüberziehendes Gewitter, Nachmittag auf der Wiese, Die 2 Freunde, Wilder 
Stier, Warmer Morgen bei Ostende (1880), Abend in den Ardennen (1883J. Sie 
kamen fast alle in Privatbesitz. 

Burnitz, Karl Peter, Landschaftsmaler, geb. 1824 in Frankfurt a. M., 
t 18. Aug. 1886 daselbst, war anfangs Juri.st und seit 1849 Rechtsanwalt in seiner 
Vaterstadt, bereiste aber schon 1848 Italien und 1850 Spanien und Algerien, ging dann 
zum Künstlcrbcruf über, bildete sich dafür 10 Jahre lang in Paris und zog dann in 
die Malerkolonie zu Cronberg am Taunus. Die künstlerische Auffassung seiner Bilder 
ist daher ganz französisch mit stimmungsvollem Ton und melancholischem Charakter. 
Zu seinen gelungensten und bekanntesten gehören zwei Landschaften (1855 und 56i 
in der Kunsthalje zu Hamburg, Waldpartie an der' Nidda (Städeisclies Institut in 
Frankfurt a. M.j und Der Starnberger See. 



Buinitz — Bush. 203 

Burnitz, Rudolf Heinricli, Architekt, geb. 18-27 in Frankfurt a. M., f 1880 
daselbst, besuchte das Atelier von S t ü 1 e r in Berlin und H ü b s c h in Karlsruhe, wo er 
sich bei dessen Bau des Theaters in modernem Renaissancestil betheilij^fte. Nach 
einigen Studienreisen in Italien (1853—55) Hess er sich in seiner Vaterstadt nieder, 
wo er den Umbau des Stadttheaters ausftihrte, den Saalbau, das Polytechnikum und 
als sein Hauptwerk (mit 0. Sommer) 1874 — 79 den Prachtbau der neuen Börse 
aufführte, ein Werk von imposantem Aeusseren und praktischer Einrichtung des 
Inne/en. 

Burr, Alexander, engl. Genremaler, geb. 1835 in Manchester, wurde auf der 
Akademie in Edinburg ausgebildet, stellte dort 1856 Portraits und Landschaften aus, 
ging aber bald zum Genre über, z. B. Der Obstladen, Die Politiker (1857), Die 
Ueberrumpelung und Die Musikgesellschaft. 1861 Hess er sich mit seinem Bruder John 
(s. d.) in London nieder und brachte auf die Ausstellungen zahlreiche gut componirte, 
lebenswahre Genrebilder, z. B. Das Bibellesen, Die Maske (1862), Der Scherz (1864), 
Die Flucht der Königin Henriette (1869), Karl I. in Exeter (1870), Die Rückkehr 
vom Markt, Nach der Schlacht bei Cullodeu u. A. 

Bnrr, John, Genremaler, geb. 1834 in Edinburg, Bruder des Vorigen, bildete 
sich ebenfalls auf der dortigen Akademie, malte anfangs ebenfalls Portraits und 
Landschaften und zog 1861 nach London, wo er Genrebilder ausstellte, unter denen 
genannt werden: Der Arme hilft dem Armen, Wandernder Kesselflicker, Der 
aufgefangene Brief (1869), Wandernder Musikant (1870), Der fünfte November 
(1871), Die Brombeerensammler (1875) u. A. 

Burton, Decimus, engl. Architekt, geb. 1800, f 15. Dec. 1881 in St. Leonard 
(Schweiz). Seine durch reiche Gliederung und Ornamentik ausgezeichneten Bauten 
sind namentHch in London das Athenäum (1829 und 30), der auf Constitution Hill 
erbaute Triumphbogen mit Säulen, denen des Tempels des Jupiter Stator nachgebildet, 
sowie die Pläne zu Clarence und Comwall Terrace. 

Bury, Friedrich, Portraitmaler, geb. 13. März 1763 in Hanau, f 18. Mai 1823 
in Aachen, Schüler der Zeichenakademie seiner Vaterstadt und des Hofmalers 
Tischbein, war von 1780 — 99 in Rom, wo er die alten italienischen Meister copirte, 
lebte dann in Dresden und später in Berlin. Er malte namentlich Portraits aus dem 
hessischen Fürstenhause, ein Portrait der Königin der Niederlande (Schwester Kaiser 
Wilhelms L), ein Portrait des Pliilosophen Fichte und einige Genrebilder. 

Busch, Friedrich, Genremaler, geb. 1808 in Düsseldorf, f 6. Jan. 1875 das., 
besuchte viele Jahre die dortige Akademie und malte hübsche, anmuthige Genrebilder : 
Die Spinnerin, Der Jäger und sein Liebchen, Der Abschied, Kindergruppe u. A. 

Busch, Walter, Genremaler, geb. 13. März 1858 zu Greiffenberg in Pommern, 
war Schüler der Akademie in Berlin und des Malers A n t o n v. W e r n e r. Zu er- 
wähnen sind seine Genrebilder: Nach durchschwärmter Nacht, Ein Vaterunser, Der 
Herr Commis. 

Bnsch, Wilhelm, bekannter Carricaturzeichner und humoristischer Dichter, 
geb. 15. April 1832 in Wiedensahl (Hannover), besuchte, zum Ingenieur bestimmt, 
L Jahre die polytechnische Schule in Hannover, auch die Akademien zu Düsseldorf, 
Antwerpen und München. 1859 begann er das Zeichnen für die „FÜegenden Blätter" 
und verfasste seit Anfang der 60er Jahre humoristische Gedichte, die, von ihm selbst 
illustrirt, ihm grosse Popularität verschafften. Es sind z. B. „Max und Moritz", 
„Hans Huckebein", die polemischen „Der heil. Antonius von Padua", „Die fromme 
Helene" und „Pater Filucius", während die dann folgenden z. B. „Der Geburtstag" 
und „Dideldumdei" seinen früheren Witz nicht erreichten. Er lebt in seinem Geburts- 
ort als Bienenzüchter. 

Buschmann, Gustaaf, belgischer Maler, geb. 1816 in Antwerpen, f 1852 das., 
bildete sich nach Ferd. deBraekeleer, malte effektvoHe historische Genrebilder, 
unter denen genannt werden: Eduard III. auf dem Schlachtfeld von Crecy 1346 und 
Richard Löwenherz auf Schloss Torquilstone nach Walter Scott's „Ivanhoe". Er 
radirte auch einige Blätter. 

Bnsh, Norton, amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1834 in Kochester (New-York), 
war seit 1852 Schüler von Cropsey in New-York, zog danu nach San Francisco, 
machte Stndienreisen nach Mittel- und Südamerika und wurde 1878 Direktor der 
Kunstschule in San Francisco. Seine meisten Landschaften sind aus den Tropen- 
gegenden, z. B. Der See von Nicaragua, Die Bai von Panama, Der Flnss San Juan 
in Nicaragua, Der Berg Chimborazo, Der Vulkan Elmisti in Peru, Die Cordillereu von 
Ecuador. 



204 Blisbnell — Eutin. 

Biishuell, Jolin, BiltUiaiier, gnh. um die Mitte des 17. Jahrh, f 1701, Scliiller 
von Burinan, l»erei.ste Frankreich und Italien, lebte eine Zeitlan;,'- in Rom und 
Venedijif und schuf nach seiner Eückkehr in London Statuen für die Eör.se, für die 
Westminster-Abtei und die Sehr g-elungene Statue des Lord .^fordaunt in Fulham. 
Nach dem g-änzlichen Misslingen einer nackten Figur Alexanders d. Gr., dem Verlust 
eines Landgutes in Kent durcli einen Prozess und andere Unfälle verfiel er in 
Irrsinn. 

Busi, GioTanni, s. Cariani. 

Busi, Luigi, ital. Genremaler, geb. 8. Mai 1838 in Bologna, t 2. Juni 1884 das , 
Schüler der dortigen Kunstschule, bildete sich in Rom weiter und wurde 1871 
Professor an der Akademie seiner Vaterstadt Unter seinen trefflrch charakterisirten 
Genrebildern nennt man: Tasso und der Cardinal Aldobrandini in'Sant' Onofrio, Der 
Condolenzbesuch, Das unglückliche Ehepaar, Der Besuch bei der Wöchnerin. 

Busink, Lndwig, Formschneider, geb. um I.jOO in Minden, kam früh nach 
Frankreich, wo er der erste war, der Versuche im Helldunkel machte. Seit 1630 
arbeitete er in Paris. Zu seineu besseren Blättern gehören • Moses mit den Gesetz- 
tafeln Die Evangelisten Matthäus und Johannes, Marcus und Lucas, Aeneas rettet 
sein.u Vater Anchises aus dem Brande von Troja, Die Heil. Familie mit dem auf 
einem Lamm sitzenden Johannes, Judith mit dem Haupt des Holofernes, Christus und 
die 12 Apostel, alle diese nach L'Allemand, und nach Bloeraaert eine Heil. Familie. 
Bhss, William Robert, engl. Genremaler und Kunstschriftsteller, geb. 29. Aug. 
1804 in London, f 20. Febr. 1874, Sohn eines Kupferstechers und Emailarbeiters, 
war Schüler von George Clint, malte anfangs zahlreiche Portraits von Schau- 
spielern und ging dann zum humoristischen Genre über. Als seiue besten Bilder 
dieses F'aches sind zu nennen: Der krami)fhafte Angriff, Die Musikdose (1832), Die 
Gcnugthuung (1838), Das Zimmer des Autiquar.s (18J'J) u. A. Einige Jahre gab er 
den „Fiue Arts Almanack" heraus und hielt Vorträge über Kunstgegenstände. 

•Busse, Georg, Landschaftsmaler und Radirer, geb. 17. Juli 1810 in Bennemühlcn 
bei Hannover, f 26. Febr. 1868 in Hannover, Schüler der Akademie in Dresden und 
des dortigen Kupferstechers Stolz el. 1834 erhielt er als Kupferstecher den Preis 
für Rom, studirte hier bis 1843, besuchte Griechenland und kehrte 1844 nach Hannover 
zurück, wo er Hofkupferstecher wurde. 1858 machte er eine Studienreise über Paris 
nach Algier, zum Atlas und nach Karthago, zurück über Malta und Italien. Die 
Früchte dieser Reisen waren zahlreiche, grossentheils in Privatbesitz gfekommene 
Landschaften aus Rom und dessen Umgegend, aus Sizilien, Griechenland und Afrika. 
Seine Radirungen, zum Theil nach Jos. Ant. Koch, von trefflicher Zeichnung und 
malerischer Behandlung, stellen ebenfalls meistens Gegenden aus Italien dar. 

Bussen, Charles, franz. Landschaftsmaler, geb. 15. Juli 1829 in Montoire 
(Lo'iT et eher), Schüler von Remond und Francais, Hess sich in Paris nieder, 
wo er sehr ansprechende, oft mit Thieren staftirte Landschaften meistens aus 
Gegenden Frankreichs malte, z, B. Die Jagd in Berry (1865, im Luxembourg), Die 
Rückkehr des Wildmeisters (1807), Ein Morgen in Venedig, Alter Mühlteich bei 
Montoire (1879), Die alten Gruben des Schlosses Lavardin bei Montoire (im Luxembourg), 
für die er zahlreiche Medaillen erhielt. 

Busti, Agostino, genannt Bambaja, oder Agostino da Milano, Bildhauer, 
geb. um 1480 im Mailändischen, f um 1550. Sein Hauptwerk (um 1518) war das 
Grabmal des in der Blütbe der Jahre gefallenen Gaston de Foix, dessen Ueber- 
reste sich jetzt im archäologischen Mu.seuin der Brcra zu Mailand, im Palast Busca 
zu Castellazzo d'Arconate, im Schloss zu Belgiojoso, im Museo civico zu Turin und im 
Kensington-Museum zu London befinden. Am schÖ!>--tcn die Grabstatue des Jünglings 
.selber in der Brcra. Ausserdem von ihm ein Grabmal in der Kapelle von Isola bella, 
ein kleineres in der Sammlung der Brera, das zierliche Relief einer Darstellung der 
Maria im Tempel in einer Kapelle des Domes zu Mailand und im Choruragang das 
Denkmal des Staatsmannes Marino Cara'viol'^ [f 1528) au.^ .schwarzem Marmor mit 
6 Jlarmorfiguren. 

Butavand, Lucieu, franz. Kupferstecher, geb. 7. Jan. 1808 in Vienne (Dep. 
Isere), f 27. Jan. 1S53 in Paris, stach nach Michel Dumas die Verstossung der 
Hagar, nach A. Solario die Madonna mit dem grünen Kissen (mit Keller und 
Steifensand), nach verbeck 12 Blätter der Passion Christi. 

Butin, Ulisse Louis Augnste, franz. Genreraaler, geb. 1838 in Saint-Quentin, 
t 9. Dec. 188:{, Schüler von Picot und Pils, zeigte in seinen Bildern eine treffliche 
Auffassung des Küstenlebens. Als die besten derselben worden genannt: Die Erwartung, 



Butler — Byrne. 205 

Begräbnias eines Seemanns in Villerville (im Liixembourg); Ex voto (1880), Der 
Stapellauf (1883), Die Frau des Fischers, Der Abschied des Seemanns u. A. 

Butler, 'William Deane, irischer Architekt, geb. am Ende des vorigen Jahrb., 
t 28. Nov. 1857 in Dublin. Schüler von Beazley, war fast 40 Jahre in seinem Vater- 
lande thätig, baute in gothischem Stil die katholischen Kirchen in Roscrea und 
Monastereven, die neue Kathedrale in Kilkenny, sowie die Bahnhöfe in Dublin und 
in Drogheda. 

Buttcrfleld, William, Arcuitekt, geb. 7. Sept. 1814, widmete sich namentlich 
dein Studium des gothischen Stils, worin er die Anwendung farbiger Steine einführte. 
Seine Hauptbauteu dieses Stils sind in Canterbury das CoUegium des heil. Augustinus, 
in London die Allerheiligenkirche und die Ritualistenkirche St. Albans in Oxford 
die neue Kapelle des Balliol College und des Keble College (1868—70'' und andere 
Monumentalbauten in Winchester 

Buttersack, Bernhard, Landschaftsmaler, geb. 1858, besuchte die Kunstschule 
in Stuttgart unter B a i s c h und in Karlsruhe. Unter seinen Bildern sind zu nennen : 
Der Frühling (1883), Sommerabeud, Oberbayrische Dorfpartie (18«4), Ein heiterer 
Tag (188G), Viehweide (1888). Er lebt in Schleissbeim bei München. 

Butti, Lorenzo, Marinemaler der 1. Hälfte des 19. Jahrb., malte treffliche 
Seestücke, wurde unter Ferdinand L Hofmaler in Wien, wo sich im Hofmuseum ein 
grosses Bild, Stünuische See bei Malamocco (184ü), befindet. 

Buttinone, Bernardino, Maler und Baumeister der 2. Hälfte des 15. Jahrb., 
geb. in Treviglio, wahrscheinlich Schüler des Br am an te, malte hiiufig zusammen mit 
Bernardino Zonale (s. d.) in kräftigem Colorit, aber nicht genügender Zeichnung. 
Zu den besten Bildern beider gehört vor allen das grosse Altarwerk von 1485 in 
San Martino zu Treviglio mit einer Madonna und Engeln, vielen Heiligen und 
Sceuen aus dem Leben Christi. Die Bilder, die jedem der beiden einzeln zugeschrieben 
werden sind unsicheren Urhebers. 

Buys, Jacobus, holläud. Maler und Hlustrator, geb. 19. Nov. 1724 in Amsterdam, 
.17. April 1801 daselbst, Schüler von Cornelia Troost. Von ihm im Reichs- 
mu^eum zu Amsterdam ein männliches Portrait. 

Buyster, Philipp, Bildhauer, geb. 1595 in Amsterdam, f 1G88 in Paris, wo er 
den grössten Theil seines Lebens zubrachte und Mitglied der Akademie wurde. Seine 
dort befindlichen Hauptwerke sind das Grabmal des Cardinais von Rochefoucauld im 
Pantheon und Statuen des Neptun, der Ceres und des Bacchus in Versailles. 

Buytenwcg, Willem, genannt der Geestige Willem, holländ. Maler und 
Kupfersteeher, geb. am Ende des IG. Jahrb. in Rotterdam, f nach 1640, Schüler von 
Maarteusz, malte in Haarlem Gesellschaftsstücke, Historienbilder und besonders 
gelungeiie Landschaften mit menschlichen Figuren und Thieren staffirt, die häufig 
von Anderen gestochen oder radirt wurden. Seine Radirungen belaufen sich auf 
•26 Blatter nach eigener Composition. 

Bye, Marcus de, holländ. Thiermaler und Radirer, geb. um 1612 im Haag, 
t 1670, Schüler von Jakob van der Does, radirte besonders viele Blätter nach 
Paul Potter, auch nach eigenen Zeichnungen. Zu den vorzüglichsten seiner Radirungen, 
über 200 an der Zahl, gehören die zahlreichen Blätter mit Thierdarstellungen nach 
Potter. 

Byfleld, John, engl. Formschneider des 19. Jahrb., der, von seiner Schwester 
Mary B. in seinen Arbeiten unterstützt, zu seiner Zeit in hohem Ansehen stand. 
Er fertigte die Holzschnitte für Holbeins „Icones Veteris Testamenti" (1830) und 
in Gemeinschaft mit Boner den Todtentanz Holbeius (1830). Auch für Graj's „Elegy" 
lieferte er (1835) ausgezeichnete Hlustrationen. 

Bylaert, Johann Jakob, Maler und Radirer, geb. 1734 in Amsterdam, f 1809 
in Leiden, brachte einige selten gewordene Radirungen nach Saftleven, Wouwerman, 
J. V. Goyen und Paul Potter. 

ßylert, Jan van, holläud. Maler, geb. 1603 in Utrecht, t 13. Nov. 1671 das., 
ein Maler der Richtung B 1 o o m a e r t s, der in Italien viel von Caravaggio annahm und 
Genrebilder und biblische Gegenstände malte. Im Museum zu Braunschweig von 
ihm 3 Genrebilder, in der Galerie Harraeh zu Wien Die Pflege des heil. Sebastian 
a624), uucb im Museum zu Kassel und in Utrecht Heimkehr von der Jac^d. 

Byrne, William, engl. Kupferstecher, geb. 1743 in London, f 24. Sept. 1805 
das., wurde für seine Kunst in Birmingham ausgebildet, erhielt 1765 für seinen 
ersten Stich, Villa Madama nach Wilson, eine Medaille und widmete sich in 
Paris unter Aliamet und Wille dem landschaftlichen Stiebe, worin er besonders 



206 Bys — Cabat. 

meisterliaft in der Perspective wurde. Er stacli nach Zuccherelli, Both, Joseph 
Farington, Thomas Smith und für Hearnes „Antiquities of Great Britain". Zu 
seinen Schülern gehören seine 3 Töchter Anne Francis B., Blumenmalerin, geb. 
1775, t 2. Jan. 1837, Letitia B., Kupferstecherin, geb. 24. Nov. 1779, f 22. Mai 
1849, und Elizabeth B., Kupferstecherin, und sein Sohn John B., Aquarellmaler, 
geb. 1786, t 11- März 1847 

Bys, Joli. Rudolf, s. Biss. 

Byström, Johann Niklas, schwedischer Bildhauer, geb. 18. Dec. 1783 in 
Philipstad, f 11. März 1848 in Born, war Schüler von S er gel in Stockholm, ging 
mit einem Reisestipendium nach Rom, wo er als sein erstes Werk eine liegende, 
trunkene Bacchantin ausführte und mit geringen Unterbrechungen bis ans Ende 
seines Lebens thätig war. Seine besten im Geiste der Antike geschaffenen Bildwerke, 
unter denen besonders die weiblichen Figuren von hoher Grazie und Lebensfrische 
sind, befinden sich meistens in Stockholm. Es sind Juno mit Herkules, Amor als 
Bacchus (im Natioualmuseum), die Statuen Gustav Adolfs und Karl Johanns im 
kön. Schloss, Glaube, Liebe, Hoffnung (in der Karl-Johannskirche) ; in Linköjjiug auf 
dem Altar des Domes eine colossale Gruppe in Gips und in Upsala eine Statue des 
Botanikers Linne. Im Thiergarten zu Stockliolm baute er .sich eine prächtige Villa 
im altitalienischen Stil zum Theil aus carrarischem Marmor. 



C. 

Cabauel, Alexandre, franz. Historienmaler, geb. 28. Sept. 1823 in Montpellier, 
t 23. Jan. 1889 in Paris, folgte als Schüler Picots anfangs der klassischen Richtung 
David's, z. B. in den Bildern: Tod des Moses (1852) und Verherrlichung des heil. 
Ludwig (1855, Museum des Luxembourg), griff aber dann zu einem moderneu Gegen- 
stand in dem Geurebilde Die Wittwe des Kapellmeisters (1859) und in dem ausge- 
zeichneten Bilde eines florentinischen Dichters. Grosse Berühmtheit erlangte er durch 
diejenigen Bilder, in denen er die nackte Menschengestalt vorführt. Zeigt er uns 
hierin aucli eine, in vermeintlicher Anlehnung an; das Renaissance-Ideal, recht flaue 
Auffassung des nackten Körpers, so gebietet er doch über ein sicheres, zeichnerisches 
Können, das unsere Achtung erweckt, das sich übrigens sehr zu Ungunsten seiner 
malerischen Begabung entwickelt: Sündenfall im Maximilianeum zu München 
(18G3). Aus dem gleichen Jahre schon stammt die berühmte Geburt der Venus, 
(später wird der Gegenstand öfters wiederholt) worin er dem weiblichen Körper eine 
gewisse prickelnde Sinnlichkeit verleiht, die nicht minder verwerflich ist, weil sie 
nicht grob auftritt. Der verführerisch bläulich rosige Ton des Fleisches, die üppigen 
Formen sehen es auf andere als rein künstlerische Wirkungen ab. Anmuthige Wirkung 
machen die dekorativen Malereien im Hotel Pereire in Paris, und das Deckenbild des 
Triumphes der Flora für einen Plafond im Louvre, das von grosser Schönheit der 
Form, aber ohne grosse Phantasie ist. Eine solche fast theatralische Composition ist 
auch Der Tod der Francesca da Rimini und des Malatesta (im Luxembourg, 1870 
ausgestellt). Eines seiner besten Bilder (von 1885) war Die Tochter Jephthas. Ais 
Portraitmaler war er sehr beliebt in der vornehmen Frauenwelt, die er mit Feinheit 
und Grazie und genauer Befolgung der Mode darstellte, weniger geschätzt durch 
seine männlichen Portraits, z. B. Napoleons III. (1864), des Ministers Rouher (1861). 
Ein beträchtlicher Theil seines Werks befindet sich in amerikanischem Privatbesitz. 

Cabat, Nicolas Louis, franz. Maler, geb. 24. Dec. 1812 in Paris, f 13. März 
1893 daselbst, einer der Begründer der naturalistischen Stimmungslandschaft in 
Frankreich. Als Schüler von F 1 e r s nahm er die Motive seiner Bilder aus seiner 
heimischen Gegend mit treuer Wiedergabe der Details, einheitlicher Stimmung des 
Ganzen und tiefem, gesättigtem Colorit. So z. B. in den beiden Bildern des 
Luxembourg: Der Teich von Ville d'Avray (1834), Der Herbstabend und in Anderen. 
Gegen das Ende der 30er Jahre ging er nach Italien, wo er mit seiner bisherigen 
Art eine idealisirende Richtung zu verbinden suchte und bisweilen eine biblische 
Staffage hinzufügte. Solche Bilder sind Eine Strasse von Narui, Der junge Tobias 
mit dem Engel, Der See von Nemi und Die Jünger von Emmaus. Endlich kehrte er 
1860 zu seiner ersten Weise zurück, z. B. Die Ufer der Seine bei Croissy, Eine 
Quelle im Walde (1864) u. A. 1878 wurde er Direktor der franz. Akademie in Rom. 



Cabel — Caffi. 207 

Cabel (oder Kabel), Arie (Idriaan) van der, Landschaftsmaler und Radirer, 
geb. 1631 in Ryswyck beim Haag, f 1695 in Lyon, Schüler des Jan v. Goyen, 
bildete sich auch in Rom nach Salvator Rosa, malte mit menschlischen Figuren und 
Thieren staffirte Lands-^haften und radirte nach eigenen Compositionen, z. B. eine 
Landschaft mit der Ruhe auf der Flucht nach Egypteu, eine mit dem heil. Bruno, mit 
dem heil. Hieronymus, mit Cephalus und Prokris u. A. 

Cabet, Jean Baptiste, franz. Bildhauer, geb. 1815 in Nuits (Cöte d'Or), f 24. Oet. 
1876 in Paris, Schüler der Kunstschule in Dijou, nahm sich Frangois Rüde zum 
Vorbild, war mehrere Jahre an der itlastischen Ausschmückung der Isaakskirche in 
St Petersburg beschäftigt und später in Paris an der plastischen Ausschmückung des 
Louvre und der Tuilerien. Für das Handelsgericht in Paris schuf er eine sitzende 
Statue des Seehandels und als eine seiner letzten Arbeiten eine allegorische Statue 
des Jahres 1871 (im Luxembourg). 

Cabezalero, Juan Martin, span. Maler, geb. 1G33 in Almaden, f le?."] in 
Madrid, einer der besten Schüler des Carrefio. Von ihm im Museum de la Trinidad 
in Madrid ein Bild: Der Biedermann als Kritiker. 

Cabianca, Vincenzo, ital. Maler, geb. 1827 in Venedig, ein Gegner der 
Akademiker, der als eifriger Colorist besonders auf Licht- und Sonneueftekte und 
reine Naturwahrheit ausgeht, z. B. in den Bildern Die Hirtin und Der SchweinestaU 
(1860). 1868 nahm er seinen Wohnsitz in Rom, wo er seitdem zahlreiche Bilder in 
Oel und Aquarell ausstellte, die viele Anfeindungen erfuhren. Es sind namentlich: 
Der Schnee in Venedig und das Bild „II fait sa cour" (1883), ferner Ein Bad in den 
Klippen, Die Marine von Viareggio, Partie bei Perugia, Ein Haus in Anacapri, Er- 
innerung an Amalfi, Rocca di Papa (1883), Der Frieden im Kloster und andere 
Landschaften und Genrebilder. 

Cabral Aguado y Bejarano, Manuel, Historien- und Genremaler, geb. 1848 
in Sevilla, Schüler der dortigen Kunstschule und der Akademie in Madrid, später 
Professor an der Kunstschule seiner Vaterstadt. Seine Hauptbildcr sind: Die Er- 
oberung von Cadiz (Museum daselbst). Die Prozession des Corpus Christi in Sevilla. 
Die Prozession der Bruderschaft von Monserrate u. A. 

Cabuzel, Auguste ,Hector, franz. Maler, geb. 1836 in Bray sur Somme, wurde 
in Paris Schüler der Ecole des beaux-arts und der Maler Horace Vernet, 
Cogniet und Toulmouche. Uirter seinen Bildern von korrekter Zeichnung und 
Modellirung, lebhafter Bewegung der Figuren und sorgfältiger Ausführung der 
Details nennt man: Der Herbst (1874), Der Besuch im Louvre (1875). 

Caccia, Gugliclmo, s. Moncalvo. 

Cacciatori, Benedetto, ital. Bildhauer, geb. 1794 in Carrara, f 25. Sept. 1871 
daselbst, bildete sich unter Pacetti in Mailand, schuf als erstes grösseres Werk 
eine Colossal-Statue des Königs Karl Felix von Sardinien, die Statue Amadeus VIH. 
von Savoyen in der Kapelle del Sudario des Domes von Turin, das Relief des Einzugs 
Franz I. in Mailand am dortigen Arco della Pace, einige der Statuen an der dortigen 
Porta Veneziä, eine Statue Napoleons L und andere Bildwerke in Mailand und Turin. 

Caccini, Giovanni, Architekt und Bildhauer, geb. 24. Sept. 1556, f 17. März 
1613, Schüler des Antonio Dosio, erbaute 1601 die schöne Vorhalle der Kirche 
Santa Annunziata in Florenz, schuf daselbst die Statuen des Herbstes und des 
Sommers auf dem Ponte Trinitä und 4 Statuen am Chor von S. Spirito. 

Caccioli, Giuseppe Antonio, Maler und Radirer, geb. 1672 in Bologna, f 1740 
daselbst, Sohn des Malers Giovanni Battista C. (f 1675), war in der Malerei 
Schüler des Giuseppe Maria R o 1 1 i , thätig in Bologna und Florenz. Man hat 
von ihm nur wenige flüchtig- radirte Blätter. 

Cades, Giuseppe, ital. Maler, Kupferstecher und Radirer, gib. 8. Dec. 1750 in 
Rom, t 8. Dec. 1799 daselbst, Schüler von M a n c i n i und von desiien Schüler Cor vi, 
ging 1766 nach Florenz, wo er viele Blätter ältei-er Meister copirte und einige 
kirchliche Bilder malte. Seine Hauptstärke bestand in der täuschenden Nachahmung 
der Zeichnungen von Raifael, Michelangelo, Lion. da Vinci u. A. Seine beiden Haupt- 
blätter sind Christus und die Kindlein und Der Tod Lion. da Vincis in den Armen 
Franz L 

Caffe, Daniel, Pastellmaler, geb. 1750 in Küstrin, f 1815 in Dresden, bildete 
sich seit 1782 in I)resdeu unter Casanova und Graff, arbeitete hier und in 
Leipzig. Von ihm im Jluseum zu Dresden 2 Past«llportraits. 

Caffi, Cavaliere Ippolito, Architektur- und Marinemaler, geb. 1814 in Belluno, 
t 20. Juli 1866 bei I.issa, besuchte die Akademie in Venedig und zog dann nach 



208 



CafRori — Cain. 



Rom, wo er die alten Baudenkmäler unfnahm und herausgab. 1843 besuchte er 
Griechenland und den Orient. Zu seinen bedeutendsten Bildern gehören Karnevals- 
scene auf der Piazetta in Venedig (1846), die er oft copiren musste, Panorama von 
Rom vom Monte Mario aus und Die Landenge von Suez. 1848 musste er wegen seiner 
revolutionären Gesinnung aus Venedig flüchten, wollte die Seeschlacht bei Lissa durch 
ein Bild verherrlichen, fand aber dort in der für Italien unglücklichen Schlacht 

seinen Tod. »^. ... rt x. 

Caffleri, Bildhauerfamilie, zu welcher gehören: 1) Philippe C, geb. 1634 in 
Rom, t 1716; 2) Jacques C, einer der Söhne desselben, geb. 1678, t 1755; dessen 
Sohn Philippe C, geb. 1714, f 1774; 4) Jean Jacques C, Bruder dieses Philippe, 
geb. 1725 in Paris, f 21. Juni 1792 das., der bedeutendste dieser Familie. Er trat 
1749 in die franzosische Akademie in Rom, wo er 1752 für den Altar der Kirche 
S. Luigi dei Francesi eine Dreieinigkeit schuf. Nach Paris zurückgekehrt, fertigte 
er für das Foyer des Theätre francais mehrere Portraitbüsten von Mitgliedern dieser 
Bühne. Seit 1773 war er dort Mitglied der Akademie. 

Caggiano, Emanuele, ital. Bildhauer, geb. 12. Juni 1837 in Benevent, bildete 
sich bis 1859 iu Neapel, erhielt für ein Relief eine Pension und begab sich nach 
Florenz, wo er sich unter Giov. Dupre weiter bildete und als sein erstes be- 
deutendes Werk die Statue Brot und Arbeit schuf (jetzt in Capodimonte). Dann 
folgten die Bronzestatue der Victoria auf dem Denkmal der Piazza de' Martiri in 
Nelpel, die Statue des älteren Plinius, das Denkmal für die Familie Bucci, das 
Relief des Hector der dem Jupiter seinen Sohn weiht, und 1877 die Statue Friedrichs 
II. Tön Schwaben. Daneben malte er auch einige Bilder, z. B. eine heil. Magdalena. 
Cagliari, s. Veronese. 
Cagnacci, s. (Janlassi. 

(laguola^. Marchese Luj<?i, ital. Architekt, geb. 9. Juni 1762 in Mailand, 
t 14. Aug. 1833, wurde für seine Kunst im Collegio Clementino ausgebildet, studirte 
aber nachher die Rechtswissenschait und ergriff erst später die Baukunst. Sein Haupt- 
werk ist der seit 1807 von ihm erbaut-e, den späteren römischen Triumphbogen nach- 
gebildete Arco della I'ace in Mailand, ausserdem bei Treviglio die Kirche in Ghisalba, 
und der Glockenthurra von Urgnano. 

Cagnoni, Aiuerino, ital. Maler, geb. 16. Juli 1853 in Mailand, besuchte 1872—79 
die Akademie der Brera, und zeichnete sich in seinen Bildern durch treffliche Zeichnung 
und zartei' Colorit aus. Zu den bedeutenden gehören : Die Tochter des Curzio 
Pichena nach einem Roman von Guerrazzi, Eme Episode aus dem italienischen 
Unabhängigkeitskriege (1880), Valentine und Portrait des Malers Mantegna. 

Caille, L6on, franz. Genremaler, geb. 18. Äa,i 1836 in Merville (Nord), Schüler 
von Cogniet in Paris, malte anmuthige, sorgfältig ausgeführte Genrebilder aus 
dem Volksleben Frankreichs, die durch Vervielfältigung zum Theil sehr populär 
wurden, z. B. Die Rückkehr des Soldaten (1861), Die Lehrstunde, Der Gang zur 
Schule, Die Suppe (1867), Der sanfte Verweis (1S70), Familienfreudeu (1873) u. A. 
Caill6, Jules Michel, franz. Bildhauer, geb. 27. März 1836 in Nantes, f 1881, 
Schüler von Dur et und Guillaume, trat mit grossem Erfolg 1863 mit der nachher 
m Marmor ausgeführten Statue des Aristäus der den Tod seiner Bienen beweint, auf 
(nach Servius Commentar zu Vergil), der dann ideale und allegorische Bildwerke 
von trefflicher Ausführung, z. B. Bacchantin mit einem Panther, Statue des Kain 
(1876) und Portraitbüsten folgten. 

Cailleux, Alexandre Achille Alphonse de Cailloux, franz. Maler, geb. 31. Dec. 
1788 in Ronen, f 24. Mai 1876 in Paris, betheiligte sich bei der Herausgabe der 
„Voyage pittoresque dans Pancienne France" von Taylor, wurde Generalsecretär der 
Museen und war 1841—48 Generaldirektor der Schönen Künste. 

Caillotiette, Lonis Denis, Bildhauer, geb. 9. Mai 1790 ,in Paris, f 8. Febr. 
IW,H das., wurde schon 1805 Schüler von Roland und der Ecole des beaux-arts, 
wo er inelirere Medaillen erhielt, verlebte nachher mehrere traurige Jahre, bia er 
Schüler von Cartcllier wurde und einige Preise davontrug. Eine seiner besten 
Figuren war 1822 die eines Fischers, die ihm die goldene Medaille einbrachte. Dann 
folgten Büsten, eine Statue der Jungfrau Maria, 1824 arbeitete er in Gemeinscha^'t 
mit Cor tot eine Statue Karls X., eine Statue des Glaubens für die Kirche St. 
Ambroise, Reliefs für die Pariser Börse und eine Verlassene Psyche für die Tuilericn. 
C'a'in, Auguste, ausgezeichneter Thierbildner, geb. 4. Nov. 1822 in Paris, 
t <•,. August 1894 das., anfangs Holzsclmitzer, wurde 1855 Schüler von Rüde und 
txuionnet, und begann schon damals die Bildncrei der Thiere, worin er eine grosse 



Cairo — Calandra. 209 

Meisterschaft erlangte. Vou 1846 —51 bildete er fast nur kleinere Thiore imd ging 
danik zu den grössta-en Vögeln über, z.B. Ein Adler der seine Beute vorthddigt 
(18'52), Ein Adler der einen Geier verfolgt (1857), Fasanen von einem Marder über- 
fallen u. 8. w., bis er sich auch zu den grossen Raubthieren wandte, die er in 
friedlichem Zustand wie -in Kampfscenen mit höchster Naturwahrheit darstellt. Dahin 
gehören : Eine Löwin der Sahara, Tigerfamilie, Tiger im Kampf mit einem Krokodil, 
Ein Löwe (1874, im Garten des Luxembourg), Zwist eines Löwen und einer Löwin 
nm einen Eber (1875), der besonders meisterhafte Kampf zwischen 2 Tigern, Löwen 
mit ihren Jungen ihr Lager wechselnd. Sein gvösstes Werk ist das 1879 in Genf 
aufgestellte Denkmal des Herzogs Karl von Braunschweig, ein Prachtbau von 20 m. 
Höhe, bekrönt von der bronzenen Reiterstatue des Herzogs mit 2 colossalen Löwen 
und 2 Greifen aus rothem Marmor. C. bat der Stadt Paris seine Bronzegruppo 
^Streit eines Adlers und eines Geiers um den Cadaver eines Bären" vermacht, damit 
sie auf dem Square Montholon, wo der Künstler sich als kleiner Junge herumgetummelt 
hat, aufgestellt werde. 

Cairo, Francesco, ital. Maler, geb. 1598 in Varese, f 1674 in Mailand, war 
dort Schüler des Fierf r ance sco Morazzone, bildete sich dann durch eklektische 
Studien in Venedig weiter und eignete sich Richtigkeit der Zeichnung, Anmuth des 
Ausdrucks und wirkungsvolles Colorit an. Er malte viel in Kirchen und Palästen 
von Turin und Mailand. Im Museum zu Dresden ein Bild Venus, Amor und Apollo , 
im Hofmuseum zu Wien ein männliches Portrait. 

Calabrese, il, s. Pretl, Matteo. 

Calabrese, Marco, s. Cardisco. 

Calamatta, Luigi, bedeutender ital. Kupferstecher, geb. 12. Juni 1802 in 
Civita Vecehia, f 8. März 1869 in Mailand, Schüler von Mar che tti und Ricci ani, 
ging 1822 nach Paris, wo er sich an Ingres anschloss, wurde 1837 Professor ander 
Akademie in Brüssel und später Professor in Mailand. Das erste, grössere seiner 
besonders in der Wiedergabe des Helldunkels meisterhaftoa Blätter, war Das Gelübde 
Ludwigs XIII. nach Ingres, worauf dann Portraits der George Sand, Paganinis 
u. A. folgten. Seine Hauptblätter sind: Mona Lisa nach L. da Vinci (1837), Christus 
und Petrus auf dem Meere nach Cigoli, Francesca da Rimini nach Ary Scheffer 
(1843), Die Quelle nach Ingres, nach Raffael die Madonna da Foligno, Die Vision 
des Ezechiel und die Madonna della Sedia, nach G. Reui Beatrice Cenci und 1851 
eine Sammlung berühmter Männer Belgiens. Seine Gattin brachte als Malerin ein 
treuliches Portrait ihres Vaters des Archäologen Raoul-Rochetto und andere Bilder. 

Calanie, Alexandre, beliebter Landschaftsmaler, auch Radierer, geb. 28. Mai 
1810 in Vevey, f 17. März 1864 in Mentone, Schüler von Diday in Genf, unter 
dem er sich in glänzender Weise ausbildete und in volksthümlicher poetischer 
Aulfassung die grossartige Natur der Alpen malte. Wenn auch etwas hart und 
luftlos gemalt, zeichnen sich seine Bilder doch durch eine gewisse Farbeufrischo aus. 
1845 besuchte er Italien und bracht^ auch von dorther Landschaften, z. B. Die 
Ruinen von Paestum (1847, Museum in Leipzig). Aber die Alpen der Schweiz blieben 
immer seine Hauptsache. Reich vertreten durch solche Landschaften im städtischen 
Museum zu Leipzig (7 Bilder), in der Kunsthalle zu Bremen, im Museum zu Basel 
(Das Wetterhorn), im Musee Rath in Genf (Die 4 Jahreszeiten), in der Nationalgalerie 
ia Berlin, im Musee Arlaud zu Lausanne, im StädelVibou Institut zu Frankfurt, 
in Breslau, in Dresden und anderen öffentlichen und Privatsammlungen, wurde er 
dem grösseren Publikum noch durch seine Lithographien und Radierungien (18 Studien 
von Lauterbrunuen und Meiringen und 24 Blätter Alpenübergänge) bekannt. Seine 
Biogr. V. Rambert (1884). 

Calame, Jean Baptiste Arthur, Landschaftsmaler, geb. 1843 in Genf, Sohn 
und Schüler des Vorigen, bildete sich auch auf der Akademie in Düsseldorf von 
1864—66 unter Oswald Acheubach. Er bereiste ganz Italien und brachte aus 
fast allen Gegenden desselben Gebirgs- und Strandlandachaften und Marinen. Er 
lebt in seiner Vaterstadt. 

Calame'ch, Andrea, Bildhauer und Architekt, geb. im Anfang des 16. Jahrh. 
in Carrara, f nach 1576 wurde 1565 nach Messina berufen, wo er den Plan der 
Kii'clie San üregorio und 1567 den geistreichen Plan der Sschiffigen Kirche San 
Niccolö entwarf, 1572 die reich verzierte Marmorkanzel im Dom und in demselben 
Jahre die manierirtc Bronzestatue des Don Juan d'Austria schuf. 

Calandra, Edoardo, Maler, geb. 11. Sept. 1852 in Turin, wurde hier Schüler 
von Garaba, machte Studienreisen in Frankreich, Deutschland und im Orient und 

Allg-emeines Künstler-Lexicon. .">. Aufl. 1, Band, 14 



210 Calandra — Calderari. 

wurde Elireuinitglied der Akademie in Turin. Seine bedeutendsten Bilder sind: 
Ein Opfer der Katharina v. Medici (1874), Zerstreuungen, Hier ist Italien (1879), 
Eosanmndo (1880), Rückkehr aus Italien u. A. 1883 entsagte er der Malerei und 
trat als Schriftsteller auf. 

Calandra, Giovanni Battista, Mosaikarbeiter, geb. 1586 in Vfti-celli, f 16*4 
oder 1648. Er vervollkommnete die Mosaikmalerei in künstlerischer und technischer 
Hinsicht, namentlich durch die Erfindung eines besseren Kittes. Für die Peterskirche 
führte er im Auftrage der Päpste Urban VIII. und Innocenz X. viele Malereien 
in Mosaik aus, z. B. die 4 Kirchenväter, Erzengel Michael, die Apostel Petros 
und Paulus. 

Calandcelli, Alexander, Bildhauer, geb. 9. Mai 1834 in Berlin, Sohn des 
Giovanni C, besuchte von 1848—52 die dortige Akademie, vear dann Schüler von 
Daukberg, Drake und Aug. Fischer, besuchte Italien und ging seit 18G4 iu 
einem eigenen Atelier von kleineren Arbeiten in Wachs allmählich zu grösseren 
Arbeiteu über. Solche sind die Eckfiguren einer silbernen Ehrensäule, die Soldaten- 
figuren an dem silbernen Denkmal zum Stiftungsfeste des Eisei-nen Kreuzes, 2 
Landsknechte in Lebensgrösse, eine sitzende Statue des Peter v. Cornelius, die 
Statue des Generals York an Bläsers Reiterdenkmal Friedrich Wilhelms III. in 
Köln, das trefiliche Relief an der Ostseite des Siegesdenkmals in Berlin, der Kunst- 
gedauke auf der Treppenwange des Nationalmuseums, 4 Musen im Kuppelsaal des- 
selben, 2 Gruppen für die neue Königsbrücke, die stehende Statue des Cornelius in 
der Vorhalle des Alten Museums, die grosse eherne Reiterstatue Friedrich Wilhelms IV. 
auf der Freitre])pe der Nationalgalerie, die Colossalstatuen des Kaisers Vv^'ilhelm L 
in Kürassieruniform und des Kurfürsten Friedrich I. im Ritterharnisch, beide am 
Nationaldenkmal auf dem Marienberg bei Brandenburg, und die Colossalstatue Kaiser 
Wilhelms II. für das Teltower Kreishaus in Berlin. 

Calaudrelli, Giovanni, Edelsteinschneider, f 1852 in Berlin, wohin er 183-J 
aus Italien berufen war. Von ihm sind ein Carneol-Intaglio mit dem Bilde Friedrich 
Wilhelms IV. (1842), die 12 Apostel, Onyx-Kameen auf dem Glaubensschild an den 
Prinzen von Wales, und andere Kameen. 

Calau, Benjamin, Maler, geb. 1724 in Priedrichsstadt (Holstein), f 1783 in 
Berlin, war in Leipzig sächsischer Hofmaler, wo er in dem von ihm erfundenen 
punischen Wachs monachromisch malte. Im Museum zu Braunschweig ein solches 
weibliches Portrait von ihm. 

Calcagni, Antonio, ital. Bildhauer, geb. 153C in Recanati, f 1593, Schüler des 
Girolamo Lombardo, und bekannt drtrch die 15SS von ihm geschaffene .sitzende 
Bvouzcstatue des Papstes Sixtus V. auf der Marmortreppe vor der Kirche von 
Loreto, durch die marmorbekleidete Fa(,'ade dieser Kirche (1582—87) und durch die 
Reliefs am südlichen Portal derselben 

Calcar, 8. Joest, Jan. 

Calcar, Johannes (Bans) Stephan v., genannt Giovanni da T., Maler der 
venezianischen Schule, geb. um 1499 in Calcar, f 1546 in Neapel, ging um 1536 
uacb Venedig, wo er Schüler Tizians wurde, dem er in seinen Portrait» sehr 
nahe kommt; später ahmte er auch Raifael nach. Er war auch in Neapel thätig. 
In Padua fertigte er 1537 die Abbildungen zu Vesalius' Werk „De humani corporis 
fabrica" (1543). Eiu männliches Portrait von ihm im Museum zu Berlin (1535), im 
Hofmuseum zu Wien und im Louvre. 

Caldara, Polidoro, s. Caravaggio. 

Caldecott, Randolph, engl, humoriotischer Zeichner und Illustrator, geb. 
22. März 1846 in Chester, f 12. Febr. 1886 in Florida, kam 1867 als Handlungs- 
gehilfe nach Manchester, wo er .seine künstlerische Thätigkeit begann, zog 1872 
nach London, wurde Mitarbeiter des „Puuch", führte die Illustrationen zu Wa.shington 
Irvings „Sketches" und zu andereu Werken desselben aus, und brachte besonders 
die küstlichen Illustrationen zum „Graphic" In den letzten Jahren seines Lebens 
malte er auch Sconen aus dem Jag<l- und Sportleben. 

Calderari, eigentlich Giovanni Marin Zaifonl^ Maler